Bücher mit dem Tag "frauenrechte"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "frauenrechte" gekennzeichnet haben.

190 Bücher

  1. Cover des Buches Animant Crumbs Staubchronik (ISBN: 9783959913935)
    Lin Rina

    Animant Crumbs Staubchronik

    (1.206)
    Aktuelle Rezension von: Shontelle_Books

    Bälle, Männer und Verlobungen – das sollte eigentlich im Kopf einer jungen 17-jährigen Dame aus dem Jahr 1890 in England herumschwirren. Doch bei Animant sind es Bücher, Bücher und noch mehr Bücher! (Wer kennt es nicht🫢) 


    Bälle sind nur gezwungenes Begleit, um die Güte ihrer Mutter nicht überzustrapazieren.

    Doch dann soll Animant nach London zu ihrem Onkel ziehen: Animant wittert Freiheit! Doch sie landet als Assistenz sie bei einem grimmigen jungen Bibliothekar ... der sie scheinbar so gar nicht leiden kann.

    Staubchronik ist seit 2018 mein Wohlfühlbuch – mein Zuhause, wenn ich mich in der Buchwelt verloren fühle. Mein Weg führt mich jedes Jahr mindestens einmal zurück zu dieser Geschichte. Eine Geschichte der selbstbewussten Animant und ihrer Ansicht der Welt in einem Zeitalter, welches … nun, wie soll ich sagen, doch gern gegen die Frauen gestimmt war.

    Lin Rinas Schreibstil ist so wohlig warm wie ein heißer Tee bei Regen. Diese Geschichte umhüllt mich jedes Mal, als würde ich sie das erste Mal lesen. Eine ruhige, cozy Liebesgeschichte, ungezwungen, gefühlvoll und verspielt. Die Geschichte kann man ohne Probleme mühelos weglesen, der Schreibstil ist bildhaft und charmant. Zurück bleibt: die kribbelnde Wärme der Worte und der Gefühle. 

    Lin hat hier ein Herzstück für mein Bücherregal gezaubert.

    Die Charaktere sind allesamt fantastisch – von der Protagonistin hin zu diversen kleinen Nebencharakteren, die ebenfalls so lebhaft sind, dass sie keine Statisten darstellen.

    Animant ist eine junge, freche Dame, welche so gar nicht in das damalige Zeitalter hineinpasst. Genau das macht sie so charmant und sehr humorvoll. Ihre Einstellung und ihr Hitzkopf sind großartig geschrieben, man kann sich in ihre Situationen des Erwachsenwerdens sehr einfühlen, und sie ist sehr nahbar. Ich wäre genauso 1890! 

    Mr. Reed ist genau nach meinem Geschmack – ein kalkühner, bissig dreinschauender, schöner Mann, der anfangs sehr einfach und naja … reserviert dargestellt wird. Mit der Zeit erweichen seine Gesichtszüge und seine Art (für Animant), und dennoch bleibt er genau so kühl wie am Anfang. Diese Balance ist unfassbar geschrieben, und ich habe das selten so gut dosiert gelesen. Er ist er, und niemand kann ihn ändern: Nur für manche lässt er sein Herz spielen, ein bisschen!

    Mein Herz hat ebenfalls Miss Hamilton erobert – sie ist einfach … unverbesserlich und unfassbar genial! Mein kleiner weiblicher Crush!

    Die Geschichte ist manchmal ein kleines Auf und Ab und so gefühlvoll geschrieben! Sucht ihr ein cozy Reading ohne Zwang und ohne großes Denken, aber mit viel Herz? Dann seid ihr genau richtig!

  2. Cover des Buches Der Report der Magd (ISBN: 9783492303279)
    Margaret Atwood

    Der Report der Magd

    (903)
    Aktuelle Rezension von: Tigerkatzi

    In einer fiktiven Zukunft Nordamerikas, können immer weniger Frauen Kinder bekommen, ein Umsturz findet statt, ein neuer Staat wird gegründet, neue Gesetze treten in Kraft. Dies ist der Bericht einer, sogenannten Magd, einer Frau, die nur dafür benutzt wird, einem hochrangigem Paar ein Kind zu gebären.
    Margaret Arwood schildert in diesem Roman so beklemmend, wie es nur sein kann, von genau diesen Begebenheiten. Immer wieder gibt es auch kurze Rückblicke in die Vergangenheit und wie alles kam, immer wieder fürchtet man als Leser/in um das Leben der Erzählenden.
    Der Stil ist eher knapp gehalten, nicht ausgeschmückt, aber sehr authentisch. Die Zuklunftsvision ist erschreckend, aber kaum überraschend.
    Sehr empfehlenswert zu lesen.

  3. Cover des Buches Eine Frage der Chemie (Schmuckausgabe) (ISBN: 9783492076005)
    Bonnie Garmus

    Eine Frage der Chemie (Schmuckausgabe)

    (786)
    Aktuelle Rezension von: ElOlorDeUnLibro

    Elizabeth Zott ist Chemikerin in den 60er Jahren - und dementsprechend täglichen frauenfeindlichen Anfeindungen ausgesetzt. "Frauen gehörten schließlich hinter den Herd und an die Kindererziehung" - doch nicht so Elizabeth. Sie weigert sich, sich den strikten "Konventionen" und der struktuellen Benachteiligung zu unterwerfen. Sie ist alles, was Frauen zu der Zeit nicht sein dürfen: laut, energisch, hochintelligent und nie verlegen ihre Meinung zu vertreten - und dabei der Männerwelt ordentlich auf den Schlips zu treten. Doch nicht einmal Elizabeth gelingt es, sich den Schicksalsschlägen und den Ungerechtigkeiten der USA der 60er Jahre zu erwehren und kämpft gegen alle Widrigkeiten für ihren großen Traum: die Chemie!


    Meine Meinung:

    Wow! Was für ein Buch!

    Es ist ja tatsächlich weit weg von meinem "normalen" Lesebeuteschema, aber das Buch war ein Geschenk von Buchhändler meines Vertrauens - klar, dass das gelesen wird. Und es war so toll!

    Elizabeth ist eine wahnsinns Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt. Man fiebert mit jedem ihrer Schachzüge mit und leidet bei jedem erneuten Rückschlag ebenso mit.

    Das Buch kann ich absolut jedem empfehlen und vor allem im Hinblick darauf, dass veraltete Rollenbilder offenbar wieder en vogue sind (🤮), ist es ein unglaublich wichtiges Buch!!


    Fazit:

    Unbedingt lesen!

  4. Cover des Buches Gottes Werk und Teufels Beitrag (ISBN: 9783257600209)
    John Irving

    Gottes Werk und Teufels Beitrag

    (1.031)
    Aktuelle Rezension von: Fynn_Augustus

    Finde das Buch wirklich sehr gut. Vielschichtige Personen, die die Handlung schon fast unwichtig machen. Der Erzählstil ist sehr langsam, was ich persönlich sehr gerne mag wenn es gut gemacht ist. Es geht um die Personen, ihre Beziehungen zueinander und zu ihrer Umwelt, ihre Persönlichkeiten und ihre Leben. Die Abtreibungsdebatte wird humanisiert. Rassismus ist kein Hauptthema, aber trotzdem weißt der Autor auf einige Probleme hin.

    Ich kann das Buch grundsätzlich jedem empfehlen, nicht geeignet ist es meiner Meinung nach für Lese(wieder)einsteiger, da eben wenig passiert und das für Leute, die nicht viel lesen, öde sein kann, vor allem, da das Buch über 800 Seiten hat. 

  5. Cover des Buches Unsichtbare Frauen (ISBN: 9783442718870)
    Caroline Criado-Perez

    Unsichtbare Frauen

    (126)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77


    Der Großteil der Menschheitsgeschichte ist eine einzige Datenlücke. Beginnend mit der Theorie vom Mann als Jäger räumten die Chronisten der Vergangenheit der Frau in der Entwicklung der Menschheit weder in kultureller noch in biologischer Hinsicht viel Platz ein. Stattdessen galten männliche Lebensläufe als repräsentativ für alle Menschen. […] Doch das Problem ist nicht nur, dass etwas verschwiegen wird. Die Leerstellen und das Schweigen haben ganz alltägliche Folgen für das Leben von Frauen. […] Die von Männern nicht berücksichtigten frauenspezifischen Faktoren betreffen die verschiedensten Bereiche. Dieses Buch wird jedoch zeigen, dass drei Themen wieder und wieder auftauchen: Der weibliche Körper, die von Frauen geleistete, unbezahlte Care-Arbeit und Gewalt von Männern gegen Frauen.


    Wenn es um die Sicherheit bei Autounfällen geht, werden die dazugehörigen Vorrichtungen abgestimmt auf Körpertypen, die auf männlichen Modellen beruhen; ebenso ist es bei verschiedenen besonderen Kleidungsstücken wie etwa schusssicheren Westen. Regale werden so konstruiert, dass ein durchschnittlicher männlicher Körper das oberste Brett erreichen kann. Räumdienste in Städten räumen priorisiert die Straßen frei, statt die Fußgänger- und Fahrradwege, die sehr viel öfter von Frauen frequentiert werden.

    Dies sind nur einige anschauliche Beispiele, fast noch harmlos. Zu ihnen gesellen sich die großen Ungleichheiten bei der Bezahlung, die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Reaktionen auf männliche und weibliche Körper in der Öffentlichkeit und, auf einer abstrakten Ebene, das generelle Fehlen eines weiblichen Faktors in den Erhebungen von Daten zu jeglichem Thema. Dabei wird nicht nur die unbezahlte Care-Arbeit von Frauen systematisch unterschlagen, sondern elementare und nachweislich feststellbare Bedürfnisse von Frauen bleiben unberücksichtigt. So kommt es zu der Welt in der wir leben – einer Welt, die für Frauen ein wesentlich problematischerer und unzureichend eingerichteter Ort ist als für Männer. Und auch das allgemeine Narrative dieser Welt, mit allen darin zusammengeführten Geschichten von Erfolg, Glück, etc. ist meist männlich.


    Die Folge dieser zutiefst männlich dominierten Kultur ist, dass männliche Erfahrungen und Perspektiven als universell angesehen werden, während weibliche Erfahrungen – also die Erfahrungen der Hälfte der Weltbevölkerung – als, nun ja, Randerscheinung wahrgenommen werden. […] Deshalb auch ergab 2015 eine Studie über Wikipedia-Einträge in mehreren Sprachen, dass Artikel über Frauen Wörter wie »Frau«, »weiblich« oder »Dame« enthalten, während Artikel über Männer nicht »Mann«, »männlich« oder »Herr« umfassen (weil das männliche Geschlecht stets unausgesprochen unterstellt wird).


    Gerade was die Entwicklungsgeschichte der Menschheit betrifft, haben wir meist die männliche Geschichte und die Errungenschaften für die Männer vor Augen – Frauen haben von der Athener Demokratie ebenso wenig profitiert wie von Renaissance und Aufklärung, trotzdem werden sie als übergreifende Errungenschaften gefeiert (die emanzipatorischen Bewegungen gelten dagegen dezidiert als Errungenschaften nur für Frauen). Diese aufs Männliche fixierte Weltsicht wird, wie Criado-Perez sehr umfassend darlegt, für universell gehalten, während eine weibliche Perspektive meist als ideologisch (!) aufgeladen gilt und mit diesem Argumente auch oft beiseitegeschoben wird.


    »Unsichtbare Frauen« erzählt, was geschieht, wenn wir die Hälfte der Menschheit einfach vergessen. Es zeigt, wie die geschlechtsbezogene Datenlücke Frauen im Lauf eines mehr oder weniger normalen Lebens schadet – hinsichtlich der Stadtplanung, der Politik oder der Arbeitsplätze.


    Es ist in der Tat ein Mammutwerk, das die Autorin hier vorgelegt hat, und das mit jeder vorgebrachten Statistik, mit jedem neuen Themengebiet, auf das Criado-Perez zu sprechen kommt, fundamentaler wird. Man kann es, so behaupte ich, nicht ohne teilweises Entsetzen und Erschrecken lesen. Dass die Macht- und Bezahlstrukturen in unseren Gesellschaften ungerecht sind, ist bereits in einer breiteren Öffentlichkeit angekommen. Dieses Buch aber zeigt, wie tief die Wurzeln, Vorstellungen und Mechaniken, die diese Strukturen stützen und von ihnen hervorgebracht wurden, in alle Winkel des Alltags reichen. Von den einfachsten Wahrheiten bis zu den komplexesten Diskriminierungen ist dabei alles enthalten – viele Geschichten über die repräsentative Abwesenheit von Frauen in allen (für sie) wichtigen Bereichen.

    Jede/r sollte zumindest einen Blick in dieses Buch werfen. Vor allem Männer und besonders die, die glauben, sie lebten nicht in einer sexistischen Welt und hätten einen objektiven Blick auf die Dinge (oder ein objektiver Blick würde ihnen täglich präsentiert).


    Studien haben gezeigt, dass die Überzeugung, man selbst sei objektiv oder nicht sexistisch, zu weniger Objektivität und mehr sexistischem Verhalten führt.


  6. Cover des Buches Gute Geister (ISBN: 9783442776368)
    Kathryn Stockett

    Gute Geister

    (708)
    Aktuelle Rezension von: Hopeandlive

    Wie befinden uns in Jackson, Mississippi im Jahr 1962 und werden mit hineingenommen in die Atmosphäre und die Stimmung, die dieses Land zu dieser Zeit geprägt hat. Da ist zum einen die junge Skeeter, eine schlacksige junge Frau, die sich nicht so ganz dem herrschenden Zeitgeist der damaligen Zeit unterordnen möchte, der besagt, dass junge Frauen doch nach dem College möglichst schnell heiraten und Kinder bekommen sollen. Skeeter träumt davon zu schreiben, sie möchte Autorin werden und nachdem sie unter Mühen ein Volontariat bei einer regionalen Zeitung ergattert hat und einen Buchvertrag mit einem Verlag in New York in Aussicht hat, beginnt sie heimlich eine Geschichte zu schreiben, die das Potential hat in der damaligen Zeit für ziemlich viel Unruhe zu sorgen. 

    Doch diese Geschichte kann Skeeter nicht alleine schreiben, es ist nämlich kein erfundener Roman, sondern eine teils bittere und traurige und auf der anderen Seite humorvolle Geschichte. Die wirklichen Autoren dieser Geschichte sind Aibileen und Minny und viele andere Frauen. Ihnen ist es nicht erlaubt ihre Geschichten zu veröffentlichen, denn das würde sie in wirkliche Lebensgefahr bringen, sie und ihre Familien, denn Aibileen und Minny sind farbige Frauen, die als Dienstmädchen für weiße Familien arbeiten, den Haushalt machen, jeden Tag kochen und putzen und ihre Kinder hüten. Jedes weiße Kind des gehobenen Mittelstandes ist zu dieser Zeit mit einer farbigen Nanny aufgewachsen. Die weißen Familien vertrauen den fleißigen farbigen Frauen ihre Kinder an, lassen sie von ihnen herzen und liebkosen, verbieten ihnen jedoch die gleiche Toilette wie sie selbst zu benutzen, das könnte ja gesundheitsschädlich sein. Das ist eine Episode von vielen, die einen mehr als den Kopf schütteln lässt während des Lesens. 

    Es entsteht zwischen diesen so unterschiedlichen Frauen erstmal eine Zweckgemeinschaft, Skeeter möchte eine wahre Geschichte über die Dienstmädchen schreiben, die in fast jedem Haus im Süden der USA arbeiten, sie sehnt sich nach ihrer alten Nanny Constantine, die einfach verschwunden ist und von deren Verbleib ihre Mutter nichts sagen möchte. Sie lernt das private Leben von Aibileen und Minny kennen und sie erkennt, dass es in ihrem Land zwei verschiedene Welten gibt, etwas mit dem sie aufgewachsen ist, dass sie jedoch mehr und mehr nicht mehr gutheißen kann. Aibileen hat ihr ganzes Leben die Kinder weißer Leute aufgezogen und denkt noch oft mit inneren Schmerzen und Traurigkeit an ihren Son Treelore und das Versprechen, dass sie ihm gegeben hat. Sie wird nicht müde den Kindern drei wichtige Sätze für ihr Leben mitzugeben, du bist lieb, du bist gescheit, du bist wichtig und vielleicht sagt sie es auch zu sich selbst. Minny hingegen gleicht einem rollenden Vulkan mit dem Herzen auf dem rechten Fleck und einer sehr großen Mundwerk, welches bei den weißen Damen, für die sie arbeitet nicht wirklich gut ankommt und so sieht sich Minny immer wieder herausgefordert eine neue Arbeitsstelle zu suchen. Auf dieser Suche begegnet sie Miss Celia, einer sehr jungen und blonden Lady, die irgendwie auch das Herz auf dem rechten Fleck hat, doch wird der Leser und die männlichen und weiblichen Protagonisten doch sehr von ihrem offenherzigen Anblick abgelenkt. Zwischen diesen beiden so verschiedenen Frauen, die nicht nur in der Hautfarbe begründet sind, entwickelt sich eine wirklich herzliche Beziehung, wie sie sich halt entwickelt, wenn ein Vulkan auf Naivität trifft und wenn eine Frau der anderen versucht das Kochen beizubringen. Somit nimmt die Geschichte ihren Lauf und das Buch wird veröffentlicht. Skeeter freut sich, Aibileen, Minny und die anderen Frauen sind in Angst, denn sie wissen, was auf sie zukommen könnte, doch Minny hat eine listige Rückversicherung in ihre Geschichte mit eingebaut und nun darf der Leser mehr als gespannt sein, wie es weitergeht....

    Ich habe diese Geschichte geliebt zu lesen. Kathryn Stockett nimmt den Leser in verschiedenen Erzählperspektiven mit hinein in diese für farbige Menschen so gefährliche Zeit der Rassentrennung in der USA und wir erleben welche Revolution diese Geschichte verursacht hat. Mit teilweise lachendem, ich kann keine Schokolandentarte mehr anschauen ohne an Minny zu denken, und einem weinenden Auge, wenn diese vielen fürchterlichen Ungerechtigkeiten dieser Zeit erzählt werden. Auch für weiße Menschen, die nicht dem damaligen Narrativ entsprachen, war diese Zeit nicht einfach. Die persönliche Entwicklung der Protagonistinnen und auch die Flair dieser 60er Jahre sind einfach wunderbar beschrieben und ich bin auch von der Verfilmung sehr begeistert. 

    Absolut lesenswert!


  7. Cover des Buches Vox (ISBN: 9783596704514)
    Christina Dalcher

    Vox

    (429)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    "Vox" von Christina Dalcher wollte ich eigentlich schon vor einigen Jahren lesen, doch irgendwie sind dann doch immer wieder andere Bücher in den Fokus gerutscht.

    Mittlerweile gibt es schon zahlreiche Rezensionen und Bewertungen zu dem Buch, in denen die Geschichte nur durchschnittlich abschneidet und hinter den Erwartungen vieler Leser zurückbleibt.

    Ich bin also voller Neugier in die Welt eingetaucht, in denen Frauen um ihre Worte beschnitten werden.

     

    "Ihr könnt uns die Wörter nehmen, aber zum Schweigen bringen könnt ihr uns nicht!"

    Zitat Klappentext

     

    Insgesamt war das Buch gut zu lesen. Oft empfand ich gerade zum Ende hin die Story als zu schnell abgehandelt und oberflächlich. Einige Szenen und Situationen ergaben nicht wirklich Sinn, bzw. hätte ich mir hier eine tiefere Ausarbeitung gewünscht.

    Da ich vor kurzem erst die Serie "The Handmaid´s Tale" nach der Romanvorlage von Margaret Atwood gesehen habe, hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, eine Kopie dessen zu lesen.

    Zwar ist die Geschichte der Wissenschaftlerin Jean McClellan eine Andere, doch tauchen in meinen Augen zu viele Parallelen zu der umfeierten TV-Serie auf. Sei es nun die Gründung eines neuen Amerikas aufgrund religiöser Fanatiker, die Unterdrückung und Beschneidung der Frauen, pastellfarbene Twinsets oder eine Rebellin, die durch ihren Liebhaber Unterstützung findet, um das System zu stürzen.

    Hier hatte ich tatsächlich häufig den Eindruck eine Fanfiction zu lesen.

    Im Ganzen nett zu lesen, aber die Geschichte begleitet leider einen faden Beigeschmack, wenn man die preisgekrönte Dramaserie um die Protagonistin June Osborne kennt.

  8. Cover des Buches Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019 (ISBN: 9783608504842)
    Bernardine Evaristo

    Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019

    (171)
    Aktuelle Rezension von: Christine_Delf

    ganz ohne Großschreibung am Satzanfang oder Punkte am Satzende zeigt dieser Roman von Bernardine Evaristo, was Stilelemente - oder auch deren Fehlen - alles können 

    die besondere Schreibweise liest sich zunächst irritierend, dann angenehm, denn der Sinn erschließt sich schnell: wir sind im Kopf der Protagonistinnen, und im Kopf denkt es sich nicht in Punkt und Komma, gerade und geschliffen, feinsäuberlich getrennt,

    der Kopf ist rund, der Inhalt chaotisch und genau das wird hier spürbar

    der Inhalt ist wichtig, für jeden von uns, wir springen in das Leben von zwölf Frauen, mal mehr, mal weniger miteinander verwoben, mal generationenübergreifend, aus wechselnden Perspektiven, sodass sich Sympathien und Antipathien fortlaufend verändern; erleben mit ihnen Rassismus, Sexismus, Feminismus, Rückschläge und Erfolge, Liebe, Siege, Verluste, springen dann wieder hinaus aus ihrem Kopf und ihrem Leben und fragen uns dann stets, wie ging es bloß weiter für dich, meine Liebe, wie geht es dir heute?

  9. Cover des Buches To Kill A Mockingbird (ISBN: 9781784752637)
    Harper Lee

    To Kill A Mockingbird

    (479)
    Aktuelle Rezension von: i1arie

    Ich muss gestehen, dass „How to kill a Mockingbird“ von Harper Lee schon einige Jahre in meinem Regal stand.

    Dennoch war ich überrascht, wie aktuell dieses Buch trotz seines Alters wirkt. Die Geschichte wird aus der Sicht der jungen Scout erzählt, die mit ihrem Bruder Jem und ihrem Vater Atticus in der kleinen Stadt Maycomb aufwächst. Besonders beeindruckt hat mich Atticus Finch, der als Anwalt einen schwarzen Mann verteidigt und dabei Mut, Moral und Gerechtigkeit zeigt – auch wenn viele Menschen in der Stadt dagegen sind.

    Das Buch zeigt sehr gut, wie Vorurteile entstehen und wie wichtig es ist, andere Menschen zu verstehen, bevor man über sie urteilt. Gleichzeitig sieht man die Welt durch Scouts kindliche Perspektive, was viele ernste Themen noch eindrucksvoller macht.

    Mir hat besonders gefallen, wie sich die Figuren im Laufe der Geschichte entwickeln und wie sich am Ende viele Dinge aus den ersten Kapiteln zusammenfügen. Insgesamt ist es eine sehr bewegende Geschichte über Empathie, Mut und Gerechtigkeit. Für mich ein Klassiker, der auch heute noch zum Nachdenken anregt.

  10. Cover des Buches Wie ein Leuchten in tiefer Nacht (ISBN: 9783499020346)
    Jojo Moyes

    Wie ein Leuchten in tiefer Nacht

    (287)
    Aktuelle Rezension von: Lesebesessen

    Alice begegnet dem Mann ihrer Träume 1937 und heiratet ihn. Alice will ihm in die USA folgen, um aus dem kleinteiligen Familienleben rauszukommen. Doch dort angekommen landet sie in dem kleinen Ort Baileyville. Alice wohnt in dem Haushalt des Vaters von Bennet. Doch damit enden die Überraschungen nicht.

    Meinung:

    Ein historischer Roman.

    Alice hatte Erwartungen an das neue Familienleben, doch diese erfüllen sich in keiner Weise. Da bietet sich eine Gelegenheit Bücher einer Satteltaschenbibliothek auszuführen zur Unterstützung von Margery gerade recht. Die Idee stammt von der Gattin des amerikanischen Präsidenten Eleanor Roosevelt und Margery übernimmt in der Bibliothek die Organisation. Doch in Margery findet Alice nicht nur eine Freundin, sondern sie findet auch durch das Reiten in der freien Landschaft eine neue Freiheit und die Dankbarkeit der Kinder und Erwachsenen, die endlich Gelegenheit bekommen, etwas lesen zu können.

    Die Geschichte beginnt 1937 und offenbart gleich mehrere besondere Probleme. Einerseits die vorbestimmte Rolle einer Frau in einer Familie vor fast hundert Jahren. Gewalt in der Familie. Schwach entwickelte Infrastruktur in ländlichen Gegenden. Abhängigkeiten von gesundheitsgefährdenden Arbeitsplätzen in Gegenden, in denen es keine alternativen Arbeitsplatzangebote gibt. Spätfolgen der Prohibition und vieles mehr.

    Zu Margery und Alice kommen später noch andere Frauen hinzu und diese bestärken sich gegenseitig, bilden eine feste Gemeinschaft und beginnen sich in gewissem Umfang freizukämpfen. Der Roman hat mich mit den Herausforderungen und Prüfungen mitgerissen. Zum Finale hin wird alles auf den Prüfstand gestellt.

    Fazit:

    Fesselnde Aufarbeitung vieler Probleme früherer vorbestimmter Strukturen: fünf Sterne.

  11. Cover des Buches Wüstenblume (ISBN: 9783426789858)
    Waris Dirie

    Wüstenblume

    (1.588)
    Aktuelle Rezension von: Chrissy87

    In "Wüstenblume" erzählt das somalische Model Waris ihre Geschichte. Von einer Kindheit in Somalia als Nomadin, die in der Natur Afrikas groß wird bis zur Ausreise nach London und ihren ersten Schritten als Model. 

    Mich hat die Geschichte sehr bewegt, besonders das Thema der weiblichen Genitalverstümmelung war sehr hart zu lesen.

    Die Geschichte hat mich allerdings ab dem Punkt wo es für Waris nach London ging etwas verloren, was vielleicht auch daran lag, dass ich sie stellenweise sehr unsympathisch fand.

  12. Cover des Buches Iron Flowers – Die Rebellinnen (ISBN: 9783733504212)
    Tracy Banghart

    Iron Flowers – Die Rebellinnen

    (466)
    Aktuelle Rezension von: Butta

    Ich habe das Hörbuch nur durch Zufall entdeckt muss aber sagen ich war positiv überrascht und es trifft sehr meinen Geschmack. Für so ein Jugendbuch hat es einige Schichten und ist sehr feministisch, was ich toll fand. Natürlich könnte es noch mehr Tiefe und world building haben und natürlich erinnert es an einige Bücher von dieser Zeit. Nichts desto trotz finde ich dass es seinen Job gut macht, ich war wirklich investiert in die Story und super gespannt sich wenn ich den einen Twist geahnt habe. Mir gefiel die ganze Idee die Umsetzung bisher und auch die Sprecher waren gut. Bin auf dem 2ten Teil gespannt 

  13. Cover des Buches Miroloi (ISBN: 9783446261716)
    Karen Köhler

    Miroloi

    (195)
    Aktuelle Rezension von: bibliophilara

    Das zweite Buch, das ich für mein Literaturseminar in diesem Semester gelesen habe, ist „Miroloi“ von Karen Köhler. Der 2019 veröffentlichte feministische Roman sagte mir bisher gar nichts, obwohl er definitiv nicht erfolglos war. Schaut man sich die Rezensionen aus gängigen Feuilletons von Köhlers Debütroman genauer an, fällt auf: „Miroloi“ ist teilweise heftigst zerrissen worden, insbesondere von Männern. Egal ob Deutschlandfunk, Die Zeit oder die Welt; in vielen Kritiken wird kaum ein gutes Haar an dem Werk gelassen. Weibliche Rezensentinnen lobten den Roman hingegen meist für seine kraftvolle Sprache und sein Female Empowerment. Bei solch ambivalenten Kritiken war ich natürlich gespannt, wie gut oder schlecht „Miroloi“ in Wahrheit ist. 

    Die namenlose weibliche Hauptfigur ist 16 Jahre alt und lebt auf einer kleinen Insel in Griechenland, die alle nur die schöne Insel nennen. Obwohl die junge Frau mindestens in den 1980ern auf der Insel lebt, ist diese doch massiv archaisch. Es gibt keinen Strom, keine Autos und kein fließend Wasser. Die Gesetze, die vom Ältestenrat gemacht werden, sind stark religiös geprägt. Die junge Frau ist auf der Insel eine Außenseiterin, denn sie war ein Findelkind, das ursprünglich nicht von der Insel kommt. Weil ihre Eltern unbekannt sind, bekommt sie nach den Inselgesetzen keinen Namen. Sie wird von den meisten im Dorf wie eine Aussätzige behandelt. Als ihr Fluchtversuch vor einigen Jahren scheiterte, band man sie zur Strafe an einen Pfahl auf dem Dorfplatz und brach ihr anschließend das Bein. Da es keinen Arzt auf der Insel gibt, ist das Bein nicht sauber zusammengewachsen, weshalb sie seitdem das Bein leicht nachzieht. Ihren Alltag verbringt sie damit, die Haushälterin des Bethaus-Vaters zu sein und den Glockenturm zu läuten. Doch dann begegnet sie Yael, einem Betschüler aus der Siedelei auf der anderen Seite der Insel. Sie verliebt sich auf den ersten Blick, doch sie gilt als Missgeburt und wird niemals einen Mann heiraten dürfen. Schon gar nicht einen, den sie selbst gewählt hat. 

    „Eselshure. Schlitzi. Nachgeburt der Hölle.“, sind die ersten drei Sätze des ersten Kapitels. Hier gewinnt man schon den ersten Eindruck von den stakkatohaften Sätzen und der Tatsache, dass vor Vulgärsprache nicht zurückgeschreckt wird. Diese Schimpfworte hört die namenlose Protagonistin fast täglich. Es wird ihr von Kindern und anderen Dorfbewohnern hinterher gerufen. Denn sie wurde nicht auf der schönen Insel geboren. Sie kommt aus einer unbekannten Welt, die man auf der Insel nur als „Drüben“ bezeichnet. Weil man ihre Eltern nicht kennt, trägt sie als einzige im Dorf keinen Namen. Auf über 450 Seiten und 128 Kapiteln, die hier als Strophen bezeichnet werden, verfolgt man ihren Kampf um Selbstermächtigung und Auflehnung gegen patriarchale Systeme. Dass die Kapitel hier Strophen sind, ist kein Wunder. Denn der nichtssagende Titel „Miroloi“ ist ein Klage- oder Totenlied aus dem griechisch-orthodoxen Glauben. Da die Namenlose nicht zur Gemeinschaft gehört, keinen Besitz haben darf und sie als Unglücksbringerin gilt, wird sie nach ihrem Tod jedoch niemand besingen: „Mein Miroloi muss ich mir selber singen, damit kann ich nicht warten, bis ich gestorben bin, sonst wird es mich nie gegeben haben“ (S. 10).

    Die namenlose Ich-Erzählerin arbeitet als Haushälterin für den Bethaus-Vater, der sie gefunden und aufgezogen hat. Er ist die höchste religiöse Figur des Dorfes und damit eine Respektsperson. Er hält seine schützende Hand über sie. In seiner Nähe traut sich niemand, sie zu beleidigen oder anzuspucken. Insgesamt ist er für sie wie ein Vater. Und auch, wenn es kleinere Konflikte zwischen ihnen gibt, ist das Verhältnis dennoch gut. Außerdem ist sie die Glöcknerin des Dorfes, was ironisch ist, weil sie ein Bein nachzieht. Anfangs ist die Protagonistin naiv, dümmlich und ungebildet, denn Frauen in ihrem Dorf ist es nicht gestattet, lesen und schreiben zu lernen. Jedoch bringt der Bethaus-Vater es ihr heimlich bei. Es ist etwas, das sie teilen und miteinander verbindet. Damit offenbaren sich ihr Geheimnisse, die ihr sonst verborgen geblieben wären. Und schrittweise beginnt sie zu begreifen, in was für einem unterdrückerischen und ungerechtem System sie lebt. Ich fand sie nicht immer sympathisch und auch nicht immer nachvollziehbar, z.B. als sie aus reiner Wut heraus ihre Katze treten wollte. Aber ich bewundere doch ihren Mut, sich gegen die zahllosen Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzen.

    Köhlers Schreibstil ist stark an die Ich-Perspektive angepasst und anfangs schlicht und wiederholend. Die Namenlose hat zu Beginn eine sehr kindliche Perspektive auf die Welt und mit ihrem limitierten Vokabular sowie den schrägen Neologismen wird ihre eingeschränkte Wahrnehmung gut unterstrichen. Später lernt sie aber bspw. den Konjunktiv zu nutzen und sich sprachlich zu entfalten. Hinzu kommen viele Begriffe, die von der fiktiven Religion der Insel geprägt sind, wie Pujachatt (Gottesdienst), Kanah oder Satvastan. Auch die Atmosphäre der kleinen griechischen Insel mit ihrer Natur, Architektur und Esskultur wird wunderbar eingefangen. Wenn von Schafskäse mit Oliven und summenden Bienen im sonnigen Gemüsegarten geschrieben wird, entsteht das Bild eines trügerischen Paradieses, das für Frauen aber zur Hölle auf Erden wird. Das Tempo ist überwiegend langsam, denn die alltäglichen Rituale werden ausführlich geschildert. Trotzdem ist es nicht langweilig und ab der zweiten Hälfte spitzen sich die Konflikte deutlich zu. Köhlers experimenteller Stil funktioniert aber leider nicht immer gut. Als die zwölfte Strophe bspw. aus einer Auflistung aus Substantiven besteht, die die Namenlose kennt, und sie sich stellenweise wiederholt, habe ich mich unironisch gefragt: Was ist das für ein Scheiß? Ein anderes Kapitel besteht nur aus der Wiederholung des Namens ihres Angebeteten mit alternierenden Satzzeichen. Kostprobe gefällig? „Yael Yael Yael Yael Yael Yael. Yael Yael Yael Yael, Yael Yael Yael Yael Yael Yael Yael Yael.“ (S. 213) Und das Veröffentlichen leerer Seiten als Kapitel, um die innere Leere der Protagonistin wiederzugeben, das gab’s schon bei Stephenie Meyers „Bis(s) zur Mittagsstunde“. Und das ist gewiss auch kein literarischer Geniestreich. Nicht zu vergessen: Die Dialoge sind wie Stichpunkte aufgelistet, sodass stellenweise nicht klar ist, wer gerade redet. Anführungszeichen gibt es im gesamten Buch nicht. Stilistisch finde ich den Roman also gleichermaßen außergewöhnlich wie abgedreht.

    Religiosität spielt auf der schönen Insel eine besonders große Rolle. Der Glaube ist zwar fiktiv, hat aber starke Parallelen zur griechisch-orthodoxen Kirche. Das Glaubensbuch, die Khorabel, ist ein Wortspiel mit Koran, Thora und Bibel. Allerdings ist der Glaube auf der Insel nicht monotheistisch, sondern polytheistisch. Sie glauben an drei männliche Götter: den Schöpfer, den Bewahrer und den Zerstörer. Der Ältestenrat, der aus 13 Männern besteht, bestimmt die Gesetze auf der Insel, die von der Außenwelt völlig abgeschnitten ist. Sobald Mädchen menstruieren, werden sie verheiratet, wobei der Rat jedes Jahr die Bräutigame auswählt. Die Mädchen haben kein Mitspracherecht. Fluchtversuche von der Insel stehen unter Strafe, sie ist also ein Gefängnis für die Bewohner. Mit dem Glaubensbuch wird die Unterdrückung von Frauen legitimiert. Die Religion ist hier also ein missbräuchliches Mittel zum Zweck. Grundsätzlich ist dieser Roman inhaltlich harter Tobak. Es geht um häusliche und sexuelle Gewalt inklusive Vergewaltigung, Folter, Tierquälerei, Mobbing und Hinrichtungen. Solltet ihr für einen dieser Trigger anfällig sein, seid bei der Lektüre bitte vorsichtig! „Miroloi“ ist also nicht nur feministisch, sondern auch religionskritisch.

    Der Plot ist stellenweise wirklich harter Tobak, umso weniger verwunderlich ist es, dass auch das Finale brutal und grausam ist. Das Ende bleibt leider enttäuschend offen. Viele Fragen bleiben unbeantwortet, bspw. wer die Eltern der Protagonistin sind. Und auch ein weiterer Aspekt hat mich gestört: Die Namenlose verliebt sich in den Betschüler Yael. Eigentlich nur, weil er ein hübsches Gesicht und Locken hat. Dann trifft sie ihn in einem unbeobachteten Moment wieder, und sie fallen übereinander her wie Tiere. Es gibt keinen starken Dialog, keine Chemie zwischen den beiden. Beim zweiten Treffen schlafen sie sofort miteinander, dabei ist Yael rücksichtslos, tut ihr weh und scheint nur auf seine eigene Befriedigung zu achten. Und trotzdem himmelt sie ihn weiter an? Ich erwarte keine starke Romantik von diesem Roman, aber ein bisschen mehr Tiefe hätte ich von der Beziehung zwischen den beiden doch erwartet. Das ist für mich der größte Schwachpunkt an „Miroloi“.

    Es fällt mir schwer, ein faires Urteil über „Miroloi“ zu fällen, wo meine Eindrücke doch so ambivalent sind.
    Einerseits bewundere ich Karen Köhlers Mut, formal und sprachlich neue Wege zu gehen, und schätze die eindringliche Auseinandersetzung mit patriarchaler Unterdrückung, religiösem Machtmissbrauch und weiblicher Selbstermächtigung. Andererseits schießt der experimentelle Stil immer wieder übers Ziel hinaus, einige formale Spielereien wirken eher prätentiös als gewinnbringend, und vor allem die Liebesgeschichte konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Auch das offene Ende hinterlässt mehr Frust als Nachhall. Dennoch hat Karen Köhlers Debütroman diese literaturkritische Zerfleischung absolut nicht verdient. Der Rezensent von Deutschlandfunk geht so weit zu behaupten, der Roman sei in Wahrheit ein Jugendbuch und er würde nur deshalb wohlwollend kritisiert werden, weil er Feminismus behandle. Es ist spannend, wie substanzlos die Verrisse männlicher Rezensenten sind. Vielleicht, weil die Welt eines ungebildeten, religiös indoktrinierten und hinterwäldlerisch lebenden Mädchens zu weit weg von ihrer eigenen Biografie ist. „Miroloi“ aus dem Jahr 2019 ist zweifellos ein außergewöhnlicher und diskussionswürdiger Roman, der viel wagt und ebenso viel polarisiert. Mich hat er nicht restlos überzeugt, aber ich kann ihn vor allem jenen empfehlen, die offen für experimentelle Literatur mit feministischen und religionskritischen Themen sind. Deswegen erhält diese ungewöhnliche Lektüre von mir gute drei von fünf Federn.

  14. Cover des Buches Three Women – Drei Frauen (ISBN: 9783492317917)
    Lisa Taddeo

    Three Women – Drei Frauen

    (145)
    Aktuelle Rezension von: Beasonders

    … sogar ziemlich schlimm. Ich hatte damit gerechnet, dass das Buch sicher keine angenehme Geschichte sein wird, aber am Ende kann man es wirklich nur so zusammenfassen: schlimm.

    Sprachlich fand ich es ab und an etwas holprig, was den Lesefluss minimal gestört hat. Oft konnte ich aber auch aufgrund der Geschichte nur ein Kapitel lesen und musste es dann erst einmal beiseite legen.

    Dennoch könnte man sich fragen, ob das eine Pflichtlektüre sein sollte. 

  15. Cover des Buches Iron Flowers – Die Kriegerinnen (ISBN: 9783737355629)
    Tracy Banghart

    Iron Flowers – Die Kriegerinnen

    (186)
    Aktuelle Rezension von: Mirarim

    HANDLUNG

    Die beiden Schwestern Serina und Nomi haben sich ihr Leben ganz anders vorgestellt als es jetzt ist.

    Serina wollte eine Grace werden, Nomi war noch nie Fan von Graces und der Unterdrückung von Frauen, wusste aber auch keinen Ausweg.

    Aber jetzt fühlen sich beide als Gefangene des Systems. Denn Nomi ist eine Grace geworden und muss sich dem grausamen Regenten unterstellen und Serina im Gefängnis, dem Berg des Verderbens, gelandet.

    Keine von beiden möchte sich dem Schicksal ergeben. Mit Mut und Willenskraft kämpfen die beiden für ihre Freiheit, die Liebe, aber vor allem für die Freiheit der Frauen.


    MEINUNG

    Die Geschichte geht nahtlos von Band 1 in Band 2 über. Hätte ich den zweiten Band direkt im Anschluss gelesen, hätte er mir eventuell besser gefallen. So ist für mich der Zauber etwas verloren gegangen, was aber finde ich leider öfter passiert.

    Zuerst war ich echt begeistert von der Idee und auch der Umsetzung. Leider war es aber auch so, dass die Spannung meiner Meinung nach eher in Band 1 war. In diesem Buch ist schon auch noch einiges passiert, dennoch war schon klar, wohin der Weg der beiden Schwestern Serina und Nomi geht.


    Auch wenn die Liebesbeziehungen eher eine Nebenrolle spielen, fand ich auch die in Band 1 aufregender und konnte sie mehr fühlen als hier.

    Insgesamt hat die Idee des Buchs finde ich eine gute Grundidee und mir hat auch gefallen, dass Serina und Nomi so aus dem "Nichts" zu den Charakteren wurden, die sie inne hatten. Jedoch hat auch genau das die Glaubwürdigkeit etwas geschmälert. Es wurden zwar ein paar Hindernisse oder Zögern eingebaut, aber für mich war es nicht ganz authentisch.

    Meiner Meinung nach nicht die beste gelungene Fortsetzung, aber es gibt der Reihe immerhin einen Abschluss. Ich würde definitiv empfehlen beide Bücher direkt hintereinander zu lesen, sodass der Zauber der Geschichte erhalten bleibt.

  16. Cover des Buches A Study in Drowning (A Study in Drowning, Band 1) (ISBN: 9783743220010)
    Ava Reid

    A Study in Drowning (A Study in Drowning, Band 1)

    (232)
    Aktuelle Rezension von: kaethchen_grimm

    Hmm, ich weiß nicht ... irgendwie habe ich etwas anderes von diesem Buch erwartet. 

    Für mich war nicht ganz klar, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln sollte, und ich muss ehrlich sagen, dass erst das letzte Drittel spannend wurde. 👀

    Zwischendurch dachte ich kurz: Irgendwie ist es ja doch mystisch und poetisch. Aber so schnell, wie dieses Gefühl kam, verging es auch wieder. 🙈

    Leider war das Ende für mich auch nicht ganz schlüssig. Das war vermutlich auch der Grund für die knapp 30 Seiten Dialog, in denen dann alles von vorne bis hinten erklärt wird.

    Als poetisch und magisch angekündigt, empfand ich lediglich den Namen der Protagonistin, Effy (der mich übrigens an Effi Briest erinnert hat), als poetisch und das gelegentliche Auftauchen des Elfenkönigs als magisch.

    Nee, leider so gar nicht meins. 🤷🏼‍♀️

  17. Cover des Buches Die Frauen vom Löwenhof (ISBN: 9783548289960)
    Corina Bomann

    Die Frauen vom Löwenhof

    (317)
    Aktuelle Rezension von: AmberStClair

    Klappentext:

    Ein schwedisches Landgut, eine mächtige Familie, eine Frau zwischen Liebe und Pflicht: Die große Saga von Corina Bomann

    Agneta kämpft mit den Tränen. Ein Telegramm hat sie nach Hause gerufen, ihr Vater ist bei einem Brand ums Leben gekommen. Dabei hatte sie sich schweren Herzen von ihrer mächtigen Familie losgesagt und in Stockholm ein freies Leben als Malerin geführt. Eine Aussöhnung schien unmöglich. Jetzt werden ihr Titel, Glanz und Vermögen zu Füßen gelegt, sie soll das Erbe ihres Vaters antreten als Gutsherrin vom Löwenhof. Ihre Wünsche und Träume sind andere, sie sehnt sich nach einem Leben an der Seite von Michael, einem aufstrebenden Anwalt. Selbstlos stellt Agneta sich der Pflicht und Familientradition. Ihr Herz jedoch kann nicht vergessen und sehnt sich nach Liebe …


    Meine Meinung:

    Der erste Teil der Trilogie „Die Frauen vom Löwenhof“ fing gut an. Der Schreibstil war sehr flüssig und verständlich geschrieben. Man konnte sich die einzelnen Personen gut vorstellen. Eine fesselnde Geschichte in der sehr viele Ereignisse geschehen und spannend herüber kommt.

    Agneta hat es nicht immer leicht, viel Trauer um geliebte Menschen, falsche Entscheidungen die sie in ihrem Leben trifft was ihr viel Schmerz bringt. Aber auch in der Liebe hat sie kein glückliches Händchen. Erst auf Umwegen findet sie ihr Glück.

    Eine wirklich sehr schöne Geschichte, die ausführlich erzählt wird so das man sich gut mit hinein versetzen konnte. 

  18. Cover des Buches The Handmaid's Tale (ISBN: 9780099563143)
    Margaret Atwood

    The Handmaid's Tale

    (175)
    Aktuelle Rezension von: buecher_t1na

    Dieses Buch lag schon länger bei mir zuhause. Meine neue Kollegin hatte mir erzählt, dass sie die Serie gerade schaut und super spannend findet. Daraufhin meinte ich, ich würde zuerst das Buch lesen und dann die Serie schauen - und zufällig kam die Serie jetzt im Mai zu Netflix. Also ran an's Buch! Wobei ich mich dunkel erinnerte, dass ich zumindest Teile der ersten Staffel irgendwann schon mal gesehen hätte... Nun ja, auf ein Neues!

    Ich hatte hier einige Kommentare dann auch gelesen und kann nachvollziehen, dass das Buch schwierig zu lesen ist.
    Da alles nur aus Offreds Sicht geschrieben ist, sind das ja auch keine aktiven Dialoge. Cora said..., Rita said.....Das war anstrengend.
    Genauso konnte Offred ja oft nur in Erinnerungen schwelgen, aber dadurch, dass auch alles in derselben Schriftart war, war es teilweise schwer nachzuvollziehen, wo das jetzt spielt.
    Es gibt sozusagen drei Zeiten - die Gegenwart in der Offred im Hause von Fred und Serena als Handmaid lebt. Zusätzlich die Zeit im Center, als die Mädchen zu "Handmaids" ausgebildet wurden und die Zeit "vorher", als sie mit Luke und ihrer Tochter Hannah war.
    Ich finde, das ist in der Serie natürlich einfacher nachzuvollziehen, da Offred dann natürlich auch normale Kleidung trägt. Von daher, war das Buch sehr anstrengend. Aber ich hab's durchgezogen, denn interessant war es ja schon irgendwie.
    Aber für mich wurde es spannender als Serena das mit Nick angesprochen hat, als kleines Geheimnis und Offred dann doch öfter mal rüber geschlichen ist.
    Die Serie finde ich deutlich einfacher, da natürlich auch viel mehr Interaktion vorhanden ist und man auch andere Charaktere sieht - denn klar, man weiß ja nicht, was mit den anderen Handmaids im Buch passiert.
    Dennoch sehr interessant, aber lesen würde ich es nicht nochmal. 😅

  19. Cover des Buches Die Zeuginnen (ISBN: 9783492316651)
    Margaret Atwood

    Die Zeuginnen

    (236)
    Aktuelle Rezension von: einbisschenbuecherei

    Die Fortsetzung von „Der Report der Magd“ bietet eine fesselnde Erzählung aus drei Perspektiven: Tante Lydia, Agnes und Daisy.  Obwohl sich das Buch vom ersten Band unterscheidet, ist es dennoch außergewöhnlich gut geschrieben.


    Es liefert reichlich Hintergrundinformationen zu Gilead, seinen Machtstrukturen und den dortigen Gräueltaten. Einige offene Fragen aus dem ersten Band werden beantwortet.


    Die Geschichte wird durch die Akten der Zeuginnen und vorhandene Zeugenberichte erzählt. Der Schreibstil ist klar und verständlich und zieht den Leser in die Geschichte hinein.


    Margaret Atwood hat mit ihrer Reihe eine erschreckende und widerwärtige Welt geschaffen, die nichts für schwache Nerven ist. Auch der zweite Teil ist ein unglaublich spannendes Buch, das den Leser glauben lässt, dass es nicht noch schlimmer werden kann.


    Wer den ersten Teil mochte, sollte unbedingt auch Teil Zwei lesen.

  20. Cover des Buches Good Night Stories for Rebel Girls (ISBN: 9783446256903)
    Elena Favilli

    Good Night Stories for Rebel Girls

    (121)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    'Jede der hundert Geschichten in diesem Buch beweist, dass ein Herz voller Vertrauen die Kraft hat, die Welt zu verändern.' (Seite 12)

    ‚Good Night Stories for Rebel Girls‘ enthält Illustrationen und kurze Texte zu Frauen, die außergewöhnlich waren beziehungsweise sind. Vorgestellt werden hier zum Beispiel Evita Perón, Coco Chanel, Kleopatra, Maria Callas, Maya Angelou und Sophie Scholl.

    Zu jeder der einzelnen Frauen werden Name, Beruf, Heimatland, Geburts- und Sterbedatum sowie eine knappe Zusammenfassung ihres Lebens und ihrer Lebensleistung geboten.

    Die begleitenden Illustrationen sind sehr schön und detailreich, teilweise wirklich wundervoll und allesamt sehr unterschiedlich. Einige der Illustrationen haben mir weniger gut gefallen als andere, aber das ist ja immer Geschmackssache.

    Die Texte sind nur knapp, aber informativ und bieten tolle Botschaften für Mädchen
    und Frauen. Ich habe hier noch einiges über bestimmte Personen dazugelernt, was ich vorher noch nicht wusste ,beziehungsweise habe hier Frauen kennengelernt, von denen ich bisher noch gar nichts gehört oder gelesen hatte.

  21. Cover des Buches Kim Jiyoung, geboren 1982 (ISBN: 9783462007541)
    Cho Nam-Joo

    Kim Jiyoung, geboren 1982

    (496)
    Aktuelle Rezension von: erdbeerliebe.

    Dieses Buch ist die Erzählung der fiktiven Kim Jiyoung, an deren Beispiel das Leben einer Frau in Korea (die 1982 geboren wurde) erzählt wird. Was sachlich beginnt und interessante Zeitsprünge hat (man beginnt mittendrin, nur um dann das Leben von Kim chronologisch abzugehen und wieder am Anfang anzukommen) entwickelt sich zu einer dynamischen Biografie einer jungen Frau die durch Erziehung und Erfahrungswerte lernt - und dabei mit dem Bild, dass von der koreanischen Gesellschaft an sie gerichtet wird, kämpft. Einerseits soll sie studieren, Karriere machen und auf eigenen Beinen stehen - doch gleichzeitig auch Kinder kriegen und eine gute Mutter sein.
    Unterfüttert mit Quellenangaben und sachlichen wissenschaftlichen Untersuchungen ist der Roman mehr als nur ein Roman, sondern gleichzeitig auch irgendwo Sachbuch.

    Um dem Buch 5 Sterne zu geben riss er mich emotional nicht genug mit, doch das ist mein persönlicher Geschmack und Bewertungsfaktor. Wer sich für Korea und feministische Ansichten, das Frauenbild in Korea und traditionelle Werte dort interessiert ist mit dem Buch sehr gut beraten. 

  22. Cover des Buches Die Rebellinnen von Oxford - Verwegen (ISBN: 9783736315426)
    Evie Dunmore

    Die Rebellinnen von Oxford - Verwegen

    (169)
    Aktuelle Rezension von: Timila

    Die Rebellinnen von Oxford – Verwegen erzählt die Geschichte von Annabelle Archer, einer der ersten Frauen, die an der Universität Oxford studieren dürfen. Um ihr Stipendium zu behalten, muss sie die Frauenrechtsbewegung unterstützen und versucht, den mächtigen Herzog Sebastian Devereux für ihre Sache zu gewinnen – was nicht nur politisch schwierig ist, sondern auch emotional, denn zwischen ihnen knistert es von Anfang an heftig. 

    Was mir besonders gut gefallen hat, ist die starke, selbstbewusste Protagonistin, die sich in einer Zeit behauptet, in der Frauen kaum Rechte haben, sowie die feurige Dynamik zwischen Annabelle und Sebastian. Die Autorin verwebt historische Aspekte der Frauenbewegung mit einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte, die sich angenehm entwickelt und mich als Leserin emotional mitgenommen hat.

    Einige andere Rezensionen loben den flüssigen Schreibstil, die lebendigen Figuren und die Spannung, die entsteht, wenn gesellschaftliche Normen auf persönliche Wünsche treffen - dem kann ich nur zustimmen. Besonders stark ist, wie die historischen Hintergründe – inklusive der Herausforderungen der Suffragettenbewegung – eingebettet werden, ohne trocken zu wirken. Was mir persönlich etwas weniger gefallen hat, ist, dass das Thema Frauenrechte stellenweise nicht so intensiv vertieft wird, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich hätte mir mehr Einblick in das Studium und die historischen Details gewünscht, da der Fokus teils stärker auf der Liebesgeschichte liegt. Außerdem wirkt das Ende etwas zu schnell oder abrupt, vor allem mit dem Wissen, dass Annabelle im zweiten Teil der Reihe nicht mehr als Protagonistin auftreten wird. 

    Insgesamt hat mir das Buch aber sehr gefallen, und mit ein wenig Abstand werde ich auch den zweiten Teil der Reihe lesen!

  23. Cover des Buches Elbleuchten (ISBN: 9783499003448)
    Miriam Georg

    Elbleuchten

    (195)
    Aktuelle Rezension von: Rabea

    Elbleuchten ist für mich weit mehr als nur eine spannende Familiensaga – es ist eine atmosphärische Zeitreise ins historische Hamburg und gleichzeitig eine Liebeserklärung an diese Stadt.

    Miriam Georg versteht es meisterhaft, ihre Figuren mit Leben zu füllen. Man hat das Gefühl, den Protagonistinnen und Protagonisten direkt gegenüberzustehen, ihre Hoffnungen, Ängste und Wünsche zu teilen. Besonders beeindruckt hat mich, wie glaubhaft und nachvollziehbar ihre Charaktere handeln – nichts wirkt aufgesetzt, sondern aus der inneren Logik der Figuren heraus entwickelt.

    Auch die historische Kulisse ist unglaublich anschaulich gezeichnet. Man spürt die Hafenluft, hört die Geräusche der Speicherstadt und taucht ein in eine Welt voller Gegensätze – zwischen Reichtum und bitterer Armut, zwischen gesellschaftlichen Zwängen und dem Wunsch nach Freiheit. Hamburg wird hier fast zu einer eigenen Hauptfigur.

    Der Schreibstil ist packend, flüssig und zugleich voller Details, die Bilder im Kopf entstehen lassen. Es ist eines dieser Bücher, die man kaum aus der Hand legen kann, weil man so tief in die Geschichte hineingezogen wird.

    Besonders das Ende hat mich regelrecht atemlos zurückgelassen: ein fieser Cliffhanger, der es unmöglich machte, nicht sofort zum zweiten Band zu greifen.

    Alles in allem ist Elbleuchten ein unvergessliches Leseerlebnis, das mich noch lange nach dem Zuklappen des Buches beschäftigt hat. Für alle, die historische Romane mit starken Figuren, einem packenden Plot und viel Atmosphäre lieben, ist dieses Buch ein absolutes Muss.

  24. Cover des Buches Als wir unsterblich waren (ISBN: 9783426512067)
    Charlotte Roth

    Als wir unsterblich waren

    (243)
    Aktuelle Rezension von: Amber76

    Ein beeindruckender historischer Roman, in dem die wechselvolle Geschichte der deutschen Sozialdemokratie mit wichtigen, um nicht zu sagen den Kern ihrer Identität berührenden Konflikten wie beispielsweise ihrer Haltung in der Abstimmung zu den Kriegskrediten im ersten Weltkrieg an zwei Hauptfiguren erzählt wird, die ebenso sehr miteinander wie mit ihrer Überzeugung ringen. Man könnte sagen, die Bruchlinie zwischen verschiedenen Parteiflügeln zieht sich in einer Zeit, in der das mehr als nur hitzige Auseinandersetzungen in Familien- oder Freundeskreis bedeutet, mitten durch eine Liebe. Man sieht und erlebt, wie in einer Zeit, in der der Glaube vorherrschte, dass der Mensch dem Lauf der Geschichte seinen Stempel aufzudrücken hat, die Geschichte den Menschen überrollt.

    Der Roman ist sehr gut recherchiert und informativ aufgebaut. Indem ganze historische Diskurskomplexe an zwei Hauptfiguren gebunden werden, wird die Möglichkeit eröffnet, das zugrundeliegende Konfliktpotential rational wie emotional wahrzunehmen und sich damit auseinanderzusetzen. In manchen Teilen des Romans wirkt die Darstellung dadurch etwas vereinfacht, verkürzt .  Vielleicht spielt auch der Zufall eine etwas zu bedeutende Rolle. Aber man fühlt sich trotzdem ebenso gut informiert wie unterhalten.

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