Bücher mit dem Tag "genevieve cogman"

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9 Bücher

  1. Cover des Buches Die unsichtbare Bibliothek (ISBN: 9783404208708)
    Genevieve Cogman

    Die unsichtbare Bibliothek

     (389)
    Aktuelle Rezension von: biscoteria85

    »So viele Autoren speisen ihre Leser faul mit einfallsloser Massenware ab, dass eine fantastische Welt, die sich nicht auf den ersten Blick bei ihren Vorgängern bedient und die etwas Neues ins Genre bringt, wie ein frischer Windhauch ist - Mit seiner sympathischen Heldin und seiner wohltuend vielschichtigen Handlung ist 'Die unsichtbare Bibliothek' ein Buch, in dem man schwelgen kann.« The Guardian

    Dies oben kann ich so leider nicht unterschreiben. Irene als Hauptperson ist mir total unsympathisch. Sie buttert ihren Lehrling Kai erstmal kräftig unter und zeigt ihm wer das sagen hat. Dabei hat er ihr keinen Grund gegeben sofort die Gerte auszupacken. Darüber hinaus ist sie der Meinung, sie dürfe keine Gefühle zeigen, muss kalt und unberechenbar sein. Leider führt dies dazu, dass sie mir sowas von unsympathisch war und ich mit ihr nicht einmal warm werden konnte.

    Von Kai erfährt man mit der Zeit ein bisschen mehr, bleibt aber ansonsten blass und unscheinbar.

    Weitere Charaktere sind wie die Dinge auf den Flohmarkt, wo man drüber hinwegschaut und kein Interesse für entwickeln kann.

    So hat die Story ganz zu Anfang einen tollen Auftakt gehabt und Irene wirkte spannend und actionreich. Dann kam die sehr langweilige Passage in der Bibliothek und dann der gemeinsame Auftrag. Der, wo ich mich ehrlich fragte: Was ist eigentlich euer Sinn in dieser Arbeit.

    Es wird zwar erklärt was die Bibliothek ist, die Bibliothekare und die Sprache. Und dennoch wird gefühlt gar nichts erklärt. Es ist einfach nur ein langer, erschöpfender Prozess dieses Buch zu lesen, welches mit dicken Worten wie Bibliothek, Bibliothekare und Sprache um sich wirft, um diese gezielt in den Mittelpunkt zu stellen und ihre Wichtigkeit zu betonen und zugleich den Leser damit vollkommen aus dem Lesefluss reißt.

    So auch die Art wie Irene spricht. Statt einen Satz klar und gezielt auf den Punkt zu bringen, füllt sie diesen aus, in eine Länge und einer Unverständlichkeit, gespickt mit Ausführungen, welche nicht zum Ende zu führen scheinen. – Ja ich habe mich um es verstehen zu können, soeben auch getan. Dies machte es zu einer zähflüssigen und klebrigen Angelegenheit gespickt von den Schlaglöchern der dick geschriebenen Wörter.

    Die Story selbst nimmt dabei nicht an Fahrt auf und wirkt überladen und ohne einen roten Faden. Alles in allem finde ich es aber sehr schade, denn die Grundidee finde ich super und leider sind mit diesem Buch auch die Folgeteile aus meinem SUB geflogen.

    Alles in allem war für mich dies der Grund, bei 60 % abzubrechen. Die letzten drei Stunden, welche mein E-Reader mir zeigte, war ich nicht mehr bereit in dieses Buch zu stecken.

  2. Cover des Buches Die maskierte Stadt (ISBN: 9783404208883)
    Genevieve Cogman

    Die maskierte Stadt

     (160)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    Im zweiten Band geht es nicht mehr um ein bestimmtes Buch, das beschafft werden muss. Vielmehr muss Irene Winter einen Freund retten und einen Krieg verhindern, der alle Welten betreffen würde.

    Im zweiten Teil treffen wir auf einige neue Figuren, doch auch so manch vertrauter Charakter ist mit von der Partie.

    Erneut an Irenes Seite ist Vale. Durch seine sehr pragmatische Art und seinen Ansichten bringt der Detektiv immer frischen Wind in die Geschehnisse und ist für so manche Überraschung gut. Da er nicht zwischen den Welten reisen kann und auch keine Ahnung von den Elfen und Drachen hat, sieht er vieles aus einem anderen Blickwinkel als Irene.

    Von Kai erfahren wir nur durch zwei kurze Intermezzi wie es ihm geht. Mir hätte es besser gefallen, wenn es zwei Handlungssträngen gehabt hätte, die am Ende zusammengeführt worden wären. Dies macht eine Geschichte für mich immer noch spannender und interessanter. Aber auch so ist der Autorin eine unterhaltsame Erzählung gelungen.

    Die Nebendarsteller sind diesmal größtenteils Elfen. Die Autorin gab diesen vor allem den Drang zur Dramatik. Ein Aspekt, der nicht überzeugt. Das interessante am ersten Band war, dass die Autorin einen guten Weg zwischen Realität, Literatur, Geschichte und Fiktion gefunden hatte. Die Literatur fiel diesmal komplett weg, das Thema Bibliothek kam nicht wirklich vor. Fiktion und magische Fähigkeiten überwogen. Schade.

    Irene Winter startet komplett unvorbereitet in ihr Abenteuer. Was für eine Neuigkeit! Irene überrumpelt und emotional handelnd. Für sich, für Kai, nicht für die unsichtbare Bibliothek. Natürlich kommt ihr Sarkasmus zur Geltung und auch so mancher Zweifel, aber das macht die Junior-Bibliothekarin menschlicher denn je. Natürlich überwindet Irene mit der Sprache einige Gefahren. Das wollte ich auch lesen. Naja, nur nicht so oft. Manchmal hoffte ich, dass sie es auch einmal „ohne“ schafft. Also mit Körper und Geist allein. Ich könnte schwören, dass hätte unsere Hauptprotagonistin draufgehabt. Aber hier fehlte es der Autorin wohl an Ideen.

    Der Heldin gegenüber standen sadistisch und sich kompliziert gebende Antagonisten. Natürlich sollen wir die Bösen nicht mögen, aber sie sollen faszinieren! Hier waren es einfach Stereotypen, mehr nicht.

    Zum Ende hin, geht es dann rasanter zu! Die Dinge überschlagen sich nicht gleich, aber es zieht sich nicht mehr. Es folgen einige Überraschungsmomente! Vielleicht liegt es auch daran, dass Elfen keine große Rolle mehr spielen, wer weiß. Ein weiterer Pluspunkt - es gibt keinen großen Cliffhanger! Die Geschichte wird abgeschlossen. Dennoch wurde nicht vergessen, einen kleinen Anreiz zu geben. Schließlich gibt es noch einen aktuellen dritten Band.

     „Die maskierte Stadt“ lebt mehr von ihrer Hauptprotagonistin und den liebevoll umschriebenen Details als von der Geschichte selbst. Das Buch könnte auch ohne Vorkenntnisse zum ersten Band gelesen werden und bildet eine in sich geschlossene Geschichte. Könnte. Doch ohne die Vorgeschichte würde ich dem Buch einen Stern weniger geben.

  3. Cover des Buches Die flammende Welt (ISBN: 9783404208449)
    Genevieve Cogman

    Die flammende Welt

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    Der Roman ,,Die Flammende Welt" von Genevieve Cogman ist der dritte Teil der Bibliothekaren- Reihe. Der Leser begleitet Irene, ihres Zeichens Agentin der unsichtbaren Bibliothek. Die BIBLIOTHEK ist der einzige Ort, der das Gleichgewicht zwischen den Welten von Chaos und Ordnung aufrechterhält.

    Nach dem offenen Ende des zweiten Bandes musste ich wissen, wie es mit Irene weitergeht. Gibt ihr die Bibliothek noch eine Chance? Und was ist mit Kai passiert? Dieses wurde jedoch leider nur kurz angesprochen. Die Geschichte geht einfach weiter. 

    Die Autorin schafft es zwar, eine in sich stimmige Fantasy-Welt zu erschaffen, in der es ganz unterschiedliche Parallelwelten unterschiedlichster Entwicklungsstufen gibt.  Diese weisen unterschiedliche Stufen von Chaos beziehungsweise Ordnung auf, in denen sich unterschiedliche Wesen (Elfen, Drachen, Werwölfe, Vampire und Menschen) wohlfühlen. Wobei Vampire bisher kaum eine Rolle gespielt haben. Bei der Umsetzung ist jedoch noch Luft nach oben.

    Gerade haben Irene und Kai einen weiteren Auftrag erledigt und wollen das erbeutete Buch in die Bibliothek bringen, als ihr Portal statt sich zu öffnen in Flammen aufgeht. Mit Hilfe von Kais Drachenfähigkeiten gelangen sie in ihre Heimatwelt, die sich im London des 19. Jahrhunderts findet. Doch das flammende Portal war kein Einzelfall, in vielen Parallelwelten geschieht Ähnliches. Bibliothekare geraten in Gefahr und die unsichtbare Bibliothek wird bedroht.
     Irene und Kai entkommen knapp einem Mordanschlag. Hilfe bei der Aufklärung suchen sie bei dem befreundeten genialen Detektiv Vale, der zu viele Parallelen zu dem weltbekannten Sherlock Holmes aufweist.

    Auch alte Feinde tauchen auf, immer wieder geraten Kai und Irene in Bedrängnis, ihr Leben ist ständig in Gefahr und auch die Bedrohung der Bibliothek nimmt immer mehr zu. Bald überschlagen sich die Ereignisse.

    Der Schreibstil der Autorin war okay, stellenweise recht holprig zu lesen, was mich jedoch nicht gross gestört hat. Die Geschichte erschien mir manchmal etwas wirr, Für mich hatte das Buch am Ende einige Längen und war aufgrund der schnellen Folge von Schlagabtäuschen im letzten Teil etwas übertrieben

    Mit der Bibliothekarin Irene "Ray" Winters hat die Autorin eine sehr charmante und liebenswerte Protagonistin erschaffen. Es ist deutlich, dass Irene alles andere als allwissend ist und demzufolge häufig in die Bredouille gerät. Diese nahbare und realistische Unperfektheit sind Auslöser für viele alternative und unglaublich unterhaltsame "Problemlösungen" und Herangehensweisen, die dem ganzen Konzept eine erfrischende und humorvolle Note verabreichen.

    Die Geschichte selbst ist, abgesehen von ein paar spannenden Szenen, doch recht simpel gehalten. Als Spannungsbremse empfand ich auch die immer wiederkehrenden Gedankengänge Irenes. Paranoia scheint das bevorzugte Wort der Autorin im Zusammenhang mit dieser Figur zu sein.

    Die Hauptcharaktere kamen auch diesmal zu kurz. Da hat mir eine gewisse Tiefe gefehlt und ihre Emotionen waren für mich nicht deutlich genug gewesen. Vor allem das Zwischenmenschliche hat gefehlt. Die Gefühle und Emotionen der Figuren. Die Geschichte ist einzig auf Abenteuer und Erledigung der Aufgabe ausgelegt da bleibt kein Platz für Gefühle.

    Die Autorin versucht zwar eine Dreiecksbeziehung zwischen Irene, Vale und Kai in die Handlung einzubringen. So nach dem Motto: Kai ist mein Lehrling, für den bin ich verantwortlich und daraus darf nicht mehr werden. Da halte ich mich doch lieber an den Scherlock Holmes Verschnitt. Doch überzeugt weder das eine noch das andere.

    Unlogisch erscheint mir, dass die Rettung der BIBLIOTHEK allein einer Person überlassen wird. Die übrigen Bibliothekare sollten meines Erachtens vermehr mit eingebunden werden. Doch noch sind sie reine Statisten, die kaum eine Rolle spielen.

    Die Handlung ist zu einseitig auf Irene abgestimmt. Dabei gibt es so viele andere Beteiligte: beispielsweise den Superdetektiv Vale, Sighn von Scotland Yard, Li Ming der Diener des Drachenkönigs; Silver und noch einige mehr. Diese wurden immer nur namentlich erwähnt oder wir bekamen sie nur zu Gesicht, wenn auch Irene in der Szene war. Ausnahme war nur ein kurzes Kapitel, in dem Silver und Vale aufeinandertreffen. Leider war diese Abweichung aber nur von kurzer Dauer und wiederholte sich dann auch nicht. Natürlich kann dies auch so funktionieren, doch dazu muss von der Hauptfigur mehr kommen.

     Von der Idee her ist die Serie "Die Bibliothekare" wirklich gut. Der Leser findet sich in Welten wieder, die sich in vergangenen Epochen unserer Welt befinden. Magische Wesen, Bösewichte, bekannte politische Ereignisse, historisch bekannte Namen, Namen aus bekannten Büchern, es findet sich alles in dieser Erzählung. Doch an der Umsetzung haperte es. Die ganze Geschichte baut nur auf Irene auf. Sie ist die unangefochtene Heldin. Was ist mit den anderen Bibliothekaren?

    Auch Kai kommt in diesem Buch viel zu kurz. Besonders in seiner Rolle als Drache. Lediglich zu Beginn des Buches hat er eine Szene bekommen und zum Ende des Buches. Hier hat die Autorin ihn zumindest nochmal in den Vordergrund gerückt, nachdem er eine doch eher zurückhaltende Rolle übernommen hat und Irene scheinbar hörig ist.

  4. Cover des Buches The Invisible Library (ISBN: 9781447256236)
    Genevieve Cogman

    The Invisible Library

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Seitenhain
    Irene ist eine Spionin. Doch nicht irgendeine Spionin, nein, sie arbeitet für eine Bibliothek, die zwischen verschiedenen Alternativwelten existiert und Bücher aus allen Welten versammelt. Kaum hat sie ein Manuskript aus einem Zaubererinternat gestohlen, wird sie mit einem Frischling auf eine gefährliche Mission geschickt: in ein alternatives London, in dem Werwölfe, Vampire, Fae existieren und Zeppeline als Transportmittel genutzt werden. Dort muss sie eine spezielle Ausgabe von Grimms Märchen finden, doch die wurde bereits gestohlen...



    Als wäre das wunderschöne Cover nicht genug (das Bild ist leider sehr schlecht, in echt ist es dunkelgrün mit goldener Prägung), ist das Buch auch noch megaspannend. Man kommt kaum zu Atem, ständig passiert was. Sobald man sich zwei Seiten entspannt hat, finden sie etwas heraus oder es stürmt jemand herein oder Krokodile sprengen eine Party! Huiuiui.

    Dass mit diversen Personen etwas nicht stimmt, wird einem als aufmerksamer Leser recht schnell klar und es ist interessant zu verfolgen, wie Irene langsam jedem von ihnen auf die Schliche kommt (auch wenn ich ihr bei Aubrey eine Theorie voraus war).

    Die magischen Wesen in dieser Welt werden einem nicht aufgedrängt, also die Vampire hängen nicht ständig im Dunkeln rum und trinken Blut, sondern sie sind Aristokraten und haben halt nur zufällig eine spezielle Diät.



    Insgesamt ein irrer Auftakt - es soll wohl eine Trilogie werden -, der einen fast atemlos zurücklässt. Ich glaube, am Ende stand mir beim Lesen im Zug eine Weile der Mund ein wenig offen...



    "The atmosphere of the library soothed her automatically; the rich lantern lights, the sheer scent of paper and leather and the fact that everywhere she looked, there were books, books, beautiful books."

  5. Cover des Buches Das dunkle Archiv (ISBN: 9783404209415)
    Genevieve Cogman

    Das dunkle Archiv

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    Bisher das Beste Buch der Serie. Endlich ging es um das, für was die Bibliothek steht. Es ging darum, ein Buch zu ergattern, bevor es die anderen Parteien in die Hände bekam.

    Die Geschichte steigt sofort in die Handlung ein. Die Protagonistin kann sowohl den treuen Leser als auch den Neueinsteiger schnell für sich einnehmen. Die Spannungskurve ist durchdacht und sauber über den Verlauf der Geschichte aufgebaut. Insgesamt ist das Tempo der Story durchweg hoch, kann sich jedoch bis zum Finale noch steigern. Dabei gelingt es der Autorin über den gesamten Roman eine durchgängig vielschichtige Geschichte zu erzählen und dabei dem Leser genau die Informationen zukommen zu lassen, die er benötigt, um die Welt und den Fortgang der Geschehnisse zu erfassen.

    Die Protagonistin Irene Winters wirkt glaubhaft; ihre Motive sind nachvollziehbar und können überzeugen, sind jedoch nicht vorhersehbar. Auch Nebencharaktere werden lebendig gezeichnet und verkommen nicht zu zweidimensionalen Statisten. Die Charaktere wirken insgesamt stimmig. Leider hat Kai immer noch seine Statistenrolle inne. Von dieser Figur würde ich einiges mehr erwarten. Stammt er doch von den mächtigsten Wesen dieser Welten ab. Und dennoch benimmt er sich wie ein treues Hündchen. Kai sollte endlich aus Irenes Schatten treten und über sich hinauswachsen.

    Endlich lernen wir einen anderen aktiven Bibliothekar kennen, der Irene aktiv unterstützt. Davon sollte mehr kommen.

    Überzeugend ist die Welt, in der die Geschichte spielt. Diese spielt mit vertraut erscheinenden Elementen, setzt diese jedoch gekonnt zu einem reizvollen Ganzen zusammen und lässt somit ein ganz eigenes, neues Setting entstehen. Die zugrundeliegende Konzeption der Welt ermöglicht eine Vielzahl von Möglichkeiten, so dass es immer wieder zwischen vertraut erscheinenden Dingen Neues zu entdecken gibt.

    Diesmal ist das von der Autorin gewählte Setting das Chicago der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts, die Zeit der Tommy Guns, der Prohibition und der Gangsterbosse. Eine interessante und actiongeladene Atmosphäre. Wie immer gut recherchiert und auch auf Einzelheiten bedacht. Die Szenen waren voll von Gangster, Verbrechern, Verfolgungen, Drama und viel Action. Loyalität, Korruption und Intrigen bestimmen die Handlung. Es geht rasant zu und den Beiden bleiben nicht wirklich viele Verschnaufpausen. Überall lauern Gefahren.

    In diesem Band spielen, anders als in den eher von Elfen dominierten Vorgängern, die Drachen eine tragende Rolle. Besonders für eifrige Verfolger der Reihe eine interessante Entwicklung und eine Gelegenheit, mehr über die beeindruckende und teilweise furchteinflößenden Wesen zu erfahren.

    Der Leser erlebt die Geschichte aus der Sicht eines personalen Erzählers. Die Story wird in der aktiven Vergangenheit und weitestgehend aus der Sicht der Protagonistin Irene Winters erzählt. An einigen Stellen wechselt die Erzählperspektive zu ihrem Lehrling, wenn dieser in eigenen Handlungssträngen in Aktion tritt. Abgesehen vom neuen Thema bewegt sich die Autorin in gewohnten Fahrwassern. Spannende Passagen wechseln sich mit politischeren ab und Gewalt ist genauso ein probates Mittel wie Diplomatie.

    Cogmans Schreibstil mag ich, allerdings nutzt sie manchmal sehr komplizierte oder lange Sätze, die schwieriger nachzuvollziehen sind. Das erschwert das Verständnis der Geschichte und wirkt sich negativ auf den Lesefluss aus.

    Ich frage mich, ob die Autorin für die häufigen Hervorhebungen in Fett und Kursiv verantwortlich ist, oder ob dies nur in der deutschen Übersetzung der Fall zu sein scheint. So habe ich mir einmal die englische Ausgabe betrachtet. Es scheint tatsächlich an der Autorin zu liegen, dass wir mit solch einem Flickenteppich unterschiedlicher Schrifttypen gequält werden.

    Ich weiss nicht, wie jemand auf die Idee kommt, mit Hilfe unterschiedlicher Schrifttypen gute Literatur zu verfassen! Jeder Autor, der zu diesen Mitteln greift, muss seine Leser für Dumm erachten. Unfähig, den Unterschied zwischen Gedanke und Rede auf andere Art zu erkennen. Dabei liegt es vielmehr an der Unfähigkeit des Autors, die Gedankenwelt der Figuren in normaler Schriftsprache übermitteln zu können. Die grossen Schriftsteller, an denen wir uns so gerne messen, hatten dies jedenfalls nicht nötig. Nicht schriftbildliche Spielereien waren ihr Mittel, sondern eine klar verständliche Erzählung. Diese neuartigen Spielereien haben wir dem Computerzeitalter zu verdanken, was dies erst möglich gemacht hat. Als Leser müssen wir nun bedauerlicherweise damit leben, weil es ja angeblich viel verständlicher zu lesen ist – oder eben der Leser zu dumm, der Handlung ohne Hervorhebungen richtig folgen zu können.

    Trotz einiger Kritikpunkte ist Das dunkle Archiv eine nette Geschichte, die sich insgesamt gut lesen ließ. Die Reihe wird bestimmt seine treuen Leser finden.

  6. Cover des Buches Die verborgene Geschichte (ISBN: 9783404209750)
    Genevieve Cogman

    Die verborgene Geschichte

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    Nachdem es ihr im letzten Band gelungen ist einen Friedenspakt zwischen Elfen und Drachen auszuhandeln und zu ratifizieren, könnte sich Irene Winter nun gemütlich und wohlverdient in ihrem Sessel zurücklehnen, um ein gutes Buch zu lesen.

    Doch erneut ruft die Pflicht. Im Auftrag der Bibliothek soll sie ein Buch sichern, das allein den Frieden auf einer der vielen Welten sichern kann. Einer Welt die Irene viel bedeutet. Ist es doch diejenige in der sie zur Schule ging.

    Ein Sammler, ein Elf namens Nemo, besitzt dieses Buch.  Allein schon die Reise zu seiner Insel gestaltet sich spannend. Zudem fordert er als Preis für die Herausgabe eine Gegenleistung. Damit Irene das Buch erhält müssen Kai und sie einen sehr speziellen Auftrag erledigen, mit einem Team, dass sie bisher noch nicht kennen.

    Die Mitglieder dieses Teams sind speziell wegen ihrer Fähigkeiten ausgewählt worden und setzen sich aus Elfen und Drachen zusammen. Das für sich ist schon eine interessante und explosive Zusammensetzung. Immerhin haben nicht alle Elfen und Drachen den Friedensvertrag unterschrieben

    Zusammen mit dieser gemischten Truppe sollen Irene und Drachenprinz Kai aus dem Museum in Wien ein großes Gemälde besorgen - sprich: stehlen.

    Diesmal gibt es zusätzlich eine Dosis „James Bond Feeling“. Auch eine Casino- Szene ist in die Handlung eingebaut. Gemeinsam mit unserem Lieblingspärchen tauchen wir also ab in die Welt von James Bond und Miami Vice, treffen auf Schurken a la Blofeld und trickreiche Glücksspieler, jagen durch die Straßen eines technisierten überwachungsstaatlichen Wiens und können uns an unzähligen Film- und Literaturanspielungen erfreuen.

    Dumm, dass CENSOR, die ansässige Staatssicherheit, mit der Ausrede, Jagd auf übernatürliche Wesen zu machen, sich auf ihre Fersen heftet. Zu allem Unglück treiben, in der eigentlich allein den Menschen vorbehaltenen Welt auch Drachen ihr Unwesen. Drachen, die ausgerechnet dieses Bild mit allem schützen, was ihnen an Kräften gegeben wurde… und dies ist nicht gerade wenig.

    Was nur macht die Beute so interessant, so unheimlich wertvoll, dass Drachen wie Elfen geradezu verzweifelt versuchen, des Bildes habhaft zu werden?

    Dieser Band ist wie die vorherigen vielschichtig, mit überraschenden Wendungen, fantasievollen Welten und stets oben gehaltenem Spannungsbogen. Die Geschichte endet mit einem kleinen Cliffhanger. Ein Hinweis auf eine neue Figur, die Irene und Kay bei ihren zukünftigen Abenteuern begleiten soll.

  7. Cover des Buches Das tödliche Wort (ISBN: 9783404209712)
    Genevieve Cogman

    Das tödliche Wort

     (53)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    Bereits zum fünften Mal verfolgen wir die Abenteuer der Bibliothekarin Irene Winter. Diesmal führt uns die Autorin nach Paris der Belle Epoche. Ein Friedensbündnis soll zwischen den Mächten des Chaos, den Elfen und den Mächten der Ordnung, den Drachen, ausgehandelt werden. Die Bibliothekare sitzen als neutrale Vermittler mit am Tisch. Diesmal sind also alle vereint, Drachen, Elfen und Bibliothekare. Jeder redet und redet, ohne viel zu sagen. Zwischen den Zeilen werden eine Menge Drohungen ausgesprochen so dass Irene und ihr Team die Spreu vom Weizen trennen muss.

    Der Mord an einem Drachen droht die Verhandlungen zum Stillstand ja gar zum vorzeitigen Abbruch zu bringen. Irene soll dies verhindern und das Verbrechen mit Hilfe des genialen Meisterdetektivs Vale möglichst rasch aufklären. Das Ermittlerteam wird ergänzt durch Lord Silver von den Elfen und Mu Dan von den Drachen. Inoffiziell ist auch Kai mit von der Partie. Rasch stossen die fünf auf eine Hauptverdächtige, die Blutgräfin Elisabeth Báthory. Aber auch auf Anarchisten, Verräter und jede Menge höchst geheime Pläne.

    Der fünfte Band der Reihe um die unsichtbare Bibliothek verschiebt den Fokus ein wenig weg von den actionreichen Abenteuern hin zu einer detailreicheren Darstellung der politischen Machtverteilung in den Multiuniversen. Soll heißen, dass der Actionanteil, die gefährlichen Verfolgungsjagden und die Kämpfe eher in den Hintergrund treten. Stattdessen präsentiert und Cogman zum einen die Suche nach einem Mörder, dessen Motiv und den Tathergang, zum anderen erinnert der Plot aber auch an einen politischen Thriller. Es geht um Machtspiele, um Manipulationen, um Verrat und um jede Menge Geheimnisse. Das nimmt, verglichen mit den bisherigen Bänden, viel Tempo aus dem Roman, auch die Verweise auf Bücher sind eher spärlich anzutreffen. Hinzu kommt, dass sich die Namen insbesondere der Drachen, die sich alle aus dem Chinesischen rekrutieren, die Übersicht der handelnden Figuren ein wenig erschweren.

    Die Handlung hat mir gut gefallen. Die beschriebene Welt klingt vertraut und ist es dann doch nicht. Es wird eine interessante Mischung aus Fantasy, Krimi und Steampunk geboten. Bedauerlicherweise agiert Vale im Hintergrund. Schlussendlich ist es Irene, die alles aufdeckt. So kann Vale nur noch bestätigend abnicken. Hier hat die Autorin Chancen vertan. Im Grunde ist Vales Figur für die Handlung überflüssig. Wenn schon ein Superdetektiv mitspielt, sollte dieser eine tragende Rolle spielen. Schlussendlich geht es um sein Fachgebiet – ein Mord muss aufgeklärt werden.

    Dennoch genoss ich Detektiv Vales Anwesenheit, der extra aus seinem Parallel-London angereist war. Er ist so ein typischer Gentleman und bringt mit seiner Professionalität den Charme eines berühmten Meisterdetektivs in die Geschichte. Über ihn würde ich sogar einen Einzelband lesen!

    Doch er ist nicht der einzige Stereotyp. Auch der Elf-Lord Silver brachte mich mit seiner so verführerischen Art zum Schmunzeln, weil er Irene mit seinen Flirtversuchen einfach nur den letzten Nerv raubte.

    Die Drachenseite hingegen liebt Disziplin, Ordnung und Kontrolle. Sie sind ebenso magisch, vor allem in der Beherrschung der Elemente und an chinesischer Kultur orientiert. So ist auch ihr Drachenäußeres zu bestaunen. Damit sie dennoch nicht auffallen, streifen sie als elegante Menschen durch die Parallelwelten und stellten für Irenes Team die unabhängige Ermittlerin Mu Dan. Ein Kaliber, die vor allem mit Stolz, Wut und eine gewisse Kälte trotzt.

    Schlussendlich wird der Fall gelöst. Doch meines Erachtens nicht glaubwürdig. Es fehlt an echten Beweisen. So muss der Täter selbst gestehen. Da hätte ich von einem Meisterdetektiv mehr erwartet.

    Auch dieses Buch wird als unabhängiger Band zur Reihe beworben. Ich gebe dahingehend recht, dass die Storyline zum Mord eines hochrangigen Politikers, hier in Form eines Fabelwesens, sich auch so verstehen lässt. Allerdings bin ich der Meinung, um mit den Figuren wirklich auf Tuchfüllung gehen zu wollen, sind die Vorkenntnisse aus den anderen Büchern Pflicht. Ich verstehe die Protagonistin Irene viel besser, weil jede Andeutung zu ehemaligen Feinden, ihrer Familiengeschichte oder ihrer Zuneigung zu Kai für ein anderes Abenteuer steht, das sie geprägt hat.

  8. Cover des Buches The Masked City (ISBN: 9781447256250)
    Genevieve Cogman

    The Masked City

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Die Reihe „The Invisible Library” von Genevieve Cogman ist das Ergebnis einer wilden Mischung literarischer Einflüsse. Die Idee einer interdimensionalen Bibliothek borgte sich die Autorin von Terry Pratchett, Neil Gaiman und aus dem französischen Rollenspiel „In Nomine Satanis“. Die Magie ist von Ursula K. Le Guins „Erdsee“-Saga inspiriert, die Drachen durch die chinesische Mythologie und „Sherlock Holmes“ prägte sie ebenfalls. Das Konzept von Ordnung und Chaos hingegen ist eine Exploration dessen, was ihr in Michael Moorcocks „Elric“-Romanen begegnete. Das Ranking, das die Unsichtbare Bibliothek verwendet, um alternative Welten hinsichtlich Ordnung oder Chaos zu klassifizieren, spielt im zweiten Band „The Masked City“ eine entscheidende Rolle.

    Endlich fand Irene eine Heimat. Sie ist nun dauerhaft in einem alternativen viktorianischen London als Agentin der Unsichtbaren Bibliothek stationiert. Keine Reisen durch die Welten mehr, ausschließlich Aufträge mit überschaubarem Risiko. Irene ist zufrieden. Doch die Idylle ihres neuen Lebens währt nur kurz. Ihr Lehrling Kai wird von den Fae entführt. Kais Onkel, der König der Drachen, wertet den Zwischenfall als offene Kriegserklärung. Wutschnaubend beauftragt er Irene, seinen Neffen zurückzubringen. Sollte sie scheitern, wird er die Welt, aus der Kai verschleppt wurde, restlos zerstören, um ein Exempel zu statuieren. Irene findet heraus, dass Kai in eine hochgradig vom Chaos infizierte Welt gebracht wurde, in ein alternatives Venedig der Masken und Illusionen, in der der Karneval niemals endet. Irgendwie muss sie dort hingelangen, obwohl die zur Neutralität verpflichtete Bibliothek es Mitgliedern untersagt, sich in das Ringen der Mächte der Ordnung und des Chaos einzumischen. Auf sich allein gestellt bricht Irene zu einer verzweifelten Rettungsmission auf, die alles aufs Spiel setzt: Kai, ihren Job und ihr Leben.

    Ich werde mich der weitreichenden Begeisterung für „The Invisible Library“ vermutlich niemals anschließen können. Ich fürchte, es wird immer Punkte geben, an denen ich mich störe, obwohl die Romane durchaus unterhaltsam sind. Im zweiten Band „The Masked City“ konnte ich meine Kritik am grundlegenden Konzept der Unsichtbaren Bibliothek zwar vernachlässigen, weil sie lediglich am Rande auftritt und die Protagonistin Irene dieses Mal keinen Auftrag erfüllen muss, aber dafür wurde ich mit Genevieve Cogmans Wechselspiel zwischen Ordnung und Chaos konfrontiert, mit dem ich einfach nicht warm wurde. Alle Welten ihres Multiversums befinden sich irgendwo auf einer gedachten Skala zwischen der Ordnung der Drachen und dem Chaos der Fae. Drachen und Fae sind dementsprechend Gegenspieler, in deren Mitte sich die Bibliothek nach Kräften bemüht, die Schweiz zu imitieren. „The Masked City“ soll einen tieferen Einblick in ihre Rivalität gewähren, für mich warf diese Fortsetzung allerdings eher neue Fragen auf, statt sie zu beantworten. Ich habe keine genaue Vorstellung davon, was Ordnung und Chaos für Cogman bedeuten. Welche Elemente zählen zur Ordnung, welche zum Chaos? Welche Auswirkungen hat die Anwesenheit der Fae auf eine Welt, beeinflussen sie sie absichtlich und wenn ja, heißt das, dass sie aus dem Nichts zum Beispiel auch fiktive Fabelwesen auftauchen lassen können? Ich finde die Entwürfe beider Extreme bisher äußerst schwammig und habe Schwierigkeiten, mit ihnen konkrete Merkmale zu verknüpfen. Das alternative Venedig, in das Irenes Lehrling Kai entführt wird, hätte mir helfen sollen, zumindest das Chaos besser zu verstehen, da Cogman sich in dessen Darstellung jedoch lieblos auf Flüsse, Gondeln und Masken beschränkte und keine greifbare, individuelle Atmosphäre heraufbeschwor, funktionierte das leider nicht. Ich kann nicht nachvollziehen, wieso sie so zugeknöpft blieb, schließlich lädt ein verzaubertes Venedig nachdrücklich dazu ein, in Beschreibungen des Settings zu schwelgen. Vielleicht lag ihre Zurückhaltung an Irene, die das Chaos prinzipiell unterkühlt betrachtet und sich aufgrund ihrer pragmatischen Art nicht an seinen Wundern erfreuen kann. Ist es schlimm, dass ich sie nicht besonders mag? Die Protagonistin ist mir zu verkopft, zu verbissen und versucht meinem Empfinden nach allzu angestrengt, sich zu beweisen. Sie hat keinen Humor und ist enervierend pessimistisch. Ich stelle ihr Talent als Agentin ernsthaft in Frage, weil das Gelingen ihrer Pläne stets von einer unverschämten Portion Glück abhängt, was ihren Status als Junior-Bibliothekarin für mich noch rätselhafter gestaltet, als er ohnehin ist. Auf welcher Stufe der Hierarchie der Bibliothek steht Irene eigentlich und welche Befugnisse und Verpflichtungen gehen damit einher? Da „The Masked City“ die Strukturen der Bibliothek maximal streift, fühlte ich mich am Ende der Lektüre bedauerlicherweise nicht schlauer als vorher.

    Als Einzel-Abenteuer ist „The Masked City“ fraglos aufregend und actionreich. Das Buch liest sich flüssig und unterhielt mich angemessen. Für mich besteht das Problem darin, dass Genevieve Cogman meinem Empfinden nach zu zaghaft daran arbeitet, das allgemeine Worldbuilding von „The Invisible Library“ voranzutreiben. Natürlich handelt es sich erst um den zweiten Band, doch ein gewisses Informationskontinuum, das die präsentierten Ideen in einen größeren Kontext setzt, kann man sicher selbst so früh in einer Reihe erwarten. Ich habe den Eindruck, dass Cogman permanent den Fuß auf der Bremse hat, weil sie sich fürchtet, Gesetzmäßigkeiten zu formulieren, die spätere Handlungslinien einengen könnten. Obwohl ich verstehe, dass sie sich nicht selbst beschneiden möchte, wird sie mit dieser Unverbindlichkeit bei mir irgendwann an eine Wand stoßen. Ich bin bereit, es mit dem dritten Band „The Burning Page“ zu versuchen, aber wenn sie nicht bald den Mut entwickelt, sich festzulegen, muss ich mich fragen, ob es sich lohnt, die Reihe weiterzuverfolgen.

  9. Cover des Buches Die unsichtbare Bibliothek (ISBN: B01INN89T4)
    Genevieve Cogman

    Die unsichtbare Bibliothek

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Sarahs_Leseliebe
    Bei dem Titel war sofort klar: Ich als absolute Bibliomanin muss dieses
    Buch lesen! Ich liebe Bibliotheken und ich liebe Bücher und wenn ein
    Buch auch noch das Wort „Bibliothek“ im Titel enthält, wandert es sofort
    auf meine Leseliste. Oder in diesem Fall auf meine Hörliste, denn „Die
    unsichtbare Bibliothek“ habe ich mir als Hörbuch angehört.

    Und darum geht es:
    Irene Winters ist eine Bibliothekarin der Bibliothek. Das
    Besondere an dieser Bibliothek ist, dass sie außerhalb von Raum und Zeit
    existiert und ein Tor zu den unterschiedlichsten Arten von Welten ist
    und nur bestimmte Personen haben Zugang und Kenntnis über diese. Irene
    hat den Auftrag, wie auch alle anderen Bibliothekare, die für die Bibliothek tätig sind, wichtige und einzigartige Bücher in anderen Welten zu sichern und in die Bibliothek zu bringen.
    Zu Anfang des Buches befindet sich Irene noch in einer anderen Welt und
    muss dort vor lebendig gewordenen Wasserspeiern und anderen
    furchterregenden Dingen flüchten. Zurück in der Bibliothek
    denkt sie ein paar Tage Ruhe zu haben, doch sie erhält von ihrer
    Vorgesetzten gleich den nächsten Auftrag, zu dem sie umgehend aufbrechen
    soll. Wäre das noch nicht genug, soll sie auch noch den Lehrling Kai
    mitnehmen und anweisen. Mit ihm begibt sie sich in eine viktorianische
    Variante von London, das teilweise vom Chaos verseucht ist. In diesem
    London soll sie eine besondere Ausgabe der grimmschen Märchen ausfindig
    machen und sicherstellen. Doch schnell wird klar, dass das kein
    einfacher Auftrag ist, denn auch anderen sind hinter diesem Buch her und
    stellen sich Irene und Kai in den Weg.

    Genevieve Cogman baut in ihren Debüt-Roman, der 2015 im Bastei Lübbe
    Verlag erschienen ist, eine große Palette von Fantasy-Figuren ein. Neben
    Werwölfen, können auch Elfen und Vampire die unendlich vielen Welten
    bewohnen und sind, manchmal mehr oder weniger, fester Bestandteil der
    dortigen Gesellschaft.
    Drachen und Elfen nehmen dabei eine gesonderte Stellung ein. Elfen sind
    Wesen des Chaos und sehr dunkle und manipulative Kreaturen, wohingegen
    Drachen für das Gute stehen und absolute Ordnung bevorzugen. Auch ist es
    möglich in manchen Welten Magie auszuüben und in anderen herrscht eher
    die Technologie vor.
    Ich fand es sehr interessant was für komplizierte und auch überaus
    wundersame Welten die Autorin hier geschaffen hat. Das gibt ihr die
    Möglichkeit unendlich viele verschiedene Welten zu konstruieren, in der
    keine Logik vorherrschen muss.

    Zu Anfang hatte ich ein wenig Schwierigkeiten in das Buch hinein
    zukommen, da der illustrative Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig ist.
    Es wird sich ungewöhnlich gewählt ausgedrückt, aber ich kam damit nach
    einiger Zeit ziemlich gut zurecht und konnte das Buch dann auch gar
    nicht mehr weglegen. Viele Dinge werden bis ins kleinste Detail
    beschrieben und erklärt, so zum Beispiel auch zu Anfang. Die
    Erzählerperspektive ist hierbei sehr gut gewählt, da diese Erklärungen
    so äußerst ausführlich gemacht werden können. Man wird sehr genau mit
    der Arbeit von Irene vertraut und gemacht und es wird erklärt warum
    diese oder jene Dinge so oder so funktionieren und welche Rolle die
    Bibliothek dabei einnimmt. So etwas mag man oder eben nicht, das muss
    jeder für sich selbst entscheiden.

    Das Hörbuch wird gelesen von Elisabeth Günther. Normalerweise höre ich
    nicht so gerne Hörbücher, sondern lese lieber das Buch. Beim Hören werde
    ich meist von irgendetwas abgelenkt und kann der Geschichte nicht mehr
    so richtig folgen. Elisabeth Günther aber hat eine so markante und
    schöne Stimme, dass man gar nicht groß vom Hörbuch abgelenkt werden
    kann. Sie imitiert für jeden Charakter eine andere Stimme und spricht
    mal sehr hoch oder tief oder aber auch mit verschiedenen Akzenten. Wenn
    einem die Stimme vom Vorleser nicht gefällt, kann man das gesamte
    Hörbuch gleich abbrechen. Aber wenn ich nochmal ein Buch finde, dass von
    Elisabeth Günther gelesen wird, würde ich es mir anhören, egal um was
    für ein Buch oder Genre es sich handelt.

    Die beiden Protagonisten Irene und Kai sind sehr interessante
    Charaktere, die einen in eine geheimnis- und überaus fantasievolle Welt
    ziehen. Durch ihre forsche und sehr selbstbewusste Art habe ich Irene
    schnell in mein Herz geschlossen. Sie ist eine sehr stolze Frau, die
    sich nichts sagen und auch nicht so leicht unterkriegen lässt. Ihr
    leicht bissiger und trockener Humor macht sie mir sehr sympathisch. Sie
    übernimmt die Rolle einer kleinen Detektivin und hinterfragt
    alles immer ganz genau. Ihr fallen viele Dinge auf, die anderen
    vielleicht durchgerutscht wären. So zum Beispiel auch, dass Kai nicht
    derjenige ist, der er vorzugeben scheint. Er ist sehr mysteriös und ich
    konnte ihn nicht so recht einschätzen. Er ist zwar sehr sympathisch,
    aber dennoch umgibt ihn irgendetwas Düsteres und mysteriöses, was einen
    neugierig darauf macht was hinter all dem stecken mag.

    Bis zum Schluss baut sich ein kontinuierlicher Spannungsbogen auf und
    endet in einem dramatischen Endkampf, bei dem die Autorin meiner Meinung
    nach zu viel auf einmal wollte. Aber möchte ich nun auch nicht zu viel
    verraten oder spoilern. Da muss sich jeder seine eigene Meinung zu
    bilden.
    Gut fand ich, dass man die ganze Zeit miträtseln konnte und vieles nicht
    vorhersehbar war. Auch lässt das Buch zum Ende hin einiges offen und
    macht Hoffnung, dass der zweite Band genauso spannend wird, wie es der
    erste war.

    Fazit:

    Ein gelungener Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe, der nicht nur etwas
    für Fantasy-Fans, sondern auch für diejenigen ist, die gute und logische
    Detektivgeschichten mit einem gewissen Extra mögen. „Die unsichtbare
    Bibliothek“ bleibt von Anfang bis Ende spannend und lädt einen in
    wunderbar fantasievolle und unberechenbare Welten mit jeder Menge Bücher
    und Abenteuern ein. Ich freue mich schon auf den nächsten Band und
    vergebe hier 4 Sterne.
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