Bücher mit dem Tag "georges simenon"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "georges simenon" gekennzeichnet haben.

102 Bücher

  1. Cover des Buches Maigret und der gelbe Hund (ISBN: 9783257238068)
    Georges Simenon

    Maigret und der gelbe Hund

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Und irgend jemand lauert mir auf, irgend jemand, den ich nicht kenne … Weswegen? Sagen Sie es mir! Weswegen? … Er wird herkommen mit seinem entsetzlichen Hund, der den Blick eines Menschen hat…«

     

    Concarneau, eine kleine französische Hafenstadt, in der jeder jeden kennt. Viele Fischer, aber auch einige Männer der besseren Gesellschaft treffen sich hier regelmäßig im Hôtel de l’Amiral, zum gemeinsamen Trinken und Kartenspiel. Eines Abends wird einer von ihnen auf dem Heimweg von einer Kugel getroffen – eine Reihe weiterer Verbrechen schließt sich an. Gleichzeitig taucht ein mysteriöser gelber Hund auf, den niemand kennt und der niemandem zu gehören scheint. In der Stadt kommt, angeheizt durch entsprechende Pressemeldungen, Panik auf. Und Einzelne scheinen sich besonders bedroht zu fühlen…

     

    Kürzlich las ich meinen ersten Maigret und da er mir gut gefallen hatte, musste natürlich ein weiterer her. Auch hier hat mich die besondere Atmosphäre gleich eingefangen. Ich liebe diesen Schreibstil, sehe alles ganz genau vor mir und habe beim Lesen das Gefühl, mit durch die kleinen Straßen zu laufen.

     

    Auch Kommissar Maigret sagte mir wieder sehr zu. Er ist halt der klassische Detektiv, der ruhig ermittelt und mit Hilfe seiner scharfen Beobachtungen, einer Kombination aus Erfahrung und Bauchgefühl und seinen umfangreichen handschriftlichen Notizen letztlich zum Erfolg kommt. Sehr amüsant fand ich, wie er herrlich cool blieb, wenn sich vor ihm der wütende Bürgermeister aufplusterte und mit Drohungen um sich warf. Bei den Ermittlungen muss Maigret sich mit den Besonderheiten einer Kleinstadt auseinandersetzen, der Leser lernt einige recht interessante Charaktere kennen. Die Furcht mancher Menschen vor dem Hund konnte ich allerdings nicht nachvollziehen, das Tier hat mir von Anfang bis Ende nur leidgetan.

     

    Die Auflösung war letztlich schlüssig, aber auch sehr ungewöhnlich. Das gefiel mir. Auch das Ende war mir sympathisch. Ich denke, diesem zweiten Maigret werden weitere folgen ;-)

     

    Fazit: Ruhige Detektivgeschichte mit toller Atmosphäre. Gerne mehr davon!

  2. Cover des Buches Maigret kämpft um den Kopf eines Mannes (ISBN: 9783257238051)
    Georges Simenon

    Maigret kämpft um den Kopf eines Mannes

     (30)
    Aktuelle Rezension von: PoeEA1809

    Paris um 1930. Der Kommissar verhilft einem zum Tode Verurteilten zur Flucht. Ein ungewöhnlicher Beginn, der einen sofort und ohne weitere Erklärung mitten ins Geschehen stürzt. Während man das hektische Treiben der Polizei verfolgt, erfährt man nach und nach, welche Tat der Entflohene angeblich begangen hat, dass der Kommissar inzwischen an dessen Schuld zweifelt und er seine eigene berufliche Zukunft riskiert, um einen Justizirrtum zu vermeiden. Bei seinen Ermittlungen stößt Maigret auf einen Gegner, der ihm an Cleverness überlegen scheint und der den Kommissar zu einem Duell herausfordert. 

    Ein geschickt konstruierter Kriminalfall, der die Spannung von Anfang an hochhält, mit Ermittlungsmethoden der Polizei, die heute bereits nostalgisch wirken. Dazu gibt es schöne Impressionen aus dem Paris der 1920/30er Jahre, mit einer herrlichen Szene aus dem (auch heute noch existierenden) La Coupole (Brasserie La Coupole) am Montparnasse. Wenn man diese Szene liest, hat man Lust, sofort alles stehen und liegen zu lassen und für ein paar Tage nach Paris zu fahren. 

    Das war mein erster Maigret und sehr wahrscheinlich werden weitere folgen. 4,5 Sterne dafür. 


  3. Cover des Buches Maigret und der Verrückte von Bergerac (ISBN: 9783257238167)
    Georges Simenon

    Maigret und der Verrückte von Bergerac

     (18)
    Aktuelle Rezension von: variety

    Der Beginn des Romans hat mir sehr gefallen. Maigret fährt mit dem Nachtzug in einen Kurzurlaub und trifft dort auf einen kurligen Mitpassagier. Als dieser aus dem Zug springt (das war zu jener Zeit noch möglich...), folgt (oder fliegt) ihm Maigret nach und wird angeschossen. Auch die nachfolgenden Szenen mit der Mord- bzw. Anschlagsserie in der Gegend von Bergerac sind spannend erzählt. Leider wird dann die Ermittlung Maigrets aus dem Hotelzimmer heraus immer schleppender und langweiliger. Die Auflösung interessierte mich folglich kaum noch.

  4. Cover des Buches Maigret und der Treidler der 'Providence' (ISBN: 9783257238044)
    Georges Simenon

    Maigret und der Treidler der 'Providence'

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Maigret wird an eine alte Schleuse gerufen, in deren Nähe eine reich gekleidete Dame von Welt ermordet in einer Scheune aufgefunden wurde. Mit ihr in der Scheune stand nur ein handzahmes Pferd, das noch nicht einmal angebunden war. Was hatte sie dort verloren? Was wollte sie entlang der Wasserstraßen, auf denen nur raubeinige und zwielichtige Kapitäne ihr Unwesen treiben? – Maigret kämpft sich durch Matsch, brackiges Wasser, Regen und illustre Gestalten.
  5. Cover des Buches Weihnachten bei den Maigrets (ISBN: 9783311130949)
    Georges Simenon

    Weihnachten bei den Maigrets

     (16)
    Aktuelle Rezension von: AndreasKueck

    Weihnachten könnte für Monsieur und Madame Maigret so ruhig und entspannend sein – wo doch der berühmteste Kommissar von Paris über die Feiertage frei hat. Doch leider durchkreuzt eine aufdringliche Nachbarin ihnen ihre Pläne und weckt die Neugier des Kommissars mit einer mysteriösen Geschichte. Neben ihr in der Wohnung lebt ein junges Paar mit seiner Pflegetochter, die aufgrund eines Beinbruchs das Bett hüten muss. Und dieses Mädchen berichtet nun, dass sie in der Nacht zuvor Besuch vom Weihnachtsmann erhalten hätte, der ihr eine Puppe schenkte aber auch die Dielen in ihrem Zimmer untersuchte. Auf Drängen der Nachbarin befragt Maigret das Mädchen und ist durchaus bereit, ihr zu glauben. Zumal ihre Pflegemutter sich äußerst verdächtig benimmt, da sie sich dem Kind gegenüber beinah emotionslos verhält und versucht, die Geschichte herunterzuspielen. Maigret hat zwar keine Beweise, doch sein Instinkt rührt sich heftig, und er bittet seine Mitarbeiter um Unterstützung. So mutiert seine Wohnung zum inoffiziellen Hauptquartier einer ebenso inoffiziellen Ermittlung. Madame Maigret hätte sich viel lieber ein friedliches Weihnachtsfest gewünscht, doch Maigrets Instinkt trügt ihn auch diesmal nicht…!

    Simenon lesen bedeutet, in Atmosphäre zu baden! Nun mag dieser Satz vielleicht etwas pathetisch erscheinen, doch genau diese Empfindung spüre ich, wenn ich Simenon lese. Selten habe ich einen Autor erlebt, der es schafft, mit wenigen Sätzen so punktgenau ein Milieu zu schildern. Wenige Sätze, manchmal nur Wörter genügen und vor meinem inneren Auge entsteht das entsprechende Setting der Geschichte. Dabei gehören seine Figuren selten der gehobenen Klasse an. Vielmehr skizziert er Menschen, die gestrauchelt und somit vom Leben gezeichnet sind. Manche sind mir als Leser sympathischer, andere sind es eher weniger. Doch allen ist gemein, dass sie Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten sind.

    Ebenso wie er mit nur einem Wort das Milieu treffend beschreibt, lässt er zwischen seinen Figuren manches unausgesprochen, um die Verbindung der Figuren zueinander zu porträtieren. An seinem freien Tag könnte Maigret endlich mal ausschlafen: So schleicht sich Madame Maigret leise aus dem Schlafzimmer, um ebenso leise das Frühstück zu richten. Maigret liegt unterdessen wach im Bett und würde lieber aufstehen. Doch seine Frau wäre sehr enttäuscht, wenn er dies täte, da sie sich so sehr wünscht, dass er mal ausschläft.

    Diese kleine Szene könnte sich so oder ähnlich zwischen machen langjährigen Eheleuten abspielen: Der großen stürmischen Liebe ist einer innigen Vertrautheit gewichen. Man fühlt sich einander verbunden und hat sich im gemeinsamen Leben angenehm arrangiert. Doch die Träume der Jugend sind ausgeträumt oder zumindest werden sie verdrängt. Nur manchmal brechen sie wieder an die Oberfläche hervor: So fühlte ich als Leser bei den Maigrets die Trauer um die eigene Kinderlosigkeit, die sie – besonders zu Weihnachten und speziell mit dem Wissen um das kranke Kind im Nachbarhaus – zu überrollen schien. Diese ungewohnt intimen Einblicke, die der Autor uns hier gewährt, werden von ihm aber so feinfühlig geschildert, dass ein Gefühl von Voyeurismus gar nicht erst aufkommt.

    Vielmehr streute Simenon über diese kleine kriminalistische Weihnachtsgeschichte mit seinem weltberühmten Kommissar nehmst ebenso berühmter Gattin einen Hauch Melancholie, der mir beim Lesen die Augen feucht werden ließ…!

  6. Cover des Buches Bretonisches Vermächtnis (ISBN: 9783462001600)
    Jean-Luc Bannalec

    Bretonisches Vermächtnis

     (58)
    Aktuelle Rezension von: Marcel0901

    Bereits 1929 erschien der Roman, der Gelbe Hund. Das Motiv; Rache. 

    Nun, Jahrzehnte später, wird nachdem selben Vorgang wie in dem Buch gemordet. Dupin tappt im Dunkeln. Er findet keine Verbidung zwischen den Toten, und einem Anschlag.


    Ein bis zum Schluss spannendes Buch. Es bleibt lange im Dunkeln, wer das Motiv und die Gelegenheit hatte, zu morden. 

  7. Cover des Buches Maigret und die alte Dame (ISBN: 9783257238334)
    Georges Simenon

    Maigret und die alte Dame

     (22)
    Aktuelle Rezension von: SigiLovesBooks
    "Die alte Dame lebt in einer Puppenvilla an der Küste der Normandie. Als man ihr Dienstmädchen vergiftet, glaubt sie an einen fehlgeschlagenen Angriff auf sich selbst. Gewohnt, sich nur mit dem Besten zufrieden zugeben, reist sie mutig nach Paris und wendet sich an Kommissar Maigret. Und da der Justizminister persönlich sich einschaltet, reist Maigret ans Meer. Dort herrscht an Verdächtigen kein Mangel...." (Quelle: Buchrückentext)


    Es handelt sich bei diesem Krimi um Band 33 (von 75!) aus dem Französischen übersetzten Kriminalromanen Simenon's ins Deutsche. Es ist der erste "Simenon" für mich, daher habe ich keine Vergleichswerte; vorliegender Bd. 33 wurde 1949 verfasst und erschien erstmals in Deutsch 1959, übersetzt wurde er hier von Renate Nickel. Das Cover der HC-Reihe im Diogenes-Verlag ziert ein Küstenmotiv mit einem Boot.

    Meine Meinung/Leseeindrücke:

    Die Szenerie spielt in der Normandie, genauer gesagt in Etretat (Haute Normandie) und lässt den Leser zugleich in ein anderes, verweilenderes, gemächlicheres Tempo eintauchen, wozu der berühmte Kommissar Maigret,, oftmals Pfeife rauchend, beschaulich, Zeit-zum-Nachdenken findend, bestens passt.
    "Die Rose ist tot" ist der zentrale Satz und das Leitmotiv, das die umfangreiche Ermittlungsarbeit Maigret's und seines Kollegen vor Ort, Estaing, leitet...Hauptprotagonistin ist Valentine, die 90jährige "alte Dame", die für ihr Alter noch recht rüstig ist und deren nobles, freigebiges Herz auf dem "Prüfstand" steht...
    Der Sprachstil ist klar und flüssig zu lesen, etwas Humor blitzt auf, als Maigret sich im Zuge zahlreicher Vernehmungen der werten Verwandtschaft der alten Dame zu dem ein oder anderen Apéritif, Cidre und Bier hinreißen lässt, da sich in der Normandie bei ihm (ungewollt) etwas "Urlaubsgefühl" einstellt  und ob des Alkoholgenusses er in recht ermüdetem Zustand dennoch "weiter ermittelt"...
    Auf den letzten 50 Seiten nimmt der Krimi dann auch Fahrt auf mit dem Auftauchen eines Gegenstandes, der mit dem Tode des Dienstmädchen Rose zu tun haben könnte. ... Etwas antiquiert (aber zeitgemäß für die 50er Jahre) wirkt es, wenn Estaing diverse Hotels und Bars "abklappern" muss, um herauszufinden, wer wen angerufen haben könnte ;-). Der Plot war nicht vorhersehbar und in sich stimmig.

    Fazit:

    "Maigret und die alte Dame" ist ein unterhaltsamer, in gemächlichem Tempo daherkommender Krimi, aus der berühmten Feder von Georges Simenon, den Krimileser unaufgeregter, nicht bluttriefender, eher subtiler Krimis mögen werden: Statt der Brutalität und nervenzerreißenden Entsetzens wird hier "in aller Ruhe" und möglichst mit einer gestopften "pipe" ermittelt, was mir persönlich sehr gefallen hat. Gepaart ist die unterhaltsame Ermittlungsarbeit mit einer Prise Humor: Darum wird die Reihe von mir weitergelesen werden, es gibt zudem für den angesprochenen Leserkreis eine Leseempfehlung sowie 4 Sterne und 85° auf der "Krimi-Couch".
  8. Cover des Buches Maigret und die kleine Landkneipe (ISBN: 9783257238112)
    Georges Simenon

    Maigret und die kleine Landkneipe

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Lenoir, ein Häftling, dem Maigret sagen muss, dass sein Gnadengesuch abgelehnt wurde, räumt noch auf, bevor er hingerichtet wird. Es handelt sich um ein Verbrechen, das er sechs Jahre vorher beobachtet hat. Einen Mörder hatte er daraufhin jahrelang erpresst. Doch leider verrät er Maigret nicht den Namen, sondern nur den Ort des Geschehens, nämlich eine kleine Landkneipe. Maigret steht genauso zufällig, wie er davon erfahren hat, in dieser Landkneipe einer Hochzeitsgesellschaft gegenüber, aus deren Kreis der Mörder kommen muss.
    Ein typischer Maigret, die ganze Palette charakterlicher Gegensätze steht sich hier gegenüber. Die Gegenwart verschmilzt mit der Vergangenheit und die Geheimnisse, die plötzlich gelüftet werden, offenbaren
    menschliche Schwächen genauso wie das Streben nach Wahrung des Scheins.
    NIcht der beste in der Maigret-Reihe, man hat den Eindruck, als hätte Simenon diesen Roman noch schneller als üblich geschrieben. Ein wenig fehlt das Dichte und Intensive, das er sonst in die Beschreibungen seiner Hauptpersonen investiert. Egal, auch dieses Buch liest sich genauso flüssig wie die meisten Bücher des Meisterautors.
  9. Cover des Buches Maigret im Haus des Richters (ISBN: 9783311130215)
    Georges Simenon

    Maigret im Haus des Richters

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Dieser 21. Fall für Maigret gehört nun nicht zu den Highlights von Georges Simenon. Obwohl ein „typischer“ Maigret, in dem der Ermittler einen komplizierten Fall in der Provinz lösen muss, fehlt ein wenig die Spannung. 

    Worum geht’s? 

    Maigret wurde in ein Nest an der Atlantikküste strafversetzt, warum, geht nicht deutlich hervor. Er muss dem Hinweis einer neugierigen alten Frau nachgehen, die behauptet, im Haus des pensionierten Richters eine Leiche gesehen zu haben. Und tatsächlich, ertappt er den Richter höchstpersönlich beim Beseitigen der Leiche.  

    Bei seinen Ermittlungen, bei denen er auf seinen Stab an Mitarbeitern, die ihm normalerweise zur Verfügung stehen, verzichten muss, stößt er auf einige aktuelle Geheimnisse der Dorfbewohner und deckt Abgründe in der Vergangenheit des Richters auf ... 

    Meine Meinung: 

    Georges Simenon ist ein Meister seines Faches, dennoch gibt es fesselndere Krimis aus einer Feder.  

    Dieser Krimi aus dem Jahr 1940 ist ein „typischer“ Maigret, bei dem sich der Pfeife rauchende Kommissar mit menschlichen Abgründen beschäftigen muss. Vielleicht liest sich dieser Fall deswegen so anders, weil Maigret auf sein bewährtes Team verzichten muss. Auf mich macht es den Eindruck, nicht ganz rund zu sein.  

    Fazit: 

    Es gibt deutlich bessere und innovativere Krimis mit Kommissar Maigret, daher nur 3 Sterne.

  10. Cover des Buches Maigret contra Picpus (ISBN: 9783257238235)
    Georges Simenon

    Maigret contra Picpus

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Faszinierend an den Krimis um Kommissar Maigret ist die Parallelität von langsamen, atmosphärischen Beschreibungen und meines Erachtens schnellem, hohem Erzähltempo, welches mich immer dazu veranlasst, Maigret-Romane möglichst zügig zu lesen. Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren hält sich Simenon nicht damit auf, weitschweifige Mutmaßungen über Täter, Tatvorgänge und Motive anzustellen, langatmige Gedankengänge der Protagonisten darzustellen oder gar psychologische Täterprofile zu entwerfen. Diese entstehen im Verlaufe der Erzählung ganz allmählich und ganz natürlich durch die detaillierte Schilderung von Lebenssituationen, alltäglichen Vorgängen und schließlich der nimmermüden stätigen Handlung. Simenon konzentriert sich immer auf das Wichtigste, auf den 150-170 Seiten seiner Romane werden keine Überflüssigkeiten ausgebreitet. Dadurch entsteht auch in "Maigret contra Picpus" die oben genannte Parallelität zwischen Atmosphäre und Rasanz, zwischen Alltäglichem und Außergewöhnlichem. Die heraufbeschworenen Abgründe werden dadurch umso menschlicher, umso nachvollziehbarer für die Leserin oder den Leser. Die Entlarvung der Täterin oder des Täters ist, wie auch im vorliegenden Fall, niemals befriedigend in dem Sinne, als dass dadurch das Geschehen ein gutes Ende nehmen würde, denn die Ungerechtigkeiten können dadurch niemals aufgehoben werden. Diese magisch erscheinende Erzählstruktur lässt dann auch die eine oder andere Unlogik des Falls verzeihen. Letzterer wird in „Maigret contra Picpus“ reizvoll, da Motive und Tathergänge bis zuletzt offen bleiben und der vorliegende Mord sich schließlich nur am Rande mit der geschilderten menschlichen Tragödie kreuzt.
  11. Cover des Buches Maigret am Treffen der Neufundlandfahrer (ISBN: 9783257238099)
    Georges Simenon

    Maigret am Treffen der Neufundlandfahrer

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Eigentlich wollte Maigret in die Ferien ins Elsass, als ihn ein Brief von der Küste erreicht. Seine Hilfe ist gefragt, um den mysteriösen Mord an einem Kapitän eines Fischtrawlers aufzuklären. Dabei geht es nicht nur um den Kapitän, sondern auch ein Schiffsjunge kam vor der Fahrt ums Leben. Ein Verdächtiger ist auch schon da, nämlich der Funker des Bootes. Doch so einfach ist es nicht und Maigret stößt auf einige Dinge, die das Ganze kompliziert machen. Simenon schickt wieder einmal Maigret "pur" ins Rennen. Dadurch, dass er quasi außer Konkurrenz ermittelt, muss er sich auch keine Gedanken um die Vorgehensweise machen. Beeindruckend hier, wie Simenon seinen Detektiv auf das Wesentliche reduziert, der Fall wird für ihn zu einer persönlichen Angelegenheit und gerade diese emotionale Seite in einem der letzten Kapitel macht das Außergewöhnliche an dieser Figur aus. Der ganz allein ermittelnde Maigret ist eine Klasse für sich.
  12. Cover des Buches Maigret, Lognon und die Gangster (ISBN: 9783257238396)
    Georges Simenon

    Maigret, Lognon und die Gangster

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Zufällig wird der Kommissar Lognon, der eigentlich auf einen ganz anderen Fall angesetzt ist, Zeuge, als an seinem Observierungsort eine Person aus einem Auto auf den Fußweg geworfen wird. Da er nicht sofort reagiert, kann er nur noch registrieren, wie ein zweites Auto diese Person wohl offensichtlich wieder aufgesammelt hat. Mit seinen Beobachtungen wendet er sich an Maigret, der es dann auf einmal mit dem FBI und einer Gruppe amerikanischer Mafiosi zu tun hat. Beide kann er nicht besonders leiden und so setzt er seinen ganzen Ehrgeiz ein, um es den Amis mal so richtig zu zeigen.
    Ein toller, fast schon rasanter Maigret, denn durch das Mitwirken von amerikanischen Gangstern weht ein anderer Wind durch Paris, denn die halten sich nicht an die Spielregeln, die französische Gangster zumindest pro forma noch beachten. So viel Action hat Maigret noch nie gezeigt, zweimal sogar kurz an einer Kugel vorbeigeschrammt. Ja, Simenon zeigt seinen Helden auch mal von einer ganz anderen Seite. Und der zeigt's ihnen allen.
  13. Cover des Buches Maigret und die Keller des Majestic (ISBN: 9783257238204)
    Georges Simenon

    Maigret und die Keller des Majestic

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Stellvertretend für die Maigret-Romane, die ich schon gelesen habe oder noch lesen werde, möchte ich mal "Maigret und die Keller des Majestic" besprechen.

    Im Angestelltentrakt eines Pariser Nobelhotels wird in einem Spind die Leiche eines weiblichen Gastes gefunden. Der hinzugezogenen Maigret ermittelt schnell, dass die vermeintlich amerikanische Touristin, die mit ihrem Ehemann und Gefolge im Majestic weilt, eine französische Vorgeschichte hat. Sie ist ein ehemaliges Animiermädchen aus Cannes, das durch die Heirat mit einem Amerikaner reich geworden ist. Behäbig wie eh und je kommt der Pfeife rauchende Maigret durch sorgfältige Beobachtung zur Lösung des Falles, für den beinahe ein Unschuldiger verantwortlich gemacht worden wäre.

    Was ist es, das mich - abgesehen von der Tatsache, dass es im Moment keine mir interessanten Krimi-Neuerscheinungen gibt, an den Maigret-Romanen Georges Simenon fesselt? Natürlich kannte ich die Reihe schon lange, hatte auch mit "Pietr der Lette" den ersten gelesen, aber so richtig begeistert war ich nicht. Aber die guten Verfilmungen mit Rowan Atkinson haben der Reihe eine zweite Chance eröffnet, die sie letztendlich auch genutzt hat. Was macht den Reiz dieses Kommissars/dieser Reihe aus? Schwer zu sagen, aber ein Aspekt ist sicherlich das Unaufgeregte, mit der die zumeist gar nicht so spektakulären Fälle gelöst werden. Maigret pafft und beobachtet, trinkt erstaunlich oft und viel Alkohol, hat dann aber immer im rechten Moment den entscheidenden Geistesblitz, so auch im besprochenen Roman. Dass er dabei bisweilen Verdächtige auch mal körperlich angeht, macht ihn allerdings nicht unbedingt sympathisch.


  14. Cover des Buches Maigrets erste Untersuchung (ISBN: 9783257238303)
    Georges Simenon

    Maigrets erste Untersuchung

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Simenon hat in diesem Roman (1948 geschrieben) den Anfang der Karriere Maigrets als Polizeikommissar geschrieben, hierbei allerdings allen Esprit und alle Spannung außen vor gelassen. Die Handlung spielt im Jahre 1913, Maigret ist noch ganz 'grün hinter den Ohren'. In der Pariser Oberschicht geschieht ein Mord. Das verschlossene gesellschaftliche Leben dieser Menschen scheint undurchdringlich, wenn die Polizei den Mord aufklären soll. Maigret ist noch Sekretär von Kommissar Le Bret im ansonsten sehr ruhigen Quartier Saint-Georges. Sein Chef – der enge private Kontakte zur Oberschicht hat – erweist sich als unwillig bei der Aufklärung des aktuellen Verbrechens, sodass Maigret erstmals selbst (jedoch zögerlich) zu ermitteln beginnt. Als Dank für seine erfolgreichen Bemühungen erhält er den Kommissar-Titel. Schleppend zu lesen, wenig Spannung. Ich hatte kaum Lust, weiterzulesen und quälte mich bis zur Hälfte; dann musste ich abbrechen. Vielleicht ein andermal wieder.
  15. Cover des Buches Maigret und der geheimnisvolle Kapitän (ISBN: 9783257238150)
    Georges Simenon

    Maigret und der geheimnisvolle Kapitän

     (22)
    Aktuelle Rezension von: LEXI

    Als der mysteriöse, verwirrt auf den Straßen herum irrende, fünf Tage lang „namenlose“ Mann ohne Gedächtnis und Sprachvermögen endlich identifiziert wird, stellt sich heraus, dass es sich bei ihm um einen ehemaligen Kapitän der Handelsmarine handelt, dem Hafenmeister von Ouistreham namens Yves Antoine Joris. Kapitän Joris galt sechs Wochen lang als vermisst und wurde erst durch ein Zeitungsinserat von seiner Haushälterin Julie Legrand wiedererkannt, die sich unverzüglich aufmacht, um den verwirrten Mann abzuholen. Julie, die aus einer kleinen Fischerfamilie in Port-en-Bessin stammt, deren Vater im Krieg gestorben war und deren Mutter ihr Auskommen als stets betrunkene Fischverkäuferin findet, steht bereits seit ihrem 16. Lebensjahr im Dienste des Kapitäns. Seit 8 Jahren führt sie ihm den Haushalt und wird von ihm wie eine Tochter behandelt. Kommissar Maigret begleitet Kapitän Joris und Julie nach Oiustreham, einem kleinen Hafenort zwischen Trouville und Cherbourg. Als Maigret nach den vorangegangenen verzwickten Untersuchungen und Nachforschungen in Strafregistern, Einwohnermeldekarteien, dem Telegrammversand im In- und Ausland nun auch noch eine fachkundig operierte, aus einem Kopfschuss resultierende, Wunde bei Joris entdeckt, beginnt er, sich anhand einer ausführlichen Befragung von Julie Legrand, ein Bild von dem alten Hafenmeister zu machen. Das Mädchen scheint seltsam ängstlich und bittet den Kriminalkommissar, sie nicht alleine im Haus zu lassen. Maigrets Instinkt veranlasst ihn, in Julies Nähe zu bleiben – doch auch er kann den Tod des Kapitäns nicht verhindern, der noch in derselben Nacht an einer Strychninvergiftung stirbt. Der etwa 50jährige Joris hatte keine Angehörigen, keine Abenteuer, keine Liebschaften – und auch keine Feinde. Er stand 28 Jahre lang im Dienste von Ernest Grandmaison, war ein anständiger und gewissenhafter Angestellter, der insgesamt 30 Jahre lang auf allen Meeren gefahren war und sich erst in seinem Ruhestand um den Posten des Hafenmeisters in Ouistreham bewarb, wo er sich daraufhin auch ein kleines Haus baute. Wer also könnte ihm Böses wollen, ihn ermorden? Maigret ist zunächst ratlos, beginnt aber unverzüglich mit seinen Ermittlungen. Er nimmt sowohl Bürgermeister Ernest Grandmaison, als auch die Kameraden des alten Seemannes unter die Lupe. Maigret stöbert Loryuis Legrand, den Bruder Julies auf, der aufgrund seiner langen Zeit im Gefängnis, seiner Trunksucht und seinem verwegenen Aussehen ebenfalls in Verdacht gerät. Und er spürt einen reichen Geschäftsmann aus Norwegen auf, der ebenfalls einiges zu verbergen scheint…

    Georges Simenon lässt seinen Pfeife rauchenden, besonnenen Kriminalkommissar Jules Maigret auch in diesem Band einige Fährten verfolgen, Verdächtige befragen und seinem Instinkt folgend letztendlich den Fall lösen. Seiner kluge Vorgehensweise und seiner exzellenten Kombinationsgabe ist es zu verdanken, dass er den anderen stets ein wenig voraus zu sein scheint und am Ende dem Mörder des geheimnisvollen Kapitäns eine gelungene Falle stellt.

    Im Vordergrund dieses Kriminalromans stehen gut gezeichnete Charaktere und die nebelige Atmosphäre des Küstenortes Ouistreham. Die raubeinigen bretonischen Seemänner werden verschlossen und wortkarg dargestellt, die bildhafte Beschreibung des Kanals rundet das düstere Bild ab.

    Band 15 der Simenon-Edition ist in 13 Kapitel unterteilt, die charakteristische Ausstattung mit Pappband mit Pariskarte als Vor-, und einer Frankreichkarte als Nachsatz, sowie ein Lesebändchen zeichnen auch diese Ausgabe aus.

    FAZIT: Ich kann auch für diesen atmosphärischen Kriminalroman aus der Feder Georges Simenons eine Leseempfehlung aussprechen - es war reines Lesevergnügen, den komplexen Fall hinter diesem Mordfall um den geheimnisvollen Kapitän an der Seite Jules Maigrets zu lösen. 
  16. Cover des Buches Maigret und die Bohnenstange (ISBN: 9783257238389)
    Georges Simenon

    Maigret und die Bohnenstange

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    WOW!!! Der Krimi fängt total harmlos an und wird dann schon fast unerträglich spannend und erst zwei Seiten vor Schluss kommt dann heraus, wer der Mörder ist. Das Ganze kommt, wie immer bei Georges Simenon, ohne großartige Action aus und doch bleibt es die ganze Zeit spannend. Klarer Fall, von mir gibt´s 5 Sternchen. (Ist natürlich immer eine Frage des Geschmacks!!!) ----------------------------------------------- Ernestine Jussiaume, >>die Bohnenstange<< genannt und einst von Maigret verhaftet, meldet sich beim Kommissar und bittet ihn um Hilfe für ihren safeknackenden Mann, der auf einer seiner Touren eine Leiche entdeckt und vor Schreck Reißaus genommen hat. In der fraglichen Villa will man nichts wissen von einem Einbruch und von einer Leiche - eine Geschichte, die man einem Maigret nicht erzählen darf...
  17. Cover des Buches Maigret und die junge Tote (ISBN: 9783311130451)
    Georges Simenon

    Maigret und die junge Tote

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Gulan

    Unbewusst spürte Maigret, daß es ein ziemlich komplizierter Fall war, der da begann. Die Pfeife im Mund, die Hände in den Taschen, wartete er und warf dann und wann einen Blick auf die am Boden liegende Gestalt. Das blaue Kleid war alles andere als neu und schon ziemlich abgetragen, der Stoff recht gewöhnlich. […] Die nächstliegende Erklärung war die, daß ein Animiermädchen auf dem Nachhauseweg überfallen und ihr die Handtasche gestohlen worden war. Nur hätte sie dann noch beide Schuhe angehabt und der Dieb hätte sich nicht die Mühe gemacht, dem Opfer den Mantel wegzunehmen. (S.12)

    Auf der Place Vintimille in Paris wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Kommissar Maigret schnappt dem missmutigen Inspektor Lugnon die Leiche quasi vor der Nase weg. Doch zunächst geht es sehr schleppend voran, denn niemand vermisst die Tote. Auch auf das veröffentlichte Foto meldet sich niemand. Doch schließlich bringt Maigret nach und nach Licht in das Leben der Toten.

    Autor Georges Simenon war bekanntermaßen ein Vielschreiber. „Maigret und die junge Tote“ ist der 45. von insgesamt 75 Romanen (und 28 Erzählungen) um den Pariser Kommissar Maigret. Umso erstaunlicher, dass ich noch gar keinen Maigret gelesen habe. Das habe ich nun nachgeholt und war durchaus angetan von diesem klassischen Kriminalroman.

    Der Figur des Maigret ist wohl hinreichend bekannt. In dieser Folge ist er bereits Kommissar und Leiter der Pariser Mordkommission. Ein intelligenter und sehr besonnener Polizeibeamter, der sich mehr auf Intuition und Einfühlungsvermögen als auf Kriminaltechnik verlässt. In diesem Fall rekonstruiert er den Lebensweg des ermordeten Mädchens. Zunächst dauert es, bis die Identität der Toten geklärt ist. Dann beginnt Maigret Schritt für Schritt durch Zeugenbefragungen ein Psychogramm der Toten zu zeichnen, das ihm schließlich am Ende auch dazu verhilft, den Täter zu überführen.

    Reizvoll an diesem Band ist außerdem der scheinbar regelmäßig in Maigret-Romanen auftauchende Inspektor Lognon alias Inspektor Griesgram. Diese tragikomische Figur ist von Missmut und Misstrauen gekennzeichnet. Lognon ist zwar kein direkter Untergebener Maigrets, ihm aber dennoch dem Rang nach unterstellt. Lognon hat sich trotz beständig mieser Laune im Fall des toten Mädchens offenbar vorgenommen, den Täter vor Maigret zu ermitteln. Dabei läuft er sich im strömenden Regen die Hacken wund, während Maigret deutlich leichter an die Informationen zu kommen scheint.

    Ein Whodunnit der alten Schule, schnörkellos, bedächtig und unterhaltsam. Merkwürdig, dass ich so lange mit einem Maigret gewartet habe.

  18. Cover des Buches Tropenkoller (ISBN: 9783257241020)
    Georges Simenon

    Tropenkoller

     (14)
    Aktuelle Rezension von: JuergenVogel
    Das Buch erzählt eine wunderbare Geschichte von Leidenschaft und Verliebtheit. Zugleich geht es um ein Verbrechen, das dem jungen Protagonisten keine Ruhe lässt. Von Anfang an tauchen wir dabei in die Welt des späteren Kolonialismus in Zentralafrika; ganz nebenher, ohne das man das Gefühl erhält, dass es dem Autor letztlich womöglich darum geht. Charaktere und die Geschichte selbst sind meisterhaft beschrieben und geschrieben - Simenon eben! Leider macht es die andauernde Verwendung von aus heutiger Sicht (das Buch wurde 1933 geschrieben) ungewohnten Begriffen wie Neger, Negerinnen, Negerpolizisten etc. teilweise schwierig, den Roman als solches zu genießen. Es gibt nahezu keine Seite wo derartige Begriffe keine Anwendung finden.
  19. Cover des Buches Maigret, die Tänzerin und die Gräfin (ISBN: 9783257238365)
    Georges Simenon

    Maigret, die Tänzerin und die Gräfin

     (9)
    Aktuelle Rezension von: blauerklaus
    Die Nachtclub-Tänzerin Arlette erscheint bei der Polizei, weil sie angeblich ein Gespräch über die geplante Ermordung einer Gräfin mitangehört hat. Da sie offensichtlich angetrunken ist will man ihr die Geschichte nicht so recht glauben.

    Als am Tag darauf die Tänzerin und kurz darauf die Gräfin tot aufgefunden werden muss sich Kommissar Maigret um den Fall kümmern.

    Auch in seinem 36. Fall gelingt es Simenon wieder meisterhaft uns mit seiner bewusst knappen Sprache und mit wenigen Worten in das Paris der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts zu versetzen. Auch hier spürt man wieder die große Empathie Simenons / Maigrets mit den „einfachen“ Leuten des damaligen Paris. Maigret ermittelt bei den Angestellten und Besitzern der Nachtclubs und man merkt, dass er sich auch irgendwie als einer von ihnen sieht.

    Obwohl Simenon immer auf große Landschafts- und Charakterbeschreibungen verzichtet fühlt man sich doch immer in das Paris der damaligen Zeit versetzt.

    Am Ende wird wieder das Recht siegen, nicht immer bei Simenon ist damit auch der Gerechtigkeit Genüge getan.

    Die Spannung wird nach heutigen Thriller-Maßstäben für einige Krimi-Liebhaber nicht ausreichend sein, für alle Maigret-Fans jedoch eine klare Leseempfehlung.

    Lange konnte man die Maigret-Romane nicht komplett in Deutschland erwerben. Alte Ausgaben waren teilweise nur zu Liebhaberpreisen zu bekommen. Daher großes Lob an den diogenes-Verlag, der 2009 mit der Neuausgabe sämtlicher Maigret-Romane so einige vezweifelte Simenon-Fans sehr glücklich gemacht hat.

    Die Gestaltung der Bücher mit Pappeinband, rotem Lesebändchen und Paris-Karte auf den Vor-/Nachsatzseiten ist sehr liebevoll gemacht. Hoffentlich sind die Romane noch einige Zeit erhältlich.

  20. Cover des Buches Maigret bei den Flamen (ISBN: 9783311130147)
    Georges Simenon

    Maigret bei den Flamen

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Im Hochwasser an der Maas ist ein Mädchen verschwunden und da diese Grenzregion zwischen Frankreich und Belgien ihre Eigenheiten hat, bittet die beschuldigte flämische Familie Maigret um eine objektive Aufklärung des Falles, bzw. dem Nachweis der Unschuld. Maigret kommt also als Privatmann, ermittelt und findet natürlich auch mehr heraus, als der lokale Inspektor. Natürlich gibt es zwei, drei Ungereimtheiten zu klären.
    Dieser Maigret plätschert ein wenig dahin, etwa wie die Maas bei Normalpegel. Man kann schon nach der Hälfte des Romans auf die eine oder andere Idee kommen, die sich dann auch zum Ende hin manifestiert.
    Dies ist einer der Simenons, die nicht schlecht sind (meines Wissens gibt es sowieso keinen schlechten), sondern einfach nur grundsolide. Aber das ist schon mehr, als tausend andere Schriftsteller von ihren Werken behaupten können. Es gibt aber jede Menge mehr von Simenon, das ihm aufregender gelungen ist.
  21. Cover des Buches Maigrets Nacht an der Kreuzung (ISBN: 9783311130079)
    Georges Simenon

    Maigrets Nacht an der Kreuzung

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Eigentlich hatte ich mit Simenon abgeschlossen, aber da schenkte mir ein befreundeter Antiquar einige Maigret-Romane, die ich noch nicht kannte. Und getreu dem Spruch vom geschenkten Gaul habe ich als erstes diesen Band gelesen, der mich in meinem Urteil über Simenon bestätigt. Er ist ein grundsolider schriftsteller, der am laufenden Band Krimis nach dem gleichen Strickmuster abgeliefert hat. Aber den Hype, der um ihn gemacht wurde und zum Teil auch noch gemacht wird, vermag ich nicht nachzuvollziehen. In diesem Band um einen dringend tatverdächtigen dänischen Adligen, den es an die im Titel genannte Kreuzung verschlagen hat, geht es um Mord und Bandenkriminalität. Die Lösung, die, wie gehabt, durch Maigrets ausgiebiges Beobachten ermöglicht wird, kommt etwas überraschend und unvermittelt, und genau das ist es, was mich stört. Immer wieder das gleiche Strickmuster, da braucht man wirklich nicht alle Maigret-Romane lesen, kennst du einen, kennst du alle.

  22. Cover des Buches Maigret - Die besten Fälle (ISBN: 9783898133906)
    Georges Simenon

    Maigret - Die besten Fälle

     (7)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Die Leute gegenüber (ISBN: 9783257212730)
    Georges Simenon

    Die Leute gegenüber

     (4)
    Aktuelle Rezension von: LEXI
    Der Konsul Adil-Bey fühlt sich in Batum, einer Stadt in Südrussland, immer unwohler. Die Unterkunft ist schlecht, desgleichen seine Beziehungen zu den sowjetischen >Behörden, und die Leute um ihn herum sind misstrauisch und neugierig. Sogar seine Geliebte, Sonia, spioniert ihn aus. Bis Adil-Bea merkt, dass sie es ist, die ihm Arsen ins Essen mischt. Der türkische Konsul Adil-Bey fühlt sich bereits bei seiner Ankunft als Ausgegrenzter, hat kaum Beziehungen zu seinesgleichen (den Konsulaten anderer Länder) und auch die Einheimischen lehnen ihn ab. Der Kontakt zu ihm wird strikt gemieden, eine Haushälterin zu finden wird zur beinahe unüberwindlichen Hürde. Seine Assistentin Sonia bildet die Brücke zum Rest der Bevölkerung – sie geht ihm im Büro zur Hand und fungiert als Dolmetscherin für Adil-Bey. Sie hat jedoch auch starke familiäre Beziehungen zur GUP, der staatlichen Geheimpolizei. Nach einiger Zeit geht es dem Konsul merkbar schlechter, die Ärzte stellen jedoch nur vage, ausweichende Diagnosen. Als Adil-Bey in einer Bar auf den Journalisten John trifft, rät dieser ihm, sich entweder anzupassen und Scheuklappen zu tragen, alle Missstände tunlichst zu ignorieren – oder unverzüglich das Land zu verlassen. Adil-Bey, der Sonia zu seiner Geliebten gewonnen hat, weist diese Idee im ersten Moment weit von sich. Als er jedoch entdeckt, dass sein immer schlimmer werdender Gesundheitszustand auf eine Arsenvergiftung zurück zu führen ist und sie ihm durch seine Geliebte Sonia beigebracht wurde, ändert der Konsul seine Meinung. Das vermeintliche „happy end“ gestaltet sich jedoch weit anders, als erwartet. Georges Simenon ist in meinen Augen ein brillanter Autor, der es versteht, mit seinen Romanen die Menschen vollständig in seinen Bann zu ziehen. Er arbeitet weder mit den Elementen der unerträglichen Spannung noch mit ausschweifenden 800-Seiten-Schmökern. Simenons Kunst besteht darin, seine Protagonisten, die Nebenfiguren, das soziale Umfeld und die reiche Gefühlswelt seiner handelnden Figuren so anschaulich zu zeichnen, dass auch noch Stunden nach Beenden einer Lektüre dieses Autors dieses nachhaltige Wirkung zeigt. Es handelt sich hierbei um ein Taschenbuch mit dem Bild eines Sees, umgeben von Bäumen, auf dem Cover. Da ich keinerlei Bezug zum Inhalt feststellen konnte, wirkt dies ein wenig befremdend für mich. Das Buch ist in 11 Kapitel eingeteilt, im Anhang erläutert der Übersetzer in einer kurzen Anmerkung die Eigennamen bzw. Abkürzungen zum besseren Verständnis des Lesers. Fazit: Für meinen Geschmack ist „Die Leute gegenüber“ ein sehr interessantes und vielschichtiges Werk dieses Autors, das Einblick in das harte und trostlose Leben der russischen Bevölkerung gibt und die Macht der sowjetrussischen stattlichen Geheimpolizei veranschaulicht. Georges Simenons Schreibstil verführt den Leser dazu, sich ganz auf seine Geschichte einzulassen, tief ins Geschehen einzutauchen.
  24. Cover des Buches Der geheimnisvolle Reisende. Kriminalerzählungen (ISBN: 9783355007948)

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