Bücher mit dem Tag "gerüchte"
65 Bücher
- Jay Asher
Tote Mädchen lügen nicht
(5.014)Aktuelle Rezension von: Julia92Inhalt: Als Clay aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. 13 Gründe haben zu ihrem Selbstmord geführt. 13 Personen hatten ihren Anteil daran. Clay ist einer davon …
Meinung: Es fällt mir nicht leicht, eine Bewertung zu diesem Buch abzugeben, da es sich um ein hochsensibles Thema handelt und Suizid nie die Lösung sein sollte. Hannah Baker ist eine Jugendliche, die sehr mit sich selbst zu kämpfen hat und am Ende nur noch diese Option sieht. Mit der gesamten Story hatte ich so meine Probleme.
Der Schreibstil ist weder anspruchsvoll noch besitzt er Wiedererkennungswert. Vermutlich ist das gewollt, um die Jugendlichen möglichst wahrheitsgetreu darzustellen. Erzählt wird das Buch aus zwei Perspektiven – Hannah und Clay – in der ersten Person.
Mit Hannah hatte ich so meine Probleme. Sie kam mir sehr unnahbar vor, ich fand keinen Draht, konnte nicht mal Mitgefühl entwickeln. Ihre Persönlichkeit war einfach nicht tiefgründig genug. Relativ kühl und beinahe herablassend zählt sie die Dinge auf, die andere Schüler ihr angetan haben und stellt Leute an den Pranger, die teilweise nicht mal vorsätzlich gehandelt haben. Das machte sie für mich sehr unsympathisch.
Jeder Mensch reagiert anders auf sein Umfeld und es gibt leider zu viele Opfer von Mobbingattacken und Schlimmerem. In Hannahs Fall einen Klaps auf den Po zu bekommen oder als „Mitfahrgelegenheit“ betitelt zu werden, spiegelt nicht mal ansatzweise die wahren Probleme der Gesellschaft wider. Das Buch sollte vermutlich Augen öffnen. Doch ich bin hier zwiegespalten. Die Message sollte doch sein, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen und darüber nachzudenken, wozu Mobbing führen kann. Doch Hannah macht es ihren Mitmenschen nicht leicht. Sie stößt sie von sich weg, wird Zeugin einer Vergewaltigung und sieht dennoch sich selbst als Opfer. Sie verlangt permanent von allen anderen, sich in sie hineinzuversetzen, ist aber nicht eine Sekunde bereit, dasselbe zu tun.
Als sie am Ende auch noch den Vertrauenslehrer die Mitschuld an ihrem Selbstmord gibt, konnte ich beim Lesen nur noch den Kopf schütteln. Sie ist verzweifelt. Sie will Hilfe. Das behauptet sie zumindest. Doch sie lässt sich nicht helfen und läuft stattdessen davon. Ihr Lehrer bittet sie mehrere Male, zu bleiben, doch sie ignoriert dies. Ihm dann noch vorzuwerfen, nicht hartnäckig genug gewesen zu sein, ist nicht fair von ihr.
Hier war mir einfach die komplette Handlung zu gestellt. Der Autor reihte ein Ereignis um das andere und zeichnete Hannahs Persönlichkeit sehr übertrieben – meiner Meinung nach.
Das Buch war flüssig zu lesen. Immer wieder hoffte ich auf den Punkt, der das Fass zum Überlaufen brachte. Doch er kam nicht. Psychologische Hilfe wäre hier für die Protagonistin wertvoll gewesen. Stattdessen anderen die Schuld an allem zu geben, ist keine gute Message. Schade fand ich auch, dass nicht auf die Gefühlswelt der Mitschüler und der Lehrer eingegangen worden ist. Mich hätte sehr interessiert, wie sie mit dem Verlust umgehen. Auch Hannahs Eltern kommen nicht zu Wort. Die gesamte Story bezieht sich rein auf Hannahs Erlebnisse in ihrer Bubble. Das war mir etwas zu einseitig. Es fehlte an Abwechslung, an „Leben“. Clay war mir leider auch nicht sonderlich sympathisch.
Ich vergebe 2 von 5 Sternen, da das Buch ein wichtiges Thema anspricht, jedoch in der Umsetzung meiner Meinung nach nicht gelungen ist.
- Jane Austen
Emma
(1.030)Aktuelle Rezension von: JordanbakerJane Austens Emma ist ein Roman voller Eleganz, feinem Witz und psychologischem Gespür. Ich gebe 4 Sterne, weil mich die Geschichte insgesamt sehr gut unterhalten hat, ich aber nicht durchgehend begeistert war.
Im Mittelpunkt steht Emma Woodhouse – jung, wohlhabend und überzeugt, eine begnadete Heiratsvermittlerin zu sein. Was sie dabei übersieht, sind ihre eigenen Gefühle und die der Menschen um sie herum. Austen zeichnet Emma mit viel Ironie, aber auch Sympathie: Sie ist weder perfekt noch böse, sondern einfach menschlich in ihrer Selbstüberschätzung. Die Entwicklung dieser Figur ist großartig beobachtet und macht den Reiz des Buches aus.
Der Schreibstil ist – wie bei Austen gewohnt – brillant: die Dialoge sprühen vor feiner Gesellschaftskritik, die Nebenfiguren sind liebevoll überzeichnet, und die romantischen Verwicklungen sind mit viel Fingerspitzengefühl inszeniert.
Den einen Stern ziehe ich ab, weil die Handlung in der Mitte etwas zu sehr tritt und einige Nebenstränge für meinen Geschmack zu ausführlich geraten. Auch Emma selbst war mir stellenweise etwas zu sehr in ihrer privilegierten Welt gefangen, sodass mir die kritische Distanz fehlte.
Dennoch: Ein wunderbarer Klassiker für alle, die intelligente Unterhaltung mit Tiefgang schätzen – und sich nicht scheuen, sich auf eine etwas langsamere Erzählweise einzulassen.
- Karen M. McManus
ONE OF US IS LYING
(1.243)Aktuelle Rezension von: TintenweltenFünf Schüler:innen, die gemeinsam nachsitzen müssen. Am Ende ist einer von ihnen tot. Schnell stellt sich heraus, dass es sich nicht um einen Unfall handelt. Doch was haben die anderen damit zu tun? Denn klar ist: alle haben etwas zu verbergen und damit ein Motiv.
🔍
Die Geschichte wird aus den Perspektiven der Protagonist:innen erzählt. Dadurch lernt man die Charaktere und ihre Persönlichkeiten gut kennen. Die vier könnten unterschiedlicher kaum sein: Bronwyn ist super ehrgeizig und gibt alles für ihre Aufnahme in Yale. Addy gilt als beliebtestes Mädchen der Schule und scheint das perfekte Leben zu führen. Nate hat dagegen den Ruf, mit Drogen zu dealen. Cooper ist erfolgreicher Baseballspieler. Auf den ersten Blick haben sie eigentlich keine Gemeinsamkeiten - außer, dass sie plötzlich alle unter Mordverdacht stehen. Für die Jugendlichen muss das Ganze sehr beängstigend sein. Sie werden ständig befragt, stehen im Mittelpunkt der Öffentlichkeit und auch in der Schule ist nichts mehr wie vorher. Daher ist die Atmosphäre teilweise ziemlich düster.
😱
Alle haben natürlich zusätzlich noch ihre eigenen Probleme, Ängste und Wünsche. Wir erfahren nach und nach mehr über ihre Geheimnisse und man fragt sich ständig, wem man eigentlich trauen kann. Sie entwickeln sich im Laufe der Geschichte auf glaubwürdige Art und Weise weiter. Ich mag auch die Dynamik zwischen ihnen. Denn obwohl ihnen geraten wird, sich voneinander fernzuhalten, schweißt ein solches Ereignis sie doch zusammen.
⛓️💥
Als Leser:in versucht man die ganze Zeit herauszufinden, wer für Simons Tod verantwortlich ist. Ich habe bis zum Ende gerätselt und war definitiv auf dem Holzweg. Ich finde das Ende und die Auflösung echt heftig.
😮
Wer Highschool-Vibes, Drama, Geheimnisse und überraschende Wendungen mag, sollte mal einen Blick auf dieses Buch werfen.
👍🏻
- Kelly Oram
Cinder & Ella
(1.695)Aktuelle Rezension von: Stacy_Ich habe dieses Buch geliebt, ich konnte so mit Ella und Brian mitfühlen. Es kam mir so echt vor. Diese Zweifel und Angst die Ella hat, einfach toll geschrieben.
Die Geschichte ist einfach ein Mädchen Traum.
Ich habe dieses Buch kaum aus den Händen nehmen können. Es wurde so stimmig und auch nicht zu lang gezogen geschrieben.
Die Autorin schreibt aber auch super krass.
Hab dann gleich das 2 gekauft und genauso durch gesuchtet.
- Kyra Groh
The Pumpkin Spice Latte Disaster
(561)Aktuelle Rezension von: Kattel82Mich hat „The Pumpkin Spice Latte Disaster“ von der ersten Seite an eingefangen – vor allem durch die Figuren, denen man in dieser Kleinstadt so schnell begegnet und in das Setting, in das man beinahe hineingeworfen wird. Vielleicht spielt auch mein kleines Faible für Großbritannien eine Rolle, aber für mich beginnt hier ein leichter, herbstlicher Wohlfühlroman, der sich rasch zu einer warmen, modernen Geschichte über Nähe, Verletzlichkeit und Vertrauen entfaltet.
Im Vergleich zu anderen Büchern mit ähnlichem Setting hat mich besonders berührt, wie organisch sich die Beziehung zwischen Jude und James entwickelt. Beide tragen ihre eigenen Unsicherheiten und alten Wunden mit sich, und die Dynamik, die man aus klassischen Kleinstadt‑Geschichten kennt, wird hier sehr stimmig eingefangen. Auch der Konflikt, der sich zwischen den beiden anbahnt, wirkte auf mich echt und nachvollziehbar – nichts Überzeichnetes, nichts Konstruiertes, sondern eine Reaktion, die aus ihren Erfahrungen heraus entsteht.
Hervorheben möchte ich auch die liebevoll gezeichnete Figurenwelt dieser Kleinstadt, der noch zwei weitere Bände gewidmet sind. Die Nebencharaktere sind herrlich schrullig und sofort präsent: Elanore, die irgendwie everybody’s Darling ist; Olive, Jude’s überangepasste Schwester; und James’ berühmte Eltern, die so angenehm bodenständig und frei von Starallüren auftreten, dass man sie sofort ins Herz schließt. Auch die vielen kleinen Begegnungen im Café oder auf den Straßen der Stadt – die Menschen, die Jude und James streifen – haben mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Nur Olives Mann blieb für mich etwas blass und weniger sympathisch, doch das schmälert den Gesamteindruck kaum.
Die Geschichte lebt von ihren warmen Momenten, den leisen Zwischentönen und dem Gefühl, dass hier zwei Menschen wirklich versuchen, sich zu öffnen – ohne übertriebene Dramen oder künstliche Wendungen. Der Schreibstil ist flüssig, modern und atmosphärisch, perfekt für einen gemütlichen Herbstnachmittag. Für mich war es ein rundes, berührendes Leseerlebnis, das länger nachhallt als erwartet.
- Ransom Riggs
Die Stadt der besonderen Kinder
(609)Aktuelle Rezension von: SmultronaJacob und die besonderen Kinder von Miss Peregrine haben es aus der Zeitschleife von der Insel geschafft und sind nun auf dem Festland. Dort versuchen sie nicht nur dem Krieg zu entkommen, sondern weiterhin auch den Hollows. Außerdem brauchen sie dringend Hilfe für Miss Peregrine.
Der zweite Teil verbirgt einige spannende Wendungen und Abwechslungen. Er steht dem ersten Teil in nichts nach.
- Jane Austen
Verstand und Gefühl (Sinn und Sinnlichkeit)
(880)Aktuelle Rezension von: ManfredLiestVerstand und Gefühl war für mich erneut ein eindrucksvoller Beweis dafür, warum Jane Austen mich immer wieder aufs Neue fasziniert. Ihr feiner Humor, der elegante Stil und die präzise Beobachtungsgabe für die Gesellschaft der Regency‑Zeit entfalten hier eine besondere Wirkung. Obwohl dies ihr erster veröffentlichter Roman ist, spürt man bereits die Reife und Klarheit, die ihre späteren Werke so unverwechselbar machen.
Die Geschichte der Schwestern Elinor und Marianne ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch eine kluge Studie über Charakter, Moral und gesellschaftliche Erwartungen. Austen zeigt, wie unterschiedlich Menschen auf Verlust, Hoffnung und Enttäuschung reagieren – und wie schwer es ist, das richtige Gleichgewicht zwischen Vernunft und Gefühl zu finden.
Besonders gefallen hat mir, wie Austen die sozialen Zwänge ihrer Zeit sichtbar macht, ohne je belehrend zu wirken. Ihre Ironie bleibt subtil, ihre Figuren lebendig, ihre Dialoge brillant. Für mich war dieser Roman ein wunderbarer Einstieg in Austens Werkchronologie – vertraut im Ton, aber überraschend frisch in der Erzählweise.
Ein zeitloser Klassiker, der auch heute noch berührt und begeistert.
- Stephen King
Der Anschlag
(92)Aktuelle Rezension von: Emmas_BookhouseDas Buch ist eines meiner Lieblingsbücher und ich dachte, hörst du es dir einmal an.
Tatsächlich war ich nicht so sehr in der Geschichte wie beim Buch, trotzdem war es wirklich gut.
Zeitreisen sind seit jeher interessant und auch hier finde ich es wirklich spannend, was der Schmetterlingseffekt auslöst.
Das Attentat zu vereiteln, löst in aller Welt Dinge aus, die sonst nie passiert wären. Aber auch der Weg bis zum Attentat ist super spannend erzählt.
Wer King kennt, weiß, dass er sehr ausladend schreibt, dass wir alles von den Protagonisten erfahren, woran man nicht mal dachte, aber genau das macht seine Geschichten aus.
Ich bin froh, es noch einmal gehört zu haben und werde es mit Sicherheit auch irgendwann noch einmal lesen.
Ich gebe hier 4 von 5 Sternen
- Sarah Dessen
Just Listen
(335)Aktuelle Rezension von: Neytiri888Leider musste ich dieses Buch abbrechen, da ich nicht wirklich in die Handlung hineingefunden habe.
Es war einfach kein bisschen spannend und ich musste mich immer wieder zwingen weiter zu lesen. Hatte Hoffnung, dass es irgendwann noch besser wird, wurde es leider nicht, weswegen ich es irgendwann frustriert beiseite gelegt habe.
Irgendwie wird man nur mit nebensächlichen Details der Lebensgeschichten der Schwestern und Mutter von Annabel bombardiert und nichts davon baut in irgendeiner Form einen Spannungsbogen auf, sodass man auch mal wissen möchte, wie es weiter geht. Und für fast 500 Seiten davon, ist mir meine Zeit zu schade.
Die Mutter hat mich extrem abgeschreckt. Sie ist wohl in eine richtig schlimme Depression gefallen, als ihre eigene Mutter gestorben war (weder aus sonderlich dramatischen Umständen, noch war sie zu dem Zeitpunkt noch zu jung, als dass sie nicht hätte akzeptieren können, dass ihre Mutter jetzt schon gestorben ist). Um ihre Töchter hat sie sich monatelang gar nicht mehr gekümmert und ist erst wieder aus ihrem Schneckenhaus gekrochen, nachdem sie auf die Idee kam, alle drei Töchter als Models zu vermarkten. Als irgendeine besondere Chance für Annabell lockt, macht ihre Mutter einfach einen Termin aus und sagt ihr 15 Minuten vor dem Termin Bescheid. Annabell betont mehrmals, dass sie keine Zeit hat und sich auch nicht wohl fühlt, den Termin nicht wahrnehmen möchte und ihre Mutter drängt sie solange, bis Annabell schließlich nachgibt und in einer Hauruck-Aktion zu diesem Termin fährt. Einfach nur ätzend. Das Verhalten der Mutter wird von der Tochter in keinster Weise angezweifelt, es wird als völlig normal betrachtet.
Nicht meine Welt!
- Brittainy Cherry
Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt
(469)Aktuelle Rezension von: CalipaEigene Meinung
Endlich hat es eines der noch wenigen Brittainy-C.-Cherry-Bücher von meinem SuB geschafft und ich konnte es lesen.
Ob mich meine emotionale Queen wieder begeistert hat – oder ob es vielleicht nicht mehr ganz meinen Geschmack trifft –, erfahrt ihr hier …Cherrys Schreibstil kann mich ja schon seit Jahren begeistern. Ich möchte gar nicht zu lange darüber reden, denn wie immer ist er auch in diesem Buch intensiv, feinfühlig und einfach schön zu lesen.
Wie gewohnt lese ich aus zwei Perspektiven: aus der Sicht von Grace und aus der von Jackson. Vor allem Jacksons Kapitel enthalten Rückblenden in seine Kindheit – sehr authentisch und emotional eingefangen.Grace kehrt nach der Trennung von ihrem Mann zurück in ihre Heimatstadt Chester.
Problem: Auch ihr (Noch-)Ehemann zieht dorthin zurück, weil er dort eine Stelle als Arzt annimmt. Chester ist eine Kleinstadt, man kennt sich – und es dauert nicht lange, bis alle wissen, warum die Pastorentochter wieder zu Hause ist.
Der Glaube spielt dabei eine spürbare Rolle, jedoch nicht in übertriebenem Ausmaß. Grace wurde gläubig erzogen, ihre Familie genießt hohes Ansehen, das besonders ihrer Mutter extrem wichtig ist.Gerade die Mutter hat es mir schwer gemacht. Statt Grace zu unterstützen, schiebt sie ihr die Schuld dafür zu, dass die Ehe gescheitert ist. Empathie? Fehlanzeige.
Der Satz „In guten wie in schlechten Zeiten“ gewinnt hier eine etwas bittere Bedeutung – vor allem, weil Grace trotz des Betrugs versucht hätte, an ihrer Ehe festzuhalten. Er jedoch nicht.Schon am ersten Tag trifft Grace auf Jackson. Den Mann, um den alle in Chester einen großen Bogen machen.
Das Monster.
Der Junkie.Nach und nach erfahre ich, was in Chester wirklich passiert ist. Und Cherry weiß genau, wie man Fäden miteinander verknüpft – am Ende hängt irgendwie jede Figur mit drin.
Typisch für sie: große Gefühle, großer Schmerz. Und ja, die Augen blieben auch diesmal nicht trocken.Ich mochte Grace’ Entwicklung sehr und vor allem das kleine „Spiel“ zwischen ihr und Jackson. Immer wieder teilen sie ein paar Fakten über sich, damit es sich nicht so anfühlt, als würde man mit einem Fremden sprechen.
Es ist teils kitschig, süß, traurig – und hat mich an vielen Stellen zerrissen. Cherry lässt ihre Charaktere erst durch die Hölle gehen, bevor sie wieder aufstehen, sich den Staub abklopfen und weitergehen. Und das funktioniert hier wieder richtig gut.Es werden einige sensible Themen angesprochen – die Triggerwarnung ist vorhanden und sollte definitiv gelesen werden!
Ihr wisst: Ich bin großer Fan davon, und eure mentale Gesundheit geht immer vor.Mein abschließendes Fazit
Nach der Trennung kehrt Grace zurück nach Chester.
Dort trifft sie auf den mürrischen Jackson, und als sie denkt, ihr Tag könnte nicht schlimmer werden, gesteht ihr ihre beste Freundin auch noch ein bitteres Geheimnis.
Brittainy C. Cherry schreibt wie immer sehr emotional, herzzerreißend und ja – auch etwas kitschig.
Aber die Geschichte fühlt sich heilend an, irgendwie wie ein Nach-Hause-Kommen.
Kleinstadt-Setting und Grumpy x Sunshine sind hier definitiv vertreten! - Kent Haruf
Unsere Seelen bei Nacht
(270)Aktuelle Rezension von: AbnunchaUnd in den dunklen Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. (Rilke) Unsere Seelen bei Nacht ist ein Titel der es genau trifft. In vielen kleinen Dörfchen würde so eine Geschichte sicherlich für viel Getuschel sorgen, dabei geht das keinen etwas an. Addie macht ihrem Nachbarn Louis ein ungewöhnliches Angebot, ob er die Nächte neben ihr verbringen könnte. Sie schläft nicht gerne alleine und würde ruhiger schlafen, wenn jemand neben ihr liegt, eine ungewöhnliche Bitte. Louis denkt drüber nach und lässt sich letztendlich auf das Abenteuer ein, etwas schüchtern macht er sich im Schlafanzug auf den Weg ins Nachbarhaus. Das Aufsehen im Städtchen bleibt nicht aus, wie kann man daran Anstoß nehmen, wenn jemand seiner Einsamkeit entfliehen möchte und mit jemandem Zeit verbringen will? Die beiden lassen sich zunächst einschüchtern, die Mitmenschen denken auch es geht um eine Beziehung, nein, es gibt auch keinen Sex, nein, eben ein da sein, ein spüren, ein nicht alleine sein und warum sollen sie das nicht genießen. Lassen sie sich am Ende unterkriegen, das gilt es in diesem Buch zu entdecken, ein ungewöhnliches Experiment entsteht, vielen Dank.
- Marie Force
Liebe auf Gansett Island
(88)Aktuelle Rezension von: MMMCreativeWorkIch habe diese Geschichte als Hörbuch gehört und mich von Anfang an wohlgefühlt. Die Handlung ist eher ruhig und cozy angelegt, ohne große Längen, sodass ich gut dranbleiben konnte. Besonders gefallen hat mir, wie sich aus der Ausgangssituation mit dem Unfall und dem erzwungenen Zusammenleben nach und nach eine echte Nähe entwickelt. Auch wenn die starken Gefühle bei ihm am Anfang für meinen Geschmack ein bisschen schnell kamen, hat es für mich im Rahmen des Genres gut funktioniert.
Maddie mochte ich sehr, gerade weil sie durch ihre Vergangenheit und die alten Gerüchte auf der Insel verunsichert ist. Ihre Entwicklung hin zu mehr Selbstvertrauen hat mich berührt und ich konnte ihre Vorsicht gut nachvollziehen. Mac ist ein selbstbewusster, witziger Charakter, der vorher eher als Womanizer unterwegs war und hier zum ersten Mal wirklich verliebt ist. Seine lockeren Sprüche und die Dynamik mit seinem Vater haben mich mehrfach zum Lachen gebracht.
Schön fand ich auch, wie Thomas in die Geschichte eingebunden ist. Die Beziehung zwischen Mac und dem kleinen Jungen hat für mich viel zum Wohlfühlfaktor beigetragen. Nebenfiguren wie der entspannte Vater, der beste Freund und die Schwester bringen zusätzliche Leichtigkeit hinein und machen neugierig auf weitere Geschichten rund um die Insel.
Die Themen Mobbing in der Schulzeit, das Gewicht von Gerüchten und der enge Blick einer kleinen Gemeinschaft geben der Romance mehr Tiefe, ohne das Cozy Gefühl zu zerstören. Für mich ist es am Ende genau die Art von Liebesgeschichte gewesen, die ich gesucht habe gemütlich, warmherzig, mit Humor, aber nicht komplett in Klischees versinkend. Insgesamt war es für mich ein rundes, herzerwärmendes Hörvergnügen, das ich gern weiterempfehle, wenn eine leichte Inselromance mit emotionalem Kern gefragt ist.
- Monika Helfer
Die Bagage
(216)Aktuelle Rezension von: mtraunDie Bagage ist ein sehr besonderer Familienroman von Monika Helfer, in dem sie meisterhaft die Geschichte ihrer Großmutter erzählt.
Umgeben von Bergen und unter harschen Lebenskonditionen, sowohl klimabedingt als auch wirtschaftlich, und im zeitlichen Rahmen des Ersten Weltkrieges entwickelt sich der Alltag von Maria und ihrer Kinder. Die Tatsache, dass sie von den Dorfbewohnern als nicht dazugehörig betrachtet werden, und die Komplexität der menschlichen Beziehungen in diesem Kontext spiegelt Helfer in einem wundervollen Schreibstil wider, der sehr nah, spontan und leicht wirkt. Der Leser fühlt sich sekundenschnell in die Ereignisse hineintransportiert und involviert.
Die Autorin verwendet an manchen Stellen Zeitsprünge, wobei das Geschehen keinesfalls unterbrochen erscheint. Die Übergänge der verschiedenen Passagen ist dezent und harmonievoll.
Zu den Beschreibungen im Roman würde ich hervorheben, dass sie den exakten Umfang und Detail aufweisen: Der Leser wird nicht in ausführlichen, endlosen Darstellungen der Umgebung verfangen, bekommt jedoch genug Informationen, um sich selber ein realitätsnahes Bild der Situation zu machen.
Auch die Dialoge finde ich sehr gelungen. An ihnen kann man gut erkennen, wie die jeweilige Persönlichkeit der unterschiedlichen Charaktere zum Ausdruck gebracht werden.
Inhaltlich ist die Lektüre interessant und meiner Meinung nach ziemlich frei von Vorurteilen, obwohl es sich um die eigene Familie der Autorin handelt. In gewisser Weise lässt sich aber der Draht der Schriftstellerin zu ihrer Großmutter erkennen, und wie sie in ihrem Leben eine starke Verbindung zu ihr spürt.
Nichtsdestotrotz hat mir die Form viel besser als der Inhalt gefallen, nämlich wie die Erzählung fließt und wie die Autorin es jedes Mal schafft, mich in ihre Welt zu katapultieren.
Alles in allem ein empfehlenswertes Buch für diejenige, die eine ganz besondere Art von Erzählen erleben möchten.
- Lesley Kara
Das Gerücht
(271)Aktuelle Rezension von: kurzundbuchSpannender und zeitloser Roman über die Mechanik eines Gerüchts, das außer Kontrolle gerät
Joanna zieht zurück. Weg aus London, hinein in die Kleinstadt, in der sie selbst zur Schule gegangen ist. Mit dabei ihr Sohn Alfie und die Hoffnung auf einen ruhigeren Neustart. In Das Gerücht von Lesley Kara setzt die Geschichte genau in dem Moment ein, als Joanna auf dem Schulhof aufschnappt, dass die verurteilte Kindermörderin Sally McGowan unter neuem Namen im Ort leben soll. Dieser Einstieg ist stark. Man ist sofort drin.
Erzählt wird aus Joannas Ich-Perspektive. Die Autorin nimmt sich viel Zeit für sie, für ihren Alltag als alleinerziehende Immobilienmaklerin, für ihre Gedanken, ihre Unsicherheiten. Auffällig ist der sehr beschreibende Stil. Häuser, Räume, das Aussehen von Figuren werden detailliert geschildert. Das nimmt Tempo heraus, zeichnet aber ein klares Bild des Küstenortes in Nordengland.
Zwischen der Sorge um Alfie, der mit Mobbing zu kämpfen hat, und ihrer wachsenden Neugier auf die vermeintliche Kindermörderin steigert sich die Spannung. Um Anschluss zu finden und wichtig zu wirken, streut Joanna das Gerücht weiter. Was als unbedachte Bemerkung beginnt, entwickelt sich zur Lawine. Eine Frau im Dorf wird zunehmend drangsaliert. Die Stimmung kippt, es entsteht etwas, das an einen Lynchmob erinnert.
Weil alles aus Joannas Perspektive geschildert wird, teilt man ihre wachsende Paranoia. Plötzlich scheint jede Frau mittleren Alters verdächtig. Ich habe mich beim Lesen dabei ertappt, selbst mitzumuten, selbst zu spekulieren. Genau daraus bezieht der Roman seine Spannung. Zwischen der Angst um Alfie und der fixen Idee, die vermeintliche Täterin zu entlarven, zieht das Tempo im letzten Drittel spürbar an.
Mit der Auflösung habe ich nicht gerechnet. Einige Details verraten das Erscheinungsjahr, doch die Mechanik eines Gerüchts, das außer Kontrolle gerät, wirkt erschreckend zeitlos.
Für mich sehr unterhaltsam. 4,5 Sterne.
- Peter Huth
Der Honigmann
(64)Aktuelle Rezension von: ScholuIn Der Honigmann von Peter Huth lernen wir vor allem drei junge Familien kennen, die in der idyllischen Fischbach-Siedlung leben. Als der Honigmann direkt gegenüber der Schule einen kleinen Laden eröffnet, scheint das Glück perfekt: Die Kinder freuen sich über heißen Kakao, während die Eltern – oder vielmehr die Mütter – bei einem Latte Macchiato durch allerlei Schnickschnack und die unterschiedlichsten Honigsorten stöbern können.
Doch dann macht plötzlich ein Gerücht über den Honigmann die Runde – und von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr, wie es einmal war.
Die Geschichte wird aus den unterschiedlichsten Perspektiven erzählt, sodass man als Leser miterlebt, wie verschieden die Bewohner auf die Situation reagieren. Dabei kommen nicht nur die Eltern zu Wort, sondern auch der Wirt des Dorfes, Lehrer und sogar die Polizei. Gerade diese wechselnden Blickwinkel machen deutlich, wie unterschiedlich Menschen mit Unsicherheit umgehen und wie schnell Vorurteile, Gruppendruck und Angst die Oberhand gewinnen können.
Außerdem greift Peter Huth viele aktuelle Themen auf: Vorverurteilung, die Macht sozialer Medien, die Eigendynamik einer WhatsApp-Nachricht in einer Gruppe, Gerüchte, Angst und Zivilcourage. Besonders eindrucksvoll zeigt das Buch, wie dünn die Fassade einer scheinbar perfekten Nachbarschaft sein kann und wie schnell Freundschaften und Vertrauen zerbrechen, wenn Misstrauen die Kontrolle übernimmt.
Das Ende hat für mich gut zur Geschichte gepasst. Zwar werden nicht alle Fragen zu 100 Prozent beantwortet, doch genau das macht den Roman glaubwürdig und passend zur Handlung.
Fazit: Ruhig, authentisch und gut erzählt – ein Roman, der zum Nachdenken anregt.
- Jenny Blackhurst
Das Gift deiner Lügen
(72)Aktuelle Rezension von: bookxn_belly„Das Gift deiner Lügen“ von Jenny Blackhurst ist ein spannender Thriller, der mich bis zum Schluss gut unterhalten hat. Die Geschichte bleibt durchgehend fesselnd, auch wenn mir das Hin und Her gegen Ende stellenweise etwas zu viel war. Trotzdem hält die Spannung bis zur letzten Seite an. Für einen Psychothriller hätte sie aber auch durchaus noch etwas mehr sein können.
Der Titel des Buches ist nicht unpassend, trifft den Kern der Geschichte für mein Empfinden aber auch nicht ganz. Ähnlich ging es mir mit der Covergestaltung: Sie ist in Ordnung, hebt sich jedoch nicht besonders hervor.
Die Geschichte wurde aus verschiedenen Sichtweisen erzählt. Besonders zugesagt hat mir die Sicht und der Charakter von Felicity. Sie war mir von Anfang an sympathisch und ich habe ihre Entwicklung mit Interesse verfolgt. Durch sie fiel es mir leicht, in die Geschichte einzutauchen und emotional am Ball zu bleiben, denn bei den vielen Sichtweisen war dies nicht immer so einfach.
Insgesamt konnte mich das Buch gut unterhalten, auch wenn inhaltlich noch etwas Luft nach oben gewesen wäre. Alles in allem eine sehr solide Lektüre.
- Merit Niemeitz
Pure Promise
(95)Aktuelle Rezension von: Chianti_ClassicoNichts wünscht sich Marigold aktuell mehr als für Evergreen Empire, dem Unternehmen ihrer Familie zu arbeiten, doch ihr großer Bruder Odell verweigert ihr diesen Wunsch.
Also sucht Mari nach einer Möglichkeit, um Odells Meinung zu ändern und schlägt ausgerechnet Benedict Midville, dem Junior-Chef des Midville-Parfüm-Imperiums, einen Deal vor:
Um Odell zu provozieren, werden die beiden ein Paar spielen, wovon auch Benedict profitiert, da sein Ruf aktuell nicht der beste ist.
Was als Fake-Beziehung beginnt, entwickelt sich schnell zu etwas echtem, doch kann eine Beziehung zwischen den beiden wirklich funktionieren?
"Pure Promise" von Merit Niemeitz ist der zweite Band der Evergreen Empire Reihe, der aus den wechselnden Ich-Perspektiven der zwanzig Jahre alten Marigold Evergreen und des drei Jahre älteren Benedict Midville erzählt wird.
Der erste Band blieb etwas hinter meinen Erwartungen zurück, weshalb ich an "Pure Promise" dann ehrlich gesagt nicht allzu hohe Erwartungen hatte.
Aber schon auf den ersten hundert Seiten habe ich gemerkt, dass die Geschichte von Mari und Ben mich deutlich stärker berühren und fesseln kann als die von Odell und Emmeline.
Mari ist das jüngste der drei Evergreen Geschwister und musste für ihren Platz in der Familie immer kämpfen. Sie war laut, um überhaupt gehört zu werden, doch auch ungeduldig, stur und mittlerweile provozierend.
Sie hat Angst, verletzt zu werden, schützt sich, indem sie Gerüchte über sich selbst füttert, um dem Bild, das die Öffentlichkeit von ihr hat, zu entsprechen, damit niemand weiß, wer sie wirklich ist.
Dabei ist sie sehr klug und loyal, ein Herzensmensch, der schon viele Verluste verarbeiten musste.
Ihre Brüder nehmen sie nicht ernst, generell ist das Verhältnis der Geschwister eher schlecht und Mari wird nicht selten unterschätzt.
Auch Benedict errichtet Mauern um sich.
Er wirkt auf den ersten Blick gefühlskalt und schnell gelangweilt, doch unter der Oberfläche versteckt sich ein fürsorglicher und aufmerksamer junger Mann.
Während Mari eine Erbin von Evergreen Empire ist, die aktuell noch studiert, aber schon gerne im Marketing ihres Familienunternehmens arbeiten würde, ist Benedict bereits der Junior-Chef von Midville, des größten Konkurrenten von Evergreen, die erst seit kurzer Zeit in England sind. Der Hauptsitz befindet sich in Frankreich und Benedicts Vater is Franzose, während seine Mutter Engländerin ist.
Als Mari überlegt, wer für ihre Fake-Beziehung infrage kommt, ist Benedict ihre erste Wahl, denn sie hofft, dass Odell alles tun würde, um sie auseinanderzubringen und Mari so ins Unternehmen einsteigen kann.
Da Benedicts Ruf in letzter Zeit gelitten hat, lässt er sich darauf ein. Eine rein geschäftliche Beziehung mit Vorteilen für beide Seiten, doch je besser sie sich kennenlernen, umso leichter können sie auch unter die Maske des jeweils anderen blicken und es wird schnell echter, als beide beabsichtigt haben.
Die Geschichte von Mari und Benedict ist sehr intensiv und konnte mich schnell in seinen Bann ziehen.
Ich fand es ein Stück weit langatmig, aber ich habe das Buch immer echt gerne gelesen, auch weil Merit Niemeitz einfach einen unvergleichlichen Schreibstil hat und es fast schon poetisch war.
Auch im zweiten Band spielen Düfte wieder eine wichtige Rolle, da Mari und Ben beide in Familien hineingeboren wurden, die mit Parfüm ihr Geld verdienen und dementsprechend kamen sie schon früh mit Düften in Berührung, auch wenn Ben eher im operativen Bereich agiert.
Mari liebt es, eigene Teemischungen zusammenzustellen, etwas, das ich sehr faszinierend fand.
Generell mochte ich es, dass die Düfte immer wieder so gut beschrieben wurden, dass man das Gefühl hatte, sie selbst in der Nase zu haben!
Ich mochte aber nicht nur die Entwicklung der Liebesgeschichte, die wirklich toll war! Auch die Beziehung der drei Evergreen-Geschwister stand wieder im Fokus.
Odell, Keaton und Marigold haben sich über die Jahre immer weiter voneinander entfernt, doch das Testament ihres Vaters bringt sie gezwungenermaßen wieder zusammen. Sie müssen sich miteinander arrangieren und man sieht die Fortschritte, wie sie sich langsam wieder annähern.
Ich mochte aber auch die Entwicklung von Mari und Benedict als eigenständige Personen. Mari findet im Laufe der Geschichte ihre Stimme und auch sich selbst wieder und Ben findet Licht in seiner sonst so grauen Welt.
Das hat mir richtig gut gefallen und so hat mir der zweite Band auch insgesamt deutlich besser gefallen als der erste und ich bin sehr gespannt, wie mir Keatons Geschichte im dritten Band gefallen wird!
Fazit:
"Pure Promise" von Merit Niemeitz ist ein sehr guter zweiter Band der Evergreen Empire Reihe, den ich deutlich stärker fand als den Auftakt!
Die Geschichte von Marigold und Benedict ist intensiv und konnte mich emotional berühren.
Die Geschichte der beiden zog mich schnell in ihren Bann, auch wenn ich es manchmal etwas langatmig fand, aber die Entwicklung der beiden war einfach so toll zu verfolgen!
Nicht nur als Paar wachsen sie zusammen, auch als eigenständige Personen machen sie eine tolle Entwicklung durch und ich mochte auch die Beziehung der Geschwister total gerne!
Der Schreibstil von Merit Niemeitz ist einfach unvergleichlich und konnte mich wieder verzaubern und ich liebe es, wie sie hier mit den Beschreibungen der Düfte spielt.
Ich vergebe sehr starke vier Kleeblätter! - Lindsey Lee Johnson
Der gefährlichste Ort der Welt
(110)Aktuelle Rezension von: Trishen77"Weil der Boden unter ihren Füßen sich täglich, stündlich verschob. Weil sich alle an ihren Platz in der sozialen Ordnung klammerten. Es gab die Tänzerin, den Schönling, den Spezialisten, das reiche Mädchen, die beste Freundin des reichen Mädchens. Es gab die Grüppchen, die sich in der Vormittags- und Mittagspause bildeten, und das Wissen darum, dass man im Handumdrehen von diesen Gruppen ausgeschlossen werden konnte. Jeder Einzelne von ihnen. Sie taten, was sie konnten, um zu überleben."
Mill Valley ist ein (real existierender) kleiner Ort in der San Francisco Bay Area, nicht weit entfernt von der Golden Gate Bridge. Es gibt eine Middle-School und eine High-School, die Familien sind zum größten Teil wohlhabend und das überschaubare Stadtbild, die umliegenden Berge, das Meer und riesige Mammutbäume lassen den Gedanken an eine Oase aufkommen, einen Platz vor der Welt, in dem wenig oder gar nichts Prekäres passiert. Somit bietet der Ort die perfekte Kulisse, um in bester amerikanischer Literaturtradition Fassaden aufzuwerfen und einzureißen.
In „Der gefährlichste Ort der Welt“ geht das allerdings mit einer großen Sensibilität vonstatten. Lindsey Lee Johnson setzt in ihrem Debüt bei dem fragilsten und unsichersten Teil der Gesellschaft an: den Jugendlichen. Den Menschen, die noch dabei sind herauszufinden, was sie wollen, denken, was ihre Handlungen für Folgen haben, was sie brauchen oder worauf sie verzichten können; die sich fast ununterbrochen in einem angespannten Verhältnis zu sich selbst und ihrem Umfeld befinden. Die selbst in einer Oase wie Mill Valley am gefährlichsten Ort der Welt leben.
"Sie war ruhelos und hätte ihr Leben gern zurückgedreht oder in ein paar großen Sätzen vorangebracht."
Das Buch ist in einen Prolog und drei weitere Teile gegliedert, wobei der mittlere den längsten Abschnitt bildet. Im ersten Teil sind die Jugendlichen, die zur gleichen Zeit – wenn auch mit ganz unterschiedlichen Beziehungen untereinander, die einen der zentralen Schwerpunkte des Romans bilden – an die Middle School und danach an die Highschool gehen, gerade Vierzehn, im zweiten Teil dann Siebzehn, im letzten Achtzehn. So gut wie jedes Mitglied der zentralen Gruppe ist einmal Protagonist*in in einem eigenen Kapitel, die aneinander anknüpfen, sehr geschickt ineinandergreifen, sich ergänzen und, in ihrer Kürze, tief in die Welt und den Charakter der jeweiligen Figur hineinführen.
Erstaunlich sind hierbei das Einfühlungsvermögen und die kluge Balance, mit der Johnson ihre Figuren zwischen individuellem Angesicht und archetypischer Rolle ansiedelt, die Problematik von Schein und Sein immer wieder neu aufwirft und sich dabei nicht scheut, bei ihren Figuren ein sehr eigenständiges Erleben, mit Zweifeln und Unsicherheiten, zu zeichnen, aber auch auf sehr gewöhnliche Motivationen und simple Handlungsmuster zurückzugreifen.
"Aber seine Eltern wussten bestimmt, was richtig war. Mit dem Leben musste es irgendwas auf sich haben, was er noch nicht ganz verstand; es musste irgendeinen Grund geben, warum das unscheinbare Leben, das er sich vorstellte, nicht in Ordnung war."
Entstanden ist so ein beeindruckendes Panorama der digitalisierten First-World-Problems-Generation, in deren Dasein sich jedoch ein paar entscheidende Fragen des Menschlichen finden lassen: wohin, um zu sein, wer man ist? Was sollte man, was muss man tun und wieso fühlt sich vieles so falsch an, was vorgegeben ist? Können wir die Angst vor der Einsamkeit oder die Angst vor der Unberechenbarkeit der anderen überwinden? In diesen und anderen Fragen verfangen sich die Protagonist*innen unentwegt, suchen sie zu bewältigen mit ihrer jeweiligen Mentalität, vertrauen und hadern. Der Roman beginnt wie eine unaufdringliche Coming-of-Age-Geschichte und steigert sich zu einem Figurenreigen, bei dem man mit jeder neuen Perspektive mitfiebert.
Sowohl sprachlich als auch thematisch ist "Der Gefährlichste Ort der Welt" kein bahnbrechendes Werk – seine Stärke ist, wie bereits erwähnt, die Darstellung der einzelnen Figuren, die Komposition und Verschränkung ihrer Geschichten. Ich schrieb vor kurzem (beim Onlinemedium Signaturen-Magazin) einen Essay über das Werk des diesjährigen Nobelpreisträgers Kazuo Ishiguro und attestierte seinen Romanen ungeheure menschliche Dimensionen. Auch bei Lee Johnson sind es die menschlichen Dimensionen, die mich beeindruckt haben; wie die Autorin sich auf jede einzelne Figur einlässt, ihre Züge fein und grob zugleich herausarbeitet.
Wer einen Roman lesen will, der langsam beginnt und sich Stück für Stück zu einem umfassenden und nachdrücklichen Erlebnis steigert und schließlich über das eigene Sujet hinauszuwachsen scheint, dem kann ich Johnson Debüt nur empfehlen. Ein wirklich tolles Buch! - Gillian Flynn
Cry Baby - Scharfe Schnitte
(36)Aktuelle Rezension von: Elkes_LiteraturwolkeInhaltsangabe:
Von Argon Verlag: “Babydoll” steht auf ihrem Bein. “Petticoat” auf ihrer linken Hüfte. “Böse” findet sich ganz in der Nähe. “Girl” prangt über ihrem Herzen, “schädlich” ist in ihr Handgelenk geritzt. Camille Preakers Körper ist übersät mit Wörtern. Wörtern, die sie sich in die Haut geritzt hat. Das letzte Wort, das sie sich einritzte, hieß “verschwinden”. Danach stellte sie sich. Den Therapeuten, aber auch ihrer Vergangenheit.
In ihrer alten Heimatstadt Wind Gap wurden zwei Teenager entführt und ermordet. Camille Preaker soll den Fall für ihre Zeitung vor Ort recherchieren. Dabei findet sie die Dämonen ihrer Kindheit. Und die verbreiten nicht nur Angst und Schrecken, sondern töten auch…
Mein Fazit:
Vor dieser Rezension habe ich mich gedrückt, buchstäblich bis zur letzten Minute. 528 Minuten und mir haben kaum zehn Minuten davon gefallen. Warum ich es bis zum Schluss hörte, weiß ich nicht wirklich, vielleicht, weil ich wissen wollte, was in der kleinen merkwürdigen Stadt wirklich passiert ist.
Wind Gap ist ein furchtbarer Ort, eine kleine Gemeinde, die von der Schweinezucht und -schlachtung lebt. Ausgerechnet Camilles Mutter gehört der Betrieb und das entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Und scheinbar haben in dieser Stadt kleine Mädchen ein erhöhtes Risiko, ernsthaft zu erkranken oder ermordet zu werden. Camille, die selbst äußerlich wie innerlich erhebliche Narben trägt und ihre innere Unruhe und Zerrissenheit stets mit Alkohol betäubt, ist die Älteste von drei Mädchen, unehelich geboren und von ihrer Mutter nie geliebt worden. Die mittlere, Mary Anne, verstarb vor einigen Jahren und diesen Verlust trägt die Familie wie ein Mantra vor sich her. Die jüngste der drei, Emma, ist mit ihren 13 Jahren ein verdorbenes Früchtchen und hat mehrere Gesichter. Sie kann bei ihrer Mutter die Unschuld vom Lande spielen und an anderen Orten schmeißt sie sich Drogen ein.
Aber auch die anderen Figuren haben irgendwie eine deutliche Macke, in der Stadt gibt es kaum einen normalen Menschen, somit hat mich die Geschichte immer wieder abgestoßen. Camille erzählt die Geschichte aus ihrer Perspektive und sie fand ich auch nicht sympathisch. Auch sie hat ein Alkoholproblem, wie viele andere auch und sie ist sich dessen durchaus bewusst. Die Lieblosigkeit der Mutter ihr gegenüber hat sie für ihr Leben gezeichnet.
Die Stimme von Christiane Marx ist angenehm zu hören, da kann ich nicht meckern. Sie hat einfach ihr Bestes gegeben und es an den richtigen Stellen entsprechend betont.
Das Ende der Geschichte habe ich so nicht erwartet, das ist der einzige Pluspunkt daran. Für mich ist es ein zwei Sterne-Hörbuch, welches ich nicht empfehlen kann. Schade, der Plot klang echt interessant.
- Anna Böhm
Die Tierpolizei 5. Mach dich nicht zum Affen!
(25)Aktuelle Rezension von: Maza_e_KeqeIm Tierpark ist große Aufregung: ein Affe, ein Nashorn und ein Katzenbär sind verschwunden, ein Flamingo wurde mit Schokolinsen vergiftet. Und hinter allem vermuten die Tiere den „Riesenschupp“: ein riesiges, geschupptes Tier mit scharfen Krallen, einer Mähne und im Dunkeln leuchtenden Augen. Der Löwe, König des Tierparks, hat sogar gegen ihn gekämpft und ihn verjagt; besiegen konnte er ihn allerdings nicht. Die Tierpolizei soll helfen!
Ein neuer Fall für Flopson, Jack, Meili und Fridolin in dem alles ganz anders ist als erwartet. Und dann noch anderser und andererser. Ganz besonders für Katzenbärin Flopson hält dieser Fall einige unerwartete Überraschungen bereit.
Die wundervoll niedlichen Illustrationen von Ramona Wultschner bebildern das spannende Leseerlebnis.
- Melissa Foster
Bei Rückkehr Liebe: Die Bradens
(7)Aktuelle Rezension von: AloegirlRoss Braden war Tierarzt in Trusty. Plötzlich kam eine Frau in die Praxis mit einem schreienden Ferkel im Arm. Das Ferkel entwischte und lief in der Praxis umher. Ross fing es ein und untersuchte es. Es schrie, weil es Hunger hatte. Er sagte ihr was sie tun musste und würde sich am Abend den ganzen Wurf ansehen. Sie freute sich auf Abend, denn der Tierarzt hatte es ihr angetan. Als er kam, brachte sie fast kein Wort heraus. Es knisterte zwischen ihnen. Es hieß, sie würde alles nur schnell verkaufen wollen, aber man sollte nichts auf das Gerede geben. Beide fühlten etwas, dass sie noch nie gefühlt hatten.
Wie geht es weiter? Machen es ihr die Bewohner schwer ihr Standbein aufzubauen? Was macht auf einmal ihr Ex in Trusty? Wieso will er sie auf einmal zurück? Bleibt sie in Trusty? Haben sich die Zwei ineinander verliebt?
Wie immer ein bezauberndes Buch von Melissa Foster. Es ist immer ein großes Vergnügen ein Buch von Melissa zu lesen. Die Bücher von ihr kann man einfach nur lieben. Niemand schreibt so wie sie. Holt euch das Buch, denn sonst verpasst ihr was. Ich freue mich schon auf ihr nächstes Buch.
- Susan Fletcher
Das Geheimnis von Shadowbrook
(29)Aktuelle Rezension von: SummersnowdropsClara, geboren mit der Glasknochenkrankheit, verliert im frühen Erwachsenenalter ihre Mutter. Um sich abzulenken und vor Trauer zerfressen streift sie durch London und findet Trost im Botanischen Garten. Dort eignet sie sich einiges an Wissen an und wird prompt zu einem alten Anwesen auf dem Land geschickt, wo sie ein botanisches Gewächshaus einrichten soll. Schnell fällt ihr auf, dass die Dienstmädchen an Geister glauben und vor allem die Haushälterin oft von einem solchen "angegriffen" wird. Mr Fox, der Hausherr, befindet sich zwar nur selten zu Hause, doch auch er scheint mittlerweile besorgt ob der Vorkommnisse und lässt einen "Geisterjäger" kommen, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Während Clara anfangs nicht an Geister glaubt und inquisitorisch alles hinterfragt, kommt sie nach und nach hinter die Geschichte des alten Anwesens und muss sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass es gequälte Seelen gibt, die womöglich tatsächlich keine Ruhe finden können...
Im Buch dreht sich alles um Geister - aber letztendlich nicht immer so, wie man denkt. Es geht oft um die Seele, die Frage, ob sie unsterblich ist, ob sie überhaupt existiert, um die Frage, ob nach dem Tod etwas kommt. Es geht um die Ungerechtigkeit, eine Frau in dieser Welt zu sein.
Es ist ein sehr unaufgeregtes und langes Buch, hat nicht wahnsinnig viele Spannungsmomente. Ich habe mich nicht gelangweilt und genossen, dass ich einige Stunden hören konnte bei der Hausarbeit etc, aber ich kann auch verstehen, wenn es einigen zu langatmig vorkommt.
Genauso verhält es sich auch mit der Sprecherin - sie hat eine eher beruhigende Stimme, die gut zu dem philosophischen Aspekt des Buches passt.
- G. A. Aiken
Call of Crows - Entfesselt
(102)Aktuelle Rezension von: SacuraKera wird umgebracht und erhält von der nordischen Göttin Skuld ein zweites Leben als Crow, dank des attraktiven Wikingers Vig. Doch was bedeutet dieses neue Leben für Kera, eine Ex-Marine, die plötzlich mit einem Haufen Mädels zusammenlebt, die recht allergisch gegen Keras Organisationsversuche sind? Zum Glück steht Vig ihr auch in diesem Leben zur Seite.
Ich kann nichts anderes sagen, als das ich dieses Buch absolut liebe. Mittlerweile habe ich es über die Zeit immer wieder gelesen und werde jedes Mal wieder sofort in die Welt eingesaugt. Zu Beginn ist man genauso verwirrt wie Kera, die anfangs so gar keine Ahnung hat, was vor sich geht und lernt mit ihr die neue Welt kennen. Mit ihrer Haltung kommt sie nicht nur bei den Anderen anfangs nicht gut an, auch ich war teilweise etwas verwirrt, aber das tut der Verbindung zum Buch keinen Abbruch, da diese Phasen entweder zu komischen Situationen führen oder Vig sie abfedert. Ein besonderes Highlight für mich war Brodie, die mir teilweise leider zu wenig vorkam, aber wenn, dann richtig. 😊
Zusätzlich hat das Buch noch einen Handlungsstrang, der in den nächsten Büchern fortgeführt wird und eine größere Bedrohung verfolgt, aber das hätte ich meist gar nicht gebraucht. Man hat auch so genug Unterhaltung mit den Jungs und Mädels. 😂
Große Empfehlung an alle. 🥰























