Bücher mit dem Tag "geschlecht"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "geschlecht" gekennzeichnet haben.

62 Bücher

  1. Cover des Buches Changers - Band 1, Drew (ISBN: 9783440143629)
    T Cooper

    Changers - Band 1, Drew

     (264)
    Aktuelle Rezension von: biscoteria85

    Changers – Drew ist der erste Teil der „Changers-Reihe“. Diese ist in ihrer Art neu und einzigartig.

    Wir befinden uns in den USA der heutigen Zeit. Es ist kein Fantasy mit Magie oder mit besonderer Hightech-Erfindungen. Sondern wir erleben ein Wunder der Genetik und des menschlichen Körpers.

    Wir lernen den 14-jährigen Ethan kennen, der eines Morgens aufwacht und in dem Körper eines Mädchens steckt.  Seine Eltern sind nicht annähernd so schockiert wie er und allmählich wird ihm klar, warum diese in den letzten Tagen so nervös waren. Ethan heißt nun Drew und hat ein ganz neues Leben vor sich. Sie erfährt das sei eine Changers ist. Diese Menschen haben ab dem 14. Lebensjahr vier Veränderungen vor sich. Sie verändern ihr Aussehen, ihr Geschlecht, ihr ganzer Körperbau. Nichts erinnert äußerlich an die erste Ausgangsperson oder an die folgenden Personen.

    Drew muss nun Ethan hinter sich lassen und allen erzählen, dass sie neu in der Stadt ist. Den besten Freund muss sie anlügen, dass sie umgezogen sei und leider nicht skypen kann, sondern nur Emails gehen. Sie erfährt von Anfang an die vollen Unterschiede, die körperlichen zuerst und später nach und nach wie ein Mädchen anders empfindet als ein Junge. Lügen und Ausreden bestimmen erstmal den Alltag, denn ihr Verhalten ist am Anfang zu jungenhaft. Und dann gibt es da ein Mädchen, welches er als Junge schon toll fand und nun versucht ihr als Mädchen näher zu kommen. 

    Die Changers leben im Geheimen. Haben Treffen, Regeln und Drew eine Mentorin, welche den ganzen Prozess schon hinter sich hat. Denn vier Mal wird Ethans Leben sich ändern und dann mit 18 muss er sich entscheiden wer er sein möchte für den Rest seines Lebens. Will er Drew sein, das superhübsche blonde Mädchen, dem alle Jungs hinterherlaufen werden oder eine der anderen Personen.

    Doch neben dem neuen Körper, erster Periode, BH´s und mit Mädchen reden ohne zu merkwürdig sein, lernt Drew noch den Nachteil von männlichen Übergriffen kennen. Denn Schönheit hat ihren Preis und er erlebt die Gegenseite. Auch wenn er niemals ein Mädchen belästigt hätte, so erlebt er nun wie dies für eins ist.

    Neben diesen persönlichen Problemen und der Einfindung ins neue Leben gibt es noch eine Sekte, welche sich gegen die Changers stellt und alle tot sehen will. Ein Grund mehr, warum Drew aufpassen muss, mit wem sie sich anfreundet und was sie erzählt.  

    Wie wird er seine Zeit als Drew empfinden? Fällt sie aus der Auswahl raus oder kann er sich vorstellen als diese bis zum Ende des Lebens zu leben?

    Das Buch ist neu und bewundernswert ernst in einer sehr unterhaltsamen Situation. Ein Junge wird zum Mädchen, erstmal lustig. Aber dann die Sorgen, die Vorsicht nicht erkannt zu werden, das Klarwerden der eigenen Gefühle. Zu merken das Ethan ein bisschen in den Hintergrund rutscht und dann zu wissen das man nur ein Jahr so ist und dann geht es wieder von vorne los.

    Das Buch war wunderbar einfach zu lesen und die Tagebuchabschnitte sind sehr aufschlussreich gewesen. Man lacht mit Drew, man weint mit ihr. Ein echt super Start in diese Reihe mit viel Potential drin.

     

  2. Cover des Buches Unsichtbare Frauen (ISBN: 9783442718870)
    Caroline Criado-Perez

    Unsichtbare Frauen

     (75)
    Aktuelle Rezension von: Kagali

    Weiter geht’s mit meinem Sachbuch-Leseplan. Ich bleibe erstmal beim Feminismus und las im August dieses Buch.

    Datenlücke Frau
    Unsichtbare Frauen ist ein klassischer Fall von What you see is what you get. Gerade der Untertitel verrät schon ziemlich genau, worum es geht: Um Datenerhebungen, Statistiken und Analysen und wie und warum Frauen dort kaum bis gar nicht auftauchen und welche Probleme sich daraus ergeben.
    Das Buch ist in sechs große Themenbereiche unterteilt: Alltagsleben, Arbeit, Design, Medizin, öffentliches Leben und der Katastrophenfall. Stets geht es darum, wie in diesen Bereichen Daten erhoben und genutzt werden und Frauen dabei fast immer kategorisch ausgeschlossen werden. Dabei weist die Autorin schon in ihrem Vorwort hin, dass das meist nicht mal mutwillig ist und nicht alle Menschen, die solche Daten erheben sexistische Vollpfosten sind. Vielmehr ist es eine kulturell und historisch bedingte tief verwurzelte Annahme, die den Mann zum “Standard” erklärt.

    "Die Annahme, alles Männliche sei allgemeingültig, ist eine direkte Folge der geschlechtsbezogenen Datenlücke. Weißsein und Mannsein können nur unausgesprochen Selbstverständlichkeit sein, weil die meisten anderen Identitäten die artikuliert werden. Aber die Selbstverständlichkeit des Männlichen ist auch ein Grund für die Datenlücke: Frauen werden nicht gesehen, und man erinnert sich nicht an sie, weil Daten über Männer den Großteil unseres Wissens ausmachen. So erscheint alles Männliche als allgemeingültig. Es führt zur Positionierung der Frauen – also der Hälfte der Weltbevölkerung – als Minderheit mit einer Nischenidentität und einem subjektiven Standpunkt."
    (Unsichtbare Frauen: Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert von Caroline Criado-Perez, btb Verlag, 2020, S. 47)


    Doch ganz gleich, was die Ursache ist, die Probleme, die sich dadurch für Frauen ergeben sind enorm. So zum Beispiel in der Medizin. Der männliche Körper gilt weiterhin als Norm. Wir wissen alles Mögliche über ihn, a er kaum etwas über den weiblichen Körper und wie dieser zum Beispiel diverse Medikamente verarbeitet. Die Medikationsempfehlungen richten sich nämlich auch nach dem männlichen Körper. Nun ist der weibliche Körper aber nun mal nicht nur eine kleinere Version des Mannes. Frauen verarbeiten manche Medikamente ganz anders, als Männer, sodass die empfohlenen Dosen mitunter gar nicht passen. Auch wurden bisher geschlechtstypische Symptome bei diversen Krankheiten fast komplett ignoriert, mit fatalen Folgen: Da Frauen nämlich bei einem Herzinfarkt oft andere “untypischere” Symptome zeigen als Männer, wird der Intakt im Schnitt deutlich später erkannt und behandelt und das Todesrisiko ist dadurch signifikant höher.

    Dies ist nur eins von vielen, vielen Beispiele die die Autorin in diesen Buch aufführt und mit allerhand Statistiken belegt. Es sind erschreckende Fakten die wütend machen. Umso mehr, da es für einen Großteil der Probleme ja eine denkbar simple Lösung gibt: Bezieht Frauen in die Daten ein!

    "Die Lösungen für die geschlechter- und genderbezogene Datenlücke liegt auf der Hand: Wir müssen die Lücke in der Repräsentation von Frauen schließen. Wenn Frauen in der Forschung und Wissensproduktion an Entscheidungsprozessen beteiligt sind, werden Frauen nicht vergessen. Die Leben und Perspektiven von Frauen werden sichtbar. Davon profitieren Frauen auf der ganzen Welt."
    (Unsichtbare Frauen: Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert von Caroline Criado-Perez, btb Verlag, 2020, S. 419)


    Verloren im Datensumpf
    Doch so wichtig und aufführend ich das Thema und die angesprochenen Beispiele auch fand, komme ich nicht umhin Kritik an der Präsentation der Fakten zu üben. Zum einen haben wir die schiere Menge. Die Autorin führt auf wirklich jeder Seite allerhand Studien, Belege und Statistiken an. Während ich das in einer Facharbeit begrüßen würde, ist es für ein an die Allgemeinheit gerichtetes Sachbuch schlichtweg zu viel. Schon nach den ersten Kapiteln raucht der Kopf, zumal die Fakten schon recht trocken präsentiert werden.
    Was mich jedoch noch viel mehr gestört hat, sind die zahlreichen Wiederholungen. Manche Statistiken werden von der Autorin, ohne Übertreibung, dutzendfach wiederholt. Ja, dass 70 % (oder 75 % ? Dafür, dass die Autorin diese Statistik gefühlt hundertmal bringt, ist sie erschreckend uneinheitlich) der unbezahlten Carearbeit von Frauen erledigt werden, ist schockierend, aber das ist noch lange kein Grund mir das alle zwei Seiten zu sagen. Danke ich habs verstanden, ich habe kein Gedächtnis wie ein Regenwurm, ich kann mir das auch ohne ständige Erinnerung merken. Auch inhaltlich wird vieles mehrfach wiederholt und in den unterschiedlichen Bereichen lediglich mit anderen Beispielen belegt, der Kern bleibt jedoch derselbe. Ich bin überzeugt, dass man das Buch problemlos um 200 Seiten hätte kürzen können, ohne dass signifikante Aussagen verloren gegangen wären.

    Welche Frauen?

    Womit man diese 200 Seiten,die ich rigoros rausgekürzt ersetzten könnte? Na mit queeren Positionen. Diese fehlen mir in diesem Buch nämlich leider völlig. Tatsächlich ist es oft nicht ersichtlich, ob die Autorin, wenn sie von Frauen spricht, nun tatsächlich alle Frauen meint, oder nur jene Wesen mit Uterus? Ich fürchte her letzteres, da sie Probleme die z. B. Transfrauen nochmal gesondert haben völlig unbeachtet lässt. Wenn sie davon spricht das (Uterus besitzende) Frauen unsichtbar seien, dann sind queere Frauen ihrer Schilderung nach quasi nicht existent. Das ist nicht nur schade, sondern problematisch!

    Des Weiteren geht eine Rüge an die Übersetzerin. Man kann sicherlich streiten wie und in welchem Umfang gegendert werden sollte und ich stimme auch nicht mit allen aktuell dazu geäußerten Positionen überein, aber ich denke schon, dass in einem feministischen Buch doch wenigstens grundlegend gegendert werden sollte, gerade wenn die Autorin das Problem der Sprache (mit dem Beispiel deutsch!) bereits im Vorwort erwähnt. Und noch wichtiger, ganz egal wie man sich entscheiden, es sollte doch gefälligst einheitlich sein. Tatsächlich finden wir aber im Vorwort gegenderte Formen mit * später im Text mit / und dazwischen seltsame Konstrukte wie “männliche Schüler”. In den allermeisten Fällen wird jedoch einfach gar nicht gegendert, gerade bei Berufsbezeichnungen steht fast immer die männliche Form alleine dort.

    Fazit:

    Das, was Caroline Criado-Perez in diesem Buch anspricht und genaustens recherchiert aufzeigt, ist ohne Frage wichtig und auffüllend. Nichtsdestotrotz hätte all dies auch auf 200 Seiten weniger geschildert werden können, wenn die Autorin die zahlreichen Wiederholungen vermieden hätte. Auch fehlen mir Queere Positionen in diesem Buch. Resümierend lässt sich sagen, das Buch ist sicherlich schon aufgrund seiner Thematik lesenswert, man kann aber durchaus einiges überspringen.


    Folge mir ;)

    Diese und andere Rezensionen (mit zusätzlichem Coververgleich Deutsch/Original) findet ihr auch auf meinem Blog Miss PageTurner


  3. Cover des Buches Every Day (ISBN: 9780307931887)
    David Levithan

    Every Day

     (107)
    Aktuelle Rezension von: moonshineforver

    Ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen und war beeindruckt. Die Charaktere sind sehr verschieden, dennoch kann man sich gut in sie hineinversetzen. Insgesamt lässt sich das Buch leicht und auch schnell lesen. Ich denke, die Nachricht, die uns der Autor überliefern möchte, lautet: "Nichts ist unmöglich!" ✨🦋✨

  4. Cover des Buches Middlesex (ISBN: 9783499238109)
    Jeffrey Eugenides

    Middlesex

     (498)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die Erzählung umfasst die Familiengeschichte mehrerer Generationen: Griechische Emigranten, die ihre Heimat verlassen und sich in den USA um die 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts eine neue Zukunft aufbauen. Im Zentrum steht die Ich-Erzählerin Calliope, die als pubertierendes Mädchen erkennt, dass sie beiderlei Geschlecht in sich trägt und fortan als Junge weiterleben möchte. Die vielen medizinischen Einblicke machen das Lesen zwar nicht immer flüssig, da zur Verständlichkeit viele fachlichen Ausdrücke nachgeschlagen werden müssen, jedoch wird die Thematik umso lehrreicher vermittelt. Für Kenner der griechischen Mythologie gibt es zahlreiche Hinweise zu historischen Elementen.


    Das Buch ist eine wuchtige und bereichernde Lese-Erfahrung. In über 700 Seiten enthält es viele wunderbare Geschichten, historische Anhaltspunkte und spannenden Familienzusammenhänge. Eigentlich ein Roman wie ich ihn mir wünsche: lehrreich, dramatisch, anregend und sprachlich einnehmend geschrieben, ohne Plattitüden und unnötigem Geschwätz. Ich habe diese Erzählung sehr gerne gelesen und freue mich auf weitere Bücher des Autors.

  5. Cover des Buches The Power (ISBN: 9780670919963)
    Naomi Alderman

    The Power

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia


    Dieser Frage geht der Roman nach. Er spielt 5000 Jahre nach unserer Zeit. Ein junger aufstrebender Autor sendet einer erfolgreichen Autorin ein Manuskript mit der Bitte um Durchsicht. Darin stellt er sich vor, wie die weibliche Herrschaft vor 5000 Jahren wohl entstanden sein mag. 

    Es beginnt damit, dass rund um den Globus Frauen die Gabe entwickeln,  mit ihrem Körper und ihren Händen elektrische Impulse auszusenden, die verletzen, töten oder - mit genug Übung- dort heilen können, wo durch elektrische Stimulation Blockaden gelöst werden müssen. Die jungen Frauen können die Gabe in den älteren erwecken und neugeborene Mädchen haben sie besonders häufig. 

    Die Leser*innen begleiten mehrere Charaktere, darunter einen jungen nigerianischen Journalisten,  der über die aufkeimenden Frauenproteste rund um den Globus und den Kampf der Frauen für Befreiung berichtet, die Tochter eines britischen Mafiabosses, die besonders starke Power hat, die Pflegetochter eines christlichen Paars, die einen religiösen Kult um sich und die Gabe schart, eine amerikanische Senatorin, deren Tochter die Gabe entwickelt.  Es wird geschildert, wie sich Machtkämpfe entwickeln,  wie die Power genutzt, instrumentalisiert oder tur Emantipation genutzt wird - und es wird kritisch hinterfragt, ob Frauen wirklich die besseren Herrschenden wären. 

    Ich mochte die Komplexität der einzelnen Charaktere sehr. Keiner von ihnen war klischeehaft oder oberflächlich, ihre Zweifel und inneren Konflikte wurden glaubhaft vermittelt und bei jedem der Charaktere hatte ich sowohl Sympathien als auch Antipathien. Die Kernaussage des Buchs ist wohl: Macht korrumpiert.  Denn natürlich ist die Herrschaft der Frauen nicht netter oder freundlicher,  viele von ihnen nutzen ihre Macht, um anderen zu schaden. Es hat mir großen Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Allerdings bin ich mir noch nicht ganz sicher, was es mir sagen will - sicherlich nicht, dass Feminismus problematisch ist, aber zumindest, dass platte, biologistische Feminismen, Differenzfeminismus der Frauen als natürlicherweise sanfter und besser imaginiert, problematisch ist und nicht zur Emanzipation und Gleichberechtigung führen wird. Da das Buch in der geschlechtlichen Binarität operiert - selten haben Männer zwar die Gabe, aber es wird sehr klar eine Zweigeschlechtlichkeit vorausgesetzt - läuft es Gefahr, diese Position selbst etwas zu untergraben. Gerade, da auch Männerrechtsgruppen entstehen und beginnen, terroristische Angriffe auf die Frauen zu verüben - erschreckend nah an der Realität - braucht es ggf. etwas  Abstraktion um zu sehen, dass es dem Buch natürlich nicht um die Rechtfertigung maskulinistischer Positionen und den Kampf gegen Feminismis geht. denke, dass es hier für die Interpretation eine große Rolle spielt, wie sehr man sich selbst bisher mit Feminismus auseinandergesetzt hat. Trotzdem ist es eine sehr gelungene Erzählung und besonders freut es mich, dass ich hier eine Art feministischer Dystopie lesen konnte. Mehr davon, bitte. 

  6. Cover des Buches Das andere Geschlecht (ISBN: 9783499227851)
    Simone de Beauvoir

    Das andere Geschlecht

     (61)
    Aktuelle Rezension von: LeBovarisme
    Ein absolutes Muss für Frauen aber auch Männer um sich gegenseitig zu verstehen. Simone de Beauvoirs Monumentalwerk ist eine Mischung aus Biologie, Soziologie, Phsychologie, Philosophie und Literaturwissenenschaft. Es ist unglaublich was diese Frau weiss und verarbeitet und dazu noch in einer wundervollen Sprache. Viel mehr ist es eine theoretische Niederschrift oder ein Sachbuch, eine wissenschaftliche Arbeit. Ich bin beeindruckt!
  7. Cover des Buches Harte Kerle häkeln nicht (ISBN: B07TRXFZDQ)
    Karin Koenicke

    Harte Kerle häkeln nicht

     (81)
    Aktuelle Rezension von: Ilona67

    Klappentext

    Er hat stahlharte Muskeln, einen stechenden Blick, den schwarzen Gürtel - und das Letzte, was er braucht, ist eine kunterbunte Häkel-Fee!

    Ein Brief vom Notar ist die Rettung für Valerie. Gerade als sie ihren Job verloren hat und nicht weiß, wie sie die nächste Miete bezahlen soll, flattert ihr eine Erbschaft ins Haus. Sie bekommt einen Laden überschrieben und kann endlich ihren Traum von einem Häkel-Café verwirklichen! Doch die Sache mit dem Café Woll-Lust hat einen Haken: Es gibt nämlich einen Miterben, den barschen Kampfsportler Greg. Er und seine Karate-Gang sind nicht gerade begeistert, als Valeries Handarbeitsschwestern den Laden übernehmen. Gibt es zwischen bunten Häkelnadeln und schwarzen Gürteln auch noch einen roten Faden für die Liebe? 


    Nett, vorhersehbar jedoch ganz gute Unterhaltung wenn man auf leichte Liebesgeschichten steht. Die Mischung aus dem Häkelcafe und den harten Jungs der Karatetruppe ist gelungen.

  8. Cover des Buches Krieger des Lichts - Ungezähmtes Verlangen (ISBN: 9783802583100)
    Pamela Palmer

    Krieger des Lichts - Ungezähmtes Verlangen

     (174)
    Aktuelle Rezension von: BeaRa
    Cover:

    Das Cover ist schlicht und zeigt einen Mann und im Hintergrund, etwas schemenhaft einen Löwen. Dies stellt die beiden Seiten des männlichen Hauptcharakters des Buches – Lyon – dar.

    Meine Meinung:

    „Ungezähmtes Verlangen“ ist der erste Band der „Krieger des Lichts“ - Reihe, allerdings der zweite Band, den ich aus dieser Reihe gelesen habe. „Ungezähmte Versuchung“ war mein erster Band und dummerweise der letzte der Reihe, aber das hat meine Lesefreude in beiden Fällen keinen Abbruch getan.

    Mein Problem mit „Ungezähmtes Verlangen“ war, dass ich zunächst nur schwer in das Buch hineinfand. Karas Gedankengänge und Lyons Verhalten zu Beginn waren mir etwas zu seltsam. Ich hatte ernsthaft mit dem Gedanken gespielt das Buch erst wieder an die Seite zu legen. Aber da ich bereits „Ungezähmte Versuchung“ kannte und mir das gefallen hatte, blieb ich am Ball, was sich dann auch auszahlte. Das Buch gefiel mir dann doch noch gut, obwohl mich Lyon mit seiner Zögerlichkeit etwas nervte, weil ich die ganze Zeit der Meinung war er übersieht etwas. Das Ende vom Buch war dann doch einigermaßen spannend.

    Allerdings muss ich eingestehen, dass ich mir nicht sicher bin ob ich die Reihe weiterverfolgt hätte, wenn ich diesen Band als erstes gelesen hätte. Trotz seiner nervigen Zögerlichkeit wurde Lyon mir mit der Zeit echt sympathisch, da er seine Werte nicht nur als Floskel vor sich herschiebt und mich sein Beschützerinstinkt beeindruckt hat. Mit Kara hingegen bin ich erst kurz vor Ende des Buches warm geworden, als sie sich endlich nicht mehr nur mit sich selbst beschäftigt.

    Leseempfehlung: ***

    Obwohl mir das Buch dann doch noch gefallen hat, war die Durststrecke am Anfang ziemlich groß und auch der Rest war nicht durchweg ansprechend. Nach meinem Geschmack kann man das Buch ganz gut lesen, man muss aber nicht. Im Hinblick auf den letzten Band würde ich sagen man sollte sein Glück mit dieser Reihe dennoch versuchen, auch wenn zu erwarten ist, dass sie eventuell durchwachsen ausfällt. Dieser Teil der Reihe erhält aber lediglich drei Sterne von mir, weil er mir in seiner Gesamtheit einfach zu durchwachsen war.

  9. Cover des Buches Die andere Welt (ISBN: 9783453360532)
    Julie Cohen

    Die andere Welt

     (41)
    Aktuelle Rezension von: LimitLess

    Peggy und Irving bekommen ein Baby. Es ist ein Mädchen. Sie nennen es Louise. Aber was wäre, wenn das Baby ein Junge geworden wäre? In einer Parallelwelt wird es ein Junge namens Louis und Julie Cohen geht den beiden Lebenswegen auf den Grund. Die Ausgangssituation ist gleich: Eltern, Freunde, Heimatort, Interessen, Merkmale im Aussehen. Aber die Fragen lauten: Worin unterscheiden sie sich? Wie verläuft die Erziehung? Welche Entscheidungen treffen sie? Wie behandelt das Umfeld die beiden aufgrund ihres Geschlechts? 

    Abwechselnd erzählt Cohen die Geschichten von Louise und Louis. Die sich wirklich in vielen ähneln, aber dann doch in einigen Aspekten anders sind. Getragen werden beide von einem großen Ereignis, das den beiden in ihrer Jugendzeit passiert ist, und um das ein großes Geheimnis gemacht wird. Dieses Geheimnis soll die Spannung über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten, nur ich fand es leider etwas nervig, dass ich so lange immer nur mit Andeutungen hingehalten wurde. Das Buch hat einige Längen, es zieht sich. Erst zum Schluss wurde es für mich interessanter. 

    Die Verarbeitung der Geschlechterdifferenzen ist Cohen im Grunde gut gelungen. Überrascht hat sie mich aber nicht und vieles ist vorhersehbar. Sie bleibt meiner Meinung nach mit der Geschichte sehr an der Oberfläche und nicht immer konnte ich die Entscheidungen der Protagonist*innen dem Geschlecht zuordnen. Vieles wird so offensichtlich dargestellt und wenig steht zwischen den Zeilen. Mir fehlten die Raffinesse, die Komplexität des Themas und irgendwie auch die Originalität, auch wenn ich so ein Buchkonzept noch nie gelesen habe. Die Geschichte an sich bleibt hinter meinen Erwartungen zurück.

    Die Themen, die die Autorin aufgreift, sind jedoch schwere Kost. Zu Verdauen gibt es eine schwere Krankheit, (sexuelle) Gewalt, Gaslighting, Missbrauch, Tod. Den Schreibstil fand ich angenehm zu lesen, trotz der Längen und den anderen Kritikpunkten, konnte mich Cohen doch irgendwann  abholen, sodass ich (nachdem ich mal den Anfang geschafft hatte) gerne gelesen habe. 


    Fazit

    Cohen erzählt die Geschichten von Louise und Louis, deren Ausgangssituation gleich ist, aber aufgrund ihres Geschlechts unterschiedliche Lebenswege einschlagen. Leider schafft Cohen es nicht, mich mit der Geschichte zu überraschen, sie bleibt mit ihren Charakteren und mit ihrer Idee an der Oberfläche. Das Konzept an sich war jedoch spannend, kommt aber leider nicht ohne Längen aus. Nichtsdestotrotz lohnt es sich durchzubeißen und Louises und Louis' Lebenswege zu verfolgen. Ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. 

  10. Cover des Buches George (ISBN: 9783733502096)
    Alex Gino

    George

     (179)
    Aktuelle Rezension von: Lieselotte1990

    Eine gefühlvolle und sensible Geschichte über das Thema Transgender. Aus der Sicht eines Kindes geschrieben, einfühlsam und vor allem authentisch. Ich stimme John Green voll und ganz zu, wenn er sagt: Read this!

  11. Cover des Buches Der Herr der Ringe (Der Herr der Ringe. Ausgabe in neuer ÜberSetzung und Rechtschreibung, Bd. 1-3) (ISBN: 9783608939842)
    J. R. R. Tolkien

    Der Herr der Ringe (Der Herr der Ringe. Ausgabe in neuer ÜberSetzung und Rechtschreibung, Bd. 1-3)

     (7.372)
    Aktuelle Rezension von: Cole_Brannighan

    In Herr der Ringe geht es um den Magier Sauron, der mithilfe seines magischen Ringes die Welt unter seine Herrschaft zwingen will. Dazu muss er ihn aber aus den Händen einer Hobbits befreien, der zusammen mit seinen Gefährten versucht, die Macht des Rings zu zerstören. Hmmm ... mag sein, dass ich gerade aus der Perspektive des Bösen geschrieben habe :-)

    Herr der Ringe war die erste Buchreihe, die ich in die Welt des Lesens katapultiert hat. Tolkien versteht es wie kein Zweiter, eine sagenhaft schöne Geschichte mit epischen Kämpfen zu gestalten. An einigen Stellen sind die Beschreibungen tatsächlich ausufernd, aber dafür entschädigen ganz viele andere Stellen. Die Charaktere sind sehr authentisch und ob es die Königreiche der Elfen, der Orks oder der Menschen sind - alle besitzen eine eigene Ordnung, die bis in Detail ausgearbeitet ist.

    Neben dem Duo Frodo und Samweis gibt es auch die interessante Dynamik zwischen Legolas und Gimli. Tolkien legt großen Wert auf Charaktere und arbeitet sie im Lauf der Geschichte sehr schön aus.

  12. Cover des Buches Orlando (ISBN: 9783458175384)
    Virginia Woolf

    Orlando

     (96)
    Aktuelle Rezension von: Beust

    Ich habe keine Angst vor Virginia Woolf. Aber mit ihrem Namen verbinden sich ein paar kraftvolle Assoziationen. Wahrscheinlich lag es an meinen mangelnden Vorkenntnissen, meinen seltsamen Vorurteilen, dass mich „Orlando“ enttäuscht hat.

    Woolf erzählt die Geschichte des Landadligen Orlando im elisabethanischen England, der schwer in sich und die Natur verliebt ist, sich für die Frauen - vor allem die stürmische Sasha - interessiert und für die Literatur, ja sogar selbst poetische Ergüsse fabriziert; derer schämt er sich später, als ein bösartiger Kritiker sie zu Gesicht bekommt, weshalb Orlando alle vernichtet bis auf den ‚Eichenbaum‘. Erst von der Welt enttäuscht, dann wider ihr zugewandt sogar Gesandter am Hof in Istanbul wird. Die blutige Revolte in der Stadt verschläft Orlando in einem rätselhaften siebentägigen Schlaf, aus dem er als Frau erwacht. Orlando reist wieder heimwärts und erlebt einige Abenteuer - bei den Zigeunern und auf See -, in denen  die Ambivalenz schon aufscheint, dass Orlando nun in einem Frauenkörper steckt, aber ein Vorleben als Mann besitzt. Daheim angekommen, muss sie um vor Gericht ihr Erbe kämpfen, da sie für tot erklärt war und für einen Mann gehalten worden ist, es gelingt ihr aber, den Sitz ihrer Ahnen wieder zurückzuerhalten. Orlando sucht die Nähe von Literaten ihrer Zeit, spricht viel über Literatur und was sie bedeutet. Und immer wieder erprobt sie sich als Frau in einer Männerwelt oder als Frau gegenüber Frauen. Besonders intensiv erlebt sie die Beziehung mit ihrem späteren gatten, dem Kapitän Marmaduke Bonthrop Shelmerdine, in dem sie dessen weiblichen Seiten erkennt. Am Ende des Romans ist Orlando eine weitestgehend ungebundene, selbstbewusste Frau, die sie immer gewesen ist, die mit ihrem gereiften ‚Eichenbaum‘ immerhin zu den ernsthaften Literaturschaffenden gezählt wird und die - mit der Zeit gehend - die Fahrt mit ihrem Automobil schätzt.

    Und überhaupt: die Zeit. Der Roman spannt sich vom elisabethanischen England bis in das Jahr 1928, in dem „Orlando“ erschienen ist, ohne im wesentlichen das Älterwerden Orlandos zu thematisieren, Auch andere Figuren - etwa der Kritiker Greene - leben die Jahrhunderte, was weder erklärt noch hinterfragt wird. Die Jahre ist aufgehoben, es gilt nur ein Vorher und Nachher, denn Woolf benötigt die Jahrhunderte, um Orlando in ihnen die beiden großen Anliegen spiegeln zu lassen, um die es geht: um die Stellung der Frau (in der Gesellschaft und zu sich) und die Literatur.

    Wie Orlando als Frau denkt, sich vom Mannsein in das Frausein bewegt (und wieder zurück, zumindest gedanklich); wie sie Unterschiede entdeckt, Grenzen berührt und überschreitet, Geschlechterspezifisches erkennt, benennt und übersteigt - das sind die starken Momente dieses ansonsten leider arg in die Jahre gekommenen Romans. Hier verbirgt sich der zeitlose Wert „Orlando“ hinter einer Sprache, die altertümlich wirkt (meine deutsche Ausgabe ist von 1964) und heutige Leser wohl nicht mehr erreicht. Die Gedanken über die Literatur hingegen haben mit ihren Namen Staub angesetzt, auch wenn bis heute gilt, was am Schreiben das Schwierigste ist: „Das Leben? Die Literatur? Eins ins andere zu verwandeln?“ (S. 253)

    Auf mich wirkte „Orlando“ nicht mehr wie in Literatur verwandeltes Leben, weshalb ich, der ich mit großen Erwartungen in die Lektüre gestartet war, in folgendem Satz auf der letzten Seite die Figur Orlando selbst widererkannte: „Alles war erleuchtet, wie für die Ankunft einer toten Königin.“ (S. 292)


  13. Cover des Buches Griechische Sagen (ISBN: 9783423703147)
    Gustav Schwab

    Griechische Sagen

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Claudia_de_Mora

    Das Buch umfasst die wichtigsten Geschichten der Götter und Helden des antiken Griechenlands. Von der Entstehungsgeschichte der Welt, über kleinere Sagen bis zu den ganz grossen Geschichten wie die Sage von Herakles, die Argonauten, Theseus, Oidipus, der trojanische Krieg, das Schicksal der Tantaliden und zu guter Letzt die Irrfahrten des Odysseus ist alles dabei, was das mythologische Herz begehrt.

    Die Geschichten sind kurz, jedoch ausreichend detailliert geschrieben. Der Anhang beinhaltet ein Namen- und Sachregister, welches sehr hilfreich ist. In den Klammern sind auch die römischen Namen und Bezeichnungen angegeben.

    Für Fans von Märchen, Sagen und Legenden.

  14. Cover des Buches Großmama packt aus (ISBN: 9783455650815)
    Irene Dische

    Großmama packt aus

     (219)
    Aktuelle Rezension von: marissosh

    Großmama packt aus von Irene Dische ist eine Erzählung aus der Sicht Disches Großmutter. Diese wandert mit ihrem jüdischen Mann und der gemeinsamen Tochter während der Zeit des NS-Regimes nach Amerika aus. 

    Die Story ist interessant und gibt einen guten Einblick, wie es den Auswanderern damals ergangen sein muss. Zeitweise ist es sogar etwas spannend. Die meiste Zeit tröpfelt es jedoch eher so vor sich hin, das letzte Drittel zieht sich endlos in die Länge. 

    Mit keinem der Hauptcharaktere konnte ich mich so wirklich identifizieren. Mich störten außerdem die teils rassistischen Aussagen der Großmama, die zwar meist humoristisch gemeint sind, zumindest bei mir diese Wirkung jedoch verfehlten.

    Alles in allem eine nette Lektüre, nicht mehr, nicht weniger.

  15. Cover des Buches Endgame (ISBN: 9783841504548)
    James Frey

    Endgame

     (221)
    Aktuelle Rezension von: angeltearz

    Ich bin so froh, dass ich Band 2 schon zu Hause hatte. Denn Band 1, hatte einen ganz fiesen Cliffhanger. Entsprechend bin ich mit einer sehr hohen Erwartungen an das Buch gegangen. Die Latte war wirklich extrem hoch gelegt. Und ich muss ehrlich sagen, dass es mich nicht enttäuscht hat.

    Ich war gespannt darauf, wo die Reise hingeht, welche Abenteuer die Charaktere erleben und wie es generell weitergeht. Band 2 setzt genau da an wo Band 1 endet. Das Spiel geht weiter und will gewonnen werden.


    Wie schon im ersten Band haben wir wieder verschiedene Charaktere. Diese Charaktere sind nicht mehr ganz so viele wie in Band 1. Was ja auch zu erwarten war.

    Sehr interessant finde ich, da dass sich Charaktere zusammengetan haben und entsprechend aus verschiedenen Sichten innerhalb eines Kapitels erzählt wird. Das hätte ich so nicht erwartet. Aber es gefällt mir sehr! Ich mag es wie die Charaktere jetzt teilweise miteinander und nicht gegeneinander arbeiten. Ich mag den Grundgedanken. Die Charaktere sind so unterschiedlich, aber sie verfolgen das gleiche Ziel. Und genau dann, macht das Buch so besonders.


    Wenn man den Klappentext von Band 1 liest, denkt man zuerst an Panem oder andere Dystopien. Das ist aber nicht der Fall. Es geht hier um sehr viel mehr. Aber das alles zu schreiben, möchte ich auch nicht. Um nicht zu viel zu verraten. Spoilern muss ja nicht sein.

    Aber etwas kann ich verraten. Es geht um Rätsel, um das finden vom nächsten Schlüssel und um Leben und Tod.

    Ich bin normalerweise kein Fan von Aliens, aber hier passt es einfach und es nimmt auch nicht so die Überhand.


    Ich mag den Schreibstil des Autors. Er schafft es auf den ersten Seiten nicht zu fesseln und mich nicht wieder loszulassen. Auch wenn er sehr viele Charaktere hat, sind die alle grundverschieden. Und er schafft es wunderbar, alleine durch zu schreiben die Charaktere unterschiedlich zu beschreiben. Jeder hat seine Eigenarten und das ist gut so. Und genau das schafft der Autor in wenigen Worten hinzubekommen.


    Es ist klar, dass der zweite Band nicht gelesen werden sollte, wenn man den ersten Band nicht kennt. Da dieser auf den ersten Band aufbaut. Band 3, habe ich bereits liegen. Und werde diesen direkt im Anschluss lesen, dann auch Band 2 endet mal wieder mit einem Cliffhanger. Ich bin gespannt, ob Band 3 und somit das Finale genauso gut wird wie seine Vorgänger. Und vorallem, ob die Charaktere das hinbekommen, was sie sich vorgenommen haben.


    Von mir eine dicke Empfehlung für Band 1 und Band 2.

  16. Cover des Buches Female Choice (ISBN: 9783608504804)
    Meike Stoverock

    Female Choice

     (11)
    Aktuelle Rezension von: KateRapp

    Dieses populäre Sachbuch ist eine unterhaltsame Einführung in die Reproduktionsbiologie und in die Folgen für die menschliche, insbesondere unsere androzentrische Gesellschaft.

    Auf den ersten Hundert Seiten wird zunächst einmal das Sexualverhalten im Tierreich anhand zahlreicher unterhaltsamer Beispiele erläutert, die Tatsache, dass Female Choice auf einem geringen Angebot an Eizellen und einem Überangebot an Spermien beruht und dem sich daraus entwickelnden Konkurrenzverhalten der Männchen um die begehrten Weibchen. Schillernde Federn, aufgeblasene Backen, derwischartige Balztänze, all das hat nur das eine Ziel: die Fortpflanzung des Männchen durch Ausstechen der Konkurrenten sicherzustellen. Dass es einige Ausnahmen von der Regel gibt, wie bei Seepferdchen oder sich klonenden Rennechsen bleibt allerdings auch nicht unerwähnt.

    Wenn sich die Frage stellt, wie die Tatsache der Female Choice sich bei uns Menschen auswirkt, kommt man nicht umhin, anzuerkennen, dass auch Gewaltbereitschaft ein integraler  Bestandteil der männlichen Reproduktionsstrategie sein kann. Dass Opfer von Vergewaltigungen fast immer Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter sind, lege neben der Machtfrage auch eine unbewusste sexuell-reproduktive Absicht des Täters nahe.

    Die Kapitel sind mit griffigen Überschriften wie „Trostpflaster“ oder „Gleitmittel“ betitelt und ackern durch die Evolutionsgeschichte, göttliche Sexualmoral, Onanie und Feminismus,um am Ende das Wanken der androzentrischen Zivilisation und der Unterdrückung der natürlichen weiblichen Sexualität zu postulieren.

    „Der Versuch, die beiden Pole in einem sesshaften System unter einen Hut zu bringen, gleicht einer Operation am offenen Herzen, wir müssen an die wichtigsten und von der männlichen Zivilisation bestgeschützten Organe ran.“

    Vorschläge, dieses Dilemma der widerstreitenden männlichen und weiblichen Strategien gleichberechtigt und friedlich zu lösen, die explizit keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sind eine offenere und lockere frühzeitige Sexualerziehung der eigenen Kinder, insbesondere Ermutigung der Mädchen zu Lustgefühl und sexueller Triebbefriedigung. Zudem auch Lockerung der Verknüpfung von Männlichkeit mit Sexhaben und Auflockerung der Geschlechterrollen generell. Entkriminalisierung von Prostitution zu Sexbegleiterin, respektvolle, positive Pornografie zum Triebabbau, Sexpuppen. Und sie gipfeln in der Enttarnung der romantischen, monogamen Liebe als Lüge, der Reduzierung der Religion zur Privatsache und im grundsätzlichen Hinterfragen aller hierarchischen Gesellschaftssysteme.

    „Die Ehe ist ein Werkzeug, das aus dem unbedingten Unterdrückungs- und Kontrollwunsch der Männer entstanden ist und das die Gesetzgeber bis heute zur Benachteiligung von Frauen nutzen.“

    Bereits im Vorwort weist die Autorin darauf hin, dass sie einen biologistischen Ansatz verfolgt, der sich in der Übertragung auf den Menschen auf die häufigsten sexuellen Muster bezieht, andere sexuelle Orientierungen oder Genderidentitäten dadurch aber nicht negiert noch ausgrenzt.

    Es ist ein recht radikales, gut strukturiertes, unterhaltsames Buch, das in seinen Aussagen differenziert ist und auch ebenso differenziert gelesen und verstanden werden will und die Problematik mit geradezu umstürzlerischer Konsequenz zu Ende denkt.


    Tropen 2021

  17. Cover des Buches Salz auf unserer Haut (ISBN: 9783426654347)
    Benoîte Groult

    Salz auf unserer Haut

     (338)
    Aktuelle Rezension von: Erdbaerchen

    Zwischendurch habe ich immer wieder mal das Verlangen nach einem erotischen Liebesroman, der sich als Skandal entpuppen könnte. Während meiner Recherche stieß ich auf "Salz auf unserer Haut".

    Dieses Buch erzählt über zwei Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Gauvain und George. Sie aus gutbürgerlichem Elternhaus, er eher aus ärmlichen, bäuerlichen Verhältnissen. Doch die Liebe kennt keine Grenzen. 

    Anfangs war ich wirklich begeistert. Der Schreibstil war sehr bildlich und emotional. Doch bald schon plätschert die Geschichte nur mehr so dahin. Die Handlung wiederholt sich auf den 300 Seiten immer wieder. Das Ende kam sehr abrupt.
    Die Enttäuschung war relativ groß, hatte ich doch etwas mehr Abwechslung und Niveau erwartet. Wo ist die starke Frau, die am Klappentext beschrieben wurde? 

    Fazit: Mehr Softporno als niveauvoller Erotikroman. 

  18. Cover des Buches Langenscheidt Frau-Deutsch/Deutsch-Frau (ISBN: 9783468731228)
    Mario Barth

    Langenscheidt Frau-Deutsch/Deutsch-Frau

     (106)
    Aktuelle Rezension von: nasa
    Ein nettes Buch für zwischendurch. Der Humor und Sarkasmus kommen hier nicht zu kurz.

    In der gewohnten Mario Barth Sprache ist dieses Buch geschrieben. Es lässt sich leicht und schnell lesen. Zudem ist es sehr gut gegliedert. Es gibt ein Vorwort und 14 Kapitel die die verschiedenen Eigenarten der Frau vor Augen führen. Aber auch der Mann bekommt sein fett weg. Auch wenn so manches überspitzt dargestellt wird gibt es doch ein Fünkchen Wahrheit in so manch einer Situation. Und das muss Frau leider zugeben.

    Es ist ein sehr witziges Buch was Frauen sagen, Männer aber verstehen.
  19. Cover des Buches Goodbye Gender (ISBN: 9783945644027)
    Rae Spoon

    Goodbye Gender

     (1)
    Aktuelle Rezension von: KymLuca
    Ein Buch über das Versagen unseres binären Geschlechterdenken, geschrieben von zwei Trans * Menschen.
    Rae Spoon und Ivan Coyote berichten, wie sie herausgefunden haben, dass es mehr als nur Männer und Frauen gibt und wie das tägliche Leben als Trans * Mensch ist. Seien es so alltägliche Probleme wie öffentliche Toiletten, Restaurantbesuche oder in Raes Fall die Musikindustrie und bei Ivan die Literatur und die für beide damit verbundenen öffentlichen Auftritte. Überall trifft man auf Unwissen, Diskriminierung oder Hass - aber ab und zu auch auf Verständnis und Gleichgesinnte.

    Inhaltlich gefällt mir dieses Buch sehr gut und es ist sehr schön ein Buch von anderen nicht-binären Trans * Menschen zu lesen - ich habe mich sehr viel mehr verstanden gefühlt als das cis Menschen in der Regel schaffen.
    Allerdings hat mir die Übersetzung an manchen Stellen nicht sehr gut gefallen, da ich keinen Sinn in gewissen Entscheidungen sehen konnte. Die Gendergap- Schreibweise, die ich an sich sehr gut finde, wurde zwar verwendet, aber in diesem Buch wurde die Gendergap nicht wie üblich gesetzt(z.B. Schüler_innen, Arbeiter_in, etc.), sondern einfach willkürlich irgendwo im Wort, was für mich keinen sinnvollen Grund hat und nur den Lesefluss gestört hat.
    Jedoch wurden statt "jemand" und "man",  "jemensch" und "mensch" verwendet, was mir wiederum sehr gut gefallen hat.

    Auf jeden Fall ein sehr wichtiges Buch und Thema!
  20. Cover des Buches Gegen den Hass (ISBN: 9783957130853)
    Carolin Emcke

    Gegen den Hass

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Schwangerwerdenkönnen (ISBN: 9783897414358)
    Antje Schrupp

    Schwangerwerdenkönnen

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches King Kong Theorie (ISBN: 9783462052398)
    Virginie Despentes

    King Kong Theorie

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Jenny1804

    Neue Perspektiven, toll geschrieben, spannend

  23. Cover des Buches Die große Verschleierung (ISBN: 9783462042634)
    Alice Schwarzer

    Die große Verschleierung

     (6)
    Aktuelle Rezension von: kvel

    Leider nur eine Sammlung von Artikeln aus der EMMA.


    Das Buch ist eine Sammlung von Artikeln, die in dem Magazin EMMA erschienen sind, d.h. die Artikel sind teilweise schon recht betagt.


    Das Positive ist, dass die einzelnen Aspekte der einzelnen Artikel interessant waren.


    Allerdings finde ich, dass das ständige Anhängen des Appendix "...Innen" in den Artikeln den Lesefluß stört.

    Hint: Nicht alle Artikel stammen direkt von Alice Schwarzer.


    Aber leider hatte ich mir etwas anderes versprochen, als ich das Buch kaufte: nämlich dass es sich um eine politische Recherche handeln würde.
    Nun kann man natürlich einwenden, dass die Artikel ja ebenfalls recherchiert wurden.
    Aber dennoch finde ich, dass einfach nur eine Sammlung von bereits erschienenen Artikeln in ein Buch gebunden etwas "wenig" ist.
    Hier passt meiner Meinung nach das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht.

  24. Cover des Buches Lust (ISBN: 1852421835)
    Elfriede Jelinek

    Lust

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Liebes_Buch

    Wahrscheinlich schreiben nicht viele Autoren Sachen wie "Es regnete Vorwürfe aus ihr heraus" oder "zärtlich wie Wurst". Nicht unbedingt, weil sie dümmer sind als Jelinek,sondern weil es einfach nicht viel Sinn ergibt. Lust ist wie Die Klavierspielerin nur mit noch mehr sexueller Gewalt. Nach der 3. Vergewaltigungszene habe ich hingeworfen. Auch wenn Jelinek Vergewaltigung blumig beschreibt mit Wäldern und Bergen, mit Banken und Licht, so wird einem davon trotzdem schlecht. Ich glaube, dass sexuelle Gewalt ein wichtiges Thema ist, das die Literatur auch dringend darstellen soll. Bloss gelingt das Jelinek nicht. Wie in einem Porno spart sie gerade das Zwischenmenschliche ja aus und zeigt immer nur Sex. Ein Porno ist keine Sozialkritik. Im Klappentext heisst es, Jelinek arbeitet sich an der Sprache ab oder so. Das stimmt. Dieser Haufen Kotze ist mit Perlen bestickt. Immer wieder originelle Bilder oder gute Sätze. Will ich jedoch deshalb einen Porno lesen? Wer liest sowas? Schreibt Jelinek für Männer oder für Frauen? Ist das feministisch oder frauenfeindlich? Sogar Kinder werden entmenschlicht dargestellt. Eiskalt und gruselig.

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