Bücher mit dem Tag "freier wille"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "freier wille" gekennzeichnet haben.

50 Bücher

  1. Cover des Buches Cassia & Ky - Die Auswahl (ISBN: 9783596188352)
    Ally Condie

    Cassia & Ky - Die Auswahl

     (4.495)
    Aktuelle Rezension von: Read-and-Create

    Im ersten Buch der Trilogie steht zuerst einmal Cassia im Mittelpunkt. Sie lebt in einer vollkommen vorprogrammierten Welt, in der alles perfekt laufen soll – auch der Partner wird einem ausgesucht und bei einem offiziellen Paarungsbankett vorgestellt. Ab diesem Punkt tauchen auch die beiden anderen Hauptcharaktere Xander und Ky auf. Nachdem Cassia herausfindet, dass sie ohne ihr Wissen für ein psychologisches Experiment missbraucht wurde, entwickelt sie (endlich) einen eigenen Willen und den Wunsch nach Freiheit.

    Die Welt die Ally Condie hier erschaffen hat, finde ich sehr spannend! Der Schreibstil und die Geschichte haben mir gut gefallen. Alles in allem eine spannende und gefühlvolle, aber auch zum Nachdenken anregende Geschichte!

  2. Cover des Buches Zodiac - Weg der Sterne (ISBN: 9783492703826)
    Romina Russell

    Zodiac - Weg der Sterne

     (57)
    Aktuelle Rezension von: Mary-and-Jocasta
    Um ihre Heimat zu retten und die Galaxie vor dem 13. Haus zu schützen, hat die junge Rho alles in eine Waagschale geworfen – und verloren. Nach schweren Verlusten, Vorwürfen und Demütigungen hat sie nun die Chance, ein ruhiges Leben im Flüchtlingscamp im Haus Steinbock zu führen. Doch Rho kann die schrecklichen Verbrechen der Terrorgruppe Marad nicht vergessen – ebensowenig wie den Hüter des 13. Hauses, Ochus, der sie immer wieder in ihren Alpträumen heimsucht. Als sich Berichte über Angriffe der Marad häufen und Rho eine mysteriöse Nachricht erreicht, weiß sie, dass sie handeln muss, bevor Zodiac im Chaos versinkt. Rho begibt sich auf eine gefährliche Suche nach der Wahrheit, die sie durch die ganze Galaxie führen wird…
    Wie angekündigt, habe ich nun auch Teil zwei der Zodiac-Reihe beendet. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Bücher direkt hintereinander gelesen habe – oder aber an Romina Russels wundervollem Schreibstil, aber ich war wie schon beim ersten Teil sofort in der Geschichte versunken und konnte einfach nicht mehr aufhören, das Abenteuer um Rho zu verfolgen.
    An ihrer Seite lernt man auch in diesem Teil wieder einige neue Winkel Zodiacs kennen. Man taucht tiefer in diese fremde und doch mittlerweile vertraute Galaxie ein und wird von immer neuen Techniken, Landschaften, Menschen und Traditionen überrascht.
    Mir persönlich gefällt es dabei immer, wenn die Charaktere sich entwickeln und in diesem Fall tun sie das. Gerade Rho wird wieder und wieder mit Herausforderungen konfrontiert, muss Rückschläge einstecken und hört trotzdem nicht auf, zu kämpfen. Und auch ihre Mitstreiter kommen mit dem ein oder anderen Problem daher...

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  3. Cover des Buches Golem und Dschinn - Eine Liebe nicht von dieser Welt (ISBN: 9783734101205)
    Helene Wecker

    Golem und Dschinn - Eine Liebe nicht von dieser Welt

     (111)
    Aktuelle Rezension von: BlueLeo

    „Golem und Dschinn“ ist ein Buch, welches dem Genre Historical Fantasy zugeordnet ist. Die Autorin Helene Wecker erschuf eine Geschichte, die ganz anders ist als alles was ich bisher gelesen habe. Das Buch spielt großteils in Manhattan in den Jahren 1899/1900 und die Protagonisten sind, wie der Titel schon erahnen lässt, einen Golem und einen Dschinn. Beide suchen ihren Platz im Leben und vermitteln dem Leser dabei ganz neue Eindrücke von Glück, Freiheit und Liebe. 

     

    Was mir besonders gut gefallen hat sind die Beschreibungen von Charakteren, Orten, Gefühlen und dem Leben an sich. In der Erzählung stecken so viel Liebe und Herz, dass ich es einfach nur genossen habe alle Einzelheiten in mich aufzusaugen. Den Orten wird so viel Leben eingehaucht, dass ich beim Lesen beinahe den Staub in der Luft schmecken konnte. Mit stattlichen 600 Seiten ist das Buch natürlich auch ein ganz schöner Wälzer, wer die lebendigen Beschreibungen jedoch zu schätzen weiß, wird jede einzelne Seite genießen.


    Bis zum Ende bin ich mit den Hauptprotagonisten leider nicht ganz warm geworden, was ich wirklich schade fand. Trotz allem muss ich ihnen zugestehen, dass sie perfekt zur Geschichte gepasst haben. Bei einem so dicken Buch gibt es natürlich auch sehr viele Nebencharaktere, die unglaublich gut ausgearbeitet und beschrieben sind. 

     

    Auch wenn das Buch zum Genre Historical Fantasy zählt, so ist es doch viel mehr als das. Es geht um tiefgreifende Themen wie Freundschaft, Andersartigkeit, Gefühle und Liebe. Das Buch erreicht eine Tiefe, die zum Nachdenken und Träumen anregt. 

     

  4. Cover des Buches Mercy - Befreit (ISBN: 9783473368310)
    Rebecca Lim

    Mercy - Befreit

     (55)
    Aktuelle Rezension von: bookish_autumn

    Um Luc ein für alle Mal das Handwerk zu legen und die Welt vor den Untergang zu bewahren, müssen sich die "Acht" gegen ihn stellen. Doch dies ist leichter gesagt als getan, denn einige von ihnen sind spurlos verschwunden. Mercy und Ryan, die sich eben erst wiedergefunden haben, begeben sich auf die Suche nach den Verschollenen und Lucs Schergen sind ihnen dabei dicht auf den Fersen...

    "Mercy - Befreit" ist der finale Band der Reihe und knüpft nahtlos an die Geschehnisse der vorherigen Bücher an. Die Geschichte ist sehr actionreich und legt ein ordentliches Tempo vor - die Ereignisse überschlagen sich regelrecht. Mercy und Ryan bleibt dabei keinerlei Verschnaufpause. Die beiden stoßen auf kaum bis gar keinen Widerstand und ihr Plan die verschwundenen "Acht" zu finden verläuft meiner Meinung nach zu reibungslos - nie kommt es zu Komplikationen.

    Die Suche der "Acht" nimmt 3/4 des Buches ein, wenn nicht sogar mehr. Dies wirkt sich natürlich auf den Showdown aus, der in wenigen Seiten abgehandelt wird. Tatsächlich stellte ich während des Lesens die Frage: "War das nun wirklich alles oder habe ich etwas überlesen?". Zu meinen bedauern war es alles, was ich endlos schade fand. Außerdem erfahren wir auch nicht Mercys wahren Name - der Leser bekommt einzelne Buchstaben "hingeworfen" mehr aber auch nicht.

    Auch wenn die Reihe einige Schwächen aufweist, hat sie mehr sehr gut gefallen und ich kann sie jeden empfehlen, der/die mal etwas anderes lesen möchte.

  5. Cover des Buches Die kleinen Wunder von Mayfair (ISBN: 9783426523094)
    Robert Dinsdale

    Die kleinen Wunder von Mayfair

     (153)
    Aktuelle Rezension von: miss_amanogawa


    Ist es Magie, ist es ausgeklügelte Technik? So ganz sicher kann man sich in Papa Jack‘s Emporium nicht ein. Fakt ist jedoch, dass sowohl Kinder als auch deren Eltern das Spielzeug des Londoner Spielzeuggeschäfts über alles lieben.

    Papa Jacks Söhne wollen genauso begabt sein wie ihr Vater und buhlen um dessen, aber auch um Cathys Aufmerksamkeit. Cathy, die Neue. Das junge schwangere Ding, das Kaspar und Emil den Kopf verdreht hat.


    Cathy ist von zuhause weggerannt, weil sie nicht will, dass man ihr das Kind nach der Geburt wegnimmt. Sie folgt einer Zeitungsannonce, welche nach Helfern für die Weihnachtssaison fragt: verloren, innerlich ein Kind geblieben, verzweifelt? Ja, das passt. Nie hätte Cathy jedoch geahnt, dass das Emporium soviel mehr wird als nur ein vorübergehender Arbeitgeber, sondern ein Zuhause. Oder dass sich der Konflikt zwischen Emil und seinem älteren Bruder Kaspar - der Lange Krieg - bis an deren Lebensende immer weiter zuspitzen wird.

    Zwei Weltkriege erlebt die Gemeinschaft des Spielzeuggeschäfts mit, viele Tragödien und Veränderungen formen das Emporium und deren Angehörige und Mitarbeitenden - und wir als Lesende stecken mittendrin.


    Dieses Buch lässt das Fünckchen Magie, welches wir als Kinder beim Spielen mit unseren Spielzeugen spüren konnten, zurückkehren, beleuchtet jedoch auch die Aspekte des Erwachsenwerdens in einem sehr krassen Kontrast. Nicht nur das Älterwerden, auch der historische Fortschritt und so etwas wie künstliche Intelligenz sind Themen dieser berührenden Geschichte.

    Ob es ein Happy End gibt? Das muss man letzten Endes selbst entscheiden. Je nachdem, auf wessen Seite man steht: auf Kaspars oder auf Emils.

  6. Cover des Buches Squids -  Aus der Tiefe des Alls (ISBN: 9781530282067)
    Leo Aldan

    Squids - Aus der Tiefe des Alls

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Tamara88

    Optik - Cover + Klappentext: Auf dem Cover des Buches sieht man ein großes Bild von der Erde, davor einen schwebenden Astronauten in Schattengestalt. Sofort ist dadurch ersichtlich, dass es sich um ein Werk des Sci-Fi-Genre handelt und verrät nicht zu viel. Der Name des Autors prangt zentral im oberen Bereich, der Titel im unteren in goldgelber Schrift. Es sprach mich sofort an und machte mich neugierig, denn ich liebe solche Bilder. Auch der Klappentext klang interessant, sodass ich mir das Buch kaufen musste.

    Buchsatz + Schreibstil + Grammatik: Der Schreibstil des Autors ist echt wahnsinnig flüssig und spannend gemacht. Er vermischt einfache Worte mit wissenschaftlichen, sodass es jedem Leser möglich ist, in seine Welt einzutauchen. Zwar war die Schrift im Print etwas klein - das bin ich von den meisten Büchern anders gewöhnt - aber es störte mich nicht beim Lesen. Die Geschichte wurde in über 100 Kapitel aufgespalten, um die über 500 Seiten Lesevergnügen zu unterteilen, auch hier hätte es etwas weniger sein können, minderte die Qualität des Textes jedoch ebenso wenig.

    Inhalt: Hauptdarsteller ist der Astrophysiker Jake Forrester, der bei einer Grönland-Expedition am Petermann-Gletscher ins Meer stürzt und auf einmal in einer Art Krankenzimmer erwacht. Dann trifft er auf Myriam. Er weiß nicht genau, wo er ist oder wie er dorthin kam, sodass der Leser mit ihm direkt bei Null ins Abenteuer startet und natürlich weiß, dass er entführt wurde. Ich fand die Darstellung der Geschichte sehr realistisch und interessant gemacht, wie Jake in einem vermeintlichen Paradies mit komischen Ritualen landet. Begriffe wie Kleristen, Adjutoren, Squids oder Insurgenten verwirren einen zu Beginn zwar etwas, aber alles wird schön erklärt und in einen logischen Zusammenhang gebracht. Man merkt dem Autor die viele Hintergrundarbeit sehr deutlich an und das hilft dem Text ungemein. Außerdem ist die Mischung aus Spannung, Komik und Wissenschaft meiner Meinung nach in genau dem richtigen Verhältnis. Denn die zentrale Frage des Buches ist, wie sich Menschen als Haustiere fühlen würden.

    Fazit: Mit »Squids - Aus der Tiefe das Alls« hat Leo Aldan eine wundervolle Geschichte über die Intelligenzfrage von Lebewesen gestellt. Durch sein grandioses Worldbuilding hat er ein Universum voller neuartiger Spezies erschaffen, bei denen es Spaß machte, dabeisein zu dürfen. Ich kann getrost fünf Sterne vergeben und jedem das Buch empfehlen, der sich für Geheimnisse und Universumsfragen begeistert!

  7. Cover des Buches Die Frau des Zeitreisenden (ISBN: 9783942656689)
    Audrey Niffenegger

    Die Frau des Zeitreisenden

     (4.369)
    Aktuelle Rezension von: MelLila

    Das Buch war richtig richtig gut! Wenn man auf Zeitreisend und Kitsch steht, so wie ich. Mit den Zeitsprüngen und Überschneidungen bin ich nicht immer mitgekommen und hab auch oft hin und her geblättert, aber das macht nichts. Der Klappentext hält, was er verspricht! Absolute Leseempfehlung!

  8. Cover des Buches Wer bin ich - und wenn ja wie viele? (ISBN: 9783442313617)
    Richard David Precht

    Wer bin ich - und wenn ja wie viele?

     (650)
    Aktuelle Rezension von: Faidit

    Precht hat seine Abhandlung in drei Abschnitte eingeteilt. Den ersten Abschnitt könnte man zusammenfassen mit: Ich habe ein Gehirn, mit dem ich denke und fühle, also bin ich. Ob man seine Persönlichkeit nur auf diese graue Masse beschränken will, sei jedem selbst überlassen. Ich für meinen Teil sehe das nicht so. Aber es scheint, dass die Philosophie die Beantwortung der großen Fragen eines jeden sinnierenden Menschen ohnehin nicht endgültig beantwortet, sondern nur Anreize gibt, wie auch Precht in seinem Buch. Der Autor packt unter diesem sinnpr“e“chtigen Titel sämtliche anerkannten Größen der Philosophie und Psychologie sowie auch der Medizin im Bereich Hirnforschung mit kurzer Darstellung ihres Lebens und ihrer persönlichen Lehre zusammen, sodass dieses Werk eher zu einem Sachbuch der Historie der Geisteswissenschaften wird. Das Buch hat sich zur Mitte hin, als der Autor auch aktuelle Themen wie Sterbehilfe, Tierversuche usw. angepackt hat, sehr gesteigert, ist zum Ende hin aber leider wieder abgeflacht. Precht verpackt wissenschaftliche Inhalte höchst unterhaltsam. Da gibt es dann schon mal den einen oder anderen Lacher. Leider konnte ich von ihm keine persönlichen Einsichten, keine eigene philosophische Meinung zu den Fragen des Lebens finden, die er zumindest gegen Ende hätte äußern können, damit das Ganze nicht nur vergangene Größen aufzählt. Immer wieder kommt Precht auf die Hirnfunktionen des Menschen zu sprechen, von einer Seele und Geist wird kaum etwas erwähnt bzw. erwogen, dass der Mensch mit mehr denken und fühlen könnte als mit vergammelndem Fleisch. Die Frage nach dem Sinn des Lebens kann scheinbar überhaupt nicht beantwortet werden und wird darum zur sinnlosen Frage degradiert, die lt. Nietzsche und Freud nur stellen könne, wer eine körperliche oder geistige Schwäche habe. Das hat mich doch schon sehr verärgert, denn ich sehe den Sinn des Lebens eindeutig darin, Liebe zu geben und anzunehmen und Hass und Angst deshalb immer weiter aus unserem Leben „abzutrainieren“. Da kommt dann schon die nächste Frage auf, die der Autor ebenfalls nur körperbezogen beantwortet: Was ist Liebe wirklich? 

    Ist „ich denke, also bin ich“, die Antwort, die uns befriedigt? Wohl eher nicht, sonst würden wir nicht weitersuchen. Tatsächlich regiert unser vielgerühmter Verstand unser Leben nämlich nicht. Denn selbst nach Tausenden von Jahren funktioniert dieses Konzept ja noch immer nicht und die Menschen lernen aus ihren Fehlern nicht dazu.

    Die Frage im Buchtitel des Autors würde ich persönlich mit „Alles“ beantworten. Weshalb? Darüber kann sich jeder selbst seine Gedanken machen. Doch da unser ICH nicht zu erfassen in der Lage ist, ist es wichtig zu wissen, dass man nichts weiß…

  9. Cover des Buches Ugly – Pretty – Special 1: Ugly – Verlier nicht dein Gesicht (ISBN: 9783551315878)
    Scott Westerfeld

    Ugly – Pretty – Special 1: Ugly – Verlier nicht dein Gesicht

     (614)
    Aktuelle Rezension von: Gotje

    Inhalt: Tally Youngblood fiebert aufgeregt ihrem 16. Geburtstag entgegen. Denn dann steht die für jeden Bürger vorgesehene Schönheitsoperation an. Sie wird von einer Ugly zu einer Pretty, lebt im schillernden New Pretty Town und feiert jeden Abend rauschende Partys. Doch kurz vor ihrem Geburtstag trifft sie auf Shay, die ebenfalls bald 16 wird. Doch sie will sich der Operation nicht unterziehen, sie möchte nicht aussehen wie alle anderen und das auch noch von der Regierung vorgeschrieben. Stattdessen will sie fliehen - in die sagenumwobene Aussteiger-Stadt Smoke. Tally glaubt nicht, dass es diesen Ort, an den Uglies, die sich nicht operieren lassen wollen, flüchten, doch Shay ist fest überzeugt, die Reise anzutreten. Und schon bald merkt auch Tally, dass in ihrer Welt nicht alles so perfekt läuft, wie sie immer dachte. Denn durch Shay gerät sie mit einer Sonderbehörde aneinander, die sie vor eine schreckliche Wahl stellt.


    Meine Meinung: In diesem Roman wird eine sehr interessante Welt aufgezeigt, in der oberflächlich alles toll ist. Jeder ist glücklich, jeder hat die gleichen Rechte, niemand wird aufgrund seines Aussehens diskriminiert - denn schließlich sind alle hübsch! Doch hinter der Fassade zeigt sich im Verlauf des Buches ein grausames Bild, das die Welt der Hauptperson ins Wanken bringt.

    Tally war mir von Anfang an eher unsympathisch, was aber wohl auch so gewollt ist. Ständig fragt man sich, warum sie und alle anderen diesen ganzen Unsinn mit sich machen lassen, aber sie sind es eben seit Jahrhunderten so gewohnt - was einem als Leser schwer aufstößt, aber das Buch eben auch so interessant macht.

    Die einzige Sache, die mich gestört hat, liegt in der schnellen, fast schon übersprungenen Charakterentwicklung von Tally. Sie ist ihr Leben lang felsenfest vom Regierungskonzept überzeugt, sie wünscht sich nichts auf der Welt mehr, als endlich hübsch zu sein. Shay regt in ihr zwar Zweifel, aber dennoch möchte sie unbedingt zu den Pretties dazugehören - immerhin nimmt sie auch Dr. Cables "Angebot" an. Aber sobald sie in Smoke ankommt, scheint sie schlagartig ihre Meinung zu ändern. Schon nach einem Tag ist ihr der Ort unfassbar sympathisch und sie kann sich eigentlich nicht mehr vorstellen, ihn zu verraten. 

    Diese Entwicklung ging mir definitiv zu schnell und vor allem zu reibungslos. 

    Ansonsten fand ich das Buch aber sehr gut. Das Ende war zwar bereits einige Kapitel vorher absehbar, aber es war genau das Ende, das ich mir erhofft hatte, und macht definitiv Lust auf mehr.

    Alles in allem eine spannende Jugenddystopie, deren zweiten Band ich mir schnell ebenfalls zulegen werde.

  10. Cover des Buches Die Feuerschreiber (ISBN: 9783038480907)
    Claudia Schmid

    Die Feuerschreiber

     (16)
    Aktuelle Rezension von: LEXI
    „Wer hätte wohl gedacht, dass hinter feuchten Klostermauern so ein Geist heranwächst. Und er hat großen Mut, der fürchtet sich nicht vor den Mächtigen!“

    Die Begegnung des Philipp Melanchthon, seines Zeichens Magister, Professor, Sprachgelehrter, und großer Geist in kleinem, unscheinbarem Körper, mit dem Mönch aus Wittenberg hatte bedeutende Folgen für die Kirche. Die beiden Männer waren zwar in mancherlei Hinsicht unterschiedlich, hatten jedoch ein gemeinsames Ziel vor Augen. Ihrer beider Bestreben war es, das Evangelium Gottes durch genaues Studium zu erkunden und die Kirche und das Universitätsstudium zu erneuern. Sowohl Luther als auch Melanchthon waren dazu berufen, zu Reformatoren zu werden, sie gingen ihren Weg mit unerschütterlicher Überzeugung. Melanchthon bildete mit seiner ruhigen, besonnenen Art einen Gegenpol zum aufbrausenden, glühenden Geist Luthers mit seinem messerscharfen Verstand, seiner Fähigkeit zum Ordnen von Gedanken und seiner bemerkenswerten Redlichkeit im Ringen um Wahrhaftigkeit. Ihre Gottesfurcht, ihr tiefer Glaube und das Wissen um die Dringlichkeit der Erneuerung der Kirche einte sie ebenso wie der Drang, den Menschen Bildung und Wissen zu vermitteln und ihnen zu dienen.

    Durch ihre gründlichen Recherchen gestattet die Autorin im vorliegenden Buch tiefe Einblicke in die Zeit der Reformationsbewegung und den Ursprung der Erneuerung der Kirche. Claudia Schmid begeisterte mich mit einer prallen Fülle von historisch relevanten Fakten und ließ mich in Form von Dialogen zwischen den Protagonisten an deren Ansichten, Anliegen und Lehren teilhaftig werden. Zwar ist – und bleibt – das Kernthema dieses Buches die Reformation mit all ihren Hintergründen und Auswirkungen, die bittere Armut und das unermessliche Leid des einfachen Volkes und die Errungenschaften dieser Zeit werden jedoch ebenfalls beleuchtet.

    Der schöne, gewählte Sprachstil hat viel dazu beigetragen, das Lesen zu einem Vergnügen zu machen. Die Kombination von fundierten Informationen und der Erzählung in Form eines Romans fand ich ausgezeichnet umgesetzt. Historische Ereignisse wurden auf sehr lebendige, interessante, oft sogar fesselnde Weise vermittelt und ich hatte an vielen Passagen das Gefühl, tief ins Geschehen einzutauchen.

    Die Autorin konzentriert sich im vorliegenden Buch nicht allein auf ihre beiden Protagonisten Melanchthon und Luther. Sie gibt auch weiteren bekannten Figuren wie beispielsweise dem Ablassprediger Johannes Tetzel, dem Erzbischof Albrecht von Mainz, dem Hofmaler Lucas Cranach sowie dessen Freund Albrecht Dürer, Luthers Kontrahenten Johannes Eck, und vor allen Dingen den Ehefrauen der beiden Reformatoren ein Gesicht. Ich konnte mir die ruhige, gütige und mitfühlende Katharina Krapp mit ihrer zarten Statur ebenso bildhaft vorstellen wie die ehemalige Nonne Katharina von Bora, die dem Haushalt Luthers vorstand und ihren Mann in jeder Hinsicht eine großartige Unterstützung war. Dieses Buch weckte in mir das Verlangen, mich intensiver mit der Lebensgeschichte Luthers und seiner Beziehung zu Katharina von Bora zu beschäftigen. Die Person des Jörg Unbereit als Wegbegleiter Philipp Melanchthons empfand ich als sehr gutes Stilmittel, um dem Leser das Leben des Bauernstandes und die Entstehung der Wiedertäufer-Bewegung nahezubringen. Der geschickte, kräftige Hüne aus dem Odenwald begleitet Melanchthon nach Wittenberg, ihre Lebenswege kreuzen sich danach immer wieder.

    Nicht nur inhaltlich, sondern auch hinsichtlich der optischen Aufmachung empfand ich dieses Buch als wirklich gelungen. Der Titel „Feuerschreiber“ könnte eindrucksvoller nicht dargestellt sein wie auf dem Cover dieses historischen Romans: ein Tintenfass mit Feder und den in kalligraphischen Schriftzügen angeführten Namen der beiden Reformatoren befindet sich in der oberen Hälfte des Buches, während die untere Hälfte von einem roten, lodernden Feuer dominiert wird und Bewegung und Gefahr versinnbildlicht. Der in großen weißen Lettern angeführte Buchtitel in der Mitte wurde mit tiefroter Farbe hinterlegt – eine wahrlich anziehende, aussagekräftige und gelungene Gestaltung!

    FAZIT: Ich empfand die Lektüre dieses historischen Romans aus der Feder von Claudia Schmid als höchst informatives, interessantes und an manchen Stellen sogar fesselndes Lese-Abenteuer, das mir auf den Spuren der beiden großen Reformatoren ein tiefes Eintauchen in die Geschichte erlaubte. „Die Feuerschreiber“ war eine Lektüre, die ich uneingeschränkt weiter empfehle!
  11. Cover des Buches Empört Euch! (ISBN: 9783550088834)
    Stéphane Hessel

    Empört Euch!

     (188)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin-Scheuer

    Über dieses Buch, das monatelange auf der Bestsellerliste stand, wurde bereits viel gesprochen und geschrieben. Für einige ist es wohl sogar zu einer Art "Bibel" geworden. Es geht zurück auf eine Rede Hessels, die viel Beachtung fand.
    Klar, dass ich dieses Werk auch einmal lesen wollte, um herauszufinden, was so besonders daran ist.

    Leider kann ich die allgemeine Euphorie nicht so ganz teilen.
    Bei dem dünnen Heftchen - ich würde es eher eine "Schrift" als ein "Buch" nennen - handelt es sich um den Aufruf eines 94jährigen an die jüngeren Generationen, sich endlich wieder mehr zu engagieren. Mich erinnerte dies etwas an das ewige "Früher war alles besser" und die ständigen "die Jugend von heute"-Klagen, die mich immer ärgern, weil sie schlicht und ergreifend falsch sind.
    Die Dinge, für wir uns engagieren sollen, liefert Hessel gleich mit. Neues hat er dabei nicht zu bieten: für Umwelt und soziale Gerechtigkeit, gegen die Macht der Banken und des Geldes, in Israel und den arabischen Ländern. Nunja.

    Was mich allerdings wirklich stark beeindruckte, war der Lebensweg von Hessel, von dem man das ein oder andere innerhalb der Schrift; wesentlich mehr jedoch in einem Nachwort erfährt. Hessel wurde in Deutschland geboren und flieht mit seinen Eltern während des Zweiten Weltkriegs nach Frankreich aus, nachdem es der jüdischen Familie gelang aus dem KZ "Buchenwald" zu entkommen. (Schon allein DAS finde ich zu tiefst beeindruckend; es geht aber noch weiter) Als Jugendlicher und junger Mann engeagiert er sich in der Resistance gegen Nazideutschland und schreibt schließlich nach Ende des Zweiten Weltkriegs an der Menschenrechtscharta mit. Später ist er als Botschafter für Frankreich an den unterschiedlichsten Orten weltweit im Einsatz. Wow!
    Mit diesem Hintergrund, finde ich, bekommt die Schrift doch gleich eine ganz andere Perspekitve. Wer sich stets so sehr für die eigenen Ideale und eine bessere Welt einsetzte, hat meiner Meinung nach alles Recht, sich über die heutigen Verhältnisse und die scheinbare Letargie der Jugend zu beschweren. Denn - sind wir mal ehrlich - so stark engagiert sind die wenigstens von uns. Natürlich sind die offensichtlichen Bedrohungen auch - gottseidank - geringer. Gründe, um sich zu engagieren - gibt es aber noch immer genug. Schön, dass uns so ein außergewöhnlicher Mensch hieran erinnerte.

    Unmittelbar nach der Lektüre dieses Werkes habe ich die Autobiografie von Stephane Hessel "Mein Tanz mit dem Jahrhundert" auf meine Wunschliste gesetzt. Ich bin wirklich schwer beeindruckt.

  12. Cover des Buches Afterparty (ISBN: 9783596034536)
    Daryl Gregory

    Afterparty

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Fornika

    In nicht allzu ferner Zukunft ist Lyda, eine ehemals sehr erfolgreiche Neurochemikerin, nach einer Überdosis Numen, einer von ihr selbst entwickelten Substanz, in der Psychatrie gelandet. Als eines Tages eine Mitpatientin stirbt, erkennt nur Lyda, dass diese Symptome eines Numenentzugs zeigte. Eigentlich sollte die Droge nie auf den Markt gelangen, denn statt Schizophrenie zu heilen, bekommt man göttliche Halluzinationen; nach Lydas Zusammenbruch war die Substanz eigentlich hinter Schloss und Riegel gesperrt worden. Doch im Zeitalter von Chemjets ist alles möglich, und so muss sich Lyda selbst auf die Spur begeben.

     Daryl Gregory hat mich nach langer Abstinenz mal wieder nach einem Buch aus der Sci-Fi-Sparte greifen lassen, und ich habe es nicht bereut. Seine Zukunftsvision ist witzig, skurril, spannend wie ein Krimi und gleichzeitig regt sie den Leser noch zum Nachdenken an. Lyda als Hauptperson ist sehr menschlich, schwach und voller Fehler, manchmal auch unsympathisch; aber gerade das macht ihren Reiz aus, sie ist dem Autor sehr plastisch und authentisch gelungen. Lyda wird von ihrer – durch Numengenuss entstandene – Gottversion des Engels Dr. Gloria begleitet; einerseits ist diese Vision sehr abgefahren gemacht, andererseits nutzt Gregory diese Gottesvisionen für allerlei tiefgründige Gedanken über den Glauben und die Menschheit. Diese Mischung hat mir sehr gut gefallen. Auch seine Vorstellung von der nahen Zukunft selbst erscheint sehr plausibel, manche Technologien sind auch heute schon in Ansätzen bzw. Vorgängerversionen vorhanden und so findet man sich sehr schnell in dieser „neuen“ Welt zurecht. Der Erzählstil des Autors hat meinen Geschmack ebenfalls getroffen, auch wissenschaftliche Hintergründe zur Neurochemie fügt er informativ, aber leicht verständlich, mühelos in die Handlung ein. Insgesamt ist „Afterparty“ ein gelungener Ausflug in die Zukunft.

  13. Cover des Buches Die Beschenkte (Die sieben Königreiche 1) (ISBN: 9783551584656)
    Kristin Cashore

    Die Beschenkte (Die sieben Königreiche 1)

     (2.718)
    Aktuelle Rezension von: heavyraiins

    Katsa ist eine Beschenkte und praktisch jeder führcht sich vor ihr. Das sie eine Beschenkte ist erkennt man an ihren verschiedenfarbigen Augen. Jemand der sich nicht vor ihr fürchtet ist Prinz bo, im gegenteil, denn er möchte ihre Aufmerksamkeit und braucht ihre Hilfe um seinen grossvater zu finden. Gemeinsam begeben sie sich auf eine lange und schwierige Reise. 


    Ein sehr gutes Buch das super spannend ist, kann ich nur empfehlen!

  14. Cover des Buches Kein Wille geschehe (ISBN: 9781542046978)
    Guido Kniesel

    Kein Wille geschehe

     (80)
    Aktuelle Rezension von: Michael_Gray

    Das Buch hat mich überhaupt nicht gepackt, total langweilig, keine Spannung, einer der wenigen Bücher die ich abgebrochen habe.

  15. Cover des Buches Das Handwerk der Freiheit (ISBN: 9783596156474)
    Peter Bieri

    Das Handwerk der Freiheit

     (25)
    Aktuelle Rezension von: glowinggloom
    Über die Entdeckung des eigenen Willens. 400 Seiten Philosophie zum Thema Willensfreiheit, fatalistische Vorherbestimmtheit, die Idee der Verantwortung, den Alptraum des unbedingten freien Willens, das Verstehen, wie sich Freiheit und Unfreiheit im Rahmen universeller Bedingtheit unterscheiden. Es kommt für die Freiheitserfahrung des Willens, nicht auf tatsächliche, sondern auf vorgestellte Möglichkeiten an, nicht auf die Welt, sondern die Phantasie. Die Freiheit des Willens ist etwas, was man sich erarbeiten (aneignen) muß. Diese Aneignung hat drei Dimensionen: Artikulation, Verstehen und Bewertung des eigenen Willens. Das Selbst ist etwas, das sich durch die Aneignung herausbildet. Das Abbröckeln alter Bewertungen und vermeintlicher Einsichten, den Willen betreffend und das Entstehen neuer Strukturen gleicht eher einer geologischen Umschichtung als einem planvollen Spiel. Man gerät stets von neuem in Strudel des Erlebens, die einen im Willen taumeln lassen und dazu zwingen, die Anstrengung der Aneignung zu unternehmen. Ob solche Anstrengungen je dazu führen, daß unser Wille die volle Transparenz und Stimmigkeit erreicht, ist zweifelhaft. Vielleicht ist Willensfreiheit in ihrer vollkommenen Ausprägung, eher ein Ideal als eine Wirklichkeit.
  16. Cover des Buches Infernale (ISBN: 9783785588710)
    Sophie Jordan

    Infernale

     (682)
    Aktuelle Rezension von: Lisasbuechereck

    Nach Jahren hat Lisa jetzt auch mal endlich dieses Buch gelesen 🙈 und so ganz kann ich den Hype von damals nicht verstehen. Die Grundgeschichte klingt echt Mega. Davy wird positiv auf das Mördergen HTS getestet. Damit ändert sich ihr ganzes Leben. Sie muss ihre Familie und Freunde verlassen. Sie wird weggeschickt und kommt in ein Camp für Positive Menschen, wo sie lernen soll sich zu kontrolieren. Doch es ist alles anders wie es scheint. Sie muss bis ihre Grenzen gehen und sie hat Angst, das zu werden, wovor sie sich am meisten fürchtet. Eine Mörderin.
    .
    Ich sag ja die Grundstory klingt mega, leider ist die Umsetzung nicht der Hit gewesen. Davy war sehr schlimm. Ständig am heulen und am Zetern. Das man in so einer schrecklichen Situation Angst hat, ist vollkommen verständlich, aber nur Jammern macht dann auch keinen Sinn. Irgendwann muss man sich ja mal zusammenreißen. Dann fand ich die Erklärung zum HTS Gen ziemlich ungenau. Es wurde nur angeschnitten und damit war es dann so. Es ist da und fertig. Ok. Der Schreibstil war auch nicht ganz so meins muss ich sagen. Etwas zu simpel in meinen Augen.
    .
    Ich kann mir vorstellen, hätte ich es in jüngeren Jahren gelesen hätte es mir vielleicht gefallen. Ich weiß es nicht. Nichtsdestotrotz bekommt das Buch 3 Sterne von mir. Alleine für die Grundidee. Ich werde Band zwei auch noch lesen, denn dann ist die Geschichte beendet und mich würde schon Interessieren, wie es ausgeht und ob es noch Spannender wird.

  17. Cover des Buches Aus Sicht des Gehirns (ISBN: 9783518295151)
    Gerhard Roth

    Aus Sicht des Gehirns

     (3)
    Aktuelle Rezension von: PhilippWehrli
    Als Einstieg in die Gehirnforschung gehört dieses Buch von Gerhard Roth zu den empfehlenswertesten. Gerhard Roth beleuchtet einige Erkenntnisse aus der Gehirnforschung, die geeignet sind, unser Selbstbild zu erschüttern, mehr noch vielleicht als die Erkenntnisse der modernen Physik oder die Evolutionstheorie. Während in der Allgemeinheit die Idee des Urknalls und die Evolutionstheorie durchaus bekannt sind und diskutiert werden, scheinen die philosophischen Erkenntnisse der Gehirnforschung weitgehend an der Allgemeinheit vorüber gezogen zu sein und kaum Einfluss auf unser Weltbild zu haben.

    Bedeutsam scheint mir z. B.: Es gibt kaum noch Gehirnforscher, die an eine vom Körper unabhängige Seele glauben. Diese Tatsache ist aber unter Laien kaum bekannt, geschweige denn die Gründe dafür. Sie liegen keineswegs nur darin, dass die Forscher keine Seele finden, wenn sie das Gehirn betrachten. Vielmehr wird immer klarer, wie das Gehirn Sinnesreize verarbeitet und speichert. Und auch wenn wir nicht beweisen können, dass es keine unsterbliche Seele gibt, ist doch völlig klar, dass diese Seele die Arbeit des Gehirns eigentlich nur stören kann. Wenn wir eine unsterbliche Seele haben, die auch losgelöst vom Körper sieht, denkt und sich erinnert, wozu brauchen wir dann noch ein energiefressendes Gehirn das die gleiche Arbeit noch einmal macht?
    Es ist praktisch unmöglich, eine Theorie des Denkens und des Bewusstseins aufzustellen, in der eine unsterbliche Seele auch nur einigermassen eine sinnvolle Bedeutung hat. Deshalb gibt es keine solche Theorie. Bemerkenswert scheint mir das deshalb, weil eine unsterbliche Seele im Weltbild vieler Menschen eine ganz zentrale Rolle spielt.

    Wer sein Weltbild mit den Erkenntnissen der Wissenschaft in Übereinstimmung bringen will, muss sich deshalb mit Gehirnforschung befassen. Als erster Schritt dazu eignet sich das Buch von Gerhard Roth. Es gibt einen schönen Einblick in verschiedene Aspekte der Gehirnforschung, ohne allzu sehr in die Details zu gehen. Roth erklärt das Nötigste über den Aufbau des Gehirns. Er zeigt an Hand einiger Gehirnstörungen, dass Denken anders funktioniert, als wir uns dies gemeinhin vorstellen. Viele der kniffligen Probleme, die das Gehirn alltäglich löst, sind uns gar nicht bewusst. Erst wenn etwas nicht mehr funktioniert oder wenn wir einen Roboter auf diese Aufgabe programmieren wollen, wird uns bewusst, was das Gehirn hier leistet. Deshalb ist die Betrachtung von Gehirnstörungen sehr erhellend.

    Wie z. B. merkt das Gehirn, welcher Körper und welche Körperteile zum Ich gehören und welche nicht, wo das Ich jetzt gerade ist, wer ich bin? – Alle diese Probleme scheinen einfach zu lösen. Es gibt aber Menschen, bei denen dies nicht mehr funktioniert, die z. B. ihr eigenes Bein für ein fremdes halten, die sich selber an zwei Orten sehen oder glauben, ein anderer zu sein.

    Auch andere, oft diskutierte Fragen, etwa, ob Tiere bewusst denken oder ob wir einen freien Willen haben, wie viel Erziehung ausmacht, wie wir besser lernen können, wie das Bewusstsein zu Stande kommt oder welche Gewaltverbrecher therapierbar sind, erscheinen durch die Gehirnforschung in einem neuen Licht. Zu all diesen Themen offeriert Roth einige bemerkenswerte Erkenntnisse, ohne die Themen tot zu schlagen. In der Frage, was das Ich ist, zeigt er, dass dieses Ich eine ganze Reihe verschiedener Aufgaben erfüllt. Roth unterscheidet demzufolge eine ganze Reihe verschiedener Arten von Ich.

    Für die oft als unwissenschaftlich geschmähte Psychoanalyse Sigmund Freuds findet er einige freundliche Worte, die ich bedauerlicherweise fast nicht mehr finde, weil zumindest meine Ausgabe des Buches keinen Index hat. Hier: Freuds Ansichten wurden von der Gehirnforschung insbesondere in drei Punkten bestätigt. 1. Das Unbewusste, das Es, hat mehr Einfluss auf das Bewusste, das Ich, als umgekehrt. 2. Das Unbewusste entsteht zeitlich vor den verschiedenen Bewusstseinszuständen und legt die Grundstrukturen der Persönlichkeit fest. 3. Das bewusste Ich hat wenig bis keine Einsichten in das, was seinen Wünschen, Plänen und Handlungen tatsächlich zugrunde liegt. Das Ich legt sich Erklärungen darüber zurecht, diese haben aber häufig wenig mit den eigentlich bestimmenden Geschehnissen zu tun.

    Dabei scheut sich der Neurologe Gerhard Roth nicht, klare Worte zu verwenden, wenn er mit gewissen Aussagen nicht einverstanden ist. Und wenn er zum Schluss seines Buches eine Reihe von Philosophen kritisiert, so ist diese Kritik zumindest nicht aus der Luft gegriffen.

    Lediglich in zwei Aussagen würde ich klar widersprechen. S. 64: „Denken ist zwar auch nichtsprachlich möglich, aber es besteht kein Zweifel, dass sprachliches Denken nichtsprachlichem stark überlegen ist.“ Und S. 95: „Wichtig ist aber die Tatsache, dass solch unbewusstes, implizites Lernen nicht bei komplizierten Sachverhalten funktioniert.“
    Das wird zwar von vielen Experten oft und gerne behauptet, ist aber völlig falsch. Als Lehrer sehe ich das regelmässig, wenn einer der Spitzenschüler den anderen erklären soll, wie er eine Mathe- oder Physikaufgabe gelöst hat. Die eigenen völlig korrekten Überlegungen in eine einigermassen verständliche Sprache zu fassen, das schaffen nur die allerwenigsten. Auch Topwissenschaftler haben ihre grössten Ideen sehr oft in nichtsprachlichem Denken, indem sie z. B. die Dinge bildlich vor sich sehen. Mehrere grosse Entdeckungen wurden sogar geträumt, z. B. entdeckte Kekulé den Benzolring im Traum, Paul McCartey hörte das Lied „Yesterday“ in allen Details im Traum. Elias Howe, der die erste Nähmaschine erfand, träumte seine entscheidende Idee. Albert Szent-Györgyi, der das Vitamin C entdeckte, benutzte das unbewusste Denken gezielt, um Probleme zu lösen. Wenn er bei einer Frage nicht weiter kam, aber genügend darüber nachgedacht hatte, legte er sich schlafen. Er erklärte: „Da ich das Problem nicht lösen kann, lasse ich es in mein Unterbewusstsein absinken. Dort verweilt es unterschiedlich lange. Irgendwann wird die Lösung unverhofft an mein bewusstes Denken übermittelt.“ – Ich selber mache das übrigens selber genauso.

    Wir brauchen die Sprache nicht zum Denken, auch nicht für sehr komplexe Gedanken. Wir brauchen die Sprache, um komplexe Gedanken anderen Menschen zu erklären. Und weil komplexe Gedanken meist erst dadurch wertvoll werden, dass wir sie erklären können, - und nur deshalb - treten komplexe Gedanken meist im Zusammenhang mit Sprache auf.

    Die falsche Vorstellung, Denken basiere vor allem auf Sprache, führt nicht selten zu einer grotesken Didaktik. So wurde ich z. B. von Sportlehrern aufgefordert, eine schwierige Bewegung in Worten präzise zu beschreiben, in der Hoffnung, ich könne die Bewegung danach besser ausführen. Eine Bewegung beschreiben ist sicher ein gutes Sprachtraining. Aber eine Bewegung lernen kann man so bestimmt nicht. Sie können problemlos ohne Worte durch Vorzeigen jemandem zeigen, wie man einen Papierflieger faltet. Aber versuchen Sie das mal am Telefon, - ohne Kamera!

    Diese kleine Kritik tut aber dem ausserordentlich positiven Gesamteindruck keinen Abbruch. Es ist ein hervorragendes Buch, das ich jedem heiss empfehle!
  18. Cover des Buches Der fremde Wille (ISBN: 9783462041149)
    Markus Chr. Schulte von Drach

    Der fremde Wille

     (37)
    Aktuelle Rezension von: abuelita
    Er muss es immer wieder tun. Er hat keine Wahl. Du bist nirgendwo sicher. Eine Münchner Sonderkommission ermittelt in einer beunruhigenden Mordserie. Es mangelt nicht an Spuren, aber nichts bringt sie auch nur in die Nähe eines Verdachtes. Es folgen weitere brutale Überfälle. Doch diesmal schlägt der Täter an den unterschiedlichsten Orten auf der ganzen Welt zu. Die Suche nach dem Täter wird zu einem Wettrennen, das die Ermittler an ihre Grenzen führt: Etwas lässt sich nicht mehr aufhalten. Dann werden weitere brutale Überfälle aus Hawaii, Schottland und Boston gemeldet. Fieberhaft arbeiten die Experten von FBI, Scotland Yard und BKA an einem Profil. Sie sind sich ihrer Vorgehensweise so sicher, dass sie beinahe die wichtigste Spur übersehen: die Morde selbst.... So und nun habe ich das getan, was ich sonst so gut wie nie mache…nämlich eine Inhaltsangabe abgetippt…. Ich bin zwiespältig bei diesem Buch – es fing gut an, aber weite Teile habe ich wirklich überschlagen – und somit überlesen. Das fand ich viel zu viel und viel zu langweilig, sprich: dem Autor ist es in keinster Weise gelungen, mir SEIN Bild der Welt zu vermitteln oder nahe zu bringen. Das war mir zu trocken, zu öde, da hat mich nichts mitgerissen oder begeistert . Imgrunde finde ich das schade, dass hier kein „Funke“ übergesprungen ist, denn das Thema an sich ist wirklich interessant und mal was anderes. Aber so „schlecht verpackt“…..da wird das halt nix… Aber, wie gesagt, das mag durchaus auch an mir liegen. Und darum vergeb ich trotzdem drei Sterne und werde eventuell in ein-zwei Jahren nochmals einen Versuch mit dem Buch starten…..
  19. Cover des Buches Die Natur des Bewusstseins (ISBN: 9783406605949)
    Reinhard Werth

    Die Natur des Bewusstseins

     (3)
    Aktuelle Rezension von: PhilippWehrli
    Werth startet mit der originellen Feststellung Wittgensteins, dass auch subjektive Empfindungen, wie etwa der Schmerz, den Wissenschaften zugänglich sind. Denn würde das Wort ‚Schmerz’ etwas rein Subjektives bezeichnen, so würde es im Gespräch zu Verwirrung führen, weil ja keiner wissen könnte, was der andere darunter versteht. Das Bewusstsein und die subjektiven Erlebnisse, die den Inhalt des Bewusstseins bilden, sind also nicht rein privat, sondern anderen Personen zugänglich.

    So findet der Leser eine ganze Reihe kluger Bemerkungen und Erklärungen, die irgendwie mit dem Bewusstsein, mit der Wahrnehmung oder mit dem Willen zu tun haben. Aber die Gesamtaussage ist mir jedenfalls nicht wirklich klar geworden. Dabei sind die einzelnen Abschnitte durchaus empfehlenswert.

    Empfehlenswert für alle Lehrpersonen ist der lange Abschnitt über die Aufmerksamkeit. Während Aufmerksamkeitsstörungen unter Psychologen und Pädagogen alltäglich diskutiert werden, ist auch in die Fachliteratur bemerkenswert vage, was Aufmerksamkeit eigentlich ist. Reinhard Werth, der sich schon in seinem Buch ‚Legasthenie und andere Lesestörungen’ mit dem Lernen befasst hat, macht auch hier verständlich, was bei gewissen Lernschwierigkeiten passiert und wie man allenfalls dagegen ankämpfen kann.

    Aufschlussreich ist z. B. eine Bemerkung zum Bogenschiessen: Das Hauptproblem beim Bogenschiessen ist, dass der Schütze seine Aufmerksamkeit nicht gleichzeitig auf das Ziel und auf das Loslassen des Pfeiles richten kann. Selbst so einfache Bewegungen, wie einen Pfeil loszulassen, erfordert die volle, ungeteilte Aufmerksamkeit. Der Schütze bemerkt dies selber nicht, aber während er den Pfeil loslässt, wird er kurzzeitig blind für das Ziel. Dies ist einer der Hauptgründe, weshalb Pfeile daneben gehen. Wenn nun also Schüler behaupten, sie können problemlos neben den Hausaufgaben Musik hören, chatten und einen Fernseher laufen lassen, dann kann man sich nun vorstellen, wie falsch diese Schüler liegen.

    Empfehlenswert für Richter und Anwälte sind die Ausführungen zur Frage des freien Willens im Zusammenhang mit dem Strafrecht. Werth zitiert mehrere Paragrafen des deutschen Strafrechts, das aber in anderen europäischen Ländern ähnlich sein dürfte. Insbesondere ist nach dem deutschen Strafrecht nur vorsätzliches Handeln strafbar, sofern nicht das Gesetz bei fahrlässigem Handeln ausdrücklich mit Strafe droht. Ob ein Täter vorsätzlich oder aus dem Affekt gehandelt hat, muss nicht selten von Gerichtsgutachtern beurteilt werden.

    Der Autor selber hat z. B. in Experimenten festgestellt, dass eine unvorbereitete Person rund 532 bis 847 Millisekunden benötigt, um seinen Körper vor einem überraschenden Messerstich 50 cm zurück zu ziehen. Wenn also z. B. ein Polizist, der überraschend von einem Verbrecher mit einer Waffe angegriffen wird, innerhalb von etwa 200 Millisekunden auf den Verbrecher schiesst, dann könne dies keine Willensentscheidung sein. Ausser „dass der Polizist sich bereits lange im Voraus dafür entschieden hat, in einer solchen Situation so zu schiessen (da er die oben beschriebenen Zeitverhältnisse kennt) und diese Reaktion so eingeübt hat, dass sie zu einem vorprogrammierten Reflex wurde.“

    Nun scheint mir das eher der Normalfall oder zumindest der wünschenswerte Fall zu sein, dass ein Polizist, der mit einer geladenen Waffe unterwegs ist, sich vorher schon einmal überlegt hat, wie er in verschiedenen denkbaren Situationen reagieren würde. Als langjähriger Badmintonspieler weiss ich auch, dass man eine Reaktion nicht sehr lange vorprogrammieren muss. Es reicht durchaus, während des Spiels zu entscheiden, den nächsten Smash in die rechte hintere Ecke abzuwehren. Bei der konkreten Ausführung habe ich dann auch nicht mehr Zeit als besagter Polizist. Das ist aber auch nicht nötig, weil ich den Schlag schon vorher geplant habe.

    Das Thema freier Wille und Strafrecht regt natürlich zu weiteren Diskussionen an. Was soll denn das Ziel einer Strafe sein? – Geht es darum, sich an den Bösewichten zu rächen? Oder wäre es nicht sinnvoller, den zukünftigen Schaden zu minimieren? - Wenn immer mal wieder Äste von einem Baum fallen und Spaziergänger invalide schlagen, frage ich nicht danach, ob der Baum das bewusst macht oder nicht.

    Die von Reinhard Werth zusammen gestellten Überlegungen sind also wohl sicher nicht abschliessend. Aber sie sind eine gute Grundlage für den wichtigen Dialog zwischen Strafrechtlern und Gehirnforschern.

    Bemerkenswert deutlich ist in diesem Zusammenhang Werths Fazit, wenn es um Wiederholungstäter geht: „Die häufig geübte Praxis, Wiederholungstäter fortwährend mit Bewährungsstrafen oder kurzen Gefängnisstrafen zu belegen und ihnen unermüdlich psychotherapeutische oder sozialtherapeutische Massnahmen angedeihen zu lassen, kann nur als Unkenntnis oder vorsätzliches Ignorieren psychobiologischer Erkenntnisse gewertet werden.“

    Empfehlenswert ist das Buch auch für alle, die mit Patientenverfügungen und insbesondere mit Sterbehilfe zu tun haben. Denn die Frage nach der Willensfreiheit stellt sich natürlich auch bei Patientenverfügungen.

    Ein weiteres Gebiet, das wohl einige Leser interessiert, ist die Frage, ob Tiere ein Bewusstsein haben. Auch dazu findet man einige interessante Fakten, obwohl das Buch in dieser Frage nicht sehr in die Tiefe geht.

    Man kann nicht behaupten, Reinhard Werth habe das Bewusstsein in diesem Buch erklärt. Er hat einige interessante Aspekte dazu aufgezeigt. Aber auch wenn sicher noch einige Diskussionspunkte offen sind, hat er zur Frage, ob es eine unsterbliche Seele gibt eine klare Antwort, der wohl die meisten Gehirnforscher zustimmen würden:
     „Aus allen wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen folgt unzweifelhaft, dass ohne Hirnfunktion keine unserer Fähigkeiten, Empfindungen, Erfahrungen und nichts, was unser Bewusstsein sonst ausmacht, existieren kann.“

    Auch zu dieser Behauptungen findet man eine gute aber gewiss nicht ganz abschliessende Begründung in diesem Buch.
  20. Cover des Buches Eden Academy. Du kannst dich nicht verstecken (ISBN: 9783473585069)
    Lauren Miller

    Eden Academy. Du kannst dich nicht verstecken

     (489)
    Aktuelle Rezension von: Ines23

    Im Großen und Ganzen hat mir das Buch gut gefallen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, es war spannend und es hat Spaß gemacht, mit der Protagonistin Rory hinter das Geheimnis der Eden Academy zu gelangen. Die Handlung ist eine Dystopie und spielt ca. zehn bis 15 Jahre in der Zukunft. Da die Autorin das Buch 2015 geschrieben hat, war ich erstaunt, wie sehr unsere jetzige Zeit doch ihrer Vorstellung von der Zukunft ähnelt. Die Geschichte ist auf keinen Fall eine typische Teenie-Internatsstory, sondern viel, viel mehr. Es geht um große Machenschaften, Überwachung à la „Big Brother is watching you“. Mehr möchte ich dazu aber nicht sagen, um niemanden zu spoilern.

    Warum ich keine fünf von fünf Sternen gebe:

    An manchen Stellen war mir die Geschichte zu sehr konstruiert. Es waren zu viele Zufälle, die Rory im richtigen Moment auf die richtige Spur geführt haben oder die den Helden der Geschichte zu sehr in die Karten gespielt haben.

    Alles in allem verdient „Eden Academy“ aber mehr Aufmerksamkeit.

  21. Cover des Buches Herr des Windes (ISBN: 9783426512517)
    Rachel Aaron

    Herr des Windes

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Traumfeder
    Inhalt
    Nachdem Nicos Mantel beim letzten Kampf zerstört wurde, braucht sie dringend einen Neuen. Eli kennt nur einen Ort, an dem sie ihn bekommen können, bei Slorn, dem Bärenmann. Dieser ist bereit einen anzufertigen, doch er verlangt ein ganz besonderes Schwert als Bezahlung. Zusammen mit Josef und Nico zieht Eli los, um es zu beschaffen. Als der Herzog von Fron, ein möglicher Besitzer einer solchen Klinge, verkünden lässt, dass seine Stadt keinen Dieb eindringen lässt, sieht Eli es als Einladung. In Fron angekommen, müssen sie aber feststellen, dass dort etwas ganz und gar nicht stimmt. Eine alte Bekannte, die Spiritistin Miranda, befindet sich gerade ebenfalls in der Stadt und schon bald sind sie gezwungen erneut an einem Strang zu ziehen, denn der Feind will die beide aus dem Weg haben.

    Meine Meinung
    Der zweite Band um den Dieb Eli und seine Bande, schließt an die Geschehnisse des ersten Bandes an. Es ist eine Fortführung, die neue Ereignisse mit dem Geschehenen verbindet.

    Eli Monpress ist nach wie vor ein Protagonist, den man lieben muss. Er ist verrückt und genial gleichzeitig. Eli sieht in vielen Dingen die Herausforderung und der möchte er sich nur all zu gerne stellen. Er weiß, wem er trauen kann und bei wem er Vorsicht gelten lassen muss. Josef und Nico sind seine Vertrauten. Er kann sich auf sie verlassen, denn zusammen schaffen sie so einiges. Eli ist ein Charakter, der viel Witz versprüht und immer einen Plan hat. Die Geister der Dinge geben ihm das Gefühl etwas ganz Besonderes zu sein. Er spricht mit ihnen und kann auf diese Weise seine Umwelt ganz anders wahrnehmen als normale Menschen. Seine Vergangenheit liegt im Dunkeln, doch es scheint, als ob ein Teil davon nun doch ans Licht kommen will.

    Miranda und ihr Geisterhund Gin sind auch diesmal wieder mit dabei. Nach ihrem Zusammentreffen mit Eli ist Miranda in Schwierigkeiten, denn man beschuldigt sie mit dem Dieb zusammen gearbeitet zu heben. Jemand unter den Spiritisten hat es auf sie abgesehen und ist bereit so einiges zu tun um sie in Verruf zu bringen. Da Miranda aber jemand ist, der äußerst stur ist und für ihre Überzeugungen kämpft, lässt sie sich nichts gefallen. Doch obwohl sie eine mächtige Spiritistin ist, entgeht ihr vieles. Sie verlässt sich manchmal zu sehr auf ihre Macht und lässt dabei andere Sinne aus.

    Auch diesmal spielt die Liga der Stürme eine Rolle im Geschehen. Bereits im ersten Band wurde die Abneigung von Alric, dem Aufseher der Liga, thematisiert. Er scheint eifersüchtig zu sein, denn Eli ist der Liebling der weißen Frau und nicht er. Noch ist nicht klar, was es genau mit dieser Frau auf sich hat oder weshalb sie bestimmte Personen zu ihrem Lieblingen erklärt. Es scheint aber, dass es noch eine zentrale Rolle einnehmen wird, versucht Eli doch alles um sich ihr zu entziehen.

    Wirklich interessant, aber auch erschreckend, erscheint die Herrschaft über die Stadt Fron. Hier herrscht die Angst und niemand wagt es etwas dagegen zu unternehmen. Der freie Wille wird unterdrückt, wer nicht gehorcht, wird vernichtet. Von außen gesehen wirkt alles gut organisiert, doch erst nach einem Blick hinter die Kulissen, wird klar wie schlimm die Situation tatsächlich ist.

    Der Schreibstil von Rachen Aaron war mal wieder unglaublich fesselnd. Ernstere Themen, die das Gerüst der Geschichte bilden, werden durch wunderbar witzigen Charaktere, und sicherlich auch durch Elis Verrücktheiten, aufgeheitert. Immer wieder wird der Leser durch neue Ideen und Wendungen überrascht. Einige Sachen waren völlig unerwartet, während andere vorhersehbar waren. Die Charaktere werden immer weiter ausgearbeitet und erhalten mehr Tiefe. Sie versprühen mehr Farbe, zeigen aber auch dass in ihrem Leben nicht alles perfekt läuft. Diese Entwicklung, die hier aufgezeigt wird, ist noch lange nicht abgeschlossen.

    Alles in Allem bietet Rachel Aaron ihren Lesern reichlich Spannung und jede Menge Humor. Es macht Spaß ihre Bücher zu lesen, weil sie einen Mal für Mal mitreißen und die Neugier auf das Kommende wecken. Es ist wirklich schade, dass die weiteren Bände wohl nicht mehr ins Deutsche übersetzt werden.

    Fazit
    Eli Monpress verbreitet Mal wieder viel Unsinn und schafft es doch der Held zu sein. Magisch und unterhaltsam erzählt, begeistert auch dieses Abenteuer. Zusammen mit seinen Gefährten bewältigt er auch das Unmöglich und geht gestärkt und mit neuer Erfahrung daraus hervor. Man darf neugierig bleiben, was ihm wohl als nächsten passieren wird.
  22. Cover des Buches Der Parasit (ISBN: 9783426504437)
    Markus Chr. Schulte von Drach

    Der Parasit

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Inhalt:
    In München verbreitet ein Serienmörder Angst und Schrecken, der aus dem Nichts aufzutauchen scheint, seine Opfer tot beißt und spurlos wieder verschwindet. Hauptkommissar Hans Bauer und sein Team sind ratlos, denn Augenzeugen sprechen von einem fauchenden "Wesen" mit animalischen Zügen. Dann werden auch aus Hawaii, Schottland und Boston Verbrechen gemeldet, die auf die gleiche unvorstellbare Weise begangen wurden. Die Ermittler vermuten einen Serienmörder, der um die Welt reist. Doch die Wahrheit liegt weit außerhalb all ihrer Vorstellungen...

    Meine Meinung:

    Das Cover
    Thriller-Cover sind ja meistens so eine Sache. Entweder sie sind absolut nichtssagend und werden dem spannenden Inhalt des Buches nicht gerecht oder sie sind unglaublich schaurig. Hier finde ich es jedoch wirklich gelungen, da es die Geschichte meiner Meinung nach gut repräsentiert und der große, leuchtende Schriftzug lenkt definitiv die Aufmerksamkeit auf dieses Buch.

    Die Charaktere
    Ich finde es persönlich immer etwas schwierig, zu den Charakteren aus Thrillern eine Beziehung aufzubauen und das war leider auch in diesem Buch der Fall. Die Perspektive wechselte immer wieder zwischen denen von den Ermittlern in München, Schottland, Boston und Hawaii und zeitweise kamen sogar kurz Augenzeugen zu Wort. Das fand ich wirklich interessant und es hat definitiv zum Verständnis der Geschichte beigetragen, aber leider war es an manchen Stellen auch sehr schwierig, mit den ganzen Namen nicht durcheinander zu kommen. Eine der Charaktere, eine Psychologin namens Collins, ging mir leider furchtbar auf die Nerven. Zwar war ihr immenses Wissen wirklich beeindruckend und es war spannend, über all diese psychologischen Phänomene zu lesen, aber sie war durchgängig unglaublich besserwisserisch, arrogant und herablassend. Ab dem dritten Kapitel, in dem sie vorkam, wäre ich am liebsten ins Buch geklettert und hätte ihr den Mund mit Klebestreifen zugeklebt.

    Die Geschichte 
    Die Idee dieses Buches ist absolut brilliant. Ich habe in meinem Leben wirklich schon viele Thriller gelesen, aber "Der Parasit" ist in seiner Idee wirklich einzigartig. Die Auflösung der ganzen Geschichte fand ich so genial, dass ich augenblicklich das dringende Bedürfnis hatte, mit jemandem darüber zu sprechen. 
    Ich hatte zwar die ganze Zeit über eine Theorie, was hinter all dem steckt, aber ich habe nicht so eine gut durchdachte und fundierte Auflösung erwartet! Das Ganze wirkte dadurch so real, dass ich erstmal Google befragen musste, ob das alles wirklich geschehen könnte. 
    Besonders gut gefallen hat mir auch der Wechsel der Orte. Dadurch, dass immer wieder Morde und Verbrechen von verschiedenen Orten auf der Welt gemeldet wurden, die scheinbar aber alle zusammenhingen, wurde die Spannung stetig gesteigert und man bekam immer wieder neue Schauplätze zu "sehen". 

    Der Schreibstil
    Markus C. Schulte von Drach hat einen sehr flüssigen und lebendigen Schreibstil. Das finde ich für einen Thriller auch unabdingbar, da man auf Spannung sonst lange warten kann. 
    Was mich leider ein wenig gestört hat, waren die vielen erklärenden Ausschweifungen, die das Buch doch unnötig in die Länge gezogen haben und wegen denen ich auch keine vollen fünf Punkte für das Buch vergeben konnte. Es war zwar an sich interessant, über all die psychologischen und biologischen Themen, die die Charaktere in diesem Buch  ständig diskutieren, zu hören, aber es war leider nicht unterhaltsam. Dadurch ging leider oftmals die vorher so schön aufgebaute Spannung kaputt, da auf die Meldung eines neuen Mordes erstmal eine 6-seitige Diskussion über die Schuldfähigkeit des Menschen an sich folgte. 

    Fazit:
    Eine absolut einzigartige Idee und ein Muss für alle Thriller-Fans. So eine Geschichte habt ihr bestimmt noch nicht gelesen!
  23. Cover des Buches Freiheit (ISBN: 9783867178631)
    Jonathan Franzen

    Freiheit

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Rebekka_NP

    Freiheit…kann eine Chance sein oder erdrückend, wie in verschiedenen Motiven in Franzens umfangreichen und langsamen Familienroman gezeichnet wird. Zentraler Punkt, um den der Roman kreist, ist das scheinbare Familienidyll der Berglunds in Minnesota. In langen Episoden aus den Leben der meisten Mitglieder wird eine Handlung gestrickt: Wie es kommt, dass der minderjährige Sohn auszieht. Warum Patty, die als junge Frau offen und sportlich war, jetzt eine verbitterte Reifenzerstecherin wird. Und ob Vater Walter der einzig Moralische ist oder seine Ideale verrät.

    Leicht ist dieses Hörbuch nicht. Es gibt viel nachzudenken. Der fabelhaft sonore Ulrich Matthes trägt den Hörer immer weiter in die Verzweiflung. Das Sittengemälde ist gleichzeitig großartig – und nach spätestens der Hälfte wollte ich nichts mehr hören. Zu viel Moral. Zu viele Hintertüren.

  24. Cover des Buches Nicht denken macht auch nicht schön (ISBN: 9783404606283)
    Peter Cave

    Nicht denken macht auch nicht schön

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden

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