Bücher mit dem Tag "frauendiskriminierung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "frauendiskriminierung" gekennzeichnet haben.

16 Bücher

  1. Cover des Buches Die Farbe von Milch (ISBN: 9783961610006)
    Nell Leyshon

    Die Farbe von Milch

     (346)
    Aktuelle Rezension von: Runenmädchen

    Mir gefiel die Geschichte an sich, allerdings hat mich der Schreibstil massiv gestört. Die fast 15-jährige, bildungsarme und dennoch charakterstarke Protagonistin Mary schreibt diese Geschichte- ihre Geschichte. Sie schreibt in einfachen Sätzen mit schwachem Ausdruck, ohne korrekte Zeichensetzung und mit Rechtschreibfehlern. Dieser Umstand hat mich sehr in meinen Lesefluss gestört. Ich verstehe, dass die Autorin diese Art des Erzählens gewählt hat, allerdings fühlte ich mich durch die Eintönigkeit der Sprache schnell gelangweilt.

  2. Cover des Buches Der Report der Magd (ISBN: 9783827013842)
    Margaret Atwood

    Der Report der Magd

     (682)
    Aktuelle Rezension von: Wolly

    Meinung:
    In meinen Augen besticht der Roman durch zweierlei Dinge. Zum einen ist die dystopische Idee, die Atwood schafft, so grausam wie vorstellbar. Die Mischung aus atomarer Bedrohung, totalitärem Staat und religiösem Eifer ist wirklich gruselig. Jedes für sich genommen ist schon gefährlich genug, aber die Vermengung ist natürlich hochexplosiv und leider eben auch realitätsnah. Denn es gibt alle drei Dinge auf dieser Welt heute schon häufiger, als es uns Menschen lieb sein darf. 

    Hinzu kommt die gute Ausarbeitung Atwoods, die uns die Praktiken in Gilead deutlich vor Augen führt. Besonders der sehr nüchterne, aber gleichzeitig eindringliche Schreibstil verstärkt das Grauen immens.
    Man darf dabei aber auch nicht verschweigen, dass der Stil nicht immer angenehm zu Lesen ist. Auf Dauer kann er je nach Leser auch langweilen oder zu viel des Guten sein, da er wirklich eigenwillig ist. Mir war es zwischendurch auch zu anstrengend, obwohl ich generell ein Fan davon bin.

    So oder so trägt die Schreibe dazu bei, dass ich von der Geschichte genauso entrückt war, wie Desfred von ihrer Situation. Sie lässt die meiste Zeit, die Dinge einfach über sich ergehen und versucht mit dem Kopf woanders zu sein oder an nichts zu denken. Beispielsweise bei Szenen der Vergewaltigung.
    (Wer davon getriggert wird, also bitte die Finger weg von diesem Buch!)
    Man wird einfach beim Lesen gezwungenermaßen Zeuge oder Beobachter von Szenen, vor denen schon die Protagonistin die Augen verschließt und die man gerne überspringen würde. Ein recht spezielles Gefühl.
    Andererseits mag ich aber auch das Beobachten ihrer kleinen Rebellionen und Triumphe zwischendurch. Man freut sich einfach mit ihr, auch wenn man die Freude nicht immer nachvollziehen kann. Man merkt aber deutlich das Kleinigkeiten in so einer ätzenden Situation überraschend viel ausmachen können. Kleine Anker die sie durch ihr Leben tragen und im Endeffekt Liebe, Träume und Hoffnung die sie weitermachen lassen.

    Fazit:
    Eine erschreckend realitätsnahe Zukunft, die sowohl als Buch als auch als Serie eine Empfehlung ist. Lest euch aber vor dem Kauf die Leseprobe durch!

  3. Cover des Buches Kim Jiyoung, geboren 1982 (ISBN: 9783462053289)
    Nam-Joo Cho

    Kim Jiyoung, geboren 1982

     (303)
    Aktuelle Rezension von: angioletta

    Kim Jiyoung wird benachteiligt. Und das aus einem einzigen Grund: weil sie eine Frau ist. „Kim Jiyoung ist wie jede Frau“, heißt es im Klappentext. Und damit ist eigentlich schon alles verraten, um das es in diesem Buch geht.

    Kim Jiyoung ist eine fiktive Figur - Mitte 30, studiert, verheiratet, ein Kind – die ein seltsames Verhalten an den Tag legt: Sie beginnt plötzlich wie ihre Mutter oder eine Studentin zu sprechen, so als wäre sie diese und kann sich danach nicht daran erinnern. „Zuerst suchte (ihr Mann) Daehyon allein einen Psychiater auf, erzählte vom Zustand seiner Frau und fragte ihn um Rat, was zu tun sei.“ (S. 18) Schließlich geht sie selbst zum Psychiater, der sich nun ihre Lebensgeschichte erzählen lässt – Kindheit, Ausbildung, Beruf, Familiengründung - und wir Leser:innen sind dabei und hören mit.

    Diese Ausgangslage hört sich im ersten Moment noch außergewöhnlich an.
    Doch „Kim Jiyoung ist wie jede Frau“. Die südkoreanische Autorin Cho Nam-Joo hat sich sichtlich bemüht, ihrer Protagonistin ein möglichst durchschnittliches Leben anzudichten. Damit will sie erreichen, dass sich ebenso durchschnittliche Menschen in sie einfühlen können und erkennen, wie frauenfeindlich die heutige Gesellschaft immer noch ist. Dadurch, dass Kim Jiyoung’s Leben allerdings so völlig belanglos vor sich hinplätschert, muss sich auch die Leserschaft auf eine ziemlich langweilige Lektüre einstellen.

    Es ist allerdings nicht nur der ereignislose Inhalt, weswegen dieses Buch so überhaupt nicht mitreißt, sondern auch der allzu nüchterne Schreibstil. Über weite Strecken könnte es eine Reportage sein – es werden sogar Zahlen aus Studienergebnissen in den Text eingeflochten – doch dieses Konzept mit der gänzlich übergangslosen Mischung zwischen Fiktion und Realität ist in meinen Augen völlig missglückt. „Als Jiyoung 2005 ihr Studium abschloss, veröffentlichte ein Jobportal im Internet die Ergebnisse einer Untersuchung zur Frauenquote bei etwa hundert Unternehmen. Sie lag bei 29,6 Prozent.“ (S. 109)

    Wo die Beschreibungen von Kim Jiyoungs Kindheit wenigstens noch kleine Einblicke in die südkoreanische Lebenskultur liefert, reiht sich ab ihrem Studium eigentlich nur noch eine frauendiskriminierende Szene an die nächste.
    Der grundsätzliche schriftstellerische Leitsatz „show don’t tell“ blieb von der Autorin auf so schlimme Weise unbeachtet, dass es eigentlich nur noch weh tut.

    „Jiyoung wurde gelegentlich zu einer anderen Person. Manche dieser Personen lebten noch, andere waren bereits tot. Alle waren Frauen aus ihrem unmittelbaren Umfeld.“ (S. 196) So hatte ich erhofft, dass ihre sogenannte Verrücktheit am Ende des Buches noch für einen Plottwist sorgt. Doch selbst da wurde ich enttäuscht.

    Ja, ich verstehe das Anliegen dieses Buches.
    Ja, es ist ungerecht, dass gut ausgebildete Frauen keinen Job bekommen, nur weil sie Frauen sind.
    Ja, es ist haarsträubend, dass in unserer ach so fortschrittlichen Welt Frauen weniger verdienen als Männer.
    Aber: nicht in dieser Form!
    Diese in Selbstmitleid versinkende Frau hat mich überhaupt nicht angesprochen. Sie hat mich nur genervt.

    Ich war definitiv die richtige Adressatin für dieses Buch.
    Wahrscheinlich, weil ich mein eigenes Leben nicht als eine Aneinanderreihung von Benachteiligungen empfinde.
    Nein, Kim Jiyoung ist NICHT wie jede Frau - jedenfalls nicht wie ich.

  4. Cover des Buches Miroloi (ISBN: 9783446261716)
    Karen Köhler

    Miroloi

     (165)
    Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemaus

    Ich wollte das Buch auf Seite 70 bereits aus der Hand legen, als es geschah: Es packte mich, fing mich ein und ließ mich bis zum Ende nicht mehr los. 571 Seiten in 2 Tagen (ok, ich bin für 15 Tage in Thailands Quarantäne weggeschlossen, aber ich hätte auch draußen jede Minute lesen müssen…)

    Das Mädchen ohne Namen, die Protagonistin des Buches, wurde als Baby auf die Treppe des Bethauses auf der fiktiven Insel „im schönen Dorf“ (vermutlich in Griechenland) ausgesetzt.
    Seitdem ist sie verantwortlich für alles Schlechte, was im Dorf passiert. Sie wird von den abergläubischen Dorfbewohnern gemoppt und beschimpft, die Dorfkinder laufen ihr hinterher: „Eselshure, Schlitzi, Nachgeburt der Hölle. Ich war schon von Anfang an so hässlich, dass meine Mutter mich lieber hier abgelegt hat, statt mich zu behalten“ (S.9).
    Sie gehört nicht zur Gemeinschaft, darf keinen Namen haben, nicht heiraten und auch später keine Kinder kriegen.
    Aber sie darf arbeiten: Auf dem Feld, im Stall, in der Küche, Wäsche waschen und nähen.. Jeder darf sich das Mädchen für Arbeiten ausleihen.

    Das Dorf ist hinterwäldlerisch: Frauen dürfen nicht lesen und schreiben lernen. Es gibt keinen Strom und wer nicht gehorcht, wird an den Pfahl gebunden und bestraft.

    Es ist die Geschichte einer männerdominierten Dorf-Gesellschaft, wo ein Mädchen Mut aufbringt und sich widersetzt.

    Die Sprache des Romans ist poetisch, aber naiv doch interessant.
    Mir hat gefallen, wie Karen Köhler es geschafft hat, verschieden Kulturen und Religionen zu verknüpfen: So heisst das Gebetbuch des Dorfes Khorabel, die 3 Götter kommen aus dem Hinduismus, wobei die Gemeinschaft eher an die Sekte Colonia Dignidad erinnert.

    Das Buch hat mich ein wenig traurig zurückgelassen: so weiß man, dass es diese Art von Unterdrückung noch in der heutigen Zeit gibt und Religionen als Machtmittel benutzt werden.

    Ein großartiges #romandebüt, ein Buch was nicht so schnell vergessen wird, ein #buchhighlight für mich!

  5. Cover des Buches To Kill A Mockingbird (ISBN: 9781784752637)
    Harper Lee

    To Kill A Mockingbird

     (451)
    Aktuelle Rezension von: chillbibliophie

    INHALT:

    At the age of eight, Scout Finch is an entrenched free-thinker. She can accept her father's warning that it is a sin to kill a mockingbird, because mockingbirds harm no one and give great pleasure. But Scouts world isn‘t as happy as it seems. 

    REZENSION:

    Ich bin relativ schwer in das Buch hineingekommen. Das könnte aber an der englischen Version liegen. 

    Die Geschichte wird aus der kindlichen Sicht von Scout, was also auch etwas anders ist. 

    Leider war für mich einfach nicht wirklich viel los. Erst am Seite 200/310 ging es mal. Da wurde auch endlich das Hauptthema aufgegriffen. 

  6. Cover des Buches Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019 (ISBN: 9783608504842)
    Bernardine Evaristo

    Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019

     (106)
    Aktuelle Rezension von: GAIA

    In diesem meisterhaften Werk gelingt es Bernardine Evaristo problemlos 12 Leben in ein Buch zu packen. Ausgangspunkt bildet die schwarze, feministische, lesbische Theaterautorin Amma, die einen späten Erfolg mit ihrem aktuellen Werk über afrikanische Amazonen landet und im National Theatre in London uraufgeführt wird. Sie ist ein unkonventionelle Zeitgenossin, schon immer gewesen. Und mit jedem neuen Kapitel und den dazugehörigen drei Unterkapiteln entdecken wir die Leben von Mädchen, Frauen etc., die in irgendeiner Weise mit Amma oder untereinander in Verbindung stehen. Und mit „Leben entdecken“, meine ich tatsächlich, dass uns die mitunter konventionellen, aber auch häufig unkonventionellen Lebensereignisse und -entwürfe auf nur wenigen, knackigen Seiten erzählt werden, und wir haben bereits eine Ahnung davon bekommen, was diese Personen zu denen hat werden lassen, die sie sind.

    Was zu Beginn noch merkwürdig erscheint, da man als Leser*in nicht unbedingt von einem Charakter weggezogen und zu jemand anderen katapultiert werden will, wird zunehmend spannender. In jede einzelne Geschichte - und damit auch jeden vorgestellten Art Typus „Frau“ – taucht man problemlos beim Lesen ein. Ganz schnell ist man in der neuen Geschichte angekommen und will gar nicht mehr weg. So zeigt Evaristo nicht nur in Romanen bereits häufig ausgearbeitete Typen, sondern auch ganz neue Blickwinkel. Eben der Blickwinkel ist etwas, mit dem hier auch gespielt wird. Denn natürlich, selbst wenn die Protagonistinnen sich untereinander irgendwie kennen, haben sie doch unterschiedliche Wahrnehmung voneinander als auch von überschneidenden Ereignissen in ihren Leben. Das öffnet die Wahrnehmung der Lesenden auf unsere unwillkürliche Subjektivität und fördert bestenfalls einen geweiteten und zunehmend unvoreingenommenen Blick auf unsere Mitmenschen.

    Sprachlich ist der Roman ein Hingucker, da die Texte mit Beginn eines Unterkapitels also einer Lebensgeschichte mit einem Satz beginnen, der erst am Ende des jeweiligen Kapitels endet. Anstrengend zu lesen ist das keinesfalls. Schnell ist man im Rhythmus der Autorin drin. Die Übersetzerin Tanja Handels soll an dieser Stelle lobende Erwähnung finden.

    Allein die letzten 50 Seiten hätte die Autorin straffen oder - ob der Genialität ihres Romans bis dahin - gar ganz weglassen können. Aber das tut dem Lesevergnügen in keinster Weise einen Abbruch, ebenso wenig wie dem Erkenntnisgewinn und der Blicköffnung durch diesen wunderbaren Roman. Dieses Buch sollte gelesen werden. Von so vielen Menschen wie möglich. Männlich oder weiblich, Schwarz oder Weiß, und allen, die sich dazwischen oder außerhalb einordnen. Ein interessantes, lehrreiches Vergnügen mit Tempo (die 500 Seiten fliegen dahin) und Witz.

  7. Cover des Buches Vox (ISBN: 9783596704514)
    Christina Dalcher

    Vox

     (352)
    Aktuelle Rezension von: Fromme_Helene

    Gute Dystopie, die auf der gleichen Idee eines totalitairen Staates zur Unterdrückung der Frauen basiert wie Margret Atwood`s „The Handmaid`s tale“. Ich habe es trotzdem nicht als abgekupfert empfunden, mehr ein moderne Adaption. Die Autorin hat auf eine lange Einführung der Weltordnung und der politischen Verhältnisse verzichtet, dafür die Fakten gekonnt in die Handlung eingeflochten. Flüssig erzählt, saubere POV und gute Wendungen zeugen von guter Handwerkskunst. Auf mich wirkte die wissenschaftliche Basis etwas wackelig und die Auflösung überhastet. Enge Bindung an die Charaktere wurde leider dem Spannungsbogen geopfert. Diese nahm dafür mit jeder Seite zu, so dass ich das Buch am Ende nicht mehr weglegen wollte. Die Idee und Umsetzung gehören zu den Besseren im Dystopien-Universum und fielen in meinem feministischen Herzen auf fruchtbaren Boden.

  8. Cover des Buches Die Zeuginnen (ISBN: 9783492316651)
    Margaret Atwood

    Die Zeuginnen

     (164)
    Aktuelle Rezension von: Darryl1208

    Das Buch setzt eine nicht näher definierte Zahl von Jahren nach "Der Report der Magd" ein und beschreibt die Geschichte Gileads sowohl aus der Sicht Tante Lydias, die in Rückblenden immer wieder erzählt, wie sie zu Tante Lydia wurde, als auch eines Teenagers die in Gilead verheiratet werden soll. Parallel dazu wird noch die Geschichte eines anderen jungen Mädchens beschrieben, die in Kanada lebt und deren Leben sich radikal verändert, als ihre Eltern von Terroristen aus Gilead getötet werden.
    Im Laufe des Romans vermischen sich die Geschichten dieser drei Pwersonen zu einer einzigen und es wird die Entwicklung beschrieben, die zum Zusammenbruch Gileads führte.


    Sowohl sprachlich als auch inhaltlich hat mir das Buch sehr gut gefallen.

    Bei der Geschichte um Tante Lydia fand ich richtig gut, das man wunderbar hinter die Kulissen des Tanten Systems schauen kann und speziell bei Tante Lydia merkt, wie sehr sie wen in der Hand hat und das es den Kommandanten, die angeblich die eigentlichen Herrscher Gileads sind, nicht ohne weiteres möglich wäre hochrangige Tanten wie zB Lydia aus dem Verkehr zu ziehen.
    Lydia hat von Anfang an in Gilead gemerkt, das sie um selber überleben zu können, möglichst viel über möglichst viele Mitmenschen wissen muß und dieses Wissen zum richtigen Zeitpunkt gegen andere einsetzen muß ohne zu unverschämt in ihren Forderungen zu sein.
    Der Erzählstrang um Agnes beschreibt sehr gut wie Mädchen in Gilead aufwachsen und das die einzige Aufgabe von jungen Mädchen der Oberschicht darin besteht, so zu verheiratet werden, das es für ihre "Eltern" vorteilhaft ist. Die einzige Möglichkeit dem zu entkommen ist zur Tante berufen zu werden. Da wird schaurig deutlich beschrieben, wie langweilig das Leben eines Mädchens ist, deren Lebensinhalt darin besteht Heiratsware zu sein. Eine deutliche Homage an die Lebensgeschichte von Adelstöchtern im Europa bis Anfang des 20. JHDs
    Daisy wiederum ist eigentlich ein normaler sechzehnjähriger Teenager, deren Eltern in Kanada einen Gebrauchtkleidungsladen haben - denkt sie. Ihr Leben ändert sich schlagartig, als ihre Eltern von Terroristen aus Gilead ermordet werden. Wie sich ihr Leben ändert und was in ihr vorgeht als sie einige Hintergründe erfährt liest sich auch sehr gut.

    Als Agnes und Daisy im Laufe des Romans aufeinander treffen merkt man als Leser sehr genau wie unterschiedlich die beiden aufgewachsen sind und wie unterschiedlich die Kulturen in Gilead und Kanada sind. Da hat sich die Autorin sehr viel Mühe gegeben genau dadrüber nach zu denken, wie sich jemand fühlen muß, die in eine Kultur gerät wo das Frauenbild ein völlig anderes ist, als da wo sie aufgewachsen  ist.
    Besonders in den Aufzeichnungen von Tante Lydia sind auch immer wieder Gedanken eingesponnen, die eine glaubwürdige Kritik an Theokratien, korrukten Politikern und multinationalen Konzernen sind, sei es im Umfeld von Gilead oder auch gut auf das hier und jetzt übertragbar.

    Genau wie der "Report der Magd" hat auch "Die Zeuginnen ein Ende, das einerseits die Handlungsstränge des Buches abschließt, andererseits die Möglichkeit einer Fortsetzung offen läßt. Speziell die Entwicklung von Agnes und Daisy nach diesem Buch würde mich durchaus interessieren.



  9. Cover des Buches Die Geschichte der schweigenden Frauen (ISBN: 9783946503941)
    Bina Shah

    Die Geschichte der schweigenden Frauen

     (71)
    Aktuelle Rezension von: 3lesendemaedels

    Es herrscht ein autoritäres Regime in der Zukunft der asiatischen Mega-Metropole Green City. Das Leben der Bewohner wird bis ins Privateste kontrolliert. Weil es zu wenig Frauen gibt, müssen sie mehrere Männer haben, um möglichst viele Kinder zu gebären. Doch die Frauen der Panah, die im Untergrund leben, möchten sich diesem Zwang nicht beugen. Sie verbringen ihre Nächte mit hochgestellten Männern, nur um ihnen Nähe zu geben und gute Gespräche zu führen. Berührungen ohne Sex ist die Bedingung von Lin für ihre Frauen, die Zuflucht in der Panah fanden. Bis eines Morgens ihr Liebling Sabine ohnmächtig vor dem Haus eines Klienten zusammenbricht.
    Die pakistanische Schriftstellerin hat eine gute, poetische Geschichte geschrieben, die, wenngleich sie auf der Welle von "Report der Magd" mitschwimmt, gut umgesetzt ist.

  10. Cover des Buches Wüstenblume (ISBN: 9783426789858)
    Waris Dirie

    Wüstenblume

     (1.526)
    Aktuelle Rezension von: angeltearz

    Zwischendurch mag ich es ganz gerne mal ein Buch über das Leben eines anderen Menschen zu lesen. Aber auch nur, wenn es auch eine Aussage hat. Ich höre auch unheimlich gerne meinen Großeltern und auch früher meiner Urgroßmutter zu, wie sie von ihrem Leben erzähl(t)en. Irgendwie hat doch jeder sein Päckchen zu tragen, die einen mehr und die anderen weniger. Und ich bin leider sehr neugierig und frage nach – wenn es mich interessiert.

    Waris Dirie ist ein Mensch, der sehr viel in seinem Leben durchmachen musste und ich freue mich darüber sehr, dass sie ihre Geschichte niedergeschrieben hat. Und ja, ich bin absolut davon überzeugt, dass sie dieses Buch selber geschrieben hat. Denn der Schreibstil ist einfach – stellenweise sogar sehr einfach. Aber das passt einfach zu dem Buch und zu ihrer Geschichte. Es macht das Ganze direkt noch glaubwürdiger. Waris möchte hier nicht Geld machen mit dem Buch, wie es dann doch einige Promis machen. Nein, sie möchte von ihrem Leben erzählen und sie möchte aufklären. Ganz weit oben die Beschneidung von Frauen. Immer noch ein absolutes Tabu-Thema und auch nicht wirklich real. Leider!

    Waris musste es selber durchstehen unter ganz schlimmen Bedingungen, die mir gar nicht in den Kopf gehen wollen. Es ist so schrecklich, was ihr angetan wurde. Es ist fast noch schrecklicher, dass es immer noch gemacht wurde, weil es zu einer Tradition gehört. Es gehört sich einfach so in Somalia, wo Frauen als Gegenstand bzw. als Besitz angesehen werden. Es ist einfach unglaublich und so unreal. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr es mich belastet.


    Ich finde, dass jeder dieses Buch gelesen haben sollte. Waris Dirie ist ein Mensch, auf den man aufsehen kann. Sie hat so viel durchgemacht und ist heute eine Frau, die für ihr Recht einsteht. Sie ist gewachsen mit ihrem Leben und hat das Beste daraus gemacht. Auch wenn sie es nicht schreibt, ist sie sicherlich das eine oder andere Mal zusammengebrochen und hat an dem gezweifelt, was sie getan hat. Aber letztendlich ist sie von Grund auf eine starke Frau und das sollte ein Vorbild sein. Für mich ist sie es jedenfalls.


    Von mir gibt es für dieses Buch eine ganz dicke Leseempfehlung.

  11. Cover des Buches Die Päpstin (ISBN: 9783352009518)
    Donna W. Cross

    Die Päpstin

     (4.351)
    Aktuelle Rezension von: booksandperfumes

    Ein sehr spannender, mitreißender Roman, welcher historisch gut erarbeitet und bildhaft erzählt wird. Ich wollte das Buch gar nicht mehr weglegen, weil mich das Schicksal der Hauptfigur nicht mehr loslassen wollte und ich immer mitgefiebert habe, ob sie ihre Tarnung aufrecht erhalten kann.

  12. Cover des Buches Unerhörte Stimmen (ISBN: 9783036961095)
    Elif Shafak

    Unerhörte Stimmen

     (48)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die sonst von mir ausserordentlich geschätzte Autorin vermag mich mit diesem Roman nicht zu begeistern. Der Plot wirkt sehr konstruiert, abgründig bis ins Skurrile und weist trotz vielen weitsichtigen und klugen Gedanken eine fremdartige Sprache und Atmosphäre auf. Schade finde ich, dass die Protagonisten mit ihren aufgesetzten Dialogen ihre eigenen Werte und Vorstellungen der Gesellschaft, in der sie leben, wenig glaubwürdig verkörpern. Insofern ist absurderweise der Titel des Buches ganz stimmig.


    Die früheren Romane ‚Ehre‘ und ‚Der Geruch des Paradieses‘ sind dichter, überzeugender und offenbaren wesentlich mehr Tiefgang.


  13. Cover des Buches Scarpetta (ISBN: 9783442471669)
    Patricia Cornwell

    Scarpetta

     (105)
    Aktuelle Rezension von: MaFu

    Seit Cornwell Benton Wesley hat sterben und dann völlig unlogisch wieder hat auferstehen lassen, lese ich die Scarpetta-Reihe nur noch mit viel Skepsis und weil ich einige der Charaktere sehr mag. Aber auch diesmal bin ich enttäuscht worden, die Geschichte bleibt flach, ich hatte nie wie in den ersten Bänden das Gefühl, mittendrin zu stecken. Und die Aussage von Marino, die versuchte Vergewaltigung von Scarpetta sei die ehrlichste Tat in seinem Leben gewesen? Sehr fragwürdig...

  14. Cover des Buches Schau mich an (ISBN: 9783036958293)
    Elif Shafak

    Schau mich an

     (12)
    Aktuelle Rezension von: kaelle

    Dieser Roman kreist um das Sehen in all seinen Facetten. Außerdem geht die Autorin der Frage nach, was schön und was hässlich ist und spielt mit der berühmten "Was wäre wenn"-Frage, die dem Buch im letzten Teil eine weitere, pointierte Ebene verleiht.

    Die Handlung ist indes schwierig zu beschreiben. Mehrere Handlungsebenen an verschiedenen Handlungsorten zu unterschiedlichen Zeiten sind kunstvoll ineinander geschachtelt. Dabei arbeitet die Autorin viel mit parallel aufgebauten Handlungssträngen sowie mit immer wiederkehrenden Motiven (z.B. Lippen, Schalen, Luftballons).

    Eine zentrale - wenn nicht gar DIE zentrale - Figur ist eine namenlose Ich-Erzählerin, die extrem dick ist, wodurch sie gleichzeitig von allen gesehen, aber auch absichtlich übersehen wird. Sie führt eine Beziehung mit einem kleinwüchsigen Mann, der ihre Probleme aufgrund seines Körperbaus perfekt nachvollziehen kann. Er verfasst ein Lexikon der Blicke, dessen Einträge in die Erzählhandlung eingestreut werden.

    Diese Lexikoneinträge regen stark zum Nachdenken an, sodass man den Roman schlecht einfach so runterlesen kann. Hinzu kommen die unzähligen Metaphern. Eine so bildreiche Sprache ist mir in einem Buch lange nicht mehr begegnet.

    Mir hat die Lektüre großen Spaß gemacht, wenn ich mir auch nicht anmaße, alles verstanden zu haben. Dazu müsste man das Buch wohl mehrmals lesen (oder deutlich mehr Zeit mitbringen). Aber auch mit nur einem Lesedurchgang empfand ich das Buch als Bereicherung mit guten Denkanstößen.

  15. Cover des Buches Iron Flowers – Die Rebellinnen (ISBN: 9783733504212)
    Tracy Banghart

    Iron Flowers – Die Rebellinnen

     (438)
    Aktuelle Rezension von: Christina_Unrau

    "Iron Flowers" wird abwechselnd aus der Perspektive von Serina und Nomi erzählt. Die Schwestern sind sehr unterschiedlich, würden aber alles füreinander tun. Diese Beziehung wird toll dargestellt und besonders Serina macht eine wahnsinnig beeindruckende Charakterentwicklung durch! Die zwei Sichtweisen ermöglichen nicht nur einen Einblick in beide Gefühlswelten, sondern auch die Handlungsstränge unterscheiden sich stark. Die Geschehnisse sind dabei alle sehr spannungsreich und total mitreißend. Bereits der Einstieg ist sehr gelungen und wirft den/die LeserIn direkt mitten ins Geschehen. Ein paar Aspekte erinnern zudem ein Stück weit an Panem. Es gibt mehrere überraschende Wendungen, die einen mitfiebern lassen, und das Buch endet mit einem schockierenden Cliffhänger, sodass man am liebsten direkt weiterlesen möchte.
    Der Schreibstil ist relativ einfach gehalten und erlaubt ein schnelles sowie flüssiges Lesen. Die Welt, in der Serina und Nomi leben, wird allerdings nicht sehr detailliert beschrieben - die fiktiven Orte werden nur ganz grob umrissen und es gibt keine klare Orientierung, in welcher Zeit sich die Geschichte abspielen könnte - es gibt sowohl Hinweise auf das Mittelalter als auch auf die Neuzeit. Somit hat das Worldbuilding leider gefehlt.
    Alles in allem handelt es sich aber dennoch um einen ausgesprochen spannungsgeladenen und fesselnden ersten Band mit unglaublich starken Protagonistinnen, der sehr neugierig auf die Fortsetzung macht!

  16. Cover des Buches Inventurdifferenz (ISBN: 9783552062276)
    Britta Mühlbauer

    Inventurdifferenz

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Tiffi20001
    Klappentext:

    „Frauen leben in einer permanenten Inventurdifferenz. Sie erbringen ihr Leben lang Leistungen, die ihnen nicht vergütet werden.“ Marlies Wolf sorgt dafür, dass einmal nicht die Frauen die Opfer sind – oder zumindest nicht nur. Ein psychologischer Thriller mit Gänsehaut-Effekt.
    „Die Macht von Männern. Die Wehrlosigkeit ihrer Opfer. Eine Heldin, die ein Mal im Gesicht trägt. Britta Mühlbauer schreibt eine Geschichte, die in ihrer Haltung und Konsequenz an Elfriede Jelinek erinnert, in der Wucht ihrer Bilder an Quentin Tarantino.“

    Buchgestaltung:

    Auf dem Cover kann man neben dem Titel „Inventurdifferenz“, der in rot gedruckt wurde, noch fünf Nägel erkennen. Leider kann mich das Cover nicht überzeugen. Mir gefällt zum einen die Farbgestaltung, die überwiegend grau ist, nicht 100% und auch ist mir die Gestaltung nicht aussagekräftig genug. Ich hätte mir gewünscht, bereits durch das Cover einen Einblick in das Buch zu erhalten. Dagegen gefallen mir Titel und der Klappentext gut, sie passen zum Buch und machen auf jeden Fall neugierig. Alles in allem gesehen eine nicht absolut gelungene Buchgestaltung.

    Eigene Meinung:

    Der Inhalt des Buches konnte mich im Gegensatz zur Buchgestaltung komplett überzeugen. Die Handlung ist sehr durchdacht, dabei absolut fesselnd und spannend. Ich konnte mich sehr schnell in die Geschichte hineinversetzen. Die Charaktere sind alle sehr individuell und trotzdem sympathisch und ich konnte ihre Gedanken nachvollziehen; besonders gut hat mir dabei die Hauptfigur gefallen. Die Sprache ist dem Buch absolut entsprechend, sie ist aber auch sehr angenehm zu lesen.

    Fazit:

    Ein toller Thriller mit einer sehr interessanten Thematik, der absolut zu empfehlen ist.

    Autor:

    Britta Mühlbauer, geboren 1961, studierte Musik, Romanistik und Germanistik. Sie veröffentlichte bisher Erzählungen in Literaturzeitschriften und Anthologien und lebt in Wien. 2008 erschien ihr Roman Lebenslänglich bei Deuticke, 2013 der Roman Inventurdifferenz.

    Allgemeine Infos:

    Titel: Inventrdifferenz
    Autor: Britta Mühlbauer
    Verlag: Deuticke
    Seitenzahl: 384
    Preis: 19,90 EUR
    ISBN: 978-3552062276
  17. Zeige:
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