Bücher mit dem Tag "forschung"
343 Bücher
- Giulia Enders
Darm mit Charme
(866)Aktuelle Rezension von: Manuela_StenglÜber Darm mit Charme wurde vor einigen Jahre gefühlt überall gesprochen. Und ich wusste schon lange: Der Darm kann mehr als nur Verdauung. Er beeinflusst unser Hirn, unser Immunsystem, unser Wohlbefinden. Trotzdem blieb er für mich ein Mysterium. Vor allem auf Reisen, wenn ich mich anders ernährt habe und mein Körper plötzlich die Regeln geändert hat.
Letztes Jahr habe ich das Buch geschenkt bekommen – und dann endlich gelesen.
Was mich besonders überrascht hat? Dass man richtig oder falsch auf der Toilette sitzen kann. Und wie stark der Einfluss des Darms auf unser Immunsystem tatsächlich ist. Dinge, die man nicht unbedingt auf dem Schirm hat, obwohl sie uns jeden Tag betreffen.
Was dieses Buch aber wirklich besonders macht, ist neben seinem Inhalt die Art, wie er vermittelt wird. Humorvoll. Bildhaft. Für Nichtmediziner sofort verständlich. Liebevoll und witzig illustriert. Mit diesem befreienden Gefühl beim Lesen: „Endlich erklärt das mal jemand so, dass man es wirklich versteht.“
Ganz ehrlich: So hätte Biologieunterricht sein sollen. Nicht dogmatisch. Nicht belehrend. Sondern verständlich und mit einer ordentlichen Portion Humor. Darm mit Charme transportiert für mich eine einfache, aber wichtige Erkenntnis: Unser Körper ist ein Wunderwerk – und es lohnt sich, ihn zu hüten wie einen Schatz.
Ich habe durch das Buch verstanden, warum er manchmal so reagiert, wie er reagiert. Dieses Wissen schafft Vertrauen und ein anderes Körpergefühl. Wer seinen Körper besser verstehen will, wen das Thema (Darm-)Gesundheit neugierig macht und wer Lust auf den vermutlich lustigsten und lehrreichsten Biologie-Unterricht ever hat, für den ist dieses Buch eine klare Empfehlung.
Man lernt viel. Man schmunzelt noch mehr. Und man geht im besten Fall achtsamer mit sich selbst um.
- Daniel Kehlmann
Die Vermessung der Welt
(3.454)Aktuelle Rezension von: JosseleDer sehr erfolgreiche Roman von Daniel Kehlmann über die Lebensgeschichten des Mathematikers Carl Friedrich Gaus und des Naturforschers Alexander von Humboldt erschien 2005. Es handelt sich offensichtlich um eine Mischung zwischen historisch realer und fiktiver Handlung. Im ersten Kapitel erhält Gauß eine Einladung von Humboldt nach Berlin und macht sich auf die Reise. In den folgenden Kapiteln wird die teils fiktive Lebensgeschichte der beiden Wissenschaftler abwechselnd und episodenweise erzählt. Manches bleibt dabei ungeklärt, z.B. wie Humboldt und sein Begleiter sich von der Insel im Orinoko retten können, nachdem ihr Boot abgetrieben ist. Das wirkt unvollständig und ein wenig beliebig.
Die Erzählweise ist durchweg ironisch und teilweise schwarzhumorig, die beiden Wissenschaftler erscheinen geradezu kindlich bzw. kindisch in ihrem Streben nach Erkenntnis. Das ist zwar ganz lustig, mehr aber auch nicht. Es wird den beiden Hochkarätern in jedem Fall aus meiner Sicht nicht wirklich gerecht.
Dem Buch fehlt aus meiner Sicht auch ein roter Faden respektive ein innerer Zusammenhang. Zwar sind die Kapitel teilweise chronologisch erzählt, aber dazwischen befinden sich mitunter große Zeitsprünge, so dass die Kapitel einzeln für sich allein stehen, mit nur marginalem Bezug zueinander. Aus meiner Sicht wirkt das eher wie ein Manuskript oder ein Entwurf, der noch an einigen Stellen der Ergänzung bedarf, denn wie ein fertiges Buch.
Insgesamt bin ich von dem Buch daher eher enttäuscht als angetan, was vielleicht auch an den übergroßen Erwartungen liegen kann, die ich nach all den zahlreichen Lobpreisungen der Literaturwelt daran hatte. Zwei Sterne.
- Dan Brown
Das verlorene Symbol
(2.045)Aktuelle Rezension von: RamonaFroeseMir hat das Buch sehr gut gefallen... Manche fragen inm Buch regen sehr dazu an darüber nach zu denken, bei anderen denke ich mir was zur Hölle...
Die Gechichte als solches um die Jagd nach dem Verlorenen wissen bzw altem Wissen ist sehr gut gemacht.
Ich interessiere mich generell für Geheimbünde und und Logen und da passte das Buch sehr gut.
- Jennifer L. Armentrout
Obsidian 4: Origin. Schattenfunke
(2.262)Aktuelle Rezension von: mxchellex678Origin hat mich von der ersten bis zur letzten Seite absolut gefesselt. Ich wusste zwar, dass es spannend werden würde, aber das Ausmaß der Ereignisse und Wendungen hat mich regelrecht überwältigt. Ständig passierten Dinge, mit denen ich niemals gerechnet hätte, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Jennifer L. Armentrout schafft es auf brillante Weise, Action, Spannung und große Emotionen miteinander zu verweben. Besonders gefallen hat mir, wie sich die Beziehung zwischen den Charakteren weiterentwickelt hat – die Tiefe, die Nähe und das Vertrauen zwischen ihnen haben mich sehr berührt und gleichzeitig gab es immer wieder humorvolle und charmante Momente, die das Ganze auflockerten. Auch die Nebenfiguren wurden stärker eingebunden, was die Geschichte noch facettenreicher machte. Für mich ist Origin einer der stärksten Teile der Lux-Reihe, weil er sowohl durch Emotionen als auch durch überraschende Wendungen überzeugt. Ich freue mich riesig darauf, zu erfahren, wie die Reihe weitergeht!
- Maja Lunde
Die Geschichte der Bienen
(1.079)Aktuelle Rezension von: ratherbehappythandignifiedEndlich habe ich mich an dieses so hochgelobte Buch herangetraut und hatte anfangs wirklich meine Schwierigkeiten damit.
"Die Geschichte der Bienen" wird in drei Erzählebenen näher gebracht. Wir erfahren von William, der in der Vergangenheit versucht, ein neuartiges Forschungsprojekt zu entwickeln.
In der Gegenwart folgen wir George bei seiner Imker-Tätigkeit. Dessen Sohn hat leider nicht den Ansporn, den Hof irgendwann zu übernehmen.
In der Zukunft treffen wir auf tao, die als Arbeiterin die Blüten von Hand bestäubt, denn Bienen gibt es schon lange nicht mehr.
Ich hatte keine Probleme in die Geschichte einzutauchen, doch ich hatte Probleme damit, mein Interesse aufrecht zu halten. Glücklicherweise hatte ich eine lange Zugfahrt vor mir, sodass ich einen Großteil der Geschichte in der Bahn lesen konnte. Ich wüsste nicht, wie sich mein Interesse ohne diese Rahmenbedingungen hinentwickelt hätte. Den Schreibstil fand ich super, das war es also nicht, aber die Geschichten waren nicht ergreifend genug und doch lag eine Schwere in den Seiten. Das Bienensterben allein ist schon tragisch, aber auch die menschlichen Geschichten hatten nie einen positiven Beigeschmack. Alles war dunkel, ohne dass es mich richtig bewegt hätte und das sollte es allerdings durchaus tun. Denn das Thema ist sehr wichtig.
Das Positive am Buch war, dass es mein Interesse an den Bienen geweckt hat. Ich vermute, dass geht Vielen beim Lesen so. Ich habe nebenher ein paar Dokus angesehen und werde mit Sicherheit mich noch mehr freuen, wenn ich nächsten Frühling/Sommer ein paar Bienen zu Gesicht bekomme.
Außerdem fand ich das Ende schön. Wie sich alle drei Geschichten und somit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verflochten haben. Nur war es bis dahin sehr zäh.
Ich weiß nicht, ob ich das Buch wirklich empfehlen könnte. Vielleicht gibt es bessere Romane über Bienen, geschadet hat es mir aber auch nicht. Nur hat mich das Buch nicht wirklich mitgerissen und meine Lesefreude hielt sich in Grenzen.
- Dan Brown
Illuminati
(5.125)Aktuelle Rezension von: MikeyEines vorneweg, ich kann den Hype um diesen Autor beim besten Willen nicht nachvollziehen.
Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, das Buch wenigstens so gut wie die Spielfilme zu finden (von denen ich mich bestens unterhalten gefühlt habe) und normalerweise finde ich die Bücher immer besser als die entsprechende Verfilmung, aber hier kann ich dem Geschriebenen absolut nichts abgewinnen.Mein Hauptkritikpunkt: Dieser Roman ist in sehr einfacher Sprache geschrieben. Kaum ein Satz im Buch geht über zwei Zeilen! Beschreibungen von Umgebungen, Stimmungen oder Motivationen sind wenig bis garnicht zu finden. Eines der 137 Kapitel geht im Durchschnitt über 2 -3 Seiten, oft auch bloß über eine halbe oder ganze Seite. Es gibt also nichts, was dem schnellen Literaturkonsum hinderlich sein könnte.
Das Buch wartet mit 700 Seiten auf, die Zahl wird aber schon wieder dadurch relativiert, dass eine Seite max. 32 Zeilen hat (beim Kapitelwechsel sind es 26), wohlgemerkt in relativ großer Schrift (zum Vergleich: bei Ken Folletts "Säulen der Erde" sind es 37 kleingedruckte Zeilen). Das alles mag manchem für eine Rezension belanglos sein, es scheint mir aber damit ein Klientel anzusprechen, zu dem ich nicht gehöre (ohne jemandem zu Nahe treten zu wollen). Sicher, es ist Trivialliteratur, deswegen muss es aber trotzdem nicht Unlust am Weiterlesen auslösen.
Off-Topic: Ich habe z.B. bei genannten Ken Follett dessen plakative (gut - böse) Figurenzeichnung kritisiert, aber diese Bücher waren trotzdem gut geschrieben und die Spannung zwang einen förmlich, am Weiterlesen zu bleiben. (Ich erwähne das in diesem Kontext nur, um zu zeigen, das Trivialliteratur vom Stil her nicht einfach gestrickt sein muss.)Hier dagegen habe ich keinerlei Ambitionen verspürt, das Buch, wenn ich es beiseite gelegt habe, wieder in die Hand zu nehmen. Die Story mag sicher gut und spannend ausgedacht sein, aber genau das machte es letztendlich auch so lohnenswert, in Hollywood verfilmt zu werden. Als Literatur zum Lesen: Nein.
Dieser simple Schreibstil hat mich, auch wenn ich das garnicht gern mache, dazu bewogen, jetzt zum dritten Mal ein Buch vorzeitig abzubrechen. Ich habe noch "Sakrileg" daliegen, beide Bücher werden jetzt wieder im Büchertauschregal landen. - Julia Dippel
Izara - Das ewige Feuer
(1.225)Aktuelle Rezension von: Leni_Melia_EbertDas Buch ist toll. Die Geschichte war am Anfang noch recht simpel doch dann wurde sie nach dem Treffen der beiden Hauptpersonen sehr spannend. An manche Stellen war es sehr herzzerreißend und gleichzeitig konnte man nicht genug bekommen. Am Ende war ich traurig das Aaron für ein paar Bücher nicht mehr dabei war trotzdem hätte ich nichts an dem Buch geändert.
- Bill Bryson
Eine kurze Geschichte von fast allem
(411)Aktuelle Rezension von: ChristianHehlDas Buch ist eine unterhaltsame Reise durch die Zeit. Wie entstand das Universum (vermutlich)? Wie konnte es soweit kommen, dass die Erde sich mit der Menschheit rumschlagen muss? Wer hat rausgefunden, was es alles über Geologie zu wissen gibt?
Bryson schafft es die großen wissenschaftlichen Themen für Laien begreifbar zu machen. Dabei orientiert er sich an seiner eigenen Neugier um Themen greifbar zu machen, von denen die meisten Menschen zwar schon etwas gehört haben dürften, sie aber - so wie ich - keine Ahnung davon haben, was für Dinge aus welchen Gründen passiert sind.
Die Fülle an Informationen die das Buch bietet, führten bei mir dazu, dass ich es bereits mehrfach gelesen habe und immer noch Informationen finde, die mir völlig neu sind.
- Jonas Jonasson
Die Analphabetin, die rechnen konnte
(728)Aktuelle Rezension von: MayaBEin weiteres Buch von Jonasson, das mir gut gefallen hat. Ich hatte keine Ahnung, was genau mich erwarten würde, kannte nur meine bisherigen Erfahrungen und dass ich die genossen habe, weshalb ich mit gutem gerechnet habe, und wurde wieder einmal nicht enttäuscht.
Politische Probleme werden mit sehr viel Humor gemeinsam in eine absurde Geschichte gepackt, in der wieder einmal Atomwaffen eine Rolle spielen, ebenso wie ein paar sehr unglaubwürdige Figuren, die in dieser Geschichte aber absolut natürlich wirken, einfach weil die ganze Geschichte so unglaubwürdig ist.
Mit Nombeko und Holger gibt es zwei unglaublich sympathische Hauptfiguren, die ihr bestes tun, um ein möglichst gutes Leben zu führen, ohne dass andere darunter leiden, und mit den drei chinesischen Schwestern und dem amerikanischen Töpfer sind auch für lustige Nebenfiguren gesorgt, die alle ihren Platz in der Geschichte haben. Und dann gibt es da noch die nicht ganz so liebevollen Nebenfiguren, die mir leider eher auf die Nerven gingen, aber auch die hatten eindeutig ihren Platz im Geschehen und es ist ja nicht so, als seien sie versehentlich nervig geworden, sondern man merkt schon sehr deutlich, dass Jonasson sich was bei den Dingen gedacht hat, die er geschrieben hat.
Es gibt ein paar kleinere Momente, bei denen ich mich gefragt habe, ob die Dinge vielleicht doch zu weit gehen in ihrem Humor, da sie einen rassistischen Unterton haben könnten, allerdings habe ich bei Jonasson wirklich das Gefühl, dass er seine Witze eher auf Kosten von den Figuren schreibt, als auf Kosten der Stereotype ihrer Herkunft, auch wenn beides teilweise überschneidet. Ich bin was das angeht aber wirklich kein Experte, und auch nicht betroffen, entsprechend kann ich mir auch durchaus vorstellen, dass andere Leute das ganz anders sehen würden.
Auch muss ich zugeben, dass ich an so einigen Stellen doch sehr enttäuscht war, als in der Geschichte manche Figuren so stark unter anderen leiden, und die anderen praktisch nie die Konsequenzen davon zu spüren bekommen. Es geht für die Figuren letztendlich gut aus, aber dass man so sehr im Leben anderer herumpfuschen konnte, ohne dass es je zu irgendwelchen Problemen kommt, hat mich doch nicht ganz glücklich gemacht. Auch wenn's vielleicht realistisch ist, dass nicht alle Leute immer vom Karma erwischt werden, aber gewünscht hätte ich's mir hier doch.
Ändert aber nichts daran, dass ich alles in allem wieder einmal eine echt gute Zeit hatte, und Jonasson ist denke ich auch weiterhin auf der Liste der Autoren, bei denen ich nie nein zu einem Buch sagen würde. - Andy Weir
Der Marsianer
(884)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»So sieht die Situation also aus. Ich bin auf dem Mars gestrandet und kann weder mit der Hermes noch mit der Erde Verbindung aufnehmen. Alle halten mich für tot. Ich sitze in einer Wohnkuppel, die einunddreißig Tage stabil bleiben soll. Wenn der Oxygenator versagt, ersticke ich. Wenn der Wasseraufbereiter versagt, verdurste ich. Wenn die Wohnkuppel nicht hält, explodiere ich einfach. Wenn das alles nicht passiert, geht mir irgendwann der Proviant aus, und ich verhungere.«
Mark Watney hat wirklich mehr als Pech. Als ein enormer Sandsturm ihn und seine Crew zwingt, den Mars nur wenige Tage nach der Ankunft zu verlassen, gelingt allen anderen die Flucht, er allerdings wird von einem Trümmerteil getroffen, für tot gehalten und zurückgelassen. Als er verletzt aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein auf dem Mars, ohne Möglichkeit, mit der Crew oder der Erde Kontakt aufzunehmen und im Grunde ohne Hoffnung. Doch Mark Watney ist keiner, der schnell aufgibt…
Dieses Buch lag ziemlich lang in meinem Regal, SciFi ist normalerweise nicht mein Genre. Doch nachdem ich wenige Seiten gelesen hatte, mochte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Mark nimmt mit großem Mut den Kampf um sein Überleben auf, er weiß, dass in vier Jahren die nächste Marsmission landen soll und analysiert und plant nun, was er anstellen muss, um so lang durchzuhalten. Absolut bewundernswert, was er sich alles einfallen lässt und was er nach zahlreichen Rückschlägen immer wieder umplant und neu angeht! Als er irgendwann Kontakt zur NASA herstellen kann, starten auch auf der Erde enorme Rettungsversuche, in ihrem Einfallsreichtum nicht weniger fesselnd.
Fazit: Extrem spannend, obwohl SciFi eigentlich nicht mein Genre ist, mochte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
- Caroline Criado-Perez
Unsichtbare Frauen
(123)Aktuelle Rezension von: Trishen77Der Großteil der Menschheitsgeschichte ist eine einzige Datenlücke. Beginnend mit der Theorie vom Mann als Jäger räumten die Chronisten der Vergangenheit der Frau in der Entwicklung der Menschheit weder in kultureller noch in biologischer Hinsicht viel Platz ein. Stattdessen galten männliche Lebensläufe als repräsentativ für alle Menschen. […] Doch das Problem ist nicht nur, dass etwas verschwiegen wird. Die Leerstellen und das Schweigen haben ganz alltägliche Folgen für das Leben von Frauen. […] Die von Männern nicht berücksichtigten frauenspezifischen Faktoren betreffen die verschiedensten Bereiche. Dieses Buch wird jedoch zeigen, dass drei Themen wieder und wieder auftauchen: Der weibliche Körper, die von Frauen geleistete, unbezahlte Care-Arbeit und Gewalt von Männern gegen Frauen.
Wenn es um die Sicherheit bei Autounfällen geht, werden die dazugehörigen Vorrichtungen abgestimmt auf Körpertypen, die auf männlichen Modellen beruhen; ebenso ist es bei verschiedenen besonderen Kleidungsstücken wie etwa schusssicheren Westen. Regale werden so konstruiert, dass ein durchschnittlicher männlicher Körper das oberste Brett erreichen kann. Räumdienste in Städten räumen priorisiert die Straßen frei, statt die Fußgänger- und Fahrradwege, die sehr viel öfter von Frauen frequentiert werden.
Dies sind nur einige anschauliche Beispiele, fast noch harmlos. Zu ihnen gesellen sich die großen Ungleichheiten bei der Bezahlung, die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Reaktionen auf männliche und weibliche Körper in der Öffentlichkeit und, auf einer abstrakten Ebene, das generelle Fehlen eines weiblichen Faktors in den Erhebungen von Daten zu jeglichem Thema. Dabei wird nicht nur die unbezahlte Care-Arbeit von Frauen systematisch unterschlagen, sondern elementare und nachweislich feststellbare Bedürfnisse von Frauen bleiben unberücksichtigt. So kommt es zu der Welt in der wir leben – einer Welt, die für Frauen ein wesentlich problematischerer und unzureichend eingerichteter Ort ist als für Männer. Und auch das allgemeine Narrative dieser Welt, mit allen darin zusammengeführten Geschichten von Erfolg, Glück, etc. ist meist männlich.
Die Folge dieser zutiefst männlich dominierten Kultur ist, dass männliche Erfahrungen und Perspektiven als universell angesehen werden, während weibliche Erfahrungen – also die Erfahrungen der Hälfte der Weltbevölkerung – als, nun ja, Randerscheinung wahrgenommen werden. […] Deshalb auch ergab 2015 eine Studie über Wikipedia-Einträge in mehreren Sprachen, dass Artikel über Frauen Wörter wie »Frau«, »weiblich« oder »Dame« enthalten, während Artikel über Männer nicht »Mann«, »männlich« oder »Herr« umfassen (weil das männliche Geschlecht stets unausgesprochen unterstellt wird).
Gerade was die Entwicklungsgeschichte der Menschheit betrifft, haben wir meist die männliche Geschichte und die Errungenschaften für die Männer vor Augen – Frauen haben von der Athener Demokratie ebenso wenig profitiert wie von Renaissance und Aufklärung, trotzdem werden sie als übergreifende Errungenschaften gefeiert (die emanzipatorischen Bewegungen gelten dagegen dezidiert als Errungenschaften nur für Frauen). Diese aufs Männliche fixierte Weltsicht wird, wie Criado-Perez sehr umfassend darlegt, für universell gehalten, während eine weibliche Perspektive meist als ideologisch (!) aufgeladen gilt und mit diesem Argumente auch oft beiseitegeschoben wird.
»Unsichtbare Frauen« erzählt, was geschieht, wenn wir die Hälfte der Menschheit einfach vergessen. Es zeigt, wie die geschlechtsbezogene Datenlücke Frauen im Lauf eines mehr oder weniger normalen Lebens schadet – hinsichtlich der Stadtplanung, der Politik oder der Arbeitsplätze.
Es ist in der Tat ein Mammutwerk, das die Autorin hier vorgelegt hat, und das mit jeder vorgebrachten Statistik, mit jedem neuen Themengebiet, auf das Criado-Perez zu sprechen kommt, fundamentaler wird. Man kann es, so behaupte ich, nicht ohne teilweises Entsetzen und Erschrecken lesen. Dass die Macht- und Bezahlstrukturen in unseren Gesellschaften ungerecht sind, ist bereits in einer breiteren Öffentlichkeit angekommen. Dieses Buch aber zeigt, wie tief die Wurzeln, Vorstellungen und Mechaniken, die diese Strukturen stützen und von ihnen hervorgebracht wurden, in alle Winkel des Alltags reichen. Von den einfachsten Wahrheiten bis zu den komplexesten Diskriminierungen ist dabei alles enthalten – viele Geschichten über die repräsentative Abwesenheit von Frauen in allen (für sie) wichtigen Bereichen.
Jede/r sollte zumindest einen Blick in dieses Buch werfen. Vor allem Männer und besonders die, die glauben, sie lebten nicht in einer sexistischen Welt und hätten einen objektiven Blick auf die Dinge (oder ein objektiver Blick würde ihnen täglich präsentiert).
Studien haben gezeigt, dass die Überzeugung, man selbst sei objektiv oder nicht sexistisch, zu weniger Objektivität und mehr sexistischem Verhalten führt.
- Mai Thi Nguyen-Kim
Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit
(223)Aktuelle Rezension von: Johanna_JayIn dem Buch die kleinste gemeinsame Wirklichkeit von Mai Thi Nguyen, geht es Umarmung, wie man mit wissenschaftlichen Studien umgehen sollte, was wichtig ist und worauf man achten sollte. Nguyen schreibt in verschiedenen Kapiteln zum Beispiel über die Legalisierung von Drogen, den Zusammenhang von Videospielen und Drogen und den Gender Pay Gap. Sie erklärt, warum sich die Wissenschaftler nicht immer einig sind und es Publikationen geben kann, die zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Ich fand viele der Kapitel sehr spannend, da sie gut zusammenfassen, warum man sich zum Teil in der öffentlichen Meinung nicht einig ist, ob Videospiele Gewalt fördern, oder ob es einen Gender Pay Gap gibt, bzw. wie groß er ist.
Das Buch ist kurzweilig geschrieben und gibt einige gute Denkanstöße. Meiner Meinung nach ist es der Autorin gut gelungen darzulegen, dass Wissenschaft nicht absolut ist, und die Daten, die einer Interpretation zu Grunde liegen, immer nur so gut sein können, wie das Versuchsdesign.
- Yuval Noah Harari
Homo Deus
(163)Aktuelle Rezension von: KlausvanBingenWar das Vorgängermodell noch in weiten Teilen spannend und informativ hat dieses Buch leider ans Ende vom ersten im negativen Sinne angeknüpft. Es gibt eigentlich kaum etwas richtig Fesselndes, sondern nur noch Phrasen, die sich unendlich oft wiederholen.
Zudem erschienen mir einige Behauptungen wissenschaftlich kaum haltbar und ich musste das Buch irgendwann genervt abbrechen. Leider sein Geld nicht wert...
- Markus Heitz
Kinder des Judas
(692)Aktuelle Rezension von: 19gernot-winkler90Mit "Kinder des Judas" trifft Markus Heitz genau meinen Vampirgeschmack. Auf der einen Seite richtig schön blutig, wie sich das für Vampirliteratur gehören sollte, auf der anderen Seite historische, intelligente und organisierte Vampire. Das einzige, was etwas stört, ist die im dritten Teil des Buches etwas zu sehr im Vordergrund stehende Lovestory. Aber irgendwie auch ein cleverer Schachzug von Heitz, so wollte er sicherlich das Buch auch für Frauen ansprechender machen. Man muss ja auch auf die Verkaufszahlen achten. Aber da der Ausgang des ganzen versöhnt, sehe ich von einem Punktabzug ab.
- Frank Schätzing
Die Tyrannei des Schmetterlings
(174)Aktuelle Rezension von: JosseleDer Roman, mittlerweile der achte des Autors, erschien 2018 und beschäftigt sich im Gewand eines Thrillers mit den Möglichkeiten, Risiken und Gefahren von Künstlicher Intelligenz (KI). Im Geäst eines Baumes über einer Schlucht wird eine Frauenleiche gefunden. Die Ermittlungen führen den Undersheriff Luther Opoku zur „Farm“, einem Gelände, auf dem die Firma Nordvisk mit KI experimentiert. Und was dann passiert, hätte sich der Polizist in den kühnsten Träumen nicht vorstellen können.
Und genau das ist auch ein Problem des Romans: es passieren zu viele Dinge, die man sich in den kühnsten Träumen nicht vorstellen kann, die völlig abwegig sind und die deshalb irgendwie die Spannung zerstören, weil einfach alles möglich ist, bis hin zu unendlich vielen Paralleluniversen. Schätzing geht in seinen Gedankenspielen aus meiner Sicht zu weit. Er spricht das sogar im Buch selbst an, wenn er den Chef-Programmierer Elmar Nordvisk zur neuen Mitarbeiterin Pilar Guzmán über das „Tor“ sagen lässt „Alles, was du bisher gesehen hast, wenn du in deinem Kopf gereist bist – dort ist es real! Plus ein paar Sachen, auf die dein Kopf nie kommen würde.“ (Fischer Tb, Oktober 2019, S. 448) Zwar wird das Klonen von Menschen, das ebenfalls thematisiert wird, vermutlich in naher Zukunft möglich sein und die KI wird Dinge realistisch machen, die man sich jetzt noch nicht vorstellen kann, aber auch mit KI geht eben nicht alles.
Hinzu kommt, dass sich der Roman sehr zäh liest, fast alles, was passiert wird ausführlichst geschildert und breitgetreten, teilweise aber so, dass man sich als Leser nicht wirklich etwas darunter vorstellen kann, was ebenfalls nicht zur Spannung beiträgt, weil es sehr wirr daherkommt.
Schätzing bedient sich stellenweise eines humorvollen, spöttischen Sarkasmus, der mir gefällt. Ein Beispiel: „Die kleine Disponentin wiegt sich in den Hüften, über denen ein knallenger Jeansrock um den Erhalt seiner Nähte kämpft.“ (ebd., S. 461) Das ist ein Pluspunkt.
Leider driftet der Roman dann bisweilen auch viel zu sehr in das Fantasy-Genre ab und aus der realen und zukünftigen KI und ihren Möglichkeiten wird pure Märchenerzählerei.
Insgesamt aus meiner Sicht eines der schwächsten Werke, die ich von Frank Schätzing gelesen habe. Die ausgedehnten Phantasmen im letzten Kapitel haben mir dann den Rest gegeben, auch und gerade, weil die Diskussion zwischen Elmar und Jaron über die Konsequenzen aus der Existenz einer dem Menschen haushoch überlegeneren Maschine furchtbar oberflächlich bleibt. Ein Stern.
- Christina Dalcher
Vox
(427)Aktuelle Rezension von: BuchstabenZauber"Vox" von Christina Dalcher wollte ich eigentlich schon vor einigen Jahren lesen, doch irgendwie sind dann doch immer wieder andere Bücher in den Fokus gerutscht.
Mittlerweile gibt es schon zahlreiche Rezensionen und Bewertungen zu dem Buch, in denen die Geschichte nur durchschnittlich abschneidet und hinter den Erwartungen vieler Leser zurückbleibt.
Ich bin also voller Neugier in die Welt eingetaucht, in denen Frauen um ihre Worte beschnitten werden.
"Ihr könnt uns die Wörter nehmen, aber zum Schweigen bringen könnt ihr uns nicht!"
Zitat Klappentext
Insgesamt war das Buch gut zu lesen. Oft empfand ich gerade zum Ende hin die Story als zu schnell abgehandelt und oberflächlich. Einige Szenen und Situationen ergaben nicht wirklich Sinn, bzw. hätte ich mir hier eine tiefere Ausarbeitung gewünscht.
Da ich vor kurzem erst die Serie "The Handmaid´s Tale" nach der Romanvorlage von Margaret Atwood gesehen habe, hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, eine Kopie dessen zu lesen.
Zwar ist die Geschichte der Wissenschaftlerin Jean McClellan eine Andere, doch tauchen in meinen Augen zu viele Parallelen zu der umfeierten TV-Serie auf. Sei es nun die Gründung eines neuen Amerikas aufgrund religiöser Fanatiker, die Unterdrückung und Beschneidung der Frauen, pastellfarbene Twinsets oder eine Rebellin, die durch ihren Liebhaber Unterstützung findet, um das System zu stürzen.
Hier hatte ich tatsächlich häufig den Eindruck eine Fanfiction zu lesen.
Im Ganzen nett zu lesen, aber die Geschichte begleitet leider einen faden Beigeschmack, wenn man die preisgekrönte Dramaserie um die Protagonistin June Osborne kennt.
- Ali Hazelwood
The Love Hypothesis – Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe
(860)Aktuelle Rezension von: UnendlicheGeschichte„Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ von Ali Hazelwood liegt schon eine Weile auf meinem Stapel ungelesener Bücher.
Anfang des Jahres habe ich nach einer Lektüre für die dunklen Tage gesucht und sie mit diesem Buch gefunden.
Die junge Biologie-Doktorandin Olive kämpft sich durch die männerdominierte Welt der wissenschaftlichen Forschung. Um ihrer Freundin zu beweisen, dass sie über ihren Exfreund hinweg ist, küsst sie den grummeligen Professor Adam, mit dem daraufhin unerwartet in einer Fake-Beziehung landet.
Die charakterstarken Figuren, das Universitätssetting und die Idee haben mir auf Anhieb sehr gut gefallen.
Der Schreibstil der Autorin ist humorvoll und angenehm leicht zu lesen, sodass ich quasi nur so von Seite zu Seite geflogen bin.
Gegen Ende der Handlung gibt es, für die, die es mögen, ein paar recht spicige Szenen.
Insgesamt genau das richtige Buch, um dem grauen Januar zu entfliehen, und bestimmt nicht die letzte Geschichte aus der Feder der Autorin, die ich lesen werde.
- Ursula Poznanski
Elanus
(628)Aktuelle Rezension von: frischelandluftEin junges Genie, ein Wunderkind, das mit 17 Jahren an die Universität kommt und dort heimlich erst einmal seine selbstgebaute Drohne auspackt, um andere auszuspionieren. Natürlich sieht er dann Dinge, die er nicht sehen sollte und die Story nimmt ihren Lauf. Wie so oft spinnt Poznanski eine Story um eine technische Neuerung, worüber man dann gut mit seinen Kindern nach der Lektüre reden kann, hier ‚Drohnen, die in die Privatsphäre anderer eindringen‘. Es ist nicht Poznanskis spannendster Roman, dafür eher auch für jüngere Jugendliche geeignet. Alles in allem ist es eine nette Geschichte, aber im Gegensatz zu zum Beispiel Aquila oder der Eleria-Trilogie, die auch mir als Erwachsener sehr viel Spaß gemacht haben und wirklich spannend waren, fand ich diesen Plot und die Beziehungen der Personen etwas konstruiert.
- T. C. Boyle
Die Terranauten
(344)Aktuelle Rezension von: wortknaeuelEine kleine Gruppe junger Wissenschaftler wetteifert Mitte der 90er Jahre um einen von acht begehrten Plätzen in einem ökologischen Experiment. Für zwei Jahre sollen sie unter einer riesigen Glaskuppel leben und sich völlig autark in den verschiedenen künstlich geschaffenen Biotopen – vom kleinen Regenwald bis zum Mini-Ozean – selbst versorgen. Nichts geht rein, nichts darf raus! Die Geschichte beginnt mit der Bekanntgabe der Auserwählten, vier Männer und vier Frauen, die sich jeweils auf einem Spezialgebiet gegen ihre Mitbewerber durchgesetzt haben und nun in die "Ecosphere 2" einziehen dürfen. Zurück bleiben die Verlierer mit der Hoffnung, in zwei Jahren zum Nachfolger-Team aufrücken zu können. Draußen bleiben natürlich auch Freunde, Liebhaber und die Planer, Manager und Sponsoren des Experiments. In den zwei Jahren erleben wir aus Sicht von Dawn und Ramsay innerhalb, sowie Linda außerhalb der Kuppel, wie sich aus dem ökologischen Experiment ein Beziehungskuddelmuddel entwickelt.
T.C. Boyle kann gut erzählen, da ist dieser Roman keine Ausnahme. Er beruht übrigens auf einer wahren Begebenheit, denn so ein Experiment hat es ungefähr zu jender Zeit tatsächlich gegeben. Allerdings habe ich mich von Klappentext und Buchcover täuschen lassen. Zu dem Zeitpunkt, als ich mir das Ebook kaufte, hatte ich noch nie etwas von Boyle gelesen und einen spannenden dystopischen (oder utopischen) SciFi-Romans erwartet. Stattdessen dreht sich alles um Neid, Eitelkeit und Eifersüchteleien zwischen den Wissenschaftlern, um Wer-mit-wem sowie am Rande auch um den Einfluss von Geld und Medien. Wenn man Boyle kennt, hätte man sich denken können, dass es vorwiegend um die sozialen, zwischenmenschlichen Aspekte in diesem Szenario gehen wird.
Die Handlung ist zwar durchaus unterhaltsam und auf satirische Weise komisch, aber insgesamt wenig spannend. Auch die Charaktere empfand ich als flach und uninteressant. Eher ein schwacher Boyle.
- Stephen King
Feuerkind
(559)Aktuelle Rezension von: xeni_590Sie ist eine 4 von 5
Ein guter King, aber nicht mein Liebling. Die Geschichte ist ziemlich umfassend. Es gibt viele filler Szenen, wo ich nicht unbedingt gebraucht hätte. Und auch das Ende ist so. Naja, aber im insgesamt war es echt ein guter. Wir haben dieses typische Psycho Horror von King. Das unerwartete sowie das verrückte wo man nicht greifen kann.
Die hauptcharaktere sind gut gestaltet. Man kann nachvollziehen, wieso sie wie handeln und auch die antihelden sind optimal für die Geschichte.
Das Ende hatte ich nicht so kommen sehen. Es war ganz okay. Ich glaube, es hätte man nicht anders gestalten können, ohne dass die Geschichte einen merkwürdigen beigeschmack bekommen hätte. Also lieber eine. Naja, Ende als ein weirdes.
- Cixin Liu
Die drei Sonnen
(254)Aktuelle Rezension von: _Eli_Die drei Sonnen' ist ein faszinierendes Werk, das mich völlig unerwartet in seinen Bann gezogen hat. Cixin Liu verwebt meisterhaft die düstere Geschichte der chinesischen Kulturrevolution mit einem hochkomplexen Science-Fiction-Plot, der das Genre auf ein neues Level hebt.
Was dieses Buch so besonders macht, ist die Art, wie es wissenschaftliche Konzepte - von der Quantenmechanik bis zur Astrophysik - mit philosophischen Fragen nach der Existenz der Menschheit verbindet. Das Drei-Körper-Problem als zentrale Metapher ist brilliant gewählt und zeigt, wie chaotisch und unvorhersehbar nicht nur unser Universum, sondern auch zwischenmenschliche Beziehungen sein können.
- Robert Louis Stevenson
Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Gebunden in Cabra-Leder
(672)Aktuelle Rezension von: JaninezachariaeKennst du das auch:
Du denkst, du kennst eine Geschichte, weil sie einfach irgendwie schon immer da war, und dann stellst du fest, dass du sie nicht gelesen, sondern nur geschaut hast?
So ging es mir tatsächlich mit R. L. Stevensons Buch "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" und ich bin begeistert von dem, was 1886 möglich war. Eine Gothic-Horror-Novelle.
Die Dramatik in dieser Geschichte, der Aufbau und allgemein, das gesamte Setting haben mich richtig in den Bann gezogen. Es ist beeindruckend, mit wie viel Vielfältigkeit hier gearbeitet wurde. Die Andeutungen, der Umstehenden, die zwiespältige Aneignung des Menschen und die groteske Darstellung des menschlichen Geistes haben dieses Buch zu einem Meisterwerk gemacht, und ich kann durchaus nachvollziehen, warum und wieso.
Robert Louis Stevenson hat eine Kreatur erschaffen, die vermutlich zu damaligen Zeiten für Empörung gesorgt hat.
Stevenson spielt regelrecht mit dem Verstand der Lesenden und hüllt sie bewusst in ein Geheimnis ein, was so gewaltig droppt, dass es mir wirklich selbst die Sprache verschlug – obgleich ich irgendwann einmal den einen oder anderen Film gesehen habe.
Doch all diese menschlichen Abgründe zu lesen, zu erforschen und in den Geist des Doktors einzutauchen, ist etwas vollkommen anderes.
Es ist genial, dass es sich hier um eine zweisprachige Ausgabe handelt.
Diese Geschichte hat wirklich meine Vorstellungen gesprengt, was man damals schon für möglich gehalten hatte und welche Wege der Autor selbst gegangen sein muss.
Ebenfalls spannend und interessant ist der allgemeine Aufbau der Geschichte. Wir sind nur Gast in einer Erzählung über Hyde oder Jekyll. Wir sind mitten in den Gerüchten, um eben jene Personen. Erleben es als jemanden, der deren Anwalt ist, und haben doch den Eindruck, die beiden persönlich zu kennen.
Und auch hier: Das, was der Autor andeuten wollte und geschafft hat, umzusetzen, ist einzigartig. Er spielt mit dem, was man glaubt zu wissen. Geht Gerüchten nach, forscht, was war, und beobachtet den Doktor. Bekommt ein Bild von Hyde und doch ist all das nur die Macht dessen, was man von außen wahrnimmt. Nicht, was tatsächlich los ist. Die äußere Wahrnehmung ist das, was dieser Geschichte Leben eingehaucht hat. Die Umstehenden wissen nicht die ganze Wahrheit, nor die eigentlichen Beweggründe. Und ich bin der absoluten Überzeugung, dass hier die eigentlichen Abgründe und Tiefen des menschlichen Wesens dargestellt werden. Nicht unbedingt nur in Hyde oder Jekyll, sondern in dem, was wir glauben, zu wissen und zu kennen. Gerüchte haben Macht. Und das demonstriert er hervorragend.
- Andy Weir
Der Astronaut – Project Hail Mary
(221)Aktuelle Rezension von: LidenDNF bei 30%
Datum: 14.11.2025
Ich gebe keine Sternebewertung ab, da ich das Buch nach knapp 150 Seiten abgebrochen habe.
Im Zuge einer Leserunde habe ich mit das Buch „der Astronaut“ gestartet - und nach dem vierten Kapitel gemerkt, that is not my Business. Hab mich dann aber knapp bis Seite 150 gequält und dann aufgegeben, sonst wäre ich in eine Leseflaute geraten. Gerne lese ich mich in andere Genres ein und Sci-Fi ist ein Bereich, den ich noch nie gelesen habe. Dieses Buch war mir aber zu wissenschaftlich.. im mathematischen/ naturwissenschaftlichen Sinne. Wenn plötzlich ellenlange Textpassagen (mehrmals) auftreten, bei denen es um mathematische Formeln und Gleichungen geht, da bin ich raus. Anfangs noch gelesen, dann überflogen und irgendwann abgebrochen.
Sorry, bin nicht das richtige Publikum für dieses Buch ! Aber ich geb anderen Sci-Fi Büchern trotzdem noch ne Chance .
- Dan Brown
Meteor
(1.812)Aktuelle Rezension von: SandaraDan Brown liefert erneut – und wie! Die Qualität seines Schreibens ist für mich unvergleichlich und absolut packend. Man gleitet geradezu durch die Seiten und merkt gar nicht, wie schnell die Zeit dabei vergeht. Alles ist so verständlich und leicht zu lesen beschrieben, dass man einfach drin bleibt.























