Bücher mit dem Tag "frauenschicksale"
52 Bücher
- Bernardine Evaristo
Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019
(169)Aktuelle Rezension von: Leseratte_09Trotz aller Bemühungen für mehr Gleichberechtigung und Integration von Frauen in Berufs- und öffentlicher Welt leben wir nach wie vor in einer patriarchalen Welt. Schon für weiße Frauen ist es oft ein steiniger Weg mit vielen Vorurteilen und viel fehlender Solidarität unter Frauen. Wie viel schwerer muss es da sein, wenn noch eine andere Hautfarbe hinzukommt.
In ihrem mit dem Booker Price ausgezeichneten Roman wirft Bernardine Evaristo einen Blick auf gleich 12 Frauenschicksale.
Als erstes ist mir die Textgestaltung aufgefallen: Abschnitte beginnen mit Kleinbuchstaben, die Absätze sind ungewöhnlich eingerückt. Die Sprache wirkt stakkatohaft und hindert mich daran, wirklich in die Geschichte einzutauchen. Und doch enthält der Roman wunderschöne Formulierungen, wie „Carole, deren Alltagswortschatz sich im Orbit von Dividenden, Terminkontrakten und Finanzplanung bewegt“ (S.149). Auch berühren die Themen der einzelnen Geschichten Aspekte des Lebens, mit denen sich viele auseinandersetzen, egal der Hautfarbe, Orientierung und Alter. Es geht um Nichtaufgeben, sich nicht entmutigen lassen, unabhängig werden von den Urteilen anderer. Wichtige Themen, die durchaus zum Nachdenken anregen. Die Protagonisten sind grundsätzlich interessante und meist auch starke Frauen, Dennoch hat mich der Roman nicht wirklich erreicht und ist nur wenig in mir nachgehallt.
- Iny Lorentz
Die Tochter der Wanderhure
(468)Aktuelle Rezension von: _jamii_Mehr als zwölf Jahre sind vergangen, seit Marie, die ehemalige Wanderhure, ihre letzten Abenteuer bestehen musste. Nun lebt sie glücklich und zufrieden mit ihrem Mann Michel auf Burg Kibitzstein. Ihre Tochter Trudi ist der ganze Stolz der beiden und träumt bereits selbst von der großen Liebe.
Doch dann passiert das Unfassbare, und Trudi muss sich einem Abenteuer stellen, das ihr ganzes Leben verändern wird …Der Schreibstil ist für meinen Geschmack zu zäh, ich hatte leider zum grösseren Teil das Gefühl, dass die Geschichte einfach nicht vom Fleck kommt. So gibt es für mich auch zu viele politische Diskussionen, die meine Lust am Weiterlesen doch sehr gedämpft haben. Für mich hätten da diverse Absätze und Gespräche zusammengekürzt werden können.
Trudi ist noch sehr jung und wohlbehütet aufgewachsen, daher kann man auch ihre teilweise doch sehr weitreichende Naivität nachvollziehen. Leider hat sie mir das nicht sympathischer gemacht, ich habe mich das eine oder andere Mal über sie geärgert. Sie ist ein nettes Mädchen, hat das Herz am rechten Fleck, und doch konnte ich nicht so mit ihr mitfiebern und mitfühlen, wie das bei Marie der Fall war.
Das ganze Buch ist zäh und langatmig, erst gegen Ende, als die Belagerung kommt, wird es doch noch etwas spannend, das Tempo zieht ein bisschen an.
Der spannende Schluss konnte das langatmige Buch aber leider auch nicht retten.
- Sarah Lark
Im Land der weißen Wolke
(474)Aktuelle Rezension von: MikeyEines vorneweg: Dieses Buch ist in meinen Augen Trivialliteratur. Warum, begründe ich später.
Es ist die Geschichte zweier Frauen, Helen und Gwyneira, die sich auf einem Schiff von England Richtung Neuseeland kennen lernen. Beide haben die Reise angetreten, um sich zu verheiraten. Gwyneira, weil sie ihr zukünftiger Schwiegervater Gerald, seines Zeichens Schafsbaron, für seinen Sohn Lukas mehr oder weniger in einem Kartenspiel gegen ihren Vater „gewonnen“ hat (dies allerdings mit Augenzwinkern, sie hätte auch nein sagen können), Helen, weil sie sich auf eine Anzeige der presbyterianischen Gemeinde in Christchurch beworben hat, die für ihre männlichen Gemeindemitglieder Frauen sucht. Sie finanziert ihre Überfahrt mit der Betreuung einer Gruppe von Waisenmädchen, die für Dienstbarkeiten ansässiger Familien vermittelt wurden.
Daraus ergibt sich die Tatsache, dass beide Frauen nichts über ihre zukünftigen Ehemänner wissen, daraus ergeben sich auch die Komplikationen des Romanes. Zufall soll es sein, dass beider Frauen zukünftige Ehemänner Nachbarn sind, Zufall ist es auch, dass Helens zukünftiger Ehemann Howard und Gerald Erzfeinde bis aufs Blut sind. Damit ist alles angerichtet, was ein Familiendrama braucht.
Es liegt auf der Hand, dass beide Ehekandidaten nicht das halten, was sich die beiden Frauen versprochen haben. Dabei hat Gwyneira eigentlich noch Glück. Lukas ist ein Gentleman durch und durch, stets zuvorkommend, gebildet, an Kunst interessiert… Dumm nur, dass er sich eigentlich mehr für Männer interessiert, was ihm wohl zum Zeitpunkt der Heirat noch nicht recht bewusst war. So kommt es immer wieder zu missglückten Versuchen, die Ehe zu vollziehen; Gerald will nämlich unbedingt einen männlichen Erben, wird nun auch wegen des Ausbleibens immer unleidlicher.
Helen dagegen hat echt in die Schei...e gegriffen, ihr Mann, ehemaliger Kompagnon von Gerald und mit diesem heillos verfehdet, ist jähzornig bis aufs Blut.
Die verzweifelten Versuche von Gwyneira und Lukas, einen Sohn zu bekommen und Geralds zunehmende Aggressivität wegen des Ausbleibens lassen Gwyneira indes nach einem „Ersatzerzeuger“ suchen, natürlich kommt dabei auch die Liebe ins Spiel. Ergebnis der Bemühungen ist (ins Geralds Augen leider) „nur“ ein Mädchen. Helen dagegen gebärt Howard einen Sohn. Als Gerald davon erfährt, dass seinem Erzfeind ein männlicher Erbe geboren wurde, was ihm versagt blieb, kommt es zur Eskalation…
Ich muss sagen, die Geschichte wäre eine gute Vorlage für eine Verfilmung, alles was ein guter Kino- oder Fernsehfilm braucht. Für einen guten Roman ist alles zu glatt. Typisch für diese Art Roman ist die „Kurzgefasstheit“ der Erzählweise. Die Dinge (sag ich jetzt mal) entwickeln sich nicht, sie werden einfach als gegeben erzählt. Alles wirkt sehr sprunghaft. „Zwei Sunden später…“ oder „“Zwei Monate später…“ zum Beispiel war etwas dann so oder so, wie, warum, weshalb wird nicht erzählt. Ich hätte mich vielleicht trotzdem dazu hinreißen lassen, 4 Sterne zu vergeben; die Geschichte ist spannend und 800 Seiten ist ein guter Umfang für eine Familiensaga. Aber mir sind es alles ein paar zu viele „Zufälle“. Helen und Gwyneira bleiben natürlich miteinander verbunden, werden durch ihre Kinder gar zu einer Familie (das wirkt auch gut als Eskalationsstoff, denn das erinnert durch deren verfeindete Väter anfangs sehr an "Romeo und Julia), auch die Geschichte der Waisenkinder grätscht unnötigerweise immer wieder dazwischen. Diese haben entweder totales Glück mit ihrer Anstellung oder totales Pech, dazwischen gibt es nichts.
Was mir aber die 4 Sterne unmöglich zu vergeben gemacht hat, ist das Ende. Nicht nur, dass wirklich alle Akteure, die unsympathisch, schlecht oder einfach unpassend sind, am Ende sterben, es geht alles gut aus wie im Märchen. Und am Ende des Romanes geht alles sehr sehr schnell. Da werden schon mal zwischen 2 Kapiteln Jahre übersprungen. Es bleibt wieder mal das Gefühl zurück, der Author, die Authorin hatte am Ende keine rechte Lust mehr.
Also 3 Sterne.
Dieses Buch ist der erste Teil einer Trilogie. "Im Land der weißen Wolke" ist aber in sich abgeschlossen. Die Bücher der Trilogie scheinen nur sehr lose miteinander zusammenzuhängen. Also kein Grund, weiterzulesen... - Eva Stachniak
Der Winterpalast
(285)Aktuelle Rezension von: WolfhoundDie junge Varvara kommt als Dienstmädchen in den Winterpalast und ist plötzlich so viel mehr. Denn schnell sieht sie sich in der Rolle einer Spionin wieder und wird zu einer Art Vertrauten von Sophie von Anhalt-Zerbst, der zukünftigen Katharina die Große.
Wenn man so ein bisschen die Geschichte von Katharina kennt, wird man nicht viel Neues mehr erfahren, jedoch steht hier auch mehr das Leben "hinter den Kulissen" im Vordergrund.
Leider hatte ich mit dem Buch selbst ein paar Problemchen, da meiner Meinung nach viele Füllsätze genutzt wurden und auch Dinge lang und breit ausgeführt wurden, die nicht wirklich zur Handlung beigetragen haben. Deshalb bin ich zwischendurch aufs Hörbuch umgestiegen, das es tatsächlich überall nur in gekürzter Version gibt. Ein Vergleich hat gezeigt, dass in diesem Fall definitiv sinnvoll gekürzt wurde ohne den Kern der Geschichte zu verfälschen oder den Hörer durch zu starke Kürzung zu verwirren und dadurch zu verlieren. Auch hat Anna Thalbach wieder mal einen tollen Job als Sprecherin gemacht.
Immer wieder erschreckend finde ich, wenn ich etwas über die Zarenzeit lese, wie willkürlich mit Menschenleben umgegangen wurde. Natürlich ist dies in allen Monarchien, sei es England, Frankreich, Spanien oder auch Deutschland, genauso geschehen, aber in Russland wirkt alles immer nochmal extremer und willkürlicher. Das hat dieses Buch wieder einmal deutlich gezeigt. - Carmen Korn
Töchter einer neuen Zeit
(235)Aktuelle Rezension von: luckytimmiHenny und Käthe sind Freundinnen und wohnen in Hamburg. Beide beginnen nach dem Ende des 1. Weltkrieges eine Hebammenausbildung. Wir begleiten die beiden nun durch ihre Ausbildung bis zu ihrer Festanstellung, durch Freundschaft, Liebe und Trauer und durch die Kriegsjahre. Weitere wichtige Personen sind die zwei Freundinnen Lina und Ida, aber auch deren Partner und Familien spielen immer wieder eine wichtige Rolle…
Die Kapitel des Buches tragen als Überschrift immer einen Monat und eine Jahreszahl. Die Geschichte spielt in einem Zeitraum von ca. 30 Jahren, wobei manche Kapitel ein halbes Jahr später als das vorherige spielen, dann gibt es aber auch wieder große Zeitsprünge von mehreren Jahren.
Die Kapitel waren recht lang, doch wiederum in kurze Abschnitte eingeteilt, mit einem ständigen Wechsel der Personen.Der Schreibstil ist etwas gestelzt und altmodisch, manchmal auch sehr hamburgerisch, musste man sich dran gewöhnen, dann hatte man irgendwann den Eindruck, man schaut einen alten Film von damals.
Fazit:
Da ich schon einmal ein Buch von Carmen Korn gelesen hatte, freute ich mich eigentlich auf das Buch, aber der Schreibstil hat meine Lesefreude dann erstmal etwas gedämpft. Aber je weiter ich in dem Buch vorankam, desto mehr hat es mich dann doch gepackt; die Geschichten aus den Weltkriegen sind halt doch immer wieder aufwühlend. Ich vergebe 4 Sterne und habe doch wieder Lust auf Band 2.
- Camilla Läckberg
Der Leuchtturmwärter (Ein Falck-Hedström-Krimi 7)
(226)Aktuelle Rezension von: jaspermoIch mag wie Camilla Läckberg ihre Fälle mit dem Leben in Fjällbacka verbindet. Auch Der Leuchtturmwärter hat wieder diese Mischung aus Spannung und menschlichem Drama, die sie so gut kann.
Der neue Fall beginnt mit dem Tod eines Mannes, der kurz zuvor aus der Stadt zurückgekehrt ist. Seine Frau glaubt, er sei von einem Geist verfolgt worden, und auf der kleinen Insel Gråskär, wo früher der Leuchtturm stand, liegt ein düsteres Geheimnis. Parallel kämpft Erica mit einer privaten Krise, die sie kaum verarbeiten kann. Beide Ebenen greifen gut ineinander und halten die Spannung.
Was mir sehr gefallen hat, ist die Stimmung. Die raue Küste, den Nebel und die Einsamkeit der Insel so zu beschreiben, dass man meint man wäre dort. Das verleiht der Geschichte Tiefe, auch wenn der Kriminalfall selbst manchmal etwas verschachtelt wirkt.
An manchen Stellen hätte ich mir weniger Nebenfiguren gewünscht. Es sind viele Geschichten, die sich kreuzen, und das macht das Lesen zwischendurch anstrengend. Trotzdem bleibt der rote Faden klar, und am Ende wird alles stimmig aufgelöst.
Der Schreibstil ist wie immer flüssig, ruhig, aber eindringlich. Besonders die Passagen, in denen es um Verlust und Schuld geht, bleiben hängen.
- Iny Lorentz
Die Tatarin
(228)Aktuelle Rezension von: Alina1011Die Tatarin ist ein historischer Roman von Iny Lorentz.
Dies ist das erste mal das ich ein Buch abbrechen musste. Ich war immer ein totaler Fan von Iny Lorentz. Aber mit diesem Werk wurde ich einfach nicht warm. Bei S. 237 habe ich beschlossen auf zu hören mit Lesen.
Die Idee der Geschichte ist ok, aber die Umsetzung ist leider nicht gelungen. Die Hauptpersonen haben mehrere Namen, es sind überhaupt sehr viele Namen. Die man sich nicht merken kann. Es gibt allerdings ein Personen Verzeichnis am Ende des Buches. Aber alles ist langatmig, ich fand einfach nicht in die Geschichte und auch die Personen waren mir unsympatsich. Vielleicht werde ich dem Buch später noch eine Chance geben, aber für den Moment belasse ich es dabei.
- Stephanie Schuster
Die Wunderfrauen - Alles, was das Herz begehrt
(201)Aktuelle Rezension von: Buchwurm05Inhalt:
1953. Endlich geht es in Deutschland wieder aufwärts. Die mageren Jahre sind vorbei. Während Luise von einem eigenen Laden träumt, nehmen Luises Brüder die heimatvertriebene Marie bei sich auf dem Bauernhof auf. Helga, die aus reichem Haus stammt, flüchtet vor ihren Eltern und beginnt eine Ausbildung als Krankenschwester in der Geburtsklinik von Dr. von Thaler. Durch ein Missverständnis zieht sie den Zorn von dessen Gattin Annabel auf sich. Jede versucht das Beste aus ihrer Situation zu machen. Noch wissen sie nicht, dass sich ihre Wege immer wieder kreuzen werden.....
Leseeindruck:
"Die Wunderfrauen - Alles was das Herz begehrt" ist der erste Band einer Trilogie. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Luise, Marie, Helga und Annabel geschrieben. So konnte ich sie nach und nach besser kennenlernen und wurde tief in die Geschichte hineingezogen. Es hat mich gut und kurzweilig unterhalten, ihren Lebensweg zu verfolgen. Ich habe es bewundert, wie sie das Beste aus ihrer Situation gemacht und immer wieder Mut gefasst haben. Dabei kam es gerade zum Ende hin auch zu Szenen, die ich so nicht erwartet habe. Auf der einen Seite wurde es nicht langweilig und es gab für mich unerwartete Wendungen. Auf der anderen Seite, hat das gar nicht zu den Figuren gepasst. Auch, wenn das jeweils in Ausnahmesituationen geschehen ist, kam mir persönlich das etwas zu unerwartet.
Fazit:
"Die Wunderfrauen - Alles was das Herz begehrt" hat mir unterhaltsame Lesestunden beschert. Es ist eher ein leichter Roman, bei dem ich mich schnell in die Figuren hineinversetzen konnte. Von mir gibt es eine Leseempfehlung. - Katharina Fuchs
Vor hundert Sommern
(164)Aktuelle Rezension von: AlexroseEin Roman in dem mehrere Generationen zusammenkommen und in verschiedenen Zeitsträngen erzählt wird - von der Weimarer Republik bis heute. Der Roman hat mich auf jeden Fall sehr gefesselt, teilweise aber auch echt sprachlos und wütend gemacht.
Kein Wunder das die Drama der Vergangenheit noch so aktuell sind - auch wenn man sie unter den Teppich kehrt, wirken sie trotzdem weiter.
Die 3 Hauptprotagonistinnen Lena, Anna, Elisabeth und die Erzählungen über Urgroßtante Clare sind mir sehr ans Herz gewachsen.
Die Enkelin Lena, die nicht wirklich im Leben zurechtkommt und ewig das Gefühl hat, nicht wirklich dazuzugehören.
Lena`s Mutter Anja, die ewig Jonglierende, um es jedem recht zu machen - zwischen Mutter, Tochter, Partnerin sein, ihrem Beruf, und sich selbst - und dann Elisabeth, die Grossmutter von Lena und Mutter von Anja, die ins Pflegeheim gekommen ist - und deren Wohnung nun wegen des Verkaufs ausgeräumt werden muss.
Mit dem Aufräumen tauchen allerlei Fragen aus der Vergangenheit auf, die mit der Urgroßtante Clara zu tun haben, und deren Antworten die Großmutter nun Stück für Stück liefert.
Ich mochte den Roman, auch wenn es keine einfache Kost ist - zeitweise super aktuell ist, lässt er sich trotzdem gut lesen und zwischendurch blitzen immer wieder hoffnungsvolle, zuversichtliche und freudige Momente hervor. - Judith Lennox
Alle meine Schwestern
(131)Aktuelle Rezension von: MelLilaAnfangs kam ich nicht so rein, es waren mir einfach zu viele Schwestern und ich hatte Schwierigkeiten, mir zu merken, welche welchen Lebensweg einschlägt, aber dabei hilft einem der simple Klappentext hinten. Und dann war es total spannend, nicht nur die Lebenswege der vier Schwestern sondern auch der drei Brüder und der Eltern zu verfolgen.
- Daniela Krien
Die Liebe im Ernstfall
(292)Aktuelle Rezension von: MeinbuecherregalDie Liebe im Ernstfall von Daniela Krien
🩵
Ein Highlight
.
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen.
.
Es geht um 5 Frauen. Jeder hat ihre eigene Geschichte. Jede bekommt ihre eigene Kurzgeschichte.
.
Die Schicksale sind traurig, unglücklich und nicht wünschenswert.
.
Und trotzdem ist das Buch einfach zu lesen. Ich bin durch die Seiten geflogen.
.
Über zwei Dinge ärgere ich mich: 1. warum lag das Buch solange auf meinem Stapel ungelesener Bücher 2. warum habe ich die „Schmuckausgabe“ aus dem #diogenesverlag ? 😅 ist mir zu klein im Regal und zu klein zum Lesen… ich befürchte ich muss mir das Normal große Buch kaufen… denn ich hätte richtig Lust, dieses Buch nocheinmal zu lesen, um die Überschneidungen der Geschichten zu entdecken.
.
5 Sterne ⭐️
- Nina George
Die Schönheit der Nacht
(209)Aktuelle Rezension von: BumbilouDer Roman handelt von Claire, erfolgreiche Verhaltensbiologin, Mutter und verheiratet & von Julie, halb so alt wie Claire und unsicher, was sie sich vom Leben erwartet.
Das erste Mal treffen die beiden im Flur eines Hotels aufeinander - Julie putzt dort die Zimmer und Claire ist nach einem Treffen mit einem Liebhaber auf dem Weg nachhause.
Die zweite Begegnung findet in Claires Wohnung statt, denn ihr Sohn ist zum Essen eingeladen um seinen Eltern seine Freundin vorzustellen: Julie.
In diesem Sommer lernen die zwei Frauen sich selbst besser kennen, entdecken, was für sie "leben" bedeutet und wie sie das Feuer (wieder)finden können. Sie sind leidenschaftlich, verletzlich und mutig.
Große Leseempfehlung !
- Ayesha Harruna Attah
Die Frauen von Salaga
(105)Aktuelle Rezension von: SikalWestafrika, Ende des 19. Jahrhunderts: Die aus Ghana stammende Autorin Ayesha Harruna Attah nimmt uns mit in eine Zeit mit vielen Herausforderungen und lässt uns die beiden Frauen Aminah und Wurche ein Stück begleiten.
Die junge und schöne Aminah hat Pläne in ihrem Leben. So möchte sie unbedingt mal die Schusterwerkstatt ihres Vaters übernehmen. Als ihr Vater eines Tages von einer Handelsreise nicht retour kommt, müssen sich die Frauen des Haushaltes bemühen, den Alltag ohne männliches Oberhaupt zu meistern. Doch eines Tages wird das Dorf von Sklavenhändlern überfallen, viele Dorfbewohner getötet und die anderen werden versklavt.
Die burschikose Wurche ist hingegen eine Königstochter, deren wichtigstes Ziel im Leben darin besteht, den Männern gleichgestellt zu sein und im politischen Diskurs ernstgenommen zu werden. Doch trotz ihres eigenwilligen Charakters und ihrer starken Argumente kann sie sich ihrem Vater nicht widersetzen und wird gezwungen, Adnan zu heiraten, den sie ekelhaft findet und der tatsächlich ein grauenhafter Mensch ist.
Die Autorin hat die beiden Frauenschicksale miteinander verwoben und so wird abwechselnd den Geschichten der beiden Frauen gefolgt. Zwischendurch erfährt man auch einiges zur Kolonialzeit und wie Prioritäten gesetzt wurden. Einblicke in gesellschaftliche Strukturen und kulturelle Exkurse habe ich sehr gerne verfolgt. Die beiden Protagonistinnen sind so unterschiedlich und haben trotzdem einen gemeinsamen Traum: Den Traum nach Freiheit. Den geben sie nicht auf, obwohl sie oftmals an Grenzen stoßen.
Die Autorin beschreibt manche Szenen sehr detailliert, dann merkt man wieder Distanz. Vielleicht absichtlich? Vor allem zu Wurche konnte ich keinen rechten Draht finden. Ich habe ihre Beweggründe schon verstanden, aber es hat sie nicht sympathischer gemacht. Aminah hingegen ist die Sympathieträgerin des Romans und so folgt man lieber ihrem Weg.
Ein guter Plot, doch manches wirkt auf mich zu konstruiert. Man hätte durchaus noch mehr aus dem Stoff herausholen können. Von mir gibt es 3 Sterne.
- Leandra Moor
Irmas Enkel
(86)Aktuelle Rezension von: Marry22Das Buchcover gefällt mir sehr gut und passt perfekt zum Inhalt des Buches.
Die Autorin Leandra Moor schreibt in Ihrem neu aufgelegten Buch über das Leben von Helene und ihren drei Kindern, die sie alleine großziehen musste, da ihr Mann im ersten Weltkrieg gefallen ist.
Leider schlägt das Schicksal erneut zu und es bricht der zweiter Weltkrieg aus, wo ihre Söhne an die Front müssen und sie mit ihrer Tochter Anni, der Schwiegertochter und den beiden Enkelkindern alleine ums Überleben kämpfen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Charaktere werden alle sehr authentisch dargestellt.
Während des Lesens habe ich alle Emotionen miterlebt, vor allem mit Helene und Anni gelitten, gefreut, gehofft und mich auch geärgert.
Ich kann das Buch definitiv weiter empfehlen.
- J. Courtney Sullivan
Die Verlobungen
(66)Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin"Die Verlobungen" handelt von vier Paaren, drei in den USA, eines in Frankreich, und ihren Liebesbeziehungen. Die Geschichten spielen zu unterschiedlichen Zeiten und scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, werden aber von der Lebensgeschichte von Frances Gerety, die 1947 den Werbeslogan "A diamond is forever" für die Diamanten-Dynastie De Beers entwickelt hat, umfasst. Mit dem Slogan werden bis heute Verlobungsringe beworben, während Frances selbst nie verheiratet war.
1972 besucht Teddy seine Eltern Evelyn und Gerald um ihnen zu eröffnen, dass er sich von seiner Ehefrau Julie scheiden lassen möchte. Anfang der 1970er-Jahre war eine Scheidung noch nicht üblich, weshalb Evelyn nicht nur von ihrem einzigen Sohn bitter enttäuscht, sondern auch unfassbar wütend ist.
1987 kämpft James gegen seine Minderwertigkeitskomplexe und sein schlechtes Gewissen an, dass er seiner Frau Sheila als verschuldeter Rettungssanitäter nicht das Leben bieten kann, das sie ihn seinen Augen verdient hätte.
2003 zertrümmert die 40-jährige Delphine die Wohnung des jungen Geigenvirtuosen P.J. in New York, für den sie ihren Ehemann Henri verlassen hatte, und der die Pariserin nun selbst betrogen hat.
2012 ist Kate gezwungen die Hochzeit ihres homosexuellen Cousins Jeffrey zu organisieren, obwohl dies zutiefst gegen ihre Prinzipien verstößt. Sie lehnt die Institution Ehe ab und stellt darüber hinaus noch viele weitere gesellschaftliche Gepflogenheiten in Fragen, die ihrer Meinung nach die Stellung der Frau untergräbt oder Menschen anderer Schichten unterdrückt.
Der Roman liest sich wie eine Sammlung von Kurzgeschichten, die allerdings nicht auf einander folgen, sondern kapitelweise abwechselnd erzählt werden. Jede Geschichte und die darin handelnden Akteure sind entsprechend der Zeit und des gesellschaftlichen Standes verschieden und haben jeweils ein unterschiedliches Thema in Sachen Paarbeziehung im Fokus.Trotz der Fülle an Protagonisten fällt es leicht sich, immer wieder in sie und ihre Lebenssituationen hineinzuversetzen. Der Roman ist auf diese Weise sehr abwechslungsreich gestaltet und verbindet die einzelnen Geschichten durch die Symbolik des Diamantrings, der sich unterschwellig wie ein roter Faden durch alle Geschichten zieht und die Handlungsstränge auf diese Weise ungewöhnlich, aber letztlich raffiniert und am Ende doch überraschend zusammenzieht.Interessant ist zu lesen, wie sich die Einstellung zur Ehe über die Jahre hinweg verändert hat und wie Evelyn, James, Delphine oder Kate mit den Herausforderungen ihrer Zeit umgehen.Es ist ein Gesellschaftsroman, der den übertriebenen Konsum in Frage stellt und Kritik am hedonistischen, freiheitsliebenden "American Way of Life" übt. - Astrid Fritz
Die Vagabundin
(55)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderEva Barbiererin lernt schon früh das harte Leben kennen. In Passau 1561 beginnt Astrid Fritz ihren neuen Roman und führt uns quer durch Deutschland bis nach Nördlingen. Eva hat es von klein auf schwer mit ihrem brutalen Stiefvater und ergreift die Flucht. Als junge Frau ist sie den Männern hilflos ausgeliefert und so verkleidet sie sich als junger Mann und schlägt sich durch. Es ist schwierig im Versteck zu leben und all zu oft droht das ganze aufzufliegen. Als sie sich dann auch zum ersten mal richtig verliebt weiß sie nicht mehr, wie sie weiter leben soll. Ein praller historischer Roman über eine mutige junge Frau und das harte Leben in der damaligen Zeit.
- Ulla Lenze
Das Wohlbefinden
(72)Aktuelle Rezension von: RadagastDie Lebensgeschichten der Hauptfiguren in Ulla Lenze Buch beginnt vielversprechend. Der Spannungsbogen hält sich bis etwas zur Hälfte des Buches. Danach fällt das Gerüst an Erzählungen aus einander. Es wird nicht verwirrend, aber die jeweiligen Situationen wo die verschiedenen Figuren in dieser Geschichte enden, lässt mich etwas unzufrieden zurück. Ich kann es durchaus ab wenn Geschichten kein Ende haben, da ist dann Platz für mein eigenes erfundene Ende.
Dieser Roman hätte durchaus Potenzial echt gut zu sein, aber das schwammigen Ende der jeweiligen Darsteller gefällt mir nicht. Stellenweise war die Erzählung sehr detailverliebt. Da hat man sich gut in die jeweilige Situation hineinversetzen können und daraus wurde man her raus gerissen und in die nächste Situation geworfen. War nicht schlecht, da der rote Faden erhalten blieb. Es hat den Eindruck erweckt als hätte die Autorin einen dringenden Termin gehabt und muss das Buch abrupt beenden. - Julia Phillips
Das Verschwinden der Erde
(130)Aktuelle Rezension von: MEvaWunderbares Debüt über menschliche Kälte und Wärme - vor allem aber über den unbedingt notwendigen Zusammenhalt.
Zwei Mädchen werden am Rande der Großstadt entführt. Was folgt sind die individuellen Schicksale aller - unwissend - Beteiligten, die aus verschiedenen Perspektiven das Große Ganze des Landes und des Verbrechens beleuchten.
- Brigitte Riebe
Marlenes Geheimnis
(151)Aktuelle Rezension von: rapoedDie Autorin schafft es mit ihren Büchern immer wieder tiefe Spuren bei mir zu hinterlassen, so auch wieder mit dieser bewegenden Familiengeschichte.
Als Nane zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva an der Ort ihrer glücklichen Kindheit zurück kommt, ahnt sie nicht, dass sich auch in ihrem zukünftigen Leben etwas gravierend verändern muss. Hier in Rickenbach, am wunderschönen Bodensee hat sie sich immer wohlgefühlt und bedauert zutiefst, dass sie sich die letzten Jahre so wenig um ihre Großmutter gekümmert hat. Von Marlene, der Schwester ihrer Mutter erhält sie einen Brief und Aufzeichnungen ihrer Oma, diese Aufzeichnungen haben es in sich, und haben auch mich emotional aufgewühlt. Nach und nach erfahren wir in Rückblenden, was Eva und Marlene in längst vergangen Zeit, der Zeit des 2. Weltkrieges und der erfolgten Vertreibung aus dem Sudetenland, auf kilometerlangen Flucht alles durchstehen mussten. Das ist so bewegend, berührend, geht tief unter die Haut. Steht die Geschichte doch für unzählig erfahrenes Leid und macht deutlich was es heißt, von heute auf morgen alles zu verlieren, Vertriebene, Flüchtlinge zu sein. Der tägliche Kampf ums nackte Überleben. Hunger, Elend, Erniedrigungen, Ablehnung, schutzlos zu sein. Mit aller Kraft kämpft Eva mit klein Marlene um einen neuen Anfang am Bodensee. Ein Heimatgefühl kann neu entstehen, es ist nicht zwangsläufig da wo man geboren wurde. Integriertät, Anerkennung, berufliche und persönliche Verwirklichung, voneinander lernen und tief empfundene Liebe, helfen sich in einer neuen Umgebung wohl zu fühlen, lassen neue Wurzeln wachsen.
Brigitte Riebe hat uns mit diesem außerordentlich starken Roman all das näher gebracht. Öffen wir die Augen und unsere Arme auch für all die Menschen, die vor ungewollten Krieg fliehen müssen, zeigen wir Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft. Gemeinsam können wir etwas bewegen. Jeder Mensch hat es verdient glücklich zu sein, ganz gleich wo er eine neue Heimat findet.
Für mich war diese Geschichte äußerst tiefgreifend, authentisch, gut recherchiert, nachwirkend und sie wird mir im Gedächtnis bleiben.
Für mich war es ein ausgesprochen bewegendes und tiefgründiges LeseHighlight. - Brigitte Glaser
Bühlerhöhe
(159)Aktuelle Rezension von: Lesezeichenfee... Handtuch geworfen. Es sind gaaaaaaaanz viele verschiedene Geschichten miteinander verflochten und etwas wirr geschrieben. Das da jetzt ein Spiegel Bestseller Teil drauf ist, ist typisch, weil ich mag das Buch nicht. Selten bin ich mit dem Aufkleber eine Einheit.
Nun ja, aber es war echt zu langweilig, als dass ich da die normalen 2 Sterne fürs Abbrechen hätte geben können.
- Kristy Cambron
Wo die Hoffnung blüht
(15)Aktuelle Rezension von: AMCLiestZur Einstimmung auf meinen Urlaub an der Loire habe ich mir diesen historischen Roman gekauft und habe ihn sofort ausgelesen, weil er so spannend war. ihr
Die Geschichte handelt von drei Frauen, Ellie, ihrer Großmutter Viola und Aveline, und spielt in verschiedenen Zeitebenen, in der Moderne, der Resistance und zu Beginn der französischen Revolution. Jede Frau ist auf ihre Weise stark, unabhängig und neugierig und begegnet an der Loire, in der Nähe eines verwunschenen Schlosses ihrem Schicksal.
Als die Amerikanerin Ellie von ihrer demenzkranken Großmutter Viola verstörende Erzählungen hört, macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit, die sie im Loiretal versucht, zu finden. Trotz ihrem mangelhaften Französisch findet sie mit Hilfen eines Iren das Weingut, das in der Nähe einer Schlossruine liegt und ihr einziges Bestreben ist es, das Schloss zu sehen, von dem sie sich mehr über die Geschichte ihrer Großmutter erhofft.
Zu Beginn der französischen Revolution möchte die schöne Aveline ihren Verlobten Philippe eben auf diesem Schloss heiraten. Als dieses von einer wütenden Menge erstürmt und sie verletzt wird, erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite.
Die Engländerin Viola flüchtet vor den Nazis in ein verfallenes Schloss und trifft dort auf einen jungen Franzosen, der für die Résistance arbeitet und arbeitet bald mit ihm zusammen, in Erwartung der Alliierten.
Wie diese drei Frauenschicksale zusammenhängen, und wer der heutige Besitzer des geheimnisvollen Schlosses ist, das hat Kristy Cambron wundervoll und spannend bis zur letzten Seite mit leichter, eleganter Feder erzählt, sodass es ein Vergnügen ist, den Roman zu lesen (und hoffentlich bald selbst die Loire, die Weingüter und die berühmten Schlösser zu sehen!)
- Kim Wright
Die Canterbury Schwestern
(110)Aktuelle Rezension von: MirarimHANDLUNG
Che kann es nicht fassen: Sie ist mit acht anderen Frauen auf dem Weg von London nach Canterbury. In einem Brief hat ihre exzentrische, willensstarke Mutter ihrer Tochter aufgetragen, dorthin zu pilgern und ihre Asche zu verstreuen. Außerdem hat sich gerade auch noch ihr Freund von ihr getrennt. Das Letzte, was sie jetzt gebrauchen kann, ist ein als Pilgerreise getarnter Selbstfindungstrip. In alter Pilgertradition soll jede der Frauen auf dem Weg eine Geschichte über die Liebe erzählen. Che ist skeptisch, als die Wanderinnen damit beginnen. Doch die unterschiedlichen Geschichten der Frauen berühren sie tief. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat Che das Gefühl, ihren Weg zu kennen.
MEINUNG
Da ich Fan von Wanderungen bin und auch das Pilgern an sich ein sehr interessantes Thema finde, hat mich das Buch angesprochen. Ich mochte auch, dass 9 Frauen gemeinsam unterwegs waren, die sich nicht kennen, aber kennenlernen. 9 unterschiedliche Frauen, die alle ihre Geschichten in sich tragen.
Mit der Umsetzung selber hatte ich aber trotzdem manchmal so meine Probleme. In diesem Buch gab es Phasen, da hat es mich richtig mitgerissen und die Seiten flogen nur so. Aber dann kamen wieder die Phasen, in denen das Buch wochenlang wieder nur Teil meines CR-Stapels war...
Zum einen hatte ich vielleicht ein Problem damit mich mit Che zu identifizieren. Ich habe nicht sehr mit ihr sympathisiert - ich hatte aber im Buch auch das Gefühl, dass sie das selbst auch nicht hat. Noch dazu war sie in einem Alter (irgendwas zwischen Ende 40 und Anfang 50), zu dem ich je nach Schreibstil und Geschichte nicht immer den Zugang finde - so auch hier.
Der Aufbau in dem Buch war eigentlich auch gut gedacht. Zum einen wurde die Pilgerreise nach Canterbury beschrieben, gestreut mit vielen Gedankengängen von Che. Nacheinander wurden dann die Geschichten all der Frauen erzählt. Manche interessanter, manche weniger interessant. Durch beides - die Reise und die Geschichten - wurden immer mal wieder auch historische Fakten eingebaut, die sich gut integriert haben.
Mit den Geschichten wurden auch verschiedene gesellschaftliche Themen angesprochen, Probleme, die die jeweilige Person durchlebt hat. Mir sind nach dem Buch definitiv auch noch Geschichten in Erinnerung. Mit der Botschaft / Sichtweise / Interpretation so mancher Geschichte hatte ich aber auch meine Probleme.
Für das, was das Buch für mich versprochen hat, sind meine Erwartungen nicht so ganz erfüllt worden. Ich glaube mir ist zum Teil zu wenig passiert und zum Teil fand ich die Dinge, die erzählt wurden nicht so relevant.
Es ist wahrscheinlich ein Buch, das ganz gut verschiedene Lebensgeschichten aufgreift. Das dazu aufruft zu akzeptieren und zu leben.
Das Ende war für mich dann auch etwas ernüchternd und ich war etwas enttäuscht. Trotzdem ist es aber auch kein schlechtes Buch. Vielleicht kann aber eine Frau, die eher um die 50 Jahre alt ist mit dem Buch mehr anfangen als ich 😊
2,5⭐️
- Anne Gesthuysen
Mädelsabend
(94)Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerinRuth und Walter sind seit knapp 65 Jahren verheiratet und wohnen seit Kurzem in einem Seniorenstift bei Xanten. Während Ruth nach einem Unfall zu Hause dort regelrecht aufblüht und ihre neu gewonnen Freiheit sowie die sozialen Kontakte genießt, möchte Walter wieder zurück in seine gewohnte Umgebung und Ruth wie schon seit jeher bevormunden.
Sara, die ein enges Verhältnis zu ihren Großeltern hat, sieht sie dort gut aufgehoben. Sie selbst ist Ärztin, derzeit in Elternzeit und glücklich mit Sohn Paul und ihrem Lebensgefährten Lars. Als sie ein Angebot für ein Stipendium in Cambridge erhält, muss sie sich entscheiden, ob sie für ihr berufliches Vorankommen ihre kleine Familie gefährdet.
Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven der beiden weiblichen Hauptfiguren Ruth und Sara geschildert. Neben der gegenwärtigen Handlung gibt es Rückblenden in die Vergangenheit, die Aufschluss über das Eheleben von Ruth uns Walter geben, die 1953 geheiratet haben.
Die Geschichte spielt am Niederrhein und sprüht vor Lokalkolorit und Liebe für die Figuren. Gerade die älteren Charaktere haben ihren ganz eigenen Charme und gestalten die Geschichte lebendig.
Wie die Autorin in ihrer Danksagung erwähnt, ist die Geschichte aus dem Leben gegriffen und wirkt trotz manch skurriler Einfälle lebensecht und authentisch.
Neben dem Älterwerden geht es insbesondere um Beziehungen und Partnerschaft, Rollenbilder sowie Selbstverwirklichung, Emanzipation und dem Wunsch nach Freiheit. Dabei wird der Wandel der Gesellschaft und die Stärkung der Frauenrechte plastisch durch die Ehe von Ruth und Walter sowie die Beziehung von Sara und Lars dargestellt. Die unterschiedlichen Generationen stehen auch für die unterschiedlichen Vorstellungen von Ehe. Obschon patriarchale Strukturen oder gar Gewalt in Beziehungen gegenwärtig keinen Platz mehr haben, ist es dennoch für Frauen schwer, für ihre Wünsche einzustehen und Familie und Beruf zu vereinbaren.
Die Charaktere sind nahbar und ihre inneren Konflikte sehr gut nachzuempfinden. Sara kämpft mit einem schlechten Gewissen, während Ruth gegen ihren Mann aufbegehrt. Trotz aller Fortschritte in Sachen Emanzipation ist es für beide schwer, Entscheidungen zu treffen und zu ihnen zu stehen.
Die Geschichte beschreibt ernste Themen auf humorvolle Weise. Sie ist ein ehrliches und warmherziges Porträt über den Wandel der Ehe im Verlauf der letzten Jahrzehnte, über die Fortschritte, die errungen wurden, aber auch die Notwendigkeit eines alltäglichen Kampfes zum Erhalt dafür.
- Isabel Allende
Ein unvergänglicher Sommer
(143)Aktuelle Rezension von: AutorinMonaFrickGerade hab ich das Buch abgeschlossen und es sehr gern gelesen. Früher schon hab ich die Bücher der Autorin verschlungen, aber sie irgendwie aus den Augen verloren...
Allende schreibt hier zwar über dramatische und grausame Zeiten in der Militärdiktatur und traurige Ereignisse in der Vergangenheit der drei Protagonisten, schafft es aber, in der Gegenwart wunderbar zu unterhalten. Drei Personen, die über Zufall und wahrscheinlich Schicksal verbunden sind und ein Abenteuer bestehen müssen...
Ein Buch, das Hoffnung gibt, nach allen erlebten Traumata zum Trotz, das Glück und die Liebe zu erfahren.























