Bücher mit dem Tag "genie"
36 Bücher
- Bonnie Garmus
Eine Frage der Chemie (Schmuckausgabe)
(798)Aktuelle Rezension von: 4nniDas Buch hat mich wirklich komplett mitgenommen: Freude, Liebe, Wut, Trauer, Fassungslosigkeit ... Binnie Garmus hat mit der Hauptfigur Elizabeth eine Frau erschaffen, die viele als Vorbild nehmen sollten, mich eingeschlossen!
Elizabeth hat eine super trockene und direkte Art, was ich komplett gefeiert habe! Vor allem ist sie selbstbewusst und steht für sich und ihre Träume ein. Auch wenn ihr Weg nicht immer wie geplant verläuft, gibt sie nicht auf.
Wirklich ein unglaublich tolles und inspirierendes Buch!
Auch den süßen Hund Halbsieben habe ich direkt ins Herz geschlossen. Zwischendurch erfährt man immer mal wieder seine Sicht auf die Situationen und seine Gedanken dazu. Das bringt einen zwischendurch auf alle Falle ofter zum Lachen.
Die Geschichte spielt zwar in den 60ern, aber leider gibt es selbst heutzutage teilweise noch ahnliche Vorurteile gegenüber Frauen und das Thema ist weiterhin aktuell!
In diesem Sinne: »Fordern Sie sich heraus, Ladys. Nutzen Sie die Gesetze der Chemie und verändern Sie den Status quo.«
- Ursula Poznanski
Elanus
(636)Aktuelle Rezension von: MinijaneMit Jona hat sich die Autorin nicht gerade den sympathischsten Protagonisten einfallen lassen, aber das war ganz sicher ihre Absicht. Der 17jährige ist hochbegabt und kommt zumindest am Anfang reichlich überheblich rüber, als er gleich am ersten Tag meint dem Professor im Vorlesungssaal demonstrieren zu müssen, wie schlau er ist. Nicht ohne Grund haben seine Eltern darauf bestanden, dass er bei einer Familie unterkommt und erst mit 18 in ein Studentenwohnheim umziehen darf. Seine Sozialkompetenz ist deutlich ausbaufähig.
Auf Zurückweisung reagiert Jona dann auch erwartungsgemäß beleidigt und lässt sich zu einem kindischen Streich hinreißen, der ordentlich nach hinten losgeht. Als genau der Professor bei dessen Vorlesung er gestört hat am nächsten Tag tot ist, hat er ein schlechtes Gewissen und will herausfinden, was passiert ist, denn irgendetwas stimmt mit dieser Uni nicht und mit seiner Gastfamilie auch nicht.
Seine selbstgebaute Drohne Elanus ist ihm bei seiner Recherche eine große Hilfe. Man kann allerdings auch Mädchen damit hinterher spionieren und hat dann plötzlich ein zusätzliches Problem.
Gerade die Verbindung von technischen Neuheiten und spannender Geschichte finde ich immer wieder klasse bei der Autorin.
Auch dieses Jugendbuch war wieder sehr nett und unterhaltsam, so wie ich es von Ursula Poznanski gewohnt bin. Ich hatte eine gut Zeit mit dem Buch, und es war für zwischendurch genau das Richtige.
- Daniel Suarez
DAEMON
(312)Aktuelle Rezension von: StephanvaDieses Buch weiß wirklich zu überzeugen. Auch wenn es inhaltlich schon etwas in die Jahre gekommen ist, ist die Idee dahinter sehr spannend. In der Fortsetzung "Darknet" wird die packende Geschichte zu Ende erzählt.
Daniel Suarez zeichnet eindrücklich ein Bild von einer sich verändernden Gesellschaft, wenn der Einsatz von virtueller Realität die "reale" Welt unterläuft. Geschickt erzählt er, wie verschiedene technische Innovationen ganze Gruppen verändern können. Dabei zeigen die verschiedenen Charaktere sowohl die hellen als auch dunklen Seiten der Menschen, die eine solche Veränderung mit sich bringt.
Deamon und Darknet sind eine absolute Leseempfehlung!
- Andreas Gruber
Todesmärchen
(605)Aktuelle Rezension von: Karandi
Ich muss sagen: Nachdem ich nun den dritten Teil der Todes-Reihe gelesen habe, erkenne ich langsam ein Muster bei Andreas Gruber. Ich weiß natürlich nicht, wie es sich in den anderen fünf Bänden verhält, aber hier bin ich der Sache relativ schnell auf die Schliche gekommen.
Natürlich tauchen wir wieder tief in die Psychologie des Menschen ein. Wie schon im vorherigen Werk ist der eigentliche Kopf hinter den Morden nicht derjenige, der sich selbst die Hände schmutzig macht, sondern jemand, der seine Lakaien und Anhänger für sich arbeiten lässt. Andreas Gruber zeigt dabei unglaublich gut, wie leicht Menschen zum Bösen verführt werden können. Das Erschreckende an solchen Ideen ist für mich immer, wie nah sie an der Realität sind.
Was die Geschichte selbst angeht, ist sie durchaus originell aufgebaut. Die Morde werden so inszeniert, dass sie auf der Vergangenheit von Maarten S. Sneijder aufbauen, der in diesem Buch gewissermaßen den Stoff für die Verbrechen liefert. Er und der eigentliche Täter haben eine gemeinsame Vorgeschichte, die den Fall maßgeblich prägt.
Auch hier lesen wir wieder zwei parallele Handlungsstränge, die am Ende zu einem Ganzen verschmelzen. Dieses Muster konnte ich bereits in Todesurteil erkennen, weshalb ich gespannt bin, ob es sich auch in den übrigen Büchern der Reihe fortsetzt. Gerade aufgrund dieser Erzählstruktur bin ich dem Kern der Geschichte allerdings recht früh auf die Spur gekommen.
Man muss allerdings sagen, dass es bei Andreas Gruber – zumindest meinem Empfinden nach – nicht immer diese klassische Auflösung gibt, bei der am Ende der Mörder gefasst wird und alles wieder in Ordnung ist. Stattdessen beschäftigt er sich mit deutlich tiefergehenden Aspekten, und genau das schätze ich an ihm als Thrillerautor. Hier geht es nicht einfach nur darum, dass jemand Menschen ermordet und anschließend verhaftet wird. Vielmehr geht es um die menschlichen Abgründe, um die Frage, was Menschen antreibt, welche Einflüsse sie prägen und wie ihr Umfeld sie beeinflusst.
Auch die Figur Hannah spielt dabei eine interessante Rolle. Obwohl mich Gruber in Bezug auf sie zeitweise etwas auf Glatteis geführt hat, erscheint vieles im Nachhinein doch recht offensichtlich.
Das ist allerdings wirklich nur als konstruktive Kritik gemeint – nicht, dass mir jetzt noch eingefleischte Andreas-Gruber-Fans aufs Dach steigen.
Alles in allem ist Todesmärchen für mich ein gelungenes Buch. Immer wieder hört man, wie wichtig es sei, die Reihe in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, da spätere Bände Ereignisse aus den vorherigen aufgreifen und man sich sonst ungewollt spoilern könnte.
Das fand ich besonders amüsant, weil ich mir tatsächlich das letzte Buch der Reihe bereits selbst gekauft hatte. Als ich davon einem Kollegen erzählte, hat er mich regelrecht ermahnt, die Reihe von Anfang an zu lesen – und tatsächlich so tief in die Tasche gegriffen, dass er mir die sieben vorherigen Bände geschenkt hat. An dieser Stelle also noch einmal vielen Dank, auch wenn er auf dieser Plattform leider nicht vertreten ist.
Daher empfehle ich das Buch durchaus weiter. Allerdings sollte man meiner Meinung nach den vollen Lesegenuss mitnehmen und wirklich beim ersten Band beginnen.
Von mir gibt es vier Sterne. Für Fans dieses Genres entspricht das vermutlich eher einer Bewertung von fünf Sternen, da Thriller normalerweise nicht zu meinen bevorzugten Genres gehören.
- Eoin Colfer
Artemis Fowl
(832)Aktuelle Rezension von: Maza_e_KeqeArtemis Fowl (junior) ist 12 Jahre jung und über-überdurchschnittlich intelligent. Sein Vater hat mit reichlich illegalen Methoden einen beachtlichen Reichtum angehäuft, ist jedoch seit einem Jahr verschwunden. Um den finanziellen Status zu erhalten, hat sich Artemis einen besonderen Plan ausgedacht: Er will die Wesen der Unterwelt erpressen: Feen, Elfen, Zwerge, Trolle, Kobolde, Zentauren… es gibt sie nämlich wirklich; fernab der menschlichen Zivilisation unter der Erde lebend.
Die Idee der Geschichte ist hervorragend: ein jugendliches Verbrechergenie gegen Fabelwesen. Auch wie die verschiedenen Welten miteinander verknüpft werden, hat mir sehr gut gefallen. Aus unterschiedlichen Perspektiven wird die Handlung aufgebaut, bis sie schließlich zusammengeführt werden.
Obwohl das Buch inhaltlich sehr abwechslungsreich, die Figuren toll dargestellt und die Spannung gut aufgebaut ist, kann es mich nicht voll überzeugen. Irgendetwas fehlt, aber ich kann nicht benennen, was es ist.
Fazit: kurzweilig und spannend mit skurrilen Figuren.
- Benedict Wells
Fast genial
(473)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannNicht nur Roadtrip quer durch die USA bis nach Mexiko hinüber, sondern auch ein Trip durch das Seelenleben eines Heranwachsenden, der sich nichts sehnlicher wünscht, als seinen leiblichen Vater kennenzulernen – verbunden mit der Chance, dass sich hierdurch sein Leben grundsätzlich ändern könnte. Denn dieses scheint bereits in jungen Jahren (kaum 18 Jahre alt) eine desaströse Richtung eingenommen zu haben. Die Mutter krank, der Schulabschluss gefährdet, die Zukunft mehr als ungewiss. Ein Ereignis bietet die notwendige Sprengkraft, um dem eigenen Leben eine bessere Zukunft zu geben. Es trifft sich gut, dass er dabei auf seinen besten Freund, ein wenig schräg, dafür hoch begabt und mit wohlhabenden Eltern gesegnet, sowie eine erst kürzlich kennengelernte junge Frau, mit einer ebenfalls nicht einfachen Geschichte, diese waghalsige Reise unternehmen kann.
Das klingt erst einmal nach einem gewöhnlichen Roman, in denen ein paar Dinge passieren, die so oder so ausgehen können, bei dem aber schlussendlich ein gutes Ende vorprogrammiert ist. Beim Lesen dieses Romans wünscht man sich sogar gelegentlich, dass diese Geschichte gut ausgehen möge, denn zu sehr wachsen einen die Romanfiguren „ans Herz“. Im besten oder schönsten Fall fühlt man sich an eigene Entwicklungen und Ereignisse erinnert, schaut zurück auf eine Zeit, in der die Welt noch zig Möglichkeiten bereithielt, wenn man nur den Mut hatte (gehabt hätte), sich dieser Möglichkeiten zu bedienen. An Mut fehlt es den Dreien nicht. Aber da ihre (kurzen) Lebensgeschichten alle mit einem gewissen Handicap verbunden sind, oder gleich mit mehreren, wie bei der Hauptfigur des Romans.
Allerdings gibt es Episoden oder Räume, in denen die Unterschiede aufgehoben scheinen. Sei es in einer Psychiatrie, in der die Mutter von Francis mit einer schizoaffektiven bipolaren Störung liegt, einer Parallelwelt in der die Unterschiede, welcher Art auch immer verschwinden; die Krankheit bestimmt das Leben. Oder sei es an einem Spieltisch in Las Vegas an dem die Kugel rollt und ein Ziel ansteuert, unbeeinflusst von Macht oder Ohnmacht, Reichtum oder Armut der einzelnen Mitspieler. Zum Schluss dieses Buches entscheidet sich die Zukunft von Francis tatsächlich an einem Spieltisch – und wird hier geradezu grandios wiedergegeben. Das ist Spannung pur – aber auch Leiden pur …
Denn wann setzt man alles auf eine Karte? Genau, wenn man verliebt ist. Und diese Liebe zeigt sich hier in den unterschiedlichsten Facetten. Es ist ein Buch, das tief berührt …
- Ethan Cross
Spectrum
(296)Aktuelle Rezension von: blue-jenAugust Burke ist anders. Irgendwie seltsam, geradezu wunderlich. Doch Burke ist auch ein Genie: Er erkennt Zusammenhänge, die allen anderen verborgen bleiben. Als es in einer Bank zu einer Geiselnahme kommt, wendet das FBI sich an ihn. Denn die Täter verhalten sich extrem ungewöhnlich und verschwinden schließlich sogar unbemerkt aus dem umstellten Gebäude. Mit Burkes Hilfe entdeckt das FBI den Zugang zu einem Geheimlabor unter der Bank - das eigentliche Ziel des Überfalls. Was haben die Räuber dort gesucht? Und haben sie es gefunden? Zusammen mit Special Agent Carter folgt Burke ihrer Spur - und bekommt es mit einem Feind zu tun, der bereit ist, tausende Menschenleben zu opfern.
Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr schwer, da die Geschichte aus mehreren Sichtweisen erzählt wird und es sehr lange braucht bis man weiß wie diese zusammenhängen. Zusätzlich sind es einige Protagonisten, bei denen man nie genau weiß wie wichtig sie sind und ob Sie wieder auftauchen, daher fand ich das Buch anfangs eher zäh als spannend.
Erst ab etwa der Hälfte fand ich das Buch dann gut, wobei schon hier absehbar war in welche Richtung es lief, aber das tat der Spannung keinen Abbruch. Die drei Hauptprotagonisten auf der Ermittlerseite gefielen mir auch sehr gut, Burke, Carter und Nic. alle drei sehr verschieden und doch haben sie ein sehr gutes team gebildet.
Die Gegenseite war für mich doch recht undurchsichtig, gerade was die Motive anging, aber auch hier waren es sehr unterschiedliche Charaktere die gut harmoniert haben.
Insgesamt war es ein gutes Buch, das anfangs etwas braucht, leider auch mit einem für mich offenen Ende.
Daher insgesamt nur 3,5 Sterne
- David Lagercrantz
Verschwörung
(284)Aktuelle Rezension von: Olaf_RaackDie Trilogie von Stieg Larsson um Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist habe ich verschlungen. Lagercrantz ist nicht Larsson, aber das stand auch nicht zu erwarten. Dennoch konnte ich auch dieses Buch kaum aus der Hand legen. Es ist vielleicht weniger düster, weniger bedrohlich, weniger emotional, aber es besticht durch eine hervorragende Stilistik und eine klasse zusammengefügte Story. Und es ist dem Autor aus meiner Sicht gelungen, die wichtigen Charaktereigenschaften der Protagonisten von Larsson zu übernehmen und gekonnt fortzuführen.
Für mich war es auf jeden Fall ein spannendes Wiedersehen mit Salander und Blomkvist, die eine Affäre aufdecken, die sich von der russischen Mafia bis zur NSA in den USA erstreckt und die grandiose Rückkehr Millenniums an die investigativ-journalistische Spitze einläutet.
Wer keinen Larsson erwartet, wird hier sicher nicht enttäuscht. Ich zumindest freue mich darauf, den nächsten Band zu lesen. - Holly Goldberg Sloan
Glück ist eine Gleichung mit 7
(175)Aktuelle Rezension von: downey_jrDer Jugendroman "Glück ist eine Gleichung mit 7" von Holly Goldberg Sloan erzählt die Geschichte der zwölfjährigen Willow Chance die auf tragische Weise ihre Adoptiveltern verliert. Das hochbegabte Mädchen bekommt einen etwas speziellen Sozialarbeiter gestellt und findet neue Freunde. Ihr Leben ändert sich von Grund auf.
Ich liebte schon den Roman "Short" von Holly Goldberg Sloan und auch dieser Roman hat mich sehr begeistert. Ein ganz einzigartiger und wunderbarer Schreibstil, die Charaktere herrlich speziell und dabei doch sehr authentisch beschrieben.
Der Roman ist meiner Meinung nach für Kinder ab ca. 12 Jahren, aber auch für Erwachsene gut zu lesen. Eine richtige Perle unter den Jugendbüchern, herzerwärmend und voller Lichtblicke!
"Denn meiner Meinung nach ist es keine sonderlich gute Idee, Menschen festzulegen. Wir sind alle bunt gemixte genetische Eintöpfe. Jeder Mensch besteht aus jeder Menge Zutaten, die ihn zu etwas machen, was einzigartig ist."
"Ich werde bereit sein. Ich bin mir nicht ganz sicher, wofür. Aber vielleicht ist es ja genau das, was bereit bedeutet."
"Ich stelle fest, dass ich mir Sorgen um sie alle mache. Das ist besser, als mir Sorgen um mich selbst zu machen. Das ist eines der Geheimnis der letzten Monate. Wenn du dich um andere kümmerst, nimmst du das Scheinwerferlicht von deinem eigenen Leid."
"Wenn ich in den vergangenen Monaten eines gelernt habe, dann dass man zwar Begriffe erfinden kann, um Pflanzen und Tiere zu kategorisieren, dass ich aber einzelne Menschen nicht in Schubladen stecken lassen. So funktioniert das einfach nicht."
"Ich habe mein eigenes Ordnungssystem. Glück ist eine Gleichung mit 7. Ich glaube, dass es in jedem Lebensabschnitt 7 Menschen in deiner Welt gibt, die zählen. Das sind Leute, die du in dir trägst. Das sind Leute, die täglich dein Leben verändern."
- Sarah Alderson
Keep Me Safe
(143)Aktuelle Rezension von: SophelliestIch habe bereits "trust in love" von Sarah Alderson gelesen und deswegen wollte ich auch unbedingt dieses Buch lesen, als ich es entdeckt habe.
Der Schreibstil
Ich liebe liebe liebe die Art, wie Sarah Alderson schreibt. Sie ist eine der wenigen Autorinnen, die es schafft, in meinem Bauch beim Lesen Schmetterlinge auszulösen. Auch in diesem Buch hat sie mich nicht enttäuscht. Ich mag es, wie sie Stimmungen auffängt und Spannungen erzeugt, das ist ihr wirklich gut gelungen.
Die Charaktere
Leider konnten mich die Charaktere nicht so überzeugen. Sie waren nicht soo glaubwürdig, besonders Finn hatte ständig neue erstaunliche Fähigkeiten, was ich leider ein wenig schade fand. Nic war, meiner Meinung nach, recht nachvollziehbar.
Die GeschichteAn sich fand ich die Geschichte nicht so glaubwürdig und mir war das Ende ziemlich schnell klar. Auch das ständige Aufdecken von neuen Fähigkeiten oder Dingen, die schon passiert sind, fand ich schade. Auch die Auswirkungen der Geschehnisse auf die Charaktere hätte mehr ausarbeitet werden können.
Fazit
Das Buch hat mir wirklich gut gefallen und mich sehr gut unterhalten. Es gibt viele furchtbar süße Szenen, die mich wirklich in den Bann gezogen haben. Leider hat mich die Geschichte und besonders das Ende nicht so wirklich überzeugen können.
- Lisbeth Jarosch
Last Haven – Tödliche Geheimnisse
(47)Aktuelle Rezension von: Sakle88Inhalt:
Last Haven ist der einzige Ort auf der Welt der Sicherheit und Lebensqualität bietet. Was vor über 200 Jahren als Projekt zur Lösung der Überbevölkerung der Erde gegründet wurde scheint heute gewaltige Risse zu bekommen. Die 18-jährige Aida hat einen Arbeitsunfall mit weitreichenden Folgen. Da sie ihre Tätigkeit nicht mehr aufnehmen kann, muss sie sich nun prüfen lassen. Sie muss ihren Wert unter Beweis stellen. Zum Glück bekommt sie Hilfe von unerwarteter Seite, um dies hinzubekommen. Denn Last Haven ist gnadenlos, wenn du deinen Beitrag nicht leisten kannst.
Meine Meinung:
Auch wenn auf dem Cover "Dystopischer Roman" drauf steht, habe ich zuerst an einen Krimi denken müssen. Nichtsdestotrotz finde ich das Cover schön. Es passt sehr gut zum Inhalt.
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen.Wir lesen aus der Ich-Perspektive in der Aida uns mit in ihre Welt nimmt.
Last Haven sowie seine Stärken und Schwächen werden gut beschrieben. Nein natürlich hat Last Haven keine offensichtlichen Schwächen. Denn diese darf es gar nicht geben. Alles was zu schwach, alt oder kank ist, ist es nicht wert zu leben.
Die Charaktere haben mir nicht alle gefallen. Aber so muss das auch!Doch Aida fand ich ganz gut dargestellt. Denn das Leben in Last Haven scheint perfekt und jeder hat seinen Platz. Aber Aida ist alles andere als perfekt. Durch einen Arbeitsunfall verliert sie eben diesen Platz und muss in einem neuen Bereich irgendwie reinpassen. Ihre Entwicklung finde ich wirklich toll. Anfangs noch freundlich und hilfsbereit wird sie nach und nach zickiger. Auch eine gewisse Droge trägt seinen Teil dazu bei, aber ich finde das ganz interessant.
Die Spannung konnte sich in meinen Augen sehr gut halten und nimmt zum Schluss noch mal ordentlich Fahrt auf.Auch eine Art Liebesgeschichte finden wir hier. Doch es ist nicht so wie man es normalerweise kennt. Dies hat mir sehr gut gefallen, denn für so typische Liebesgeschichte oder Romanzen bin ich nicht gerade zu begeistern.
Das Thema Überbevölkerung finde ich sehr gut auch wenn die Ansätze, um dies in den Griff zu bekommen moralisch nicht vertretbar sind ;)
Aber so ein Projekt wie Last Haven ist nicht so abwegig. Was wäre wenn wir alle unseren Platz haben und das einzige was gilt, ist diesen so füllen wie es nötig ist? Was wäre wenn wir dann plötzlich krank werden?
Fazit:
Mir hat der Auftakt der Last Haven Trilogie sehr gut gefallen. Ich wurde fortgerissen und sehr gut unterhalten, daher gebe ich fünf Sterne und eine klare Kauf- und Leseempfehlung.
Vielen lieben Dank an die Autorin Lisbeth Jarosch und an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.Dies hat keinen Einfluss auf meine ehrliche und persönliche Meinung! - Robert Galbraith
Das tiefschwarze Herz
(89)Aktuelle Rezension von: mapefueBereits nach den ersten Seiten entsteht ein Hochgefühl ob des herausragenden Schreibstils und des faszinierenden Plot-Einstiegs. Ungeachtet des 1,3 kg schweren und 1360 Seiten langen Wälzers kommt die Erwartung eines Hochgenusses.
Mit 50 Seiten pro Tag in 27 T/3,8 Wo/1 Mo, mit 100 Seiten pro Tag in 14 T/2 Wo/ 1/2 Mo. Wer diese 1,3 kg schwere und 1360 Seiten lange Schwarte gekauft hat, muss sich um fehlenden Lesestoff in den nächsten T/WO/MO keine Sorge machen: Mit 10 Seiten pro Tag bist du in 136 Tagen, in 19 Wochen und in knapp 5 Monaten (lesetechnisch) fertig.Rowlings Lieblingsthema, Beziehung zwischen Mann und Frau. Hier zwischen Edie und Robin, fünf Jahre Partner … und nie ist etwas „passiert“.
Robin feiert mit Edie ihren 30sten Geburtstag und als bei der Verabschiedung beider Lippen sich nähern erschrickt Edie und Robin gerät in einen Zustand von „Schock, Begeisterung und Bedauern“ (so die deutsche Übersetzung von „shock, elation or regret“). „Regret“ wollte ich aber eher mit „Gefühl/Zustand großer Freude, Stolz, überschwängliche Freude oder Hochstimmung“ übersetzen (S. 26).„Huge Axe“ – die dicke Axt. Man soll doch meinen, dass sich die Eltern die Namen, die sie ihren Kindern geben wollen, zumindest einmal laut vorsagen (S. 41).
„… etwas ließ Robin keine Ruhe… wo verbrachte er [Strike] die Nacht… (S. 89).„Sie [Robin] konnte spüren, wie ihr Gesicht brannte. Als sie rasch weiterging, hatte sie nur zwei Ziele: den Abstand zwischen Cormoran Strike und sich zu vergrößern und dann irgendeine dunkle Ecke finden, in der ihre Erkenntnis, die in Liebesdingen unfähigste Frau Londons zu sein, ganz auskosten konnte (S. 320).
„Tatsächlich war er [alter Pub] wie geschaffen für zwei Leute [Robin und Strike], die getrennt voneinander ihre Aktivitäten koordinieren wollten (S. 416).
In der Malerei gibt es Wimmelbider, der berühmteste Maler ist Bruegel mit hunderten Einzelheiten/Personen im Bild. Ähnlich verhält es sich mit den Büchern von Galbraith/Rowling was die handelnden Personen angeht. Dazu noch die Chats, dreispaltig, wobei ein Teilnehmer mehrere Accounts hat, praktisch unmöglich, die Chats richtig zuzuordnen. Ohne ein übersichtliches Personenregister bin ich als Leser hoffnungslos verloren. Wer zwischen den Leseeinheiten zu viel Zeit verstreichen lässt, wir beim Neuanstieg unweigerlich den Faden verlieren.
- G. A. Aiken
Honey Badgers
(45)Aktuelle Rezension von: globi4711Für mich gibt es nur wenige Bücher, die ich immer wieder lese! Zu viele tolle Geschichten warten noch darauf entdeckt zu werden! Die Bücher von G.A. Aiken sind für mich jedoch Highlights, die ich immer wieder geniesse! Ja, sie sind "etwas" gewalttätig und strotzen vor genialem Wahnsinn! Aber ich konnte noch keines ihrer Bücher lesen, ohne laut zu lachen und mich in ihre "irren" Protas zu verlieben! Die "Honey Badgers" Reihe ist das beste Beispiel dafür! Von Teil 1 bis Teil 3 einfach ein riesiges Vergnügen!
Ach ja, wer noch nichts von G. A. Aiken gelesen hat, sollte vielleicht mit ihren früheren Reihen beginnen (ebenfalls ein Hochgenuss!). Denn einige Figuren, die in der "Badgers-Reihe" vorkommen, kennt man schon aus den anderen Reihen. Somit geht ohne "Vorwissen" einiges an Witz und Wahnsinn verloren und das wäre echt schade! Hmm, ich bin richtig neidisch auf diejenigen, die die Bücher der Autorin noch nicht kennen und denen das Vergnügen noch bevorsteht... ;-) - Meagan Spooner
Undying – Das Vermächtnis
(123)Aktuelle Rezension von: Universum_der_WoerterIn diesem Jugendbuch lernt man in abwechselnden Kapiteln die beiden Protagonisten Jules und Amelia kennen, die unterschiedlicher nicht sein können. Da sie ein gemeinsames Ziel vor Augen haben, raufen sie sich zusammen. Doch einer der beiden verbirgt ein Geheimnis und das Vertrauen muss ersteinmal wiederhergestellt werden.
In einem leichten und flüssigen Schreibstil wird über die Abenteuer der beiden Protagonisten, die auf dem Planeten Gaia unterwegs sind, berichtet. Das Buch ist Sci-Fi lastig aber nicht zu dolle. Da die Geschichte zum größten Teil in einem unbekannten Tempel ,der sogenannten Unsterblichen, stattfindet, fühlte ich mich oft an Indiana Jones erinnert.
Im letzten Teil des Buches kam noch einmal richtig Spannung auf und ich fühlte mich trotz der Sci-Fi Elemente sehr gut unterhalten. Es war mal etwas anderes zu lesen und es hat mir Spaß gemacht.
Das Buch ist auch für diejenigen etwas, die mit Sci-Fi so gar nichts anfangen können. Ich war am Anfang skeptisch, doch die Story hat mich sofort gepackt. Auch die Protagonisten waren sehr sympathisch und jeder hatte sein eigenes Ziel und seinen eigenen Kopf.
Leider war das Ende offen.
- Jennifer Lynn Barnes
Cold Case Academy – Eine riskante Entscheidung
(65)Aktuelle Rezension von: zickzackEndlich dürfen die fünf Naturtalente an aktuellen Fällen mitarbeiten. Ein Serienmörder in Las Vegas gibt Rätsel auf, da sein Muster komplett unterschiedlich scheint. Es sind bereits drei Morde geschehen. Frau wie Männer, in verschiedenen Casinos (damit verschiedenen Orte) und die Todesart variiert ebenso. Cassie und ihre Freunde stehen vor einem Rätsel. Sloan, die Zahlenexpertin, erkennt, dass dem Killer Zahlen wichtig sind. Er mordet nach der Fibonacci-Folge und sie müssen schnell reagieren. Denn der nächste Mord steht bevor.
Dieser Band hat mir bis jetzt am besten von der Reihe gefallen. Das liegt einerseits daran, weil man Wunsch erfüllt wurde und Sloan im Fokus stand (was an den vielen Zahlen lag und auch dem Ort, an dem sie aufgewachsen ist und ihre Vergangenheit liegt) und zweitens, weil in diesem Band viel mehr der Fokus auf den Serienmörder lag, als den zwischenmenschlichen Differenzen der Jugendlichen, insbesondere das Liebesdreieck. Da sich Cassie im letzten Band entschieden hat, gibt es zwar noch gewisse Anspannungen, aber im Groben hat sich das gelöst und so hat sich das Ganze wesentlich angenehmer lesen lassen.
Zudem fand ich hier den Fall sehr spannend. Es war interessant mit zu rätseln, auch wenn ich bei Sloan nicht immer mit ihren ganzen Zahlen hinterhergekommen bin. Ich mochte wirklich sehr, wie Sloan hier in den Fokus gerückt wurde, wie sie eine entscheidende Rolle eingenommen hat und man mehr über die Hintergründe ihres Zahlenfimmels bekommen hat. In den vorherigen Bänden wirkte Sloan wirklich so, als wäre sie nur eine unbedeutende Nebenrolle. Auch die Teenies haben sie ja ab und an einfach ausgeschlossen, was auch gemein war. Wenigstens wurde es angesprochen und gelobt sich zu bessern, was sie auch getan haben.
Bei dem Band hatte ich am Anfang etwas schwierig mit den Verdächtigen. Es gab Befragungen und Personen, die von besonderen Interesse waren. Irgendwie hatte ich teils nicht mitbekommen, wer diese Personen sind und war daher lange verwirrt, bis ich die Personen schließlich zuordnen konnte.
Zudem fand ich einen Punkt besonders unlogisch: Die Naturtalente dürfen an den Fällen mitarbeiten, aber nur im Hintergrund und darauf bedacht, dass diese immer in Sicherheit sind. Aber dann wird ihnen erlaubt, in ein Casino einzuziehen, wo sich einige Personen von Interesse befinden und dazu noch in das Casino, wo Sloan eine besondere Verbindung hinhat? Ich habe nicht ganz verstanden, warum ihnen das erlaubt wurde, wenn doch sonst darauf gepocht wird, dass sie keinesfalls in Gefahr geraten?
Und dann kommt heraus, dass der Killer höchstwahrscheinlich in diesem Casino als nächstes zuschlagen wird und sie dürfen dennoch dort wohnen bleiben, anstatt sie sofort woanders hinzubringen?
Ich meine, so manche gefährliche Situation hätte sich verhindern lassen, auch schon in den zwei Vorgängerbänden, wenn das FBI wirklich auf deren Sicherheit bedacht gewesen wäre. Es macht die Bücher interessanter, wenn so gehandelt wird, aber es ist eben auch unlogisch und das stört mich. Zwar ist es schlimm, wenn ein Thriller nicht spannend ist, aber noch schlimmer finde ich es, wenn er unrealistisch wirkt.
Das Ende war ebenso spannend wie der gesamte Band, aber ich bin trotzdem nicht sicher, wie ich es finde. Es gibt jetzt schon eine ganz genaue Richtung, um was es im vierten Band gehen wird und damit verbindet sich ein Kreis. Cassie ist schließlich nur zum FBI gegangen, weil sie der Fall von ihrer Mutter vor fünf Jahren immer noch aufwühlt. Im vierten Band wird dieser gelöst, aber was dabei dahintersteckt, gefällt mir nicht wirklich.
Allgemein hat sich das hier in dem Band so entwickelt. Anfangs fand ich den Killer und das Rätseln sehr gut, aber gegen Ende hin, was es damit auf sich hatte, umso unzufriedener wurde ich. Es ist einfach eine Thematik mit der ich nicht viel anfangen kann.
Fazit: Für mich der beste Band der Reihe, weil meine Lieblingsfigur (Sloan) mehr im Fokus stand. Dadurch dass das Liebesdrama bei Cassie geklärt wurde, war es auch wesentlich angenehmer zu lesen. Nur die Richtung, in die sich der Fall entwickelt hat, gefiel mir nicht recht. Daher 4 Sterne.
- Robert Schneider
Schlafes Bruder
(699)Aktuelle Rezension von: ava_95Ich hatte gehofft, dass Schlafes Bruder mich berührt oder zumindest fesselt, aber leider war das nicht der Fall. Der Schreibstil ist zwar schön und besonders, aber die Geschichte war mir zu traurig, zu dunkel und einfach zu bedrückend. Ich konnte mit den Figuren nicht so richtig mitfühlen und musste mich eher durchkämpfen, als dass ich gerne weitergelesen habe. Vielleicht liegt’s auch daran, dass das Buch einfach nicht mein Geschmack ist. Für andere kann es sicher tiefgründig und bewegend sein, aber mich hat es eher runtergezogen.
- Slavenka Drakulić
Mileva Einstein oder Die Theorie der Einsamkeit
(9)Aktuelle Rezension von: RosaEmmaBei ihr stehen zumeist starke Frauen im Vordergrund. Kluge Frauen voller Kreativität, die am Beginn einer vielversprechenden Karriere stehen, aber deren Leben an der Seite eines berühmten Genies tragisch endet. Die kroatische Schriftstellerin Slavenka Drakulić hat in ihrer einzigartigen Fiktion bereits die Geschichte zweier Frauen dieses Kalibers thematisiert, deren Liebe zu einem exzentrischen Künstler ihrer Zeit in Selbstaufgabe mündete: Die bedeutende Malerin Frida Kahlo und ihre bedingungslose Hingabe zu Diego Rivera (Frida, 2007) sowie die bekannte Fotografin und Malerin Dora Maar und ihre obsessive Leidenschaft für Pablo Picasso (Dora und der Minotaurus, 2016).
In den Fokus ihres neuesten Werkes stellt Drakulić erneut eine äußerst intelligente Frau und studierte Physikerin, die jedoch an der Seite ihres namhaften Mannes gar nicht wahrgenommen wurde und die ihr zugeteilte Rolle der Ehefrau und Mutter schweigsam absorbierte, bis sie daran zerbrach: Mileva Einstein, die erste Frau des Physik-Nobelpreisträgers Albert Einstein. Ihr Leben im Schatten des omnipräsenten Wissenschaftlers, das die Autorin mit großem Einfühlungsvermögen aus Milevas Sicht erzählt, beginnt im siebten Himmel und endet in der absoluten Hölle – ein psychisches Martyrium, dem nicht einmal die Scheidung ein Ende setzen kann. Was ihr letztendlich bleibt, ist ein existentieller Scherbenhaufen, eine zerstörerische Lethargie und ein Verlust, der zu groß ist, um ihn jemals bewältigen zu können…
Auf dem Tiefpunkt
Der Roman beginnt mit einem entscheidenden Tiefpunkt in Milevas Leben. Ihre Ehe mit Einstein steht nach elf Jahren vor dem Aus. Noch schlimmer als die Trennung, die jedoch nicht öffentlich bekannt werden soll, ist die Verachtung und Ignoranz, die ihr seitens Albert unverhohlen entgegenschlägt. Er wagt es sogar, ihr einen Forderungskatalog für ihr Verhalten bei gelegentlichen Besuchen zu übermitteln, der u.a. folgende Anweisungen enthält:
Du sorgst dafür, dass meine Kleider und Wäsche ordentlich in Stand gehalten werden; dass ich die drei Mahlzeiten im Zimmer ordnungsgemäß vorgesetzt bekomme … Du hast weder Zärtlichkeiten von mir zu erwarten noch mir irgendwelche Vorwürfe zu machen.1
Natürlich übergibt er diese Bedingungen Mileva nicht persönlich. Nein, er lässt diese für ihn unschöne Aufgabe von einem Kollegen erledigen, denn Mut gehört nicht zu den Qualitäten des Konfliktvermeiders, der den Schein unbedingt wahren möchte. Dabei kursieren längst Gerüchte, dass er in seine Cousine Elsa verliebt und mit ihr bereits verbandelt sein soll.
Wehmütiger Rückblick
Mileva bleibt bei aller Demütigung nichts anderes übrig, als auf Alberts Forderungen einzugehen, denn sie und ihre zwei Söhne, Hans Albert (10) und Eduard (4), sind finanziell gänzlich von ihm abhängig. Immer häufiger ist sie deprimiert und würde am liebten nicht mehr aufstehen, doch für ihre Kinder will sie stark sein. Aber wozu? Ihr eigenes Leben, ihre vielversprechende Laufbahn als Physikerin hat sie zugunsten von Alberts Karriere aufgegeben.
Wehmütig denkt sie an ihre Studienzeit zurück, als sie und Albert sich kennenlernten. Beide waren Außenseiter und schienen wie für einander geschaffen: Mileva, die Hinkende, die seit frühester Jugend Zielscheibe des Spotts ihrer Mitmenschen war, und Albert, der bizarre Junge mit den strubbeligen Haaren, dessen Sarkasmus und verletzende Witze ihn in seiner Studiengruppe relativ unbeliebt machten.
Doch Mileva versteht ihn wie keine andere und nimmt ihn stets in Schutz. Beide können stundenlang über wissenschaftliche Theorien diskutieren und dabei alles um sich herum vergessen. Mileva leistet ihm fachkundig Hilfestellung und unterstützt ihn bei allen Aufgaben. Für Albert ist sie eine gleichberechtigte Partnerin, die ihn geistig fordert. Dass sie hinkt, stört ihn in keiner Weise, er thematisiert es nicht. Mileva liebt ihn dafür und blüht in seiner Anwesenheit regelrecht auf. Als die beiden schließlich heiraten, sieht sich Mileva am Ziel ihrer Wünsche.
Schleichende Entfremdung
Doch das junge Glück hält nicht lange. Ein schwerer traumatischer Verlust, der sie beide betrifft, aber der nur Mileva in tiefe Verzweiflung stürzt, belastet ihre Ehe. Als sie jedoch ihre Kinder bekommt, fasst sie sich eine Zeit lang wieder. Aber Alberts beruflicher Aufstieg verstärkt die schleichende Entfremdung des Ehepaars, die Mileva nicht wahrhaben will. Er verbringt immer mehr Zeit ohne sie und die Kinder. Denn mit dem Erfolg kommen die Frauen: Albert wird umschmeichelt und ist nicht mehr länger nur eine Randfigur. Das stärkt sein Selbstbewusstsein – bis zur Überheblichkeit. Mileva zieht sich gekränkt zurück und verfällt wieder in Depressionen.
Desillusionierter Rückzug
Nach ihrer Trennung von Albert zieht Mileva mit ihren Kindern zurück nach Zürich. Ihre depressiven Phasen nehmen zu und ihr permanent kränkelnder Körper reflektiert ihre Seele, die Stück für Stück zerbricht. Ihre völlige Selbstaufgabe fordert ihren Tribut – die Einsamkeit, die ganz von ihr Besitz ergriffen hat, frisst sie auf. Doch sie darf nicht aufgeben, denn bei Sohn Eduard wird eine schwere psychische Erkrankung diagnostiziert. Mileva nimmt nochmals all ihre Kraft zusammen, doch reicht sie aus, um ihrem Leben wieder einen Sinn zu geben?
Ein einfühlsamer Roman über eine starke, kluge Frau, die an ihrem Selbstverlust zerbrach
Mit Mileva Einstein oder Die Theorie der Einsamkeit ist Slavenka Drakulić ein großartiger, sehr berührender Roman gelungen, der die ganze Lebenstragik einer Frau offenbart, deren Liebe in völliger Selbstaufgabe endete. Mit viel Empathie und einem brillanten Gespür für die leisen Untertöne menschlicher Befindlichkeiten lässt uns die Autorin teilhaben an Milevas Gedankenwelt, an ihrer innigen Zuneigung zu Albert, ihren Hoffnungen und Träumen, aber auch an ihren Selbstzweifeln und Dämonen, die sie ihr Leben lang verfolgten. Mit einer einfachen, klaren Sprache macht Drakulić Milevas zunehmende Einsamkeit und Verzweiflung spürbar, ohne dabei in Rührseligkeit zu verfallen.
Aber die Autorin macht auch deutlich, dass Mileva nicht allein an ihrem Selbstverlust zerbrach. Als eine der ersten Physikstudentinnen der damaligen Zeit, in der Frauenbildung in der Gesellschaft einen Sonderstatus hatte, wurde sie misstrauisch beäugt. Eine eigene Karriere für Frauen war undenkbar, sie hatten ausschließlich mit Ehegatten eine Daseinsberechtigung. So bleibt auch Mileva im Grunde nur die Passivrolle, in der sie stumm ausharrt – eine Tatsache, die sie sich später immer wieder vorwirft. Ihre Unfähigkeit, sich zu wehren und ihren eigenen Weg zu gehen, rührt somit auch von der Rigidität einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft, an der jede Form der weiblichen Auflehnung abprallt.
Die Lebensbilanz, die Mileva am Ende zieht, ist bitter. Für ihre aufopferungsvolle Liebe und ihren Verzicht auf Selbstverwirklichung hat sie den höchsten Preis gezahlt – einen Preis, der es nicht wert war.
Mein Fazit: Ein unbedingtes Must read – wie alle Romane von Slavenka Drakulić!
Zitat1: Deutsche Ausgabe, S. 6 (Auszug)
- Morten Brask
Das perfekte Leben des William Sidis
(17)Aktuelle Rezension von: HerbstroseMit einem geschätzten IQ von 250 bis 300 gilt er als einer der intelligentesten Menschen der Welt, William James Sidis, geb. 1898 in New York City als Sohn jüdischer Einwanderer aus der Ukraine, gest. 1944 in Boston an einer Gehirnblutung. Der kleine Billy galt schon früh als Wunderkind, konnte im Alter von 6 Monaten sprechen, mit 18 Monaten las er bereits Zeitung, sprach mit 6 Jahren schon 10 Sprachen und entwickelte als 10jähriger seine Theorie der vierten Dimension, über die er im folgenden Jahr einen Vortrag an der Harvard-Universität hielt. Bis dahin hatte er schon vier Bücher geschrieben. Für die Schule benötigte er 7 Monate, die Highschool schaffte er in 3 Monaten und begann mit 11 Jahren das Studium der Mathematik, dem er nach Abschluss ein Jurastudium anhängte. Als Reaktion auf seine Erziehung (er wurde von seinen ebenfalls gebildeten Eltern schon sehr früh gefördert und gefordert) begann er als 16jähriger zu rebellieren, brach sein Studium ab und schloss sich einer Gruppe Sozialisten an. Bei einer Demonstration wurde er verhaftet und zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt …
„Das perfekte Leben des William Sidis“ ist der erste Roman des 1970 geborenen und in Kopenhagen aufgewachsenen dänischen Autors Morten Brask. Es gelang ihm ausgezeichnet, das Leben dieses ungewöhnlichen Mannes in eine spannende Rahmenhandlung einzubinden und dessen vermutlichen Gedanken und Gefühle zu beschreiben. Wie zu lesen ist, bezieht sich der Autor dabei auf damalige Zeitungsberichte, Biografien anderer Autoren, sowie Bücher und Briefe von Sidis selbst. In kurzen Kapiteln, zeitlich hin und her springend, berichtet Brask über verschiedene Stadien und Begebenheiten aus Sidis Leben. Wir erfahren, wie Sidis vom viel beachteten Wunderkind immer mehr zum Sonderling und Eigenbrötler mutierte, zur tragischen Figur wurde, der seine Mitmenschen oft vor den Kopf stieß und vielfach Spott und Hohn erntete. Es entsteht das Bild eines zutiefst verstörten Menschen dem man nachfühlen kann, dass er sich ein perfekteres Leben gewünscht hätte.
Heutzutage ist Sidis bei uns weitgehend unbekannt, umso lohnender ist es, dieses 2017 aus dem Dänischen übersetzte Buch zu lesen. Wer noch mehr über das einzigartige Genie William James Sidis erfahren möchte, dem empfehle ich gerne auch das ebenfalls 2017 erschienene Buch „Das Genie“ von dem deutschen Autor Klaus Cäsar Zehrer, in dem etwas ausführlicher auf die Eltern und Sidis früher Kindheit eingegangen wird.
Fazit: Ein solide geschriebenes Buch über einen genialen Menschen, dessen Handicap es war, dass er nie Kind sein durfte - berührt und stimmt sehr nachdenklich.
- Saskia Louis
Mit Chaos ins Herz (Philadelphia Millionaires-Reihe 3)
(88)Aktuelle Rezension von: Tine04Callum ist ein Genie, dass zumindestens sagt ihm jeder seid er 7 Jahre alt ist. Allerdings hat er genau wie seine Brüder, ein Eho Problem und ist ziemlich verkorkst, auch wenn er immer glaubt, dass das nicht so ist. Lara hat nach einem Unfall Schwierigkeiten mit ihrem Aussehen und kann Nähe nicht richtig zulassen. Seid die zwei sich kennen, gibt es nur Zoff. Bis Lara beschließt bei Callum einzuziehen um seine Arbeit besser überwachen zu können. Ich liebe die Schlagabtausche, die sich die beiden liefern.
- Maxim Mankevich
Soul Master - SPIEGEL-Bestseller #1
(20)Aktuelle Rezension von: Ozean_der_Woerterberührend und tiefgründig, wenn auch mit bekannten Facetten…
Als regelmäßiger Hörer von Maxim Mankevichs Podcast habe ich Soulmaster voller Vorfreude gelesen. Nachdem mich das Buch nun endlich auch gefunden hat, kann ich sagen: Es hat mich auf meinem persönlichen Weg definitiv bereichert.
Inhaltliche Highlights
Besonders stark und lehrreich fand ich die Kapitel über die Seele, den Seelenplan und die Seelenaufgaben sowie die Abschnitte zu den Themen Bewusstsein und Glück. Mankevich geht hier tief ins Detail. Ein echter Augenöffner war für mich die psychologische und emotionale Aufarbeitung der Frage, warum wir alte seelische Wunden oft bis in die Gegenwart hinein offenhalten – und was es wirklich braucht, um diese endlich heilen zu lassen. Ein Aha-Effekt war die Erkenntnis, dass bestimmte Situationen im Leben unsere Seelenaufgaben darstellen und immer wieder auftauchen, bis wir uns ihnen stellen. Hier greift das Buch genau an den richtigen Stellen an und bietet echten Tiefgang.
Wer sich dem Thema Seele und Spiritualität annähern möchte oder den Podcast noch nicht intensiv kennt, findet in Soulmaster ein extrem inspirierendes, fundiertes und umfangreiches Werk.
Wer Mankevichs Podcast-Folgen bereits regelmäßig verfolgt, wird hier auch auf bekannte Textpassagen treffen.
Auch wenn für mich als treuen Hörer nicht alles brandneu war, bin ich sehr froh, dieses Buch gelesen zu haben. Es ist eine wertvolle Bereicherung für das eigene Bücherregal und ein wunderbarer Begleiter auf dem Weg zu sich selbst. Eine klare Empfehlung von mir!
- M.R.C. Kasasian
Mord in der Mangle Street
(97)Aktuelle Rezension von: SacuraMarch Middleton zieht nach dem Tod ihres Vater zu ihrem Onkel Mr Grice, einem bekannten persönlichen Ermittler, nach London. Schon bald wird dieser um Hilfe bei einem Tötungsdelikt um Unterstützung gebeten. Ein Mann soll seine Frau auf brutale Weise getötet haben. Doch die Schwiegermutter und March sind von seiner Unschuld überzeugt, während Mr. Grice von der Schuld des Angeklagten überzeugt ist.
Ich war bereits recht schnell etwas von diesem Buch abgeschreckt, als klar wurde, dass das Frauenbild in diesem Buch adäquat zu der Zeit abgebildet wird. Jedes Mal, wenn wieder jemand die Frauen als schwach und noch was alles darstellte wurde ich echt wütend. Zum Glück lässt sich March davon nicht abhalten und versucht schlagfertig darauf zu antworten und sich möglichst oft durchzusetzen. Dennoch ist es ermüdend und von ihr aus passiert in diesem Buch auch nicht sonderlich viel, um herannahendes Unglück abzuwenden. Auch Mr Grice macht dieses Buch nicht besser. Er ist sehr selbstverliebt, herzlos und nervig. Auch die Auflösung des Falls sah man so nicht kommen und das ist in diesem Buch leider kein Kompliment..
Insgesamt würde ich 2,5 Sterne geben und sagen, dass man nichts verpasst hat, wenn man das Buch nicht gelesen hat.
- Eric-Emmanuel Schmitt
Mein Leben mit Mozart
(54)Aktuelle Rezension von: HoldenSchmitt beschreibt seine wechselhafte Beziehung zu Mozart und seinen Werken, wie Mozart ihm als todessehnsüchtigem Pubertierenden das Leben rettette. Auch seine zwischenzeitliche Mozart-Verleugnung, weil W.A.M. als nicht "cool" genug galt und er manchen vermeintlich "einfacheren" Stücken nichts abgewinnen konnte, spricht er an, was ihm heute eher peinlich ist. Stark sind Schmitts Briefe v.a. an den Stellen, als er von der Aids-Epidemie berichtet und wie diese ihm die Füße unter den Beinen weggezogen hat. Ich kenne mich mit Mozart zu wenig aus, um hier eine kompetente Bewertung abgeben zu können, aber die Musikbegeisterung des Autors spricht aus jeder Zeile. Vielleicht auch für mich ein Einstieg? Vermutlich eher der Griff zu einer Mozart-Biographie.























