Bücher mit dem Tag "georges simenon"
8 Bücher
- Jean-Luc Bannalec
Bretonisches Vermächtnis
(78)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeDas Pfingstwochenende steht bevor und Kommissar Dupins Schwiegereltern kommen zu Besuch. Aber dann passiert ein Mord direkt vor Dupins Haustür in Concarneau. Der bekannte Arzt Chaboseau stürzt aus einem oberen Stockwerk seines Wohnhauses zu Tode. Plötzlich muss der Kommissar Freunde, Bekannte und Nachbarn befragen und ein ganzer Ort schaut zu. Erschwerend kommt hinzu, dass weder Nolwenn, noch Rival oder Kadeg anwesend sind und Dupin alleine mit zwei neuen Polizistinnen ermitteln muss. Dabei findet er keinerlei Hinweise zu der Tat oder gar etwaigen Verdächtigen. Erst als er verzweifelte Schritte unternimmt, um sein Team aus dem Urlaub zurückzuholen, zeigen sich auch erste kleine Spuren in den Ermittlungen.
Wie immer ist das Buch nicht nur Krimi, sondern fast schon Urlaubs- und Reiseführer, der Kulturlandschaft und Lebensweise der Menschen in der Bretagne zeigt beschreibt und verherrlicht. So begleitet der Leser Kommissar Dupin nicht nur bei seiner konstanten Koffeinsucht und den verschiedensten sehr lecker klingenden Mahlzeiten, sondern an die verwunschensten und schönsten Fleckchen des ganzen Ortes. Eine Besonderheit des Buches ist die Zusammenarbeit des Autors mit dem bekannten Schriftsteller Georges Simenon dessen Maigret-Roman er geschickt in den Fall dieses Buches Einfluss nehmen lässt. Der Fall selbst fällt Dupin diesmal wortwörtlich vor die Füße und es klingt fast wie der Beginn eines Groschenromanes: Ein Arzt, ein Apotheker und ein Weinhändler…. Während der Kommissar versucht, die Fäden des Falles so schnell wie möglich zu entwirren begegnet er immer wieder zu den ungünstigsten Momenten seinen Schwiegereltern, die nicht verstehen können, wie er so viel Freizeit inmitten der Ermittlungen zu einem Mordfall haben kann. Dabei gelingt es Jean-Luc Bannalec seinen Leser ganz unbemerkt nicht nur in die Bretagne zu entführen, sondern ihm auch ein kleines Stückchen Urlaub, Entspannung und Freude mit nach Hause zu bringen und ihn daran zu erinnern, nirgends ist der Himmel so blau wie über der Bretagne.
Mein Fazit: Einen Ausflug in die Bretagne mit Kommissar Dupin kann man immer und jederzeit machen. Auch dieser Fall war nicht extrem, aber durchaus spannend. Ich bin mit dem Kommissar durch das Städtchen Concorneau gewandelt und wünsche mir den nächsten Urlaub in der Bretagne nun noch ein wenig schneller herbei. Wer unaufgeregte Krimis mit einer Nuance Humor, viel Flair, Lokalkolorit und Kultur lesen möchte, wird die Romane von Jean-Luc Bannalec lieben.
- Georges Simenon
Betty
(1)Aktuelle Rezension von: kassandra1010Mal kein Krimi aus dem Hause Simenon? Mit Betty verhält es sich ganz anders. Die junge, kultivierte und reiche Frau landet eines Abends unverhofft in einer kleinen Absteige. Das „Trou“ umgibt Betty als ob es schon immer ihre Stammkneipe gewesen wäre. Alkohol fließt in rauen Mengen.
Nach dem totalen Absturz wacht sie morgens in einem hübschen und sehr teuren Hotelzimmer auf und lernt dort ihre edle Retterin Laure kennen. Beide geben ihrem Durst nach Whiskey nach und während der Alkohol die Kehle wärmt, erwärmt sich auch die Geschichte der Beiden.
Betty beichtet Laure ihren gezwungenen Sinnenswandel und was sie zu der Frau gemacht hat, die sie jetzt gerade ist.
Laure kümmert sich psychisch und physisch um Betty. Diese erholt sich soweit, dass sie ihr gesamtes Hab und Gut im Hotelzimmer einlagen lässt und beschließt, neue Wege zu bestreiten.
Der Hörer ahnt, dass Betty zwar ein schönes und reiches Leben, aber bisher kein vollkommenes geführt hat. Ihre wechselnden Liebhaber und die ständige Trunkenheit zeigen die Risse in ihrem Herz und ihrer Seele deutlich.
Eines Tages taucht dann doch noch ihr Ehemann auf. Doch Betty hält an ihrem scheinbaren neuen Leben fest nur um kurz darauf wieder in alte Muster zu verfallen.
Ihre neue Liebschaft ist der Geliebte von Laure, was dieser Freundschaft unweigerlich das Ende bringt.
Ein bitteres Ende für eine bittere Frau, die die wahre Liebe nie kennengelernt hat.
Georges Simenon macht klar, dass Liebe scheinbar doch eine einmalige Erfahrung sein kann.
So zweifelhaft man das Leben der Betty auch betrachten mag, man verachtet sie nicht. Doch erst als sie es im wahrsten Sinne des Wortes zu weit treibt, beschließt man für sich als Hörer, dass der Geschichte ein Ende gesetzt werden muss. Die Begegnung zweier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, findet zwar ihre Gemeinsamkeit, aber auch das bittere Ende einer Freundschaft.
Christian Redl verpasst der Geschichte einen wundervollen Ton.
- Georges Simenon
Das Haus am Kanal
(25)Aktuelle Rezension von: kindergartensylviDas Haus am Kanal von Georges Simenon
Die sechzehnjährige Edmée muss nach dem Tod des Vaters Brüssel verlassen und zu ihren Verwandten in die flämische Provinz ziehen. Schnell stellt sich heraus, dass das Mädchen aus der Stadt andere Vorstellungen vom Leben hat als die konservativen Familienangehörigen. Edmée ist dominant, verwöhnt und sich ihrer Wirkung auf Männer sehr bewusst. Gleich zwei ihrer Cousins erliegen ihren Reizen und glauben, sie gehöre ihnen allein. Das führt zu Unmut unter den Männern der Familie. Als Edmée sich für einen der Cousins entscheidet, kann sie nicht ahnen, welche brutalen Folgen diese Entscheidung nach sich zieht.
Mein Fazit:Den Leser erwartet ein beklemmender, düsterer und langatmiger Roman. Ich hab mehrere Versuche unternommen, um mich in die Geschichte hinein zu versetzen.
Erzählt wird die Geschichte einer Familie im Flandern der 20er Jahre. Die Tochter eines reichen Arztes kommt nach seinem Tod in die Familie des armen Onkels. Dieser stirbt auch gerade. Für mich als Leser keine gute Ausgangsposition der Geschichte. Alles ist verworren und Klarheit erfolgt wenig. In der Familie herrschen Betrügereien, es gibt Leichen und ein wenig Romantik fließt auch mit ein. Für mich zu wenig von allem, kein Spannungsaufbau für einen guten Kriminalroman.
- Georges Simenon
L'Amoureux de Mme Maigret
(3)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEine spannende Geschichte vom Meister des französischen Kriminalromans. Kommissar Maigret klärt hier mit Hilfe seiner Frau einen Fall auf. Wieder einmal sehr spannend und unterhaltsam. - Georges Simenon
Maigret zögert
(14)Aktuelle Rezension von: OrishaKurzrezension:
Ein anonymes Schreiben erreicht Kommissar Maigret. An sich nichts ungewöhnliches, würde der Brief nicht einen Mord ankündigen. Eine Tat, die bisher nicht stattgefunden hat. Maigret beginnt zu ermitteln. Der Absender-Ort ist schnell gefunden, die Familie kontaktiert und eine Untersuchung beginnt. Als der Mord dann geschieht, muss Maigret handeln.
Mein zweiter Maigret, mein zweiter Simenon und was soll ich sagen: Ich mag diese ruhige Art von Krimi. Unprätentiös, leise, unaufgeregt - alles Attribute, die man Simenons Maigret-Krimi zuordnen kann. Die Ermittlung ist vor allem psychologisch spannend - und wäre noch spannender gewesen, hätte der Klappentext das Mordopfer nicht schon im Vorfeld benannt. Ruhig und unvoreingenommen lässt Maigret die Familie auf sich wirken und kommt letztendlich zu seinen eigenen Schlüssen.
Fazit: Ein kurzweiliger und ruhiger Krimi. Lesenswert.
- Georges Simenon
Betty
(1)Aktuelle Rezension von: detlef_knutDieser Roman von Georges Simenon entführt in das Paris, welches abseits der großen Boulevards in den kleinen Gassen und Straßen stattfindet.
Wir lernen in diesem Roman von George Simenon Elisabeth kennen. Elisabeth hat in eine snobistische Familie eingeheiratet. Damals lebte das Oberhaupt, der General, noch. Wir treffen Elisabeth, die gerne als Betty von sich spricht, in einem kleinen Restaurant. John, der englische Doktor, spricht sie an und lädt sie zu einem Getränk ein. Betty lässt sich verführen. Sie schlägt keinen Drink aus. Im Gegenteil: Sie scheint mehr als der Engländer zu trinken. Sie blamiert sich im Lokal, weil sie sternhagelvoll ist. Eine Frau, ebenfalls Gast hier, nimmt sie mit in ihr Hotel und unter ihre Fittische.
Aus dieser Begegnung entwickelt sich die Geschichte von Betty, die vor zwei Tagen ihre Familie verlassen hat und auf der Suche nach einem eigenen Leben ist.
Der Roman wurde 1960 veröffentlicht. Dennoch hat er nichts von seiner Aktualität verloren. Wenn von Telefon gesprochen wird, kann der Leser blitzartig auch das Bild eines Smartphones vor Augen haben. Es war wohl vielleicht mein Wissen um diesen Roman, wenn mir die Geschichte ein Gefühl der 1950er Jahre verlieh. Wie sollte es anders sein, als würde der Pariser Charme einer Zeit von Simon Signoret oder Serge Gainsbourg aus ihm sprechen.
Auch wenn es kein Kriminalroman mit Maigret ist, sollte sich kein Leser täuschen lassen und am Anfang schon glauben er wisse, worauf das alles hin ausliefe.
Georges Simenon ist immer für eine Überraschung gut. Deswegen und vor allem wegen des ruhigen Stils ist der Roman sehr gut zu empfehlen, nicht nur für Paris-Liebhaber.
© Detlef Knut, Düsseldorf 2021 - Katharina Mahrenholtz
Krimi! Mord und Totschlag in der Literatur
(14)Aktuelle Rezension von: HoldenEin kurzes Büchlein über die Geschichte des Kriminalromans. Natürlich hätte man noch den einen oder anderen Autor hinzugefügt, den man hier sträflich vernachlässigt sieht. Mit schönen Einschüben über die verrücktesten Mordarten oder Mord weltweit. Die kurzen Zusammenfassungen scheinen die Inhalte ein wenig zu ironisieren, liest sich dabei ganz süffisant. Insgesamt mit zahlreichen Hinweisen zu Büchern, zu denen die Autoren "I kill people for money." sagen könnten. Für Heinz Strunk ist der Krimi übrigens das "dümmste Literaturgenre überhaupt", hat er so oder so ähnlich auf einer Lesung gesagt.
- Georges Simenon
Die Verlobung des Monsieur Hire
(28)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerFAZIT: Hm … tja … hm … weiß nicht so recht, was ich dazu sagen soll. Die Geschichte um den fetten Monsieur Hire, der in trostloser Einsamkeit in einem Pariser Vorort haust und wegen seiner Absonderlichkeit nach einem Mord sofort als Hauptverdächtiger von der Polizei verfolgt wird (unschuldig natürlich), ist schon recht gut. Aber der Schreibstil ist doch wirklich erschreckend schlecht. Das soll eines der besten Werke des großen Simenon sein? So ein Groschenroman? Kann ich kaum glauben. Vielleicht liegt’s an der Unerfahrenheit des Autors? Als der Roman erschien, war Simenon gerade mal 30 Jahre alt. Als nächstes habe ich DIE KATZE von 1967 auf dem Zettel, vielleicht bringt das Spätwerk mehr als … sagen wir mal … drei gut gemeinte Sterne.
*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***







