Bücher mit dem Tag "frankenreich"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "frankenreich" gekennzeichnet haben.

28 Bücher

  1. Cover des Buches Der erste König (ISBN: 9783442488520)
    Sabrina Qunaj

    Der erste König

     (35)
    Aktuelle Rezension von: AMCLiest

    Im 8. Jahrhundert wird in Britannien der angelsächsische Krieger Offa wider Willen zum Herrscher gekrönt, nachdem der letzte König ermordet wurde. Ihm zur Seite stehen eine Handvoll Getreuer, die mit ihm kämpfen und ihn beraten. Sein Weg zu einem geradlinigen strengen König ist von vielen oft schweren Entscheidungen geprägt und macht ihn zu einem harten Menschen.

    Verkompliziert wird sein Leben mit dem Auftreten der schönen Drida. Aufgewachsen am fränkischen Königshof wird sie von Karl dem Großen zum Tode verurteilt, indem sie in einem Boot auf dem Meer ausgesetzt wird. Wider Erwarten überlebt sie und landet in Wales.

    Das Zusammentreffen dieser beiden starken Charaktere unterschiedlicher Kulturen und die Konflikte zwischen Liebe, Freundschaft und Loyalität werden von Sabrina Qunaj einfühlsam und psychologisch nachvollziehbar erzählt. Auch der Rivalität zwischen Karl dem Großen und seinem Bruder Karlmann wird ausgiebig und durchaus authentisch Raum geschenkt, sodass man ein vollkommen anderes Bild von Karl dem Großen als Menschen bekommt. Mit ebenso großer Anteilnahme werden die fiktiven Figuren, wie zum Beispiel Hilda, als auch die Lebensumstände im Frühmittelalter, dargestellt, sodass sich ein dichtes Bild ergibt. Abgerundet wird dies durch ein ausführliches Personenverzeichnis, Landkarten sowie Stammbäume und einem fundierten Nachwort der Autorin.

    Sabrina Qunaj schreibt flüssig und spannend über zwei relativ unbekannte historische Figuren und die wenigen Fakten lassen ihr genügend Handlungsspielraum, einen schönen stimmigen Roman zu gestalten. Mit Offa und Drida werden zwei Persönlichkeiten geschaffen, die sich bis zum Schluss glaubhaft miteinander weiterentwickeln.

    Daher klare Leseempfehlung für LiebhaberInnen historischer Romane!

  2. Cover des Buches Die Päpstin (ISBN: 9783352009518)
    Donna W. Cross

    Die Päpstin

     (4.361)
    Aktuelle Rezension von: DallingerAlois

    Ein toller Schreibstil, kurzweilig und abwechslungsreich. Das Leben der Johanna, geleitet vom Wissensdrang um ihrer Bestimmung zu folgen. Sie lässt sich durch nichts und niemand davon abbringen und wagt es, zu diesem Zeitpunkt Mädchen vorenthaltene Bildung, in sich aufkeimen zu lassen. Lernt Lesen, Schreiben und Rechnen, und wagt es, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen. 

    Ein Tipp: auch das Musical dazu ist sehr empfehlenswert.... 

  3. Cover des Buches Deutsche Geschichte (ISBN: 9783407755247)
    Manfred Mai

    Deutsche Geschichte

     (16)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Mir hat das Buch gut gefallen und empfehle es gerne weiter. Ist spannend und gut geschrieben. Als Auffrischung wirklich gut. Manches hätte noch ausführlicher sein können. 

  4. Cover des Buches Krieger des Nordens (ISBN: 9783734101892)
    Jonas Herlin

    Krieger des Nordens

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    „Krieger des Nordens“ von Jonas Herlin erbat ich beim Bloggerportal von Random House, weil ich noch immer die Mission verfolge, endlich meine Nische im Genre der historischen Romane zu finden. Aktuell versuche ich es mit Wikingergeschichten, die meinen generellen Lesevorlieben theoretisch entgegenkommen sollten. Im November 2015 hatte ich mich bereits an „Götter der Rache“ von Giles Kristian herangewagt, war aber leider nur mäßig begeistert. Ich erhoffte mir von „Krieger des Nordens“ den großen Knall, der bei Kristians Trilogieauftakt für mich ausblieb.

    Der Raubzug der Nordmänner ins Fränkische Reich versprach, ein voller Erfolg zu werden. Getragen von den Wassern des mächtigen Rheins gelang es den Wikingern, die heikle politische Situation zwischen den drei Enkeln Karls des Großen auszunutzen und bis nach Xanten vorzudringen. Von Gier getrieben segelte Grimr Schädelspalter mit 700 Kämpfern und seinen Söhnen Thorbrand und Olav weiter flussaufwärts. Hier, auf einer Flussinsel mitten im Frankenreich, wendet sich das Blatt. Was als siegreiche Eroberung einer wehrlosen Stadt beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Desaster. Als Grimr einer schweren Verletzung erliegt und Thorbrand für seinen Jähzorn verbannt wird, obliegt es Olav, die Verteidigung gegen die Franken anzuführen, die die Plünderung ihrer Ländereien nicht länger tatenlos hinnehmen. Die Nordmänner sind rettungslos unterlegen, die Lage ist aussichtslos. Doch kein Wikinger würde jemals kneifen, wenn es gilt, für Beute und die Leben seiner Kameraden zu kämpfen. Blut tränkt die Ufer des Rheins. Werden die Krieger des Nordens als reiche Männer in ihre Heimat zurückkehren oder dem Tod die Hand reichen?

    So viel zu dem erhofften großen Knall. Ihr seht mich mit weit heruntergezogenen Mundwinkeln und einem tiefen Stirnrunzeln vor dem Laptop sitzen. Meine Güte, war dieses Buch furchtbar. Ich fand es grauenvoll. Wenn Jonas Herlin gern Geschichtsunterricht geben möchte, soll er das tun. Aber bitte, bitte, bitte, er soll nie wieder ein Buch wie „Krieger des Nordens“ verfassen. Ich finde keine Worte, um auszudrücken, wie sehr ich mich gelangweilt habe. Es war so… so… dröge. Mein Hirn wollte sich ständig ausschalten und sich angenehmeren Gedanken hingeben, wie der Frage, wann der nächste Abwasch fällig ist oder ob ich für die Staubfluse in der Ecke extra den Staubsauger rausholen sollte. Ich konnte mich nur mit Mühe über die Seiten quälen und habe mich zwingen müssen, am Ball zu bleiben, um dieses literarische Pendant einer Schlaftablette endlich beenden zu können. Ich hatte das Gefühl, Herlin wollte mir unbedingt ganz viel beibringen, was auch funktionierte, aber die Geschichte, die all die Informationen seiner umfangreichen Recherche transportieren sollte, überzeugte mich leider überhaupt nicht, weil sie hinter den zahllosen Fakten nahezu verschwindet und Herlin meiner Meinung nach einfach kein schriftstellerisches Talent besitzt. Da ist kein Gespür für Atmosphäre, kaum inhaltliche Variabilität, kein durchdacht konstruierter Spannungsbogen. Stattdessen kenne ich jetzt wohl jeden der 700 Nordmänner mit Namen. Die Art und Weise, wie Herlin Charaktere etabliert, ist die seltsamste, die mir je untergekommen ist. Wann immer eine Figur mit einer Sprechrolle starb, war er offenbar der Meinung, sie ersetzen zu müssen, damit stets jemand vorhanden ist, der überflüssige Kommentare abgeben und mit anderen Worten wiederholen kann, was bereits dreimal gesagt wurde. Es ist übrigens ganz wichtig, dass die Schiffe auf die Insel gebracht werden, damit die Franken sie nicht zerstören, klar?! Er stellte mir am laufenden Band neue Persönlichkeiten vor, samt Kurzbiografie. Es waren viel zu viele, oberflächliche Figuren, die kaum erkennbaren Wert für die Handlung hatten. Ich kapiere einfach nicht, was das sollte. Wenn man eine Geschichte schreibt, die auf einen blutigen Belagerungskampf hinausläuft, sterben auf beiden Seiten zwangsläufig einige Akteure. Sonst wäre die Belagerung ja kaum blutig, oder? Ein cleverer Autor lässt Figuren, die für die Handlung unverzichtbar sind, allerdings erst dann sterben, wenn er sie nicht mehr braucht, keine Sekunde früher, damit er ihre Rollen eben nicht erneut ausfüllen muss und nicht jegliche Bindung, die die Leser_innen bis dahin aufgebaut haben, zerstört wird. Irgendjemand sollte das Jonas Herlin wohl mal sagen.
    Dann haben wir da noch das Motiv der entzweiten Brüder. Thorbrand und Olav. Die beiden sind so gegensätzlich, dass sie schon wieder stereotyp sind. Ich weiß eigentlich nicht so recht, was mir Herlin durch ihre Schicksale mitteilen wollte. Vermutlich ging es abermals darum, möglichst viel historisches Wissen in das Buch zu quetschen, da Thorbrand in seiner Verbannung an der Seite eines Mönches durch das Fränkische Reich reist und die zeitgenössische Politik kennenlernt, während Olav als Anführer der Wikinger Einblicke in ihre Kultur gewährt. In der Theorie nett, in der Praxis jedoch unzusammenhängend und zu viel Input. Außerdem empfand ich es als unvorteilhaft, dass ich den beiden dadurch stets ein Stück voraus war. Es kam keine Spannung auf, kein Hoffen und Bangen, ob die Nordmänner es nun nach Hause schaffen oder nicht. Ich wusste einfach zu viel.

    „Krieger des Nordens“ war in jeglicher Hinsicht ein Fehlschlag. Es ist ein quälend fantasieloses Buch, trocken und zermürbend, die längste Geschichtsstunde aller Zeiten. Ich glaube nicht, dass ich Jonas Herlin jemals wieder eine Chance gebe. Dazu war diese Lektüre wirklich zu traumatisierend.
    Meine Experimente mit Wikingerromanen werde ich an dieser Stelle allerdings noch nicht abbrechen. Einmal werde ich es noch wagen, geht dieser Versuch auch wieder schief, orientiere ich mich neu. Ich begebe mich vertrauensvoll in Hände eines echten Nordmannes, der dann hoffentlich weiß, wovon er schreibt und sein Werk nicht als Zwangsgeschichtsunterricht missbraucht: Snorri Kristjansson.

    Vielen Dank an das Bloggerportal von Random House für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars im Austausch für eine ehrliche Rezension!

  5. Cover des Buches Bevor es Deutschland gab (ISBN: 9783404641888)
    Reinhard Schmoeckel

    Bevor es Deutschland gab

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Saralonde
    Wie auch in “Die Indoeuropäer” erzählt Reinhard Schmoeckel uns in diesem Buch von der europäischen Frühgeschichte, indem er an den Anfang jeden Kapitels eine fiktive Episode setzt, gefolgt von dem jeweiligen Bericht über unseren Kenntnisstand. Hierdurch wird Geschichte besonders anschaulich und spannend. Es geht um die Entstehung von Deutschland im ersten Jahrtausend nach Christus. Die Texte sind ganz besonders gut recherchiert und bieten so manche Theorie, die die meisten, auch mich, in Staunen versetzen wird. Beispiele: Litt Siegfried an Ichthyosis und war das die Erklärung für seine “Panzerhaut”? oder ”War der vermeintliche Attila der Hunne aus dem Nibelungenlied nicht viel mehr Attala, der Häuptling des germanischen Volkes der Hunen (sehr plausibel!)? Da ich ja aus dem Bereich der Sprach- und Übersetzungswissenschaft komme, fand ich die Beispiele für frühe germanische Sprachen besonders spannend, so konnte ich ein Beispiel für die altsächsische Sprache deutlich besser verstehen als ich in der Regel Alt- oder Mittelhochdeutsch verstehe, da es dem Englischen erstaunlich nahe war. So fand sich darin etwa ”forsaco”, ein Wort, das in unserer hochdeutschen Sprache nicht mehr vorhanden ist, aber jeder, der der englischen Sprache mächtig ist, erkennt dahinter das heutige englische Wort “forsake”.Das Einzige, das mir an diesem Buch Probleme bereitet hat, ist die schiere Informationsfülle auf den 900 Seiten, die wohl auch schuld daran war, das ich so lange für dieses Buch gebraucht habe. Man kann einfach nach 50 Seiten nicht mehr viel mehr aufnehmen. Doch gleichzeitig zeigt dies, wie umfassend dieses Buch informiert. Ich kenne persönlich kein Buch, das unterhaltsamer und aufschlussreicher von der Entstehung unseres Landes berichtet. Daher gebe ich diesem Punkt die vollen 5 Sterne, die es verdient.
  6. Cover des Buches Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser (ISBN: 9783832196530)
    Ernst H. Gombrich

    Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser

     (16)
    Aktuelle Rezension von: sKnaerzle

    Ein wirklich schneller Durchgang durch die Weltgeschichte. Gombrich trifft dabei den Ton "Kinder, ich erzähl euch was!" und wählt aus der Masse des Stoffes nicht nur die Haupt- und Staatsaktionen aus, sondern berichtet gern über Philosophen und Religionsstifter.

    Dabei bemüht sich Gombrich auch um eine faire Beurteilungen, was im meist gut, aber in der Zeitgeschichte eher weniger gelingt.



  7. Cover des Buches Karl der Große (ISBN: 9783492306126)
    Stefan Weinfurter

    Karl der Große

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Andreas_Oberender

    Noch ein Buch über Karl den Großen? Erst vor zwei Monaten ist Johannes Frieds Biographie des Frankenkönigs und Kaisers erschienen. Im Vorfeld des nahenden Jubiläums - Karls des Großen Todestag jährt sich im Januar 2014 zum tausendzweihundertsten Mal - hat nun auch der Mediävist Stefan Weinfurter, eigentlich ein Experte für hochmittelalterliche Geschichte und die Zeit der Salier, ein Buch über Karl den Großen vorgelegt. Allein schon aufgrund seines schlanken und handlichen Formats ist es eine willkommene Alternative zu den sehr viel umfangreicheren Darstellungen von Dieter Hägermann und Johannes Fried.

    Weinfurters Buch bietet wenig Überraschendes. Es fasst knapp und mit dem Blick für das Wesentliche zusammen, was sich anhand der begrenzten Quellen über Persönlichkeit und Herrschaft Karls des Großen sagen lässt. Auch Weinfurter sieht in der Zeit Karls des Großen eine Schlüsselepoche, eine Zäsur in der Geschichte des Mittelalters. Nicht die Ausdehnung des Frankenreiches erwies sich als Karls bleibende und fortwirkende Leistung, sondern der von ihm geförderte Aufschwung des Geisteslebens und der Wissenschaften. Mit der sogenannten Karolingischen Renaissance, die eine lange Phase kulturellen Verfalls im lateinischen Europa beendete, leisteten Karl der Große und die Gelehrten an seinem Hof einen kaum zu überschätzenden Beitrag zur Wiederaneignung, Bewahrung und Weitergabe antiken Wissens und antiker Literatur. Ohne diese Karolingische Renaissance wäre die Verbindung Europas zum geistigen Erbe der Antike vielleicht vollständig abgerissen.

    Wie andere Autoren betont auch Weinfurter, dass die von Karl und seinem Umfeld ausgehenden Bildungsreformen kein Selbstzweck waren, sondern in erster Linie dazu dienten, das religiöse Leben auf eine solide intellektuelle Grundlage zu stellen. Karl war ein dezidiert christlicher Herrscher, der sich den Schutz der Kirche sowie die Pflege, Vertiefung und Ausbreitung des christlichen Glaubens auf seine Fahne geschrieben hatte. Der dreißigjährige Unterwerfungskrieg gegen die Sachsen hatte zweierlei Ziele: Ausdehnung des Reiches und Bekehrung eines bislang heidnischen Volkes. Weinfurter macht keinen Hehl daraus, dass Karl ein gewalttätiger Herrscher war, ein Mann, der dem Geist seiner Zeit entsprechend Gewaltanwendung im Dienst Gottes und des christlichen Glaubens als legitim und notwendig erachtete. Weinfurter ist jedoch weit davon entfernt, Karl als "Sachsenschlächter" zu verurteilen. Stattdessen plädiert er dafür, den Frankenkönig an den Normen und Wertvorstellungen seiner eigenen Zeit zu messen. Geist, Glaube und Gewalt ließen sich damals in einer Weise miteinander verbinden, die uns heute befremdet.

    Geleitet vom Bestreben, Karl aus seiner eigenen Zeit und Kultur heraus zu verstehen, zeichnet Weinfurter ein in sich schlüssiges und überzeugendes Bild seines Protagonisten, auch wenn der relative Mangel an Quellen einer Annäherung an Karl und seine Persönlichkeit von vornherein Grenzen setzt. Was Karls Größe, von der schon die Zeitgenossen sprachen, ausmachte, wird immer zu einem Gutteil rätselhaft bleiben. Der Mensch Karl ist für uns im Grunde kaum zu fassen, ein Dilemma, mit dem jeder Historiker leben muß, der sich mit den Herrschern des Früh- und Hochmittelalters auseinandersetzt. Weinfurter setzt gleichwohl eigene Akzente, die sein Buch von anderen Karlsbiographien abheben. Er vertritt die These, der Kirchenvater Augustinus habe mit seinem Werk vom "Gottesstaat" ("De civitate dei") Karls Herrschaft als König und Kaiser nachhaltig beeinflusst. Augustinus als Ideengeber Karls des Großen? Fachleute werden dieses Diskussionsangebot vielleicht interessiert aufgreifen, während Laien damit sicher wenig anfangen können. Gerade an diesem Punkt zeigt sich, dass ein gewisses Maß an Vorwissen bei der Lektüre des Buches hilfreich ist.

    Weinfurter behandelt alle Aspekte, die in einer Biographie Karls des Großen vorkommen müssen. Im Zentrum der Darstellung stehen erwartungsgemäß die Herrschaftspraxis des Königs und Kaisers, seine Kriege, seine Beziehungen zum Papsttum. Was die Annahme des Kaisertitels im Jahre 800 angeht, so hält sich Weinfurter an den Konsens der heutigen Forschung: Karls immense Machtfülle, die im lateinischen Europa ihresgleichen suchte, sollte endlich mit einem passenden Titel versehen werden, und dafür kam nur der Kaisertitel in Frage. Das fränkische Reich brach schon wenige Jahrzehnte nach Karls Tod auseinander. Das im Dezember 800 wiederbegründete westliche Kaisertum hingegen bestand für ein ganzes Jahrtausend. Karl der Große kann heute nicht mehr ohne Weiteres als "Vater" oder "Baumeister Europas" bezeichnet werden. Versuche, West-, Mittel- und Südeuropa in einem Großreich zu vereinen, sind seit den Zeiten Karls des Großen immer wieder gescheitert. Insofern ist das Karolingerreich kein Modell oder Vorbild für eine europäische Ordnung. Dass Karl der Große dennoch einen Platz in unserem historischen Gedächtnis besitzt, verdankt er seiner Bedeutung als Impulsgeber für die Rückbesinnung auf das kulturelle Erbe der Antike und als Erneuerer des westlichen Kaisertums, einer Institution, die die europäische und deutsche Geschichte für Jahrhunderte prägte. Diese Leistungen finden in Stefan Weinfurters gut lesbarem Buch ihre verdiente Würdigung. 

    (Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im November 2013 bei Amazon gepostet)

  8. Cover des Buches Historischer Atlas Deutschland (ISBN: 9783850331951)
    Manfred Scheuch

    Historischer Atlas Deutschland

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  9. Cover des Buches Vita Karoli Magni /Das Leben Karls des Grossen (ISBN: 9783150019962)
    Einhard

    Vita Karoli Magni /Das Leben Karls des Grossen

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Biographien, zumal wenn sie im Original in Latein geschrieben sind, stellen für den Leser meist ein Hindernis dar, verleiden so manchem die Leselust und die Freude am Unbekannten. Aber es gibt ja schon seit längerem zweisprachige Ausgaben, die eine Brücke schlagen. So auch in diesem Falle, wobei der Text immer wieder neu entdeckt und erarbeitet werden will.
    Es handelt sich dabei um eine Biographie Karl d. Großen (747/48 bis 814), verfaßt von Einhard, dem Leiter seiner „Hofschule“. Diese „Schule“ war, entgegen heutiger Vorstellungen die wir mit diesem Begriff verbinden, kurz gesagt, der geistige Mittelpunkt des Aachener Kaiserhofes. Sie umfaßte die gelehrtesten Männer ihrer Zeit, die Karl dort zusammengezogen hatte, um das durchsetzen zu können, was wir heute als „karolingische Renaissance“ bezeichnen, eine Reform in Bereichen der Bildung, der Schrift, der Architektur, des Ackerbaus und anderer Bereiche des täglichen Lebens.
    Einhard schildert hier, geschult an antiken Vorbildern wie beispielsweise dem römischen Kaiserbiographen Sueton das Leben Karls, wobei man aber entgegen heutiger Lesegewohnheiten keine Darstellung von der Wiege bis zur Totenbahre antrifft, sondern eher eine Abfassung verschiedener Themen, unterteilt in Kapitel. Dabei stellt ein Einhard die Person Karls aber keineswegs als entrückte Gestalt dar, die sich ausschließlich mit Regierungsgeschäften oder militärischen Auseinandersetzungen beschäftigte, sondern bringt ihn auch als Menschen mit seinen typischen Charaktereigenschaften näher. Man darf  aber zu keinem Zeitpunkt vergessen, welche Absichten der Autor mit seiner Darstellung verfolgte, nämlich einerseits ein absolut positives Bild als Herrschergestalt zu zeichnen und ihn andererseits als Vorbild für kommende Könige, gerade für seine Söhne (hier ist besonders Ludwig d. Fromme zu nennen) darzustellen.
    Dennoch ist das kleine Büchlein ein lesenswerter Genuß, auch wenn aus heutiger Sicht argumentiert wird, daß Einhard seinen „Helden“ zu sehr in positivem Licht erscheinen lassen wollte und negative Aspekte konsequent verschwieg. Auf jeden Fall ist die Biographie ein besserer Einstieg in das Thema "Mittelalter", als so mancher Historienroman, der einen meist reißerischen Handlungskosmos seiner Leserschaft vermitteln will.
    Noch ein kleiner Tipp: Wer die Zeit findet, in den hessischen Teil des Odenwaldes zu reisen, der sollte einen kurzen Halt in Michelstadt-Steinbach einplanen, um dort die „Einhard-Basilika“ (erbaut zwischen 824-827) zu besuchen, die der Erzähler von Leben und Wirken des fränkischen Herrschers Karl ursprünglich als Kloster gründete.

     





     

  10. Cover des Buches Karl der Große. Eine Historie. 9., durchges., neubebilderte Aufl. 1978. 336 S. (ISBN 3-7654-1684-3) (ISBN: B0027NR42K)
  11. Cover des Buches Karl der Große (ISBN: 9783406771569)
    Matthias Becher

    Karl der Große

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Trotat

    Nächstes Buch aus der Reihe C.H.Beck Wissen. "Karl der Große" von Matthias Becher.
    *
    Im Gegensatz zum Byzanz-Buch aus dieser Serie hatte ich diesmal nicht da Gefühl, es würde thematisch etwas fehlen. Karls Leben, Herkunft, Nachfolge, politische und religiöse Bedeutung, Lebensweise und seine Taten werden hervorragend zusammengefasst. Dort wo die Quellen fehlen nennt der Autor es auch und er ordnet Quellen auch aufgrund ihrer Glaubwürdigkeit ein. Was will man für ein kleines Grundlagenwerk mehr?

  12. Cover des Buches Der Geliebte der Königsbraut (ISBN: 9783961483532)
    Eva Maaser

    Der Geliebte der Königsbraut

     (37)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010
    Die Kriege 542 n. Chr. zwischen den Gothen und Franken sind unerbittlich, es kann nur zu einem Ende führen, wenn untereinander geheiratet wird.
    Somit kommt es zur Hochzeit zwischen Brunichild, Gothin und dem kriegslustigen Sigibert, Franke. Dessen Brüder & er tragen andauernde Erbstreitigkeiten mit Krieg aus. Chilperich, Sigiberts Bruder will aber nur eins, Brunichild und Sigiberts Land.
    Intrigen werden gesponnen, ein verarmter Landadliger namens Wittiges taucht auf und scheint die Rettung zu sein. Aber er ist jung, muss noch viel lernen, u. a. auch, dass man die Finger von Königin Brunichild lässt.
    Wittiges steigt auf, macht sich Feinde. Die Kreise der Intrigen ziehen sich enger zusammen und Brunichhild gerät in Gefahr.
    Gut geschriebene Geschichtsstory, in der es mir persönlich zuviel um Sex geht. Der Krieg und das Leben damals scheint hier nicht so wichtig zu sein. Gut lesbar.
  13. Cover des Buches Historischer Atlas Deutschland. Vom Frankenreich bis zur Wiedervereinigung. (ISBN: 9783828903586)
  14. Cover des Buches Die Welt der Karolinger (ISBN: 9783150103074)
    Pierre Riche

    Die Welt der Karolinger

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Es gibt selten Bücher, die seit den 1960er Jahren kontinuierlich immer wieder neu aufgelegt werden: das vorliegende Buch ist ein solches. Und das auch nicht ohne Grund. Der Reclam-Verlag hat bereits in den 1980er Jahren eine Reihe sehr guter historischer Überblicksdarstellungen herausgegeben, aus deren Gesamtheit Die Welt der Karolinger stammt. – Pierre Riché, französischer Historiker, hat einen Gesamtüberblick über die Epoche der Karolinger entworfen, die den Anspruch auf Vollständigkeit betont: Er widmet sich in seiner Darstellung nicht nur den klassische Aspekten wie genealogische Herkunft und Machtetablierung der Karolinger, Staatsaufbau und Herrschaftsdenken, sondern er geht weiter: Gegenstand seiner Arbeit sind daher auch die Umwelt des Menschen (Natur, Landwirtschaft), die Entwicklung der Städte, das Klosterleben einschließlich der dazugehörigen unzähligen Klosteranlagen, die Charakteristika der Bevölkerungsgruppen, das Kriegswesen und seine Ausbildung sowie unzähliges mehr. Der Autor bleibt trotz wissenschaftlichem Anspruch sehr gut verständlich; kurze und prägnante Sätze, eine lebendige Sprache. Dem Text sind eine Reihe von s/w-Abb. hinzugegeben. Das Buch ist meiner Meinung nach daher gleichermaßen dem interessierten Laien und dem Wissenschaftler als Leseerlebnis empfohlen.
  15. Cover des Buches Deutsche Geschichte (ISBN: 9781407568584)
    Cornelia Franz

    Deutsche Geschichte

     (3)
    Aktuelle Rezension von: baghs
    Dieses Buch ist mehr für Kinder gedacht. Es erklärt präzise, leicht und anschaulich mit Bildern, den Verlauf der Zeit in den verschiedenen Epochen.
  16. Cover des Buches Karl Martell (ISBN: 9783828976733)
    Thomas R. P. Mielke

    Karl Martell

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Schmetti
    Schönes Buch über den Großvater von Karl dem Großen, der quasi dessen Wegbereiter war. Historische Fakten in eine Romanform gepackt. Lässt die Zeit wieder aufleben. Kann ich Geschichtsinteressierten nur empfehlen.
  17. Cover des Buches Deutsche Geschichte (ISBN: 9783785555798)
    Reinhard Barth

    Deutsche Geschichte

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches Bildung. Alles, was man wissen muß (ISBN: 9783821853772)
    Dietrich Schwanitz

    Bildung. Alles, was man wissen muß

     (18)
    Aktuelle Rezension von: VanessaEden
    Dennoch ist das Buch wunderbar gestaltet, es macht Spaß, darin zu blättern, zu schmökern und ich benutze es immer wieder gerne zum Nachschlagen. Tatsächlich sind die geschichtsträchtigen Dinge, die man zur sogenannten Allgemeinbildung zählt, übersichtlich und bildhaft dargestellt. So bleibt man an dem ein oder anderen Thema hängen, dem man sich mit Hilfe anderer Literatur eingehender widmen kann. 

    Alles in allem ein Buch für jeden Haushalt!
  19. Cover des Buches Deutsche Geschichte für Besserwisser (ISBN: 9783811226364)
    Christa Pöppelmann

    Deutsche Geschichte für Besserwisser

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Meines Erachtens macht das Buch Menschen, die das Ganze ohnehin nicht interessiert, nicht zum Geschichtsfanatiker. Und Geschichtsinteressierte bevorzugen sicher ausführlicherer Abhandlungen. Aber um sich das ein oder andere Thema (wann war doch gleich der 30 jährige Krieg? Was waren denn gleich Teutonen?) ins Gedächtnis zu rufen, ist es meiner Meinung nach gut geeignet.
  20. Cover des Buches Bildatlas der Deutschen Geschichte (ISBN: 9783572012954)

    Bildatlas der Deutschen Geschichte

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    sehr informatives Buch,unkompliziert und interessant geschrieben, darin zu lesen bereitet großes Vergnügen,sehr schön auch die vielen Abbildungen.
  21. Cover des Buches Kleiner Atlas zur deutschen Territorialgeschichte (ISBN: 9783885570967)
  22. Cover des Buches Deutsche Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Band 2 : Von Metternich bis zur Gegenwart (ISBN: 9783893500628)
    Wilhelm Treue

    Deutsche Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Band 2 : Von Metternich bis zur Gegenwart

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Deutsche Geschichte in 2 Bänden : 01. Von den Germanen bis zu Napoleon 02. Von Metternich bis zur Gegenwart Sehr interessantes Werk zur Deutschen Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Weniger für Laien , als für Kenner und Liebhaber deutscher Geschichte geeignet.
  23. Cover des Buches Die Geburt Europas im Mittelalter (ISBN: 9783406671579)
  24. Cover des Buches Geschichte, Von der Antike bis zum 30-jährigen Krieg (ISBN: 9783935891028)

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