Bücher mit dem Tag "frauenschicksal"
114 Bücher
- Elena Ferrante
Meine geniale Freundin − Kindheit und frühe Jugend. Geschenkausgabe (Neapolitanische Saga 1)
(695)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeDas Neapel der 1950er-Jahre: In einem armen Arbeiterviertel wachsen die besonnene Elena und die unberechenbare Lila auf. Trotz ihrer Gegensätze entsteht eine tiefe, von Rivalität geprägte Freundschaft. Während Elena weiter die Schule besuchen darf, muss Lila um ihre Zukunft kämpfen. Der Roman begleitet die beiden Mädchen durch ihre Kindheit und frühe Jugend in einem rauen gesellschaftlichen Umfeld.
Der Schreibstil fängt das historische Zeitkolorit und die unbeschönigte Härte des Nachkriegsneapels mit großer Sprachgewalt ein. Auch bei der Charaktergestaltung beweist die Autorin ein feines Gespür: Die Dynamik zwischen Elena und Lila besticht durch psychologische Tiefe und lebt von einem realistischen Spannungsfeld aus Bewunderung, Neid und ständiger Konkurrenz. Die Figuren besitzen Ecken und Kanten und wirken jederzeit menschlich. Dennoch verliert die Handlung durch den extrem ausschweifenden und detailverliebten Erzählstil massiv an Schwung. Die ständigen Wiederholungen von Alltagsfeindseligkeiten lassen das Geschehen immer wieder ins Stocken geraten. Auch die Entscheidung, den Stoff in eine mehrbändige Saga nach Lebensphasen aufzufächern, bremst die Geschichte spürbar aus. Ein konsequenteres Lektorat und das Straffen der wesentlichen Ereignisse auf ein einzelnes Buch hätten dem Roman deutlich mehr Tempo, Schärfe und echte Spannung verliehen.
Mein Fazit: Ein vielschichtiges Porträt einer Frauenfreundschaft mit gelungener Kulisse und vielschichtigen Charakteren, das sich jedoch in seinen eigenen Details verliert. Wegen der anhaltenden Zähigkeit reicht es für mich am Ende nur für ein durchschnittliches Leseerlebnis.
- Iny Lorentz
Die Wanderhure
(3.763)Aktuelle Rezension von: Elkes_LiteraturwolkeInhaltsangabe:
Konstanz, 1410: Marie Schärer wächst behütet als Kaufmanns-Tochter auf. Ihr Vater möchte sie gerne verheiraten und ist überglücklich, als Graf Ruppert um ihre Hand anhält. Niemand ahnt etwas Böses, nur Maries Jugendfreund Michel hat nichts Gutes über den Grafen gehört.
Kaum ist die Unterschrift unter den Vertrag gesetzt, erhebt Graf Ruppert Vorwürfe gegen Matthis Schärer: Marie sei keine Jungfrau mehr und hätte mehrfach rumgehurt. Vermeintliche Zeugen bestätigen es. Für Vater und Tochter bricht unvermittelt die Welt zusammen.
Nach einem kurzen Prozess und Vollstreckung des Urteils wird Marie der Stadt verwiesen. Geschunden und geschändet landet sie im Graben neben des Weges, sich selbst zum Sterben überlassen. Ihr Freund Michel glaubt nicht an die Vorwürfe und verlässt Konstanz ebenfalls, um sie zu suchen. Allerdings findet er sie nicht.
Marie überlebt nur Dank der Freundlichkeit der Hübschlerin Hiltrud. Doch Hiltrud kann und will sie nicht mit durchziehen. Marie wird sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen und als Verstoßene bleibt ihr nur eines: sich den Männern anbieten!
Allerdings vergisst sie nie, wer ihr das angetan hat, und schmiedet Pläne, um sich an Graf Ruppert zu rächen.
Mein Fazit:
Es ist nicht mein erster Roman vom Autorenpaar Iny Lorentz. Aber dieser Roman war der erste, der bestimmt vor über 20 Jahren in mein SuB zog. Den Film dazu habe ich auch schon vor einer Ewigkeit gesehen und so wurde es einfach Zeit, sich der Geschichte um Marie, Michael und dem Schurken Graf Ruppert zu widmen.
Trotz der Brutalität wurde auf detailreiche Beschreibungen der Geschehnisse um Marie und ihren Vater verzichtet. Es war auch so schon schlimm genug. Ich hatte auch gewisse Anlauf-Schwierigkeiten, in die Geschichte reinzukommen, was jedoch nicht nur am Buch lag. Ich befand mich in der Reha und meine Tagesform wechselte häufig in verschiedene Richtungen.
Die Atmosphäre der damaligen Zeit wurde sehr gut wiedergegeben. Es gab wenige Rechte für Menschen der unteren Klassen. Das bezieht sich nicht nur auf Marie nach der bösen Intrige. Michel als dritter oder vierter Sohn des Schankwirts hatte keine Aussicht auf das Erbe und war eigentlich zum Frondienst bei seinem Bruder, dem Erben, verdammt. Als Marie der Stadt verwiesen wurde, nahm er all seinen Mut zusammen und verschwand ebenso. Sein weiterer Lebensweg ist allerdings lange unklar! Gewalt gegenüber Untertanen war an der Tagesordnung.
Marie macht verschiedene Erfahrungen mit der „Kundschaft“, gute wie schlechte. Sie wird sich ihrer Liebreiz bewusst und setzt es geschickt ein, um ein bisschen Geld zu verdienen, auch wenn sie sonst schon nichts ausrichten kann. Allerdings vergisst sie nie, wer ihr einst geholfen hat. Dennoch ist es schockierend, was sie alles durchmachen muss.
Ab der Hälfte des Buches war ich in der Geschichte drin und wollte unbedingt wissen, wie Marie die Situation meistert und ihre Rache ausführen kann (mir dünkt, den Inhalt des Films habe ich inzwischen auch schon vergessen). Es wurde sehr spannend und mitreißend. Ich habe mit ihr gelitten und gekämpft.
In jedem Falle möchte ich die Fortsetzung lesen und gebe diesem ersten Band vier Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.
- Khaled Hosseini
Tausend strahlende Sonnen
(1.281)Aktuelle Rezension von: KarinJMich hat das Buch schnell in Bann geschlagen durch die Erzählweise und das Thema. Es ist keine Geschichte, die einem häufig begegnet wäre, und auch der Schauplatz Afghanistan ist eher ungewöhnlich. Sie ist zudem überaus glaubwürdig erzählt und die Erzählung der Handlung wurde geschickt verflochten mit Beobachtungen, Erinnerungen und Gedanken. Das Leiden der beiden Frauen Mariam und Laila war sehr gut nachvollziehbar, ohne dass es übermässig geschildert worden wäre. Eine Szene reicht, um dem Leser zu vermitteln, wie die nächsten 20 Jahre, die übersprungen werden, für Mariam gestaltet werden. Mir hat nicht gefallen das Verständnis der Mutterrolle. Unklar blieb mir, ob der Autor nur Mariams und Leilas Geschichte erzählte oder auch zum Leser gesprochen hat und ihre Haltung als Ideal darstellt. Als Ideal sehe ich nämlich die Idee des Aushaltenmüssens als problematisch. Ein wenig gestört haben mich die vielen fremdsprachigen Vokabeln. Man kann sich zwar deren ungefähre Bedeutung leicht erschliessen, sie haben aber etwas den Lesefluss gehemmt. Zusammengefasst bewerte ich diesen Roman mit 5 Sternen.
- Sarah Kuttner
Mängelexemplar
(1.230)Aktuelle Rezension von: SeitensnackNachdem mich Mama & Sam bereits absolut begeistert hat, war für mich klar, dass ich mehr von Sarah Kuttner lesen muss.
Ihren Schreibstil und ihren Humor mag ich einfach unglaublich gerne.
Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an Mängelexemplar.. und ich wurde nicht enttäuscht.Im Zentrum steht Karo, die nach dem Verlust ihres Jobs und einer gescheiterten Beziehung plötzlich von Panikattacken und einer tiefen Depression überrascht wird.
Das Buch begleitet sie auf ihrem holprigen Weg durch Therapie, Medikamente und die Aufarbeitung ihres bisherigen Lebens, um wieder zu sich selbst zu finden.
Sarah Kuttner schafft es auf beeindruckende Weise, schwierige Themen mit einer wunderbaren Leichtigkeit und genau der Dosis Humor zu beschreiben.
Genau das macht das Buch so besonders. Es wird trotz der Thematik nie zu düster, sondern macht schlichtweg Spaß zu lesen.
Besonders stark fand ich, wie greifbar das Krankheitsbild dargestellt wird.
Für Nicht Betroffene ist das Thema Depression oft schwer nachvollziehbar. Dieses Buch veranschaulicht es so nahbar, dass man sich extrem gut hineindenken kann.
Die Character sind mir dabei sehr ans Herz gewachsen und wirken mega sympathisch.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die eine ehrliche, sympathische und trotz der Tiefe leicht geschriebene Geschichte suchen.
Auch mein zweites Buch der Autorin war ein absoluter Volltreffer. - Audrey Carlan
Trinity - Verzehrende Leidenschaft (Die Trinity-Serie 1)
(519)Aktuelle Rezension von: love1988Das Cover ist ein absoluter Blickfang – elegant, sinnlich und perfekt auf die emotionale Intensität der Geschichte abgestimmt. Es transportiert die Leidenschaft des Romans schon auf den ersten Blick.
Die Hauptfiguren sind unglaublich vielschichtig, authentisch und voller innerer Konflikte. Ihre Entwicklung ist emotional berührend, und die Chemie zwischen ihnen ist von der ersten Seite an spürbar.
Die Nebenfiguren geben der Geschichte zusätzliche Tiefe und wirken niemals blass oder austauschbar. Sie bringen Dynamik, Wärme und genau die richtige Portion Drama in die Handlung.
Der flüssige, gefühlvolle Schreibstil verbindet sich mit dem intensiven, atmosphärischen Setting zu einem Sog, dem man sich kaum entziehen kann.
Von mir eine klare Leseempfehlung!!!!!
- Jennifer Donnelly
Die Teerose
(939)Aktuelle Rezension von: Willson"Die Teerose" von Jennifer Donnelly empfand ich als bedauerlicherweise etwas zu vorhersehbar. Der Mittelteil ist hervorragend verfasst und beinhaltet einige unerwartete Schicksalsschläge, die sich in rascher Abfolge ereignen. Dies gestaltet sich äußerst dramatisch, aber auch sehr fesselnd, insbesondere da ich dies nach dem anfänglichen Verlauf nicht erwartet hätte. Umso enttäuschender ist jedoch das Ende. Es wirkt leider konstruiert, forciert und unrealistisch. Hier hätte ich mir, insbesondere nach dem doch sehr überraschenden und dramatischen Rest des Buches, eine andere Auflösung gewünscht.
Für Liebhaber von Happy Ends ist dieses Werk eine Empfehlung.
- Lori Nelson Spielman
Und nebenan warten die Sterne
(441)Aktuelle Rezension von: Hopeandlive"Wenn dich etwas aufhält, bleib stehen." Diesen Satz hat Erika als Kind von ihrer Mutter gehört und nun kommt er ihr wieder in den Sinn, gerade zu einem Zeitpunkt, an dem sie einfach keine Zeit hat stehenzubleiben. Doch so oft hat das Leben andere Pläne.
Erika lebt als alleinerziehende Mutter mit ihren beiden jungen Töchtern Annie und Kristen zusammen und dem Leser wird sehr schnell klar, wie verschieden Annie und Kristen sind und welches Geheimnis sich dahinter verbirgt. Erika bekommt nicht mehr sehr viel von dem Leben ihrer Töchter mit, denn sie ist fest entschlossen in der Immobilienbranche Manhattans Kariere zu machen, alles zum Wohle ihrer Kinder natürlich.
Doch dann geschieht ein Unglück, Kristen stirbt während eines tragischen Zugunglücks und die Zeit bleibt für Erika und Annie stehen. Sie können es nicht fassen, dass Kristen nun nicht mehr da sein soll und sowohl Erika als auch Annie kämpfen mit erheblichen Schuldgefühlen aus den verschiedensten Gründen, die darin gipfeln, dass sie nach dem Erhalt einer mysteriösen Wundermail fest davon überzeugt sind, dass Kristen noch lebt und in diesem Prozess leben sich Mutter und Tochter immer weiter auseinander.
Annie bricht den Kontakt zu ihrer Mutter ab und macht sich auf die Suche nach ihrer Schwester, erst auf die Insel, wo ihr Großvater und ihre Tante noch leben und wo sich Kristen immer so wohl gefühlt hat und dann nach Paris. Sie muss Kristen einfach finden, denn dann ist ihre Mutter bestimmt wieder so wie vorher, doch Annie macht ganz andere und neue Erfahrungen in Paris....
Erika kann unmöglich ihre Trauer zulassen und Schwäche zeigen und verschließt sich Annie immer mehr mit schmerzhaften Folgen. Auch sie ist überzeugt, dass Kristen noch lebt und beginnt ihre Suche, auch aufgrund der mysteriösen Wundermail, auf der heimatlichen Insel. Der Ort wo noch ein anderer Todesfall erwartet endlich betrauert zu werden. Doch Erika braucht Zeit, sich der Wahrheit der Vergangenheit zu stellen....
Lori Nelson Spielman hat einen sehr warmherzigen und auch tiefgründigen Roman darüber geschrieben, was Familie ausmacht. Es geht um Schuld und Schuldgefühle, über Versagen und Vergebung, über Liebe und Annahme und dass die eigene Wahrnehmung nicht immer die Wahrheit bedeutet. Eine Geschichte, die trotz aller Traurigkeit dennoch Humor beinhaltet und Hoffnung.
- Laetitia Colombani
Der Zopf
(912)Aktuelle Rezension von: Anna67Ich habe dieses Buch sehr schnell gelesen und mochte die drei Frauen und ihre jeweiligen Geschichten sehr. Besonders berührt hat mich das Schicksal von Smita aus Indien. Ihre Hoffnung und ihr Kampf um eine bessere Zukunft haben mich so sehr interessiert, dass ihre Geschichte für mich alleine schon Stoff für ein eigenes Buch geboten hätte. Zu gerne hätte ich erfahren, ob sie es schafft, sich und ihrer Tochter in dem schwierigen Umfeld eine bessere Zukunft aufzubauen.
Wie auch bei den beiden anderen Frauen bleibt ihr weiteres Schicksal jedoch offen. Das hat mich etwas unzufrieden zurückgelassen. Insgesamt empfand ich die Geschichten eher als ein Nebeneinander der drei Frauen. Natürlich spielen die Haare und ihre Reise von einer Frau zur nächsten eine wichtige Rolle und verbinden die drei Schicksale miteinander: Die eine gibt ihre Haare, die andere baut mit indischen Haaren ein neues Geschäft auf und die dritte wird am Ende eine Perücke aus diesen Haaren tragen.
Trotzdem hätte ich mir noch mehr echte Verflechtung zwischen den drei Frauen gewünscht – passend zum Titel Der Zopf. Es wäre für mich noch schöner gewesen, wenn ihre Leben und Geschichten stärker ineinandergegriffen hätten. Die Grundidee und die einzelnen Schicksale haben mich sehr berührt, aber ich hätte mir etwas mehr von dem „Zopf“ und seiner tatsächlichen Verflechtung gewünscht.
Insgesamt ist es ein berührendes und schnell zu lesendes Buch über drei starke Frauen, deren Geschichten mich bewegt haben – auch wenn für meinen Geschmack am Ende noch etwas mehr Verbindung zwischen ihnen möglich gewesen wäre.
- Iny Lorentz
Das Vermächtnis der Wanderhure
(723)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderMaries Zeit als Wanderhure scheint vorbei und mit ihrem Michel hat sie eine kleine Tochter. Sie erwartet bereits ihr zweites Kind und das passt ihrer Erzfeindin Hulda überhaupt nicht. Diese hat schon sechs Töchter und muss nun einen Jungen zur Welt bringen. Marie wird entführt und die Kinder vertauscht und so bleibt Michel zurück und glaubt, dass Marie tot ist. Diese wiederum irrt umher und wird nach Russland verschleppt. Sie trifft auf Feinde und Freunde. Iny Lorentz Reihe über die Wanderhure ist überall beliebt und jeder Band kommt auf die Bestsellerlisten. Ich fand es langweilig, sehr einfach geschrieben und sehr leichte Kost. Wer über die Historie etwas erfahren will sollte Sabine Weigand, Brigitte Riebe, Rebecca Gablé oder Ulrike Schweikert wählen. Wer einen leichten Roman mit leichtem erotischen Touch sucht, soll ruhig die Wanderhure wählen.
- Carmen Korn
Töchter einer neuen Zeit
(239)Aktuelle Rezension von: Paula_JungIch habe das Buch gerne gelesen, fand die Handlung und die Figuren jedoch teilweise zu oberflächlich. Insgesamt ein Roman, den man schnell durchliest, weil die Schicksale der Figuren spannend sind. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die vier Hauptfiguren deutlich ausführlicher behandelt werden, anstatt sehr viele kleine Nebenfiguren einzuführen. Ich musste häufig überlegen, wer diese Person überhaupt ist und welche Rolle sie einnimmt. Mir hätte es besser gefallen, wenn die vier Frauen intensiver vorgekommen wären und vor allem auch deren Emotionen, Gedanken etc. beschrieben werden und nicht hauptsächlich die im Außen stattfindende Handlung. Fazit: Auf jeden Fall lesenswert, aber nicht das absolut beste Buch, das ich gelesen habe. :)
- Iny Lorentz
die Kastellanin
(793)Aktuelle Rezension von: Renate1964Im zweiten Band der Wanderhuren- Reihe muss Marie bis nach Böhmen . Dort werden die Hussitenkriege immer ausgedehnter. Michel soll angeblich im Kampf gefallen sein
Die Sprache ist leicht lesbar, die Charaktere klar in gut und böse unterteilt. Man erfährt über die Hussiten und den Zustand im Deutschen Reich, aber viel mehr über Liebe und Sex
- Thomas Hardy
Tess
(113)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIch habe mich durch Fifty Shades of Grey inspirieren lassen, finde das Buch allerdings echt schlecht. Ich habe bis Seite 182 gelesen und fand es langweilig und teilweise unverständlich. Das erste Buch, das ich abgebrochen habe. Vielleicht gebe ich dem irgendwann nochmal eine Chance.
- Laetitia Colombani
Das Haus der Frauen
(429)Aktuelle Rezension von: CalamthaErfolgreiche Frau erlebt was Schlimmes, bricht zusammen, verlässt ihre Bubble und erarbeitet sich das Leben zurück, das sie wirklich führen möchte. Klingt erstmal nicht revolutionär. Aber die Autorin beschreibt diese Entwicklung wahnsinnig mitreißend, berührend und nachvollziehbar, ohne kitschig zu werden. Deshalb ging mir die Geschichte wirklich ans Herz.
- Oliver Pötzsch
Die Henkerstochter (Die Henkerstochter-Saga 1)
(347)Aktuelle Rezension von: a_different_look_at_the_bookIch weiß, ich bin „late to the party“, denn mittlerweile ist der 10. Band rund um die Henkerstochter erschienen. Nun, da ich den ersten Teil gehört habe, muss ich schauen, wann ich Zeit finde, auch die anderen zu konsumieren.
Früher habe ich öfter mal einen historischen Roman zur Hand genommen. Obwohl Geschichte in der Schule nicht mein Lieblingsfach war, mochte ich schon immer historische Ereignisse gut eingebettet in tollen Geschichten.
„Die Henkerstochter“ ist ein historischer Krimi und daher nicht ganz mein Gebiet, weil mir Krimis meist zu lasch sind. Ich bevorzuge dann schon eher (Psycho)Thriller.
Doch das vorliegende Werk konnte mich für sich gewinnen - was wahrscheinlich nicht zuletzt am genialen Sprecher lag.
Johannes Steck hat die Geschichte sehr lebendig rüber gebracht. Seine Stimme, die er immer wieder verstellt hat, war super authentisch. Wenn er die Dialekte nachmachte, kaufte ich ihm das 100%ig ab. Allein deshalb würde ich zu „Die Henkerstochter und der schwarze Mönch“ greifen.
Der Plot rund um die Henkerstochter Magdalena ist recht einfach und überschaubar. Am Ende gibt es zwar mehrere Stränge, die zusammenlaufen, doch man verliert sich nicht in ihnen.
Warum es die „Henkerstochter-Saga“ ist, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Sie taucht zwar immer mal wieder auf, doch würde ich ihr persönlich keine Hauptrolle zuschreiben. Vielleicht entwickelt sich das in den kommenden Teilen.
Der Autor hat Gefallen an Ausschmückungen. So lief bei mir während des Hörens ein Kopfkino ab, welches die Erzählung sehr lebendig machte. Daher ist er in meinen Augen eher nicht für Zartbesaitete geeignet. Es gibt einige brutale Szenen, die detailreich geschildert werden.
Aber auch das Leben einer Henkersfamilie zur damaligen Zeit wird überzeugend beschrieben. Erst hinterher habe ich erfahren, dass Oliver Pötzsch selbst ein Nachfahre dieser Dynastie ist. So hatte er exklusiven Einblick in den Beruf und wir erfahren einige Details dazu.Ich überlege tatsächlich, ob ich mir noch den zweiten Teil gönne, um zu schauen, ob die Saga generell etwas für mich ist oder ob ich direkt zur David-Hunter-Reihe wechsle, die eher meinem Beuteschema entspricht und genauso darauf wartet, von mir gehört zu werden. Mit Johannes Steck als Sprecher kann man sicherlich wenig falsch machen.
In „Die Henkerstochter“ kann man mal reinlesen / -hören, ob das Genre einem liegt. Man braucht jedoch, wie bereits erwähnt, starke Nerven an der ein oder anderen Stelle und zudem Ausdauer, denn zuweilen verliert sich der Verfasser ein wenig. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt.
©2024 a_different_look_at_the_book
- Marie Benedict
Frau Einstein
(167)Aktuelle Rezension von: ZamsIch fand das Buch im Großen und Ganzen sehr realistisch.
Besonders gefallen hat mir zum Beispiel die Freundschaft zwischen den Frauen, und die Beziehung zu Milevas Vater im ersten Teil der Geschichte.
Glaubwürdig fand ich auch Mitza und Alberts Beziehung, unter anderem weil ich die selben Verhaltensmuster und Situationen auch im echten Leben schon beobachten konnte, und leider kommen ähnliche Dinge mit ähnlichem Ausgang auch heute noch vor.
Die Geschichte ist definitiv herzzerreißend, mit viel emotionalem Tiefgang.
Allerdings fan ich die Botschaft oft etwas auf die Nase gedrückt, was nicht sein hätte müssen, weil der Rest der Geschichte dazu meiner Meinung nach definitiv ausreicht.
- Isabel Allende
Violeta
(171)Aktuelle Rezension von: ReisebaerenIsabel Allende ist meine Lieblingsautorin – und das völlig zurecht. Mit Violeta beweist sie einmal mehr, was sie wie kaum wie eine andere kann: Figuren erschaffen, die so glaubwürdig sind, dass man das Gefühl hat, sie wirklich zu kennen.
Violeta erzählt ihr eigenes Leben – hundert Jahre, eingerahmt von zwei Pandemien, von der Spanischen Grippe 1920 bis zur Corona-Pandemie 2020. In Form eines langen Briefes an ihren Enkel blickt sie zurück auf ein Jahrhundert voller Umbrüche, Lieben, Verluste und Neuanfänge.
Was mich dabei am meisten berührt hat: Violeta ist keine Heldin, die alles richtig macht. Sie trifft falsche Entscheidungen, verrennt sich, verletzt Menschen, die sie liebt. Aber sie tut auch wahnsinnig viel Gutes – sie kämpft, hilft, baut auf, steht wieder auf. Genau diese Mischung macht sie so echt. Allende erzählt nicht von einer makellosen Frau, sondern von einem ganzen Leben mit allen Widersprüchen, die dazugehören.
Es sind diese ehrlichen, tiefgründigen Frauenfiguren, für die ich Allende so liebe. Frauen, die nicht perfekt sein müssen, um stark zu sein. Violeta reiht sich da nahtlos ein.
Fazit: Ein großes, warmes, ehrliches Buch über ein ganzes Frauenleben. Klare Leseempfehlung – nicht nur für Allende-Fans.
- Hannah Kent
Das Seelenhaus
(301)Aktuelle Rezension von: Wolf-MacbethDas Seelenhaus ist ein Roman, der seine Stärke vor allem aus dem historischen Stoff und der rauen isländischen Landschaft bezieht. Hannah Kent erzählt mit Respekt und Sorgfalt, und man spürt die gründliche Recherche hinter jeder Szene. Doch literarisch bleibt der Text auffallend konventionell: handwerklich gut, aber erzählerisch vorhersehbar; sprachlich sauber, aber nicht besonders kunstvoll; solide, aber nicht innovativ.
Die Geschichte zeigt eindrücklich, wie schnell eine Frau zur Täterin erklärt werden kann, wenn eine Gesellschaft ein einfaches Schuldgefüge benötigt. Diese Beobachtung trägt den Roman. Dennoch wirkt die Erzählweise zurückhaltend, beinahe darauf bedacht, für ein breites Publikum zugänglich zu bleiben, statt ästhetische Risiken einzugehen oder sprachlich eigene Wege zu suchen.
So bleibt am Ende ein atmosphärisch überzeugender, gut lesbarer historischer Roman, der ein Schicksal sichtbar macht – ohne sich literarisch dauerhaft einzuprägen.
📚 Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil
- Joy Fielding
Träume süß, mein Mädchen
(592)Aktuelle Rezension von: katha84Brad Fisher scheint ein absoluter Traummann zu sein. Er sieht gut aus, ist charmant und lustig. Jamie sieht das jedenfalls so und ist es auch kein Wunder, dass sie ihn gleich am Abend ihres Kennenlernens mit zu sich nach Hause nimmt. Ihre letzte Beziehung ist grade kolossal gescheitert und da scheint Brad ihr Retter in der Not zu sein. Ohne lange nachzudenken - und die Konsequenzen zu bedenken - lässt sie sich von Brad zu einem Roadtrip überreden. Einmal quer durchs Land bis zu seiner Exfrau und seinem Sohn, den er so gern einmal wiedersehen möchte. Doch schon bald kommen Jamie erste Zweifel. Ist Brad wirklich der charmante Millionär für den er sich ausgibt?
Ich fand das Buch auf der einen Seite sehr gut - Joy Fielding hat einfach einen super Schreibstil und eine tolle Weise Geschichten zu erzählen - auf der anderen Seite aber auch ganz schrecklich. Denn egal welche der Frauen grade im Mittelpunkt stand, waren ihre Storys alle ganz furchtbar. Egal ob Betrug oder Misshandlungen, ich hatte ganz schreckliches Mitleid mit den drei Frauen. Selbst mit Emma, die mir ehrlich gesagt von Seite zu Seite unsympathischer geworden ist. Wen ich aber sofort suspekt fand, war tatsächlich Brad. Das alles war einfach zu perfekt und - als eifrige Krimileserin - war mir auch ziemlich schnell klar, wer Brad eigentlich war. Wie er dann aber Jamie manipuliert hat und sie zu Dingen gedrängt hat, hat mich zutiefst erschreckt. Ich würde mir gern einreden, dass ich auf sowas nicht reinfallen würde, aber weiß man es? Ich kann daher bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, dass Jamie mitgemacht hat. Und als ihr dann klar wurde, was da abgeht war es zu spät. Trotzdem fand ich das Buch an einigen Stellen zu lang und mit etwas zu vielen Wiederholungen und Selbstmitleid getränkt. Deshalb einen Punkt Abzug.
- Iny Lorentz
Die Feuerbraut
(190)Aktuelle Rezension von: Renate1964Deutschland im 30 jährigen Krieg: Wallenstein gerät in Bedrängnis durch die Schweden und auch durch innere Anfeindungen. Irmela von Hochstett muß fliehen und gerät in den Verdacht der Hexerei. Sehr gut werden die Nöte der Bevölkerung durch das Kampfgeschehen und auch Uneinigkeit im Reich beschrieben. Auch der Aberglaube sowie Inquisition werden real erlebbar. Die Charaktere sind jedoch eindimensional gut oder böse. Insgesamt habe ich viel Historisches erfahren
- Dror Mishani
Drei
(276)Aktuelle Rezension von: NurayCesmeDas Buch „Drei“ erzählt die Geschichten von drei Frauen, die nichts miteinander zu tun haben. Jede von Ihnen hat ihr eigenes Leben und ihre Probleme. Doch im Laufe der Handlung wird klar, dass sie alle denselben Mann kennen und dass diese Begegnung ihr Leben stark verändert.
Besonders interessant ist, dass das Buch kein typische spannende Handlung mit viel Action hat. Stattdessen stehen die Gedanken und die Gefühle der Figuren im Mittelpunkt. Man erfährt, wie sie denken, was sie hoffen und wovor sie Angst haben. Dadurch entsteht eine eher ruhige, aber trotzdem spannende Atmosphäre.
Der Aufnau ist ungewöhnlich. Jede Frau bekommt ihren eigenen Teil der Geschichte. Erst nach und nach erkennt man die Zusammenhänge. Das sorgt dafür, dass die Spannung langsam wächst und man immer mehr verstehen möchte, was wirklich passiert.
Ein zentrales Thema des Buches ist Vertrauen. Es zeigt, wie leicht man sich in Menschen täuschen kann und wie schwie es ist, andere richtig einzuschätzen.
- Sophie Irwin
Wie man sich einen Lord angelt
(310)Aktuelle Rezension von: Juliamueller94"Wie man sich einen Lord angelt" von Sophie Irwin erschien am 01.06.2022. Ich habe das Buch als Print mit Schutzumschlag als Mängelexemplar erworben.
Als Abwechslung zu meinen sonstigen Genres lese ich gerne Regency - Geschichten. Von dieser Autorin war es mein erstes Buch. Die Originalsprache ist englisch und es wurde ins Deutsche übersetzt.
Die Geschichte ist in der Er-Erzählweise geschrieben, wobei das Hauptaugenmerk immer mal auf einem anderen Charakter liegt. Mit der Schreibweise musste ich mich erst zurechtfinden. Natürlich ist vieles typischerweise "alt" formuliert, aber auch dazwischen lässt sich das Geschriebene nicht super leicht lesen, es wirkt etwas umständlicher.
Zu den Protagonisten Kitty und James konnte ich, wohl auch bedingt durch den Schreibstil, leider keine richtige Bindung aufbauen. Die Gefühle erreichten mich leider auch nicht so richtig. Die Liebe zwischen den beiden überraschte mich, da sie bis kurz vor dem Ende für meinen Geschmack so gar keine Zeit hatten, um sich überhaupt richtig kennenzulernen.
Die Handlung erinnerte mich manchmal an Tagebucheinträge oder Aufzählungen, an der ein oder anderen Stelle hätte ich mir ein bisschen mehr Kreativität und Ausschmückungen gewünscht.
Die Story glänzte dafür mit einigen humorvollen Szenen und brachte mich oft zum Schmunzeln.
Alles in allem ein Regency - Roman, den ich so an richtige Liebhaber nicht empfehlen würde. Er liest sich trotz etwas ruckeliger Schreibweise schnell, weist durchaus einige Spannungsbögen auf, aber ist so ganz anders als ich es mir typischerweise für ein Buch aus dem Genre mit Lovestory vorgestellt habe. Da bin ich doch etwas mehr Prickeln und Flüsterei gewohnt. - Kristin Hannah
Die vier Winde
(197)Aktuelle Rezension von: momomaus3Eine zu Tränen 😢♥️rührende Geschichte.
Sie macht aber auch Mut für seine Rechte einzustehen und niemals aufzugeben.
Inhaltsangabe zum Buch auf dem zweiten Bild 🥰.
Ich liebe die Bücher 📚 der Autorin, daher habe ich endlich zu diesem Buch gegriffen, das schon viel zu lange auf meinem Sub lag.
Ich wurde natürlich auch diesmal nicht enttäuscht. 😍📖😍
Kristin Hannah schreibt so tiefgründig und bildhaft und man fühlt mit den Protagonisten mit. Ich habe geweint und mitgefiebert. Es ist kaum in Worte zu fassen was die Menschen erleben mussten.
Die Naturgewalten, wie Dürre, die Sandstürme sowie die Weltwirtschaftskriese und Armut alles so beschrieben, wie es einst mal war….
Die Protagonistin Elsa ist eine Kämpferin und gibt niemals auf. Sie hat für ihre Rechte und die ihrer Kinder und Mitmenschen gekämpft, auch wenn unter schlimmsten Bedingungen. Ich habe sie für ihre Stärke und den Mut bewundert. Sie zeigt uns, dass wir nie aufgeben sollten für das zu kämpfen was uns wichtig ist und immer an uns zu glauben und auch wie wichtig es ist zusammenzuhalten. ♥️
Ich vergebe 5 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️denn es ist für mich ein echtes Highlight !
Bitte lest alle dieses Buch !!!
- Jessie Burton
Das Geheimnis der Muse
(141)Aktuelle Rezension von: MaFuWas wie eine Liebesgeschichte startet, entwickelt sich zu einem Beziehungsdrama rund um ein spektakuläres Kunstwerk. In Spanien im Jahr 1936 entstanden, taucht es im London der 1960er wieder auf. Odelle, eine junge Frau aus der Karibik, versucht das Rätsel seiner Herkunft zu lösen.
Lesefutter ist das erste, was mir zu diesem Buch einfällt. Gut geschrieben, auch spannend, aber irgendwie bleibt es immer an der Oberfläche, ich bekomme kein genaueres Bild von der Personen. Gern eine Empfehlung als Urlaubslektüre, wenn man mehr als eine Liebesgeschichte von einem Buch erwartet, aber für ein FünfSterneBuch reicht es leider nicht.
- Astrid Fritz
Die Hexe von Freiburg
(221)Aktuelle Rezension von: MelLilaDieses Buch las sich durchaus erwartungsgemäß. Es ist aber immer wieder erschreckend zu sehen, oder in diesem Fall halt zu lesen, wie die Hexenprozesse abgelaufen sind. Ansonsten kann ich mich dem Klappentext nur anschließen, eine für ihre Zeit unfassbar starke Frau mit einem schlimmen Schicksal.























