Bücher mit dem Tag "gangsterroman"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "gangsterroman" gekennzeichnet haben.

11 Bücher

  1. Cover des Buches Der Schneemann (ISBN: 9783257239218)
    Jörg Fauser

    Der Schneemann

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Elizzy
    Der Schneemann
    berauscht leider gar nicht.
    Worum geht es?
    Blum ist ein Kleinkrimineller, der sich gerade mal so über Wasser hält. Er versucht mit zwielichtigen Geschäften ans grosse Geld zu kommen. Doch so richtig gelingt ihm dies nicht. Eines Tage scheint ihm das Glück jedoch hold zu sein und ihm fällt ein Koffer voller Kokain in die Hände. Das verticken beginnt…

    Erster Satz:
    “Blum sah auf die Uhr. Höchste Zeit.”

    Klappentext
    ›Der Schneemann‹ ist die Geschichte des Kleinkriminellen Siegfried Blum, der durch Zufall an fünf Pfund Kokain gerät. Der Traum vom sorglosen Leben auf den Bahamas rückt in greifbare Nähe, wären da nicht die Profis des Rauschgifthandels, die Blum den Schnee wieder abjagen wollen. Er schleppt den Stoff von Malta über München, Frankfurt, Amsterdam bis Ostende mit sich herum und lernt schnell, wie schwierig es sein kann, einen kleinen Schneemann damit zu bauen. (Quelle: Diogenes)

    Meine Meinung
    Als ich letztens einen Schreibkurs besuchte wurde uns “Der Schneemann” als Lektüre aufgetragen. Ich ging mit grossen Erwartungen ans Buch und war überzeugt davon, das mir diese Geschichte gefallen würde. Schliesslich las ich gerne Thriller und dieses Buch wurde als “Der beste deutsche Thriller aller Zeiten” gerühmt.
    Doch was ich da las, war alles andere als grossartig. Blum ist ein Charakter, den man nicht als Freund haben möchte. Er ist in meinen Augen absolut frauenfeindlich, sexistisch und ein kompletter Trottel. Somit kein guter Start für ihn.
    Besonders störend fand ich tatsächlich die vielen Bemerkungen, die er in Bezug auf Frauen fallen liess. Im Sinne von “Ausschau halten, was man heute flachlegen könnte… Der Arsch in dieser Jeans…etc.” und auch die teilweise rassistischen Bemerkungen, die hier und da salopp erwähnt wurden fand ich äusserst unpassend.
    Ich konnte weder einen Bezug zu Blum noch zur Geschichte finden. Natürlich muss man sich nicht immer mit dem Protagonisten identifizieren können, um ein Buch gut zu finden. Aber wenn man tatsächlich nichts positives am ganzen Geschehen finden kann, interessiert einen das Buch und das Schicksal der Protagonisten leider gar nicht mehr.
    Im Schreibkurs diskutierten wir natürlich über das Gelesen und dabei stellte ich fest; Zum Glück gibt es genug andere Bücher und nicht jeder Lesegeschmack muss verständlich sein. Den im Gegenzug zu mir fanden einige den Protagonisten durchaus “witzig” oder gar “tollpatschig” was ich zwar nachvollziehen kann aber nicht wirklich verständlich finde. So fand auch bis zum Ende kaum eine Charakterentwicklung bei Blum statt und damit liess mich das Buch endgültig im wahrsten Sinne des Wortes unberauscht zurück.
    Schreibstil und Cover
    Der Schreibstil ist für meinen Geschmack zu hart, zu obszön und zu provokativ. Als Frau empfinde ich manche Bemerkungen sogar angreifend und kann tatsächlich nicht nachvollziehen, weshalb dieses Buch sogar verfilmt wurde. Das Cover verrät nicht viel aber zieht auch nicht besonders an.
    Fazit
    Für mich ist Der Schneemann von Jörg Fauser mein Jahresflopp und ich kann es euch tatsächlich überhaupt nicht empfehlen. Wer das Buch ebenfalls kennt und gelesen hat, darf mich gerne eines besseren belehren und mir die “guten” Dinge am Buch näher bringen.
    Bewertung
    Buchlänge ♥ (1/5)
    Schreibstil ♥ (1/5)
    Botschaft ♥ (1/5)
    Lesevergnügen ♥ (1/5)
  2. Cover des Buches Kalter Schuss ins Herz: Ein Chrissa Stone Roman (ISBN: 9783865324870)
    Wallace Stroby

    Kalter Schuss ins Herz: Ein Chrissa Stone Roman

     (20)
    Aktuelle Rezension von: aus-erlesen

    Ein paar Zehntausend Dollar im Kofferraum, die Bullen gelinkt, falsche Papiere, die jeder Prüfung standhalten – und trotzdem unzufrieden. Crissa Stone ist ein toughes Mädchen. So wie man sich in einem Krimi, einer Krimireihe, eine knallhartes Frau vorstellt. Der Kick für den Augenblick ist nicht ihr Ding. Alles, was sie tut – und sie tut es verdammt gut, sonst wäre sie dort, wo ihr Lover jetzt ist, und es noch für eine lange Zeit sein wird – tut sie mit Bedacht. Das Appartement an der 108. ist ihre Zuflucht. Ihr Arbeitsplatz ist der Rest der Staaten. Bloß nicht zu nah an der Schlafstätte arbeiten. Crissa Stone ist Diebin. Und ihr Lover sitzt in Texas ein. Ihr Kind – ja, sie hat eine Tochter, Maddie – kennt ihre (richtige) Mama nicht einmal. 

    Ein richtig großer Coup würde die Bewährungsanhörung in Texas beschleunigen. Und vor allem zu einem für sie annehmbaren Ergebnis führen. Doch selbst Crissa Stone zaubert nicht mal eben eine Viertelmillion Dollar aus dem Hut. Der Job, eine Pokerrunde aufzumischen, die Spieler um ihre Einsätze zu bringen, könnte sie dem großen Ziel einen gewaltigen Schritt näherbringen. Könnte. Denn bei einem der Spieler klafft da, wo eben noch das Leben pulsierte nun ein schwarzes Loch. Lou spielte nicht mit bei dem Füßestillhaltenspiel, das die anderen am Tisch ihm mehr als einmal rieten. Was Crissa und ihre Kumpane nicht wissen konnten: Lou ist der Schwiegersohn von einem Typen, mit dem man sich besser nicht anlegt. Und dieser Typ hat ausgerechnet Eddie, den Heiligen damit beauftragt Lou zu rächen und so viel wie möglich von der Beute wieder zu beschaffen. Eddie ist eine Spezies Mensch, mit der man nichts zu tun haben will, wenn man nicht unbedingt einen knallharten Burschen braucht, der sich die Hände nicht mehr schmutzig machen kann, weil sie eh schon viel zu schmutzig sind als das auch nur ein Staubkorn an ihnen auffallen würde.

    Eddie, gerade ein paar Tage wieder in Freiheit, weiß auch ganz genau wer aus Crissa Team für das schwarze Loch verantwortlich ist. Und er weiß wie er an ihn herankommt. Und er weiß wie er Crissa unter Druck setzen kann …

    Wallace Stroby gibt Crissa Stone das nötige Rüstzeug an und in die Hand, um nicht einfach nur „überleben zu können“. Vor Crissa Stone muss man keine Angst haben. Nur wenn man ihr an die Wäsche will, sollte man mehr als nur einen Plan B parat haben. Das anhaltend hohe Tempo macht Lust auf die drei Fortsetzungen dieser Krimireihe. Mit einem Bruch davonzukommen, ist für Crissa kein Problem. Auch die „Zeit danach“ zu überstehen, stellt für Sie keine Hürde dar. Die Denkaufgabe auch dann noch am Leben zu bleiben, wenn was schief geht, meistert sie ohne Hektik. Als Leser ist man gefesselt von der überbordenden Spannung. Auch wenn man weiß, dass Crissa Stone das Kind schon schaukeln wird. Das Wie ist das Geheimnis ihres Erfolges als durchsetzungsfähige Diebin, für die man nur Sympathien entwickeln kann.


  3. Cover des Buches Geld ist nicht genug (ISBN: 9783865325778)
    Wallace Stroby

    Geld ist nicht genug

     (12)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Wenn man einen Geldautomaten aufbrechen möchte nimmt man am besten einen Frontlader und haut mit dem ganzen Gerät ab. So macht es jedenfalls Chrissa Stone gemeinsam mit ihren Komplizen. Sechs mal hatten sie Glück und Chrissa reicht es, sie steigt aus. Das führt allerdings dazu, dass ihre Kumpane in Streit geraten und sich gegenseitig umbringen. Mehr Geld für Chrissa, gut so. Doch das Geld muss gewaschen werden und so macht Chrissa sich auf in den Norden. Bei der Geldwäsche läuft etwas schief, so dass Chrissa Stone einen neuen Job braucht und findet. Es soll Geld aus einem alten Raub versteckt sein.


    Die Geschehnisse in diesem zweiten Band um Chrissa Stone sind an ein wahres Verbrechen angelehnt, das nie richtig aufgeklärt werden konnte. Chrissa, die endlich genug Geld zusammenkratzen möchte, um sich mit ihrer Tochter und ihrem zu Zeit einsitzenden Partner Wayne eine Familie aufzubauen, übernimmt die Suche nach der Kohle. Dabei handelt sie sich einen Komplizen ein, der eigentlich schon zu alt für die Sache ist. Allerdings ist er der mit den Informationen. Und irgendwie sind er und seine viel jüngere Freundin auch cool. In einem anderen Leben wären sie vielleicht Freunde.


    Chrissa Stone ist echt tough und doch sensibel, besonders wenn es um ihre Tochter geht. Ihre Maßnahmen zur Geldbeschaffung sind sehr geradeheraus und nehmen doch manchmal eine unerwartete Wendung. Chrissa ist keine Mörderin, aber wenn jemand beginnt ihr nach dem Leben zu trachten, kann sie schon mal eine Waffe dabeihaben. In kurzen prägnanten Sätzen und pointierten Dialogen skizziert der Autor seine Heldin und auch die Handlung. Es ist erstaunlich, wie viel Gehalt so teilweise einfache und kurze Sätze haben können. Das muss schon eine besondere Kunst sein, das, was man sagen will, so zu fassen. Man rast nur so durch das Buch und muss am Ende genau wie Chrissa feststellen, dass Geld nicht alles ist. Ein rasanter Crime-Noir, von dieser Art darf es gerne mehr geben.

  4. Cover des Buches Hitze (ISBN: 9783927734951)
    Garry Disher

    Hitze

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Gulan

    Wyatt bräuchte mal wieder etwas Geld. Doch die Not ist nicht so groß, als dass er sich mit einem Haufen unprofessioneller Hitzköpfe zu einem Überfall auf einen Geldtransporter hinreißen ließe. Der Coup findet ohne ihn statt und hat in der Folge unangenehme Nachwirkungen – auch auf ihn. Stattdessen wendet sich Wyatt einem interessanteren Job an der sonnigen Gold Coast im Nordosten Australiens zu.

    Ein Vermittler bringt ihn mit der Klientin Hannah Sten zusammen, die ihn engagiert, ein Gemälde aus dem Haus eines Investmentbankers zu stehlen. Angeblich Raubkunst aus der Zeit der Nationalsozialisten, damals im Besitz ihrer Familie. Die Eigentumslage ist aber nicht so eindeutig, so dass der aktuelle Eigentümer die Sache einfach aussitzt. Einiges ist bereits ausgekundschaftet, unter anderem, dass das Haus zum Zeitpunkt des Diebstahls definitiv leer wäre. Wyatt nimmt den Job an und sein Vermittler Minto empfiehlt ihm die Zusammenarbeit mit seiner Nichte Leah Quarrell. Diese ist Immobilienmaklerin und kann das Haus mit dem Gemälde einfacher auskundschaften. Wyatt lässt sich eher widerwillig darauf ein, nicht wissend, dass Leah eigene Pläne schmiedet.

    Wyatt neigte nicht zur Selbstreflexion. In ihm regierte nur ein schlichter Antrieb: ein Objekt von Wert auszumachen und es stehlen. (Seite 106)

    Dieser Wyatt erinnert natürlich sofort an einen weiteren großen Gangster der Kriminalliteratur: Parker aus der Feder Richard Starks alias Donald E. Westlake. Und das ist auch so gewollt, denn Garry Disher verleugnet gar nicht das große Vorbild. Und tatsächlich ist Wyatt so etwas wie ein australischer Verwandter von Parker. Ein vornamenloser Gangster, der sein eigenes Ding durchzieht und sich, wenn es darauf ankommt, nur auf sich selbst verlässt. Genau wie sein Vorbild strahlt er eine große Abgeklärtheit und Professionalität aus. Gewalt wird nur im Notfall angewendet und ist eigentlich zu vermeiden. Die größte Gefahr für Wyatt geht dann auch in diesem Fall weniger von der Polizei als von der eigenen Zunft aus, für die Loyalität ein Fremdwort geworden ist und die mehr auf Aggression als auf Finesse baut. Und dennoch ist Wyatt nicht einfach ein Abziehbild von Parker. Bei aller Coolness wirkt er eine Spur empathischer und besonders in diesem Roman auch melancholischer.

    Collingwood war sein Geburtsort, wo er gekämpft hatte, gelernt hatte, abzuwarten und nachzudenken, bevor er tätig wurde. Wo man ihm nichts gegeben und er es sich deshalb genommen hatte. Aber das war nur eine frühe Phase seines Daseins gewesen, kein Kapitel in einer Geschichte. Er hatte keine Geschichte, es sei denn, man könnte eine hervorzaubern auf Grundlage der Tatsache, dass er jetzt existierte und zuvor nicht existiert hatte. Und eines Tages nicht mehr existieren würde. (Seite 161)

    Hitze ist inzwischen der achte Wyatt-Roman (der neunte ist im Original bereits erschienen) und die Reihe hat nun fast dreißig Jahre auf dem Buckel. Dabei hat sich Disher aber einen lakonischen und schnörkellosen Stil erhalten. Die Handlung ist präzise, verzichtet fast völlig auf Nebenstränge und bietet einen intensiven Blick auf Schauplatz und Figuren. Wer auf geradlinige Gangsterromane steht, der kommt an diesem Wyatt definitiv nicht vorbei.

  5. Cover des Buches Ich hab noch einen Toten in Berlin (ISBN: 9783866152359)
    Ulf Miehe

    Ich hab noch einen Toten in Berlin

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Gulan
    „Wenn der Coup wirklich so riesig ist“, sagte Gorski, „warum willst du ihn uns dann überhaupt erzählen? Warum machst du ihn zum Beispiel nicht einfach selber?“
    Sparta nickte.
    „Eine gute Frage. Ich kenn sie alle hier, und ich weiß keine Deutschen, die bei uns auf so was spezialisiert sind. Richtig organisiert sind hier nur die Perser. Die machen das Heroingeschäft. Da ballerts öfter mal.“ Er lachte. „Mit denen will ich nicht.“
    „Aha“, sagte Gorski.
    „Nix aha“, antwortete Sparta sofort, „Die verstehen meine Sprache, aber ich ihre nicht, capito? Ich müßte mir Fachleute aus dem Ausland holen. Das wären Vorkosten, um die hunderttausend Mark. Und dadurch würde das Risiko auch nicht kleiner. Mir ist das Ding einfach ein paar Nummern zu groß. Ich hab das nicht nötig, Meister. Aber für einen Film – wie gemacht.“ (S.38)

    Der Drehbuchautor Benjamin und der Regisseur Gorski haben bereits erfolgreich zwei Filme fürs Fernsehen zusammen gedreht. Nun reisen sie ins geteilte Berlin, um dort einer Idee für einen neuen innovativen Kriminalfilm nachzugehen. Ihr Ansprechpartner ist Sparta, ein alter Bekannter Benjamins und eine Größe in der Berliner Unterwelt. Er erzählt den beiden von einem möglichen Coup für den Film: Zweimal im Monat wird der Sold der amerikanischen Soldaten eingeflogen und dann mit einem Transporter und zwei Jeeps als Begleitung zum Hauptquartier gebracht. Benjamin und Gorski beginnen mit der Recherche und je länger diese dauert, desto mehr haben beide das Gefühl, dass dieser Coup machbar ist nicht nur im Film.

    Autor Ulf Miehe war zunächst Anfang der 1960er Jahre als Lektor tätig, bevor er dann ein breites künstlerisches Spektrum als Schauspieler, Schriftsteller, Übersetzer, Drehbuchautor und Regisseur abdeckte. Der Roman „Ich hab noch einen Toten in Berlin“ war der erste von drei Kriminalromanen (die weiteren waren „Puma“ und „Lilli Berlin“), wurde nach Motiven eines gemeinsamen Drehbuchs mit Volker Vogeler verfasst und 1973 veröffentlicht. Ein Jahr später wurde er unter dem Titel „Output“ (allerdings nicht von ihm selbst) verfilmt.

    Benjamin und Gorski sind ein eingespieltes Drehbuchautor-Regisseur-Duo, tendenziell linksalternativ, aber sie müssen sich mit konservativen Produzenten und Geldgebern arrangieren. Dennoch sind sie immer auf der Suche nach unkonventionellen, innovativen und avantgardistischen Motiven für neue Filme. Dazu kommen sie nach Berlin und treffen dort Sparta, eine alteingesessene Unterweltgröße. Dieser liefert ihnen den Stoff für einen neuen Film. Benjamin und Gorski tauchen in der Berliner Szene ein, recherchieren mit größtmöglichen Realismus, in dem sie sich Waffen und falsche Pässe besorgen. So langsam dämmert es Sparta, dass die beiden mit dem Gedanken spielen, den Coup tatsächlich durchzuziehen. Doch das ist nicht in seinem Sinne und so versucht er sie, zunächst höflich, dann bestimmt, von dem Vorhaben abzubringen – auch mit Hilfe der schönen Anna.

    Der Roman ist eine klassische Gangsterballade. Der Titel bezieht sich natürlich auf den bekannten Schlager „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ von Aldo von Pinelli. Im zweiten Kapitel schreibt der fiktive Herausgeber Günter Quitt, dass das Buch auf Tonbandprotokollen Benjamins beruht, der die Geschichte als Ich-Erzähler erzählt. Zudem gibt mehrere Kapitel mit einer Zeugenaussage von Anna Przygodda, die beide zunächst im Auftrag Spartas becirct. Die Dialoge sind authentisch knapp, oft flapsig, manchmal etwas sehr lässig. Es tauchen zahlreiche merkwürdige Gestalten in Nebenrollen auf. Das Setting der provinziellen, schmuddeligen Großstadt Berlin mit seinen Hinterhofklitschen, Bierlokalen und Pornokinos wird sehr gelungen dargestellt. Und immer wieder zitiert Benjamin Bob Dylan. Das Tempo könnte hin und wieder allerdings auch etwas höher sein.

    „Ich hab noch einen Toten in Berlin“ ist ein interessanter Gangsterroman aus der Zeit des geteilten Berlins. Hier und da fand ich es manchmal übertrieben lässig erzählt, aber die ungewöhnliche Story ist dennoch lesenswert.

  6. Cover des Buches The Hunter (ISBN: 9783423217378)
    Richard Stark

    The Hunter

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Gulan

    Er wollte nicht, dass Mal wusste, dass er am Leben war. Er wollte nicht, dass Mal Schiss kriegte und abhaute. Er wollte ihn entspannt und zufrieden, wie einen fetten Kater. Er wollte, dass er einfach nur dasaß, grinste und auf Parkers Hände wartete. (Auszug Seite 56)

    Parker ist ein Spezialist für Brüche und Raubüberfälle, ein absoluter Profi, der mit wechselnden Partnern zusammenarbeitet. Bei seinem letzten Coup wurde er allerdings von seiner Frau Lynn und seinem Partner Mal Resnick getäuscht. Parker wird niedergeschossen und zurückgelassen in der Annahme, er sei tot. Doch er überlebt, bricht aus dem Gefängnis aus und schlägt sich bis nach New York durch – die Zeit der Abrechnung ist gekommen.

    1962 erschien The Hunter und Autor Donald E. Westlake (unter dem Pseudonym Richard Stark) kreierte damit eine der bemerkenswertesten Gangsterfiguren. Parker ist kein smarter Räuber oder ein sonstiger Gangster, mit dem man sympathisieren kann. Im Gegenteil: Parker ist ein knallharter Schuft, ein Profiverbrecher, der auch vor Mord nicht zurückschreckt (dies in der Regel aber vermeidet). Parker ist ein Einzelgänger, der eiskalt seine Pläne durchzieht, ohne Kompromisse und ohne Gewissensbisse. Er ist wortkarg, sucht keinen Anschluss, arbeitet nur bei irgendwelchen Coups mit anderen zusammen. In der Zusammenarbeit verhält er sich dann loyal, wird er allerdings hintergangen (was häufig vorkommt), wird er unbarmherzig.

    Das interessante an der Figur Parker ist aber, dass der Autor ihn nicht als Psychopathen beschreibt, sondern Parkers Empathie- und Gnadenlosigkeit irgendwie konsequent in der ihn umgebenden Welt wirkt. Parkers Vorname wird übrigens in der ganzen Serie nie erwähnt, Westlake selbst wird zitiert: „I don’t know what the hell it would be, maybe Frank.“

    Anders als in weiteren Romanen beginnt der erste Auftritt von Parker nicht mit einem Coup. Der raffinierte Überfall ist schon erledigt, doch endet für Parker anders als geplant. Der Leser erfährt in Rückblenden von den Einzelheiten. Der Verrat nagt an Parker, er bricht sogar aus der kurzen Haft (wegen Landstreicherei) aus und tötet dabei einen Wärter, um sich auf den Weg machen zu können. Er trifft zunächst auf Lynn, seine Frau, die sich aus Angst und Resignation mit Schlaftabletten umbringt. Dann ist Mal Resnick sein nächstes Ziel, von ihm will er sich nicht nur seinen Anteil holen, diesen Mann will er töten. Doch Resnick gehört zum Syndikat, der mafiösen Verbrecherorganisation. Ein Angriff auf ihn fordert gleichzeitig das Syndikat heraus. Doch Parker ist zu allem entschlossen.

    The Hunter ist ein hartgesottener Gangsterroman, der einen radikalen Rachefeldzug beschreibt. Der Plot ist also nicht allzu komplex und die Figuren bleiben zugegeben eher etwas oberflächlich, selbst Parker gibt nicht viel von sich preis. Doch dieser Roman hat einen Sound, dem man sich auch heute noch kaum entziehen kann. Eine stetige, knisternde Spannung liegt in der Luft, der Stil ist knapp und lakonisch, die Dialoge aufs Nötigste beschränkt. Einfach wie aus einem Guss geschrieben, ein wahrlich zeitloser Klassiker.

    Richard Stark alias Donald E. Westlake war ein richtiger Vielschreiber, auch unter verschiedenen Pseudonymen. Sehr bekannt sind sicherlich auch seine Romane mit dem Meisterdieb John Archibald Dortmunder. Westlake schrieb insgesamt 24 Parker-Romane. Zunächst 16 zwischen 1962 und 1974. Mehr als zwanzig Jahre später meldete sich Parker 1997 passenderweise mit dem Titel „Comeback“ zurück, weitere sieben Romane folgten bis zum Tod Westlakes 2009. Während die Romane der letzten Phase noch verfügbar sind, sind die anderen Romane schon lange vergriffen. Sie erschienen Ende der 1960er und in den 1970ern überwiegend im Ullstein Verlag in teilweise gekürzter oder veränderter Übersetzung. 2015 erschien dann dieser erste Roman in neuer vollständiger Übersetzung von Nikolaus Stingl im Zsolnay Verlag. Leider war dies nicht der Auftakt zu einer vollständigen Wiederveröffentlichung der Reihe. Aber die Hoffnung bleibt, dass sich vielleicht nochmal einer den älteren Bände annimmt.

  7. Cover des Buches Der Teufel will mehr (ISBN: 9783865326461)
    Wallace Stroby

    Der Teufel will mehr

     (10)
    Aktuelle Rezension von: aus-erlesen

    Ein Jahr ohne – klingt nicht gerade nach viel Spaß. Crissa Stone geht langsam aber sicher die Kohle aus und sie muss nach monatelanger Pause wieder kreativ werden. Ein Job muss her, um die Geldbörse zu füllen. Die Sonnenstrahlen in Kalifornien sind dabei nur ein willkommener Nebeneffekt. Emile Cota, äußerlich ein gebrechlicher Mann, im Herzen und im Kopf aber ein gewiefter Kriegsgewinnler, der seine Schäfchen nun ins Trockene bringen will. Ihm zur Seite steht Hicks, Ex-Marine mit Irak-Einsatz-Erfahrung. 

    Cota hat vom Krieg im Irak profitiert. Er ist Kunstsammler und hat mit viel Aufwand Kunstschätze aus dem gebeutelten Land bringen lassen, die er aber nicht verkaufen konnte. Nun sollen sie an die rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden. Blöd, wenn auf dem Weg zum Hafen etwas mit der wertvollen Fracht passieren würde… Auftritt Crissa Stone. Ein LKW, zwei Begleitfahrzeuge, wenig motiviertes Wachpersonal – klingt machbar. Umladen, mit Waffen ein bisschen herumfuchteln. Abhauen. Ja, es klingt nach viel Vorbereitung, aber auch sehr vielversprechend. 

    Crissa sucht ihr Team zusammen, Hicks auch. Alles ist präpariert. Der Truck wird angehalten, die Fahrer tun, was man ihnen sagt … bis auf einen. Jetzt wird’s brisant. Schüsse fallen. Ein Desaster. Zu viele unruhige Finger. Crissa ahnt schon, dass die Geldübergabe – wie immer gab es „nur“ die Hälfte im Voraus, den Rest nach Erledigung des Jobs – nicht ganz so einfach verlaufen wird. Und auch Hicks‘ Anspannung nimmt immer mehr zu. 

    Emile Cota hat die Behörden am Hals. Klar, denn er musste etwas zurückgeben, was ihm nicht gehörte, was  er nicht rechtmäßig erwerben durfte. Und in dem Moment, in dem er alles wieder geradebiegen kann, geht schief, was schiefgehen kann. Da ist doch was faul! Da ist mehr faul als ihm recht sein kann. Und mehr als Crissa sich vorstellen kann. 

    Kaum zu glauben, aber „Der Teufel will mehr“ soll der letzte Roman um die pragmatische, mit wachen Augen ihre Arbeit verrichtende Diebin Crissa Stone sein. Sie wurde angeschossen, hintergangen, gab ihr Kind zu Verwandten, muss ihren Mann im Gefängnis besuchen, um ihn sehen zu können und vieles andere mehr – für Crissa Stone alles nur ein Grund wieder aufzustehen. Nicht mehr, nicht weniger. Wallace Stroby liebt seine Crissa – vielleicht nehmen sich beide nur eine Auszeit, eine Beziehungspause. Es wäre allen zu wünschen…


  8. Cover des Buches Krimi-Noir - Puma (ISBN: 9783864973628)
    Ulf Miehe

    Krimi-Noir - Puma

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Gulan
    „Der Puma“, sagte der Korse hitzig, „daß ich nicht lache! Der hat doch schon längst wacklige Zähne und stumpfe Krallen!“ [...]
    Mayonne antwortete langsam und überlegt: „Ich möchte mich mal so ausdrücken: Dieser Mann hat schon Munitionszüge in die Luft gesprengt und sich mit den Deutschen rumgeschlagen, da hast du noch in die Windeln geschissen und dich an die Titten deiner Mama gehängt. Der ist immer noch gefährlicher als jeder Ganove, mit dem du es bis jetzt zu tun gehabt hast. Der klingelt nicht an deiner Tür, wenn er kommt. Und jetzt gib mir meinen Mantel, es wird Zeit:“ (S.74-75)

    Der Elsässer Franz Morgenroth, der Puma, sitzt wegen Bankraubs seit neun Jahren im Knast. Doch nun ist der Tag der Entlassung gekommen und Franz macht sich direkt auf den Weg, bei seinen damaligen Kompagnons, die er nicht verpfiffen hat, seinen Anteil an der Beute einzufordern – nicht ohne Widerstände. Direkt anschließend begibt er sich nach München, zu seinem nächsten Coup: Die Entführung von Billie Kammerloh, die Tochter eines reichen Waffenfabrikanten.

    Franz plant die Entführung minutiös. Er engagiert über Mittelsmänner zwei weitere Profis: Den New Yorker Killer Robert Tomcik und den Engländer John Maugham, Spezialist für Autos. Franz beobachtet Billie Kammerloh und kommt ungeplant vor einem Nachtclub mit ihr ins Gespräch. Im Laufe des Abends kommt es zum Sex zwischen den beiden. Ein Fehler? Zunächst läuft aber alles wie am Schürchen, die Entführung gelingt ohne Zwischenfälle. Doch Franz hat in seinen Planungen eines übersehen: Das äußerst angespannte Verhältnis zwischen der rebellischen Billie und ihrem Vater.

    Das ist nicht gestellt, murmelte er, nie und nimmer ist das gestellt. Das läßt niemand freiwillig mit sich machen, und sie ist keine, die Spaß daran hat, sich fesseln zu lassen. Er ließ das Foto auf den Tisch fallen und setzte sein Selbstgespräch fort. Wieso ist Kammerloh so sicher, daß er recht hat? Und wenn er nicht recht hat und es weiß? Wenn er nur Zeit gewinnen will? Schwiefka steckte Brief und Foto wieder in den Umschlag und sagte laut: „Dann ist er das größte Schwein, das auf Gottes Erdboden herumläuft, yes, Sir!“. (S.265) 

    Denn Kammerloh und seine Tochter sind tief zerstritten. Sie ist erst vor kurzem aus der elterlichen Villa ausgezogen. So hält der Vater die Entführung denn auch für fingiert, damit Billie an sein Geld kommt. Auch der hinzugezogene Vermittler und Ex-Agent Schwiefka kann den Vater nicht umstimmen. Kammerloh nimmt weiterhin seine Termine wahr, lässt sich nicht auf die Forderungen ein, Schwiefka soll die Entführer hinhalten. Für diese scheint der todsichere Plan nicht aufzugehen – bis plötzlich eine unerwartete Wendung eintritt.

    Autor Ulf Miehe begann seine berufliche Karriere Anfang der 1960er Jahre als Lektor, später arbeitete er als Schauspieler, Schriftsteller, Übersetzer, Drehbuchautor und Regisseur. Vorher hatte ich bereits Miehes Roman „Ich hab noch einen Toten in Berlin“ aus dem Jahr 1973 gelesen. „Puma“ ist wohl sein bekanntestes Werk und erschien drei Jahre später.

    Namensgeber ist Romans und Hauptfigur dieses Romans ist Franz Morgenroth. Aufgrund einer Tätowierung wird er nur „der Puma“ genannt. Franz ist im Elsass geboren, hat es im zweiten Weltkrieg verlassen, um sich der Résistance anzuschließen. Nach dem Krieg war er zunächst bei der Fremdenlegion und dann Berufsverbrecher. Er ist ein absoluter Profi, intelligent, selbstbewusst, nur schwer aus der Ruhe zu bringen. Gewalt ist für ihn nur Mittel zum Zweck, er setzt sie daher nicht wahllos ein. Doch obwohl der Roman seinen Namen trägt, ist er nicht nur aus seiner Perspektive verfasst. Und das eigentliche Herzstück dieses Romans ist 'das Mädchen': Wilhelmine-Therese, genannt Billie, Kammerloh.

    Sie ist gefangen im goldenen Käfig. Die Mutter ist früh verstorben, der Vater ein gefühlskalter Mann, Inhaber einer Waffenfabrik, offensichtlich auch in politischen Deals verwickelt. Seine Dosis Zweisamkeit holt er sich bei der Ehefrau seines wichtigsten Mitarbeiters. Billie rebelliert gegen ihn, verabscheut seine berechnende Art, ist jedoch finanziell von ihrem Vater abhängig. Dieser traut ihr dann auch zu, ihre Entführung inszeniert zu haben, selbst als sein Privatermittler Schwiefka dies in Zweifel zieht, will Kammerloh die Entführer hinhalten, den Tod seiner Tochter riskierend. Billie selbst ist auf der Suche nach Zuneigung und Liebe und nimmt durch ihre einerseits verletzliche andererseits auch offene, unerschrockene Art die Männer für sich ein, auch Franz und Tomcik.

    „Puma“ ist für mich ein ungewöhnlicher, aber dennoch herausragender Roman des Genres. Obwohl ein Gangsterroman, der eine Entführung thematisiert, sind die actionlastigen Passagen äußerst rar gesät. Stattdessen spielt Miehe virtuos mit den verschiedenen Figurenkonstellationen. Neben den Wendungen im Plot sind auch die Sympathien des Lesers äußerst volatil. Allerdings wird am Ende klar, dass niemand unbeschadet – physisch oder psychisch – aus dieser Geschichte hervorgeht.

  9. Cover des Buches Keiner rennt für immer (ISBN: 9783552058378)
    Richard Stark

    Keiner rennt für immer

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Gulan

    Parker plant mit einem Bekannten namens Dalesia einen Bankraub in Massachusetts. Eine kleine Bank auf dem Land wird von einer größeren geschluckt. Am einem bestimmten Tag sollen sämtliche Aktiva in die neue Zentrale transportiert werden. Der Tipp für den Coup kommt von einem Typen namens Beckham, dessen Geliebte die Tochter des Bankgründers ist und die nun zusehen muss, wie ihr Ehemann die Bank des Vaters abwickelt. Ganz schön viele Verwicklungen und potenzielle Ansatzpunkte für die Polizei, doch der Job klingt zu verlockend, also macht sich Parker an die Planung.

    „Er hatte keine Ahnung, was los war.“
    „Keine“, pflichtete McWhitney ein.
    „Dann hat er also einen großen Fehler gemacht.“
    „Ja, das hat er.“
    Dalesia grinste. „Ich wette, er hat was draus gelernt.“
    „Ja.“ McWhitney nickte. „Das Harfespielen.“ (Seite 154)

    Der Roman beginnt mit einem Mord, was für Parker eher ungewöhnlich ist, ruft doch ein Mord unnötige Aufmerksamkeit der Polizei hervor. Doch wenn Parker in einer Pokerrunde lauter Gangster einen Polizeispitzel entdeckt, fackelt er nicht lange. Die Abgeklärtheit, mit der der Rest der Runde reagiert und mit der die Leiche entsorgt wird, setzt den Ton für den Rest des Romans: cool, lakonisch, schnörkellos.

    Wer einen Parker liest, sollte wissen, worauf er sich einlässt: So ist auch Keiner rennt für immer ein harter Gangsterroman mit geradlinigem Plot, Spannung und wenig Schnickschnack drumherum. Genau wie der vornamenlose Protagonist, der wenig von sich preisgibt, aber eine gnadenlose Professionalität ausstrahlt. Wer sich wie ein Profi verhält, kann mit seiner Loyalität rechnen, aber wehe wenn nicht. Empathie ist ihm völlig fremd, aber das heißt nicht, dass er wahllos Gewalt anwendet. Er weiß, wann es reicht, mit Gewalt zu drohen, ist aber auch jederzeit bereit, sie anzuwenden.

    In diesem Band ist es für den Leser fast etwas überraschend, dass Parker an diesem Job festhält, denn die Vorzeichen sind alles andere als günstig. So taucht ein Kopfgeldjäger auf, Komplizen erweisen sich als unzuverlässig, der Tippgeber beschwört die Neugier der Polizei herauf. Was schiefgehen kann, geht schief. Parker hat alle Hände voll zu tun, damit die Sache nicht schon im Vorfeld scheitert. Aber letztlich meint er, das Risiko kalkulieren zu können, und so wird der Job auch dieses Mal durchgezogen. Keiner rennt für immer ist der drittletzte der 24 Romane der Reihe und Autor Richard Stark a.k.a. Donald E. Westlake liefert auch hier einen sehr unterhaltsamen, präzise erzählten Gangsterroman.

  10. Cover des Buches Gangsterbraut (ISBN: 9783442462971)
    Elmore Leonard

    Gangsterbraut

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Der junge Carl(os) Webster verfügt über eine außergewöhnliche Zielgenauigkeit mit dem .38er Colt und über sehr gute Ermittlungstechniken als Deputy Marshal und setzt sofort nach seiner Ernennung den kaltblütigsten Bankräubern nach. Leonard gelingt ein stimmiges Porträt der Unterwelt der ersten Hälfte der 30er Jahre und läßt dabei auch die Spannung nicht zu kurz kommen. Eine lohnenswerte Anschaffung!
  11. Cover des Buches Johnny Porno (ISBN: 9783518466865)
    Charlie Stella

    Johnny Porno

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Babscha

    Nein, anders als es der Titel des Buches erwarten ließe, bezeichnet dieser nicht einen gefeierten Star des Metiers, sondern es ist der Spitzname von Johnny Albano aus Brooklyn. Ein Typ Mitte Dreißig, geschieden, rauhe Schale, aber Herz am rechten Fleck, leider mit den Fäusten schnell dabei, was ihn dann letztlich seinen Job kostet. Da auch im Jahr 1973 ohne Geld leider nichts geht, verdingt er sich letztlich an eine lokale Mafiagröße und arbeitet für diese als Geldeintreiber, indem er täglich mit seinem alten Buick durch New York fährt und bei Kinobetreibern die Einnnahmen aus dem seinerzeit frisch auf den Markt gekommenen, indizierten Film "Deep Throat" abkassiert und also immer einen guten Batzen Geld an Bord hat.  

    Damit hat der ehrliche, aber leicht naive Johnny leider schon bald alle auf den Fersen, seine gerissene, abgehalfterte Ex und deren neue Liebhaber, korrupte und rachsüchtige Polizisten und FBIler, sonstigen Abschaum und irgendwann auch die Mafia selbst.


    Eine eher einfach gestrickte, aber nicht ganz schlecht ausgearbeitete Unterweltstory voller kaputter Typen, die den Zeitgeist des Großstadtamerikas der Siebziger sehr gut einfängt, leider aber an einigen spannungsreduzierenden Längen leidet. Die Dialoge sind überwiegend schnell und witzig, den derben Jargon der Straße sollte man als Leser allerdings schon abkönnen. Ein schöner Durchschnittskrimi für mal zwischendurch.
  12. Zeige:
    • 8
    • 12

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks