Bücher mit dem Tag "generationenkonflikt"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "generationenkonflikt" gekennzeichnet haben.

112 Bücher

  1. Cover des Buches Die Herzen der Männer (ISBN: 9783608983135)
    Nickolas Butler

    Die Herzen der Männer

     (154)
    Aktuelle Rezension von: 3lesendemaedels

    Im Sommer 1962 verbringt der 13-jährige Nelson Doughty eine Woche in einem Pfadfinderlager in Wisconsin. Er ist dazu abgestellt, beim Morgenappell die Signaltrompete zu blasen. Trotz seines tadellosen Engagements ist er dem Spott der anderen Jungen ausgesetzt. Nur mit dem wenig älteren Jonathan knüpft er vorsichtig Freundschaft. Dieser überredet ihn zu einer Wette und natürlich enden sie als Verlierer. Die Einlösung der Wettschulden endet für Nelson äußerst demütigend. Aber dennoch setzt dieser Sommer eine Kette von Ereignissen in Gang, die sein Leben bestimmen.
    Im Sommer 1996 nimmt Jonathan seinen Sohn Trevor mit ins Pfadfinderlager. Trevor hat dazu gar keine Lust, denn der 16-jährige will die Ferien lieber mit seiner Freundin Rachel verbringen. Um ihm die Zeit schmackhafter zu machen, organisiert Jonathan ein Abendessen mit Nelson, der das Lager nach seiner Militärzeit im Vietnamkrieg inzwischen leitet. Er stellt ihm auch seine neue Freundin vor und eröffnet ihm, dass er sich von seiner Mutter scheiden lassen will. Trevor ist tief enttäuscht, aber wiederum führt dieser Abend zu weitreichenden Erkenntnissen, die den Lebensweg des jungen Mannes bestimmen.
    Schließlich besucht auch Trevors Sohn Thomas im Jahr 2019 das Pfadfinderlager. Er wird begleitet von seiner Mutter Rachel, die als einzige Frau als Betreuerin angereist ist. Die anderen Männer lehnen sie ab und sie wird massiv verbal belästigt. Allerdings hat sie in Nelson, der sein letztes Jahr als Leiter des Lagers verbringt, einen Verbündeten.
    Der Autor verwebt bewegend zwischenmenschliche Themen, wie Ausgegrenztheit, Ehebruch, Gewalttätigkeit und große Enttäuschungen. Allerdings gibt es von mir einen Punkt Abzug, weil es doch viel um typisch amerikanische Eigenheiten geht: die Besessenheit für Schusswaffen, Baseball und die Heldenverehrung für Soldaten und Kriegsheimkehrer. Dennoch ein Buch über große Männergefühle, an deren Ende aber eine Frau als Siegerin hervorgeht.

  2. Cover des Buches Der goldene Sohn (ISBN: 9783462047745)
    Shilpi Somaya Gowda

    Der goldene Sohn

     (92)
    Aktuelle Rezension von: makama
    Anil wächst als ältester Sohn einer wohlhabenden Familie behütet  in Indien auf. Sein Weg scheint vorgezeichnet. Er soll später die Rolle des Familienoberhauptes und Schiedsmanns einnehmen, und die Streitkeiten der Dorfgemeinschaft schlichten.
    Leena ist seine beste Freundin in Kindertagen. Obwohl die beiden nicht vom gleichen Stand sind, sind sie unzertrennlich.
     Ihre Wege trennen sich.
    Anil studiert Medizin und geht dann in die USA um dort seine Ausbildung abzuschliessen und um dort als Arzt zu arbeiten.
    Der Kontrast ist groß, doch Anil liebt sein neues Leben. Er verliebt sich in eine Amerikanerin.  Doch die Beziehung hat keine Chance. Ein ärztlicher Fehler und das sein ebenfalls indisch stämmiger Mitbewohner brutal zusammengeschlagen wird stürzen ihn in eine Krise.....
    Auch Leena hat es nicht gut  getroffen. Sie geht eine arangierte Ehe ein. Doch sie wurde arglistig getäuscht. Die neue Familie und ihr Mann behandeln sie schlimmer als eine Sklavin ....
    Sie flieht.
    Jahre Später begegnen sie sich wieder. Die alten Gefühle sind sofort wieder da.
     Doch beide müssen lernen, dass sie nicht da weiter machen können, wo sie aufgehört haben und beide gehen ihren Weg.
    Das Buch beschreibt zum einen Anils Leben, der zwischen zwei Fronten steckt....  und das Leben von Leena. Ihr Leben ist vorbestimmt. Als Mädchen hat sie nur die Möglichkeit einer Ehe.
    "Fazit und Meinung: "
    Das ist das zweite Buch der Autorin Shilpi Somaya Gowda. Stärker noch als "DIE GEHEIME TOCHTER" , das mir auch sehr gut gefallen hat, zeigt die gewaltigen Kontraste zwischen dem einfachen und mit vielenTradionen behafteten Leben eines indischen Dorfes und dem modernen westlichen Leben.
    Besonders gut hat mit der Teil gefallen, der das Leben in Indien beschreibt. Die Menschen gerade in den Dörfern stecken immer noch in den altenTradionen fest. Es scheint das sich da noch nichts geändert hat.  Erschütternd ist, das Mädchen leider immer noch als minderwertig gelten......
    Mir hat dieses Buch, wie schon GEHEIME TOCHTER  sehr gut gefallen und es gibt gute 5 Sterne und eine volle Leseempfehlung.



  3. Cover des Buches Die Mauer (ISBN: 9783608963915)
    John Lanchester

    Die Mauer

     (160)
    Aktuelle Rezension von: maibe_schreibt

    Durch eine Mauer schützt sich Großbritannien vor den Klimaflüchtlingen aus dem überschwemmten Rest der Welt. Auf einem Abschnitt der Mauer beginnt Joseph seinen Dienst. Geplagt von Kälte, Angst und Einsamkeit will er seine Pflicht erfülle, denn Versagen wird mit dem Tod bestraft.

    Nachdem ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, habe ich das Buch verschlungen. Das Thema ist aktuell und die Umsetzung sehr interessant. Durch die Beschreibungen hatte ich teilweise das Gefühl selbst in der Dunkelheit alleine auf der Mauer zu sitzen. 


    xoxo Maibe.Schreibt

  4. Cover des Buches Wildtriebe (ISBN: 9783423282888)
    Ute Mank

    Wildtriebe

     (157)
    Aktuelle Rezension von: Belladonna

    Beschreibung

    Einem der größten Höfe auf dem Dorf steht die Bäuerin Lisbeth vor, die ihr ganzes Leben der Landwirtschaft und dem Fortbestand ihres Hofes gewidmet hat. Mit ihrer Schwiegertochter Marlies kommt eine weitere Frau ins Haus, die sich nicht ganz widerstandslos diesem Leben unterordnen will, denn sie hat eigene Träume und Wünsche, möchte einer Arbeit nachgehen die sie erfüllt. Zwischen den Frauen herrscht fortan ein stiller Kampf um Wertvorstellungen und das richtige Lebensmodell und dann ist da noch Joanna, die Tochter von Marlies, welche ein völlig anderes Leben führt, das Abitur macht und für ein Jahr nach Afrika reist…

    Meine Meinung

    Ute Mank durchdringt in ihrem Debütroman »Wildtriebe« die Sitten, Traditionen und ungeschriebenen Regeln des Lebens auf dem Land im Umbruch von Mitte bis Ende des 20. Jahrhunderts. Das florale Cover und der Buchtitel passen hervorragend zum Buchinhalt, denn das Leben der drei Frauen auf dem ›Betches Hof‹ kommt wild wachsenden Pflanzen gleich, die sich entweder anpassen oder ihren eigenen Weg finden.

    Auf dem Hof treffen drei unterschiedliche Generationen mit ihren ganz eigenen Wünschen und Lebensvorstellungen aufeinander, wobei vor allen Dingen der Konflikt zwischen der alten Bäuerin Lisbeth und ihrer Schwiegertochter Marlies in den Vordergrund gerückt wird.

    Die Männer im Roman kommen einer Randnotiz gleich und bewegen sich zumeist im Hintergrund, so wie es damals eben üblich war führten die Frauen das Haus und die Männer verbrachten den Tag auf dem Feld und bei den Tieren.

    Als Lisbeth damals nach dem Krieg plötzlich als Hoferbin dastand, hatte sie keine andere Wahl, als sich ihrem Schicksal zu fügen und heute ist sie glücklich und stolz darauf, dass sie es mit der Führung des Hofs so weit gebracht hat. Marlies hingegen gibt ihre Arbeit im Kaufhaus auf, zieht nach der Heirat auf den ›Betches Hof‹ und sollte zu einem Teil der Familie ihres Mannes werden.

    Doch sie kann es ihrer Schwiegermutter einfach nicht recht machen, passt nicht in das enge Korsett der Vorstellungen, wie eine Frau zu sein hat und was sie tun und lassen soll. Marlies gibt sich große Mühe die ihr übertragenen Aufgaben zu erfüllen, bekommt jedoch keinerlei Anerkennung von Lisbeth.

    Ute Mank zeichnet in »Wildtriebe« ein absolut authentisches Bild vom Leben auf dem Land im zwanzigsten Jahrhundert, erzählt von Menschen, die auf dem Dorf leben, wo jeder alles über jeden weiß und es festgeschriebene Regelungen für den Ablauf des Lebens gibt. Die Zeiten ändern sich jedoch mit Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts, die Rolle der Frau beginnt sich in eine andere Richtung zu entwickeln und das spürt man auch langsam auf dem ›Betches Hof‹.

    Marlies möchte nämlich nicht nur einfach Mutter und Hausfrau sein und im landwirtschaftlichen Betrieb helfen, sondern sich selbst verwirklichen. Sie macht den Jagdschein und lernt Traktor zu fahren. Damit sorgt sie für Dorfgeschwätz, denn das gab es zuvor noch nie.

    Der Erzählstil trägt zur dichten Atmosphäre des Romans bei und mit seinen teilweise recht knappen Sätzen, die auch mal nicht ganz zu Ende geführt werden, wird all das Unausgesprochene zwischen den Frauen und in der Familie zur Geltung gebracht. Außerdem haben die Perspektivwechsel zwischen den Protagonistinnen dafür gesorgt, dass man die jeweiligen Standpunkte besser nachvollziehen kann und hautnah erlebt, wie gefangen sie ihr Leben führen. Bewusst wird dies in erster Linie durch Marlies, die zwischen den beiden Welten versucht ihren eigenen Weg zu finden, denn Lisbeth ist gar nicht so wirklich bewusst, dass es im Leben auch noch etwas anderes geben könnte.

    »Wildtriebe« hat einen Nerv bei mir getroffen, denn so vieles habe ich in meiner Kindheit und Jugend auf dem Land noch nachklingen gespürt. Nach diesem Roman bin ich als Frau, umso glücklicher über die Chancen die das Leben heute bietet und vor allen Dingen, dass nicht mehr so vieles unausgesprochen bleibt. Deshalb hätte ich mir gewünscht, dass Joanna ein wenig mehr Raum bekommen hätte, denn sie bleibt im Vergleich zu Lisbeth und Marlies ein blasses Bindeglied zwischen den Generationen ihrer Mutter und Großmutter.

    Fazit

    Ein bewegend erzählter Roman über den Generationenwechsel, das Dorfleben und die Rolle der Frau im Wandel der Zeit.

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    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 25.08.2021

  5. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.685)
    Aktuelle Rezension von: Alexa-Tim

    Manchmal echt verwirrend wie Bernhard Schlink geschrieben hat. Ich musste erst einmal damit klar kommen, dass er aus verschiedenen Zeitformen innerhalb eines Kapitels schreibt.
    Er schreibt aus der Sicht des Jungen.
    Einmal schreibt er von seiner Erinnerung mit Hanna, was in der Vergangenheit liegt und zum anderen wechselt er in die Gegenwart. Das war anfangs verwirrend, aber damit kam ich schnell zurecht und hatte begriffen, dass er seine Geschichte, die er erlebt hat erzählte.

    Die Geschichte ist in drei Teile geteilt und innerhalb der Geschichte geht ein roter Faden durch. Es ist zwar etwas anders geschrieben, aber dennoch sehr interessant. Die Protagonisten sind faszinierend geschildert.
    Das Ende hat mich echt überrascht und damit habe ich gar nicht gerechnet.

    Ich hätte nicht gedacht, dass ich das Buch gut finden würde. Die Story ist wirklich interessant und spannend. Der Sprachstil natürlich ein anderer als in der heutigen Zeit. Aber dennoch ein guter Klassiker.

    Von mir gibt es 4 Sterne.

  6. Cover des Buches Das Geisterhaus (ISBN: 9783518463857)
    Isabel Allende

    Das Geisterhaus

     (797)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Diese 1982 erschienene Erzählung, die zu einem Welterfolg wurde, mit Starbesetzung verfilmt wurde und in mehreren Sprachen als Übersetzung aus dem Spanischen vorliegt, ist der Debütroman von Isabel Allende. Die stark autobiografisch eingefärbte Geschichte erzählt von einer grossbürgerlichen Familie im Chile der 20er Jahre. Chile ist zu dieser Zeit stark gespalten, es wechseln sich Militärdiktatur und Sozialismus ab und die Wirtschaft des Landes wird systematisch destabilisiert.

    Isabel Allende widmet das Buch allen aussergewöhnlichen Frauen dieser Geschichte. Sie tragen Namen wie Nivea, Clara, Blanca, Alba, was hell, klar, weiss bedeutet. Es geht vor allem um die persönlichen Schicksale, die über vier Generationen hinweg miteinander verwoben werden. Der machtbesessene und jähzornige Patriarch und Senator Esteban Trueba kann weder zu seiner Familie liebevolle Beziehungen aufbauen, noch kann er sich in seinem politischen Amt längerfristig behaupten.

    Die Stunde der Wahrheit, und mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, zeigt sich am Ende des Buches und des Lebens von Esteban Trueba.

    Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen. Er fesselt, ist geistvoll geschrieben und macht ihn verdientermassen zu einem Bestseller.

  7. Cover des Buches Ein unmoralisches Sonderangebot (ISBN: 9783404169573)
    Kerstin Gier

    Ein unmoralisches Sonderangebot

     (599)
    Aktuelle Rezension von: Julia_x3

    In diesem Roman geht es um eine Familie die in der Welt nicht so selten sein wird. Ein Vater, der von ganz unten nach ganz oben gestiegen ist und nur das Beste für seine Kinder will. Aber manchmal kommt es anders. Nicht alle Kinder entsprechen den Vorstellungen des Vaters und eines Tages - genau an dem Tag wo das Buch ansetzt - reicht es dem Vater. Er bietet seinen Kindern ein unmoralisches Sonderangebot an, um ihnen ein bisschen auf die Sprünge zu helfen zu einem besseren Leben. Aber wie überall hat dieses einen Preis. 

    Nachdem der Preis erst unwirklich und gleichzeitig machbar klingt, ist die Umsetzung doch nichts für schwache Nerven. 

    Man hätte es ja erahnen können, was passieren kann bei so einem "Experiment". Auch wenn ich dies eher bei der anderen Protagonistin vermutet habe. 

    Es war ein sehr humorvolles Buch, welches sich zügig und unkompliziert lesen ließ. Die Geschichte floss so dahin und hat mich durch die Zeilen gleiten lassen. Tatsächlich gefiel es mir in dem Buch auch, das die Erzählerform so speziell war. Im Grunde hat die große Hauptprotagonistin ihre Geschichte erzählt. 


  8. Cover des Buches Meine geniale Freundin (ISBN: 9783518469309)
    Elena Ferrante

    Meine geniale Freundin

     (579)
    Aktuelle Rezension von: Nikola-Marie

    Neapel vergessen - das geht scheinbar nicht. Auch den beiden genialen Freundinnen gelingt es nicht, dem Dreck, der Schönheit, der Engstirnigkeit, der Lebenslust, der Primitivität und der Kultur ihrer Geburtsstadt zu entkommen.

    Ein unglaublich gut geschriebenes Buch, wie auch die drei Folgebände. Der Leser wird augenblicklich in die Geschichte hineingezogen, wird zum Beobachter, Vertrauten und Freund der beiden großartigen Hauptcharaktere Lila & Lenu. Das einzige Problem dabei ist, dass sich nach dem letzten Teil die Frage auftut: Und was mache ich jetzt?

  9. Cover des Buches Mutter ruft an (ISBN: 9783492300681)
    Bastian Bielendorfer

    Mutter ruft an

     (86)
    Aktuelle Rezension von: kattii

    Diese Buch hab ich im Tausch aus einer Bücherzelle. Es hatte mich schon lange gereizt und es traf dann auch die Erwartungen. Durch die kleinen, kurzen Kapitel ist es ein gutes Buch für Zwischendurch , wenn man ein paar Seiten lesen will und schmunzeln oder lachen möchte. Die Situationen, die Bastian Bielendorfer beschreibt kann man sich bildlich vorstellen und auch den "Wahnsinn" erahnen, der dahinter steckt :-) 

    Amüsant, gut zu lesen und eine Empfehlung für jeden, der auf kurze Unterhaltung zwischendurch steht.

  10. Cover des Buches Middlesex (ISBN: 9783499238109)
    Jeffrey Eugenides

    Middlesex

     (498)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die Erzählung umfasst die Familiengeschichte mehrerer Generationen: Griechische Emigranten, die ihre Heimat verlassen und sich in den USA um die 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts eine neue Zukunft aufbauen. Im Zentrum steht die Ich-Erzählerin Calliope, die als pubertierendes Mädchen erkennt, dass sie beiderlei Geschlecht in sich trägt und fortan als Junge weiterleben möchte. Die vielen medizinischen Einblicke machen das Lesen zwar nicht immer flüssig, da zur Verständlichkeit viele fachlichen Ausdrücke nachgeschlagen werden müssen, jedoch wird die Thematik umso lehrreicher vermittelt. Für Kenner der griechischen Mythologie gibt es zahlreiche Hinweise zu historischen Elementen.


    Das Buch ist eine wuchtige und bereichernde Lese-Erfahrung. In über 700 Seiten enthält es viele wunderbare Geschichten, historische Anhaltspunkte und spannenden Familienzusammenhänge. Eigentlich ein Roman wie ich ihn mir wünsche: lehrreich, dramatisch, anregend und sprachlich einnehmend geschrieben, ohne Plattitüden und unnötigem Geschwätz. Ich habe diese Erzählung sehr gerne gelesen und freue mich auf weitere Bücher des Autors.

  11. Cover des Buches Sommer in Maine (ISBN: 9783833309519)
    J. Courtney Sullivan

    Sommer in Maine

     (112)
    Aktuelle Rezension von: Tanja_Radi

    Dieser Roman ist der dritte der Autorin und leider derjenige, der mir bisher am wenigsten gefallen hat. 

    Ich finde es beeindruckend, wie empathisch Sullivan die unterschiedlichsten Charaktere beschreiben kann. Sie scheint sich in nahezu jede Person hinein versetzen zu können. Und das obwohl ihre Figuren eine Bandbreite an Persönlichkeiten abdecken können. Es geht zum Beispiel von tief religiös bis hin zu atheistisch, und dabei lässt sie jede Rolle ihren Glauben auch noch individuell interpretieren und ausleben. Wirklich toll!

    Wie ich es aus all ihren Büchern bisher kenne, wird dieser Roman aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Normalerweise finde ich immer eine Person, mit der ich mich ein wenig identifizieren kann. Diesmal leider nicht. Stattdessen waren diesmal sehr unsympathische und eine sterbenslangweilige dabei. Es ist bewundernswert, wie sich Sullivan in die Puppenhaus bauende Hausfrau hineinversetzen kann. Trotzdem brachten diese Abschnitte einige Längen mit sich. 

    Außerdem störte mich an diesem Roman, dass Alice Geschichte zu krass und detailliert erzählt war. Am Ende wurde es mir dafür zu versöhnlich und schon fast kitschig. 

    J. Courtney Sullivan ist weiterhin eine Autorin, die ich mag. Aber es gibt andere Bücher von ihr, die ich eher empfehlen würde.


  12. Cover des Buches Ada (ISBN: 9783550200465)
    Christian Berkel

    Ada

     (117)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    "Ada" erzählt vom Wirtschaftswunder, Mauerbau (gerade jetzt interessant zum Jubiläum)  sowie von der 68er-Bewegung und einer jungen Frau, die aus dem Schweigen der Elterngeneration heraustritt.

     

    Christian Berkel berichtet in seinem zweiten Buch eindrucksvoll und fesselnd spannend sowie aufschlussreich zu lesen von Ada, die mit ihrer jüdischen Mutter aus Deutschland nach Argentinien floh - ohne Vater aufwuchs. 1954 gehen  ihre Mutter und sie zurück nach Deutschland, wo es noch immer alles extrem engstirnig ist, für Ada keine Heimat, für sie Fremde - auch die Sprache ist ihr fremd. Sie lernt endlich ihren Vater Otto kennen, aber alles gestaltet sich schwieriger, als gedacht. Ada möchte frei und unabhängig leben, aber kann sie das in diesem autoritären Deutschland?

     

    Deutschland in den 50er und 60er Jahren wird wieder lebendig. Buenos Aires, Berlin, Paris und Woodstock - Ada und die Studentenbewegung ....

    Ein wahrhaft spannend lebendiges Buch - extrem lesenwert, wie ich finde. Sehr detailliert wird Adas Lebensweg beschrieben, aber auch lebendig der Hintergrund, das, wo Ada lebt, was ihr gefällt und was nicht, was sie anders machen möchte, als ihre Eltern ...

     

    Das Buch ist mit einem edlen Lesebändchen versehen.

     

    Leseprobe:
     ========

     

    In der Bibliothek

     

    In meiner Familie nannte man die Wohnung meines Großvaters die Bibliothek. Glaubte ich im Vergleich zu anderen Familien in einem Haus voller Bücher zu leben, ersetzten sie bei ihm die tragenden Wände, obwohl hier, wie er  mir versicherte, nicht annährend so viele Bände kreuz und quer über Tische und Stühle verstreut waren, auf dem Boden oder in den Regalen standen und lagen wie in seiner Sammlung, die bei einem der schwersten Luftangriffe auf Berlin kurz vor Kriegsende, im Februar 1945, vor seinen Augen in Flammen aufginge. ...

     

    Rundherum gelungene Publikation, die einen perfekten Spannungsbogen bietet und lebendige Schilderungen beinhaltet, die detailliert berichten und kurzweilig zu lesen sind.

  13. Cover des Buches Harry Potter und das verwunschene Kind. Teil eins und zwei (Bühnenfassung) (Harry Potter) (ISBN: 9783551318367)
    Joanne K. Rowling

    Harry Potter und das verwunschene Kind. Teil eins und zwei (Bühnenfassung) (Harry Potter)

     (1.934)
    Aktuelle Rezension von: Hoerbuchjunkie

    gehörte Fassung: nicht offizielles Hörbuch eines englisch sprachigen Fans

    Um mein Englisch aufzubessern hatte ich die Harry-Potter-Rheihe auf Englisch gehört, außerdem wurde mir zum 80. Mal der potterless Podcast empfohlen. Ich habe demnach alles abschnittsweise gehört, es war sehr nervenaufreibend, lustig aber auch recht langwierige. Am Ende war jedenfalls klar, ich muss den 8. Teil ebenfalls lesen, da dieser nie als Hörbuch herausgekommen ist. Tatsächlich habe ich aber über reddit die kostenlose inoffizielle Version eines Fans gefunden und gehört.

    Inhaltlich fand ich das Buch recht verwirrend, Albus und Sokrpius Reise durch die Zeit um Cedrik Diggorie zu retten. Die viele Schuljahre die abgehandelt werden. Die Konflikte der einzelnen Protagonisten untereinander, Albus-Harry, Albus-Ginny, das Trio-Malfoy usw.. Wer ist das Kind von Voldemort? Auch diese Frage muss im Laufe des Buchen auch noch beantwortet werden. Es passiert einfach sehr viel in sehr kurzer Zeit, das bringt auch der Schreibstil mit sich. Ich habe das als sehr anstrengend empfunden.

    Die Darstellung der einzelnen Charaktere fand ich teilweise auch eher schwierig, sie wirken teilweise sehr eindimensional, das wird auf der Bühne wohl durch die Schauspieler etc. ausgeglichen, im Buch ist dafür zu wenig Raum. Scorpius fand ich als Charakter tatsächlich sehr sympathisch, Albus hingegen habe ich als ein Vielfaches des Harrys aus Band 5 empfunden, eben ein missverstandener Teenager, der unter der Berühmtheit seines Vaters leidet. Er ist dadurch sehr anstrengend, gerade auch weil ich ihn mögen und verstehen wollte.

    Alles in allem fand ich das Buch ok, es ist keinesfalls mit den Büchern von J.K. zu vergleichen. Es ist nett zu hören, was aus den anderen Protagonisten der Reihe geworden ist, auch wenn ich hier längst nicht mit allem einverstanden war. Die Auswirkungen durch die Zeitreise würde ich da einschließen und die Szene mit der Lady aus dem Hogwartsexpress? Das war für mich einfach völlig überflüssig und sollte wahrscheinlich für etwas mehr Action sorgen. Da es bei den bekannten Charakter aber zumindest eine schöne Entwicklung gibt, sind es für mich nicht 2 von 3 von 5 Sternen.

    Die Ausarbeitung des Hörbuches wollte ich aus der Bewertung herausnehmen, da sie eben nicht offiziell, sondern Fan-Content ist. Mir hat die Ausarbeitung gut gefallen. Der Sprecher hat sich Mühe gegeben seine Stimmlage den Charakteren anzupassen, dennoch liest er die Namen der einzelnen Protagonisten vor, das ist wie beim Lesen etwas seltsam. Trotzdem war es für mich eine gelungene Ausarbeitung, ich weiß nicht ob ich mich sonst hätte durch das ganze Buch quälen wollen.

  14. Cover des Buches Stadt der großen Träume (ISBN: 9783596299294)
    Fredrik Backman

    Stadt der großen Träume

     (166)
    Aktuelle Rezension von: Quacki24

    Nachdem ich ein anderes Buch des Autoren nur okay fand, hat dieses voll auf die 12 getroffen. Dieses Buch hatte von allem genug und die richtige Dosis, um mich zu begeistern. Spannende, nachvollziehbare Protagonisten, einen richtig tollen Plot und ein außergewöhnliches Setting.

    Ich freue mich schon auf Teil 2😁

  15. Cover des Buches Die Blechtrommel (ISBN: 9783423138192)
    Günter Grass

    Die Blechtrommel

     (543)
    Aktuelle Rezension von: Lorenz1984

    Danke Herr Grass für diesen längeren Ausflug in die Welt von Oskar Matzerath. 

    Dieses Buch kann ich definitiv mit nichts vergleichen was ich bisher gelesen habe... 

    Jedem zu empfehlen der Lust auf etwas unkonventionelles hat! 

  16. Cover des Buches Das Unrecht der Väter (ISBN: 9782496702606)
    Ellin Carsta

    Das Unrecht der Väter

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Eliza08

    Das Unrecht der Väter ist der Auftakt zu einer neuen großen Familiensaga aus der Porzellanindustrie. Mich hat die Geschichte um die Falkenbachs und Lehmanns gut unterhalten. Das Cover ist in einer leicht matten Farbe abgedruckt. Der Leser erkennt im Vordergrund ein Auto aus den 1930-iger Jahren, im Hintergrund ist eine im Landhausstil gebaute Villa zu erkennen. Im wesentlichen Handlungsvorgang geht es um die drei früheren Freunde Paul Friedrich von Falkenbach, sowie die Brüder Heinrich und Wilhelm Lehmann, welche verschiedene Familienunternehmen führen. Aufgrund eins Geheimnisses aus der Vergangenheit des ersten Weltkrieges werden diese von der Tochter eines ehemaligen Kriegskameraden mit ihrer dunklen Vergangenheit konfrontiert. Neben den drei Hauptpersonen sorgen vor allem ihre Kinder Gustav und Wilhelmine Falkenberg, sowie Johannes, Ferdinand und Leopold Lehmann für den abwechslungsreichen Erzählstrang der Geschichte.

    Mir persönlich haben dabei Gustav und Wilhelmine Falkenbach am besten gefallen. Beide bestechen durch ihre eigenwillige Persönlichkeit und besondere Charakterstärke. Gustav hat seinen eigenen Kopf und lässt sich nur ungern von seinem Vater Vorgaben machen. Wilhelmine hat ein modernes Rollenbild und möchte sich nicht in eine z.B. unglückliche Ehe drängen lassen.

    Der Aufbau der Geschichte ist stringent und es sind nur kurze Zeitsprünge zu  verzeichnen. Positiv zu erwähnen sind die „Zitate“ der Protagonisten, welche das jeweilige Kapitel einläuten. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut lesbar sowie sehr dialogorientiert. Als Zielgruppe des Romans kommen alle Anhänger von Familiensagas in Frage. Was mir leider an dem Roman nicht so gut gefallen hat war die Tatsache, dass die eigentliche Arbeit in den Unternehmen nicht so detailliert dargestellt wird.  Hier hätte ich mir mehr Einblick in den Arbeitsalltag gewünscht. Auch ein Personenverzeichnis oder Stammbaum hat leider gefehlt. Positiv ist anzumerken, dass die politischen Verhältnisse im Deutschland der 30iger Jahre gut in dem Roman abgebildet werden.

  17. Cover des Buches Die Korrekturen (ISBN: 9783499255496)
    Jonathan Franzen

    Die Korrekturen

     (477)
    Aktuelle Rezension von: MaternaKuhn

    Jonathan Franzen gilt als einer der bedeutensten Schriftsteller der Gegenwart. Paul Auster beneidet ihn um seine literarischen Fähigkeiten. Man zieht Vergleiche mit David Mitchell und viele Literaturkenner fragen sich, warum Franzen noch nicht der Nobelpreis verliehen wurde. Aber das sind nur die, die nicht wahrhaben wollen, dass dieser Preis überwiegend ein Politikum ist. Wenn man sich von „Unschuld“ hat fesseln lassen, so muss man zwangsläufig bei Franzen’s erstem Meisterwerk landen. Letzteres entstand bereits 2001, wurde in kurzer Zeit zum Weltbestseller und wurde von Literaturpreisen anderer Gremien überhäuft.

    Auch auf dieser Plattform wurde „Die Korrekturen“ bereits mehrfach kommentiert oder erwähnt, aber meine Begeisterung braucht ein Ventil. Aber wo anfangen?

    Es ist eine Familiengeschichte. Die Familie soll an Weihnachten im Elternhaus zusammenkommen. Das kommt Ihnen bekannt vor? Genau! Ist es nicht in fast jeder Familie so, dass an eben diesem Fest eine romantisch-infantile Stimmung voller überbordernder Emotionen erzeugt wird, die die Wirklichkeit für eine unterschiedlich lange Zeit ausblendet? Mit eben diesen Assoziationen und Wiedererkennungseffekten spielt Franzen in teils subtiler, teils ganz offensichtlicher Form und hält dem Leser ein ums andere Mal den Spiegel vor. Wenn man will. Natürlich kann man aber - so scheint es in manchen Reviews jedenfalls der Fall zu sein - das alles auch nicht erkennen. Dann verharrt der Leser leider in einer mehr oder weniger netten Familien-Story und verzichtet auf den Benefit der Selbsterkenntnis.

    Manche reduzieren den Roman auf den Alterungsprozess des Vaters Alfred. Wirklich brilliant, wie Franzen in einzelnen Abschnitten die Gedankenwelt eines schwer degenerierten, phasenweise Demenz-geprägten alten Mannes beschreibt. Ja, das ist auch ein Thema, aber nur eines von vielen innerhalb des Familiengefüges. Dazu gehören in einem Atemzug die vier anderen Einzelschicksale, zum Beispiel des ältesten Sohnes und im konventionellen Sinne erfolgreichen Gary (meine Familie, mein Haus, mein Boot), der aber mit seiner Rolle des Ältesten in der Ursprungsfamilie genauso schwer zurecht kommt wie mit der Rolle des Ehemannes und Vaters in seiner neuen Familie. Der zweite Sohn Chip, der vermeintliche Looser, der sich aber als Lebens- und Überlebenskünstler erweist. Die Jüngste, die Tochter Dennis, die in der Familie und im Leben alles perfekt machen möchte und auf der Suche nach ihrer Identität jeden Halt zu verlieren droht. Und natürlich die Mutter Enid, der Prototyp einer Heile-Welt-Mutter, die zur Bewahrung ihrer idyllischen Scheinwelt und ihrer irrealen Ideale kognitive Dissonanzreduktion ohne Ende anwendet. Man könnte die Liste endlos fortsetzen, da all diese Protagonisten wunderbar in ihrer jeweiligen Interaktion im Leben und untereinander entwickelt werden. Nicht nur Eltern-Kinder-Konflikte, fehlende Ablösungen, altersunabhängige Rollenkonservierungen, sondern auch Beziehungsfeinheiten bei jungen wie bei alten Paaren mit all ihren Intrigen und Manipulationen. Und vieles mehr. Ohne dass Franzen billige Stereotypien nutzt, kann sich hier fast jeder Leser irgendwo wiederfinden.

    Dass das alles sprachlich vom Feinsten ist, kann zum Schluss, um den Rahmen nicht zu sprengen, nur noch eine Randbemerkung sein, dabei steht Franzen auch genau dafür - eine herausragende Sprachvielfalt, treffsicher, oft humorvoll, betroffen machend, auch Szenen aushaltend, sodass sie dem Leser schon fast physisch und psychisch wehtun. Und bei aller Liebe zum maximal gut recherchierten Detail dennoch immer im richtigen Erzähltempo. Ein Kompliment auch an die Übersetzerin Bettina Aberbanell - solch ein Sprachfeuerwerk unter Bewahrung der literarischen Qualität will erst einmal übersetzt sein.

    Auf der Bühne dieses Buches wird bravourös eine literarische Familienaufstellung aufgeführt, von der wir im Zuschauerraum auf unseren Logenplätzen ganz viel mitnehmen können. Wenn wir es zulassen.

  18. Cover des Buches Sonntags fehlst du am meisten (ISBN: 9783548290201)
    Christine Drews

    Sonntags fehlst du am meisten

     (52)
    Aktuelle Rezension von: buecherwurm1310

    Caro war das Lieblingskind ihres Vaters, doch durch einen schlimmen Streit ist ein Bruch entstanden und sie haben keinen Kontakt mehr. Nun steht die Goldhochzeit ihrer Eltern bevor. Wird es einen Weg  zu einer Versöhnung geben?

    Ich habe schon einige Bücher der Autorin Christine Drews gelesen, die mich immer überzeugt haben. Daher habe ich auch dieses Buch lesen wollen.

    Caros Vater Karl gehört der Kriegsgeneration an. Diese Generation hat Schreckliches erlebt und musste früh Verantwortung übernehmen. Auch Karl hat für Mutter und Geschwister gesorgt und sich aus dem Nichts etwas aufgebaut. Aber eines hat diese Generation meist nicht, nämlich über das geredet, was sie erlebt haben und dieses „Probleme-nicht-ansprechen“ setzt sich in der nächsten Generation fort.

    Caros Leben verläuft nicht so gradlinig wie sich das der Vater gewünscht hätte. Es hat ihr an nichts gefehlt, der Vater wollte immer nur das Beste für seine Tochter, doch leider war er fast nie da. Caro wollte es allen recht machen und hat sich dabei verloren. Ihr kleiner Sohn hat es auch nicht einfach, denn Caro ertränkt ihre Probleme im Alkohol. Ihre Sucht hat sie inzwischen im Griff und sie scheint wieder Boden unter den Füßen zu haben, wozu ihr Freund Jakob beiträgt. Der Streit mit ihrem Vater belastet sie allerdings.

    Dann begegnet Caro Frau Schneiders und durch ihre Erzählungen versteht Caro plötzlich, wie all das Unausgesprochene zwischen ihrem Vater und ihr steht. Eine Versöhnung erscheint ihr nun möglich.

    Diese Geschichte spielt auf verschiedenen Zeitebenen und durch die Rückblenden in die Vergangenheit konnten wir Caro und ihren Vater gut kennenlernen und ihr Verhalten nachvollziehen.

    Es ist ein Buch, das berührt und zum Nachdenken anregt.

  19. Cover des Buches Altes Land (ISBN: 9783328602101)
    Dörte Hansen

    Altes Land

     (629)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Das Buch ist Dörte Hansens erstes Werk und erschien 2015. Die Geschichte  hat keinen klassischen Aufbau, der langsam zum dramatischen Höhepunkt führt. Stattdessen wird der Leser auf eine Zeitreise durch das Alte Land mitgenommen, die vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die Gegenwart geht, jedoch nicht stringent an der Zeitachse klebt, sondern im Wechsel zwischen Aktuellem, Rückblenden und Erinnerungen erzählt wird. Die Autorin  berichtet dabei wie nebenbei in nüchternem Ton von alltäglichen Konflikten zwischen Alt und Jung, Spießern und Freigeistern, Stadt- und Landmenschen, großen und kleinen Schwestern, Vegetariern und Fleischessenden, Bio-Bauern und konventionellen Landwirten. Trotz des sarkastischen Tonfalls, der verhindert, dass es kitschig wird, ist dem Text die Liebe der Autorin zu den Menschen anzumerken. Die Geschichte fließt meist ganz lässig ohne Höhepunkte dahin und wird dennoch, abgesehen von ein paar wenigen Stellen,  nicht langweilig.

    Die allermeisten von den in plattdeutsch gehaltenen Zeilen versteht man oder der Sinn erschließt sich aus dem Zusammenhang. Es gibt jedoch auch Stellen, da hätte – zumindest mir - eine Übersetzung geholfen. Das hätte als Fußnote oder in einem angehängten Glossar geschehen können. Vier Sterne.

  20. Cover des Buches Von wegen Dolce Vita! (ISBN: 9783548291819)
    Tessa Hennig

    Von wegen Dolce Vita!

     (36)
    Aktuelle Rezension von: katze267

    Angie, ehemals 68er Hippie und noch immer recht unkonventionell, ist freie Journalistin, schon Anfang 70 und bekommt daher oft nur noch für sie unbefriedigende Reportagen.

    Ihre Tochter Janis hat sie allein erzogen, über den Vater beharrlich geschwiegen.Doch seit einem Streit vor 15 Jahren brach der Kontakt ab, ihre Enkelin Leone sah sie das letzte Mal als Baby, Janis zog weg.Nun steht plötzlich bei einem Bankbesuch die wieder nach Berlin gezogene Janis vor ihr, was wieder in einer Auseinandersetzung endet, doch Angie beschließt, zunächst anonym ,den Kontakt zu Leonie zu suchen., die ihre Oma nicht kennt. Und so kommt es dazu, dass die gegen die Vorstadtidylle und den spießigen Lebensgefährten ihrer Mutter protestierende , Hasch rauchende gothic- tragende Leonie und Angie , mit Angies altersschwachen Porsche auf dem Weg nach Sardinien sind. Dort will Angie nach 50 Jahren ihre alten Hippiefreunde wiedertreffen und auch eine Reportage über dieses „50 Jahre Revival Treffen“ schreiben.

    Janis reist kurzentschlossen mit dem widerstrebendem Sven und seinem nagelneuen Wohnmobil ihrer Tochter hinterher.

    Auf Sardinien gibt es für Angie ein Wiedersehen mit der alten Hippie- Clique und einer alten Liebe und auch Leonie findet einen sympathischen Freund..

    Nach und nach beginnt Sardinien, Leonie, Janis und schließlich auch Sven zu verändern.

    Mir hat besonders gefallen, dass wieder einmal eine Protagonistin im Mittelpunkt steht, die schon jenseits der 50 , ja sogar jenseits der 70 ist, und der dennoch Lebensfreude, Tatkraft und sogar „Schmetterlinge im Bauch“ zugestanden werden, ohne dass dabei altersbedingte „Zipperlein“ beschönigt werden. Doch auch die nächsten beiden Generationen kommen nicht zu kurz, Janis und Leonie und ihren Entwicklungen wird ausreichend Raum gegeben.

    Wunderschön sind auch die Landschaftsbeschreibungen, die sofort Lust auf einen Sardinienurlaub machen.

    Der Schreibstil ist locker, angenehm zu lesen, voller witziger Situationen, Verwicklungen und einer gehörigen Prise Romantik, kurz ein absolutes Lesevergnügen.

    Die Hauptpersonen sind sympathisch, jede Altersgruppe ist vertreten.

    Von mir volle 5 Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

    Ich freue mich schon auf den nächsten Roman von Tessa Hennig.

  21. Cover des Buches Geh, wohin dein Herz dich trägt (ISBN: 9783257230307)
    M. Luisa Heinz-Mazzoni

    Geh, wohin dein Herz dich trägt

     (248)
    Aktuelle Rezension von: lyla_2912

    »Geh, wohin dein Herz dich trägt« von Susanna Tamaro hat mir als Taschenbuch gut gefallen. Es ist in Form von Tagebucheinträgen gestaltet und lässt sich wunderbar an einem Wochenende lesen. 

    Es sind Tagebucheinträge, die eine Oma an ihre Enkelin schreibt und ihr zu erklären versucht, aus was für Schicksalsschlägen sie gelernt hat. Sie versucht eine Brücke zu bauen zwischen ihr und der Person, für welche sie diese Zeilen schreibt. Schildert damit Lebensweisheiten und Fehler, die sie geprägt haben und rät: Geh, wohin dein Herz dich trägt. 

    Das Buch hat mir gut gefallen, es ist eher eine Weisheitenlektüre, als eine tatsächliche Geschichte, jedoch so wahr und authentisch, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. 

    Als Zufallsfund hat es mich intuitiv angesprochen und mir die Augen geöffnet auf neue Perspektiven und die Gewissheit, dass alles seine Zeit hat und Warten nicht unbedingt etwas Schlimmes ist, sondern notwendig und sinnvoll in gewissen Situationen. 

    Ein Buch für alle, die einen guten Rat brauchen in Sachen Leben, die ein Gleichgewicht suchen, dass nicht existiert und sich schlussendlich mit der Tatsache anfreunden, dass alles gut ist, wie es ist, solange du nur deinem Herzen folgst. 

    Das Buch habe ich gebraucht gekauft, ohne zu wissen was mich erwartet und wenn ihr mich fragt, ist das der magische Weg, wie Bücher uns finden :)



  22. Cover des Buches Die Toten Hosen (ISBN: 9783498073794)
    Philipp Oehmke

    Die Toten Hosen

     (48)
    Aktuelle Rezension von: Radermacher

    Locker geschrieben und amüsant, hat mich das Buch sehr gut unterhalten. Sprachliche Feinheiten habe ich nicht erwartet, ebenso wenig Tiefgang. Dennoch gab es einige emotionale Kapitel, die auch zum Nachdenken anregten. Insbesondere die Schilderung des Todesfalles auf dem "1.000 Konzert" und der Reisen in die DDR und hinter den eisernen Vorhang.

  23. Cover des Buches Buddenbrooks (ISBN: 9783596521487)
    Thomas Mann

    Buddenbrooks

     (2.362)
    Aktuelle Rezension von: AnnikaKemmeter

    Ein großes Stück Weltliteratur. Die Erzählweise ist erstklassig. Die Charaktere nur im Außenblick stereotyp, entfalten ihre Facetten, sobald sich der Autor ihnen zuwendet. Leider hat es auch seine Längen, vielleicht besonders für den heutigen Leser. Aber die Botschaft kommt auf leisen Sohlen und unaufdringlich erst ganz am Ende. Warum geht diese Familie unter? Für mich führt der falschverstandene Stolz und der selbsterzeugte Druck zu den entscheidenden Fehlentscheidungen.

  24. Cover des Buches Atlantis (ISBN: 9783453435711)
    Stephen King

    Atlantis

     (220)
    Aktuelle Rezension von: MaBoy

    Der Gedanke an den darauf basierenden Film "Hearts in Atlantis" mit Anthony Hopkins erweckt in mir stets ein Gefühl der Nostalgie. Dennoch bezieht sich der Film lediglich auf die erste Teilgeschichte des Buches. Die übrigen widmen sich dem Leben einzelner "Nebencharaktere". Leider ziehen sich die Geschichten etwas in die Länge und verlieren dabei ihre Essenz. In kürzester Zeit wirkten Einzelheiten wie im Meer versenkt.

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