Bücher mit dem Tag "generation"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "generation" gekennzeichnet haben.

31 Bücher

  1. Cover des Buches Neon Birds (ISBN: 9783404200009)
    Marie Graßhoff

    Neon Birds

    (478)
    Aktuelle Rezension von: Nick_Shadowheart

    Das Buch fängt sehr actiongeladen an. Man wird sofort reingeworfen, fiebert aber auch gleich mit. Die Überleitung von einem zum nächsten Charakter fand ich sehr gelungen. Wir haben im Prinzip 4 Hauptcharaktere, die sich in 2 Teams einteilen lassen. 

    Nach der Action kommt das Buch erstmal ein wenig zur Ruhe, sodass man die Welt ein wenig mehr kennenlernen kann. Auch die Militärakten geben Einblicke in bestimmte Sachverhalte. Jeder der Charaktere macht einiges durch, sodass ich verstehe, dass sie zum Teil sehr verschlossen sind, aber ich hätte mir da noch ein wenig mehr Austausch erhofft. Mehr über Andras Kultur, Flovers Hintergrund, Lukes Leben, Okijens Körper und Empfindungen. Vlt wird ja einiges in den nächsten Teilen noch aufgegriffen. Ich möchte auch irgendwie mehr Interaktionen zwischen den Charakteren. Ob es noch romantisch wird, mal sehen. Es kann muss aber nicht. Mal sehen was sich noch entwickelt. Trotzdem spürt man jetzt schon, dass sich manche von ihnen einfach viel bedeuten.

    Das Buch endet dann auch nochmal mit spannungsgeladener Action und einem fiesen Cliffhänger.

  2. Cover des Buches Für immer in deinem Herzen (ISBN: 9783596521623)
    Viola Shipman

    Für immer in deinem Herzen

    (285)
    Aktuelle Rezension von: Engelchen07

    Alle Frauen der Familie Lindsey besitzen ein Armband mit Glücksbringern, Großmutter Lolly, Tochter Arden und Enkelin Lauren. Die Anhänger werden von Generation zu Generation weitergegeben. 

    Die Großmutter Lolly lebt schon lange alleine. Sie ist im Dorf zwar seh beliebt, aber dennoch fühlt sie sich sehr einsam. Als kleiner Hilferuf schickt sie einen Brief mit Anhängern zu Arden und Lauren. Beide verstehen den Hinweis und eilen zu Lolly. 

    Dort lernen die beiden mehr über die vielen Anhänger an dem Armband ihrer Großmutter, denn jeder Anhänger hat seine eigenen Geschichte.... 

    Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Man sieht regelrecht, wie die Generationen in diesem Buch durch die Familiengeschichte zusammenwachsen. Der Schreibstil der Autorin ist einfach und man kann sehr gut folgen. Mir hat das Buch gut gefallen.

  3. Cover des Buches Während die Welt schlief (ISBN: 9783453427808)
    Susan Abulhawa

    Während die Welt schlief

    (262)
    Aktuelle Rezension von: Iris1972

    Der Roman schildert das Schicksal einer palästinensischen Familie über mehrere Generationen hinweg und ist eng mit dem Israel-Palästina-Konflikt verknüpft. Im Zentrum der Geschichte steht Amal, die im Flüchtlingslager Jenin aufwächst und deren Leben stark von Krieg, Flucht und Verlust beeinflusst wird.

    Die Geschichte setzt mit der Vertreibung der Familie aus ihrem Dorf im Jahr 1948 ein. Anschließend verfolgt man Amals Leben – von ihrer Kindheit im Lager bis zu ihrem späteren Leben im Exil in den USA. Auch dort lässt sie die Vergangenheit nicht los, da der Konflikt weiterhin ihr Denken und Fühlen prägt.

    Der Roman verknüpft persönliche Lebensgeschichten mit historischen Ereignissen und greift dabei zentrale Themen wie den Verlust der Heimat, die Suche nach Identität, Liebe sowie die Hoffnung auf Versöhnung auf.

    Ein schonungsloses Zeugnis vom Leben als Flüchtling. Brutal und berührend zugleich.


  4. Cover des Buches DAEMON (ISBN: 9783499256431)
    Daniel Suarez

    DAEMON

    (310)
    Aktuelle Rezension von: Stephanva

    Dieses Buch weiß wirklich zu überzeugen. Auch wenn es inhaltlich schon etwas in die Jahre gekommen ist, ist die Idee dahinter sehr spannend. In der Fortsetzung "Darknet" wird die packende Geschichte zu Ende erzählt. 

    Daniel Suarez zeichnet eindrücklich ein Bild von einer sich verändernden Gesellschaft, wenn der Einsatz von virtueller Realität die "reale" Welt unterläuft. Geschickt erzählt er, wie verschiedene technische Innovationen ganze Gruppen verändern können. Dabei zeigen die verschiedenen Charaktere sowohl die hellen als auch dunklen Seiten der Menschen, die eine solche Veränderung mit sich bringt.

    Deamon und Darknet sind eine absolute Leseempfehlung!

  5. Cover des Buches Generation Beziehungsunfähig (ISBN: 9783841906182)
    Michael Nast

    Generation Beziehungsunfähig

    (108)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Ein unbequemes Buch, denn es regt zum Nachdenken und Reflektieren an. Ja, es ist nicht alles nett und schön, was der Autor hier von sich gibt. Ich bin auch nicht mit allem einverstanden, aber ich fand es dennoch kurzweilig und unterhaltsam und für mich persönlich enthält es auch einige Wahrheiten. 

    12.01.2026

  6. Cover des Buches Die Hexenholzkrone 1 (ISBN: 9783608984774)
    Tad Williams

    Die Hexenholzkrone 1

    (59)
    Aktuelle Rezension von: Rieka

    Es gibt so viele wundervolle Zitate in diesem Buch, dass es einem vorkommt, als halte man eines der großen weisen Werke aus Tiamaks Büchersammlung in Händen. 

    Es ist wieder sehr spannend, mit den politischen Entwicklungen und vielen neuen Charakteren. Am liebsten mag ich das Trio Prinz Morgan, Qina und Klein-Snenneq. Aber auch auf das Geheimnis von Jarnulf und Tanahaya bin ich sehr gespannt. 

    Schnell den nächsten Band schnappen und weiterlesen - nach diesem Cliffhanger am Ende.

  7. Cover des Buches Deutschstunde (ISBN: 9783455009484)
    Siegfried Lenz

    Deutschstunde

    (304)
    Aktuelle Rezension von: dunis-lesefutter

    Wer von euch hält sich für pflichtbewusst? Finger hoch!👆🏻

    Uwe Jepsen ist ein Ausbund an Pflichtbewusstsein. So sehr, dass er sogar über die Gültigkeit der Pflicht hinaus es für seine Aufgabe hält, ihr nachzukommen.


    Er ist Polizist im fiktiven Rugbüll unter der Herrschaft der Nationalsozialisten, die gegen den Maler Max Ludwig Nansen (eine Reminiszenz an Nolde/Beckmann/Kirchner) ein Malverbot verhängt haben. Jepsen überbringt die Botschaft und beaufsichtigt gewissenhaft die Entsorgung der Kunstwerke und die Einhaltung des Verbots. Sein Sohn Siggi versteht die Hartherzigkeit des Vaters nicht. Er versteckt Bilder des Malers. Als die Schreckensherrschaft endet fühlt sich Uwe Jepsen nach seiner Entnazifizierung immer noch dafür verantwortlich, den Maler zu schikanieren und seine Bilder zu vernichten. Als er seinem Sohn auf die Schliche kommt, der gegen ihn arbeitet, nimmt er auch diesen in die Mangel. Siggi entwickelt daraufhin die Manie die Bilder des Malers entwenden und verstecken zu müssen. Er wird erwischt und landet in einer Erziehungsanstalt. Dort schreibt er einen Aufsatz über die „Freuden der Pflicht“ und das Ergebnis lesen wir in dem Roman.


    Siegfried Lenz Meisterwerk wurde nach seinem Erscheinungsjahr 1968 eins der meistverkauften Bücher in der die Deutschstunde nicht nur einen Aufsatz darstellt, sondern auch deutsche Geschichte aufarbeitet. Schnell wurde es zur Schullektüre. Ich habe es allerdings jetzt zum ersten Mal gelesen.


    Lenz hat hier gleich dreimal Menschen in die Pflicht genommen. Uwe Jepsen, der aus blindem Gehorsam Macht ausübt und sie in Pflichtbewusstsein verkleidet, den Maler Nansen, der es unermüdlich als seine Pflicht ansieht sich dem Druck des Polizisten nicht zu beugen und letztendlich Siggi, der sie umkehrt und eine pathologische Pflicht entwickelt, die Bilder zu retten.

    Uwe Jepsen ist ein kalter, von sich selbst und den Menschen enttäuschter Mann, der sogar seine Söhne opfern würde, um nach außen hin als fleißiger und gewissenhafter Staatsdiener dazustehen. Er ist blind für Veränderung und die Gefühle seiner Familie.


    Der Plot ist in Norddeutschland angesetzt, und der Menschenschlag ist auch durch die Sprache gut wiedergegeben. Mir war’s allerdings das ein ums andere Mal zu ausschweifend und 200 Seiten weniger hätten dem Roman ganz gut getan.

    Durch die Fülle an direkten und indirekten Dialogen, in denen sich Sätze wiederholten und Gespräche stattfanden, die nichts zur Handlung beitrugen, wich die Handlung immer wieder ab, was dem Spannungsbogen schadet. Lenz bediente sich da beides stilistischen mittels wörtliche Rede nicht durch Anführungszeichen zu kennzeichnen, also damals gab’s das auch schon.


    Die Geschichte wird in zwei Perspektiven erzählt, jeweils von Siggi‘s Ich ausgehend: im Rückblick und in der damaligen Gegenwart der Besserungsanstalt. 


    Zum Schluss hätte ich mir den Plot etwas runder gewünscht, wobei ich mit dem offenen Ende gut leben kann.


    Inhaltlich ist dies aber ein wichtiges Buch und die Frage danach, wann Verantwortungsbewusstsein endet und Machtmissbrauch beginnt, ist auch heute wieder aktueller geworden.


    Die Parallelen zu realen Malern sind mir sofort ins Auge gefallen. Allerdings scheint Lenz, als er den Roman geschrieben hat, die nationalsozialistische Vergangenheiten Noldes noch nicht klar gewesen zu sein.


    Ein wichtiger, moderner Klassiker, der manchmal etwas ausufert, trotzdem aber lesenswert deutsche Geschichte aufarbeitet.

  8. Cover des Buches Die dunkle Seite der Liebe (ISBN: 9783446286245)
    Rafik Schami

    Die dunkle Seite der Liebe

    (120)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania
    Es fällt mir ein bisschen schwer, eine Rezension über dieses Buch zu schreiben.
    Vor Monaten hatte ich angefangen "Die dunkle Seite der Liebe" im Urlaub zu lesen. Doch irgendwie bekam ich ganz schlecht einen Zugang. Seitdem ruhte es. Nun habe ich mich wieder damit befasst und musste feststellen, dass der Zeitpunkt oder die Umstände vielleicht einfach ungünstig waren.
    Es gibt zwei verfeindete Clans: die Schahins und die Muschtaks. Gefühlt ging es auf den ersten 200 Seiten um ganz viele Generationen beider Clans, die immer wieder im Clinch lagen und immer wieder zwei Liebende aus der jeweils anderen Familie hervorbrachten. Niemals konnten die Väter das dulden, die Kinder wurden quasi immer verstoßen.
    Dann aber handelte der Rest des Buch von einer bestimmten Muschtak-Familie, in der der Sohn Farid die Hauptrolle spielte. Auch er verliebt sich, natürlich, in eine Tochter der "falschen" Familie: Rana Schahin. Sie kämpfen um ihre Liebe, jahrelang. Und währendessen wird die Geschichte Syriens erzählt, die Kultur und die Religion Syriens deutlich und vor allem die Probleme, die dieses Land in der Vergangenheit und sicherlich auch heute noch hat. Ein komplexer Roman, der aus verschiedenen "Mosaikteilen" besteht, wie es der Autor selbst ausdrückt. Er teilt sein Buch in verschiedene Bücher, so so gibt es das "Buch des Lachens", das "Buch der Liebe", das "Buch der Farbe", das "Buch des Todes" und noch einige mehr. Erst aus allen Teilen ergibt sich dann eine vollständige Geschichte, die schön und traurig, brutal und liebevoll, lustig und zum Verzweifeln ist.
    Doch über allem hängt die Kultur Syriens, die ich so wenig nachvollziehen kann. Zwangsehen, die Bedeutungslosigkeit von Frauen, fehlende Rechte von Frauen, fehlende Gerechtigkeit, übermäßige Brutalität durch das Militär. Folter und Schläge sind an der Tagesordnung, man darf seine Meinung nicht kundtun und immer so weiter.
    Für mich ein einziger Aufreger. Dennoch ein gutes Buch und wenn mich diese ganzen Aspekte nicht so aufregen und mir den Lesegenuss nehmen würden, könnte ich sicher auch mehr Sterne vergeben. Ich glaube es ist ein wichtiges Buch, um Europäern die Kultur der Syrer näher zu bringen. Ob es hilft, sei dahin gestellt.
  9. Cover des Buches Cat & Cole 1: Die letzte Generation (ISBN: 9783522505598)
    Emily Suvada

    Cat & Cole 1: Die letzte Generation

    (313)
    Aktuelle Rezension von: MaggieMaus

    Ich hab schon während des Lesens gemerkt, dass das Buch Lieblingsbuch-Potential hat. Ich bin geflasht, ich habe alle möglichen Gefühle gefühlt, einfach ein Volltreffer für mich.

    Da ich Programmiererin bin, fiel es mir sehr leicht mich in Cat hineinzudenken. Ich war gleich von Beginn an sehr begeistert von ihr und habe mich selbst motiviert gefühlt für meinen Job. Wie schön dass ein Buchcharakter sowas bei einem auslösen kann.

    Die letzten Kapitel konnte ich nicht aufhören zu lesen, es war so spannend!
    Super Balance zwischen genug Action und Zeit für den Ausbau der Tiefe der Charaktere.


    Was soll ich mehr sagen.. Ich habe das Buch als ebook gelesen, werde es mir aber noch als richtiges Buch holen für mein Regal.

    Danke an Emily Suvada für dieses Buch! Ich freue mich auf Teil 2 :)))

  10. Cover des Buches Wild Cards. Die erste Generation 01 - Vier Asse (ISBN: 9783764531539)
    George R. R. Martin

    Wild Cards. Die erste Generation 01 - Vier Asse

    (24)
    Aktuelle Rezension von: schlumpitschi_liebt_buecher

    Wie alles begann...
    Außerirdische lassen über der Erde das Wild Card Virus fallen, Jetboy versucht es zwar zu verhindern, aber er scheitert.
    Durch das Virus entstehen eine ganz neue Art von Menschen, welche mit Superkräften, aber auch ganz missgestaltete.
    Das Buch erzählt von der ersten Generation.

    Das Buch ist wirklich interessant gestaltet. Jeder Autor oder Autorin schreibt ein Kapitel aus einer anderen Sicht und so bekommt das Buch eine komplette eigenständige Geschichte.

    Mir hat das Buch zwar gut gefallen, aber dadurch, dass ständig die Sicht gewechselt wird bin ich erst gegen Ende so richtig reingekommen. Ich glaube aber dass es sich im nächsten Band bessern wird, dass war auch so in der anderen Reihe auch so.

    Die Story ist echt spannend, es ist zwar fiktiv, aber parallel passieren echt Ereignisse aus der Geschichte.

    Ich muss erst den nächsten Band lesen um euch zu sagen, ob es eine Leseempfehlung ist oder nicht.

  11. Cover des Buches Die Unschärfe der Welt (ISBN: 9783608984866)
    Iris Wolff

    Die Unschärfe der Welt

    (175)
    Aktuelle Rezension von: querbeetgelesen

    "Die Unschärfe der Welt" beschreibt die Geschichte einer Familie. Angefangen bei Hannes, seiner Frau Florentine und der Mutter Florentine, beginnt der Leser in eine ganz andere Welt einzutauchen. Diese Welt liegt viele Jahre zuvor, um Ende 1960, in einem Dorf in Rumänien. Wir lernen die Familie kennen, die Probleme mit denen die Menschen früher umzugehen hatten. Im Verlauf der Geschichte kommen weitere Personen dazu, wie Samuel, dem Sohn von Hannes und Florentine und seine Liebe Stana. Die Geschichte verändert sich, bewegt sich. Das Ende Bildet Liv, die das Leben der Urgroßmutter reflektiert.

    Dieses Buch ist in einer wunderschönen Sprache niedergeschrieben und beinhaltet eine unglaubliche Tiefe, ganz ohne aufregende Handlungen, wörtliche Rede oder viele Wendungen. Die einzelnen Personen werden beschrieben, ohne ein zu genaues Bild von ihnen zu zeichnen. Auch die Umgebung ist ganr klar und trotzdem "unscharf". Insgesamt ist dieses Buch, trotz der "kürze" sehr anspruchsvoll zu lesen.
    Eine wundervolle Geschichte, wenn man sich darauf einlässt und nicht nach den ersten Kapiteln aufhört. 

  12. Cover des Buches Writers & Lovers (ISBN: 9783423148351)
    Lily King

    Writers & Lovers

    (79)
    Aktuelle Rezension von: Barbara_Nelting

    Auf Englisch gelesen.

    Eine Bemerkung vorneweg: Da ist es wieder, eins dieser Bücher über AutorInnen, die einen als (wirtschaftlich/publiziertechnisch erfolglose) Selbstschreibende rasend vor Neid machen. Warum? Natürlich wird in jedem einzelnen dieser Bücher der/die ProtagonistIn spätestens am Ende "entdeckt" und sein/ihr Werk der Riesenhype. Klar, weil das ja auch in Wirklichkeit so ist und man nur mal ein bis zwei (bis zwanzig) Verlage / Literaturagenten anschreiben muss und dann wird man auch verlegt, wenn das Manuskript gut genug ist. Tja, wenn es doch nur so wäre!!!! Wo bleibt der Roman über die bittere Wirklichkeit? Absagen für Absagen ohne je eine Zusage?!?

    Für alle, die nicht selbst schreiben und sich damit an diesem speziellen Aspekt nicht so aufhängen wie ich:-), hier ein paar Anmerkungen zur übrigen Geschichte: Die Sprache (Vokabular) war durchaus anspruchsvoll, musste (als Viel-Englisch-Leserin) einiges nachschauen und habe mich an Formulierungen erfreut. Nach etwas Einstiegsschwierigkeiten auf Grund der vielen in Caseys Restaurant arbeitenden Personen bin ich dann schnell in die Geschichte hineingeschlüpft und konnte auch nach Lesepausen immer wieder anknüpfen. Ein flüssiges Lesevergnügen also. Die Distanz zur Protagonistin und auch diejenige zwischen ihr und ihrer Umwelt (traumabedingt?) sorgt zwar dafür, dass man mit ihr nie so richtig warmwird, allerdings erspart sie einem auch die schlimmsten Klischees, so dass sich die "Eine Frau zwischen zwei Männern"-Geschichte tatsächlich spannend und nicht vorhersehbar gestaltet. Überhaupt ist die Ausarbeitung der zwischenmenschlichen Nuancen meines Erachtens eine der Stärken dieses Romans. 

  13. Cover des Buches Generation Weltuntergang (ISBN: 9783426301982)
    Stefan Bonner

    Generation Weltuntergang

    (39)
    Aktuelle Rezension von: dorothea84

    Ich hatte es einmal unterbrochen, aber ich erinnere ich mich nicht warum. Jetzt wollte ich dieses Buch endlich weiterlesen. Schnell habe ich gemerkt warum ich nicht weitergelesen habe. Manche Passagen sind schon recht trocken und voller Fakten, teilweise wurde sehr tief in die Materie eingetaucht. Das war mir persönlich zu viel, denn ich muss und will auch nicht immer jede Kleinigkeit wissen. Interessant, waren teilweise die Jahreszahlen, wann die Bewegung begonnen hat. Sogar die Prognose für 2021, da konnte ich aus dem Fenster schauen und sagen, ja, ihr hattet recht. Aus diesem Buch habe ich viel gelernt und auch viel zum Nachdenken mitgenommen. Aber es ist kein Buch einfach mal zum Durchlesen. Denn es regt einen zum Denken an und dazu gibt es einen viele Fakten, Daten und Informationen. Manche davon waren sogar sehr interessant und andere waren nur einfach nervig.

  14. Cover des Buches Heimkehren (ISBN: 9783742402370)
    Yaa Gyasi

    Heimkehren

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar

    Der Anfang: «In der Nacht, als Effia Otcher in der nach Moschus riechenden Hitze von Fante-Land geboren wurde, wütete ein Feuer durch den Wald direkt vor dem Compound ihres Vaters. Es breitete sich rasch aus, zog tagelang eine Schneise. Es speiste sich von Luft; es schlief in Höhlen und versteckte sich in Bäumen; es brannte, loderte auf und schlug sich durch ohne Rücksicht auf die Verwüstungen, die es hinterließ, bis es zu einem Asante-Dorf kam. Dort verschwand es, wurde eins mit der Nacht.»


    Dieser berührende Roman ist episodenhaft geschrieben, fügt das Schicksal einer schwarzen Familie über Generationen zusammen. Die Geschichte zieht den Leser sofort hinein, bildgewaltig. Effia und Esi sind Halbschwestern, lernen sie sich jedoch nie kennen, denn ihre Lebenswege verlaufen von Anfang an getrennt. Im Ghana des 18. Jahrhunderts wird Effia mit einem Engländer verheiratet, der im Sklavenhandel zu Reichtum und Macht gelangt. Esi dagegen wird als Sklavin nach Amerika verkauft. Während Effias Nachkommen über Jahrhunderte sowohl als Opfer als auch Profiteure des Sklavenhandels werden, fristen Esis Kinder und Kindeskinder ihr Leben zunächst auf den Baumwoll-Plantagen der Südstaaten. 


    «Ja, mein Mann hat meiner Mutter zehn Pfund gezahlt, und das vor fünfzehn Jahren! Stimmt schon, Schwester, es ist gutes Geld, aber ich für meinen Teil bin froh, dass meine Tochter einen Fante geheiratet hat. Selbst wenn mir ein Soldat zwanzig Pfund bieten würde, wäre sie doch nicht die Frau eines Häuptlings. Und schlimmer noch, sie müsste in der Festung leben, weit weg von mir. Nein, nein, es ist besser, einen Mann aus dem Dorf zu heiraten, damit deine Tochter in deiner Nähe bleibt.»


    Effias Stiefmutter behandelt sie hart, und sie verwendet einen Trick, um sie loszuwerden: Sie redet ihr ein, dass sie zu ihrem Vorteil nur ihr verraten soll, wenn ihre Monatsblutung einsetzt, ansonsten darüber schweigen muss. Effia die Schöne, ist Abeeku versprochen, den sie liebt. Doch weil ihr die Mutter verbietet, zu verkünden, dass sie zur Frau gereift ist, hält man sie für unfruchtbar. Eines Tages erscheint James Collins, der neu ernannte Gouverneur der Festung von Cape Coast – der weiße Häuptling – hält bei Baaba um Effias Hand an. Die Stiefmutter rät ihrem Mann, sie den Weißen zu verkaufen, denn das Mädchen sei verflucht und der weiße Häuptling wisse ja nicht, dass sie unfruchtbar ist. Aus dem Dorf wird sie sowieso niemand nehmen. Ein prächtiges Brautgeld wird ausgehandelt, eins dass Abeeku nicht zahlen kann ... Zum Abschied erhält Effias «einen schwarzen Stein, der schimmerte, als wäre er mit Goldstaub überzogen.» In der Festung von Cape Coast, an der Goldküste, werden im Keller unter bestialischen Verhältnissen die Sklaven eingesperrt, bevor sie weitertransportiert werden. Der Auftakt der Erzählung.


    «Esi war seit zwei Wochen in einem Frauenverlies der Festung von Cape Coast. ... An ihrem vierzehnten Geburtstag war sie noch im Herzen von Asante-Land gewesen, im Compound ihres Vaters, des Großen Mannes. Er war der beste Krieger des Dorfes, und alle waren gekommen, um der Tochter, die mit jedem Tag schöner wurde, ihre Aufwartung zu machen.»


    Drei Jahrhunderte, sieben Generationen und zwei Kontinente: der Aschanti-Fante-Krieg, Sklaverei, der Amerikanische Bürgerkrieg, die sogenannte «Große Migration», die Kohleminen Alabamas, bis ins 20. Jahrhundert, zu den Jazzclubs und Drogenhäusern Harlems führt uns der Roman durch die Epochen. Schwarze als Menschen zweiter Klasse ... Sklaverei, brutale Ausnutzung von Arbeitskraft, Willkür, ungerechte Behandlung durch die Justiz; das Buch fasst alles Leid zusammen, das die weiße Welt beschert. Macht und Gier im Kolonialismus, Ketten und Peitschen, immer wieder unerträgliche Gewalt. Auf der anderen Seite die Sklavenfänger in Afrika, die Sklavenhändler, die Mithilfe der verfeindeten Stämme, die lieber andere auslieferten, als selbst gefangen zu werden, beteiligt waren – etwas, das gern unter den Tisch gekehrt wird. Das Aschantireich streckte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts über nahezu das gesamte Staatsgebiet des heutigen Ghanas mit Ausnahme eines schmalen Küstenstreifens, der von den Fante-Staaten gebildet wurde.


    «Weil sein Körper bereits wusste, was seine Gedanken noch nicht ganz zusammengesetzt hatten: dass du in Amerika nichts Schlimmeres sein konntest als ein schwarzer Mann. Das war schlimmer als tot, du warst ein lebender Toter.»


    Trotz aller Brutalität ist der Roman unterhaltsam, gibt Einblick in die Familien, in deren Leben, das in großartigen Bildern. Yaa Gyasi hat gut recherchiert und schreibt eine Familiengeschichte entlang von historisch korrekten Ereignissen, gibt berührend authentisch die jeweilige Epoche wieder. Selbst als nach dem Bürgerkrieg die Slaverei aufgelöst wird, ist Freiheit nur ein Traum: «So was wie einen freien Nig... gibt es nicht.» Traumata, die sich durch die Generationen ziehen, eine Kette mit einem schwarzen Stein, die weitergereicht wird, eine Verknüpfung zur nächsten Generation. Zwei parallele Erzählstränge. Yaa Gyasi sagt in einem Interview, sie habe sich gezwungen, jeder Figur nur 20 bis 30 Seiten zu geben. Nicht das ganze Leben einer Person wird auserzählt, lediglich wichtige Stationen werden episodenhaft eingeschoben. Nach je einem Kapitel zu jedem Strang beginnt eine neue Generation. Das Feuer spielt eine wichtige Rolle. Effia wurde während eines Feuers geboren, dass Unglücks ihrer Geburt. Ebenso sind ihre Kinder und Kindeskinder vom Feuer geprägt; Brandmale, Narben der Peitschenhiebe, Hautfarbe, alles brennt sich in die Seele. Innere Narben der Identität. Trotz der kurzen Kapitel blättern sich im Kopf mit allen Sinnen die Szenerien breit aus und auch die Charaktere sind klar und mitreißend geschildert. Eine vielschichtige Erzählung, ein historischer Abriss der Afroamerikaner, eine berührende Familiengeschichte. Meine Empfehlung! 


    «Warum sollte ein Schwarzer schwimmen wollen? Der Boden des Ozeans sei übersät mit schwarzen Leichen»


    Yaa Gyasi wurde 1989 in Ghana geboren. 1991 zog sie mit ihrer Familie in die USA und lebte zunächst in Illionois und Tennessee. Von ihrem zehnten Lebensjahr an wuchs sie in Alabama auf. Sie hat Englische Literatur an der Stanford University studiert und einen Abschluss des Iowa Writers’ Workshop. Ihr Roman wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Pen/Hemingway Award for Debut Fiction und dem «5 under 30» Award 2016 der National Book Foundation. Heimkehren ist ihr erster Roman. Die Autorin lebt in den USA.

    https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/heimkehren-von-yaa-gyasi-rezension.html


  15. Cover des Buches Nacktschnecken (ISBN: 9783832163204)
    Rebecca Martin

    Nacktschnecken

    (18)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Nora und Paul sind ein Paar. Doch irgendwie scheint es nicht mehr ganz rund zu laufen. Neben Kosenamen und relativ oberflächlichen Gesprchen plätschert die Beziehung nur so dahin. Paul geht seinem Studium nach während Nora als Schauspielerin arbeitet. Aufkommendes Glück wird recht schnell wieder zunichte gemacht, sodass man als Leser oft gelangweilt die nächsten Seiten liest. Immer in der Hoffnung, etwas spannendes und außergewöhnliches möchte passieren. Nora wirkt auf mich als Charakter unreif und unruhig. Sehr gerne hätte ich sie öfter geschüttelt und aus ihrer Lethargie geholt. Leider ist auch der weitere Verlauf der Handlung ziemlich ersichtlich und vorhersehbar, sodass es am Ende ziemlich plump und unspektakulär zu einem "Happy-End" kommt.

    Schade eigentlich, denn Rebecca Martins Debütroman vor 8 Jahren "Frühling und so" machte Lust auf mehr. So kann ich für Nacktschnecken leider nur 2,5 Sterne geben.

  16. Cover des Buches Familie ist, wenn man trotzdem lacht (ISBN: 9783453424722)
    Wiebke Busch

    Familie ist, wenn man trotzdem lacht

    (38)
    Aktuelle Rezension von: Mika2003

    Bei diesem Buch kann ich ganz klipp und klar sagen, dass mit dem Klappentext Erwartungen geweckt wurden, welche dann aber leider absolut nicht erfüllt wurden. 

    Liest man sich den Klappentext durch, erwartet man irgendwie, dass ein Großteil der Geschichte spielen wird, nachdem die Familie in der Villa von Flora eingezogen ist. Doch der Teil der Geschichte ist irgendwie zum gesamten Buch gering. 

    Genauso übrigens wie das Thema Wohnungsnot und Wohnungssuche in Großstädten. Wir haben auch, wie viele andere auch, das Thema Wohnungssuche hinter uns. Zuerst als wir zusammengezogen sind und dann mit zwei Kindern in eine 4-Raum-Wohnung. Erschwerend kam hinzu, dass wir in der gleichen Wohngegend bleiben wollten, weil Kindergarten und Schule nicht gewechselt werden sollten. Also habe ich Erfahrung in dem „Bereich“ und wollte gern etwas Humorvolles zu dem Thema lesen. Doch es war alles andere, aber nicht das. 

    Da man ja wusste wohin Steffi mit ihrer Familie ziehen wird – der Klappentext hat ja die gesamte Geschichte quasi schon verraten – daher hat mich die unendliche Wohnungssuche von Steffi und die Interessenlosigkeit von Arno eher genervt als interessiert. Vielmehr hätte ich gerne viel über die Konstellation mit Flora lesen wollen. 

    Ein zweiter Fakt, der mich an dem Buch gestört hat, waren die Charaktere. Steffi, die arme überforderte Hausfrau, die mit zwei Kindern, Haushalt, Wohnungssuche und einem Mann, der Arbeiten ist und daher oft durch Abwesenheit glänzt. Steffi, die gerne mal ein Gläschen mehr trinkt und sich in ellenlangen Monologen selbst bemitleidet. Dazu Helen, die alleinerziehende Mama, welche den Männern abgeschworen hat und gefühlt alles gut im Griff hat, weil sie als Journalistin ja flexibel ist. Und wenn sie doch mal nicht kann springt natürlich die beste Freundin Steffi ein oder der Ex-Partner. 

    Genau wie beim Thema Wohnungssuche und Makler wird hier mit Stereotypen und Vorurteilen gespielt – was ich schon nicht mehr witzig finde. Dabei bin ich weder eine Hausfrau noch eine alleinerziehende Mama, fühle mich also weder angegriffen noch auf die Schippe genommen. 

    Ein dritter und letzter Fakt: Es ging nicht nur um das zentrale Thema Wohnungsnot und Wohnungssuche in Großstädten. Es wurden noch andere Themen am Rande angeschnitten, die aber nicht vertieft wurden, im Sande verliefen und die Geschichte eher hemmte.

    Die ganze Geschichte liest sich irgendwie für mich nicht wie ein Roman, nicht wie eine humorvolle Geschichte. Eher wie ein noch unrundes Manuskript, wo man noch mal ansetzen müsste. So manche Szenen, so manche Absätze waren unrund, durch Monologe, stumme Zwiesprachen und auch dieses ständige überfordert-sein von Steffi. 

    Ich habe irgendwann nur noch quergelesen, da ich wissen wollte wie es endet. Normalerweise, hätte ich das Buch nicht im Rahmen der 4-Gewinnt-Challenge in einem Forum gelesen, wäre es ein Abbruch gewesen. Schade eigentlich, ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut. 

    Zumal es ja gute Ansätze hatte. Die Idee war gut, die Umsetzung leider nicht. 

    3 von 5 Sternen mit ganz viel Augen zu drücken, mehr geht nicht. 

  17. Cover des Buches Zwei Welten (ISBN: 9783946820727)
    Michael G. Spitzer

    Zwei Welten

    (39)
    Aktuelle Rezension von: Sunshine24

    In Zwei Welten - Die zehnte Generation I begleiten wir Charlotte, welche aus einem einsamen, schmerzerfüllten Leben bei ihrer Mutter in eine reiche Gesellschaft gebracht wird. Sie lässt ihr altes Leben hinter sich, doch bald merkt sie, dass nicht alles, was glänzt, aus Gold ist. Die Gesellschaft ist geprägt von alten Traditionen und Frauen haben keinen hohen Stellwert, im Gegensatz zu den Männern. Wie viel kann Charlotte hinnehmen, ohne sich selbst zu verlieren? Zudem hat jeder in dieser Gesellschaft eine besondere Fähigkeit. So auch Charlotte, aber diese wird sich erst an ihrem 18. Geburtstag offenbaren.

    Mir hat dieses Buch so unglaublich gut gefallen! Dass die Menschen in der Gesellschaft besondere Fähigkeiten haben, hat mich von Anfang an begeistert. Aber hinter dieser Fantasy-Geschichte steckt noch so viel mehr: Es geht um Liebe, Treue, Freundschaft, alte Traditionen, Sehnsucht nach Veränderung, Autonomie und die Grenzen, die man nicht bereit ist zu überschreiten. Charlotte wird von ihrer besten Freundin immer Charlie genannt und irgendwann wurde sie für mich auch Charlie, denn man kann so gut mit ihr fühlen und die Geschichte durch ihre Perspektive miterleben. Ich mochte sie im Laufe des Buches immer mehr und die Veränderung, die sie hingelegt hat, war wirklich spannend. Aber ich mochte auch viele andere Personen im Buch, ich fühlte mich in dieser Buchwelt einfach wohl. Wobei die Gesellschaft mit ihren Regeln wirklich schrecklich sein kann, vor allem der Rat. Dennoch gab es auch tolle Menschen in dieser Gesellschaft und der Wind der Veränderung und der sich entwickelnde Gemeinschaftsinn hat mir sehr gefallen. Aber dadurch hat mich dieses Buch total gepackt und mitgenommen: Es ist Nichts schwarz-weiß und es geht auf und ab. Man konnte sich freuen, aber dann war man manchmal den Tränen nahe. Es fiel mir wirklich schwer dieses Buch aus der Hand zu legen. Zudem war es überhaupt nicht vorhersehbar. Ich hab mich zwar gefreut, wenn manche Vermutungen von mir richtig waren, aber den ganzen Lauf der Geschichte konnte man überhaupt nicht vorhersehen. Das hat es für mich noch spannender gemacht. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, man konnte sich alles gut bildlich vorstellen und man konnte sich gut in die Personen reinversetzen. Und ihre Veränderungen miterleben.

    Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und daher kam das Buch signiert bei mir an, worüber ich mich schon sehr gefreut habe. Zudem ist der Autor Micheal G. Spitzer immer auf alle Beiträge eingegangen, das hat das Leseerlebnis noch mehr verbessert. Daher möchte ich mich hier nochmal bedanken! Es hat super viel Spaß gemacht und ich werde bestimmt noch öfter über das Buch nachdenken und freue mich schon total auf den zweiten Band. Diesen werde ich auf jeden Fall lesen. 

    Ich empfehle das Buch gerne weiter und es ist jetzt schon ein Highlight in diesem Jahr! Es fiel mir selten so leicht 5 Sterne zu vergeben.

  18. Cover des Buches Future (ISBN: 9783453317581)
    Dmitry Glukhovsky

    Future

    (46)
    Aktuelle Rezension von: paw_prints_on_books

    Futu.Re fiel mir in die Hände, kurz nachdem ich Metro 2033 gelesen habe. Trotz grundsätzlich unterschiedlicher Ansätze, kam hier das gleiche Gefühl der Beklemmung und Angst auf, die sich wie ein roter Faden durch die Bücher des russischen Autoren zieht. Eine Frage, die sich mir gestellt hat: Sollte man jedem die Möglichkeit geben unsterblich zu sein, nur weil man es kann? Die Nachteile, die dies nach sich zieht, werden in Futu.Re gnadenlos und in ab und an sehr derber Sprache dargelegt. Wer ein Gefühl für die übervölkerte Gigapolis Europa bekommen möchte, kann in seinem Browser http : / / futu.re (logischerweise ohne Leerzeichen) eingeben und sich einen kleinen Einblick in diese dystopische Welt verschaffen.  

  19. Cover des Buches Sieben Nächte (ISBN: 9783746634944)
    Simon Strauß

    Sieben Nächte

    (124)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Simon Strauß wurde 1988 in die kulturelle Elite Deutschlands hineingeboren. Sein Vater ist der populäre Autor und Dramatiker Botho Strauß, seine Mutter die Moderatorin und Autorin Manuela Reichart. Er studierte Altertumswissenschaften und Geschichte in Basel, Poitiers und Cambridge und promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Bereits während seines Studiums arbeitete er als freier Journalist für die Baseler Zeitung, die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung, bei der er seit 2016 als Feuilleton-Redakteur im Theater-Ressort angestellt ist. 2017 veröffentlichte er seinen Debütroman „Sieben Nächte“ und löste damit eine hitzige Debatte aus. Das Buch unterstütze „die Agenda der Rechten“, wurde in der taz geurteilt. Als ich „Sieben Nächte“ zu lesen begann, wusste ich nichts von dessen Umstrittenheit. Ich wählte es aus, weil ich für eine Challenge ein Buch über die sieben Todsünden lesen sollte.

    Sein 30. Geburtstag naht. 30 werden – bedeutet das nicht, erwachsen zu werden, erwachsene Entscheidungen zu treffen? Hausbau, Baumpflanzung, Familiengründung. Von den wilden Zeiten Abschied nehmen. Nur war er niemals wild. Er war niemals rebellisch. Sein Leben wird vorbei sein, bevor er jemals richtig lebte. Doch ein wenig Zeit bleibt ihm noch. Ein wenig Zeit, um alles nachzuholen. Er will seine letzte Chance nutzen, der Angst vor dem Erwachsenwerden ins Gesicht lachen. In sieben Nächten will er die sieben Todsünden begehen. Sieben Mal um sieben Uhr über die Stränge schlagen, habsüchtig, neidisch, wollüstig, hochmütig, träge, zornig und maßlos sein. Intensität spüren, bevor es zu spät ist. Bevor ihn die graue Gewohnheit einholt. Bevor er 30 wird.

    Als ich nach der Lektüre von „Sieben Nächte“ von der darum kreisenden Debatte und der harschen Kritik, die sich Simon Strauß gefallen lassen musste, erfuhr und über das Buch nachdachte, kam ich zu dem Schluss, dass die unterstellte Lesart tatsächlich möglich ist. Es ist sehr männlich und sehr weiß. Das sollte niemanden überraschen, weil Strauß meinem Verständnis nach aus einem konservativen Umfeld stammt. Er ist vermutlich kein Rechtspopulist, aber sicher kein linker Revoluzzer. Letztendlich interessiert mich die ganze Aufregung allerdings nicht die Bohne, denn meiner Ansicht nach ist das Buch großer Murks. Da ich 1989 geboren wurde, sind Simon Strauß und ich Teil derselben Generation, doch da enden unsere Gemeinsamkeiten dankenswerterweise bereits. Ich fühle mich zutiefst beleidigt von der Aussage, „Sieben Nächte“ sei möglicherweise das Buch meiner Generation. Wisst ihr, was ich herauslas? Das pseudointellektuelle, selbstmitleidige Gejammer eines privilegierten jungen Mannes, der mit einem goldenen Löffel im Mund auf die Welt kam. Ich empfinde dieses Debüt als völlig überflüssiges Manifest, in dem Strauß seine kleinlichen Ängste vor Stillstand in seinem Leben schildert und sich darüber beklagt, offenbar niemals mutig, rebellisch, unangepasst und kreativ genug gewesen zu sein, um sich eine zufriedenstellende Identität zu erstreiten. Ich gestehe ihm seine Emotionen natürlich zu und ich kann verstehen, dass ihn die drohende nichtssagende Banalität seiner Existenz erschreckt. Ich halte ihn für einen Gefangenen seiner Wohlfühlzone. Doch ich kann nicht nachvollziehen, wieso er unfähig ist, etwas zu ändern und sein Leben aufregend, abwechslungsreich und lebendig zu gestalten. Der 30. Geburtstag ist nun wahrlich kein Todesurteil. Die sehr frühe Midlife-Crisis, die Strauß hier dokumentiert, wirkte auf mich unangebracht und vollkommen übertrieben. Wir leben in komplett unterschiedlichen Dimensionen. Ich glaube, er musste niemals kämpfen, niemals Dreck schlucken und wieder aufstehen. Seine nominell beeindruckende Biografie scheint eine kuschlig weiche Abfolge von Annehmlichkeiten gewesen zu sein, die einem festen Plan gehorchte. Er nahm niemals Umwege, Abkürzungen oder unebene Trampelpfade. Wer niemals kämpfen muss, findet auch nie heraus, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Sein diffuser Wunsch, Intensität und Leidenschaft zu erfahren, ist ungerichtet. Daher weiß er sich nicht anders zu helfen, als die sieben Todsünden auszuführen, um auszubrechen. Diese Taktik scheitert selbstverständlich kläglich, denn er weiß überhaupt nicht, was ihn berühren könnte und interpretiert die Sünden zahm und viel zu beherrscht. Er schlägt eben nicht über die Stränge, er wagt nichts. Mir wären da ganz andere Möglichkeiten eingefallen. Ihm fehlen Fantasie und der Kontakt zu seinem inneren Kind. Ich respektiere, dass Strauß ein sehr reflektierter Mensch ist. Viele seiner gesellschaftlichen Überlegungen, die er in „Sieben Nächte“ anstellt, enthalten eine Menge Wahrheit. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass er über das Wundersame, das Magische im Alltäglichen zu staunen vermag. Er ist ein ewig Suchender, der weder Zufriedenheit noch Glück findet, weil er dem konservativen Märchen des perfekten Lebenslaufs erlegen ist.

    Ich bedauere Simon Strauß. Statt sich auf alles zu freuen, was ihn in seiner Zukunft erwartet, ängstigt ihn sein 30. Geburtstag. Er trauert der Idee einer Vergangenheit nach, die er niemals hatte. Ich hoffe sehr, dass seine Gefühle in meiner Generation nicht allzu verbreitet sind. Das wäre tragisch. Ich teile seine Sorgen glücklicherweise nicht. Ich fürchte mich nicht davor, 30 zu werden, denn ich begreife Erwachsenwerden völlig anders. Es ist ein nie endender Prozess; man ist nicht von heute auf morgen erwachsen. Es existiert keine Reifeprüfung. Ich kann über Strauß‘ egozentrische Identitätskrise nur den Kopf schütteln. Ich erkenne mich weder in ihm, noch in seinem „Problem“ wieder. „Sieben Nächte“ ist meiner Meinung nach die Dokumentation seiner emotionalen Taubheit und seiner Unfähigkeit, sich von gesellschaftlichen Normen zu befreien. Sein Leben war schnurgerade. Er erreichte bereits in jungen Jahren viel. Aber offenbar hat er nie gelebt.

  20. Cover des Buches Wir waren keine Helden (ISBN: 9783862826933)
    Candy Bukowski

    Wir waren keine Helden

    (43)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    „Wir waren keine Helden“ von Candy Bukowski wurde mir 2016 vom Verlag edel & electric zur Rezension angeboten. Mein Grund, dieses Angebot anzunehmen, scheint ein wenig banal: in der Inhaltsangabe ist die Rede von einem Punker. Aufgrund meiner eigenen Vergangenheit mit bunten Haaren, glänzenden Nieten und schweren Stiefeln werde ich da stets hellhörig. Ich hoffte auf einen Roman, mit dem ich mich identifizieren konnte und der mich an meine wilden Jahre erinnerte. Vermutlich brauchte ich deshalb sehr lange, um mich für die Lektüre bereit zu fühlen. Ein Nostalgietrip verlangt eben die richtige Stimmung.

    Als der Punker Pete vom Himmel fällt, ändert sich für Sugar alles. Überzeugt, erwachsen zu sein, verlässt sie ihr Kaff im Nirgendwo und stürmt der weiten Welt entgegen, in der Liebe, Schmerz, Traurigkeit, Hoffnung und vollkommenes Glück auf sie warten. Sie reitet die Wellen des Lebens, wird brutal unter Wasser gedrückt und taucht doch jedes Mal wieder auf. Sie ergreift Chancen, scheitert, traut sich, zu springen, um herauszufinden, ob sie fliegen kann und begreift irgendwann, dass Durchschnittlichkeit auf ihre Fragen keine Antworten bietet. Sie kämpft, um ihren Platz im verwirrenden Gefüge des Universums zu finden. Aufgeben ist keine Option. Denn Helden geben niemals auf.

    Ich bin zwiegespalten. Wie bereits erwähnt, hoffte ich, mich mit „Wir waren keine Helden“ identifizieren zu können. Einerseits konnte ich das – und andererseits auch wieder nicht. Es ist kompliziert. Obwohl die Leser_innen die Protagonistin des Romans unter dem Namen Sugar kennenlernen, wurde für mich schnell deutlich, dass es sich bei diesem Buch um eine Art Autobiografie handeln muss oder es zumindest starke autobiografische Züge aufweist. In einem Interview bestätigte Candy Bukowski diesen Eindruck; sie erklärte: „Candy und Sugar sind eins. In jung und gereift“. Candy alias Sugar wuchs in einem kleinen Dorf in Westdeutschland auf und verbrachte den Großteil ihrer Jugend in einer abgeranzten Kneipe, in der man es mit dem Jugendschutz nicht so genau nahm. Mit 17 zog sie Zuhause aus und entschied sich für eine Ausbildung zur Buchhändlerin. „Wir waren keine Helden“ fokussiert allerdings weniger die harten Fakten ihres Lebens, sondern konzentriert sich auf Candys/Sugars emotionale Erlebenswelt. Ihre Beziehungen stehen im Mittelpunkt, sowohl ihre romantischen und freundschaftlichen Beziehungen, als auch ihre Beziehung zu sich selbst. Bukowski sorgt selbstverständlich für den nötigen Kontext, damit ihre Leser_innen verstehen, welche Begegnungen in welcher Lebenssituation eine Rolle für sie spielten, doch meist bleibt sie vage und beschränkt sich auf das absolute Mindestmaß an Informationen. Für ihre Geschichte ist es kaum von Bedeutung, wann sie wo lebte und welchen Beruf sie dort ausübte, entscheidend sind die Menschen und Gefühle, die sie in ihren Lebensabschnitten begleiteten. Candy/Sugar ist eine Stehauffigur, die sich trotz herber Rückschläge niemals davon abhalten lässt, ihr Bedürfnis nach einem freien, wilden Leben zu erfüllen. Diese Autobiografie versprüht ungeheure Lebenslust, nahezu unstillbaren Lebenshunger und darin erkannte ich mich durchaus wieder. In diesem Sinne konnte ich mich also definitiv mit „Wir waren keine Helden“ identifizieren. Was mir jedoch Schwierigkeiten bereitete, war der große Altersunterschied. Candy Bukowski wurde 1967 geboren und ist demzufolge 22 Jahre älter als ich. Sie könnte meine Mutter sein. Diese Spanne ist zu weit, als dass wir viele Berührungspunkte hätten. Ich kann nicht nachempfinden, wie es war, Anfang bzw. Mitte der 80er ein Teenager zu sein und ihre Erfahrungen in der Zeit, als ich jugendlich war, sind von einem erwachsenen Blickwinkel geprägt. Uns trennt eine ganze Generation, wodurch ich ihre stellvertretende Protagonistin Sugar eher objektiv betrachtete, als eine intensive persönliche Bindung zu ihr aufzubauen. Außerdem muss ich zugeben, dass ich ihren Schreibstil als übertrieben literarisch empfand. Ihre verschleiernde blumige Poetik, die ab und zu durch provozierende Direktheit aufgebrochen wird, erschien mir zu abgehoben und lyrisch. Wie alle Leser_innen weiß auch ich einen bildhaften, üppigen Schreibstil zu schätzen, doch Candy Bukowski überschritt die Grenze zum Gekünstelten, als wollte sie ihrem Werk mehr Gewicht verleihen, als es eigentlich hat. Letztendlich handelt es sich eben doch „nur“ um die Geschichte eines Lebens, die trotz aller unkonventioneller Pfade lediglich eine außergewöhnliche, einmalige Biografie unter vielen ist. Candy Bukowski ist genauso einzigartig wie ich, wie ihr, wie jeder Mensch auf der Welt. Ihr Schreibstil vermittelte mir, dass sie sich selbst als besonders besonders sieht, obwohl sie das vielleicht gar nicht beabsichtigte. Dadurch wirkte „Wir waren keine Helden“ leicht pathetisch, womit ich bloß bedingt zurechtkam.

    „Wir waren keine Helden“ ist ein sehr ehrlicher Seelenstrip, der die Grenzen zwischen Autobiografie und Fiktion im Ungewissen lässt. Obwohl sich der Generationenunterschied als schwierig erwies und ich Candy Bukowskis Schreibstil etwas affektiert fand, erkenne ich uneingeschränkt an, dass sie sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst ist und ihr (emotionales) Leben in diesem Roman schonungslos offenlegt. Das erfordert Mut und verdient meinen Respekt. Sie ist zweifellos eine beeindruckende Frau, deren furchtlose Bereitschaft, außerhalb der Norm zu denken und zu leben, zu scheitern und dennoch immer wieder aufzustehen, bemerkenswert ist. Nichtsdestotrotz ist „Wir waren keine Helden“ meiner Ansicht nach ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. Wer Interesse an Autobiografien hat und gern Einblicke in die Lebensweise anderer Menschen erhält, ist hier an der richtigen Adresse. Wer hingegen lieber zum klassischen Roman greift, sollte vielleicht noch einmal überlegen, ob eine andere Lektüre eventuell passender ist.

    Vielen Dank an den Verlag edel & electric für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars im Austausch für eine ehrliche Rezension!

  21. Cover des Buches Nur wer loslässt, hat das Herz frei (ISBN: 9783453423541)
    Amy E. Reichert

    Nur wer loslässt, hat das Herz frei

    (30)
    Aktuelle Rezension von: Reading_Love

    Gina Zoberski liebt es, in ihrem Food Truck köstliche Sandwiches zuzubereiten und umfangreiche To-Do-Listen zu erstellen. Eigentlich ist sie die geborene Optimistin, doch den zwei Jahren zurückliegenden Tod ihres geliebten Mannes hat sie noch nicht verwunden. Zudem vergeht kein Tag, ohne dass ihre Mutter Lorraine sie kritisiert oder ihre Tochter May sie infrage stellt. Als Lorraine einen Schlaganfall erleidet, stolpert Gina über ein Familiengeheimnis, das vierzig Jahre lang vor ihr verborgen wurde. Schnell wird ihr klar, dass diese unangenehme Wahrheit genau das ist, was sie braucht, um loszulassen und neu anzufangen ...

    "Nur wer loslässt, hat das Herz frei" im warsten Sinne des Wortes spiegelt dieses Buch seinen eigenen Titel bestens wieder. Wir erleben hier die Geschichte von Gina und ihrer Familie. Gina hat vor zwei Jahren erst ihren geliebten Ehemann verloren und eine voerzehnjährige Tochter, mit der sie derzeit auch auf Kriegsfuß stand. 

    Als Lorraine, Ginas Mutter, einen Schlaganfall erlitt, kam die kleine Familie zusammen, um sie im Krankenhaus zu besuchen. Gina kümmerte sich um die Papiere ihrer Mutter die benötigt wurden, da ihr ein Missgeschick mit dem eigentlichen Ordner der Papiere gesehen ist, hat sie für Ersatz gesorgt und angefangen die Papiere ihrer Mutter wieder ordenltich zu sortieren. Dabei ist sie auf Papiere gestoßen, die ihr keinen Sinn ergaben. Sie Sprach die beste Freundin der Mutter, die auch Ginas und Vickys (Ginas Schwester) Nanny war auf diese Papiere an. Diese rückte aber erstmals nicht mit der Sprache raus, um Lorraine zu Schützen. Lorraine bekräftigte diese aber dazu, ihren Kindern die Wahrheit zu erzählen, da sie selbst, durch ihren Schlaganfall nicht dazu in der Lage war zu sprechen. 

    Als Gina und Vicky die Wahrheit erfuhren, krempelte sich einiges in beiden Leben um. Sie haben angefangen über ihr Leben nachzudenken, getrauert und auch erkannt, welches Opfer ihre Mutter ihr ganzes Leben getragen hat, damit es ihren beiden Mädchen gut geht. 

    Vor allem bei Gina konnte man eine tolle Entwicklung wahr nehmen. Da sich ihr Schicksal und das ihrer Mutter ziemlich ähnlich sind. 

    Und diese ganze Geschichte wurde mit einem bezaubernden Schreibstil aufs Papier gebracht und mit sehr viel Humor und auch Emotion an den Leser weiter getragen. 

    Dieses Buch bekommt 4 von 5 Sternen.

  22. Cover des Buches Generation Y: Gedanken (ISBN: 9781790846504)
    Julien Appler

    Generation Y: Gedanken

    (12)
    Aktuelle Rezension von: sheena01

    Inhalt:

    Dies ist ein Sammelsurium von unterschiedlichen Gedanken über die Generation Y dargebracht in in unterschiedlichsten Textformen in zwanzig voneinander unabhängigen Geschichten. Die Bandbreite der Gedanken ist dabei sehr groß, sie umfasst dabei die unterschiedlichsten Themen, von Problemen angefangen, mit denen alle Generationen zu kämpfen hatten wie Scheitern ganz allgemein, Probleme mit den Eltern, der eigenen Arbeitseinstellung angefangen, bis hin zu Themen, die die heutige Zeit prägen wie Handykonsum, Beendigung von Beziehungen via Ghosting, Mobbing, Probleme bei Entscheidungen durch plötzliche Angebotsvielfalt, und nicht zuletzt die immer kurioser werdenden Ernährungsformen. Diese werden mal auf humorvolle, mal auf traurige, mal auf sarkastische, mal auf tiefgründige, aber immer auf ungewöhnliche Weise zum Besten gegeben.


    Schreibstil:

    Der Autor bedient sich dabei unterschiedlichster Schreibformen: so kommen Kurzgeschichten genauso zum Einsatz wie Dialoge, Werbespots, innere Monologe, Briefe. In kleinen Häppchen bekommt man die Gedankenwelt Julien Applers recht kurzweilig präsentiert, sodass sich das Ganze sehr flüssig lesen lässt.


    Cover:

    Das Cover mit dem roten Y auf schwarzem Hintergrund bringt zwar alles sehr spartanisch auf den Punkt, drückt meiner Meinung nach aber nicht die Vielfalt der Gedanken zum Ausdruck, ich persönlich finde, dass ein poppiger gestaltetes Cover das Ganze etwas besser zum Ausdruck bringen hätte können, aber das ist Geschmackssache!


    Autor:

    Nach  Abschluss eines Bachelorstudiums in Übersetzungswissenschaften, wurde bei Arbeiten an Theaterprodutionen Im Raum Mannheim wurde sein Talent zum Schreiben entdeckt, nach kurzen Tätigkeiten als Regieassistent, widmete er sich seinem Masterstudium und  verschrieb er sich danach ganz dem Poetry Slam.


    Meinung:

    Das vorliegende Buch ist eine bunte Mischung diverser Gedanken zur Generation y. Obwohl ich selbst der Generation X angehöre, sind mir viele der Gedankengänge nicht fremd, oftmals musste ich schmunzeln, weil die Geschichten so manche Thematik auf den Punkt brachten. Mit manchen Geschichten bzw. Gedanken konnte ich auch weniger anfangen, aber das spiegelt einmal mehr die Bandbreite der Themen wider, die hier angeschnitten wird: Man pickt sich eben das heraus, was einem am besten gefällt! Sehr kreativ finde ich auch die Idee, am Ende jedes Abschnittes kleine Kärtchen abzudrucken, mit denen man – ganz im Sinne eines Poetry-Slams – die Texte für sich bewerten kann. Eines meiner persönlichen Favoriten war dabei der „Abschiedsbrief“, ein wirkliches Glanzstück, das wirklich bis zum Ende gelesen werden muss, um die humorvolle Seite zu erkennen.


    Fazit:

    Ein Buch, das einem die Gedankenwelt der Generation Y eröffnet, und einen erkennen lässt, dass die Vertreter aller Generationen letztlich irgendwann in ihrem Leben mit denselben Problemen zu kämpfen haben…

  23. Cover des Buches Das Blütenstaubzimmer (ISBN: 9783627002978)
    Zoë Jenny

    Das Blütenstaubzimmer

    (110)
    Aktuelle Rezension von: rica

    Die 18-Jährige Ich-Erzählerin verlässt ihren Vater, um ihre Mutter kennenzulernen.

    Es geht weniger um Handlung, als das diffuse Zeit-verstreichen-sehen. Die Erzählzeiten springen oft vor und zurück in Erinnerungen, sodass die Zusammenhänge des Ganzen sich eher langsam entfalten. Sprachlich sehr schön geschrieben.

    Gegen Ende kamen ein paar Szenen, von denen mir nicht ganz klar war, was die Autorin damit wohl darstellen wollte. Insgesamt habe ich das Buch zu Beginn mehr genossen, als gen Ende. Aber trotzdem gut zu lesen.

  24. Cover des Buches Generation Ally (ISBN: 9783821839189)
    Katja Kullmann

    Generation Ally

    (31)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    KK schreibt über die damals sehr beliebte Serie auf Vox, aber in erster Linie geht es um das Aufwachsen ihrer Mädchen- und Frauengeneration, denen die Frauenquote immer zu spießig und einengend war und die so frei und ungebunden waren, daß sie ihren Besitz jederzeit eintüten konnten und am nächsten Tag ins Ausland hätten ziehen können. Erstaunlicherweise geht es in dem Buch um eher wenig um Ally (und ich habe die Serie damals sehr gern gesehen, s. letzter Satz des Buches), aber es stecken viele Wahrheiten drin, so daß man sich auch als Mann angesprochen fühlen Konnte (ich bilde mir allerdings ein, nicht so hilflos-kükenmäßig zu sein wie die beschriebenen y-Chromosom-Träger). In der am Ende beschriebenen "Luderliga" fehlte natürlich noch "Oberluder" Micaela Schäfer, und man würde dafür BRENNEN, eine aktualisiert Fortsetzung zu lesen.

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