Bücher mit dem Tag "frankfurter verlagsanstalt"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "frankfurter verlagsanstalt" gekennzeichnet haben.

7 Bücher

  1. Cover des Buches Das achte Leben (Für Brilka) (ISBN: 9783548289274)
    Nino Haratischwili

    Das achte Leben (Für Brilka)

     (210)
    Aktuelle Rezension von: Maus86

    In diesem beeindruckenden Roman wird die Geschichte der Familie Jaschi beginnend mit Anastasia Jaschi, genannt Stasia, geboren irgendwann um 1900, erzählt. Nach einem einnehmenden Epilog, führt uns das Buch in die 10er Jahre des letzten Jahrhunderts, und wir wohnen der ersten Begegnung zwischen Stasia und deren zukünftigen Ehemann bei. Von da aus geht es stetig weiter mit ihrer Geschichte, der ihrer Schwester Christine, der ihrer Kinder und Enkel und so weiter. Ständiger Begleiter der Protagonisten scheint die Unfähigkeit, gefundenes Glück zu behalten und über dessen Verlust hinwegzukommen. Verantwortlich für diesen "Fluch" der Familie, scheint eine Heiße Schokolade zu sein, nach streng geheimen Familienrezept zubereitet. Gleich zu Beginn wird jedoch die Hoffnung benannt, dass Brilka, Stasias Ururenkelin, als erste in der Lage sein könnte, diesem "Familienfluch" zu entgehen. 

    Der stolze 1275 Seiten umfassende Roman bildet im Beispiel der Familie Jaschi die neuere Geschichte Georgiens, vor allem in Verbindung mit Russland, ab. Anhand von vielen Einzelschicksalen werden der Leserin die Folgen von Revolution, politischem Umbruch, Krieg und Stalinismus vor Augen geführt. Dabei geht die Autorin schonungslos und, wie mir scheint, realitätsnah vor. 

    Auf Grund der Länge des Buches, wegen der Tatsache, dass die Protagonisten über ein ganzes Leben lang begleitet werden, aber auch, und vor allem, weil die Autorin eine meisterhafte Figurenzeichnerin ist, wird große Verbundenheit mit den Charakteren erzeugt. Es wird niemand klischiert, eindimensional oder stereotype gezeichnet. Jede einzelne Person hat ihre Licht-und Schattenseiten und jede von ihnen macht eine absolut glaubhafte Entwicklung durch. Diese Kunst, Menschen so tief und gut darzustellen, ist die größte Stärke des Romans, in meinen Augen. 

    An der ein oder anderen Stelle gerät der Plot etwas weit hergeholt und zum Schluss wartet die Autorin mit, für meinen Geschmack, etwas zu viel Pathos auf.

    Insgesamt jedoch ein wunderbares Buch zum völlig Eintauchen, Mitleiden, Verstehen und Lernen. 

  2. Cover des Buches Widerfahrnis (ISBN: 9783627002282)
    Bodo Kirchhoff

    Widerfahrnis

     (92)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Reither hat sich auf seinen Altersruhesitz im Weißbachtal zurückgezogen. Seinen Verlag hat er verkauft, weil er feststellte, „dass es allmählich mehr Schreibende als Lesende gab“ (Seite 10). Noch hat er sich alte Gewohnheiten erhalten: er liebt nach wie vor Bücher, überlegt bei jedem Satz, ob er druckreif ist und spricht dem Rotwein zu. Als er ein Büchlein aus der hauseigenen Bibliothek mitnimmt, wird er von Leonie Palm, der Leiterin des Lesekreises, beobachtet. Da sie es geschrieben hat, wüsste sie gerne sein Urteil. Deshalb besucht sie ihn abends, um für den nächsten Tag einen Termin zu vereinbaren. Doch es kommt anders als gedacht. Zwischen den beiden entwickelt sich ein Gespräch, das sie noch in der Nacht zu einem Ausflug an den Achensee aufbrechen lässt. Der erhoffte Sonnenaufgang ist noch weit und zum Warten darauf ist es zu kalt, also geht die Fahrt weiter. Die beiden kommen sich zögernd näher und das späte Glück scheint zum Greifen nah zu sein.

    Ich habe die beiden gerne auf ihrer Reise über den Brenner und durch Italien begleitet. Ich spürte richtig, wie es nach und nach wärmer wurde und die kalten Tage im Gebirge in den Hintergrund rückten. Die im Alter der Protagonisten ungewohnte Spontanität lud mich zum Träumen ein. Vor allem in der zweiten Hälfte des Buches häuften sich die Überraschungen und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

    Fazit: Kirchhoff ist ein begnadeter Erzähler.

  3. Cover des Buches Dunkelgrün fast schwarz (ISBN: 9783328104841)
    Mareike Fallwickl

    Dunkelgrün fast schwarz

     (252)
    Aktuelle Rezension von: medsidestories

    Inhalt:

    Moritz ist Anfang dreißig, bald wird er zum ersten Mal Vater und übernimmt eine Firma. Seine Heimatstadt in der österreichischen Provinz hat er nie verlassen. Eines Abends klingelt es an Moritz’ Tür und Raffael steht davor. Als Kinder waren sie die allerbesten Freunde. Raffael der laute Draufgänger, Moritz der sensible Künstler. Am Anfang nur sie beide, später dann zu dritt. Johanna heißt das Mädchen, das ihre Freundschaft einst veränderte. 

    Und mittlerweile haben sie sich ein halbes Leben nicht gesehen. Warum kann Moritz nicht sagen. Was Raffael in der Zwischenzeit gemacht hat, weiß er auch nicht. Er weiß nur, dass er vieles von dem, was damals geschehen ist, lieber vergessen will. Das geht jetzt aber nicht mehr.

    Meine Meinung:

    Ich kann es nicht anders sagen: „Dunkelgrün fast schwarz“ ist eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Es ist eines dieser Bücher, die mich neunzig Prozent meiner anderen Bewertungen überdenken lassen, weil es so gut ist, dass die meisten anderen nicht mehr mithalten können.

    Keine Frage: Das Buch ist dunkel und abgründig, wer hier Feel-Good-Vibes und eine melancholisch-anrührende Freundschaftsgeschichte erwartet, der wird enttäuscht werden. Die Charaktere sind keine einfachen Menschen, sondern kompliziert, verdorben, verwundet. Aber sie sind so tief, metertief! Und das Beziehungsgeflecht zwischen ihnen ist unglaublich komplex. Um es ausnahmsweise auf Englisch zu sagen, und weil mir auf Deutsch die Worte fehlen: It blew my mind! Mein Kopf ist explodiert.

    Die Geschichte wirkt so echt, sie ist so mitreißend, dass ich immer noch nicht aufhören kann, an sie zu denken. Ich wollte diese Charaktere treten, in Mülltonnen stecken, sie warnen, ihnen anonyme Weihnachtskarten schreiben, die Polizei anrufen. 

    Die Geschehnisse werden abwechselnd aus den Perspektiven von Moritz, seiner Mutter Marie und Johanna erzählt. Diese springen in ihren Kapiteln zwischen der Gegenwart im Jahr 2017 und der Vergangenheit in den Neunzigern und frühen Zweitausendern hin und her, sodass sich aus dem Mosaik ihrer Erinnerungen und Erfahrungen langsam ein Gesamtbild der Situation zusammensetzt. 

    Die Sprache ist wunderbar, die Art von Sprache, die mir klar macht, warum ich so gerne lese. Weil sie in sich einfach schön ist. Voller Bilder, Metaphern und spannender Stilmittel. Apropos Stilmittel: Da gibt es ein ganz besonderes Stilmittel, eine Art Talent von Moritz, das wirklich herausragend umgesetzt wird, und in meinen Augen sehr gut zum restlichen Vibe des Textes passt. Man merkt außerdem, dass die Autorin ihre Erzählweise an den Charakter der Figuren anpasst. Johanna berichtet ganz anders, als Marie oder Moritz. Allein durch das Geschriebene spürt man, wer sie ist.

    Vielleicht müsste man für „Dunkelgrün fast schwarz“ ein ganz eigenes Genre erfinden, denn ich weiß nicht recht, wo ich es einordnen soll. Ich weiß bloß, dass ich es absolut fehlerlos brillant finde. Ich finde alles daran brillant. Den Anfang, das Ende und das dazwischen. 

    Fazit:
    Ihr könnt euch darauf gefasst machen, dass dieses Buch im nächsten Dezember auf meinem Jahreshighlights-Stapel liegen wird. Bei aller Zuversicht für 2022 kann ich mir nicht vorstellen, dass so viele Bücher kommen können, die dieses aus meinen persönlichen Top-Charts verdrängen können. Ich find’s grandios. 


  4. Cover des Buches Das Licht ist hier viel heller (ISBN: 9783627002640)
    Mareike Fallwickl

    Das Licht ist hier viel heller

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Andrea_Hagemann

    Ein Roman in zwei Perspektiven und einer ganz stereotype Aufstellung: Vater in einer Schaffenskrise, Tochter in schwieriger Erwachsenwerdens-Phase und eine problematische Beziehung untereinander. 

    Doch plötzlich tauchen Briefe einer unbekannten Frau auf und setzen eine Entwicklung in Gange, die nicht mehr stereotyp ist, sondern ungewöhnlich und besonders. Briefe über Liebe und Hass, Wut und Verzweiflung, Zärtlichkeit und Brutalität, und ja auch über sexuellen Missbrauch. Vater und Tochter lesen beide diese Briefe, jeder in seiner Perspektive. Und natürlich nehmen beide die Dinge wahr, die etwas mit ihrem Leben gemeinsam haben. Und bei Beiden ändert sich so einiges in ihrem Leben... 

    Für mich ist es ein Roman, der mich absolut mitgerissen hat. Beide Perspektiven waren spannend und mitfühlend. Ein fesselnder Roman mit Humor und psychologischem Tiefgang. Gedanken, die tiefgründig, vielschichtig und klug sind - und auch sehr aktuell! Themen wie sexuelle Gewalt, soziale Inkompetenz und Zwischenmenschliche Gefühle. 

    Aufwühlend und spannend bis zum Schluss!!!

  5. Cover des Buches Kate Glory Lie (ISBN: 9783627002671)
    Stefan Scheufelen

    Kate Glory Lie

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  6. Cover des Buches Georgien. Eine literarische Reise (ISBN: 9783627002572)
    Fatma Aydemir

    Georgien. Eine literarische Reise

     (3)
    Aktuelle Rezension von: bootedkat

    Ich war in Georgien. Ich bin in Tuschetien und Kachetien auf Berge gestiegen, habe das Stalin Museum in Gori besichtigt und bin über schlechte Straßen Adschariens gefahren. Ich bin durch die Altstadt von Tblissi und durch die Dörfer Swanetiens geschlendert und habe schließlich den Kasbek vor mir aufragen sehen.

    Nun, leider habe ich das alles nicht wirklich erlebt. Die berühmte Reise mit dem Finger auf der Landkarte war diesmal eher eine Reise mit den Gedanken zwischen den Seiten. Und um ehrlich zu sein, bin ich auch nur mitgereist. Eingeladen durch die Textsammlung „Georgien. Eine literarische Reise“ folgt man sechs Autorentandems quer durch Georgien und erfährt dabei so einiges über das Land, die Menschen und die Kultur. Initiiert wurden die Autorenreisen durch das Georgian National Book Center, Unterstützung kam durch das Goethe-Institut Georgien. Sechs deutsche und sechs georgische Autoren haben sich dann jeweils paarweise in eine Region Georgiens begeben. Dabei liegt der Fokus immer darauf, was der fremde und was der eigene Blick sieht. So unterschiedlich wie die Autoren sind auch ihre Erlebnisse und Texte.

    Reiseberichte, Kurzgeschichten und Gedichte erzählen von einem Land mit einer bewegten Vergangenheit, die die heute dort lebenden Menschen immer noch prägt. Bereits der erste Text von Lucy Fricke macht deutlich, dass die Kultur nach wie vor stark von der Vergangenheit beeinflusst ist. Innerhalb der Texte wird aber auch die Rolle der Literatur in der Kultur hervorgehoben. Das als Titel verwendete Zitat des georgischen Schriftstellers Schota Rustaweli ist dem Buch vorangestellt und gibt treffend wieder, worum es eigentlich geht. Hält man an der eigenen Perspektive fest, dann entgeht einem das, was der Blick von außen wahrnimmt. Wenn man sich aber öffnet und die fremde Perspektive zulässt, dann gewinnt man einen neuen Blick auf etwas Bekanntes und manchmal wird das Altvertraute so zu etwas Neuem.

    "Georgien. Eine literarische Reise" nimmt den Leser mit auf eine Entdeckungsreise durch ein widersprüchliches aber, den Texten zufolge, auch sehr schönes Land. Die Vielfalt der Texte und die darin literarisch erzählten Erlebnisse sprechen dafür, dass Unterschiede auch immer eine Bereicherung sind. Dadurch, dass die Schriftstellertandems in unterschiedlichen Regionen Georgiens unterwegs waren, macht man während des Lesens einmal eine Rundreise. Dabei ist der Begriff „literarische Reise“ doppeldeutig zu verstehen. Zum einen natürlich, weil man die Reise anhand literarischer Texte unternimmt, zum anderen, weil jede Region ihre eigene literarische Geschichte und ganz eigene Erzählkultur hat, die in den einzelnen Texten auch deutlich wird. Das Buch macht neugierig, Georgien selbst einmal zu bereisen und zu erkunden und wer bereits dort war, wird sicherlich das eine oder andere in den Texten wiedererkennen.

  7. Cover des Buches Sinka Mensch (ISBN: 9783627002756)
    Anna Kordsaia-Samadaschwili

    Sinka Mensch

     (2)
    Aktuelle Rezension von: renee

    Ein interessantes Buch! Ein eigenwilliges Buch! Aus der Feder einer georgischen Autorin, Anna Kordsaia-Samadaschwili, die einen Schreibstil hat, der verwundert, in seiner Erzählart und in seinem Blick auf die skizzierten Personen.

    "Sinka Mensch" ist ein Blick auf ein kleines Land, auf Georgien und hier besonders auf die Hauptstadt Tbilissi und ihre Menschen. Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an sie.

    Dieses Buch ist ein Blick auf eine fremde Kultur/auf fremde Sichtweisen, einerseits russisch infiltriert, andererseits einer uralten Kultur verhaftet, dem kaukasischen Kulturareal und seiner uralten Welt. Schon zu Zeiten der alten Griechen war der Kaukasus kulturell hochstehend, siehe Iason und die Suche nach dem Goldenen Vlies. Auch Einflüsse aus dem umgebenden Orient und aus dem Judentum sind erkennbar. Geschichtlich ist dieses Buch interessant, doch bietet es nur einige Stichpunkte, die leider nicht näher erläutert werden, was etwas schade ist. Da ich aber dieses Jahr "Das achte Leben" gelesen habe, ein Werk, welches tiefe Einblicke in die georgische Geschichte bietet, sind diese Stichpunkte für mich näher erkennbar. Für andere Leser vielleicht weniger. 

    Die Zeichnung der Personen ist schemenhaft, aber auch pointiert, jedenfalls vollkommen anders. Das Geschriebene wirkt nicht wie ein Fluss, sondern eher wie kleine Einsprengsel, die aber dennoch eine Geschichte erzählen. Eine eigenwillige Erzählart! Ja! Aber das Erzählte ist auch mit einem gewissen Humor unterlegt, einem vielleicht zynischen Humor, aber einem Humor, der das Erzählte etwas auflockert. Einem Humor, der mich an den jüdischen Humor erinnert. Insgesamt betrachtet ist dieses Buch nicht schlecht gemacht und bietet eine schöne Unterhaltung, in einer Zeit, in der Unterhaltung wichtig ist und einen noch höheren Stellenwert bekommt und das Leben weiterläuft! wie es auch für die Charaktere des Buches weiterläuft, das Leben, für Aleksi, Kotiko und Data, und natürlich auch für Sinka. 

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