Bücher mit dem Tag "franz kafka"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "franz kafka" gekennzeichnet haben.

74 Bücher

  1. Cover des Buches 1913 (ISBN: 9783596520534)
    Florian Illies

    1913

     (280)
    Aktuelle Rezension von: Eva_Beimer

    FLORIAN ILLIES: 1913 – DER SOMMER DES JAHRHUNDERTS

     

    INHALT:

    Florian Illies entfaltet virtuos ein historisches Panorama. 1913: Es ist das eine Jahr, in dem unsere Gegenwart begann. In Literatur, Kunst und Musik werden die Extreme ausgereizt, als gäbe es kein Morgen. Zwischen Paris und Moskau, zwischen London, Berlin und Venedig begegnen wir zahllosen Künstlern, deren Schaffen unsere Welt auf Dauer prägte. Man kokst, trinkt, ätzt, hasst, schreibt, malt, zieht sich gegenseitig an und stößt sich ab, liebt und verflucht sich.
     Es ist ein Jahr, in dem alles möglich scheint. Und doch wohnt dem gleißenden Anfang das Ahnen des Verfalles inne. Literatur, Kunst und Musik wussten schon 1913, dass die Menschheit ihre Unschuld verloren hatte. Florian Illies lässt dieses eine Jahr, einen Moment höchster Blüte und zugleich ein Hochamt des Unterganges, in einem grandiosen Panorama lebendig werden.

     

    MEINE MEINUNG:

    Auch dieser Band – eigentlich der erste dieser Art von Florian Illies – hat mir sehr gut gefallen. Ich habe auf die unterhaltsamste Weise eine Menge gelernt. Es hat mich auch nicht im Geringsten gestört, daß ich den Ergänzungsband – 1913: WAS ICH UNBEDINGT NOCH ERZÄHLEN WOLLTE schon vorher gelesen habe. 

    Wie ich schon schrieb, gefällt mir der Stil des Autors einfach sehr gut, ich schätze vor allem die gelegentlich eingestreuten süffisanten Kommentare, die mir so manches Mal ein Schmunzeln entlockten.

    Jetzt hoffe ich, daß Illies so ein Buch vielleicht über die 50er oder 60er Jahre schreibt – und das bitte schnell!

  2. Cover des Buches Wonderlands (ISBN: 9783806240726)
    Laura Miller

    Wonderlands

     (132)
    Aktuelle Rezension von: Mandthebooks
    Rezension: (kann Spoiler enthalten)

    Ich fand es sehr interessant, eine Zusammenfassung der verschiedensten Werke der Fantasyliteratur zu bekommen und das dann auch aus eine so großen Zeitspanne. So konnte man auch die Entwicklung bis heute gut beobachten und es war wirklich gut und verständlich beschrieben, wie sich in Tausenden Jahren die Fantasyliteratur zu dem entwickelt hat, was sie heute ist. Da sieht man mal, wie alt das Genre eigentlich ist.
    An sich denke ich, um nebenbei immer wieder mal reinzuschnuppern, ist das Buch für jede Leseratte wirklich gut geeignet, um sich auch in den schönen Illustrationen einfach mal zu verlieren.

    5 Sterne
  3. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783865391872)
    Sabine Anders

    Liebesbriefe großer Männer

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Edith_Hornauer
    Pessoa, eins seiner Bücher habe ich immer bei mir. Ob Briefe, Gedichte, Geschichten - sie erzählen vom Leben, von der Vorstellung davon, mit  allem, was  dazu gehört... Was soll ich noch schreiben,
    ich habe mich in seine Literatur verbissen... 
  4. Cover des Buches Von Männern, die keine Frauen haben (ISBN: 9783442717064)
    Haruki Murakami

    Von Männern, die keine Frauen haben

     (166)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    “Von Männern, die keine Frauen haben” ist eine Kurzgeschichtensammlung, deren Kern Männer stehen ohne Frauen stehen. Diese Männer werden innerhalb der Erzählung von unterschiedlichen Frauen ergänzt, entweder weil sie diese begehren oder generell einsam zu sein scheinen. Typisch Murakami sind von Melancholisch über Normal bis Skurril wieder diverse Facetten dabei.

    Tja, war ich die richtige Person für dieses Buch? Ich bin nicht der größte Fan von Kurzgeschichten, aber dieses Buch hat mich so gar nicht erreicht. An mir sind die einzelnen Geschichten vorbeigezogen wie eine flüchtige Begegnung mit einem Fremden auf der Straße; noch bevor ich einen Sinn in ihnen erkennen konnte, waren sie auch schon zu Ende. Entsprechend ungerührt haben mich die Geschichten zurückgelassen. Gerade, wenn es sich da um einen Murakami handelt, von dem ich normalerweise sehr angetan bin, ist das besonders enttäuschend. Meine Hoffnung: Mein nächstes Buch von ihm wird hoffentlich besser!

  5. Cover des Buches Milena und die Briefe der Liebe (ISBN: 9783746635934)
    Stephanie Schuster

    Milena und die Briefe der Liebe

     (18)
    Aktuelle Rezension von: AMCLiest

    Da ich ein absoluter Pragfan und ständig auf der Suche nach interessanten Romanen über die tschechische Geschichte bin, ist mir dieses Buch mit dem wunderschönen Cover aufgefallen.

    Die hübsche Milena Jelenská wächst am Anfang des letzten Jahrhunderts in der tschechischen Hauptstadt auf. Sie ist selbstbewußt und lebenslustig, ein modernes  Mädchen, das gerne ausgeht und sich amüsiert. Sie stammt aus einer großbürgerlichen Familie, ihr Vater ist Arzt und ziemlich streng. Sie interessiert sich für Literatur, Oper  und Musik.  Im Theater lernt sie ihren späteren Mann Ernst Pollak und später im Kaffeehaus Franz Kafka kennen, der sie von Anfang an fasziniert. Ihre Liebesbeziehung zu Ernst Pollak führt zu einer Schwangerschaft, die ihr Vater abbrechen läßt. Dann läßt er sie in eine psychiatrische Anstalt bringen, aus der sie ihr Liebster befreit, um sie zu heiraten und mit ihr nach Wien zu fahren.

    Wien ist zu dieser Zeit eine Stadt voller Gegensätze, auf der einen Seite pulsiert das Leben, auf der anderen herrscht bittere Armut. Die Ehe ist nicht das, was sich Milena erwartet hat, denn Ernst setzt sein Bohmèmeleben fort. Aus lauter Langeweile schreibt  Milena Franz Kafka an,  beginnt seine Bücher zu übersetzen und fängt selbst an, Beiträge für Zeitschriften zu verfassen. Aus dem Briefverkehr mit Kafka entwickelt sich eine zarte Liebesbeziehung voller Sehnsucht  und Begehren, die im Besuch des Schriftstellers in Wien gipfelt. Doch Kafka ist zu krank, zu unsicher und Milena ist zu lebenlustig, so dass ihre Liebe in der realen Welt keine Chance hat.

    Stephanie Schuster gelingt es, ein kleines Meisterwerk ohne Pathos von der fast unbekannten Milena Jesenská zu schaffen, die ihre Liebe zu Kafka und zum Schreiben unabdingbar lebte. Leider sind ihre Briefe an ihn nicht erhalten geblieben, nur seine an sie, die Max Brod Gott sei Dank nicht vernichtet hat.  Von Kafka und den Frauen, seiner Unfähigkeit zu lieben bzw. sich auf eine Beziehung einzulassen, habe ich bis jetzt nicht gewußt. Daher ist dieser Roman auch ein wunderschönes, aber auch trauriges Stück Zeitgeschichte, das leicht, aber doch in die Tiefe gehend geschrieben wurde und die Seele zart berührt. 


     

  6. Cover des Buches Franz Kafka: Die Verwandlung (ISBN: 9783123524721)

    Franz Kafka: Die Verwandlung

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Daniela8
    Ich lese die Verwandlung alle paar Jahre mal wieder. Und jedes Mal entdecke ich neue Bilder, Metaphern und Feinheiten in den Figuren und ihrer Interaktion. Dieses Mal hat mich besonders die oft so menschliche, doch eigentlich unmenschliche Verweigerung berührt, sich mit dem, was da ist zu konfrontieren, weil es eben da ist. Auch wenn es unangenehm ist.
  7. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783492254267)
    Petra Müller

    Liebesbriefe großer Männer

     (74)
    Aktuelle Rezension von: BiaBia92

    Ein traumhaftes Buch. Konnte es nur schwer weglegen, bei so viel wunderbaren Liebeserklärungen und so viel Schmetterlingen, die auf einmal da waren :D

    Für alle Frischverliebten, die ihre Gefühle nur schwer ausdrücken können, wirklich zu empfehlen!
  8. Cover des Buches Franz Kafka "Der Proceß" (ISBN: 9783123524868)
    Franz Kafka

    Franz Kafka "Der Proceß"

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Blacksally
    Meine Meinung: Ich bin großer Kafka Fan und ich bin wirklich traurig das ich damals in Prag nicht mehr die Zeit hatte sein Grab zu besuchen, aber man kann ja immernoch seine Werke lesen gell?
    In diesem Buch geht es um die surreale Geschichte von Josef K. Ihm wird an seinem 30 Geburtstag der Prozess gemacht - warum er verurteilt wird erfährt man leider nicht, aber das scheint auch nicht zur debatte zu stehen, denn jeder macht hier nur seine aufgetragene Arbeit. Josef versucht sich im ganzen Buch über sich nicht weiter "in die Scheiße zu reiten", aber genau das Gegenteil passiert. Er wird immer verdächtiger für alle.
    Fazit: Ich finde Meisterwerk trifft das Buch ganz gut (weshalb ich es wohl auch an einem Nachmitag druchgelesen habe), für Menschen die auch gerne mal so etwas lesen. Ich kann mir aber auch vorstellen das solch eine Lektüre nicht für jedermann ist, da das Buch manchmal auch recht wirr geschrieben ist und manche evtl. langweilen wird.
  9. Cover des Buches Das Schloß (ISBN: 9783746765839)
    Franz Kafka

    Das Schloß

     (304)
    Aktuelle Rezension von: Frau_J_von_T
    In Kafkas "Das Schloss" begleitet der Leser den angeblichen Landvermesser K., welcher in ein Dorf am Fuße eines Schlosses kommt um dort zu arbeiten. 
    Schnell merkt er, dass Fremde im Dorf nicht gern gesehen sind und dass man sich dem Willen des Schlosses zu fügen hat, egal wie langsam die Mühlen der Bürokratie auch mahlen.

    Mir hat das Romanfragment Kafkas sehr gut gefallen. Auch wenn es nicht immer ganz leicht und flüssig zu lesen und stellenweise wirklich langatmig war, so konnte ich mich der Sogwirkung des Romans nicht entziehen. Obwohl die Figuren eher oberflächlich bleiben und vor alles sehr surreal wirkt, so kann man sich doch auch selbst sehr gut in K. hineinversetzen. Das ewige Bemühen an sein Ziel zu gelangen und immer wieder Steine in den Weg gelegt zu bekommen... Sich ohne Erfolg abzustrampeln... jeder kennt es irgendwie. 

    "Das Schloss" ist ein Roman auf den man sich voll und ganz konzentrieren muss, um nicht darin unter zu gehen. Man liest es nicht einfach mal eben nebenbei. 
    In dieser Ausgabe des Manesse Verlags, die nicht nur super aussieht, befindet sich am Ende noch ein Nachwort von Norbert Gstrein welches ich sehr interessant fand.
  10. Cover des Buches Von Verwandlungen: Erzählungen (ISBN: 9783981862119)
    Victoria Hohmann

    Von Verwandlungen: Erzählungen

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Estrelas
    "Von Verwandlungen" ist der Titel eines Bandes mit sieben Erzählungen der Autorin Victoria Hohmann, der gut als Oberbegriff fungiert. Schon die Geschichten selbst sind sehr wandelbar in sich durch unerwartete Wendungen, die nicht immer leicht nachzuvollziehen sind, und ihre unterschiedliche Art. Oft fließt Übernatürliches ein, viele klare Worte ("Und dann, der herrliche Eklat, als sein Freund Richard wegen des Geruchs in die Kirchenbank gekotzt hatte. Weihrauch ist nur was für die Harten."), manchmal nur die Aneinanderreihung von Worten (die ich weniger mochte). Besonders gefallen haben mir der Exkurs in den Bereich Phantastik ("Avatare") und die Erzählung "Von Bäumen", insbesondere die darin enthaltene Beschreibung eines Marmeladenbrots aus Kindersicht: "Leuchtend und klebrig war die Marmelade gewesen, darunter eine zarte Butterschicht, die an den Broträndern nicht von Marmelade bedeckt war, so fein, dass das Brot unter ihr durchschien." Die Lektüre ist nicht immer einfach, erinnert zuweilen an Kafkas "Verwandlung", enthält aber ein paar glanzvolle Stellen.
  11. Cover des Buches Franz Kafka: Das Urteil (ISBN: B003M60CMU)
    Franz Kafka

    Franz Kafka: Das Urteil

     (21)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Ich weiß nicht mehr, ob ich je schonmal Kafka gelesen hab, wenn, dann ist es lange her. Immerzu umschwebt den Autor die "Das versteht man doch eh nicht"-Aura und leider hat sich das Vorurteil bestätigt. Ein frischverlobter Sohn erzählt seinem Vater, dass er einem in Petersburg lebenden Freund nun, nachdem seine Verlobte ihn davon überzeugt hat, per Brief von der Verlobung erzählt. Daraufhin gerät er mit dem Vater in einen Streit, der damit endet, dass sich der Sohn von einer Brücke stürzt.

    Was will uns der Dichter damit sagen? Ich weiß es nicht und tu mich schwer, mit dem Stoff überhaupt irgendwas anfangen zu können. Es liest sich flott weg, aber gebracht hat es mir nichts.

  12. Cover des Buches EinFach Deutsch - Der Prozess (ISBN: 9783140223638)
    Norbert Schläbitz

    EinFach Deutsch - Der Prozess

     (14)
    Aktuelle Rezension von: jess020
    Josef K. ist ein angesehener Prokurist einer Bank. Umso merkwürdiger erscheint es ihm, dass er eines Tages ohne Vorwarnung angeklagt wird. Er wird zwar nicht verhaftet, doch er muss einmal zur Untersuchung vor den Untersuchungsrichter und befindet sich im Prozess. Weshalb K. jedoch angeklagt wird, welche Tat ihm zur Last gelegt wird, bleibt unklar. Von Kafkas Werken hört man ja immer, dass sie sehr schwer zu lesen sind. Meiner Meinung nach liest sich "Der Prozess", im Vergleich zu anderen Schullektüren wie Schiller oder Goethe, relativ leicht. Die Handlung allerdings ist wahrhaftig "kafkaesk" - ein Begriff, der posthum von Kafka hergeleitet entstanden ist. Es ist einfach unerklärlich wieso K. angeklagt ist, weshalb ihm der Prozess gemacht wird. Aber ich denke, vor allem wollte Kafka in seinem Roman die Macht der Bürokratie zeigen, welche er selbst nicht erklären konnte und gehasst hat. Fazit: der Roman ist leicht zu lesen, doch die Handlung zu interpretieren ist sehr viel schwerer als es zunächst den Anschein hat.
  13. Cover des Buches Der Prozess (ISBN: 9783833738173)
    Franz Kafka

    Der Prozess

     (22)
    Aktuelle Rezension von: lyla_2912

    *Der Prozess* von Franz Kafka hat mir in der Hörbuch-Version gelesen von Anna Thalbach recht gut gefallen, mich aber auch nicht zu 100% in seinen Bann gezogen. 

    Es ist eines dieser Bücher, die man "gelesen haben muss" und doch im Gesamtkontext der Literatur für mich eindeutig aus der Zeit gefallen, keinesfalls zeitlos. 

    Die Zeit des Hörens wurde mir zum großen Teil durch die Synchronstimme erleichtert und weniger durch die mir zu intensiven Nebengespräche und Gedanken, Meinungen und Vorurteile aller Beteiligten. 

    Alles in allem eher Schulliteratur, die dann immer und immer wieder durchgekaut werden kann. In der heutigen Zeit setze ich jedoch lieber auf Autor*innen, die mit viel Herz, Humor und Verstand auf den Punkt kommen und es verstehen, Nebenhandlungen als unabdingbar und wertvoll in die Geschichten einzubauen. 

  14. Cover des Buches Kafkas Puppe (ISBN: 9783401511115)
    Gerd Schneider

    Kafkas Puppe

     (37)
    Aktuelle Rezension von: lovelylarki

    Als ich den Klappentext gelesen hatte, dachte ich sofort an den Hasen Felix, den ich als Kind so gerne mochte. Die Geschichte ähnelt sich auf jeden Fall: Eine Puppe geht verloren und schreibt der jungen Besitzerin von ihren Reisen. Hinter den Briefen steckt jedoch Franz Kafka, welcher durch die Begegnung mit dem kleinen Mädchen neue Lebensfreude gewinnt. Er lässt  keinen Tag aus, um die Illusion der lebendig gewordenen Puppe aufrecht zu erhalten und sich neue Abenteuer für die Puppe einfallen zu lassen.

    Das Buch hat einen besonderen, zur Zeit der Story passenden Stil. Manche Passagen waren für mich ein wenig zu träumerisch.. Die wörtliche Rede war nicht immer klar abgegrenzt, sodass ich manche Textstellen nicht ganz einordnen konnte. Insgesamt las ich das Buch trotzdem gerne und war ganz gespannt auf die neuen Briefe der Puppe. 

    Da sich das Buch an der Biografie von Franz Kafka orientiert, kommt es zu einem tragischen Ende der Geschichte. Zum Schluss erfährt man noch ein paar interessante Informationen über das Leben des Schreibers. Wie sich herausstellte, ist nicht alles an der Geschichte des Mädchens und ihrer Puppe erfunden.

    Ich empfehle das Buch insbesondere Kafka-Fans, aber auch allgemein Literaturbegeisterten, die sich gerne auf eine kleine Fantasiereise einlassen.

  15. Cover des Buches Kafka (ISBN: 9783596183203)
    Reiner Stach

    Kafka

     (14)
    Aktuelle Rezension von: kingofmusic

    Schluss. Aus. Ende. „Ruhe in Frieden!“ Das waren meine ersten Gedanken, als ich letzte Nacht den (chronologisch) dritten Band von Reiner Stachs monumentaler Kafka-Biografie zugeklappt habe und mir bewusst wurde, dass ein Kapitel in meinem (Lebens-)Buch zu Ende ist (nämlich die umfangreichste Biografie zu einem meiner wichtigsten Autoren gelesen zu haben) und ein neues begonnen hat: mit all dem Hintergrundwissen, dass Reiner Stach uns mitgeliefert hat, alles nur verfügbare Material von, über und mit Franz Kafka zu lesen und immer wieder nachzuschlagen, in welchen (Lebens-)Phasen einzelne Werke entstanden sind, die metaphorischen Hintergründe zu erkunden und ihn „zu meinem“ Kafka zu machen. Jeder der sich mit Kafka beschäftigt, wird einen anderen Kafka „in sich“ entdecken, ihn anders wahrnehmen, ihn (weiterhin) als merkwürdigen und nicht weiter beachtenswerten Spinner abtun, der zu Unrecht wie ein Heiliger behandelt wird oder (wie in meinem Fall) die Leidenschaft für Kafka vertiefen, alles in sich aufsaugen, was verfügbar ist und so Stück für Stück einem großen Literaten (noch) näher zu kommen. Auch wenn mir bewusst ist, dass es ein unmögliches Ding ist, Kafka jemals komplett zu verstehen.

    In „Die Jahre der Erkenntnis“ begleiten wir Franz Kafka durch die Jahre 1916 bis zu seinem viel zu frühen Tod 1924. Wir erleben Kafka, wie er immer wieder versucht, Beziehungen zu Frauen aufzubauen (die intensivste und glücklichste ist die mit Dora Diamant, mit der er bis zu seinem Tod zusammen ist), wie er sich auf der einen Seite als Schriftsteller entwickelt, auf der anderen Seite jedoch auch als solcher stagniert und sich stur und starr gegen die eigene (zweifellos) vorhandene Genialität stellt.
    Wir begleiten die Umstände, die zum Roman „Der Schloss“ führten, lernen ihn und seine veränderte (religiöse) Sichtweise und Einstellung kennen, die sich zum Teil auch in seinem literarischen Oeuvre widerspiegelt (z. B. in den Aphorismen, die er bei seiner Schwester Ottla auf dem Land in Zürau geschrieben hat) und der Leser erkennt, dass Kafka nichts „offen“ beschreibt, sondern nur mit (für Außenstehende) schwer zu verstehenden Metaphern und stets wiederkehrenden Bildmotiven (so durchzieht beispielsweise eine Tür einen Großteil seiner Texte) arbeitet. Wenn Kafka schreibt bzw. geschrieben hat, dann stets mit dem klaren Gedanken daran, nichts Offensichtliches zu kreieren *g*.

    Neben der schriftstellerischen Arbeit von Kafka erhalten wir dank Reiner Stach aber auch zahlreiches und (mal mehr, mal weniger) hilfreiches Hintergrundwissen über die Zustände in Prag, Berlin und Wien während und nach dem 1. Weltkrieg, über die zunehmende Judenfeindlichkeit und auch das deutsche Buchhandels- und Verlagswesen wird wieder ausführlich in den Kontext gestellt. Das ist einer der großen Pluspunkte dieser Monumental-Biografie, dass Reiner Stach eben nicht nur das Leben der Person Kafka betrachtet, sondern dem Leser das „Rundum-Sorglos“-Paket präsentiert – auch wenn es manchmal etwas arg „schwafelig“ und der ein oder andere Absatz somit auch langweilig wird. Aber da sei jetzt großzügig drüber hinweggeschaut :-).

    Zum Leben und Leiden Kafkas gehört aber auch die Beschäftigung mit seiner Lungentuberkulose und auch hier belässt es Reiner Stach nicht nur bei den nüchternen Fakten, sondern bringt einem die Krankheit und den Umgang Kafkas mit der selbigen einfühlsam näher. Kafka begegnet der Tuberkulose teilweise mit Galgenhumor, lehnt zunächst auch alle (oder viele) gut gemeinten Ratschläge ab, etwas dagegen zu tun, muss aber doch irgendwann anerkennen, dass sie seinen Körper „auffrisst“ und ihn schwächt und dürfte mit nur Mitte 30 zu den jüngsten Pensionären aller Zeiten gehören. Trotzdem schreibt er kurz vor seinem Tod mit „Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse“ einen seiner (für mich) schönsten Texte.

    Tja, was bleibt mir jetzt, nach monatelanger Lektüre von „Die Jahre der Erkenntnis“ als Schlusswort für diese Rezension? Eigentlich nur mein Dank an Reiner Stach für die fulminante Arbeit an und mit dieser Biografie und der Erkenntnis, dass ich Franz Kafka ein ganzes Stück nähergekommen bin, auch wenn es wahrscheinlich eines weiteren (parallelen) Lebens bedarf, um auch die letzte (richtige) Erkenntnis über ihn zu erlangen. Danke auch an Max Brod, dass er den letzten Willen von Kafka nicht erfüllt hat, alles von, über und mit ihm zu vernichten!

  16. Cover des Buches Franz Kafka: Amerika (ISBN: B00BAFK7J8)
    Franz Kafka

    Franz Kafka: Amerika

     (9)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Die Erzählungen (ISBN: 9783596903719)
    Franz Kafka

    Die Erzählungen

     (134)
    Aktuelle Rezension von: Erinnye
    Dass Buch ist zusammengesetzt aus vielen verschiedenen Texten von Kafka. Dies reicht von kurzen, einseitigen Erzählungen bis hin zu mehrseitigen Geschichten. Dabei gelingt es Kafka thematisch zwar immer innerhalb eines gewissen Stils zu bleiben, jedoch wiederholt er sich nicht. Jede seiner Schriften hat für sich gesehen eine individuelle Daseinsberechtigung und sagt etwas Anderes aus. Diese Aussage zu verstehen ist bei Kafka natürlich immer so eine Sache. Es bleibt ein Rätsel, ob man die Erzählung so versteht, wie der Autor sie gedacht hatte - jedoch macht dies auch den Spaß an seinem Schreibstil aus. Vielfach interpretierbar, aber auch einfach nur genußvoll lesen und die Prosa bestaunen.. dies alles ist möglich bei diesem Autor. Die Geschichte, die mich persönlich am meisten beeindruckt hat, ist die, die von einem neurotischen Maulwurf erzählt, der um seinen Bau fürchtet, gleichzeitig aber auch davor zurückschreckt ihn wieder zu betreten, wenn er zwecks Vorratsbeschaffung nach draußen muss. Kafka gelingt es, über mehrere Seiten hinweg kein einziges Mal das Wort "Maulwurf" zu benutzen und lässt somit offen, ob es nicht doch eine Wühlmaus oder ein Hamster ist, das ist auch egal, stellt es doch eine hervorragende Metapher dafür dar, dass es bei Kafka nicht um festgesetzte Personen geht, sondern lediglich um die Aussage, die er mit seinem Text tätigen will. Natürlich waren auch so berühmte Geschichten wie "Die Verwandlung" und viele Andere vertreten. Um Kafka zu lesen sollte man eine gewisse Konzentration mitbringen, es ist aber auch dann sicher nicht etwas für jedermann. Man muss den kafkaesken Stil einfach mögen. Tut man dies, dann erscheint einem diese Sammlung von Erzählungen einfach als ein einmaliges Stück Literatur und seine poetischen Texte als wahre Kunst für sich. Immer wieder lesen, immer wieder neu interpretieren, immer wieder neu erleben.
  18. Cover des Buches Briefe an Milena (ISBN: 9783596253074)
    Jürgen Born

    Briefe an Milena

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Franz Kafkas „Briefe an Milena“ war das Lieblingsbuch einer meiner Lieblingscharaktere in einer Serie, weshalb ich es mir unbedingt bestellen wollte.

    Die Briefe von Kafka an Milena zeigen eindrücklich anhand der Phasen die Kafka durchläuft (Schwärmerei für Milena - höchste Glücksgefühle Kafkas aufgrund der erwiderten Liebe- Beenden der Beziehung durch Kafka aus Angst vor Zurückweisung durch Milena durch die aus seiner Sicht Unmöglichkeit der Beziehung zwischen Ihnen) , welchen großen Einfluss die Psyche des Menschen auf die Beziehung und Liebe (zu anderen, aber auch zu sich selbst) hat. 

    Die Aufmachung der deutschen, 2017er Paperback-Edition fand ich aber nicht gelungen und lieblos gestaltet. Vielmehr wirkte es, als wäre eine PDF-Datei „irgendwie“ in ein Buchformat verpackt worden.

  19. Cover des Buches Franz Kafka, Gesammelte Werke (ISBN: 9783866478497)
    Franz Kafka

    Franz Kafka, Gesammelte Werke

     (77)
    Aktuelle Rezension von: thronesoflife
    so viel ist schon über diesen Autor geschrieben werden, ich hänge mich kurz an. es lohnt sich es zu lesen, damit du mitreden kannst, wenn dich wer fragt, wer denn einer der grössten unserer Sprache war. lest es, lest es!!!! mehr gibt es dazu nicht zu sagen, es wird euch beeindrucken
  20. Cover des Buches Gesammelte Werke, 12 Bde. (ISBN: 9783596124404)
    Franz Kafka

    Gesammelte Werke, 12 Bde.

     (17)
    Aktuelle Rezension von: PrinzessinMurks
    Im LK als Halbjahresprojekt gelesen habe ich sowohl die Diskussionen als auch die herrlich experimentelle Welt des Autors sehr genossen. Und ich weiß, dass ich viel an Randnotizen hatte - und nun ist die Ausgabe verschollen. Ob ich sie verliehen hab? Sie fehlt mir!
  21. Cover des Buches Der Prozeß (ISBN: 9783746765761)
    Franz Kafka

    Der Prozeß

     (1.002)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet".


    Josef K. weiss nicht worauf die Anklage gründet, welche Schuld er haben soll. Er bringt es nicht in Erfahrung und seine Anwälte sind ihm keine Hilfe, im Gegenteil mahnen sie zur Vorsicht, nur nichts überstürzen..


    Als Leser ist man gequält ob der Bedrohung die naht, als beträfe es einem selbst fragt man sich unweigerlich: und wenn ich der Angeklagte bin?


    Passt vielleicht in unsere Zeit wo Gehässigkeiten, Hass und Drohungen, (und sei es auch 'nur' übers Netz) an der Tagesordnung sind. Wo schnell auf jemanden gezeigt wird mit dem Finger, wo es schnell einen Schuldigen braucht, da sind sie zur Stelle die Henker unserer ach so tollen digitalen Welt.

  22. Cover des Buches Ein Landarzt und andere Prosa (ISBN: 9783150096758)
    Franz Kafka

    Ein Landarzt und andere Prosa

     (12)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Die Herrlichkeit des Lebens (ISBN: 9783596520398)
    Michael Kumpfmüller

    Die Herrlichkeit des Lebens

     (70)
    Aktuelle Rezension von: schokoloko29

    Hier geht es um das fiktive Leben von Franz Kafka und Dora Diamand. Sie treffen sich an der Ostsee zufällig und verlieben sich in einander. Sie teilen Tisch und Bett, was bis jetzt noch keine Frau vorher bei Kafka durfte. Und sie bleiben zusammen bis er an Tuberkulose stirbt (ca. 1 Jahr).

    Es wird fiktiv das Leben der beiden geschildert. Die harten Jahre der Inflation und das Zusammenleben in Berlin und wie sie sich in einander verliebt haben.

    Für mich blieben die Protagonisten fern und distanziert. Das Zusammenleben und das Ineinander verlieben ist für mich sehr vage und nicht greifbar. 

    Ich fühlte mich von diesem Buch gelangweilt und ich musste mich immer wieder überreden dieses Buch weiter zu lesen.

  24. Cover des Buches Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück (ISBN: 9783944442402)
    Robert Scheer

    Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

     (42)
    Aktuelle Rezension von: parden
    EIN PERSÖNLICHES MAHNMAL...

    Robert Scheer liebte seine Großmutter. Dies ist an und für sich nichts Besonderes, doch eigentlich ist es ein Wunder, dass es den Autor überhaupt gibt. Denn eigentlich hätte seine Großmutter Pici nicht überleben, nicht heiraten und keine Familie gründen dürfen. Denn dies war der Plan von Hitler und seinen Schergen. Doch als einzige ihrer weitverzweigten jüdischen Familie überlebte Pici ("die Kleine") seinerzeit die Gräuel des Holocaust.


    "Die Weisen sagen, das Ziel des Lebens sei das Leben selbst. Dem folgend habe ich das Ziel erreicht. Denn ich lebe noch." (S. 56)


    Zum 90. Geburtstag seiner Großmutter beschloss Robert Scheer, diese nach ihren Erlebnissen zu befragen, damit ihr Zeugnis bewahrt bleibt. Und wo Pici jahrzehntelang geschwiegen hat, öffnete sie sich ihrem Enkel gegenüber und gab Auskunft über helle und dunkle Jahre ihrer Vergangenheit.

    Die ersten zwei Drittel des Buches erzählen von Picis Familie und ihrer Kindheit in Rumänien. Dort wohnte die Familie ungarischer Juden und lebte vom Holzhandel des Vaters. Arm, kinderreich, aber zufrieden, so wie viele andere Menschen der kleinen rumänischen Stadt auch. Als etwas langatmig habe ich diese Schilderungen zeitweise empfunden, aber andererseits als durchaus legitim - holte sich Pici auf diese Art noch einmal alle Mitglieder iher großen Familie in ihre Erinnerung zurück, alle in den Jahren des Holocaust ums Leben gekommen.

    Die schlimmen Erlebnisse Picis nach dem Verlust ihrer Heimat in den 40er Jahren nach der Machtergreifung Hitlers nehmen entsprechend etwa ein Drittel des Buches ein. Die Vertreibung ihrer Familie aus der kleinen rumänischen Stadt, die Erfahrungen im Ghetto, die Deportationen in verschiedene Konzentrationslager, die Kälte, die Hitze, der Hunger, die Unmenschlichkeit, die Angst, die Krankheiten, das Trauma, der Tod - Dinge, über die es sicher auch nach 70 Jahren noch schwerfallen dürfte zu sprechen.

    Was mich bei der Lektüre verblüffte, waren die großen Erinnerungslücken Picis, die viele schreckliche Erlebnisse und Details ausgeblendet zu haben scheint.


    "Und auch für die folgenden Zeiten gibt es solche kleinen Momente, die völlig in meinem Gedächtnis fehlen, aber nicht so, dass ich sie nach Jahren vergessen hatte, sondern so, als hätten sie nichts mit mir zu tun gehabt. Vielleicht, weil mein Verstand dies alles nicht nachvollziehen konnte und von sich wegschob..." (S. 90)


    Entsprechend rudimentär erscheinen denn auch teilweise die Erinnerungen, Spotlights der Schrecken, wobei die Schilderungen selbst nahezu nüchtern erscheinen. Dennoch kommt das Grauen beim Leser an, die Bilder lassen sich ncht verdrängen, die Unfassbarkeit der Erinnerungen bricht sich Bahn. Zahlreiche in den Text integrierte Fotos (viele aus dem Privatbesitz des Autors) unterstreichen das Geschriebene, geben dem Erzählten ein Gesicht und verankern das Grauen in der Realität.

    Der Schreibstil ist einfach, erinnert zeitweise an einen ungeübten Schulaufsatz. Doch vieles ist in wörtlicher Rede wiedergegeben und dokumentiert so eher das Gespräch zwischen dem Enkel und seiner Großmutter Pici als dass es literarisch aufgearbeitet ist. Dieses Stilmittel der wörtlichen Rede unterstreicht in meinen Augen die Authentizität der Erzählung.

    Neben den bereits erwähnten Fotos gibt es - vor allem in dem vielseitigen Anhang - auch zahlreiche Kopien von alten Briefen, Dokumenten und Listen, die die Erinnerungen Picis in Raum und Zeit des Holocaust verankern. Hier hätte ich mir eine bessere Qualität der Darstellung gewünscht, denn viele der genannten Quellen waren durch eine blasse und verschwommene Kopie für mich tatsächlich kaum leserlich, was ich wirklich bedauerlich fand.

    Robert Scheer hat mit diesem Buch nicht nur seiner geliebten Großmutter ein Denkmal gesetzt, sondern mit Picis Erinnerungen auch ein persönliches Mahnmal geschaffen. Ein Buch 'Gegen das Vergessen', das sehr persönliche Einblicke gewährt.


    © Parden

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