Bücher mit dem Tag "freie liebe"
16 Bücher
- Laura Kneidl
Someone New: Special Edition
(1.679)Aktuelle Rezension von: VeeziLaura Kneidl hat einen super angenehmen und spannenden Schreibstil. Die Charaktere sind einem direkt vertraut und man ist in der Geschichte drin. Ich konnte die beiden Protagonisten teilweise nicht immer ganz verstehen - also ihre Handlung. Der Plotttwist gegen Ende hat mich komplett aus dem Nichts erwischt.
- T. C. Boyle
Das Licht
(112)Aktuelle Rezension von: berlinerkatzeWer hier nach einem spannenden Plot sucht, sucht vergeblich. Die Geschichte ist recht vorhersehbar und beschränkt sich inhaltlich auf klassische Themen der 60er Hippie-Bewegung: Sex und LSD. Dafür sind diese ausführlich und gut beschrieben, sodass ich das Buch flüssig lesen konnte und es an Personen weiterempfehlen würde, die sich für diese Themen interessieren
- Emma Cline
The Girls
(293)Aktuelle Rezension von: BillDoor"Dass ich aufsah, lag an dem Gelächter, dass ich weiter hinsah, an den Mädchen."
Mit „The Girls“ hat Emma Cline einen eindrucksvollen Roman über die aufgeladene Stimmung im Hollywood der späten 60er Jahre rund um die Verbrechen der Manson-Family verfasst (auch wenn Cline in ihrem Roman kleine Details wie Namen oder Umstände des Verbrechens variiert).
Nach Abschluss des Romans bin ich etwas hin- und hergerissen.
Einerseits schreibt Cline unbestritten in einem wunderbaren Stil, die deutsche Übersetzung von Nikolaus Stingl ist ebenfalls sehr gelungen. Die unheilvolle Stimmung, die in der trägen Hitze des Sommers 1969 flirrt, ist beim Lesen geradezu physisch nachzuvollziehen.
Auch die gewählte Perspektive von Evie Boyd, einer Teenagerin und Kult-Sympathisantin, eher Bystander und Mitläuferin als überzeugte Täterin ist interessant gewählt.
Die Beleuchtung der Umstände, die dazu führen, dass Evie in die Dunstkreise des Kults auf „der Ranch“ gelangt, macht „The Girls“ weniger zu einem Thriller (wie es etwa bei der naheliegenden Aufarbeitung der Thematik aus Sicht eines Cops oder Kultmitglieds der Fall wäre) sondern eher zu einem authentisch wirkenden, modern-historischen Coming-Of-Age Roman.
Auf der anderen Seite scheint es teilweise, als hätte Cline die eigentliche Handlung des Romans zugunsten der dichten Atmosphäre und den zahlreichen, geschickt eingewebten Reminiszenzen an das zeitliche Setting vernachlässigt.
Die Beschreibung von Evies Gedanken, Gefühlen und Sehnsüchten, ihres sozialen Umfelds und ihrer Fixierung auf Suzanne – eines der „Ranch Girls“ – nimmt viel Platz ein. Dadurch gewinnen sowohl Evie als Protagonistin sowie auch die zeithistorische Verortung der Geschichte an Tiefe.
Der Kult rund um Anführer Russel und „seine Mädchen“ bleibt dagegen blass. Ihre Idelogie wird lose in abgedrifteten Hippie-Phrasen und Drogenexzessen verankert; die Radikalisierung bis hin zu den grausamen Morden ist eher ein vorausgesetztes Faktum als ein nachvollziehbarer Prozess.
Es scheint, als würde sich Cline hier viel zu stark auf das Vorwissen ihrer Leser*innen um die reale Vorlage zum Roman zu verlassen anstatt diese Aspekte der Geschichte selbst auszuformulieren.
Das führt stellenweise leider dazu, dass die Geschichte nah an einer Romantisierung des Geschehens vorbeischrammt. So zum Beispiel, wenn das Handeln der "Mädchen" als weibliche Wut und Gegenwehr zum Patriachat interpretiert wird.
Trotz der Schönheit der Sprache hätte „The Girls“ zudem ein rigoroseres Lektorat vertragen. Gerade im Mittelteil wirken viele Kapitel aufgebauscht und zu lang für den eigentlichen Inhalt, den sie vermitteln. Leichte Kürzungen hätten hier sicherlich zu einer besseren Dynamik beigetragen.
Alles in allem ist „The Girls“ ein durchaus lesenswertes und wunderschön geschriebenes Buch. Als Leser*in sollte man allerdings Vorwissen zur Geschichte der Manson-Family und (noch viel wichtiger) ein wenig Geduld mitbringen.
- Stephanie Schuster
Die Wunderfrauen - Freiheit im Angebot
(112)Aktuelle Rezension von: LeseraupeMit einem unvermittelten Prolog, der sich hunderte Seiten später chronologisch in die Geschichte einfügt, bekommt man einen Vorgeschmack darauf, dass der Roman wieder eine Menge "Action" bereithält.
Ich mag alle vier Frauen und finde die Wege und Wandlungen spannend. Mittlerweile bekommt mir das Roulette der Perspektiven nicht mehr so gut. Ich würde mich viel lieber viel länger als ein Kapitel in die Stimmung einer der Frauen einfinden.
Was mir merkwürdig vorkommt, ist, dass die Frauen nur einander als Freundinnen haben und da über Jahrzehnte keine andere hinzukommt.
Teil 4 werde ich dennoch lesen, da ich spüre, mit wieviel Herzblut sich Stephanie Schuster die Welt der Wunderfrauen ausdenkt und in den historischen Hintergrund dichtet.
- Juno Dawson
How to Be Gay
(36)Aktuelle Rezension von: michellebetweenbooksIn diesem Buch beschreibt Juno Dawson viele Dinge, die in der LGBTQIA+ Community stattfinden. Dabei geht es darum, wie es sich anfühlt, dass erst mal in ein Mädchen verliebt zu sein. Was passiert dann? Wie findet man schwule Jungs? Und warum gibt es Menschen, die im falschen Körper gefangen sind? Juno Dawson geht mit viel Authentizität und Humor an all diese Themen heran. Durch dieses Buch möchte er zeigen, dass all das gar nicht so kompliziert ist, wie es ausschaut…
Ich habe dieses Buch noch in der Ausführung, wo die Autorin noch im falschen Körper steckte. Ich weiß nicht, ob sich das Buch dann sehr unterscheidet, aber ich denke nicht. Außerdem möchte ich auch nicht den Dead Namen nennen, denn dazu habe ich überhaupt keine Berechtigung. Von daher werde ich in dieser Rezension die Autorin Juno Dawson nennen, dass dient nur zur Orientierung. Trotz allem ist dieses Buch eine dicke Empfehlung, denn jeder kann etwas daraus mitnehmen!
Bei diesem Buch hat die Autorin eine Menge Arbeit reingesteckt. Das merkt man daran, dass sie bereits einige Erfahrungen gemacht hat und diese hier mit eingearbeitet hat, aber auch, dass andere Menschen zu Wort kommen und die Möglichkeit von ihrem Leben und ihren Erfahrungen zu erzählen. Und alleine das ist für mich ein sehr großer Pluspunkt, denn dadurch wird das Geschriebene noch einmal unterstrichen und bei Bedarf noch näher erläutert.
In diesem Buch gibt es so viele sexuellen Orientierungen, Entwicklungen, Meinungen und Religionen rund um das Thema LBGTQIA+. Auf wenn man sich für einen bereits sehr aufgeklärten Mensch hält, so wie ich das bei mir dachte, bekommt man dennoch immer wieder neue Informationen aus der Commuinty und klärt uns Menschen noch weiter auf. Ich bin wirklich sehr überrascht über dieses kleine Büchlein und bin Juno Dawson total dankbar dafür, dass sie dieses Buch geschaffen hat.
Der Schreibstil von Juno Dawson war für mich neu, da ich bis dahin noch gar kein Buch von ihr gelesen hatte. Trotz allem konnte sie mich mit diesem Buch komplett von ihrer Schreibweise überzeugen. Sie schreibt locker, leicht und total flüssig, weshalb man sehr gut durch den Inhalt kommt. Außerdem finde ich es richtig toll, dass sie ein bisschen Humor und Sarkasmus mit eingebaut hat. Das sorgt dafür, dass das Buch nicht so stumpf ist, sondern auch ein bisschen Witz beinhält.
,,How to Be Gay‘‘ ist ein sehr wichtiges Buch, was sich jeder Mal zu Herzen nehmen sollte. Auch wenn ausschließlich in dem Buch von der LGBTQIA+ Commuinty die Rede ist, kann sich wirklich jeder etwas aus dem Buch mitnehmen. Denn das sorgt auch dafür, dass wir uns als Menschen weiterhin weiter entwickeln. Von mir gibt es eine ganz klare Lese- und Kaufempfehlung. Abgesehen davon bin ich total gespannt darauf, welche Bücher die Autorin noch so auf den Markt bringen wird.
- Emma Cline
The Girls
(54)Aktuelle Rezension von: Johann_BaierEin ungewöhnlicher Roman mit spannendem Ende vor dem Hintergrund eines realen Ereignisses: der Morde der satanischen Hippie-Kommune von Charles Manson im Jahr 1969.
Es empfiehlt sich, die realen Ereignisse parallel noch mal zu googeln. Es gibt bereits mehrere Sachbücher und Filme zu dem Thema. Das Neue an dem Roman ist, dass die Autorin eine (vermutlich fiktive) Randfigur kreiert, aus deren Sicht die kriminelle Kommune geschildert wird. Man erlebt, wie das 14-jährige Mädchen aus einer gerade sich auflösenden Mittelschichtfamilie in die fremdartige Welt der Kommune hineingezogen wird – eine wohl historisch einmalige Mischung aus Peace-and-Love-Rhetorik der Hippie-Welt, freiwillige Armut ohne Privateigentum, Alltagskriminalität zur Beschaffung von Lebensmitteln und Drogen, Verehrung des Sektenführers, der sich für Gott hält und früher ein brutaler Berufskrimineller mit einem rekordverdächtigen Vorstrafenregister war, freier Liebe, wobei die Freiheit sich auf den Sektenführer beschränkte, der sich frei bei seinen weiblichen Verehrern bediente.
Die 14-jährige Evie wechselt mehrfach zwischen der Kommune und ihrem alten Leben im Mittelstandsvorort, was wohl untypisch für die Kommune war - die anderen Mitglieder haben ihr Leben vollständig der Sekte gewidmet. Evie fühlte sich sowohl von dem trägen (drogenverstärkten) Leben im Hier und Jetzt, als auch von den Frauen angezogen, die sich dem Sektenführer unterwarfen, aber trotzdem starke, harte, selbstbewusste Frauen waren.
Jeder, der das Buch liest, weiß, dass es zu den Morden kommen wird. Die Spannung besteht darin, zu verstehen wie? Warum? Wer ist beteiligt? Macht Evie mit?
Der Roman versucht zu erzählen: wie sieht der Alltag in einer sektenartigen Hippie-Kommune aus, wie sind die Beziehungen der Bewohner untereinander, was geht in den Personen vor, warum kommen sie, warum bleiben sie, und natürlich schwebt über allem die Frage: warum wird dieser Mord begangen? Ich finde, diese Fragen werden teilweise beantwortet, aber nicht ganz. Ich konnte nicht vergessen, dass die Autorin 20 Jahre nach der Hippie-Bewegung geboren wurde, dass sie die Zeit nur aus Büchern kennt (vielleicht hat sie ein paar alternde Zeitzeugen befragt). Man konnte die Motive von Evie nachvollziehen, die anderen Figuren blieben mir aber immer noch fremd.
Die Motive für den Mord wurden in den 1970er Jahren in den Gerichtsverhandlungen, sowie in den Medien und Sachbüchern über das Verbrechen ausgiebig diskutiert. Es gibt verschiedene Theorien. Die Autorin lässt eine Hypothese anklingen (Rache für einen abgelehnten Plattenvertrag), aber widmet sich dem Thema weniger. Es geht ihr mehr um das Erleben von Evie, die fassungslos von dem Geschehen erfährt und versucht, danach wieder ein ‚normales‘ Leben zu führen. Das ist so eindrucksvoll geschildert, dass es auch egal ist, dass es vermutlich eine fiktive Nebenhandlung ist.
Die Autorin schreibt in einer sehr fantasievollen, kreativen, bilderreichen Sprache, alle Details inclusive der Gerüche werden ausgiebig beschrieben.
Der Roman bringt eine lang zurückliegende Zeit zurück, allerdings ist die Kommune von Charles Manson dann auch wieder untypisch für die Zeit: die Verbindung Hippie-Kultur mit einem hartgesottenen, psychopathischen Berufsverbrecher dürfte wohl einmalig in der Geschichte sein. Die Autorin lässt die übelsten Aspekte von Charles Manson weg: er war Rassist, wollte einen Rassenkrieg gegen die Schwarzen initiieren und tätowierte sich später ein Hakenkreuz ins Gesicht, weshalb er heute von Neo-Nazis verehrt wird.
- Francine Rivers
Die Hoffnung ihrer Tochter
(21)Aktuelle Rezension von: Abby1810"Die Hoffnung ihrer Tochter" ist die Fortsetzung des Buches "Die Sehnsucht ihrer Mutter". Bereits der erste Teil hat mir wunderbar gefallen und auch dieses Buch habe ich nahezu verschlungen.
Im zweiten Teil geht es um Hildemara, Martas eher schwache und introvertierte Tochter. Sie hat sich während ihrer Arbeit als Krankenschwester mit Tuberkulose infiziert. Nach wochenlangem Aufenthalt in einer Heilanstalt kommt sie endlich nach Hause, ist aber noch ansteckend und soll ihr Zimmer nicht verlassen. Während dieser Zeit zieht ihre Mutter Marta bei ihr ein. Marta versorgt die Kinder Carolyn und Charlie. Zu Carloyn entwickelt sie ein besonderes nahes Verhältnis, so dass Hildi sich ausgeschlossen fühlt.
Jahre später als Carloyn ihren Schulabschluss nachholen möchte, kümmert sich Hildemara um ihre Tochter Dawn. Auch hier entwickelt sich ein besonders starkes Näheverhältnis, so dass Carolyn sich dadurch verletzt fühlt.
Die ganze Zeit über spürt Dawn die Kluft zwischen ihrer Mutter und ihrer Großmutter. Fühlt sich oft hin-und hergerissen zwischen den beiden. Sie versucht eine Brücke zwischen den beiden Frauen zu bauen.
Schafft Dawn die Versöhnung zwischen den beiden wichtigen Frauen in ihrem Leben herbeizuführen? Können sie ehrlich und offen über ihre Verletzungen reden?
Francine Rivers schreibt wunderbar und einfühlsam. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Das Buch ist einerseits sehr tiefgründig und andererseits sehr gefühlvoll und unterhaltsam. Mit den zweiten Teilen dieser Geschichte verarbeitet die Autorin ihre persönliche Familiengeschichte. Ich finde das ist ihr ausgesprochen gut gelungen. Für mich sind die Bücher ein Lese-Highlight dieses Jahr! Absolute Klasse und Weiterempfehlung!
- Christine Heimannsberg
Gelobtes Land
(40)Aktuelle Rezension von: claudi-liestGLOOVE hat mir wieder sehr gut gefallen, es war fesselnd, spannend und emotional ergreifend. Die Protagonisten waren greifbar und echt und ihre Schicksale haben mich berührt. Ich mag Christine Heimannsbergs Schreibstil sehr, auch dieser Band liest sich flott und besonders die Gefühle wurden fantastisch transportiert. Es kam deutlich an mit welchen Schwierigkeiten + Konditionierungen Lore und ihre Freunde zu kämpfen haben und wie viel Hoffnung Lore in dieses neue Leben hat.
Die Kapitel von Kasper + Sisdal fand ich sehr gut eingebaut, so konnte ich mir ein gutes Bild davon machen was in der „Neuen Welt „ schief läuft und wie die Menschen sich damit fühlen.
Ganz klare Leseempfehlung.
- Paulo Coelho
Hippie
(160)Aktuelle Rezension von: ReisebaerenPaulo und Karla lernen sich 1970 in Amsterdam kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Gemeinsam starten sie mit dem "Magic Bus" nach Nepal. Doch unterwegs mit lauter Gleichgesinnten lernen sie viel über sich selbst, über den Anderen und über das Leben.
Aufgrund des Autors Paulo Coelho und dem spannenden Thema der Hippie- Phase habe ich dieses Buch ausgewählt. Doch es hat meine Erwartungen nicht erfüllt. Die Geschichte plätschert so vor sich hin, wobei es auch gar nicht viel Geschichte gibt. Die philosophischen Weisheiten, die sich auf einzelnen Seiten verstecken, wirken für mich deplatziert. Auch den Figuren bin ich nicht nah gekommen, zu verworren war mir ihr Innenleben und zu wenig wurde von ihren Gedanken erzählt. Was mir gefallen hat, war die Darstellung der Hippie- Zeit.
Es gibt deutlich bessere Bücher von Paulo Coelho als dieses.
- Anne Chaplet
Schrei nach Stille
(61)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderDer Bestseller von Sophie Winter wird verfilmt. Sie kehrt nach vierzig Jahren wieder in die Stadt zurück, wo sich im Sommer 1968 eine Tragödie abgespielt hat. Die Nachbarn sind argwönisch und abweisend und dann verschwindet ein kleiner Junge. Karen Stark und Paul Bremer ermitteln nicht nur ein Verbrechen, sondern decken auch Vorfälle aus der Vergangenheit auf und wühlen in längst vergessenem. Anne Chaplet hat einen spannenden Kriminalroman geschrieben und lässt eine wichtige Zeit der Bundesrepublik wieder aufleben. Gekonnt wechselt sie die Schauplätze, lässt ihre Figuren fühlen, hoffen, bangen und zeigt das Leben der eingstigen Hippiebewegung.
- Sookie Hell
Beziehungsstatus 1: Wer's zuletzt macht, macht's am besten!: Freie Liebe und Ostfriesentee
(4)Aktuelle Rezension von: AlizeeKorteDie wenigsten Leser/innen werden wohl für sich selbst einen polyamorösen Lebensstil wählen. Die Wahl des einen Partners, an dessen Seite man/frau durchs Leben geht, ist zu fest verankert. Doch wie, wenn wir das einmal hinterfragen? Zumindest für die Dauer einer Lektüre? Denn die Situation, dass wir uns zwischen zwei lieben Menschen nicht entscheiden können - oder wollen! - kennen wir alle.
Sookies Protagonistin Anna ist sich sicher, dass sie sich nicht entscheiden muss. Denn mit ihrem Gefährten Sven hat sie ein Abkommen.Sie vertrauen sich, sie sind füreinander da, sie verheimlichen sich nichts - darüber hinaus führen sie eine offene Beziehung. Doch wie kommt John damit klar, der sich Hals über Kopf in Anna verliebt (und sie sich in ihn)?
Die Geschichte entwickelt sich in einer Künstler-WG in Ostfriesland. Eugen hat eine Pension geerbt und richtet dort einen Ort des Schaffens für Künstler ein. Keno zieht ein, ein Musiker, der ein perfektes Elvis-Double abgibt. Ebenso Steffi, betrogene Ehefrau und Möchtegern-Malerin. Lothar, der Hipster-Schriftsteller, und natürlich besagte Anna (hochbegabte Schnulzen-Autorin) und der (ebenfalls hochbegabte) halb-irische Maler John.
Was das Buch für mich besonders macht, ist die Mischung aus Intellekt, Humor und Erotik und der Mut, das Thema Polyamorie in der Unterhaltungsliteratur anzugehen. Im Gegensatz zu anderen Werken aus der Erotik-Ecke zeichnet sich dieses durch seine ganz eigene Stimmung aus. Alle Charaktere der ostfriesischen Künstler-WG sind einzigartig und exzellent herausgearbeitet. Ich freue mich auf Teil 2.
Fazit: Klare Leseempfehlung für Leser/innen, die sich nicht damit zufrieden geben, dass der Millionär tolle Augen und einen sexy trainierten Körper hat - und die es überdies zu schätzen wissen, dass es auch auf intellektuell höherem Niveau knistern kann. - Katharina Wulff-Bräutigam
Bhagwan, Che und ich
(6)Aktuelle Rezension von: Gute_MieneEine Kindheit in den 70er Jahren.
Die Autorin hat das gleiche Geburtstjahr wie ich, ihre Eltern sind jedoch gute 7 Jahre jünger als meine und das scheint den Unterschied zu machen.
Katharinas Eltern sind 68er. Sie wollen sich abgrenzen vom Establishment, erziehen ihre Kinder antiautoritär, wohnen in WG´s, diskutieren und philosophieren, probieren sich aus, symphatisieren mit der RAF und haben so nebenbei auch noch eine Tocher, der 9 Jahre später noch eine weitere folgt.
Katharina weiß, was in Kinderläden lief, was in der freien pädagogischen Grundschule: Außer Chaos nämlich nichts. Sie schildert, wie Kinder sich selber überlassen wurden und aus welchem Grund. Ihre Mutter, auf der spirituellen Suche, schließt sich später der Bhagwan-Sekte an und zieht mit Katharina nach Poona.
Auch hier findet Katharina keine Bezugsperson, die "Eltern" wechseln sich mit ihren "Diensten" ab. Katharina will nicht recht in diese Welt passen.
Das Buch ist für mich echt interessant, weil hier mal aus der Sicht eines Kindes geschildert wird, was WG´s und Kinderläden und freie Liebe in einem Kind auslösen kann.
Sie rechnet allerdings überhaupt nicht ab mit ihren Eltern. Sie erzählt eindringlich. - Gaetano Cappelli
Ferne Verwandte
(6)Aktuelle Rezension von: HoldenCappellis wunderbarer Roman über einen Schlawiner, der durchs Leben findet, Kiffer Säufer Frauenschwarm, und doch ist das einzige, was ihn wirklich umtreibt, die Sehnsucht nach den USA. Unter der tyrannischen Großmutter Nonnilde aufgewachsen, vom Tagedieb Pit in die Freuden des Müßiggangs und des Kiffens eingeweiht, sind ihm bald alle Frauen willig (eine Verfilmung bekäme nur eine "Ab 18"-Freigabe!), triebgesteurt taumelt er durchs leben und machte so alle Phasen neuerer italienischer Geschichte mit (als Beatnik, Hippie usw.). Herlich komisch, mir wie viel Selbstironie hier die Italiener durch das gelato gezogen werden, ein großartiges Buch! - Gretel Mayer
Schwabing 62
(2)Aktuelle Rezension von: gaby2707In Schwabing, dem damaligen Künstler- und Szeneviertel von München, wird die 36-jährige Berenike von Rahnstedt von ihrem 7-jährigen Sohn Wolfgang tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Schnell stellt sich heraus, dass die lebenslustige Nike, die in den Schwabinger Künstlerkreisen ein ausschweifendes und sehr lockeres Leben geführt hat, erschlagen wurde. Ist die Gräfin, die in einer sexuellen Dreierbeziehung mit ihrer Freundin Lieselotte „Lou“ Berghammer und dem jungen Peter Konzelmann lebte, einem Eifersuchtsdrama zum Opfer gefallen?
KHK Korbinian Hilpert und sein Kollege KHK Ludwig Waldleitner der Abteilung Mord I beim Polizeipräsidium München in der Ettstraße müssen bei einigen Verdächtigen tief in die Schwabinger Szene und auch in die Tiefen der Politik eindringen.
Gräfin Berenike „Nike“ von Rahnstedt ist schon eine auffällige Person. Gesegnet mit einer außergewöhnlichen Schönheit, einem wachen Geist, nahm sie aber wohl zu viele Pillen, bewusstseinserweiternde Substanzen und Alkohol um ihrem Alltag als alleinerziehende Mutter, die dauernde Geldsorgen quälten, mit ihrem kleinen Sohn Wolferl oder Bubi, wie sie ihn liebevoll nannte, meistern zu können. Durch das Manuskript zu dem autobiographischen Buch „Die Geflügelte“, das sie schreiben wollte und das die Ermittler in ihrer Wohnung finden, lerne ich die Frau auch mit einem düsteren Geheimnis aus ihrer Vergangenheit immer besser kennen. Auch hierin könnte für Jemanden ein mögliches Motiv sie beseitigen zu wollen, liegen.
Den jungen Kommissar Hilpert habe ich bereits 1952 bei seinen ersten Ermittlungen begleitet und mich gefreut, ihn hier zusammen mit seiner Frau Evi und Tochter Elsie wieder zu treffen. Ich fand es toll, dass mich die Ermittler bei der Suche nach dem Mörder an ihren Gedanken und Gesprächen haben teilhaben lassen. Als dann kurz vor Ende der Geschichte die Auflösung in Form eines Geständnisses ans Licht kommt, war ich doch baff. Damit hatte ich nicht gerechnet; konnte aber die Wut und die Enttäuschung, die zu der Tat geführt haben, sehr gut nachvollziehen.
Obwohl es gar nicht so viele Tatverdächtige sind, die hier in Frage kommen, steht der Spannungsbogen von Anfang an recht hoch und bleibt dort oben bis zum Schluss.
Neben dem Mordfall spielen die Schwabinger Krawalle im Juli 1962, in die junge Studenten und Künstler immer wieder verwickelt waren und bei denen die jungen Polizisten nicht immer zimperlich mit ihnen umgingen, eine Rolle. Bei dem Straßenfeger im TV „Das Halstuch“ von Frances Durbridge werden Kindheitserinnerungen wach. Auch Franz-Josef Strauß begegne ich hier in einer kurzen Szene. Was heute für uns Frauen unvorstellbar ist: damals brauchte die Ehefrau von ihrem Mann die ausdrückliche Erlaubnis, wenn sie arbeiten gehen wollte.
In „Schwabing 62“ gibt mir Autorin Gretel Mayer Einblicke in die gesellschaftliche Lage von damals in München. Auf der einen Seite stehen die veralteten Moralvorstellungen der älteren Erwachsenen; auf der anderen Seite die Vorstellung von der freien Liebe, der freien Sexualität und der Selbstverwirklichung der Frau, die gerade Nike absolut anstrebt. Das Wohl ihres kleinen Sohnes hat sie dabei aber immer im Blick.
Ich fand es auch schön, dass es hier einige Menschen gibt, die bayerisch sprechen, was den Lokalkolorit hervorhebt. Sogar a bissel schwäbisch wird gschwetzt.
Ich liebe Geschichten aus der Stadt in der ich nun seit vielen Jahren lebe. Einiges habe ich wiedererkannt, anderes ist leider schon lange Vergangenheit. Gelesen habe ich das Buch sehr gerne.
- Sookie Hell
Zieh dich aus, wir müssen reden!: Tango zu zweit, Liebe zu dritt (Beziehungsstatus)
(2)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer.... habe ich ohne Pause den Folgeband angeklickt, im Wartezimmer seltsame Blicke geerntet und mir die halbe Nacht um die Ohren geschlagen, damit ich zum Ende komme und erfahre, was mit Anna und John so passiert.
Ja, Anna und John haben das Gefühl zusammenzugehören noch in sich und es wird immer größer, doch da gibt es ja noch Sonja und Sven, wobei von Sonja nur John weiß, Sven aber - hauptsächlich in Telefonaten - quasi in der WG mit lebt und Anna alles stehen und liegen lässt, wenn er durchklingelt. Zwischendurch wird die "fliegende Kluntje-WG" gegründet, mit allem, was dazu gehört, also Videos auf youtube, ein Blog und eben fliegende Kluntjes, denn ohne letztere schmeckt der Ostfriesentee einfach nicht. Das alles kann nur klappen, weil die WG Bewohner sich zusammengerauft haben und an einem Strang ziehen. Oder doch Tango miteinander tanzen?
Findet es selber heraus, es lohnt sich, denn die Bücher sind absolut lesenswert und ich warte gespannt auf den Beziehungsstatus 3, der noch im Oktober rauskommen soll.
Ach so, Punkte möchte Sookie ja auch noch haben *lach. Wie gehabt eine Hand voll.
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