Bücher mit dem Tag "frank miller"

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9 Bücher

  1. Cover des Buches Cursed - Die Auserwählte (ISBN: 9783596704873)
    Thomas Wheeler

    Cursed - Die Auserwählte

     (112)
    Aktuelle Rezension von: Alice9

    Inhalt

    Die Roten Paladine machen jagt auf jeden, der irgendwie magische Kräfte hat und ermordet sie auf grausame Weise. Es war nur eine Frage der Zeit, dass auch Nimues Dorf den Paladinen zum Opfer fällt. Lediglich Nimue schafft es, ihnen zu entkommen. Kurz vor ihrem Tod, schafft Nimues Mutter noch, ihr ein Schwert zu geben mit der Bitte, dieses Merlin zu bringen. Nimue weiß nicht, was es damit auf sich hat und macht sich auf eine gefährliche Reise...


    Meine Meinung

    Ich bin durch die Netflix-Serie auf das Buch aufmerksam geworden und bin sehr neugierig darauf gewesen. Leider bin ich letztlich etwas zwiegespalten zurückgelassen worden. Einerseits hat es mir gut gefallen, aber andererseits konnte es mich auch nicht wirklich überzeugen. 


    Die Handlung begann schon sehr düster und spannend. Die Brutalität und Düsternis liegt hier im Vordergrund und jegliche Grausamkeit wurde auch deutlich beschrieben. Am Anfang war die Geschichte leider auch nicht mehr außer grausam und brutal. Erst nach und nach nahm sie dann Fahrt auf, als klar wurde, worauf das Ganze hinauslaufen wird und konnte auch fesseln. Es gab immer wieder Momente, die sehr temporeich waren und für Spannung sorgten. 

    Dazu konnte die Geschichte noch mit der einen oder anderen überraschenden Wendung punkten.

    Zwischendurch war die Geschichte aber auch verwirrend, weil einmal wieder Sprünge gemacht wurden, denen ich nicht folgen konnte. Das Ende war dann natürlich sehr gemein gewählt und hat die Neugier auf den Fortgang der Handlung geweckt. 


    Nimue fand ich sehr spannend. Sie war mir sehr sympathisch und unfassbar tough. Ihre Gefühls- und Gedankenwelt wurde auch greifbar gemacht, sodass man sich gut in sie hineinversetzen konnte.

    Die anderen Protagonisten blieben leider ihr gegenüber etwas oberflächlich und blass. 


    Der Schreibstil war, glaube ich, mit mein größtes Problem. Dieser war sehr bildhaft und und legte eben viel wert auf die Atmosphäre. Dadurch wog das Ganze sehr schwer und die spannenden Elemente sowie die eigentlich Handlung trat hinter der Spannung und der bildlichen Darstellung der Gewalt sehr zurück. Dadurch hatte ich kein gutes Gefühl beim Lesen gehabt und musste an manchen Stellen das Buch sogar weg legen. Schön fand ich die Idee mit den Zeichnungen, die die Geschichte so ein bisschen aufgelockert haben. Allerdings trafen sie leider überhaupt nicht meinen Geschmack und haben mir für die Geschichte so nichts gegeben. 


    Insgesamt war die Idee der Geschichte und die Handlung an sich wirklich gut und konnte mich auch gewissermaßen fesseln. Die Umsetzung war allerdings leider überhaupt nicht meins und ich konnte und wollte mich aufgrund der Stimmung auch nicht in die Geschichte einfühlen.

  2. Cover des Buches Alles bleibt anders (ISBN: 9783936742954)
    Siegfried Langer

    Alles bleibt anders

     (43)
    Aktuelle Rezension von: FabAusten
    Frank Miller weiß nicht, wer er ist und warum er sich plötzlich auf den Gleisen wiederfindet. Glücklicherweise verspätet sich der nächste Zug und kurz darauf durchstreift Frank Berlin auf der Suche nach seiner Identität. Schließlich kann er seine Mutter ausfindig machen. Sie ist völlig schockiert, dass plötzlich ihr Sohn vor ihr steht, den sie drei Jahre zuvor beerdigen musste. Nur langsam findet Frank heraus, dass er sich in einer Zeitebene befindet, die sich völlig anders als seine eigene entwickelt hat. Denn die Welt aus der er stammt, wird beherrscht von den Nationalsozialisten. Und er hat die Realität gewechselt, um das zu ändern.

    Siegfried Langer stellt mit seinem sehr ambitionierten Roman „Alles bleibt anders“ ein interessantes Gedankenspiel an. Der sogenannte Schmetterlingseffekt bildet dafür die Grundlage. Danach kann eine unbedeutende Begebenheit wie zum Beispiel der Flügelschlag eines Schmetterlings schwerwiegende globale Folgen haben. Ausgehend von dieser Annahme widmet sich der Autor der schrecklichsten Zeit in der Menschheitsgeschichte und fragt, ob eine minimale Veränderung der Ereignisse den Nationalsozialismus verhindert hätte.

    Unbestritten hat sich der Autor sehr viele Gedanken gemacht und eine Geschichte mit großem Potenzial kreiert. Es fällt auf, wie viel Überlegung und Mühe in den Roman eingegangen sind. Es gibt einige unvorhersehbare Entwicklungen und scheinbar ausweglose Situationen. Gegen Ende löst sich alles ein wenig zu schnell auf und der Vorgang auf den die ganze Zeit hingearbeitet wurde, wird innerhalb weniger Seiten abgehandelt. Das Ende selbst ist zwar nachvollziehbar, aber nichtsdestotrotz enttäuschend. Dass die gesamte Prämisse der Geschichte negiert wird, fällt dabei weniger ins Gewicht, als die nicht nachvollziehbare Reaktion der Figuren auf die neuen Umstände. Sie werfen unpassender Weise mit Allgemeinplätzen über das Wesen der Geschichte um sich. Statt den Leser zu eigenen Überlegungen zu bewegen, wird er auf eine sehr unbeholfene Art belehrt.

    Es ist Siegfried Langer anzurechnen, dass er nicht davor zurückscheut, komplexe Zusammenhänge zu vermitteln. Dies gelingt ihm auch weitestgehend. Allerdings geschieht es meistens in umfangreichen Monologen oder Dialogen. Zwar lassen sich die theoretischen Grundlagen wohl kaum anders vermitteln, andererseits sind diese Passagen naturgemäß nicht die spannendsten. So muss der Leser häufig wirklich seine ganze Aufmerksamkeit auf das Gelesene richten. Und es stellt sich hin und wieder die Frage, ob das Ganze entweder die ein oder andere logische Lücke aufweist oder ob der Leser vielleicht etwas überlesen hat.

    Die sprachliche Umsetzung trägt leider dazu bei, dass die Konzentration des Lesers mitunter abwandert und bestimmte Passage mehr oder weniger überflogen werden. Die überaus detaillierte und weitschweifige Erzählweise ist oft einfach ermüdend. Zu viele überflüssige Informationen werden eingestreut, die weder etwas zur Geschichte noch zur Atmosphäre oder der Figurenzeichnung beitragen. Abgesehen davon wirkt der Sprachstil sehr konstruiert und dadurch förmlich und distanziert. Somit stellt sich ein natürlicher Fluss der Sprache und infolgedessen des Lesevorgangs selten ein.

    So hölzern wie die Sprache treten auch Frank Miller und seine Mitstreiter auf. Dadurch bleiben sie allesamt sehr blass. Selbst zu Protagonist Frank lässt sich nur schwerlich eine emotionale Verbindung herstellen. Und auch die Beziehung zwischen ihm und seiner Angebeteten vermittelt sich kaum. Es entsteht der Eindruck als seien alle anderen Romanbausteine der sehr interessanten Grundidee untergeordnet worden.

    Siegfried Langers Debütroman „Alles bleibt anders“ glänzt mit einer berückenden Grundidee, unvorhersehbaren Wendungen und spannenden Fragen zu parallelen Welten, Zeitreisen und der Veränderbarkeit von Geschichte. Leider beweist der Roman jedoch, dass diese Themen für ein Debüt eine zu große Aufgabe sind.
  3. Cover des Buches Batman: The Dark Knight Returns (ISBN: 9781563893421)
    Frank Miller

    Batman: The Dark Knight Returns

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    "Batman: The Dark Knight returns" erzählt vom gealterten Bruce Wayne, der sich müde und doch voller Enthusiasmus wieder auf Verbrecherjagd macht. Doch beschränkt sich die Geschichte nicht auf das Böse im Mikrokosmos Gotham City, sondern weitet sich global aus, bis eine Atombombe explodiert, die sogar fast den unbesiegbaren Superman (ja, der kommt auch vor) zur Strecke bringt. So erhält die Geschichte eine gruselige Allgemeingültigkeit, abstrahiert sich zu einer Abhandlung über Supermächte und ihre Waffen – und darin immer wieder Batman und seine Dämonen … ist er überhaupt noch der Gute? Wahnsinnig eindringlich ist das, packend, komplex mit Montagen verschiedener Schauplätze erzählt. Die Ellipse, das Ungesagte ist es, was einen Graphic Novel so stark macht. Ein Wort genügt, um eine ganze Wucht an Wirkung zu hinterlassen. Fragen bleiben offen und das ist gut so.
  4. Cover des Buches Sin City 1: Stadt ohne Gnade (ISBN: 9783864255137)
    Frank Miller

    Sin City 1: Stadt ohne Gnade

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Eltragalibros
    Inhalt:

    Ein Mord in der dunkelsten Nacht. Ein Mann, der Nichts mehr zu verlieren hat, und eine Stadt, in der Hoffnung nur ein Traum ist. Marv wacht neben der toten Goldie auf und schwört Rache. Auf der Suche nach dem noch unbekannten Mörder gerät er ins Visier einer Verbrecherbande, dessen Anführer ganz oben auf der Liste der Mächtigsten in Basin City steht und Marv weiß, egal ob er verliert oder gewinnt, er wird dabei sterben …

    Meinung:

    Er gehört zu den amerikanischen Ikonen der Comicindustrie unserer Zeit. Frank Miller hat nicht nur für die großen Verlage Marvel und Dark Horse Comics gezeichnet, sondern ist seinen eigenen Vorstellungen treu geblieben und hat damit die Comicszene der klassischen „Superhelden“-Comics revolutioniert und hard-boild Krimis in das zeichnerische Genre des Graphic Novel gebracht. Aber nicht nur für seine Sin City Reihe ist er bekannt, von der es bereits einen Kinofilm gibt und ein weiterer für nächstes Jahr geplant ist, sondern auch für seine Arbeiten zu Daredevil und seiner Erfindung, der Figur Elektra, die ebenfalls beide verfilmt wurden.

    Stadt ohne Gnade beschreibt sehr treffend den Schauplatz von Millers hard-boild Noir Reihe, Basin City. Ein Ort, an dem schon lange nicht mehr die Gerechtigkeit des Gesetzes herrscht. Polizisten lassen sich kaufen, Senatoren sind korrupt und die Herrschaft in der Stadt haben die dunkelsten Typen übernommen, die vor Mord und Folter nicht zurückschrecken.

    Mitten unter ihnen lebt Marv. Ein ehemaliger Sträfling, der sich von einer Kneipe zur anderen schleppt und sein Leben in Alkohol ertränkt. In einer Nacht scheint sein ganzes Glück zu stecken, als er Goldie kennenlernt. Eine Frau, wie ein Engel, und obwohl Marv nicht verstehen kann, wie sich dieses wunderschöne Wesen auf ihn einlassen kann, lässt er es geschehen. Am nächsten Tag ist Goldie tot und Marv wird als ihr Mörder gesucht.

    Obwohl er sie nur eine Nacht kannte, hat ihm Goldie so viel gegeben, dass er ihren Tod nicht einfach hinnehmen kann. Er weiß nun, weshalb er lebt und will ihren Mörder finden. Dabei gerät er in die tiefsten Machenschaften von Basin Citys grausamsten Verbrechern. Eine Spur aus brutalen Morden hinterlässt Marv auf seiner Suche, denn er ist kein Held, sondern ein Antiheld. Er hat Ängste und er zittert am ganzen Körper, wenn er daran denkt, gegen wen er sich stellen muss, um Goldies Tod zu rächen. Und doch ist er gnadenlos in dem, was er tut, auch wenn er dabei nicht jeden retten kann und sogar einen Freund ins Verderben stürzt.

    Anfangs hat mir Millers Zeichenstil überhaupt nicht zugesagt, da er viel verschleiert und wenig ausschmückt. Doch die Stories, die er entwirft (ich habe auch schon Band 2 der Reihe gelesen), sind starke Stories mit starken Figuren, die durch ihre Schwächen (und Stärken) zu Spielbällen einer Welt werden, in der die Gerechtigkeit aufgehört hat, zu existieren und das Recht des Stärkeren zählt. Keiner von ihnen ist ein glänzender Held oder einfach nur „gut“. Miller zeigt wie Gut und Böse sich miteinander vereinigen. Er schafft mitleiderregende Figuren, die aber ebenso willensstark, krankhaft und verrückt sein können.

    Diese und die besondere Erzählerstimme – eine bedrückende und düster-nostalgische Stimme – werden durch Millers Zeichnungen verstärkt. Sie zeigen nicht jedes grausame Detail, nicht jeden Blutspritzer und spiegeln gerade deshalb die Welt von Basin City grandios wider.

    Fazit:

    Sin City ist mit seinem Schwarz-Weiß-Stil nicht nur visuell eine Besonderheit, sondern auch Millers düstere Storyline berührt. Mit seinem teilweise nüchternen und endgültig anmutenden Erzählstil macht er aus Basin City, einem Ort an dem Gewalt, Verbrechen und Skrupellosigkeit herrschen, einen Handlungsort, der einen völlig gefangen nimmt in seiner Hoffnungslosigkeit und der Gefangenheit der Figuren, die in ihren Entscheidungen und Handlungen eingeschränkt sind.

  5. Cover des Buches Daredevil (ISBN: 9783899215410)
    Bill Everett

    Daredevil

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Das Buch beinhaltet die Erstausgabe mit der ersten Daredevil-Geschichte ever von 1964, das Zusammentreffen und die Romanze mit der schönen Griechin und Botschaftstochter Elektra (von Frank Miller!) sowie die Adaption zu dem Kinofilm mit Ben Affleck in der Hauptrolle. Daredevils Werdegang weicht in Story 1 und 3 voneinander ab (sein Vater, die Erblindung), aber es wird ein hochspannender neuer Superheld präsentiert, auch wenn die Sinnesschärfung durch radioaktives Material schon sehr weit hergeholt ist (dan einmal für mich auch bitte!). Die Verfilmung fand ich damals mittelmäßig (bin rausgegangen), aber dieser gedruckte Dardevil rockt!
  6. Cover des Buches Die Philosophie bei Batman (ISBN: 9783527659432)
    William Irwin

    Die Philosophie bei Batman

     (3)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint
    Die Philosophie ist eine Wissenschaft, die sich von anderen Wissenschaften dadurch unterscheidet, dass sie sich nicht auf ein spezielles Gebiet oder eine bestimmte Methodologie begrenzt, sondern durch die Art ihrer Fragestellungen und ihre besondere Herangehensweise an ihre vielfältigen Gegenstandsbereiche charakterisiert. Und so fasziniert dieses Buch durch die verschiedenen Sicht- und Interpretationsweisen der Autoren anhand von Immanuel Kant, Aristoteles, Friedrich Nietzsche oder Martin Heidegger auf die Welt des Batman und seiner engen Vertrauten Robin und Alfred, den Butler. Die Autoren konzentrieren sich bei ihren Analysen auf den Zeitraum von Frank Miller's "Die Rückkehr des Dunklen Ritters" und "Batman: Das erste Jahr". Mit den in der Tat brillanten Nolan-Batman-Verfilmungen hat dieses Buch, welches wohl im Zuge des Batman-Hypes nun in deutsch aufgelegt wurde (2008 erschien bereits die englische Ausgabe), nichts zu tun. Die Beiträge der 18 durchaus auf dem Gebiet der Philosophie tätigen Autoren sind interessant zu lesen aber mitunter trocken, "fachsimplerisch" (da lernt man von Utilitarismus, Dualismus, Wertephilosophie oder was ein Aristoteliker ist) und auch nur den Eindruck unterstützend, dass ein Philosoph in der Tat jedes Thema "zu Tode betrachten" kann. Großes Lesevergnügen bieten lediglich Ron Novy's "Wie ist es, Batman zu sein?" (Kapitel 10) und "Das Tao der Fledermaus"... in dem "Interview" des Autoren Mark D. White mit Batotse (!) gibt es amüsante und originelle Einsichten zu Alfred Pennyworth und Bruce Wayne, Batman & Co gewürzt mit Weisheiten des Laotse und des Zhuangzi. Nett zu lesen für Menschen mit ausgeprägtem Hang zur Philosophie aber sonst...
  7. Cover des Buches Frank Miller: Wolverine (ISBN: 9783866071704)
    Frank Miller

    Frank Miller: Wolverine

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Draco_Tenebris
    Einfach nur noch toll! Noch nie habe ich so ein großartiges, angenehm zu lesendes Comic in der Hand gehabt! Und wenn es erst von Frank Miller ist, soll das schon mal was heißen! In dieser Ausgabe kämpft sich Wolverine alias James Logan Howlett durch das Japan der gegenwärtigen Zeit. Erzählt wird von seinen Liebschaften, seinen Gefühlen und seinen Kämpfen. Man erfährt, dass der große starke Wolverine nicht nur ein Kerl mit animalischen Instinkten, sondern auch ein Wesen mit Emotionen ist. Aber nicht nur die Frauen machen ihm das Leben schwer, sondern auch eine ganze Reihe von japanischen Kämpfern, die ihn aus dem Weg räumen sollen. Doch Wolverine ist dank eines unglaublich starken Metalls beinahe unbesiegbar.. Mich persönlich hat das Comic wahnsinnig überzeugt. Neben Arbeiten von Frank Miller findet man auch zum Schluss Geschichten von Stan Lee. Aber egal welchen Weg Wolverine geht: er ist und bleibt einfach mein liebster Comicheld, egal von wem er gezeichnet wird...
  8. Cover des Buches Mephisto in Onyx (ISBN: 9783442081356)
    Harlan Ellison

    Mephisto in Onyx

     (8)
    Aktuelle Rezension von: thelexxx
    So oberflächlich es auch klingen mag; manche Bücher strahlen schon allein anhand ihres Titels und ihrer Aufmachung eine gewisse Anziehungskraft aus - genau wie andere dadurch abzuschrecken vermögen. Die Novelle „Mephisto in Onyx“ ist gehüllt in ein Cover des renommierten Comiczeichners Frank Miller, welcher spätestens durch die Adaptionen seiner Comics „Sin City“ und „300“ auch einem breiten Publikum, jenseits aller Geek-Conevntions, ein Begriff sein dürfte. Was den Autor hingegen betrifft, meint man es (zumindest im deutschen Raum) mit einem nahezu unbeschriebenen Blatt zu tun zu haben. Das dies jedoch ein Trugschluss ist, offenbart ein kurzer Blick auf die unglaublich breitgefächerte Liste von Erzeugnissen, welche der 1934 geborene Harlan Ellison der Welt hinterlassen wird. Neben unzähligen Short-Stories, ein paar Drehbüchern, Sachbüchern, Novellen, Romanen, Comics und Hörspielen, gilt es wohl zu erwähnen, dass Ellison u. A. für einige Episoden der erfolgreichen Serienformate „Star Trek: Raumschiff Enterprise“, „The Outer Limits“ und natürlich „The Twilight Zone“ verantwortlich war. Wem nun die beiden letztgenannten Formate noch etwas sagen, der weiß wohlmöglich schon wo die Reise mit „Mephisto in Onyx“ hingeht. --- Ellison erzählt die Geschichte des Rudy Pairis, welcher bereits in seiner Kindheit entdeckte, dass er mit der zweifelhaften Gabe gesegnet ist, die Gedanken seiner Mitmenschen lesen und lenken zu können. Entgegen der ersten Vermutung, stellt dies für ihn nun keinen unbedingten Vorteil, kein Glück und keinen Segen dar; er verflucht seine Gabe, ist geplagt von Schuldgefühlen, da er partout kein Spanner, kein Voyeur sein will. Noch dazu gäbe es kaum einen Menschen, dessen Gedanken so rein wären, dass man, nach dem man in seine Gedankenlandschaft eingedrungen ist, nicht erst einmal geplagt von Depression und Ekel untertauchen müsse – eine interessante Sichtweise. Die Gabe durchzieht und beeinflusst Pairis gesamtes Leben und macht somit auch Bindungen zu anderen Menschen nahezu unmöglich; die einen wenden sich von ihm ab, die anderen versuchen sogar ihn zu töten. Die Einzige, zu der Pairis eine Art Freundschaft pflegt, ist die Staatsanwältin Allison Roche. Beide sind nicht nur verbunden durch eine lange platonische Beziehung, sondern auch durch einen freundschaftlichen One-Night-Stand (!) vor Jahren, der wie eine unsichtbare Mauer des Schweigens zwischen den Freunden zu stehen scheint. Roche, die gerade – nach dreijähriger Ermittlung – den Serienkiller Henry Lake Spanning in den Todestrakt gebracht hat, bittet ihren Freund um einen überraschenden Gefallen: Rudy Pairis soll Spanning im Todestrakt einen Besuch abstatten, seine Gedankenwelt ergründen und so die Frage klären, ob der bestialische Mörder wirklich schuldig sei. --- Allison Roche ist auf einmal nämlich nicht nur von der Unschuld Spannings überzeugt, sondern hat sich noch dazu in selbigen verliebt – und das nur vier Tage vor dessen Hinrichtung. Widerwillig gibt Pairis dem Gesuch seiner Freundin nach, um sich kurz darauf auf den Weg ins Gefängnis zu machen. --- Dass dem Leser nun die ein- oder andere überraschende Wendung bevorsteht, ist bei einem Autor einschlägiger Formate wie „Outer Limits“ ja zu erwarten, wie sich das ganze hier jedoch gestaltet, ist bemerkenswert unterhaltsam. Die rasante Novelle nimmt mit ansteigender Seitenzahl auch mehr und mehr Fahrt auf, stößt nicht nur den Leser vor den Kopf, sondern reißt auch alles bisher Erzählte einfach wieder ein und gewinnt somit immer mehr an Tiefe. Neben der Story, gilt es außerdem die Dialoge Ellisons hervorzuheben, die sich mit ihrem zynischen Straßen-Charme keineswegs in den dunklen Gassen moralisch-verfallener Großstädte zu verstecken brauchen. Wem die Monologe Rorschachs oder Detective Hartigans auf Celluloid gefallen haben, der wird hier zweifelsfrei ebenfalls auf seine Kosten kommen. Eine wilde Geschichte voller Dreck und menschlicher Abgründe, die kurzlebig und mit einem überaschenden Ende versehen, ein bis anderthalb Stunden gute Unterhaltung bietet. --- Auch zu lesen auf: buchpiraten.blogspot.de
  9. Cover des Buches Die Jagd (ISBN: 9783551746139)
    Frank Miller

    Die Jagd

     (2)
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