Bücher mit dem Tag "gender studies"

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188 Bücher

  1. Cover des Buches Das andere Geschlecht (ISBN: 9783499227851)
    Simone de Beauvoir

    Das andere Geschlecht

     (63)
    Aktuelle Rezension von: xoxo_love_books

    Dieses Werk wurde mir zur Bearbeitung meiner Hausarbeit in Philosophie zum Thema, ob das derzeitige philosophische Wissen androzentrisch ist oder nicht zum Lesen empfohlen. Es ist ein Werk, welches das Frau sein seit der römischen  und griechischen Antike bis zu Beginn des 20. Jhd. untersucht und Unterschiede zwischen Mann und Frau versucht zu nennen. Von der Biologie aber vor allem von den Soziologischen Faktoren. Beauvoir untersucht den  Werdegang von Frauen und beschreibt die damalige Situationen von Frauen, wobei  festzustellen ist, dass das Denken der Menschen bzw. der allgemeine gesellschaftliche Gedanke damals noch deutlich konservativer war, als es das heute ist. Bis letztendlich zur Befreiung der Frau. Ein politisches, kritisches, bahnbrechendes, feministisches Werk und jede*m zu empfehlen! 

  2. Cover des Buches Unsagbare Dinge. Sex Lügen und Revolution: Nautilus Flugschrift (ISBN: 9783864381737)
    Laurie Penny

    Unsagbare Dinge. Sex Lügen und Revolution: Nautilus Flugschrift

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Bücherkrähe

    Unsagbare Dinge war mein Einstieg in die feministische Lektüre, und ist bis heute mein Lieblingsbuch auf diesem Gebiet. Laurie Penny schreibt mit einer Wut und einer Wucht, die ich in und an mir selbst wiedererkenne.
    Wie auch in Fleischmarkt geht es in Unsagbare Dinge um die Mechanismen, mit denen Frauen nach wie vor die Gleichstellung versagt wird. Natürlich existiert diese schon auf dem Papier, aber in der gesellschaftlichen Wahrnehmung und im (mehr oder weniger unbewussten) Verhalten von Männern gegenüber Frauen zeigt sich immer wieder sehr deutlich, dass es noch ein weiter Weg ist.

    Ausführlicher als in Fleischmarkt geht Penny auch wieder auf Magersucht und Essstörungen allgemein als Symptom einer sexistischen, permanent Frauen und Mädchen bewertenden Gesellschaft ein, und erklärt sie zu einer Bewältigungsstrategie, um mit den Anforderungen und Erwartungen zurechtzukommen. In diesem Zuge erklärt Penny auch das Phänomen der Misogynie unter Frauen, meisten „hübsche“ gegen „nicht hübsche“ Frauen bzw. umgekehrt. Dass dabei keiner gewinnt, bringt sie auf den Punkt: „Du kannst nicht gewinnen. Wenn eine Frau sich entschließt, ein politisches Statement abzugeben, indem sie weniger Zeit auf die Körperpflege verwendet, wird sie in das Lager der BH-verbrennnenden Emanzen gesteckt, doch wenn sie sich konventionelle Schönheitsstandards zu eigen macht oder einfach nur Gefallen daran findet, gilt sie als oberflächliche manipulative Schlampe.“ (S. 44)

    Ein anderer Aspekt, den Penny mehrmals diskutiert, ist der „Beißreflex“ von Männern bzw. wie Frauen vor allem online der Raum genommen wird. „Viele Männer können offenbar ihr Leid nur artikulieren, wenn sie gleichzeitig Frauen daran hindern, das ihre zu artikulieren.“ (S. 75) Sei es, dass man Frauen immer wieder zu gemäßigter Sprache anhält (S. 76) oder sie online als „durchgedrehte hysterische Zicken, Zensoren, keinen Deut besser als Nazis“ tituliert, „und wahrscheinlich brauchen [sie] nur einen ‚richtigen Mann‘, der es [ihnen] mal anständig besorgt, einen ‚richtigen Mann‘ wie einen von denen, die in den Kommtar-Threads damit drohen, [Frauen] den Kopf abzureißen und in den Rumpf zu masturbieren.“ (S.192). Wer Pennys Darstellung überzogen findet surft blind durch das Internet, denn ich habe all sowas auch schon zu hören bekommen oder unter Kommentaren anderer Frauen gelesen. Es ist eine treffende Analyse, was Frauen ständig im Internet widerfährt, besonders, wenn sie sich zu tagespolitischen und gesellschaftlichen Themen kritisch äußern.

    Es gibt noch viele weitere Aspekte in diesem Buch, die erwähnenswert wären. Ich habe selten, wenn überhaupt schon einmal, ständig nicken müssen wie bei Unsagbare Dinge. Es ist meiner Meinung nach das wichtigste feministische Werk unserer Zeit, denn es zeigt deutlich auf, dass sich Sexismus und Misogynie seit den 50er Jahren schlicht angepasst haben statt zu verschwinden, und sich in moderneren Phänomenen niederschlagen.
    Mehr noch als Fleischmarkt empfehle ich Unsagbare Dinge uneingeschränkt. Ich habe in der Rezension zu Noah Sows Buch Deutschland Schwarz Weiß geschrieben, dass es für mich die Kategorie der Bücher, die man gelesen haben muss, gibt. In diese Kategorie gehört Unsagbare Dinge.

     

    "Wir sind die, die zu laut lachen und zu viel reden und zu viel wollen und für sich arbeiten und eine neue Welt sehen, knapp außer Reichweite, die am Rand der Sprache darum ringt, ausgesprochen zu werden. Und manchmal, zu später Nachtstunde, nennen wir uns Feministinnen."

  3. Cover des Buches Fleischmarkt (ISBN: 9783894017552)
    Laurie Penny

    Fleischmarkt

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    Direkt mal vorweg: Ich glaube, dass ich gar nicht jeden Aspekt sofort verstanden habe, den Laurie Penny in dieser Abhandlung zusammengefasst hat. Das Buch hat einen sehr hohen Informationsgehalt auf den knapp 120 Seiten.
    Wer denkt, dass es in ihrem Buch nur um das sexuelle Kapital geht, das Prostituierte nutzen, der irrt. Laurie Penny widmet sich dem Bild, das Frauen in der Öffentlichkeit vermittelt wird, aus dem sie ihre Identität ziehen sollen. So beleuchtet Penny beispielsweise Transsexualität im Hinblick auf die Weiblichkeit im Kapitalismus. Es geht um geschlechtliches Kapital, das ausgegeben wird, um eine sozial akzeptierte Weiblichkeit zu generieren und Frauen in geduldeten Bahnen zu halten. Damit kritisiert sie auch die Entweder-Oder-Entscheidung zwischen ausschließlich zwei Geschlechtern, die alle Identitäten dazwischen ausblendet. Ein persönliches Thema für Laurie Penny sind Essstörungen, auch diesen misst sie eine Bedeutung bei, besonder in Anbetracht der „Größe-Null-Debatte“ und der Modeindustrie im Allgemeinen. Ein weiterer Punkt in diesem Buch war die unbezahlte Betreuungs- und Erziehungsarbeit, die Frauen nebst einer hauptberuflichen Vollzeitbeschäftigung leisten, während Männer statistisch gesehen immernoch genauso viel Arbeit im Haushalt erledigen wie in den 80er Jahren – wohlgemerkt, als es noch nicht so viele voll arbeitende Frauen gab.
    Laurie Pennys Resümee ist, dass Frauen im Zuge des kapitalistischen Machtwerks klein gehalten werden sollen, ihre Forderung ist, dass sich alle Frauen mal wieder öfter des Wortes Nein bedienen, denn klar ist: Wenn alle Frauen die unbezahlte Arbeit, die sie täglich so verrichten, niederlegen, würde das kapitalistische System von jetzt auf gleich in die Knie gezwungen werden.

    Wie gesagt ist die Informationsdichte in diesem Buch enorm, und ich werde es mir bestimmt irgendwann wieder hervornehmen, um es erneut zu lesen. Laurie Pennys Analyse fand ich treffend, nicht zuletzt, weil sie sagt, dass das Patriarchat, das die Weiblichkeit unter Kontrolle halten will, nicht alle Männer umfasst, da es auch Männer gibt, die unter diesen Strukturen leiden. Fakt ist jedoch, dass ein radikales Umdenken stattfinden muss und man sich von der Idee der konsumierbaren, verfügbaren Frau verabschieden muss, die selbst nicht frei konsumieren darf.

  4. Cover des Buches Das Unbehagen der Geschlechter (ISBN: 9783518117224)
    Judith Butler

    Das Unbehagen der Geschlechter

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Mogli99
    Dieses Buch ist ein Popstar. Sein Titel ist innerhalb des Diskurses über Geschlechteridentitäten fast schon sprichwörtlich geworden. Alle sprechen darüber, wenige haben es vermutlich ganz gelesen.

    Das liegt wohl nicht allein daran, dass der Diskurs über die Trennung von sex und gender noch immer - und obschon die Gender Studies zunehmend an den Hochschulen institutionalisiert sind -,  bloß am Rande der Gesellschaft zirkuliert. Das wäre ja, genau genommen, ein Grund mehr, Das Unbehagen der Geschlechter zu lesen.
    Auch die hölzern wirkende Sprache (zumindest der deutschen Übersetzung) , die keiner Ästhetik frönt, sondern die Sprache benutzt, um (auch fachwissenschaftlich) exakte Aussagen treffen zu können, könnte dazu beigetragen haben.

    Dennnoch ist es lohnend, sich - gleichwie - durch dieses Buch zu wühlen. Nicht nur zeigt sich Judith Butler darin als äußerst umsichtige Denkerin, die nicht einzig dem Patriarchat, sondern allem binären Denken im Feld der Geschlechteridentität den Kampf angesagt hat. Fast schon kühl und vor allem undogmatisch handelt sie ja die feministischen und psychoanalytischen Theorien ihrer Zeit ab (Luce Irigaray etwa und Monique Wittig; Sigmund Freud und vor allem Jaques Lacan) und deckt deren aus ihrer Perspektive zwangsweise aufscheinenden Schwächen auf.

    Butler zeigt aber darüber hinaus noch mehr, sie weist uns Möglichkeiten der Subversion auf fern aller radikaler Umsturzversuche. Ihre Methodik, die sie aus den parodistischen Aneignungen von - vermeintlich - heterosexuellen Praktiken in der Homosexuellenszene sowie den diskursanalytischen Arbeiten Michel Foucaults ableitet, ist dabei die der mannigfachen Rekontextualisierung. Eine durch Überlappungen, Überschneidungen, Versetzungen erzeugte Wucherung der Geschlechteridentitäten also, die jedes Konzept von Herrschaft untergräbt. So Butler. Erprobt, als Gesellschaft, haben wir ihre Ansätze kaum oder gar nicht. Obwohl der Titel ihres Buches in aller Munde liegt.

    Zeit also, dieses Buch zu lesen, über seine Gedanken zu diskutieren, unaufgeregt, aber beStimmt, wie es die Autorin selbst uns performativ in ihrem Buch aufzeigt.
  5. Cover des Buches Das Patriarchat der Dinge (ISBN: 9783832166298)
    Rebekka Endler

    Das Patriarchat der Dinge

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Kagali

    Nachdem ich letztes Jahr Unsichtbare Frauen las und es mich nicht vollständig überzeugen konnte, wurde mir im Anschluss mehrfach Das Patriarchat der Dinge empfohlen. Dementsprechend war ich mehr als neugierig, ob dieses Buch das Thema überzeugender behandeln würde, als das vorherige.

    Eine Welt gemacht von Männern für Männer
    Worum geht es in diesem Sachbuch überhaupt? Hinter dem fast schon poetischen Titel versteckt sich im Grund eine einzige Geschichte, nämlich die, dass unsere Welt von Männer für Männer gestaltet wurde und noch immer wird. Sei es Stadtplanung, Medizin oder schlicht das Design von Alltagsgegenständen, der weiße cis Mann ist die Norm und Frauen werden entweder gar nicht extra berücksichtigt (häufigster Fall) oder werden als absonderliche Anomalie betrachtet und bekommen eine lediglich verkleinert und pink angemalte Version angeboten, Stichwort shrink it and pink it. Das ist im besten Fall ärgerlich und unpraktisch für Frauen, die Gegenstände nutzen müssen, die nicht für sie gedacht ist, im schlimmsten Fall ist es jedoch lebensbedrohlich, nämlich dann, wenn Sicherheitsvorkehrungen und Konzepte beispielsweise im Auto die weibliche Anatomie ignorieren oder in der Medizin die Wirkung von Medikamenten nur an männlichen Körpern (sowohl bei Versuchstieren, als Menschen) getestet werden.

    Wer da noch behauptet, wir bräuchten keine Feminismus Bewegung mehr, sollte dringend dieses Buch lesen, denn Endler führt wirklich zahlreiche Beispiele auf, die zeigen, wie sehr Frauen auch im Alltag noch benachteiligt werden. Was der Autorin ebenfalls gut gelingt ist, die Verknüpfungen des Patriarchats und des Kapitalismus aufzuzeigen. Es mag zwar wenig überraschen, dass beide Hand in Hand gehen, doch hier bekommt man nochmal genaustens die direkten Auswirkungen dieser unseligen Paarung aufgezeigt.

    Rebekka Endler ist wütend, sehr wütend
    Wenn man von eben erwähnten lebensgefährlichen Datenlücken in Medizin, Katastrophenschutz und Sicherheit absieht, mögen all diese kleinen und großen Benachteiligen im einzelnen vielleicht nicht dramatisch sein und nein, ich sterbe nicht, weil in meine Jeanstaschen nichts außer ein paar Münzen passt, nichtsdestotrotz macht die Summe all dieser Benachteiligungen wütend. Zumal ja vieles davon einfach zu lösen wäre, wenn Frauen nur endlich mal mitgedacht werden würde. Und nur weil es vielleicht nichts lebensentscheidendes ist, ob ich als Frau z.B bei einer Gesundheitsapp mitbedacht erde oder nicht, heißt es doch nicht, dass man dies nicht kritisieren darf und ob der Ungerechtigkeit nicht verärgert sein darf. Wir Frauen haben also einen guten Grund wütend zu sein und ein Recht, dass man unsere Wut wahrnimmt. Dementsprechend hat auch Rebekka Endler allen Grund dazu, wütend zu sein und ja auch, diese Wut in ihr Buch einfließen zu lassen und sprachlich auch mal ausfallend zu werden. Das muss nicht jeder mögen, ist aber zu akzeptieren.

    Was in meine Augen jedoch nicht ok ist, ist bei all der Emotionalität des Themas die Recherche zu vernachlässigen und das geschieht in diesem Buch leider ein paar mal. Häufiger betrachtet sie bestimmte Beispiele aus einem sehr einseitigen, ihrer Argumentation zuträglichem Blickwinkel und lässt größere Kontexte außer Blick. Zum Beispiel erwähnt sie ein in Frauenhaut gebundenes Medizinbuch aus dem 19. Jh. und wirft dem Arzt, der dieses herstellte die krudesten Gewalt- und Rachefantasien vor. Dass das Binden, gerade von Medizinbüchern in Menschenhaut im 19. Jh. zwar nicht in Massen geschah, aber doch gängige Praxis (und nicht mit denselben moralischen Tabus belegt war, wie heute) war und dafür mehrheitlich die Haut von verstorbenen Männern verwendet wurde, erwähnt sie nicht. Tatsächlich haben viele derjenigen, deren Haut nach ihrem Tod als Einband endete, diese zu Lebzeiten genau dafür verkauft. Daher stammt auch das Sprichwort “seine Haut zu Markte tragen“. Durch das Weglassen dieses Kontextes, erscheint Endlers Beispiel jedoch in einem ganz anderen Licht, liest sich ihr Text doch jetzt so, als ob ausschließlich Frauen von sadistischen Ärzten als Form von Rache an dem gesamten weiblichen Geschlecht, gegen ihren Willen gehäutet wurden.
    Und solcherart Beispiele finden sich häufiger. Es ist völlig ok auch in einem Sachbuch emotional zu sein, trotzdem sollte doch eine gewisse fachliche Professionalität gewahrt werden, und Kontexte nicht ignoriert werden, nur weil das Gesamtbild dann nicht zu dem passt, was man erzählen möchte.

    (K)ein Buch über Feminismus im Allgemeinen

    Leider ist das nicht mein einziger Kritikpunkt am Buch. Was mir ebenfalls nicht ganz zusagte, ist die Art und Weise, wie die Autorin ihr Buch strukturiert. Im Vorwort schrieb sie noch, sie wolle kein allgemeines Buch über Feminismus schreiben, sondern sich ganz auf das titelgebende Patriarchat der Dinge konzentrieren. Letztendlich hat sie sich an diesen Vorsatz aber nicht gehalten und irgendwie doch ein allgemeines Feminismusbuch geschrieben. Denn während sie zunächst doch noch sehr eng beim Thema vom patriarchistischem Design bleibt, weicht sie selbst diesen Begriff immer weiter auf und redet am Ende über viele Sachverhalte, in denen es zwar um die Unterdrückung der Frau geht, die mit patriarchistischem Design jedoch nichts mehr zu tun haben. Hinzu kommt ein ausgeprägter Drang zum Abschweifen. Endler beginnt mit einem Theme, führt dazu dann noch konkrete Beispiele auf, zu diesen Beispielen jedoch folgen weitere Beispiele und schwupps, ist sie vom eigentlichen Thema abgewichen und findet auch oft den Weg dahin nur mühsam oder gar nicht wieder zurück. Das gestaltet das Lesen dieses Buches oftmals mühsam und langatmig, da man sich des Öfteren fragt “Warum reden die Autorin jetzt nochmal von dem und dem?”

    Dieser Hang zum Abschweifen führt auch dazu, dass eigentlich treffende und gute Aussagen etwas untergehen. An dieser Stelle wäre es einfach besser gewesen enger beim Thema zu bleiben und dieses dafür akzentuierter zu besprechen.

    Fazit:

    Auch dieses Buch über Sexismus im Design und Alltag konnte mich nur halb überzeugen. Das Thema ist wichtig, ja und Rebekka Endler listet zahlreiche wachrüttelnde Beispiele auf, die wütend und nachdenklich zugleich machen und führt uns Leser*innen gut die fatalen Zusammenhänge von Patriarchat und Kapitalismus vor. Leider verliert sie bei all der Wut hin und wieder sowohl den Blick fürs Wesentliche, als auch den auf die großen Kontexte, was ihre Argumente einseitig werden lässt.


    Folge mir ;)

    Diese und andere Rezensionen (mit zusätzlichem Coververgleich Deutsch/Original) findet ihr auch auf meinem Blog Miss PageTurner (https://miss-pageturner.de)

  6. Cover des Buches Warum Liebe weh tut (ISBN: 9783518467077)
    Eva Illouz

    Warum Liebe weh tut

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Selten ein so gutes soziologisch-fachwissenschaftliches Buch gelesen, dessen Inhalt sich am eigenen und beobachteten Leben bestätigen lässt: Geschlechterverhaltensweisen, die Einstellung von Männern zu Bindung und Beziehung, die Sexualisierung der Gesellschaft/Geschlechter und vielem mehr. Eva Illouz bringt die Rollen von Liebe und Geschlecht in pointierter Weise auf den Punkt, schreibt offen und lebendig, und arbeitet trotzdem mit fachwissenschaftlichen Ausdrücken und Interpretationsansätzen, sodass das Buch nicht in die pseudowissenschaftliche Literatur abdriftet. Erhellend, bestätigend und deshalb unbedingt empfehlenswert!
  7. Cover des Buches Das beherrschte Geschlecht (ISBN: 9783492236195)
    Sandra Konrad

    Das beherrschte Geschlecht

     (12)
    Noch keine Rezension vorhanden
  8. Cover des Buches Die neuen Frauen - Revolution im Kaiserreich (ISBN: 9783446244917)
    Barbara Beuys

    Die neuen Frauen - Revolution im Kaiserreich

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Elisabeth_Rettelbach

    Im Kaiserreich und vor allem dann in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg gewinnen die Frauen an Einfluss, üben erstmals auch Berufe aus, die selbstbestimmt sind (also nicht mehr nur Dienstmädchen etc.) und kämpfen (teilweise) für das Wahlrecht.

    Viele Frauenleben und -stimmen kommen zu Wort, teils sind das heute noch bekannte Namen, aber auch (zumindest mir) bisher unbekannte Powerfrauen und Pionierinnen z. B. Helene Lange, Paula Modersohn-Becker, Elisabeth Macke, Karen Horney, Asta Nielsen, Else Lasker-Schüler, Clara Zetkin, Agnes Bluhm, Gabriele Reuter, Hedwig Dohm und viele mehr.

    Das Buch war keine Sekunde langweilig. Vieles wusste ich schon ein bisschen, aber es waren so viele Überraschungen dabei, damalige Lebensstile von Frauen, mit denen ich für die Zeit nicht gerechnet hätte.

    Da das Buch sehr viele Events, Erlebnisse und Schicksale schildert, kann es nicht unbedingt jedesmal sehr in die Tiefe gehen, aber das Lesevergnügen war dennoch gar nicht nur oberflächlich. Die Autorin springt sehr spannend zwischen den Biografien hin und her, je nach Zeit und Thema des Kapitels, und ich habe wirklich sehr viel Neues und Interessantes erfahren, das mit diese Ära wirklich näher bringt.

    Unbedingte Empfehlung für Geschichtsfans!

  9. Cover des Buches Die Erfindung der Hausfrau – Geschichte einer Entwertung (ISBN: 9783749902408)
    Evke Rulffes

    Die Erfindung der Hausfrau – Geschichte einer Entwertung

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Nil

    Wer glaubt, dass die Hausfrau eine historisch uralte Institution ist, irrt gewaltig. Eine Entwicklung die Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt hatte und hoffentlich bald zu Grabe getragen wird.

    Sehr erhellend für diesen Erkenntnisgewinn ist das Sachbuch ‚Die Erfindung der Hausfrau - Eine Geschichte der Entwertung‘ von der Kulturwissenschaftlerin Evke Rulffes. Dieses Buch war erhellend wie kein anderes für mich zum Thema, vor allem was unser heutiges Rollenverständnis angeht.

    Der Bogen wird gespannt vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Es wird der Leserschaft vor Augen geführt wie es dazu kam, dass Frauen unentgeltlich die gesamte Haushaltsarbeit leisten. Wahnsinn wie die Veränderung sich durch die Jahrhunderte zog. Stelle man sich vor, dass Frauen im Mittelalter noch Teil vieler Zünfte waren und es undenkbar war, dass Frauen nicht gearbeitet haben, weil Familien das Geld einfach brauchten.

    Die Veränderung fand schleichend statt. Erst der Wandel vom Stand zum Bürgertum brachte den Stein ins Rollen. Denn die Repräsentanz sollte gewahrt werden, aber das Bürgertum hatte nicht das nötige Geld um Angestellte zu haben somit musste die Ehefrau und Mutter hier tätig werden.

    Den negativ Höhepunkt erreichte es 1900 als die Hausfrauenehe im BGB landete und Ehefrauen schlicht nicht mehr geschäftsfähig waren, da sie keine Entscheidungsgewalt mehr hatten und es gesetzlich verpflichtend war für Ehefrauen sich um das Heim und Kinder zu kümmern. In der BRD erst 1977 wieder abgeschafft. Dieses Hausfrauendasein ersparte dem Patriachat viel Geld, da sie ihren Lebensstandard halten konnte ohne Personal.

    Ein weiterer Aspekt ist die Einsamkeit der Hausfrau durch die Konzentration auf die Kernfamilie und eine Art Boreout durch die technischen Errungenschaften der 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts.

    Ein wirklich äußerst lesenswertes Sachbuch! Eine geschichtliche Entwicklung verknüpft mit den heutigen schier unerreichbaren Anforderungen an Mütter ausgelöst durch gesellschaftlichen Druck und eigen kreiertem Anspruch.

    Fazit: Auch gekaufter Kuchen macht Kinder glücklich.

  10. Cover des Buches Zynische Theorien (ISBN: 9783406781384)
    Helen Pluckrose

    Zynische Theorien

     (3)
    Aktuelle Rezension von: KlaraBellis

    Das Buch bietet einen umfangreichen Überblick über die Entstehung der sogenannten postmodernen Theorien, deren Weiterentwicklung in den vergangenen Jahrzehnten und deren Auswirkungen, wenn Wissenschaft und Aktivismus sich verbünden, um Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen, um letztlich das zu crashen, was man landläufig unter Humanismus, Feminismus oder auch unter wissenschaftlichem Arbeiten versteht.

    Es war für mich kein leicht wegzulesender Schmöker. Ich fand es eher anspruchsvoll und trocken geschrieben. Ab und zu sind sarkastische Äußerungen der Autoren eingestreut, die das Ganze vermutlich auflockern sollen, aber in den hochtrabenden Gedankengebäuden, die hier analysiert werden, eher deplatziert wirken.

    Beim Lesen der zahlreichen Zitate aus Originalquellen hatte ich immer wieder den Eindruck, ich würde keine philosophischen oder sozialwissenschaftlichen Theorien lesen, sondern die Leitsätze eines esoterischen Kultes. Dieser Eindruck unterstützt meine Beobachtungen, die ich in den vergangenen Jahren auf Twitter in vermeintlich progressiven Blasen gemacht habe. 

    Das Buch hat mir geholfen, Diskussionen zu Mikroagressionen, die Wichtigkeit von Triggerwarnungen in Büchern und die Forderungen nach dem Umbau der Sprache etc. (um nur einige wenige Beispiele zu nennen …) besser einzuordnen und den kultähnlichen Hintergründen dieser Ideen auf die Spur zu kommen und diese zu hinterfragen.

  11. Cover des Buches Warum Feminismus gut für Männer ist (ISBN: 9783962890551)
    Jens van Tricht

    Warum Feminismus gut für Männer ist

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Jo_Ri_09

    Absolut Goldwert. Hat mich sehr bereichert und bestärkt auf einem guten Weg zu sein.

  12. Cover des Buches King Kong Theorie (ISBN: 9783462052398)
    Virginie Despentes

    King Kong Theorie

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Jenny1804

    Neue Perspektiven, toll geschrieben, spannend

  13. Cover des Buches Schwangerwerdenkönnen (ISBN: 9783897414358)
    Antje Schrupp

    Schwangerwerdenkönnen

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  14. Cover des Buches Politische Männlichkeit (ISBN: 9783518127650)
    Susanne Kaiser

    Politische Männlichkeit

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Das Gehirn hat kein Geschlecht (ISBN: 9783423282536)
    Daphna Joel

    Das Gehirn hat kein Geschlecht

     (4)
    Aktuelle Rezension von: oceanlover

    Die Neurowissenschaftlerin Daphna Joel und Wissenschaftsautorin Luba Vikhanski erklären das Konzept vom Gehirn als Mosaik - dass es zwar durchaus (statistische) Unterschiede bei den Gehirneigenschaften, nicht aber "männliche" und "weibliche" Gehirne und schon gar keine biologischen Determinismen á la "Männer sind halt so und Frauen so" gibt. Es geht neben Hirnaufbau und -scans auch viel um Verhalten und Wechselwirkungen zwischen Umwelt und charakterlichen Eigenschaften; dass Hirnstrukturen eben nicht alleinige Erklärung für unser Wesen sind.

  16. Cover des Buches The Age of Innocence (ISBN: 9789861783222)
    Edith Wharton

    The Age of Innocence

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Meine Meinung

    Ich bin normalerweise kein großer Fan von Dreiecksgeschichten, „The Age of Innocence“ war da jedoch eine seltene Ausnahme. Protagonist Archer steht zwischen zwei Frauen, die repräsentativ auch für zwei unterschiedliche Lebensentwürfe stehen. Auf der einen Seite ist da seine Verlobte May Welland, die für alles steht, was sein Umfeld als konventionell und „angebracht“ betrachtet. Auf der anderen Seite ist da Ellen Olenska, in jeder Hinsicht unkonventionell und von der Gesellschaft aus Gründen, für die sie nichts kann, geächtet. Die Geschichte der drei und insbesondere die von Archer und Ellen mitzuverfolgen war herzzerreißend und oft frustrierend.

    Die Figuren sind in den Konventionen ihrer Zeit gefangen, auch wenn sie sich gegen sie auflehnen, und können nicht aus ihrer Haut. Alle drei Figuren war äußerst interessant und vielschichtig. Ich habe lange gebraucht, um zu entscheiden, ob ich den Protagonisten Archer nun mag oder nicht. Ich würde sagen, dass er ein guter Mensch ist, auch wenn ich über sein Verhalten manchmal nur den Kopf schütteln konnte. Wir lernen Ellen Olenska nur aus Archers Perspektive kennen – bis zum Ende bleibt sie mysteriös und es fiele mir schwer, ihren Charakter in ein paar wenige Adjektive zu zwängen. May habe ich anfangs als unschuldiges, naives und ein bisschen einfältiges Mauerblümchen eingeschätzt. An mehreren Stellen im Roman wird jedoch deutlich, dass hinter der stillen, braven Fassade um einiges mehr steckt als man denkt.

    „The Age of Innocence“ gibt einen schillernden, sehr lebendigen Einblick ins Leben der New Yorker Oberschicht der 1870er Jahre. Die Anmerkungen meiner Ausgabe (Penguin Classics Taschenbuch) haben mir sehr dabei geholfen z.B. die Symbolik bestimmter Details zu verstehen.
  17. Cover des Buches GenderGaga (ISBN: 9783863340452)
    Birgit Kelle

    GenderGaga

     (28)
    Aktuelle Rezension von: kvel

    "Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will" (Buchuntertitel)


    Inhalt:
    Die Gender-Ideologie hält Einzug in sämtliche Bereiche - denn wohl niemand kann es sich in der Öffentlichkeit leisten, sich der gut gemeinten Absicht zu verwehren.
    Da müssen Lehrpläne umgeschrieben werden.
    Die korrekten Begrüßungsworte eines Redners an sein Publikum werden immer länger und für die Zuhörer ermüdender.
    Und das beim Lesen sperrige "Innen" ist dabei noch unser Aller geringstes Problem.


    Beispiele:

    "... die Begriffe "Vater" und "Mutter". In Bern gilt nun die amtliche Empfehlung, diese biologistischen und deswegen auf jeden Fall sehr ausgrenzenden Begriffe durch "Elter 1" und "Elter 2" zu ersetzten. ... Richtig ist nämlich nur, dass Kinder in der Regel von Erwachsenen großgezogen werden. Elternschaft aus gendersensibler Perspektive aber eine ganz verzwickte Sache ist. ... Und in welches Formular dürfen sich zwei Väter eintragen, wenn dort nach einer Mutter gefragt wird?" (S. 26)


    "Ist die "Trans-Frau" wirklich weiblich? Und was ist der Unterschied zur "Trans*Frau", "transweiblich", "trans*weiblich", "transgender-weiblich", "Transsexuellen Frau", "Inter-weiblich", "Inter*Frau", "XY-Frau" und "Femme" - und wer zur Hölle will das überhaupt wissen?" (S. 41)


    ""Frauen und Kinder zuerst" - dass Männer in Sachen Rettungsanspruch schon immer hintenanstanden, hat auf hoher See Tradition. In Sachen Gender Mainstreaming gilt dieser Grundsatz allerdings auch an Land. 17 Jahre nachdem es im Amsterdamer Vertrag der EU verankert wurde, ist immer noch klar: Wo Gleichstellung draufsteht, ist Frau drin. Also meine Herren lassen sie sich nicht täuschen: Sie waren mit Gleichstellung nie gemeint, und Sie werden auch nie gemeint sein, denn Sie gehören zur privilegierten Kaste der Männer und stehen damit auf der Täterseite. Wieso sollten wir Ihnen also irgendwie helfen müssen? Gut, die Kleinlichen unter Ihnen könnten darauf verweisen, dass doch in diesen Gender-Absätzen der EU irgendwas von "allen Geschlechtern" drinsteht. Das ist aber nur das Kleingedruckte, ... Mehr als 1900 kommunale Frauen- und Gleichstellungsbüros auf der einen Seite. Männerbeauftragte: 0. Über 200 Lehrstühle für Frauen- und Gender-Forschung. Lehrstühle für Männerforschung: 0." (S. 59)


    Meine Meinung:

    Der flotte Schreibstil gefällt.

    Die Autorin hat ein sehr gutes Gespür pointiert zu erzählen.

    Sie zeigt Ecken und Kanten dieses Gender-Mainstreams, an die ich im Traum nicht gedacht hätte - von daher birgt das Buch wirklich interessante Einblicke - und wenn man schon mal am Nachdenken ist:
    Da wird wirklich viel Geld verbrannt!


    Fazit: Lesenswert!


  18. Cover des Buches Die Wahrheit über Eva (ISBN: 9783499000546)
    Carel van Schaik

    Die Wahrheit über Eva

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Maika_Adam

    War es schon immer so, dass das „starke Geschlecht“, also die Männer, mehr zu sagen haben als die Frauen? Leben wir heute – in den westlichen Demokratien – in einer Ausnahmewelt, in der auch die Frauen Mitspracherecht haben und sogar Kanzlerin werden können?

    Nein, eher nicht: Carel van Schaik und Kai Michel beschreiben in „Die Wahrheit über Eva“ die Entstehung des als normal empfundenen patriarchalen Systems, somit die Historie der mangelnden Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Ein wirklich spannendes Buch, das vieles dessen, was wir als „normal“ oder „natürlich“ empfinden, als gesellschaftlich bedingt entlarvt.

    Ein Zitat soll Lust auf das spannende Buch machen:

    „Wir haben es mit einer männlich deformierten Realität zu tun, die so tut, als sei sie die tatsächliche Wirklichkeit, dabei ist sie nur ein kulturelles Produkt, eine Simulation. Geschichten wie die von Eva, immerhin der Anfang des mächtigsten Buchs der Weltgeschichte, dienten dazu, den Frauen (und Männern) zu suggerieren, dass diese Verzerrung die Normalität sei, gottgegeben. Wir leben in einer patriarchalen Matrix – der Patrix.“ (S. 31)

    Es gibt keinen naturgegebenen Grund, warum Männer und nicht Frauen –oder aber beide – herrschen sollten. Es liegen kulturelle Ursachen vor. Die entwickeln sich, wie die zwei Autoren darstellen, im Wechsel von den Jäger-und-Sammler-Kulturen zu landwirtschaftlich und von Mangel geprägten Siedlungsformen über früh-christliche und römisch-griechische Einflüsse bis zum Wirken der katholischen Kirche.

    Vom Inhalt her sehr interessant, zudem gut geschrieben. Ich habe das Buch gerne gelesen und mich dabei oftmals gefragt: Wie wäre die Welt geworden, wenn wir ausgehend von keltischen und germanischen Kulturen ohne römische und katholische Einflüsse eine Zivilisation aufgebaut hätten?

  19. Cover des Buches Rahmenwechsel (ISBN: 9783050028552)
    Beate Söntgen

    Rahmenwechsel

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Hitlers Helferinnen (ISBN: 9783596032396)
    Wendy Lower

    Hitlers Helferinnen

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Wendy Lower ist eine amerikanische Historikerin und hat sich eines noch ziemlich unerforschten Themas angenommen: Welche Rolle spielten die Frauen im NS-Reich?  

    In sieben Kapitel geht sie der Frage nach, welchen Anteil die Frauen an den Gräueltaten hatten.         

    • Die verlorene Generation deutscher Frauen
    • "Der Osten braucht dich!"
    • Augenzeuginnen
    • Komplizinnen
    • Täterinnen
    • Warum haben sie gemordet?
    • Was geschah mit ihnen?  

         

    Exemplarisch greift sie rund ein Dutzend Frauen, darunter eine Lehrerin, Krankenschwestern, Sekretärinnen und Ehefrauen heraus. Es gibt tausende junge Frauen, die dem Ruf des „Führers“ freiwillig folgen. Was treibt sie an? Was erwarten sie? Karriere, Anerkennung oder schnöder Mammon?

    Meine Meinung: 

    Das Buch heißt auf Englisch „Hitler Furies“ (also „Hitlers Furien“), was ein wesentlich aussagekräftigerer Titel ist, als „Hitlers Helferinnen“. Mit Helferin assoziiert man immer etwas Nettes, Gutes. Doch diese Frauen sind weder nett noch gut. Sie erschießen oder erschlagen Kinder von eigener Hand, lassen Menschen verhungern oder geben tödliche Injektionen. Sie bereichern sich am Schmuck, der Kleidung und wohnen in den Häusern der ermordeten Juden.  

    Das Buch ist, zugegeben schwere Kost. Allerdings überzeugt mich die Darstellung nicht zur Gänze. Es gibt keine wirkliche wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas. Ist das Sample einfach zu gering? Stehen zu wenige Unterlagen zur Verfügung? 

    Der Umgang mit den Mörderinnen nach dem Krieg wird erzählt: Kaum eine Frau wird wirklich angeklagt, wenn doch, dann eher frei gesprochen als verurteilt. Woran das liegt? Einerseits daran, dass man den Frauen solche Grausamkeiten nicht zutraut und andererseits, weil den Belastungszeugen kaum geglaubt wird. Die Aussagen von überlebenden Juden werden geringer gewertet als die Aussagen der Angeklagten. Hier hat sich die Nachkriegs-Rechtsprechung nicht gerade mit Ruhm bekleckert.   

    Einen guten Einblick in das Leben der Frauen während des Krieges erhält der Leser durch eine Reihe von Fotos, z.B. Frauen mit Gewehr in der Hand. Die Autorin zitiert aus Briefen und Dokumenten. Einige davon sind abgebildet. 

    Eindeutig widerlegt wird das Vorurteil, dass eine von Frauen regierte Welt, weniger grausam sein könnte, auch wenn das die militanten Vertreterinnen der Emanzipation so gerne haben möchten.  


    Fazit: 

    Es ist wichtig und richtig, dass sich die Autorin dieses bislang noch nicht erforschten Themas angenommen hat. Allerdings müsste hier noch mehr und gründlicher geforscht werden. Vielleicht gibt dieses Buch ja den nötigen Anstoß.

  21. Cover des Buches Die neue Liebesordnung (ISBN: 9783518064870)
    Eva Illouz

    Die neue Liebesordnung

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Nespavanje

    Bevor Shades of Grey erschienen ist und die heimischen Bestsellerlisten im Sturm erobert hat, ist Eva Illouz mit "Warum Liebe weh tut" der Liebe soziologisch auf den Grund gegangen. Sie analysiert darin den Einfluss von Kapitalismus und Massenmedien auf Gefühls- und Beziehungskonzepte in der modernen Gesellschaft,ausgehend des 19. Jahrhunderts und immer mit gut fundierten Beispielen. Und auch wenn es nicht viele zugeben werden - ich hab auch die Shades of Grey - Trilogie gelesen und dabei hab ich mich immer gefragt, was wohl Eva Illouz über SoG denkt. Das die Soziologien es auch tatsächlich gelesen hat und mit - Die neue Liebesordnung - einen Essay darüber geschrieben hat, konnte ich im ersten Moment gar nicht glauben.


    Illouz schreibt in diesem Sachbuch nun über den Werte- und Moralwandel der anscheinend durch SoG ausgelöst wurde, was ein wenig obsolet ist, bedenkt man, dass E. L. James die Urfassung von SoG, bevor sie damit berühmt geworden ist, von einer Internetseite löschen musste, weil die beschriebenen sexuellen Inhalte moralisch nicht vertretbar waren. Dennoch war ich höchst neugierig, wie denn nun Frau Illouz Christian Grey und Anastasia Steele analysiert und ihre Sicht der Dinge darlegt. Um nicht zu viel zu verraten: Ich war dann doch sehr erstaunt was sie alles entdeckt hat und wie sie die eigentlich doch sehr klassische Liebesgeschichte interpretiert.

  22. Cover des Buches Was sind Frauen? Was sind Männer? Gender Studies (ISBN: 9783518117354)
  23. Cover des Buches Trans. Frau. Sein. (ISBN: 9783960428053)
    Felicia Ewert

    Trans. Frau. Sein.

     (5)
    Aktuelle Rezension von: spookytree

    Auf dieses Buch habe ich schon lange vor seiner Erscheinung voller Vorfreude gewartet. Seit Jahren folge ich Felicia Ewert auf Twitter und bin begeistert von der ganzen Aufklärungsarbeit, die sie dort leistet – unbezahlt und oft im Fadenkreuz transfeindlicher, misogyner und lesbophober Tweets. Eine so undankbare wie wichtige Aufgabe, der sie mit Bravour nachkommt.

    Das Buch allerdings, muss ich sagen, hat mich leider enttäuscht.
    Inhaltlich habe ich nichts auszusetzen – in detailgenauer Arbeit analysiert die Autorin die Aspekte des Transsexuellengesetzes, legt die Verflechtungen von Ableismus und Transfeindlichkeit offen, erzählt von alltäglichen absichtlichen wie unabsichtlichen Feindseligkeiten gegen trans Personen. Bei all dem verliert sie nie die Tatsache aus den Augen, dass von allen Menschen Transfeindlichkeit ausgehen kann, da wir alle, auch Personen voll guten Willens oder Personen, die selbst trans sind, in einer Gesellschaft der strukturellen Diskriminierung aufwachsen. Diese Positionierung innerhalb eines Systems anstatt der eine „objektiven“ Beobachtungsinstanz ist etwas, das ich in vielen kritischen Texten vermisse.

    Das Enttäuschende war, dass das Buch wohl nur durch einen sehr, sehr oberflächlichen Lektoratsprozess durchlaufen hat. Bei diesem Thema bin ich bei kleinen/unabhängigen Verlagen sowie Self-Publishern eigentlich sehr kulant. Ich schwenke die Flagge des Teams „Inhalt über Form!“ und wenn ich twittere ist mir kaum etwas weniger wichtig als korrekte Rechtschreibung oder Grammatik. In diesem Buch aber wimmelte es in einem solchen Maße von Tippfehlern, seltsam platzierten Satzzeichen und unvollständigen Sätzen, dass teilweise das Verständnis des Inhalts sehr erschwert wurde. Hinzu kommt eine häufige Verwendung von Internet-Sprechweise (*zwinker*, lmao) und ständige Verweise auf online-Diskurse.

    Ich kann selbst nur sagen, das Buch verstanden zu haben, weil ich mich mit den angesprochenen Themen schon vorher ziemlich gut auskannte und auch relativ gut dabei bin was ein aktuelles Wissen darüber betrifft, was in LGBT-Online-Communities gerade diskutiert wird. Als ein Einstieg für Menschen, die sich mit der Thematik Transsexualität noch überhaupt nicht auseinandergesetzt haben, und vielleicht auch gar nicht so viel im Internet unterwegs sind (ich denke da so an – ältere – Freund*innen und Verwandte, denen man vielleicht mit einem Buch einen kleinen Gedankenanstoß geben möchte, bevor man sich outet) kann ich das Buch leider nicht empfehlen.

  24. Cover des Buches Das Deutsche als Männersprache (ISBN: 9783518112175)
    Luise F Pusch

    Das Deutsche als Männersprache

     (2)
    Aktuelle Rezension von: alma
    Wem Luise F. Pusch kein Begriff ist, der sollte dies schleunigst ändern, denn eine Frau mit so blitzgescheiten Ideen zu verpassen ist kein faux pas sondern Sünde und dies vor allem, wenn betreffende Dame ihre phantastische Klugheit nicht mit Witz anbiedern muss, nicht mit Sanftmut einwickeln muss, nicht typisch weiblich irgendwo knapp an Hysterie vorbeischrammt um ja nicht typisch weiblich zu sein. Luise ist klug und hat Ideale und findet Worte dafür: Die Deutsche Sprache als Hort, ja als Brutstätte der Frauenverachtung, -negierung und -entindividualisierung, unser täglich Maulvoll hinterfragt und abgestraft und das alles macht auch noch Spaß, denn: Wenn eine Schulklasse voller Mädchen aus Schülerinnen besteht, warum reicht ein einziger hinzukommender Junge in dieser Gruppierung aus, uns von Schülern sprechen zu lassen? Es sind nämlich nicht mehr die Schüleinnen - weil es eine Beleidigung für den Jungen wäre, nicht wahr? Na huch! Nun, bitte lesen Sie dieses Buch und beschweren Sie sich, wann immer sie können, über jede Form der Vermännlichung Ihrer Person, wete Dame.

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