Bücher mit dem Tag "gemeinde"
38 Bücher
- David Bennett
Liebe. Total.
(11)Aktuelle Rezension von: Buecherprinzessin123David Bennett, ein homosexueller, atheistischer Aktivist scheint mit Gott abgeschlossen zu haben. Bis er eines Tages völlig unerwartet Jesus begegnet. Diese Begegnung stellt sein gesamtes Leben auf den Kopf, das er fortan an Gott ausrichtet.
Wie findet ein Religionsgegner zu Gott? Diese Frage fand ich sehr interessant und wollte deshalb unbedingt Davids Geschichte lesen. Den ersten Teil seines Weges zu Gott fand ich sehr eindrücklich und nachvollziehbar. Er schildert seine Bedenken und Gefühle im Hinblick auf den Glauben und die Homosexualität. Er fühlt sich ausgegrenzt vom Glauben und wendet sich von Gott ab. Umso emotionaler war für ihn verständlicherweise die intensive Begegnung mit Jesus, die er plastisch schildert. Als Leser*in erlebt man Davids Lebenswandel anschließend Schritt für Schritt mit: Von der Entdeckung des Glaubens, bis hin zur Enthaltsamkeit, die er als einzigen Weg sieht, um Gottes Liebe zu empfangen.
Sicherlich ist Davids Weg ein interessanter Lebensweg und viele seiner Überlegungen regen zum Nachdenken an. Mir war es aber leider oftmals zu einseitig: David stellt seinen Weg als den einzigen richtigen dar. Andere Wege zu Gott lehnt er ab. Man hat fast den Eindruck, dass seine Gedanken ins Radikale abrutschen und dass er die Leser*innen zwanghaft überzeugen möchte, es ihm gleichzutun. Ich persönlich glaube, dass viele Wege zu Gott führen können und tat mich daher mit Davids Ansichten oft schwer.Fazit: David Bennett berichtet eindrücklich aber aus meiner Sicht viel zu einseitig von dem Weg zu Gott. Daher leider nur drei Sterne.
- John Bude
Mord in Cornwall
(34)Aktuelle Rezension von: ReiShimuraIm Vergleich zu anderen, modernen Krimis wirkt das Cover des Buches auf den ersten Blick vielleicht ein klein wenig altbacken. Dies liegt vor allem daran, dass das Buch bereits 1935 erstmalig erschienen ist und dann leider in Vergessenheit geriet. Seit einigen Jahren schon nimmt sich der Klett Cotta Verlag diesen Schätzen an und liegt sie neu auf. Eine wunderbare Entscheidung des Verlages, die nicht nur mich, sondern auch ganz viele andere Krimifans mehr als nur freut. Denn auch wenn es immer wieder Autorinnen und Autoren gibt, die Kriminalromane im Stile des „goldenen Zeitalter der Kriminalität“ schreiben, so ist dies doch immer etwas anderes wie ein Original.
Das man hier ein Originalwerk aus den 1930iger Jahren vor sich hat merkt man bereits nach wenigen Sätzen. Der Schreibstil ist, ähnlich wie das Cover, aus heutiger Sicht ein wenig altbacken oder um es positiver zu formulieren, ein wenig antiquiert. Für mich persönlich macht dies aber gerade den Charme aus. Auch Actionszenen sucht man in diesem Roman vergeblich. Denn bei diesem Buch handelt es sich um einen klassischen britischen Kriminalroman, die auch gerne als „Whodunnit“ Romane bezeichnet werden. Im Vordergrund steht die Suche nach dem Mörder und dies nicht nur für die beiden Hauptpersonen Reverend Dodd und Inspector Bigswell. Die Art und Weise wie das Buch geschrieben wurde lädt förmlich dazu ein, dass der Leser oder die Leserin mitüberlegt und -rätselt.
Das Erzähltempo des Buches ist sehr gemächlich und Freunde von spannungsgeladenen und aufregenden Romanen, sollten wohl besser die Finger von dem Buch lassen, um Enttäuschungen zu vermeiden. Denn der Autor widmet sich sehr ausgiebig der Beschreibung der Landschaft und der Suche nach Hinweisen. Dabei scheut er auch nicht davor zurück bereits entlastete Verdächtiger wieder zu Verdächtigen zu machen. Besonders gut gefallen hat mir dabei die Darstellung der unterschiedlichen Herangehensweisen von Dodd und Bigswell, die sich dann aber doch perfekt ergänzen.
Viele der eingeführten Charaktere bleiben eher seicht und zweidimensional. Das mag zwar auf den ersten Blick ein wenig schade sein, aber ist meiner Meinung nach typisch für diese Art von Roman. Personen sind zwar wichtig bei der Suche nach dem Mörder (oder der Mörderin), aber tiefere Einblicke in das Seelenleben eben dieser ist uninteressant.
Im Nachwort wird erwähnt, dass es das Ziel des Autors John Bude, der eigentlich Ernest Carpenter Elmore hieß, bei seinen Ausflügen in das Krimigenre darum ging, leichte Unterhaltungslektüre zu schreiben. Dies hat er meiner Meinung nach auch getan und noch dazu auf eine großartige Art und Weise. Einen Vergleich mit anderen Größen dieser Ära erspare ich mir an dieser Stelle.
- Rebekka Gohla
Beziehungsstatus: Ich mag Kekse
(31)Aktuelle Rezension von: MinervaMeinung:
Da lässt man sich wirklich vom liebevoll gestalteten Cover und dem schmissigen Titel täuschen. Zumindest ich war echt enttäuscht. Habe dieses Buch in ein paar Stunden durchgelesen, jedoch nicht weil es so interessant war. Ich musste eine längere Wartezeit überbrücken und hatte nur dieses Buch dabei.
Das Thema betrifft mich auch, und daher dachte ich mehr über das ganze Singlesein zu erfahren bzw. lernen.
Auf den Seiten beschreibt die Protagonistin eher trotzig wie sie sich als unfreiwilliger Single durch das Leben schlägt. Hin und wieder werden lustig gemeinte Szenen durchgespielt, was jedoch nicht meinem Humor entspricht. Auch habe ich im Klappentext wohl überlesen dass die Autorin gläubige Christin ist. Bin selbst passiv evangelisch und hatte hier beim lesen Probleme mit ihrer (Autorin) ganzen Art und ihrem Hang zur Kirche. Zitat „Mein Mann soll Jesus lieben.“ Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich das Buch nicht gelesen. Ich lasse jedem seinen Glauben, finde jedoch als Geisteswissenschaftlerin, diese unterschwellige religiösen Wünsche unnötig. Ich akzeptiere jedoch dass sich das Buch um die Situation einer gläubigen jungen Frau kümmert und dies halt einfach nicht meinem Leben (und dem meines gesamten Freundes– und Bekanntenkreises) entspricht.
Daher dann auch dünner Humor, Ratschläge 7nd Tipps die keine sind und ein kurzweiliges Buch was keiner braucht.
Lediglich bleibt zusagen, die Covergestaltung ist 1a.
- Louise Penny
Hinter den drei Kiefern
(45)Aktuelle Rezension von: BooktippsIn den Wäldern Kanadas in einem kleinen Dorf three pines geschieht das undankbare. Die Idylle des Dorfes wird unwiederbringlich gestört, als eine dunkle Gestalt auf dem Dorfanger auftaucht. Wie eine düstere Vorahnung tritt sie Dinge in Gang, die mit dem Tod enden. Dem entgegen steht der Ermittler Armand Gamashe. Ein Mann, der schon viel gesehen und viel erlebt hat, der den Kampf gegen einen übel antritt, das größer ist als alles, was er zuvor bekämpft hat. Mit diesem Kampf steht für ihn mehr auf dem Spiel, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Glücklicherweise, Tritt er das Gefecht nicht alleine an. Geschätzte Kollegen stehen ihm treu zur Seite, auch als der unausweichliche Sturm aufzieht und sie sich in dessen Auge wiederfinden.
Es war eine Geschichte, die mich von Beginn an gefesselt hat. Die wechselnden Zeiten und Perspektiven haben einen stets mit Rätseln lassen. Wie sich der Fall entwickelt. Desto mehr man eintaucht in das klug, konstruierte Verbrechen, desto mehr beginnt man zu ahnen das noch viel mehr hinter den geschehnissen steckt. Ich habe die Charaktere lieben gelernt und war beeindruckt, wie feinsinnig und intelligent diese aufgebaut wurden. Eine absolute Leseempfehlung und für mich der beste Krimi, den ich je in die Hand bekommen habe. Ich freue mich schon auf alle weiteren Fälle des Chefinspektor Gamache.
5/5 🐍🐍🐍🐍🐍
- Chris Fabry
Wer Hoffnung sät
(17)Aktuelle Rezension von: Grace2Der Roman „Wer Hoffnung sät“ des Autors Chris Fabry führt den Leser/die Leserin in die Kleinstadt Dogwood, West Virginia.
Der kleine Ort wurde vor mehreren Jahren von einem schrecklichen Unfall überschattet. Zwei kleine Mädchen wurden überfahren und verstarben noch am Unfallort. Nun nach 12 Jahren im Gefängnis kehrt Will zurück. Doch der Hass auf ihn ist noch nicht erloschen. Er selbst möchte nur noch abseits der Stadt ein Haus für seine Traumfrau bauen und dort in Frieden leben. Doch Karin ist inzwischen mit dem Pastor der Gemeinde verheiratet und hat drei Kinder. Angstzustände und schlaflose Nächte bestimmen ihr Leben und nun scheint ihr Mann immer distanzloser zu ihr zu werden. Eine ältere Frau aus der Gemeinde, Ruthie, erkennt, dass Karin dringend Hilfe braucht. So macht sie sich mit ihr auf den Weg. Doch kann es für Will und Karin überhaupt noch eine Zukunft geben? Was ist Gottes Wille für die beiden?
Dieser Roman greift das schwierige Thema auf, was bedeutet Vergebung auch im göttlichen Sinn. Hat Will durch seine Gefängnisstrafe genug Buße getan? Was bedeutet es für ihn und die Bewohner der Stadt? Wie geht man mit einem verurteilten Schwerverbrecher um? Schuld und Vergebung stehen im Mittelpunkt dieses Buches und sollten auch jeden Leser zum Nachdenken bringen. Der Schreibstil des Autors liest sich absolut fesselnd und der Spannungsbogen ist von Beginn an hoch mit einem Ende, das teilweise sehr überraschend ist. Andererseits konnte man es zumindest zum Teil vermuten. Die Geschichte wird aus der Sicht mehrerer Personen erzählt, da sind Will, Karin, Danny Boyd und Bobby Ray. Dazu kommen noch Zeitsprünge zwischen der Zeit des Unfalles und der Gegenwart. Das empfand ich als etwas irritierend, denn zeitweise habe ich den Überblick verloren. Aus diesem Grund vergebe ich trotz der spannenden Erzählung, dem überraschenden Ende und der ernsthaften Thematik nur vier Sterne. Für mich wichtig war, die Dimension dieser Gewalttat und den Umgang mit der Schuld. „Könnte ich vergeben, wie auch mir vergeben wurde?“ ist für mich die zentrale Frage des Buches. Aus dieser Sicht ist das Buch sehr zu empfehlen.
- Francesca Diotallevi
Der Wind in meinem Herzen
(8)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer>>Liebe kann man nicht lehren.
Und man kann sie auch nicht erklären.<<
„Der Wind in meinem Herzen“ von Francesca Diotallevi ist eine Liebesgeschichte, die wie ich finde auf ganz spezielle und irgendwie andere Art erzählt wird. Denn diese Liebe, um die es hier letztlich geht steht unter keinem gesellschaftlich guten Stern und ist gleichzeitig auch ein eindringlicher Blick auf die damalige Gesellschaft in der Zeit des Krieges. Ausgrenzung und Aberglaube bzw. der christliche Glaube sind hier wichtige Faktoren, die eben diese doch für die Zeit ohnehin schon komplizierte Liebe in noch mehr Trümmer zerreißen. Die Autorin hat hier eine wirklich heimelige Atmosphäre geschaffen und lässt Charakter entstehen, die jeder für sich ganz eigen sind und mit eben diesen Eigenheiten aufwarten. Durch die Perspektivwechsel bekommt man viele verschiedene Einblicke in das Leben im Dorf und das Leben dort, was mir persönlich gut gefallen hat, denn dadurch lernt man nicht nur das Leben im Dorf kennen, sondern versteht warum manche Dinge vonstatten gehen.
Die junge Heilkundige – von den Dorfbewohnern als „Hexe“ verschriene Fiamma konnte ich besonders ins Herz schließen. Sie ist für die damalige zeit eine sehr sehr starke Frau, die mich in ihrer ganzen Art sehr beeindruckt hat!Dieses Buch ist trotz einiger bewegender Ereignisse ein doch eher ruhiges Buch, was für mich zu den besonderen Buchschätzen zählt und mich als Leser absolut für sich gewinnen konnte!
- Christina E. Zech
Weltsalon
(6)Aktuelle Rezension von: MontagsnachtWarum ist unsere Welt so, wie sie ist? Und was können wir tun, dass sie uns erhalten und weiterhin lebenswert bleibt?Viele von uns fragen sich das, während sie tagtäglich die Herausforderungen des Alltags bewältigen und die Nachrichten aus aller Welt verfolgen, die im Spektrum von Klimawandel, Naturkatastrophen, Flüchtlingswellen, Terrorgefahr, Kriegen und der Zunahme sozialer Ungleichheit immer komplexer und dramatischer erscheinen.
In diesem Buch hat Christina Zech ihre Gedanken zu den wichtigsten und drängendsten Fragen der Menschheit in Gegenwart und Zukunft dargelegt. Dabei sieht sie von Schuldzuweisungen jeglicher Art ab und spricht sich in ihrem Weltsalon-Projekt dafür aus, gemeinsam Probleme anzusprechen und über Lösungen nachzudenken.
Die Idee des Weltsalons geht zurück auf die Salonkultur in der Aufklärungszeit, wo, oft von intellektuellen Frauen initiiert, gebildete Bürger über wichtige Themen, neue Ansichten und Herausforderungen des Geisteslebens ihrer Zeit diskutiert haben.Sie steht dabei für die Zusammenkunft engagierter Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten und Lebenswelten, für Verbundenheit statt Abgrenzung und für das Zusammentragen vielfältiger Meinungen und Ansichten, um gemeinsam möglichen Lösungen näher zu kommen.Christina Zech plädiert dabei für Dankbarkeit und Wertschätzung, denn "Nur wenn wir annehmen, was ist, können wir uns verändern." (S.77)Ebenso wichtig sind aber auch Emphatie und die Fähigkeit, im Denken verschiedene Perspektiven einzunehmen. Die Autorin spricht sich für systemisches und ganzheitliches Denken in größeren Zusammenhängen aus und für die Überwindung von gewohnten aber nicht mehr zeitgemäßen Denkstrukturen.„Wir haben es uns leider angewöhnt, im überschaubaren Maßstab zu denken.“ (S.61)Ihre Vorstellungen einer Weltregierung, von Weltbürger-Rechten und weltweit einheitlichen Sozialstandards mag aus heutiger Sicht kühn klingen, doch genau hier setzt dieses Buch an, denn ohne Visionen kann es keine tiefgreifenden Veränderungen geben. Vor allem aber plädiert Christina Zechan die Verantwortung eines jeden von uns, aktiv in seiner Lebenswelt an der Verbesserung der Lebensbedingungen mitzuwirken. Sie macht sich für eine engagierte und unabhängige Lokalpolitik stark und schreibt darüber, wie wichtig aber auch wie beeinflussbar unsere innere Einstellung ist, welche Freude Erkenntnis bedeuten kann und dass Veränderungen mit kleinen Schritten und eben bei jedem selbst beginnen.
Man kann von „Weltsalon“ keine weitreichenden Lösungen erwarten. Vielmehr ist das Buch als Anregung, Inspiration und Ermutigung zu verstehen, sich unter dem Motto „Welten verbinden“ vorbehaltlos für Visionen zu öffnen, Themen in größeren Zusammenhängen zu betrachten, an seiner inneren Haltung zu arbeiten und eventuell, angelehnt an die Weltsalon-Methode, einen offenen Gedanken-Austausch mit interessierten und engagierten Mitmenschen zu suchen, denn„Der Weltsalon ermöglicht es, in einem geschützten Rahmen groß zu denken, ohne größenwahnsinnig zu sein.“ (S.84)
Die Autorin stellt viele Fragen. Sie spricht ihre Leser im Text direkt an und nimmt sie so mit auf ihre gedankliche Reise. Dass die wichtigsten Thesen und Gedanken immer wieder im Text auftauchen, könnte man als redundant empfinden. Für mich ist es der Eindringlichkeit des Anliegens geschuldet.
Dieses übersichtlich gegliederte, flüssig lesbare und trotz der gewichtigen Themen oft unterhaltsame Buch hat mich inspiriert und angeregt und ich empfehle es sehr gern.
- Don Piper
90 Minuten im Himmel
(24)Aktuelle Rezension von: SeelenfunkeDieses Buch habe ich mit großem Interesse gelesen – auch wenn es stellenweise wirklich schwerer Stoff war.
Manches wiederholt sich, doch genau darin spürt man die ganze Tiefe und Schwere des Erlebten. Ich denke, das war auch beabsichtigt – um uns als Leser noch stärker fühlen zu lassen, was dieser Weg bedeutet hat.Hut ab vor diesem unglaublichen Durchhaltevermögen – trotz all der Wut, Verzweiflung und den unvorstellbaren Schmerzen, die der Protagonist ertragen musste. Besonders berührt hat mich auch der Pastor, der niemals aufgehört hat, an den Verletzten zu glauben, und mit so viel Mitgefühl und Standhaftigkeit für ihn da war.
Während des Lesens musste ich oft an seine Familie denken – an seine Ehefrau und Kinder, die trotz allem bei ihm geblieben sind und diesen Weg mitgetragen haben.
Eine tief emotionale Geschichte, so unfassbar, dass sie am Ende gerade deshalb wieder Hoffnung schenkt. - Michael Herbst
Lebendig!: Vom Geheimnis mündigen Christseins
(7)Aktuelle Rezension von: strickleserlDer Theologe, Michael Herbst, zeigt in diesem Buch wie der christliche Glaube lebendig und mündig werden kann. Er richtet sich gegen einen Glauben, der nur Formsache oder Gewohnheit ist, denn Nachfolge bedeutet so viel mehr. So geht er auf verschiedene Lebensbereiche ein, und zeigt wie Christsein im Alltag konkret aussieht.
Sein Glaubensweg begann im CVJM. Auf seinem weiteren Weg prägten ihn Gedanken von Dietrich Bonhoeffer. Inzwischen ist er Professor der Theologie an der Universität Greifswald und engagiert sich bei „GreifBar“, einem neuen Gottesdienst, ganz nach den Wünschen der Bewohner ihrer Heimatstadt.
Das Buch hat sechs Teile. Im ersten Teil geht es um die Grundlage des Glaubens, Gnade. Zuerst geht Gott auf den Menschen zu. So beginnt das Christsein. Der zweite Teil beschreibt die Veränderung, wenn Gott ins Leben einzieht. Im dritten Teil werden verschiedene Bereiche beschrieben, in denen lebendiges, mündiges Christsein im Alltag praktiziert werden kann. Dazu gehört das Gebet, das Hören auf Gott und die Gemeinschaft mit anderen Christen. Im nächsten Teil wird es noch konkreter. Michael Herbst geht der Frage nach, wie Glaube im Alltag gelebt wird. Wichtige Bereiche des Lebens werden angesprochen, wie Sexualität, Beruf, Zeit und Geld. Danach wendet er sich Problemfeldern zu, z.B. unerhörte Gebete, Enttäuschungen oder unsere Schwächen. Im sechsten Teil geht es schließlich um Sendung. Wie und warum gebe ich das weiter, was mir wichtig geworden ist?
Die Überlegungen des Autors sind von einigen bekannten Predigern und Theologen geprägt. Immer wieder wird verwiesen auf Predigten und Büchern von beispielsweise Timothy Keller, Bill Hybels oder John Ortberg. Der Schreibstil ist lebendig, teilweise auch humorvoll. Viele Beispiele sind der Welt des Fußballs entnommen, einer besonderen Leidenschaft des Autors.
Neben Erklärungen, die sich eher an Neulinge im Glauben richten, wird auch der langjährige Christ herausgefordert. So überlegt der Autor mit welcher Motivation wir in den Gottesdienst gehen – um gut unterhalten zu werden, oder um Jesus zu ehren? Immer wieder wird deutlich, Glaube muss wachsen, sonst stimmt etwas nicht.
„Man kann manchmal ‚bei Kirchens‘ den Eindruck haben, dass alle zufrieden sind, solange die Leute da sind und nicht weglaufen. Kirche hat dann etwas unermüdlich Bestätigendes an sich: ‚Es ist okay, wie du bist. Und es ist auch okay, wenn du so bleibst, wie du bist.“ Ich sehe das nicht so. Ich glaube: Es ist völlig normal zu wachsen. Gesundes Leben wächst.“
Fazit: Eine gute Erklärung über die Grundlagen eines Glaubens, der im Alltag Spuren hinterlässt. Der Autor zeigt an konkreten Beispielen wie lebendiges und mündiges Christsein aussieht. Zu empfehlen für alle, die mehr über gelebte Nachfolge wissen wollen.
- Samantha Harvey
Westwind
(32)Aktuelle Rezension von: Verena2603Nach „Orbital“ wollte ich unbedingt mehr von Samantha Harvey lesen. „Westwind“, ein älterer Roman der Autorin, klang vielversprechend und – let’s be honest – das Cover hat mich sofort gecatcht.
An die philosophische wie poetische Genialität von „Orbital“ kommt „Westwind“ für mich leider nicht heran. Vielleicht ging sprachlich auch etwas in der Übersetzung verloren (Orbital habe ich im Original gelesen).
Inhaltlich habe ich ebenfalls ein wenig gestruggelt: 1491 stirbt im kleinen englischen Dorf Oakham kurz vor der Fastenzeit der reichste Mann des Ortes. War es ein Unfall, Selbstmord oder Mord? Der Ortspfarrer soll es rausfinden und nutzt die Beichten der Bewohner:innen sozusagen als Ermittlungsinstrument. So lernt man nach und nach das Dorf, die Menschen und den Priester kennen. Gelungen fand ich, wie in diesem Mikrokosmos Dorf zwischen den Zeilen die katholische Kirche in ihrer ganzen Absurdität vorgeführt wird.
Sehr clever gewählt von Harvey speziell für diesen Roman ist die rückwärts erzählte Struktur. Sie gibt der Geschichte eine weitere Ebene, wird aber dennoch nicht mehr zu meinen bevorzugten Erzählweisen werden.
Atmosphärisch und interessant, aber kein Highlight für mich.
- Chrissy Cymbala Toledo
Nach Hause geliebt
(7)Aktuelle Rezension von: cho-iceChrissy Cymbala wächst als Pastorenkind in New York auf, erlebt Gott als Kind, verschließt aber ihr Herz vor ihm und hängt es stattdessen an einen Mann. 7 Jahre lang belügt sie erst ihre Eltern und lange sich selbst. Sie wird schwanger, bekommt eine Tochter, und wacht dennoch erst mal nicht auf.
In "Nach Hause geliebt" erzählt sie ihre Geschichte, aus ihrer Sicht. Sehr ausführlich geht sie dabei auf ihr Innenleben ein. Ich fand ihre Entscheidungen trotzdem nicht immer nachvollziehbar und hätte mir insgesamt weniger Ausführlichkeit gewünscht.
Der Titel verrät es: Am Ende kehrt Chrissy zurück zu Gott, zurück zu ihren Eltern, zurück zu dem Glauben ihrer Kindheit, den sie erst als Erwachsene wirklich zu ihrem eigenen macht.
Eine herausragende Rolle haben Chrissys Eltern. Sie treffen selbst einige (harte) Entscheidungen, die die Lebenswende ihrer Tochter vorbereiten, und nehmen sie mit offenen Armen wieder auf.
Die letzten 5 Kapitel sind das Highlight des Buches. Eindrücklich führen sie die Macht des (kollektiven) Gebets vor Augen. Chrissys Wende ist einem Eingreifen Gottes zu verdanken - nicht mehr und nicht weniger. Sehr wenig Raum nicht jedoch die Zeit danach ein. Ich hätte mir weniger Fokus auf ihr altes und mehr auf ihr neues gewünscht. Aber das ist leider oft ein Problem bei "Bekehrungs-"Biografien.
Ich kann "Nach Hause geliebt" zusammenfassend bedingt empfehlen. Wer bereit ist, sich auf eine längere "Nabelschau" einzulassen, wird am Ende mit einem tollen Finale belohnt. Grundsätzlich ist das Buch jeder Frau zu empfehlen, die in einer toxischen Beziehung steckt und nicht davon loskommt. Gott tut heute noch Wunder - das zeigt "Nach Hause geliebt" ohne Zweifel auf.
- Daniel Plessing
Vom heiligen Gebot, miteinander Tacheles zu reden: Geistlich wachsen mit der Jesusregel (Edition Aufatmen)
(2)Aktuelle Rezension von: NelingKurzbewertung:
Das Buch bezieht dich auf die Anweisung Jesu, wie wir damit umgehen sollen, wenn Leute in der Gemeinde sündigen. Also die Thematik Geimeindezucht. Dieses sehr ernste Thema wird hier mal ganz anders beleuchtet. Die Botschaft kommt klar raus. Wir sollen wahrhaftig sein und Klartext reden. So oft wird hinter vorgehaltener Hand, hinter dem Rücken des Betreffenen von dem gesprochen, was derjenige falsch macht. Das ist nicht richtig und gegen Jesu Lehre. Wir sollen unter 4 Augen und ohne rumdrucksen Sünde offen ansprechen.Wichtige Lehre!
Das Buch liest sich sehr schnell und leicht, war mir aber etwas zu lax und jugendlich, modern, der Sprachstil zu flapsig. Darum von mir nur 3 Sterne. Das ist aber sehr subjektiv, ich weiß, dass dieses Buch beim den meisten sicher gut ankommt. Darum kann ich es trotzdem empfehlen, denn es ist wichtig, sich mit dieser Botschaft auseinander zu setzen.
- Karin Seemayer
Der Himmel über Amerika – Leahs Traum
(23)Aktuelle Rezension von: ChristineE... und ich liebe diese drei Bücher. Die Geschichte geht weiter. Leah ist eine junge Amische und kann die Zeit vor der Taufe mit einem ausgedehnten Ausflug in die Welt ausßerhalb der Gemeinde starten. Diese Freiheit in der Welt der Engländer ist eine ganz andere als die in ihrer Familie, auf dem Hof und dem Land. Sie lernt einen jungen und reichen Mann kennen, ist es Liebe? Ihre Zukunft? Man taucht in ihre Welt ein, ihre Gedanken und in den Zwiespalt, der sich auftut. Und hofft, dass sie die Kurve kratzt ;) - mitbekommt, dass es das nicht sein kann. Glücklicherweise kehrt Leah zurück, findet eine neue Liebe und dann kommt der Krieg wieder hautnah zurück und stellt wieder das Leben, das Überleben in Frage. Wunderbar geschrieben und beschrieben und man lernt so viel über die Amischen, die Geschichte und das Leben früher!!!
- Balli Kaur Jaswal
Erotic Stories for Punjabi Widows: A hilarious and heartwarming novel
(2)Aktuelle Rezension von: Isabella0212
I needed about 100 pages to get into the story but then it captivated me and I couldn't put it down. It was great to get a glimpse into what is life like for women in a very religious community which puts clear boundaries on what women can and are supposed to do in a bustling and modern city like London. And the built-in erotic tales were a pure joy to read. All in all a solid, entertaining read of a totally different sort. I'd definitely recommend it! - Daniel Deutsch
Anna-Maria und die anderen 99 Schafe
(15)Aktuelle Rezension von: peanjoIm Mittelpunkt dieser 1997 spielenden Geschichte steht die freikirchliche Kirchengemeinde am Uhlandsplatz (auch die GaU genannt) in einer mittleren Kleinstadt irgendwo in Deutschland. In bester Loriot-Manier wird die GaU als verstaubte, hinterwälderische Gemeinde dargestellt, bei der nur der Gemeindeleiter Kurt (natürlich ein älterer, kleiner, glatzköpfiger Mann) noch Freude und Erfüllung im Gottesdienst findet, weil er als One-Man-Show über seine Lieblingsthemen wie die böse Welt da draußen und "Eine Frau nach Gottes Willen" palavern kann. Auch der Hauskreis, der sich einmal in der Woche bei Buchhändler und Junggeselle Jan trifft, bleibt in den gewohnten Bahnen, auch wenn die Unzufriedenheit darüber, dass man wahrhaftig niemanden - auch die Nachbarin mit dem Woow - in den Gottesdienst einladen kann, doch immer wieder hochkommt. Das ändert sich erst, "als Gemeindeseniorin Agnes nach einer (wieder einmal todlangweiligen) Predigt tot vom Stuhl kippt". Denn dadurch taucht Anna-Maria, die Enkelin von Agnes und Sandkastenfreundin von Jan, wieder in der Stadt auf, die sie vor über 20 Jahren überstürzt verlassen hatte. Anna-Maria wollte eigentlich nie wieder zurück kommen, denn ihre Großmutter, bei der sie nach dem Tod ihrer Eltern lebte, ist nie mit ihr zurecht gekommen und versuchte, sie mit Schlägen und Einsperren im Keller zur Vernunft zu bringen. Und so war es nicht überraschend, dass Anna-Maria mit dem erst besten Typen aus der Stadt verschwand. Und jetzt ist sie wieder da, unangepasst, laut, schrill, mit zu engen Klamotten und zu vielen Schimpfwörtern, aber trotzdem mit Glauben an den einen, der auch für sie alles gegeben hat. Bald ist sie im Hauskreis von Jan mit dabei und bringt die anderen dazu, sich nicht mehr mit den Gegebenheiten zufrieden zu geben, sondern das, was stört, zu verändern. Schnell ist der Plan gefasst, einen Gäste-Gottesdienst zu veranstalten. Aber bevor das umgesetzt werden kann, müssen viele Hindernisse, Vorurteile und Ablehnung überwunden werden. Und wie es danach mit der GaU weitergeht, bleibt am Ende des Buches auch offen - Fortsetzung soll wahrscheinlich folgen.
Auch wenn vieles überzeichnet und so manche Plattitüde formuliert ist, kommt doch einiges dem Leser bekannt vor. Auch weil es vor zwanzig Jahren wirklich noch anders war. Das schöne ist aber auch, dass sich alle Figuren einig sind, am Evangelium darf/soll nichts verändert werden, nur die Verpackung muss von Zeit zu Zeit neu hinterfragt und angepasst werden.
Ein unterhaltsamer Roman mit einem Augenzwinkern!
- Pranitha Timothy
Liebe ohne Grenzen
(10)Aktuelle Rezension von: Mika_liestEine beeindruckende Biographie über eine sehr mutige Frau.
Pranitha Timothy kämpft gegen moderne Sklaverei, Unterdrückung, Menschenhandel und Gewalt in Indien. Die Operation eines Hirntumors lässt sie mit einer leisen, brüchigen Stimme zurück. Trotz dieser leisen Stimme, und mit der Kraft Gottes, ist sie eine Kämpferin, die sich in der Männerwelt Indiens durchzusetzen vermag. Pranitha wird zur Hoffnung für Tausende Männer, Frauen und Kinder, deren Stimme zu schwach sind, um gehört zu werden.
Diese Biographie und die Frau Pranitha Timothy schleichen sich, während des lesens, in das Herz des Lesers und bewirken eine Veränderung.
Beeindruckend ist nicht nur der Kampf von Pranitha für mehr Gerechtigkeit, sondern vor allem der stark verfestigte Glaube an Gott. Sie hat eine tiefe Bindung und Beziehung zu Gott. So sind auch viele ihrer Gebete Thema in diesem Buch. Und das Buch wird von Bibelversen unterstützt.
Auch viele Bekannte, Freunde und Verwandte von Pranitha kommen zu Wort und erzählen ihre Meinung über die Geschichte und den Charakter der jungen Frau.
Mehr als einmal kamen mir, von den vielen beschriebenen Einzelschicksalen, die Tränen.
Ich bin sehr froh dieses Buch gelesen zu haben.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung mit fünf Sternen. - Thomas Frings
Aus, Amen, Ende?
(3)Aktuelle Rezension von: peedeeThomas Frings ist seit 1987 Priester und von 2009 war er als Pfarrer in Münster tätig. Nach dreissig Jahren Pfarrberuf war für den Autor vorerst Schluss – es war „Zeit für eine révision de vie“. Durch die Amtsniederlegung und seinen Rückzug in ein Kloster erlangte er nationale Bekanntheit. Ist nun alles aus?
Erster Eindruck: Das Cover mit dem Foto des Autors ist schlicht, durch den plakativen Titel jedoch sehr auffällig. Gefällt mir gut.
Ich interessiere mich sehr für Glaubensthemen und dabei insbesondere für Erfahrungsberichte. Da hat mich der provokative Titel natürlich gleich angesprochen. Nicht nur der Titel ist auffallend, sondern auch die einzelnen Kapitel sind es, wie z.B.: „Berufen oder verdammt zur Hoffnung?“; „O Gott, mein Kind will Priester werden!“ oder auch „Christ ist man am Sonntag um zehn.“
Dem Autor ist es wichtig, zu betonen, dass es sich hier nicht um eine wissenschaftliche Arbeit handelt, sondern er über seine persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen berichtet.
Thomas Frings stellt unwahrscheinlich viele Fragen, die mich als Leser sehr zum Nachdenken gebracht haben, z.B.:
- „Was vermag jemand bei uns entdecken, für das wir längst betriebsblind geworden sind?“
- „Ist es nicht verwunderlich, dass erst dann über notwendige Veränderungen nachgedacht wird, wenn entweder kein Geld oder kein Mensch mehr da ist?“
- „Was aber sind die Chancen der bisherigen Katechese, die es zweifelsohne gibt?“
Während dreissig Jahren im Beruf (oder in der Berufung) erlebt man allerlei Veränderungen. Aber auch in der Kirche? In einer Kirche, in der die Abläufe seit so vielen Jahren gleich sind? Wie schnell kann sich eine Kirche eigentlich ändern? Soll sie es überhaupt? Mich haben die zitierten Zahlen über die aktiven Kirchgänger sehr überrascht – ich hätte nicht gedacht, dass die so tief sind. Im April 2016 hat Thomas Frings seinen Abschiedsgottesdienst gestaltet und im Februar 2017 ist das Buch erschienen. Gemäss Informationen im Internet (Juli 2018) hat der Autor im Sommer 2017 seinen Aufenthalt im Kloster beendet und ist in den Dienst des Bistums Münster zurückgekehrt. Ich finde den Entscheid von Thomas Frings, sich ins Kloster zurückzuziehen, sehr mutig. Und da er wieder zurückgekommen ist, zeigt sich auch, dass dieser temporäre Rückzug für ihn das absolut Richtige war.
„Ich sage Aus und Amen, aber eben nicht Ende. Denn ich liebe diese Kirche.“ - Lynn Austin
Ufer der Erinnerung
(21)Aktuelle Rezension von: Raphaela23Eine ganz wundervolle Fortsetzung von „Töchter der Küste“ mit viel Tiefgang und Persönlichkeitsentwicklung.
Auch in diesem Band springt die Erzählung zu Anna und Geesje zwischen verschiedenen Protagonisten und Zeitabschnitten hin und her, wodurch eine tolle Tiefe erzielt wird und das Geschehen interessant und emotional nahbar erscheint. In den Dialogen kommen weiterhin viele theologische Fragen und menschliche Herausforderungen zum Ausdruck und die Autorin schafft es gut, viele Themen in einer komplexen Art und Weise gut abzudecken und zu beleuchten. Ich konnte auch dieses Buch kaum aus den Händen legen und finde, es hat einen hohen Mehrwert.
(TW für Suizidversuche und implizite sex. Gewalt)
- F. E. Higgins
Das schwarze Buch der Geheimnisse
(174)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderLudlow haut von daheim ab, denn seine Eltern sind herzlos und er fühlt sich meist allein. Heimlich klettert er auf eine Kutsche und kommt in das nächste Dorf. Bei dem gehimnisvollen Pfandleiher Joe Zabbidou findet er eine Anstellung. Ab Mitternacht kommen die Menschen zu ihm und verkaufen ihre Geheimnisse. Ludlow und die anderen Kinder schreiben alles in große dunkle Bücher. Verbrechen, Liebschaften, düstere Geschäfte und allerhand mehr befindet sich zwischen den Buchseiten. Dieses Wissen verleiht Zabbidou eine ungeheure Macht über die Menschen und Ludlow und die Kinder horten die Geheimnisse. Ein Buch mit vielen Überraschungen, vielen Geheimnissen und Rätseln und einem symphatischen Helden. Für Jugendliche ab 11Jahren. Es gibt zwar viel fantastisches, aber es ist kein klassisches Fantasy Buch.
- Ingrid Werner
BöfflaMORD
(9)Aktuelle Rezension von: Archimedes
" BöfflaMord" ein Taschenbuch voller Krimi-Kurzgeschichten. In jedem kleinen Dorf gibt es jemanden, der jemanden nicht mag und das kann dann soweit gehen, dass man den Selbigen sogar umbringen könnt oder tät. Ja in Bayern gehen die Uhren manchmal anders, aber Mord bleibt Mord, auch in bayrischen Gemeinden, wo jeder jeden kennt. Und so ist es auch in den Kurzgeschichten, manchmal kann man es nachvollziehen, dass man den einen oder anderen um die ecke bringen will, aber manchmal schlägt das Schicksal schon erbarmungslos zu.
Jeder kann sich seine kleine Lieblingsmordsgeschichte selber aussuchen und darüber schmunzeln, auch ich fand meine Lieblingsmörderin, denn bei Gwichste verstehe ich auch keinen Spaß.
Fazit:
Gerade richtig für einen lauen Sommerabend, denn es gibt in den Geschichten viel zu schmunzeln und man kann auch vieles über die bayrische Küche erfahren. Ja, die Bayern ticken so- ich auch. Würde mich freuen, weitere Krimikurzgeschichten lesen zu dürfen. Manchmal braucht es gar nicht viele Worte- in der Kürze die Würze. - Simon Cross
Auge des Glaubens
(21)Aktuelle Rezension von: silvandy"Auge des Glaubens" ist mein erster Thriller von Simon Cross –und wird nicht mein letzter sein.
Es geht um mysteriöse Kircheneinbrüche – zudem wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die wohl einem Ritualmord zum Opfer gefallen ist. Scotland Yard, respektive Chief Inspektor John Porter beginnt zu ermitteln und betritt dabei eine Welt, die ihm eigentümlich fremd erscheint. Die Figur des John Porters fand ich gleich zu Beginn sympathisch. Er ist ein gestresster Chiefinspektor, der gleichzeitig versucht, seinen Beruf mit seiner Familie unter einen Hut zu bringen und sich dabei noch mit so manchen Gegebenheiten seines pubertierenden Sohnes herumschlagen muss. Kurzum, einiges erinnerte mich an unser Familienleben.
Nicht nur Scotland Yard ist an dem Fall dran. Der Presse werden anonyme Nachrichten zugespielt, die mit „Auge des Glaubens“ unterzeichnet sind. Dadurch kommt Porter zwangsläufig mit den Journalisten Linda und Charly in Kontakt, die am gleichen Fall arbeiten wir John Porter. Man arbeitet irgendwie zusammen, was durchaus unüblich ist, aber es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Die Charaktere sind tiefgründig und vielschichtig gezeichnet und kommen authentisch rüber. Neben den oben genannten Figuren wäre noch Pfarrer Melder zu erwähnen, der mir echt sympathisch war.Das Thema Fanatismus, Religion und blinder Gehorsam mitsamt seinen Folgen ist durchaus aktuell. Simons Cross Schreistil ist flüssig, leicht zu lesen, gut beschrieben, so dass man sich sofort in der Geschichte wiederfindet. Geschrieben ist die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Porter und den Journalisten, so dass man verschiedene Einblicke der Sichtweisen bekommen. Die Story ist spannend und hält einige überraschende Wendungen parat, das hält die Spannung hoch und ichbin nicht gleich auf den Täter gekommen, gleichwohl ich einen Verdacht hegte. Leider wurde zwischendurch aufgrund der vielen Dialoge die Spannung etwas aus der Geschichte genommen und da hat sich das Buch etwas in die Länge gezogen. Abgesehen davon steigerte sich die Spannung und die Auflösung war für mich logisch durchdacht und nachvollziehbar. Im Großen und Ganzen kommt dieser Thriller auch ohne viel Blutvergießen und Gewalt aus.
Fazit: Ein unterhaltsamer, lesenswerte Thrillerüber ein ebenso interessantes wie aktuelles Thema
- Jörg Ahlbrecht
Die Wahrheit in Person: Jesus folgen in unsicheren Zeiten (Edition Aufatmen)
(5)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerJörg Ahlbrecht ist einer meiner Lieblingsautoren christlich-spiritueller Bücher. Sein Schreibstil ist fundiert, logisch, leserfreundlich, authentisch und persönlich.
Zuerst geht es im Buch "Die Wahrheit in Person" um Wahrheit, und Jörg Ahlbrecht arbeitet im ersten Teil wunderbar heraus, dass Wahrheit eine Person ist - sie ist in der Person Jesus Christus zu finden.
Dann geht es im 2. Teil darum, der Wahrheit im Denken, in den Gefühlen, mit dem Willen und dem Körper zu folgen - kurz: Jesus persönlich zu folgen.
In Teil 3 und 4 geht es dann um die Nachfolge Jesu in Gemeinschaft und um die Transformation der Gesellschaft gemäß christlicher Werte.
Der Autor versteht es, den Leser in einer eleganten, humorvollen und leicht lesbaren Form auf dieser Reise mitzunehmen. Das Buch basiert teilweise auf Gedanken/Publikationen von Dallas Willard, John Ortberg und Henri J. M. Nouwen.
Fazit: 5 Sterne. Uneingeschränkt empfehlenswert.
Einfach wunderbar wie alle Bücher von Jörg Ahlbrecht. - Michela Murgia
Murmelbrüder
(1)Aktuelle Rezension von: pardenKINDHEIT AM MITTELMEER...
Libellenjagd, Murmelspiele, aufgeschlagene Knie, geheime Erkundungstouren, Rituale einer Jungenfreundschaft – das sind die Sommerferien für Maurizio, Franco und Giulio. Und sie scheinen ewig wiederzukehren und unendlich lang zu sein. Aber dann geht ein Riss mitten durch das sardische Dorf, und alle, Kinder wie Erwachsene, müssen erkennen, wie brüchig ihr bisheriges friedliches Zusammenleben war. Ausgerechnet ein Priester ist es, der Feindschaft stiftet, indem er eine neue Kirchengemeinde gründet: Plötzlich gehören die Leute nicht mehr zusammen, und selbst die Kinder dürfen nicht mehr miteinander spielen. Wie soll das gehen, in einem Ort, der nur eine Piazza hat? An Ostern bei der alljährlichen festlichen Prozession kulminiert der Streit. Doch die Jungen schlichten ihn: Mit dem gleichen kühnen Witz, der zuvor ihre wilden Streiche motiviert hat, setzen sie sich jetzt über alle Konventionen hinweg und lassen die Osterprozession zum großen Versöhnungsfest werden. (Verlagsbeschreibung)
In diesem schmalen Buch wird man zurückkatapultiert in der Zeit - in eine Zeit, in der die Kinder in den Gassen Murmeln spielen, Klebefallen für Vögel aufstellen und Libellen jagen. Der sardische Sommer heiß und endlos, abends ein Treffen aller in den nun kühleren Gassen, und die Alten erzählen Geschichten. Maurizio ist sonst nur in den Sommerferien bei seinen Großeltern, doch als seine Eltern wegen der Arbeit aufs Festland ziehen, bleibt er auf Sardinien und geht fortan in der kleinen Stadt Cabras auch zur Schule.
Eine Lausbuben-Freundschaft ist das zwischen Maurizio, Franco und Giulio. Immer auf der Suche nach neuen Abenteuern gehen sie u.a. auch gegen eine Rattenplage vor - und das mit allen Konsequenzen. Doch nicht die Jungen sind es, die die größte Katastrophe auslösen. Es ist der alte Bischof, der einem Priester gestattet, in Cabras eine weitere Kirchengemeinde zu gründen. Das spaltet die ganze Stadt, das selbstverständliche "wir" wird zu einem "wir und die da". Die katholische Kirche ist aus dem Leben der Sarden nicht wegzudenken, so sind auch die drei Freunde seit Ewigkeiten Messdiener. Und nun geht ausgerechnet einer von ihnen als Messdiener zur anderen Gemeinde!
An Ostern geht von beiden Kirchengemeinden aus auch die alljähriche Prozession durch die Stadt - und mündet gemeinsam auf einem großen Platz. Der Streit zwischen den Pfarreien droht offen zu eskalieren. Doch dann siegt die Freundschaft zwischen Maurizio. Franco und Gulio, und eine kühne Idee zwingt alle zum unerwarteten Miteinander. Die Auferstehung Jesu - und die Versöhnung der Stadt...
Michela Murgia erzählt eine lockerleichte Geschichte über den Wert der Freundschaft, angesiedelt in ihrem Geburtsort Cabras auf Sardinien. Angerissen werden einige Probleme der Erwachsenen, wie z.B. der Wegzug der berufstätigen Erwachsenen weg von der Insel aufs Festland, aber in erster Linie geht es um Kinderspiele, Streiche, Freundschaft und Zusammenhalt. Eine nett zu lesende Erzählung, die ich mit einem Lächeln geschlossen habe...
© Parden
- Winibald Willmeer
Die Hände meiner Eltern: Ein Eltern-Kind Drama
(8)Aktuelle Rezension von: rewareniDer 16 jährige Lukas Reinhardt wächst in einer sehr religiösen Familie auf. Das einzige, was er kennt ist, dass die Bibelstunden wichtig sind, dass man die Gebote Gottes kennen und befolgen muss, und dass er, wenn er nicht nach den Regeln seiner Eltern lebt und handelt, bestraft werden muss. Auch wenn es sich um körperliche Gewalt dabei handelt. Für seine vom Krieg und der Flucht traumatisierten Eltern war die Aufnahme in die Gemeinde Gottes wie ein sicherer Hafen, wo sie Regeln und Gesetze strengstens befolgen. Als jedoch Lukas eines Tages die an Mukoviszidose erkrankte Marie kennen lernt, die weiß, dass sie bald sterben wird, wird ihm bewusst, dass nicht alles, was mit Religion und Glauben zu tun hat, die wirkliche Bestimmung ist. Marie zeigt ihm durch ihren Mut, ihre Kraft und trotz Krankheit ihrer Lebensfreude, dass auch er beginnen muss, sein eigenes Leben zu leben. Immer tiefer gerät Lukas zwischen die Fronten. Seine Eltern verbieten ihm den Umgang mit Marie, deren Krankheit für sie eine Strafe Gottes ist, die Züchtigungen werden immer grausamer, da man Lukas den Teufel austreiben muss. Aber Marie schafft es ihm mit Worten und echter Zuneigung einen neuen Weg zu zeigen. Lukas muss sich nun entscheiden, ob er in den Schoß seiner Famile zurückkehrt oder ob er es wagen soll, ein neues und vor allem freies und selbstbestimmtes Leben zu leben.
Der Autor Winibald Willmeer schreibt in seinem Roman ,, Marie- Dein Lächeln bleibt´´ über eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Auf der einen Seite findet man Lukas Eltern, die viele schreckliche Dinge erlebt haben und nun im Glauben und in ihrer Gemeinde Halt und Erfüllung gefunden haben. Sehr gut wird hier die religiöse Abghängigkeit beschrieben, wo man als Leser immer wieder das Gefühl hat, in einer Sekte gelandet zu sein. Hierbei merkt man, wie leicht man traumatisierte oder sensible Menschen für sich einnehmen kann. Der Protagonist Lukas ist zwar schon 16 Jahre, aber wenn man seine Gefühle und Gedanken liest glaubt man einen viel jüngeren Jungen vor sich zu haben. Dabei hat der Autor viele Emotionen beschrieben die von Angst, Zweifel über Wünsche und Hoffnungen reichen. Der Schreibstil ist dabei eher einfach gewählt, wo man das Gefühl hat wirklich einen unreifen und unselbständigen Menschen zu begleiten. Da die Geschichte sehr auf Lukas und seine Eltern konzentriert ist, wäre es auch interessant gewesen zu erfahren, ob oder wie seine Schwestern ebenfalls mit den strengen Glaubensvorstellungen der Eltern zurecht gekommen sind und ob auch sie darunter zu leiden hatten.
Mit Marie hat der Autor eine extrem starke, kluge und bewundernswerte Protagonistin als Gegenpart eingebaut. Sie verkörpert genau das Gegenteil von Lukas. Sie lebt in einer glücklichen und toleranten Familie, sie kann mit ihren Eltern über alles reden und sie lebt ihr kurzes Leben so gut wie sie eben kann. Trotz ihrer schweren und unheilbaren Krankheit will sie jede Miunte ihres Lebens genießen. Dabei zeigt Winibald Willmeer sehr schön den inneren Kampf von Lukas auf, der dabei das erste Mal beginnt an Gott und seine Güte zu zweifeln. Die ganzen Bibelzitate und Glaubensgrundsätze beginnen nun zu schwanken und Lukas merkt, dank Hilfe von Marie, dass man sehr wohl selbst entscheiden muss, was richtig und was falsch ist.
Ein berührender Roman über eine traurige aber trotzdem erfüllende Liebe.























