Bücher mit dem Tag "gastarbeiter"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "gastarbeiter" gekennzeichnet haben.

58 Bücher

  1. Cover des Buches Der Erdbeerpflücker (ISBN: 9783570308127)
    Monika Feth

    Der Erdbeerpflücker

     (1.804)
    Aktuelle Rezension von: JennysWorldofBooks

    „Der Erdbeerpflücker“ von Monika Feth, 352 Seiten, Jugendthriller. Aus der Erdbeerpflücker-Reihe. 🍓 

    ⭐️Klappentext:


    Als ihre Freundin ermordet wird, schwört Jette öffentlich Rache – und macht den Mörder damit auf sich aufmerksam. Er nähert sich Jette als Freund, und sie verliebt sich in ihn, ohne zu ahnen, mit wem sie es in Wahrheit zu tun hat. 


    ⭐️Meinung:


    Zu Allererst muss ich sagen, dass das Cover erstmal nicht auf einen Thriller schließen lässt. Mit dem Wissen irritierte mich anfangs auch der Titel des Buches. Ich habe ihn als Metapher interpretiert, aber tatsächlich ist hier der Name auch Programm 😅

    Das Buch wird abwechselnd aus der Perspektive von Jette und aus der Erzählform der anderen Charaktere geschrieben. Jeder Einzelne davon wurde mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Alle hatten ihre ganz eigenen Probleme oder Erlebnisse in der Vergangenheit, die sie beschäftigten und zu den Menschen gemacht haben, die sie jetzt sind. 

    Der Täter selbst lebt in seiner eigenen Welt aus Liebe, Unsicherheit, Gewalt und voller Gedanken. 

    Da für den Leser von Anfang an klar ist, wer der Mörder ist, fehlte mir dadurch der Nervenkitzel und die dadurch entstehenden, überraschenden Wendungen.

    Die Story war somit vorhersehbar, aber trotzdem interessant zu lesen, da durch den Perspektivenwechsel für mich keine Langeweile aufkam.


    Der Schreibstil gefiel mir sehr gut. Ich konnte mich mühelos sowohl in das Schöne, als auch in die dunklen Abgründe, hineinversetzen. Flüssig, detailreich und voller Authentizität.


    Es hat mir im Ganzen sehr gut gefallen, auch wenn die Story für mich nicht überraschend war.


  2. Cover des Buches Sungs Laden (ISBN: 9783406681882)
    Karin Kalisa

    Sungs Laden

     (132)
    Aktuelle Rezension von: Maluff

    Ein Roman der Hoffnung gibt. Hoffnung auf eine multikulturelle Gesellschaft in der jeder dazu gehört, jeder voneinander lernt und jeder eine Chance bekommt.

    Die Thematik hat mir sehr gefallen. Irgendwann wird die Handlung ein wenig verrückt bzw. unrealistisch, aber das tut der Botschaft keinen Abbruch. Die Charaktere hätten mehr Tiefe haben können. Minhs süße Omi hat mir am besten gefallen!:)

    Interessant fand ich wie die Lebensumstände der Zugewanderten dargestellt worden. Auch heute noch hoch aktuell und wichtig.

  3. Cover des Buches Belmonte (ISBN: 9783492062015)
    Antonia Riepp

    Belmonte

     (86)
    Aktuelle Rezension von: Federfee

    Als Franka stirbt, hinterlässt sie ihrer Enkelin Simona ein Haus im kleinen italienischen Dorf Belmonte, in den Marken (Nähe Ancona), also ein klassischer Beginn von Unterhaltungsromanen, auch, dass sie dort Entdeckungen macht, die Licht in ihre Familiengeschichte bringen und ihr letztlich helfen, herauszufinden, was sie wirklich will.

    Es ist die Geschichte von vier Generationen Frauen: Teresa, Frankas Mutter, um die es dunkle Geheimnisse gibt und deren Leben tragisch endet – die blauäugige Franka, die Großmutter von Simona, die ihr geliebtes Dorf Belmonte verlässt, um in Deutschland ihr Glück zu machen. Sie findet einen Beruf, einen guten Mann und bekommt eine Tochter: Marina, die missratene, die selbst ein uneheliches Kind bekommt und bis kurz vor Schluss den Namen des Vaters nicht preisgibt und die kein gutes Verhältnis zu ihrer Tochter Simona hat, einer Gartenbauarchitektin.

    Simona, die durch ihre Großmutter Franka fließend Italienisch spricht, verliebt sich gleich in das Dorf und die Landschaft, in das überraschend geschmackvoll eingerichtete Haus und in das italienische Leben überhaupt. Dessen Schilderung macht es für den Leser zu einem angenehm zu konsumierenden Urlaubsroman. Natürlich ist auch Liebe dabei, das Hin- und Hergerissensein zwischen zwei Männern und die Geheimnisse der Vorfahren, die alle aufgedeckt werden, mit einer kleinen Überraschung am Ende.

    Auch, wenn es sich ein bisschen seicht anhört und es kein Roman mit literarischen Ansprüchen ist, so möchte ich ihn doch in die Kategorie 'gehobene Unterhaltungsliteratur' einordnen und kann ihn durchaus empfehlen, eine angenehme, leichte und lockere Lektüre zum Abschalten und Genießen. Mir hat sie Spaß gemacht.


  4. Cover des Buches Bella Germania (ISBN: 9783596521807)
    Daniel Speck

    Bella Germania

     (176)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Die sich über drei Generationen erstreckende Familiengeschichte erklärt in interessanter Weise, wie sich die damaligen ersten Gastarbeiter aus Italien gefühlt haben müssen - als Gäste zum Arbeiten, aber nicht als Bürger oder gar Freunde. Heutzutage nennt sich das Migration, man merkt aber recht schnell, dass sich so viel seit den 60-er Jahren nicht geändert hat - EU hin oder her. Zwischenzeitlich war das Buch etwas zäh zu lesen, deswegen "nur" durchschnittliche 3 Sterne.

  5. Cover des Buches Spreewaldtod (ISBN: 9783548287614)
    Christiane Dieckerhoff

    Spreewaldtod

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Steffi85

    Nachdem mir der erste Fall mit Klaudia Wagner nicht so gut gefallen hat, wurde ich von diesem Buch wirklich positiv überrascht. Das Buch lässt sich gut lesen, es ist spannend und gut durchdacht. Die Spannung reißt auch nicht ab - gerade das finde ich hier sehr positiv. 

    Der Fall ist gut durchdacht und ausgearbeitet. Die Beschreibungen finde ich klasse, ich konnte mir die Protagonisten und auch die Auffindesituation der Leiche gut vorstellen. Auch das Hechtfest und alles was da passiert ist super beschrieben. Die Orte gefallen mir auch gut, ich konnte mir diese gut vorstellen. Irgendwie macht das ganze auch Lust auf einen Urlaub im Spreewald - wobei ich dabei dann bitte keiner Leiche begegnen möchte. 

    Gerade in Klaudia kann ich mich in diesem Buch auch gut einfühlen. Ihre Gedanken und Handlungen sind nachvollziehbar.

    Dies ist ein toller Krimi, der Lust auf mehr macht, ich bin froh, dass ich der Autorin noch eine Chance gegeben habe. Und ich werde weitere Bücher von ihr lesen.

  6. Cover des Buches Maria, ihm schmeckt's nicht! (ISBN: 9783548283388)
    Jan Weiler

    Maria, ihm schmeckt's nicht!

     (1.137)
    Aktuelle Rezension von: MoniqueH

    Jan Weiler schreibt Geschichten die teils basiert sind auf sein eigenes Leben. Dieses Buch beschreibt den Anfangsjahren in seine Beziehung, später Hochzeit und die ersten Lebensjahre. Wichtig ist dabei das er eine Frau geheiratet hat die eine italienische Vater hat. Vieles in dieses Buch dreht um den Vater. Der ist originell und sich selbst. Jeder muss sich ihm anpassen ob er will oder nicht es passiert einfach. Jan kommt dadurch in viele komisch und unmögliche Situationen und erzählt es so als ob man selbst daneben sitzt.

    Lachen vorprogrammiert.

  7. Cover des Buches Hawaii (ISBN: 9783446265868)
    Cihan Acar

    Hawaii

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Matteo_Di_Giulio

    Ein junger Fußballspieler auf dem Sprung zum Erfolg kehrt zurück zur kleinen Heimatstadt, wo er sich neu erfinden muss, nachdem eine schwere Verletzung seine Karriere vorzeitig beendet hat. Der Protagonist des Debüts von Cihan Acar hat, wie derselbe Schriftsteller, einen Migrationshintergrund, welcher schwer wie ein Felsblock ist. Der Stil ist dagegen sehr leicht zu lesen und immer inspiriert. Ein gelungenes Mixen zwischen Tragödie und Humor, welches der Leser auf der Seite fesselt und das immer locker funktioniert, da die Geschehen und insbesondere die Misserfolge des ehemaligen Fußballstars sowohl lustig als auch traurig sind. Schließlich spielt auch eine unglückliche Liebesgeschichte eine große Rolle. Dieser Roman sieht so aus, als ob Cihan Acar immer nur diesen Beruf ausgeübt hätte und ein erfahrener Storyteller wäre. Absolut empfehlenswert, vor allem denen, welche die Romane von Sven Regener oder Thomas Brussig mögen.

  8. Cover des Buches Gelateria Paradiso (ISBN: 9783453292178)
    Stefanie Gerstenberger

    Gelateria Paradiso

     (39)
    Aktuelle Rezension von: TimeeBrauchle

    Der Schreibstil der Autorin ist locker und modern. Durch den flüssigen Text kann man die Geschichte einfach folgen und taucht leicht in die Story ein. Der Roman ist realistisch und nicht zu abgehoben, dadurch eher für Erwachsene geeignet. Die Geschichte fand ich unglaublich fesselnd. Die Handlungen bekommt man durch die Sichten den beiden Schwestern und dem Vater in der Jugend erzählt. Durch die vielen Einblicke bekommt man die Gefühle und Gedanken der dreien besser mit und kann sie gleichermaßen ins Herz schließen.

    Der Prolog beginnt, als die beiden noch sehr klein waren. Beide sind sich in ihrem Leben schon über den Weg gelaufen ohne zu wissen wer dir andere tatsächlich ist. Sie hätten gerne miteinander getauscht, da sie mit ihrem Leben unzufrieden waren.

    Die beiden Schwestern könnten unterschiedlicher nicht sein. Die eine Schwester ist verheiratet und Mutter einer Tochter. Dazu shoppingsüchtig nach teuren Klamotten und dadurch hoch verschuldet. Die andere ist Schreinerin und steht mit beiden Beinen fest im Leben. Einen Mann braucht sie nicht zu ihrem Glück und ihre Klamotten müssen praktisch sein und nicht schön. Beide wissen nichts voneinander und so wird das Kennenlernen alles andere als schön...

    Das Leben für Italiener die in der Nachkriegszeit nach Deutschland kamen um zu arbeiten war nicht einfach. Sehr oft habe ich mich für die Deutschen geschämt. Wie kann man so mit seinen Mitmenschen umgehen? Da konnte ich mal wieder spüren wie sich der Umgang in den letzten Jahren verbessert hat. Es hat mir sehr gut gefallen mit den jungen Lucio die Welt zu erkunden und mit ihm Erfahrungen machen. Seine Geschichte ist alles andere als einfach und ich hätte ihm gerne das Leben gegönnt das er sich erträumte. Leider ist alles ganz anders gelaufen und so fing das ganze "Desaster" an. Sehr oft habe ich mir beim Lesen vorgestellt wie sein Leben wohl geworden wäre wenn es anders gelaufen wäre. Wie wäre es seinen Töchtern ergangen?

    Das Ende hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen. Die beiden Schwestern bekamen ein Ende mit dem sie zufrieden waren.

  9. Cover des Buches Makarionissi oder Die Insel der Seligen (ISBN: 9783462049282)
    Vea Kaiser

    Makarionissi oder Die Insel der Seligen

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee

    In einem kleinen Bergdorf an der griechisch-albanischen Grenze wachsen die Cousins Eleni und Lefti auf, von ihrer Großmutter fatalerweise dazu bestimmt zu heiraten und die Familie fortzuführen. Doch die beiden lieben sich nicht und müssen über Umwege in verschiedenen Ländern ihr Glück finden.


    Wie in „Blasmusikpop“ spielen auch bei „Makarionissi“ wieder die Bewohner eines Bergdorfs die Hauptrolle, diesmal hat sich Vea Kaiser allerdings Griechenland dafür ausgesucht. Mir gefiel dieser Roman auch besser als Kaisers Erstling „Blasmusikpop“, weil hier auch die Situation der griechischen Gastarbeiter in Deutschland oder die Auswanderer in den USA aufgegriffen wird. Die Traditionen der Menschen aus den Bergen definieren wieder die Handlung, die hier zusätzlich mit Erzählungen der griechischen Heldensagen gespickt wird. Dies gefiel mir gut, denn die Geschichten sind gut und harmonisch in die Handlung eingeflochten. Nebenbei lernt man auch viel über die politische Lage in Griechenland in den 1950er und 60ern, als eine Militärjunta die Macht ergriff. 


    Eleni und Lefti sind sehr unterschiedliche Charaktere, die sich immer weiter voneinander entfernen, um am Ende ein Wiedersehen auf der Insel Makarionissi zu feiern. Eleni wird ihrer Großmutter im Alter sehr ähnlich. Wie sich der Kreis für die Charaktere schließt, war sehr interessant zu lesen.


    Den Schreibstil der Autorin empfand ich als „typisch Vea Kaiser“: anspruchsvoll, aber auch leicht ironisch und amüsant. Scheinbar mühelos verknüpft die Autorin die Fäden ihrer Handlung.


    Was mir nicht so gut gefiel, war der Nachname „Aniston“, den Eleni durch die Heirat mit einem Amerikaner griechischer Abstammung annimmt. Da hatte ich immer die Schauspielerin Jennifer Aniston vor Augen und konnte mich nicht mehr gut auf die unterschiedlichen Charaktere im Buch einlassen. Hier hätte sich die Autorin besser eine andere Namensgebung einfallen lassen.


    Mit den Charakteren verändert sich auch die Umgebung und die Zeiten: ein Bergdorf verliert seine Einwohner, eine Insel wird touristisch erschlossen, Menschen verlassen ihre Heimat, khren zurück oder finden eine neue. Der Alltag gleicht einer Heldensage, nur an die heutige Zeit angepasst. „Makarionissi“ war für mich ein sehr gelungener Roman!

  10. Cover des Buches Suna (ISBN: 9783548611655)
    Pia Ziefle

    Suna

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Biene759

    Kurzrezension:
    Aufgrund der vielen positiven Bewertungen zu diesem Buch hatte ich doch eine gewisse Erwartungshaltung an die Geschichte. Ich hab zumindest eine Geschichte erwartet, die mich wirklich berührt. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.

    Die Geschichte an sich fand ich langatmig und anstrengend. Die vielen Namen, mit denen der Leser konfrontiert wird, konnte ich lange nicht in Zusammenhang bringen und musste immer wieder zurückblätter um zu verstehen, wer - wie - mit wem zusammenhängt. Die Schicksale der einzelnen Protagonisten waren mir alle zusammen "zu viel". Zu den Protagonisten konnte ich keine Verbindung herstellen und im nachhinein kann ich nicht einen benennen, der mir wirklich sympathisch gewesen wäre. Im Gegenteil, die meisten Personen in diesem Buch fand ich unsympathisch.

    Auch der Schreibstil der Autorin konnte mich nicht berühren. Teilweise hatte ich das Gefühl, das Sätze ohne jeden Zusammenhang aneinandergereiht wurden. Das hat es mir schwer gemacht manche Abschnitte auf Anhieb zu verstehen. Ich hab mehrfach überlegt, das Buch abzubrechen. Durchgezogen habe ich es eigentlich nur, weil ich gehofft habe, am Ende irgendwas von diesem Buch mitzunehmen. Dem ist leider nicht so. Kein Buch, dass einen Platz in meinem Regal oder meiner Erinnerung finden wird.

  11. Cover des Buches Blutorangen (ISBN: 9783351035945)
    Verena Boos

    Blutorangen

     (17)
    Aktuelle Rezension von: gaby2707

    Maria Teresa Molins, genannt Maite, hat es geschafft. Sie hat sich gegen ihren strengen Vater durchgesetzt, verlässt ihre Heimatstadt Valencia und studiert nun in München. Hier lernt sie Carlos kennen, einen spanischstämmigen jungen Mann und verliebt sich in ihn. Bei seinem Großvater Antonio, der sich in München eine neue Existenz aufgebaut hat, stößt sie auf ein Foto eines jungen Mannes in deutscher Uniform. Eine solche Uniform trägt ihr Vater auf einem Foto, dass sie zufällig einmal bei sich zuhause gesehen hat. Nun stellt sie Fragen und beginnt nachzuforschen. Alte Wunden reißen auf und ein totgeschwiegenes Kapitel ihrer Vorfahren kommt immer mehr ans Licht.


    Dies ist kein Roman, den man mal schnell zwischendurch liest. Durch die drei Zeitzonen, durch die er mich führt, brauche ich meine ganze Aufmerksamkeit um dem äußerst interessanten Geschehen folgen zu können. Spannung baut sich auf und hält mich gefangen, nachdem ich die Familienzugehörigkeiten verinnerlicht hatte, bis ich die letzte Seite erreicht und zusammen mit Maite ihr Leben bzw. ihre Vergangenheit und die ihrer Familie aufgearbeitet habe.

    In einer eindrucksvollen, berührenden, bildhaften und sehr lebendigen, hier und da aber auch abgehackten Sprache, was meinen Lesefluss manchmal aus dem Tritt gebracht hat, nimmt mich Verena Boos mit in die Aera Francos und dem spanischen Bürgerkrieg. Mir war bis jetzt nicht bekannt, dass spanische Männer auch im deutschen Krieg gegen Russland dabei waren. Für mich war es sehr interessant zu lesen, wie sich der Bogen der Geschichte von Spanien, wo er schließlich auch wieder endet, über Frankreich nach Deutschland, weiter nach Russland zieht.

    Die Personen finde ich gut beschrieben. Vor allem Maites Vater Francisco und Carlos Opa Antonio, dessen Schicksal mich tief berührt hat, kann ich mir sehr gut vorstellen. Bei der Vielzahl an Personen hätte ich mir hier zu Beginn der Geschichte einen Stammbaum gewünscht, an dem man die Zugehörigkeiten immer mal wieder nachsehen kann.

    Dieses Buch und diese Geschichte wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

  12. Cover des Buches Die Eismacher (ISBN: 9783442717453)
    Ernest van der Kwast

    Die Eismacher

     (114)
    Aktuelle Rezension von: VanCa

    Worum geht es?
    Das Buch erzählt von einer Familie die sich seit Generationen der Eisherstellung widmet. Es geht um das Familienleben, um die Übernahme des Betriebs und den Sohn der dies verweigert um seiner Berufung zu folgen. Der andere Sohn bleibt allein zurück um die Tradition fortzuführen und hegt über Jahre einen Groll gegen seinen älteren Bruder, bis dieser ihm plötzlich helfen soll.

    Persönliche Meinung:
    Der Schreibstil hat mir außerordentlich gut gefallen.
    Die Herstellung des Eis ist detailreich beschrieben und durchweg im ganzen Buch ein Thema. Der Fokus der Familiengeschichte liegt auf dieser Tradition und das wird konsequent im Vordergrund gehalten. Das hat mir wirklich gut gefallen.
    Die Personen hingegen fand ich weniger ausgereift. Giovanni erzählt aus der Ich-Perspektive. Jedoch konnte ich nicht einmal ihn richtig greifen. Die Personen haben teilweise auch einen unsympathischen Charakter, sodass ich von ihnen eigentlich gar nicht mehr lesen wollte.
    Die Familie von Giovanni hat eine interessante Beziehung. Der Umgang der Familie untereinander war ein großes Thema und meiner Meinung nach wurde diesem Thema mehr Aufmerksamkeit gewidmet als der Abmachung der beiden Brüder. Ich hatte mich vom Klappentext her eher auf eine Haupthandlung mit den beiden Brüdern eingestellt. In gewisser Weise war dies auch ein Thema aber das eigentlich Angekündigte (Klappentext: Bis eines Tages sein Bruder Luca ein höchst ungewöhnliches Anliegen hat …) kam erst relativ spät, für mich persönlich zu spät. Ich hätte gern mehr über diesen Teil der Story erfahren. Daher gibt es von mir 3 Sterne.

  13. Cover des Buches Caravan (ISBN: 9783423253260)
    Marina Lewycka

    Caravan

     (140)
    Aktuelle Rezension von: Julia79

    Dieser Roman ist ein auf und ab. Zweifellos ein gutes Buch muss ich abschließend sagen, wenn ich auch nach dem Klappentext etwas "Leichteres" erwartet habe.

    "Caravan" erzählt die Geschichte einer bunten Gruppe von aus allen Teilen der Welt zusammengewürfelten Saisonarbeitern, die sich - auf der Suche nach Geld, Glück und auch nach der großen Liebe - nach England aufgemacht haben. Doch nicht alles ist so, wie sie es sich erträumt haben, eigentlich ist nichts so, es ist mehr als ernüchternd, und doch finden sie ganz viel, Freundschaft zum Beispiel und mancher sogar seine Bestimmung.

    Es ist nicht so, dass ich nicht laut gelacht habe, wenn die rasante Geschichte aus den verschiedenen Ich-Perspektiven geschildert wird, einschließlich der des zugelaufenen Hundes! Die unterschiedlichen Wahrnehmungen, Ansichten und Persönlichkeiten werden großartig dargestellt. Auch die Schwierigkeiten der Verständigung aufgrund verschiedener Sprachen und Kulturen sorgen für den Humor in der Geschichte.

    Was man vom Klappentext nicht erfährt ist, dass trotz der haarsträubenden Wohnwagenflucht und der witzigen Dialoge noch etwas ganz anderes dahintersteckt, eine Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit, die Enttäuschung der Protagonisten, ihrer Aussichtslosigkeit es in der Heimat zu etwas zu bringen und nun gestrandet in der Ferne ausgebeutet zu werden. Und das wird nicht nur am Rande erwähnt, es ist ein dominierendes Thema des Buches, eine Gesellschaftskritik, ein mit der Nase Daraufstoßen auf Zustände, vor denen man gern die Augen verschließen möchte.

    Ein schönes Buch, ein lustiges Buch, aber nicht nur, es ist auch ein unbequemes Buch, es steckt mehr Tiefgründiges dahinter, als man erwartet.

  14. Cover des Buches Der Apfelsammler (ISBN: 9783423216791)
    Anja Jonuleit

    Der Apfelsammler

     (123)
    Aktuelle Rezension von: Meggiberlin38

    📚🔖 FERTIG 📚🔖


    Anja Jonuleit 

    Der Apfelsammler 

    Roman

    366 Seiten 


    Kurzbeschreibung

    Nichts ist vergessen


    Nach der Trennung von ihrem Freund reist Hannah nach Castelnuovo in Umbrien, um das Erbe ihrer geliebten Tante Eli anzutreten: ein kleines Steinhaus voller Rätsel. Beim Aufräumen fallen ihr alte Briefe von Eli in die Hände, und sie beginnt zu lesen … In den folgenden Tagen erkundet Hannah Castelnuovo, Elis zweite Heimat. Als sie zufällig auf ein Grundstück mit seltsam verbrannten Obstbäumen gelangt, wird sie unsanft von dort vertrieben. Dorfbewohner erklären ihr später, dass der schroffe Fremde harmlos und seine Leidenschaft das Züchten alter Obstsorten sei. Aus unerfindlichen Gründen hatte sich Eli einst mit dem »Apfelsammler« angefreundet, und auch Hannah sucht seine Nähe. Ist er der Schlüssel zu Elis Geheimnis?


    Meine Meinung 

    ☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆


    Was für eine tolle rührende und schicksalhafte Geschichte.


    Der Roman ist aus zwei Sichtweisen erzählt. 


    Eli, die in Form eines Briefes ihr Leben niederschreibt 


    Und Hannah, die auf den Spuren besagter Eli, ihrer Tante ist.


    Bin total begeistert von Anja Jonuleit.

    Ihre Begabung mich als Leser dermaßen in den Bann, ihrer Romanfiguren zu ziehen als wäre ich ein Teil davon.


    Alles sehe ich vor mir, die Landschaft Italiens 

    Den alten Hof in Mosisgreuth, die Dorfbewohner, alles.  Alles sehr bildlich beschrieben auch die Charaktere waren für mich sehr greifbar, sehr real.


    Die Geschichte von Eli, Hannahs Tante, rührte mich sehr. 

    Sie beginnt ihren Brief rückblickend als sie 16 Jahre alt ist.

    Eli, wächst auf dem Bauernhof ihr strengen Eltern auf.

    Sie schreibt bis ins hohe Alter ihre Lebensgeschichte nieder,  der Leser erfährt erst zum Ende des Buches, für wen dieser Brief gedacht ist. 


    Hannah, fährt nach Italien um das Haus ihrer Tante aufzulösen. 

    Findet Kopien besagtes Briefes unvollständig und ihre Neugier ist geweckt. 

    Sehr emotional und zum Teil erschütternd was Hannah nach und nach erfährt. 

    Hannah ist mir sehr sympathisch, eine junge Frau die im Leben steht, keine Zicke oder verwöhnte Frau.


    Sie lernt nach und nach die Dorfbewohner kennen, die ihr allerdings zum größten Teil anfangs sehr misstrauisch gegenübertreten. 

    Das gefiel mir aber an Hannah das sie sich in keinster Weise von irgendjemandem abschrecken ließ um an ihr Ziel zu kommen. 


    Das Buch wechselt in den Kapiteln immer zwischen Elis Brief und Hannahs Gegenwart ab.


    Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen und kann es jedem empfehlen.

  15. Cover des Buches Antonio im Wunderland (ISBN: 9783499332562)
    Jan Weiler

    Antonio im Wunderland

     (433)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Der zweite Teil von Weilers Familiengeschichten, diesmal aufgeteilt zwischen einem Familien-Italien-Urlaub mit Jan und alleman, bei dem sich eine Scherbe im Fuß nach tetanus-Spritze als Glücksfall gestaltet (man hat endlich seine Ruhe und wird von Nonna Anna umsorgt), natürlich nur mit mitgebrachter Matratze, und einem New-York-Trip mit Toni und Benno Tiggelkamp, die schon den Check-in am Düsseldorfer Flughafen aufmischen und später zu diversen Verhaftungen im Big apple sorgen. Nur die Robert-de-Niro-Passage kann man kaum glauben, ist dies wirklich passiert? Oder geht hier die Pretty-woman-Phantasie mit dem Autor durch? Sehr mysteriös, wohlwahr, und nur einfach schön mit der Onkelwerdung am Ende des Buchs.

  16. Cover des Buches Die Akte Rosenherz (ISBN: 9783499246722)
    Jan Seghers

    Die Akte Rosenherz

     (94)
    Aktuelle Rezension von: Igno

    Frankfurt im Jahr 1966. In ihrer Wohnung wird die Edelprostituierte Karin Rosenherz brutal abgeschlachtet aufgefunden. Das Verbrechen macht Schlagzeilen, nur neun Jahre stand Frankfurt mit durch den Mord an Rosemarie Nitribitt im Rampenlicht. Und ebenso wie im Fall Nitribitt kann kein Mörder überführt werden.
    2005 wird Kommissar Marthaler auf den Fall aufmerksam gemacht. Ein Kunstraub, bei dem Tereza schwer verletzt wird, scheint im Zusammenhang mit dem Fall Rosenherz zu stehen. Marthaler macht sich daran, mit der Vergangenheit aufzuräumen.

    Die Akte Rosenherz erscheint seit 2010 bei Rowohlt und umfasst 480 Seiten. Das Buch ist der vierte Band in Seghers Reihe Kommissar Marthaler ermittelt.

    Marthalers vierter Fall spielt zeitlich etwa 4 Monate nach Partitur des Todes, also im Jahr 2005. Tereza ist schwanger, Marthaler hat daher die neugegründete Cold-Case-Unit der Frankfurter Mordkommission übernommen, um mehr Zeit für Tereza und in Zukunft ihr Kind zu haben. Als Tereza ein Gemälde des Städels überstellen soll, wird der Transport überfallen und sie angeschossen und schwer verletzt. Durch Arne Grüter, den Chefreporter des City-Express‘, wird Marthaler auf eine Verbindung mit dem lange zurückliegenden Mord an Karin Rosenherz gebracht. Widerwillig lässt er sich auf einen Handel mit Grüter ein.

    Als die junge Journalistenschülerin Anna Buchwald auf die Wiederaufnahme der Ermittlungen im Fall Rosenherz aufmerksam wird, fährt sie kurzerhand nach Frankfurt, um sich an die Ermittler zu hängen. Für ihre Aufnahme an der Journalistenschule hat sie ein vielgelobtes Dossier über den Fall geschrieben und nie mit ihm abgeschlossen. Da das einzige verbliebene Exemplar der Rosenherz-Akte in Annas Händen ist, sieht sich Marthaler gezwungen, mit ihr zusammen zu arbeiten.

    Als historische Vorlage dient Seghers der Fall Helga Matura, aus der er Karin Rosenherz gemacht hat. Verweise zum Fall Rosemarie Nitribitt, dem anderen großen Prostituiertenmord in Frankfurt, finden sich ebenfalls im Buch. Die historischen Hintergründe zum Fall Matura sind zwar korrekt, die Geschichte, die Seghers um den Mord konstruiert, ist aber Fiktion.

    Die Akte Rosenherz ist in einiger Hinsicht anders als die bisherigen Fälle Marthalers. Sein Team von der MK1 kommt weitgehend nicht vor und wird auch nicht weiterentwickelt, da Marthaler durch den Wechsel in die Cold-Case-Unit sowieso nicht mehr an aktuellen Fällen arbeiten soll und seine Ermittlungen in diesem speziellen Fall weitgehend an den Behörden vorbei stattfinden. Verantwortlich dafür ist auch, dass er mit Arne Grüter kooperiert, was mir tatsächlich schwer zu glauben fiel. Die Geschichte der beiden ist so stark von Ablehnung geprägt und Grüter hat Marthaler in der Vergangenheit mehr als ein Mal übel mitgespielt. Dass Grüter ihn für eine Story ansprechen würde, wenn er ihn braucht, das würde ich nie bestreiten. Dass Marthaler sich aber darauf einlässt, das wollte mir wirklich nicht ganz in den Kopf.

    Demzufolge finde ich es auch etwas schade, dass Seghers seine Medienkritik hier etwas abgeschwächt hat. Grüter, der bisher das Inbild unethischen Journalismusses war, wird ein gutes Stück reingewaschen und sympathisch gemacht. Das passiert in der Realität leider auch zu oft, wie das große Tagesblatt mit den vier Buchstaben immer wieder beweist, und dass es funktioniert, finde ich grundlegend falsch. Daher bin ich nicht allzu glücklich, wenn es in der Literatur auch noch gespiegelt wird.

    Abseits dieser Kritik bleibt Die Akte Rosenherz aber ein spannender Hessenkrimi. Der Fall ist dieses Mal nicht so lange undurchsichtig, wie es in den vergangenen Bänden der Fall war. Trotzdem ist er spannend aufgebaut und durch die Vorlage auch mit einigen Fakten gespickt, über die man sonst wohl eher selten stolpert. Mit der Figur Anna Buchwald führt Seghers einen neuen Charakter ein, sie wird in Die Sterntaler-Verschwörung wieder eine Rolle spielen. Auch Hans-Dieter Herrmann, der geschasste Ex-Leiter der Mordkommissionen hat wieder eine Rolle.

    Die Leseempfehlung bleibt, wie bei allen Marthaler-Bänden. Jan Seghers schreibt tolle Hessenkrimis, da steht auch Die Akte Rosenherz in nichts nach. Meine Kritikpunkte verbuche ich eher unter Geschmackssache.

  17. Cover des Buches Drei (ISBN: 9783257245837)
    Dror Mishani

    Drei

     (228)
    Aktuelle Rezension von: Insider2199

    Da das Buch in meiner Voting-Challenge empfohlen wurde, ging ich dementsprechend mit hohen Erwartungen an das Werk ran.

    Und anfangs wurde ich auch nicht enttäuscht, denn der Plot fängt unterhaltsam an und endet natürlich mit einem Cliffhanger. Der ist auch bitter nötig, denn die Spannung flacht im zweiten Teil leider sehr stark ab.

    Der dritte Teil ist dann sehr rasant erzählt, aber das Ende dennoch leider etwas vorhersehbar. Gestört haben mich hier auch die vielen Wiederholungen, wobei ich mir aber nicht ganz sicher bin wie man die hätte vermeiden sollen, da der Leser über den jeweiligen Ermittlungsstand informiert sein muss.

    Es hätte zwar die dreier Erzählstruktur durchbrochen, aber statt dem eher etwas zähen zweiten Teil, der im Grunde die "gleiche Story" von eins in neuer Perspektive wiederholt, hätte ich mir lieber gewünscht über die Motivation von Gil aufgeklärt zu werden, denn die habe ich bis zum Ende einfach nicht verstanden. Sicher ihn reizt das "Sich-Annähern", und er verliert dann schnell das Interesse, aber muss man dann gleich so weit gehen?

    Auch verstehe ich leider nicht, warum der Autor ständig und ohne ersichtlichen Grund die Erzählzeit (Präsens-Vergangenheit) wechselte. Ich kenne dieses Stilmittel nur in dem Zusammenhang, wenn man eine bestimmte Szene hervorheben will. Hier kam der Wechsel zu oft vor, um diese Absicht zu rechtfertigen.

    Fazit: Nach so vielen Kritikpunkten hätte ich eigentlich 3 Sterne vergeben müssen. Ich habe deswegen "aufgerundet", weil ich den Roman trotz allem gern gelesen habe. Vielleicht auch, weil der Krimi einfach anders ist und dadurch den Leser überrascht.


  18. Cover des Buches Heimstraße 52 (ISBN: 9783351033378)
    Selim Özdogan

    Heimstraße 52

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Nachfolger der Tochter des Schmieds. Die Hauptfigur, Gül, folgt ihrem Mann nach Deutschland. Die Geschichte in diesem fremden Land, Besuche in der Heimat, die Hin- und Her Gerissenheit, Gefühle, Sehnsüchte und Stimmungen sind ebenso warmherzig und toll wie im ersten Buch gelungen. Der Stil, das Gefühl und die (Buch-)Ideen bei Özdogan sind nach wie vor überwältigend schön. Liest und hört man viel über türkische Migration und (Nicht-)Assimilation ist dieses Buch (meinem Gefühl nach) wohltuend anders und viel näher an Wahrheiten sowie weit von nervigen Medien-Diskussionen entfernt. Freue mich schon sehr auf eine Fortsetzung. Sehr empfehlenswert.
  19. Cover des Buches Unter Weißen (ISBN: 9783446254725)
    Mohamed Amjahid

    Unter Weißen

     (9)
    Aktuelle Rezension von: beate
    Einige Antworten auf diese Frage finde ich in diesem Buch. Gegen Ende wird es aber mehr und mehr zu einer Aufzählung von unangenehmen Begegnungen. Dennoch ist eine Konfrontation damit, wie ich als Weiße wahrgenommen werde, sehr erhellend für das Nachdenken darüber, wie wir in unserer Gesellschaft zusammenleben können. Was mich sehr irritierte: Die "Eingeborenen" in Deutschland nennt der Autor durchgehend "Biodeutsche". Diese Bezeichnung befremdet doch sehr, denn es geht doch wohl nicht um einen biologischen Unterschied, oder? Es geht einfach um die Bürger des Landes, die schon länger hier leben, als ein zwei Generationen. Der Genpool, das biologische Erbe der Bevölkerung in Deutschland, setzt sich aus verschiedenen Anteilen zusammen und ist eben nicht so homogen, wie der Begriff "biodeutsch" den Anschein erweckt. Oder soll der Leser/die Leserin davon ausgehen, dass der Autor einen Rassen-Unterschied festgestellt hat? Hier hätte ich mir einen differenzierteren Ansatz gewünscht.
  20. Cover des Buches Deutschland schafft sich ab (ISBN: 9783421045454)
    Thilo Sarrazin

    Deutschland schafft sich ab

     (140)
    Aktuelle Rezension von: HannaIcrecream

    Dieses Buch ist sehr lesenwert und leicht zu lesen. 

  21. Cover des Buches Klack (ISBN: 9783462046847)
    Klaus Modick

    Klack

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Die älteren Semester kennen sie noch, die Kameras, die nur eine Tag und Nachteinstellung hatten, in die man Filme mit 12, 24 oder 36 Fotos einlegen musste und die dann vom Fotogeschäft seiner Wahl entwickelt und zu Abzügen gemacht wurden. Agfa-Klick war der gebräuchliche Name der Billigkameras, und eine spielt in Modicks Buch die Hauptrolle, indem sie zur Zeitzeugin einer Epoche Anfang der 60er wurde. In 15 Bildern erzählt sie die Geschichte von Markus, der in dieser Phase der bundesdeutschen Erholung seine Zeit vom Kind zum Jugendlichen erzählt, mit den Schwerpunkten der Pubertät und der ersten Liebe, eingebettet in die ersten Kontakte mit ausländischen (Italiener) Zugegogenen, die Klischees der Nachkriegsgeneration und der Alten, die den Krieg noch miterlebten und nun den schweren Übergang kompensieren müssen.
    Modick, ein großartiger Erzähler, der seine Kunst schon mehrfach unter Beweis gestellt hat, lässt der Kamera die Auswahl der Schwerpunkte, das, was zufällig auf dem jeweiligen Foto zu sehen ist, ist eine Momentaufnahme, die im Kapitel darauf ausgeführt, und wo es sein muss, erklärt und richtiggestellt wird.
    Das Ganze ist ein teilweise schönes Bild dieser Zeit, ohne in Klischees steckenzubleiben. Die ungewollte Komik ist dann doch irgendwie beabsichtigt, weil es nun mal so war zu dieser Zeit. Das Rührende behält nicht nur sein sanftes Gesicht, es verklärt auch die innewohnende Nostalgie nicht als etwas Kitschiges, sondern wird zum Film des Lesers, der sich an die Zeit ebenfalls erinnern kann. Er kann seine alten Fotos herausholen und sagen: "Genauso war das", und wer weiß, vielleicht kann er der heutigen Generation etwas erzählen, was sie interessieren könnte. Von Klack-Kameras, von Anstand, von Respekt untereinander, von menschlichem Umgang miteinander, von der Aufregung, die Liebe zu entdecken, ohne auf das Internet zurückgreifen zu müssen. Von Momenten, die zu Erinnerungen wurden, die ein ganzes Leben bestehen bleiben. Ein schönes, stilles Buch, wenn man es einfach so entdecken will, ohne jeden Satz zu hinterfragen.
  22. Cover des Buches Viva Polonia (ISBN: 9783492306737)
    Steffen Möller

    Viva Polonia

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Forti
    Steffen Möller lebt seit 1994 in Polen und hat sein erstmals 2008 erschienenes Buch "Viva Polonia" nun überarbeitet und neu herausgegeben.

    Das Buch ist eine Mischung aus Autobiographie und Beobachtung. Steffen Möller schreibt von seinem Leben in und mit den Polen. Dabei sagt er selbst, dass seine Charakterisierung Polens subjektiv ist - es ist nun mal auch keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern ein unterhaltendes Sachbuch, das aber dennoch Gehalt hat. Ich finde es ein interessantes Buch, das sowohl Polen-Kenner als auch Neulinge mit Gewinn lesen können.

    Geschrieben ist das ganze sehr kurzweilig, intelligent und sympathisch.
  23. Cover des Buches Restaurant Dalmatia (ISBN: 9783455404579)
    Jagoda Marinic

    Restaurant Dalmatia

     (15)
    Aktuelle Rezension von: kolokele
    Mia, aufgewachsen in Deutschland mit Wurzeln in Jugoslawien, lebt nun in Kanada und ist Fotografin mit erfolgreicher erster Ausstellung. Wie es so ist, Erfolg allein macht nicht glücklich, wenn andere Dinge fehlen. Mia ist in irgendeiner Form gehemmt und das wirkt sich auch auf ihren Alltag und ihre Beziehung aus.
    Ihr Freund bringt sie dazu, nach Berlin zu reisen, dorthin wo sie herkommt, in der Hoffnung, dass sich die Probleme, die Hemmnisse oder was immer es ist, lösen lassen. Mia stellt sich ihrer Familie und ihrer Vergangenheit, kommt mit Verwandten ins Gespräch, erfährt viel über ihre Familie, setzt Bruchstücke zusammen, denn als Kind nimmt man doch vieles anders war, fehlt einem doch oft der Blick auf die Zusammenhänge.
    Ob es Mia "heilt", kann ich nicht abschließend beantworten, zumindest setzt sie sich mit vielen Dingen auseinander, die sie bisher nur verdrängt hat, vielleicht der richtige Weg.
    Das Buch hat mich einerseits fasziniert, weil es doch anders ist, als vieles, was ich bisher gelesen habe. Andererseits fand ich es auch etwas spröde und ließ mich etwas unbefriedigt zurück, ohne den Grund genau benennen zu können. Vielleicht ist mir die Thematik, das Gefangensein zwischen verschiedenen Welten/Ländern/Kulturen und damit die Gefahr, dass einem die eigenen Wurzeln abhanden kommen, einfach zu fremd.
  24. Cover des Buches KATAR (ISBN: 9783746983806)
    Katharina Füllenbach

    KATAR

     (19)
    Noch keine Rezension vorhanden

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