Bücher mit dem Tag "gesellschaft"
1.349 Bücher
- Jane Austen
Stolz und Vorurteil
(4.074)Aktuelle Rezension von: AnirahJane Austens Stolz und Vorurteil ist weit mehr als nur ein klassischer Liebesroman; es ist eine brillante Gesellschaftssatire, die mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat.
Was mir besonders gefallen hat:
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Humor und Ironie: Austens Schreibstil ist ein Genuss. Ihr trockener Humor und die feine Ironie, mit der sie die steifen Konventionen ihrer Zeit aufs Korn nimmt, haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. Besonders die Dialoge sind messerscharf und intelligent konstruiert.
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Farbenfrohe Charaktere: Die Figuren sind das Herzstück des Buches. Sie fühlen sich trotz des historischen Settings erstaunlich realitätsnah an. Von der schlagfertigen Elizabeth Bennet über den (zunächst) unterkühlten Mr. Darcy bis hin zur herrlich anstrengenden Mrs. Bennet – Austen zeichnet ihre Charaktere mit so viel Tiefe und Menschlichkeit, dass man das Gefühl hat, sie persönlich zu kennen.
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Hilfreicher Kontext: Ein großes Lob verdient auch die Aufbereitung dieser Ausgabe. Den Anhang und die Schlussbemerkungen fand ich extrem hilfreich. Sie werfen ein Licht auf die historischen Hintergründe und gesellschaftlichen Feinheiten, die einem modernen Leser sonst vielleicht entgehen würden, und runden das Leseerlebnis perfekt ab.
Fazit: Ein absolutes Muss für jeden, der kluge Unterhaltung, starke Frauenfiguren und eine ordentliche Portion Wortwitz liebt. Dieses Buch beweist, dass Klassiker alles andere als staubig sein müssen!
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- Suzanne Collins
Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele
(17.941)Aktuelle Rezension von: elisa_shrfIch kannte bisher nur die Filme und war daher nie interessiert an der Reihe, aber ich entschied mich dennoch das Buch zu lesen und muss sagen ich war durchweg begeistert von dem Buch. Die Geschichte war unfassbar spannend und ich habe das dystopische total geliebt. Meiner Meinung nach ein Muss für jeden!
- Leo Tolstoi
Anna Karenina
(1.104)Aktuelle Rezension von: Malte_HermannWenn ich Leo Tolstois „Anna Karenina“ lese, spüre ich von der ersten Bahnhofsszene an ein leises Grollen unter den Füßen: metallisches Zischen, neugierige Blicke, ein Vorzeichen von Unheil. Anna tritt für mich wie ein warmer Lichtkegel in eine kalte Gesellschaft; ihr Blick auf Wronskij entzündet eine Liebe, die zugleich Befreiung und Sturz bedeutet. Ich folge ihr durch Salons, Waggons und Gerüchte, durch die starre Höflichkeit von Petersburg und die klatschenden Kreise Moskaus. Ihr Ehemann Karenin wirkt korrekt wie ein Protokoll: Er schützt die Form und übersieht den Menschen. Ich schäme mich stellenweise über eine Welt, die Skandal wittert, aber Mitgefühl spart. (Mehr zu Anna Karenina: https://love-books-review.com/de/anna-karenina-von-leo-tolstoi/ )
Parallel gehe ich mit Lewin über Felder. In Gesprächen mit Bauern, in Mühen und Zweifeln sucht er Sinn, Gott und Arbeit zu verbinden. Zwischen abgewiesenem Antrag, Rückzug und Rückkehr wächst in mir Ruhe: In Kittys Blick und der Geburt des Kindes erkennt Lewin eine demütige, leise Wahrheit. Diese zweite Geschichte erdet die erste; sie zeigt mir, dass Glück nicht flackert wie Feuerwerk, sondern glüht wie eine kleine Flamme, die man gegen Wind schützt.
Je weiter ich lese, desto enger wird Annas Raum. Eifersucht, Schlaflosigkeit, Morphium und die Unmöglichkeit einer ehrlichen Zugehörigkeit lassen ihre Sprache spröde werden. Am Ende schneiden die Zugräder durch meine Gedanken: ein Entschluss, grausam klar. Ich bleibe erschüttert und zugleich dankbar, weil Tolstoi mir beides schenkt – das Porträt einer Gesellschaft, die Menschen zu Rollen verengt, und die Ahnung, dass Sinn im einfachen Guten liegt. Anna bleibt ein brennender Schatten; Lewin, ein stilles Versprechen von Alltag und Gnade.
- George Orwell
1984
(4.290)Aktuelle Rezension von: KlaraWgDer Roman 1984 ist für mich eines dieser seltenen Bücher, die nicht nur gelesen, sondern regelrecht erlebt werden. Die düstere Welt, die George Orwell entwirft, wirkt erschreckend klar und beklemmend real – gerade weil sie so konsequent durchdacht ist.
Besonders beeindruckt hat mich, wie subtil und gleichzeitig gnadenlos das Thema Kontrolle dargestellt wird: nicht nur durch Überwachung, sondern durch Sprache, Denken und sogar Erinnerung. Die Idee, dass Realität formbar ist, wenn man sie nur oft genug neu definiert, hat mich beim Lesen immer wieder innehalten lassen.
Der Protagonist Winston ist dabei keine klassische Heldenfigur, sondern eher ein stiller Beobachter – genau das macht ihn so greifbar. Seine innere Zerrissenheit und sein vorsichtiger Widerstand spiegeln sehr gut wider, wie schwierig es ist, in einem totalitären System überhaupt noch „man selbst“ zu bleiben.
Was das Buch für mich besonders stark macht, ist seine Zeitlosigkeit. Obwohl es 1949 erschienen ist, fühlt sich vieles erschreckend aktuell an. Gerade in einer Welt, in der Information, Wahrheit und Medien eine immer größere Rolle spielen, wirkt Orwells Warnung fast schon prophetisch.
Für mich ist „1984“ kein leichtes Buch, aber ein unglaublich wichtiges. Es regt zum Nachdenken an, bleibt lange im Kopf – und verändert den Blick auf die Realität ein Stück weit. Klare Leseempfehlung.
- Suzanne Collins
Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe
(9.051)Aktuelle Rezension von: Vivien_tsPeeta und Katniss müssen versuchen ihre Beziehung, so gut es geht, aufrechtzuerhalten, damit das Kapitol keinen Verdacht wittert. Doch schon bald wird klar, dass noch viel größere Herausforderungen auf die beiden zukommen.
Auch der zweite Teil der Reihe war absolut gelungen. Zwar habe ich irgendwie schon erwartet, was bei den nächsten Hungerspielen passiert, aber das hat mich noch lange nicht am Lesen gehindert.
Ich liebe Peeta wirklich. Ich bin schon seit Anfang a Team Peeta und nicht Team Gale, selbst wenn Gale nichts Böses getan hat. Ich kann einfach nicht verstehen, in welche Richtung Katniss Gefühle tendieren.
Am Ende gab es noch einen unerwarteten Plottwist, mit dem ich nicht wirklich gerechnet habe, den ich aber ehrlicherweise auch nicht ganz verstanden habe. Falls also irgendwer mir erklären könnte, was die letzten 10 Seiten für eine Bedeutung hatten, wäre das super.
Ich kann auf jeden Fall kaum erwarten, wie der dritte und letzte Band dieser Reihe sein wird und was darin auf mich wartet. Ich habe Angst. - Suzanne Collins
Die Tribute von Panem 3. Flammender Zorn
(8.334)Aktuelle Rezension von: Vivien_tsIn dem dritten und letzten Band der Hunger Games Reihe geht es nochmal um alles: Leben und Tod, Wer ist der Feind und wer ist der Verbündete?
Jetzt habe ich also nach sehr kurzer Zeit schon die ganze Reihe beendet und das spricht ja schonmal sehr dafür.
Der letzte Band hat für mich eher mit wenig Spannung gestartet und ich war verwirrt von einigen Ereignissen. Doch als die Geschichte voranging, wurde es immer spannender. Der Schreibstil ist flüssig und gegen Ende des Buches ist so viel auf einmal passiert, dass ich es gar nicht mehr richtig aufnehmen konnte.
Das Ende war sehr schön und ich bin wirklich froh, wie sich die Geschichte entwickelt hat. Nämlich genauso, wie ich es mir von Anfang an gewünscht habe. Abgesehen natürlich von all den tragischen Ereignissen.
Was ich leider etwas schade fand, war, dass besagte tragische Ereignisse meiner Meinung nach nicht intensiv genug behandelt wurden. An der ein oder anderen Stelle wurde es direkt unter den Teppich gekehrt, sodass ich mir gar nicht sicher war, ob ich richtig gelesen habe. Deswegen hat es mich auf emotionaler Ebene nicht so tief berührt.
Trotzdem hat diese Reihe, die mich irgendwie wegen der politischen Situation an die Shatter Me Reihe erinnert, mein Herz erobert. Was in diesem Buch passiert, ist unglaublich grausam, aber leider gar nicht so realitätsfern, wie es eigentlich sein sollte. - Yuval Noah Harari
SAPIENS - Eine kurze Geschichte der Menschheit
(409)Aktuelle Rezension von: Franz_J__Bingenheimer- Ein faszinierendes Buch, das die Geschichte der Menschheit völlig neu beleuchtet. Harari erklärt komplexe Themen so klar, dass man ständig ins Nachdenken kommt. Für alle, die verstehen wollen, wie wir wurden, was wir sind – absolut empfehlenswert! „Wer über sich und die Welt nachdenken will, sollte dieses Buch lesen.“
- Oscar Wilde
Biblioteca Obscura: Das Bildnis des Dorian Gray
(2.021)Aktuelle Rezension von: FriekeOscar Wildes Roman ist ein glänzendes Spiel mit Schönheit, Moral und Verführung. Die Geschichte des jungen Dorian, dessen Portrait an seiner Stelle altert und seine Sünden sichtbar trägt, entfaltet eine düstere Faszination.
Wilde verbindet elegante Sprache mit scharfem Witz und zeichnet eine Gesellschaft, die äußere Perfektion über innere Schönheit stellt. Besonders eindrucksvoll ist die Dynamik zwischen Dorian, dem zynischen Lord Henry und dem idealistischen Künstler Basil.
Der Roman wirkt wie ein ästhetisches Märchen, das langsam in eine moralische Tragödie kippt. Er bleibt zeitlos, weil er die Frage stellt, was passiert, wenn Genuss, Narzissmus und Verantwortungslosigkeit die Oberhand gewinnen.
Ein kurzer, aber intensiver Klassiker, der sowohl sprachlich als auch thematisch nachhallt.
- Veronica Roth
Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit
(3.732)Aktuelle Rezension von: Nicole_ThoeneDer zweite Band der dystopischen Jugendbuch-Trilogie von Veronica Roth, "Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit", setzt die Geschichte von Beatrice "Tris" Prior fort und bietet eine neue Perspektive auf ihre Herausforderungen in einem zunehmend gefährlichen Chicago. Nach dem Tod ihrer Eltern während eines Krieges zwischen den Fraktionen Ferox und Ken ist Tris gezwungen, mit ihren Freunden zu fliehen. Diese Flucht wird zusätzlich gefährdet, da Tris und ihr Freund Tobias "Four" als Unbestimmte gejagt werden, was ihre Situation noch komplizierter macht. Währenddessen erkennt Tris, dass sie sich verändert hat und muss sich mit ihren inneren Konflikten und dem Verlust auseinandersetzen, was sie manchmal schwierig im Umgang macht.
Der Schreibstil von Roth bleibt temporeich und spannend, wobei die Actionszenen oft überwiegen. Dennoch leidet der Plot unter dieser Intensität, da es an Platz für eine tiefere Entwicklung mangelt. Tris' Transformation zur starken, rebellischen Frau liefert interessante Ansätze, jedoch wird sie durch die stereotype Darstellung von Tobias und einige fragwürdige Entscheidungen in der Handlung geschwächt. In diesem Band wird auch das dystopische Motiv des Klimawandels thematisiert, was eine weitere Dimension zur erzählten Welt hinzufügt, aber nicht genug Raum erhält, um wirklich bedeutend zu wirken.
Insgesamt wird "Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit" als weniger überzeugend im Vergleich zum ersten Band wahrgenommen. Während die dystopischen Elemente und die Spannung stark bleiben, sind die Charakterentwicklungen und der emotionale Tiefgang nicht ausreichend ausgearbeitet. Trotz dieser Mängel lässt das Ende auf den letzten Band hoffen, der möglicherweise wieder mehr Begeisterung hervorrufen könnte.
- Ken Follett
Sturz der Titanen
(1.303)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIch weiß nicht, ob Sturz der Titanen das ideale Weihnachtsbuch ist – schließlich taucht man tief in den Ersten Weltkrieg ein. Aber wann hat man sonst schon einmal so viel Zeit, um sich ganz in Ruhe auf einen 1000-Seiten-Schmöker einzulassen?
Ken Follett hat diese besondere Gabe, einen schon nach wenigen Seiten mitten ins Geschehen zu ziehen. Ja, zu Beginn gibt es viele Schauplätze und zahlreiche Figuren, die man erst einmal einordnen muss. Doch erstaunlich schnell fiebert man mit allen mit, lernt sie zu lieben oder zu hassen und begleitet sie auf einer intensiven Reise durch einen dunklen Abschnitt der Weltgeschichte.
Das Buch ist stellenweise harte Kost. Der Erste Weltkrieg wird eindringlich und schonungslos geschildert, und die Schrecken, die die Menschen erleiden mussten, gehen nahe. Gleichzeitig war dieses Buch für mich besser als jede Geschichtsstunde. Die Recherche ist unfassbar gut – jede historische Begebenheit, jede reale Persönlichkeit und jeder Schauplatz sind sorgfältig eingebettet. Man merkt auf jeder Seite, wie fundiert und durchdacht dieses Buch ist.
Besonders spannend fand ich die unterschiedlichen Perspektiven: England, Russland, die USA – dadurch versteht man politische Zusammenhänge, Entscheidungen und Entwicklungen viel besser, auch wenn man bei den vielen politischen Manövern aufmerksam lesen muss.
Großartig ist zudem, wie Ken Follett die Lebenswege seiner Figuren miteinander verwebt. Ihre Geschichten kreuzen sich nach und nach, ohne konstruiert zu wirken. Alles hängt zusammen, alles greift ineinander, sodass man nie das Gefühl hat, mehrere getrennte Handlungsstränge zu lesen.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Für meinen Geschmack hätten einige Passagen – vor allem die sehr detaillierten Beschreibungen von Waffen, Strategien und Gefechten – etwas kürzer ausfallen können. Auch wenn ich Folletts Detailverliebtheit schätze, war mir das stellenweise etwas zu viel.
Fazit: Sturz der Titanen ist ein eindrucksvoller, spannender und lehrreicher Auftakt der Jahrhundert-Saga, die ihren Namen mehr als verdient. Habt keine Angst vor den 1000 Seiten – sie lohnen sich wirklich. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band, auch wenn ich jetzt erst einmal wieder etwas leichtere Kost brauche.
- Veronica Roth
Die Bestimmung - Letzte Entscheidung
(3.121)Aktuelle Rezension von: Nicole_ThoeneTris und Four stehen vor einer gewaltigen Herausforderung. Die Stadt, die sie einst als ihre Heimat betrachteten, ist nun ein Schlachtfeld, auf dem Loyalitäten auf die Probe gestellt werden. Der Widerstand gegen Evelyn hat die Stadt verlassen und sich in die Ungewissheit der Außenwelt gewagt. Dort, wo sie dachten, Freiheit zu finden, wird ihnen schnell klar, dass die Realität viel komplexer ist. Die Welt außerhalb der Stadt ist nicht nur unberechenbar, sondern auch voller Gefahren, die sie sich nie hätten vorstellen können. 🤔
Die moralischen Dilemmata, die ihnen begegnen, sind erdrückend. Entscheidungen, die sie treffen müssen, könnten nicht nur ihr eigenes Schicksal, sondern auch das der gesamten Menschheit beeinflussen. Erinnerungen können gelöscht und Städte manipuliert werden – ein „Reset“, der alles verändern könnte. Doch wer hat das Recht, über das Schicksal anderer zu entscheiden? Und vor allem: Wer gehört wirklich zu wem? 😖🧐
Inmitten all dieser Turbulenzen ist die Beziehung zwischen Tris und Four auf der Kippe. Die Versprechen der Ehrlichkeit scheinen in den Schatten der Unsicherheiten zu verschwinden. Tris, die sich oft in ihrer eigenen Unsicherheit verliert, kämpft nicht nur gegen die äußeren Bedrohungen, sondern auch gegen ihre eigenen inneren Dämonen. Ihre Entscheidungen, die sie trifft, um die Welt zu retten, könnten sie letztlich auch auseinanderreißen. Wird die Ehrlichkeit, die sie sich geschworen haben, ausreichen, um ihre Verbindung zu retten, oder wird sie zur letzten Waffe, die sie gegeneinander richten? 🥺
Der finale Konflikt ist nicht nur ein Kampf zwischen Fraktionen, sondern auch ein Kampf um die eigene Identität und um das, was es bedeutet, für etwas Größeres einzustehen. Trauer und Verlust sind ständige Begleiter, während sie versuchen, einen Neuanfang zu finden. Die Themen Opferbereitschaft und Verantwortung sind allgegenwärtig und fordern von Tris und Four, alles zu riskieren, um das zu schützen, was sie lieben. 💔
Das Finale ist ein wahrer Pageturner, der den Leser mitreißt und nicht loslässt. Die Emotionen sind intensiv, und jede Entscheidung hat Konsequenzen, die weit über den Moment hinausreichen. Tris mag vielleicht nicht immer sympathisch sein, doch ihr innerer Konflikt ist nachvollziehbar. Ihr Entschluss, die Dinge zu ändern, wird Herzen brechen und gleichzeitig Hoffnung schenken. ⚡
Insgesamt ist es ein actionreiches Finale, das mit Tränen und gebrochenen Herzen gefüllt ist. Es ist eine Geschichte über die Suche nach Identität, die Herausforderungen des Lebens und die Kraft der Liebe, die selbst in den dunkelsten Zeiten bestehen bleibt. 🥹💔
- Thomas Mann
Der Zauberberg
(577)Aktuelle Rezension von: Buchfreundin55Der Zauberberg, erstmals 1924 veröffentlicht, gilt als eines der zentralen Werke der deutschen und europäischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Thomas Mann, der den Roman in einer Zeit zunehmender politischer und kultureller Umbrüche schrieb, entfaltet auf über siebenhundert Seiten ein dichten Netz aus Philosophie, Psychologie, Politik und Geschichte. Zentrales Moment des Romans ist der Aufenthalt des jungen Ingenieurs Hans Castorp in einem Sanatorium in Davos, der sich zunächst als Besuch zu einer kurzen Zeit erweist, doch durch eine Reihe von Begegnungen, Gesprächen und inneren Bewegungen sich zu einer langen Existenz innerhalb der kurativen Welt der Bergwelt verdichtet.
Die Nacherzählung der Ereignisse erfolgt mit einer Mischung aus nüchterner Detailtreue und dichterischer Verdichtung. Der Roman verwebt multiple Ebenen: die konkrete Handlung im Sanatorium, die intellektuelle Auseinandersetzung der Figuren untereinander, und eine meta-narrative Reflexion über Zeit, Krankheit und Sterblichkeit. Die Chronik des Berg- und Sanatoriumslebens wird durch eine Vielzahl von Dialogen getragen, in denen sich philosophische, politische und medizinische Diskurse begegnen.
Hans Castorp entwickelt sich im Spannungsfeld von Begehren, Zweifel und intellektueller Neugier. Sein Wandel ist eher graduell als dramatisch: Von einem oberflächlich neugierigen, nahezu unentschlossenen Jüngling wird er zu einem Individuum, das die existenzielle Frage nach Zeitlichkeit, Krankheit und Lebensstil ernsthaft sondiert. Die übrigen Figuren fungieren als Doppelgänger und Katalysatoren für Castorps Selbstdeutung. Ihre Stimmen und Ideen stehen in Gegensatz zueinander: Humanismus versus Rationalismus, Aufklärung gegen existentielle Erkenntnis, Lebenskunst gegen asketische Askese. Der Dialog wird so zum Motor des Romans: Er dient nicht nur der Charakterisierung, sondern dient als Feld, in dem sich Ideen gegenseitig testen, widerlegen oder bestätigen.
Ein weiteres zentrales Thema ist die Krankheit als Metapher. Krankheit wird nicht bloß als medizinischer Zustand beschrieben, sondern als Zustand des Denkens und des Lebensstils. Als solcher fordert sie die Zeitgenossen heraus, die Grenzen von Gesundheit, Normalität und Freiheit neu zu definieren. Der Roman verhandelt die Frage, ob Krankheit eine Art Lehrmeister für das Bewusstsein sein kann oder vielmehr eine Bedrohung, die den Blick verengt. Manns Darstellung der Krankheiten – einschließlich der Tuberkulose, der als politische Metapher fungieren kann – bietet eine vielschichtige Perspektive auf Gesellschaft und individuelle Verantwortung. Der Zauberberg ist unauflöslich mit den politischen und philosophischen Umbrüchen seiner Epoche verbunden.
- Leo Tolstoi
Krieg und Frieden (Leo Tolstoi)
(516)Aktuelle Rezension von: Itsnotabout_HappyendingsTolstois "Krieg und Frieden" ist ein zeitloses Meisterwerk, das die Schicksale russischer Adelsfamilien während der napoleonischen Kriege verfolgt, insbesondere die Entwicklungen von Pierre Besuchow, Andrej Bolkonski und Natascha Rostowa. Der Roman verbindet persönliche Geschichten mit historischen Ereignissen und zeigt die psychologische Tiefe der Charaktere. Besonders eindrucksvoll sind Pierres und Nataschas Wandlungen. Tolstois schonungslose Darstellung des Krieges, insbesondere der Schlacht von Borodino, entlarvt heroische Mythen und thematisiert die Sinnlosigkeit des Krieges sowie die Rolle des Individuums in der Geschichte.
Die Detailtreue des russischen Gesellschaftslebens im 19. Jahrhundert ist bemerkenswert, auch wenn die Vielzahl an russischen Namen und die Länge des Romans eine Herausforderung darstellen können.
Empfohlen für:
- Liebhaber komplexer Literatur
- Geschichtsinteressierte
- Leser philosophischer Themen
- Fans tiefgehender Charakterentwicklung
Weniger geeignet für:
- Leser, die schnelle Unterhaltung suchen
- Personen, die lange philosophische Passagen vermeiden
- Leser, die Schwierigkeiten mit vielen Charakteren und Handlungssträngen haben
Ein hilfreicher Tipp für das Lesen ist, eine Liste der Hauptcharaktere und deren Beziehungen zu erstellen.
- Veronica Roth
Die Bestimmung
(6.563)Aktuelle Rezension von: shizu_readsNa, wer erinnert sich noch an den Dystopie-Hype vor ein paar Jahren? Die Bestimmung ist damals auch erschienen und stand seitdem ungelesen in meinem Regal.
Im ersten Band muss sich Tris für eine der fünf Fraktionen entscheiden, die sich nach einem Krieg gebildet haben. Sie wählt die kämpferische Ferrox und verlässt dafür ihre Geburtsfraktion.
Man begleitet sie durch ihre Initiation, was sich stellenweise ziemlich zieht. Das bringt zwar etwas Tiefe für die Ferrox, aber der restliche Weltenbau bleibt eher oberflächlich.
Erst im Finale nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf – leider war ich da schon etwas genervt und habe nur noch quergelesen. Der eigentliche Kern hätte deutlich früher kommen können, der Plottwist wirkt dadurch sehr spät. Bis dahin plätschert es eher vor sich hin: ein paar interessante Ansätze, aber nicht wirklich packend.
Tris funktioniert als Protagonistin ganz gut – ein klassischer Underdog, der sich entwickelt. Teilweise ist sie noch sehr naiv, lernt aber dazu. Die Liebesgeschichte ist eher zart und wirkt stellenweise etwas unglaubwürdig. Four bleibt dagegen ziemlich blass, genauso wie viele andere Figuren.
Insgesamt lässt es sich gut lesen, auch wenn mehr Tiefe drin gewesen wäre. Den zweiten Band werde ich auf jeden Fall noch lesen und dann entscheiden, ob ich die Reihe beende oder abbreche.
- Ally Condie
Cassia & Ky - Die Auswahl
(4.535)Aktuelle Rezension von: KayuriCassia bekommt ihren Lebenspartner vermittelt. Als sie sich den Chip ansieht passiert etwas ungewöhnliches, ein zweites Gesicht taucht auf. Was ist da schief gelaufen in dieser eigentlich perfekt durchgeplanten Welt?
Das Buch zeichnet erstmal langsam ein Bild von dieser dystopischen Welt. Leider bleibt das Buch überlange Strecken auch langsam und manches fühlte sich gezogen an. Dennoch hatte ich Spaß an diesem Buch, vor allem das Ende schürt eine Erwartung auf Spannung.
- Pascal Mercier
Nachtzug nach Lissabon
(1.390)Aktuelle Rezension von: LuliaIm Zentrum der Handlung steht der introvertierte Altphilologe Raimund Gregorius dessen Alltag aus Ritualen, Büchern und seiner Tätigkeit als Lehrer besteht. Ein zufälliges Treffen mit einer geheimnisvollen Frau auf dem Weg zur Schule und ein portugiesisches Buch voller existenzieller Gedanken, die er zufällig in einer Buchhandlung entdeckt, reißen ihn aus dieser Ordnung heraus und er begibt sich auf die Spuren des Autors ebendieses Buches, was ihn nach Lissabon führt. Die Handlung liest sich wie eine Reise durch Lissabon mit seinen Stationen, die einzeln für sich eine weitere neue Facette sowohl des Autos Prado als auch Gregorius‘ freilegen. Hierbei wechseln sich Passagen mit Schilderungen Nahestehender Prados über ebendiesen, Passagen seines Buches und innerer Empfindungen und Gedanken Gregorius‘ ab. Die stille und langsame Handlung lebt vor allem von der Atmosphäre, den inneren Bewegungen und den Begegnungen.
Bei den Protagonisten stehen sowohl Gregorius als auch Prado klar im Mittelpunkt. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung, die die beiden im Verlauf des Buches vollziehen. Aber auch relevante Nebenprotagonisten erleben eine nachvollziehbare und schöne Entwicklung, die der Geschichte eine zusätzliche Facette und Tiefe verleiht. Wer stille und tiefgründige Romane mit philosophischem Tiefgang und existenziellen Fragestellungen mag, wird hier fündig.
Der Schreibstil ist philosophisch, klar und teils anspruchsvoll, was gut zur Handlung passt.
Minuspunkte: Das bereits erwähnte langsame Handlungstempo war an einigen Stellen sehr zäh und der philosophische Einschlag war mancherorts ein wenig zu anspruchsvoll.
Insgesamt kann ich das Buch empfehlen. - Jay Asher
Tote Mädchen lügen nicht
(5.012)Aktuelle Rezension von: Julia92Inhalt: Als Clay aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. 13 Gründe haben zu ihrem Selbstmord geführt. 13 Personen hatten ihren Anteil daran. Clay ist einer davon …
Meinung: Es fällt mir nicht leicht, eine Bewertung zu diesem Buch abzugeben, da es sich um ein hochsensibles Thema handelt und Suizid nie die Lösung sein sollte. Hannah Baker ist eine Jugendliche, die sehr mit sich selbst zu kämpfen hat und am Ende nur noch diese Option sieht. Mit der gesamten Story hatte ich so meine Probleme.
Der Schreibstil ist weder anspruchsvoll noch besitzt er Wiedererkennungswert. Vermutlich ist das gewollt, um die Jugendlichen möglichst wahrheitsgetreu darzustellen. Erzählt wird das Buch aus zwei Perspektiven – Hannah und Clay – in der ersten Person.
Mit Hannah hatte ich so meine Probleme. Sie kam mir sehr unnahbar vor, ich fand keinen Draht, konnte nicht mal Mitgefühl entwickeln. Ihre Persönlichkeit war einfach nicht tiefgründig genug. Relativ kühl und beinahe herablassend zählt sie die Dinge auf, die andere Schüler ihr angetan haben und stellt Leute an den Pranger, die teilweise nicht mal vorsätzlich gehandelt haben. Das machte sie für mich sehr unsympathisch.
Jeder Mensch reagiert anders auf sein Umfeld und es gibt leider zu viele Opfer von Mobbingattacken und Schlimmerem. In Hannahs Fall einen Klaps auf den Po zu bekommen oder als „Mitfahrgelegenheit“ betitelt zu werden, spiegelt nicht mal ansatzweise die wahren Probleme der Gesellschaft wider. Das Buch sollte vermutlich Augen öffnen. Doch ich bin hier zwiegespalten. Die Message sollte doch sein, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen und darüber nachzudenken, wozu Mobbing führen kann. Doch Hannah macht es ihren Mitmenschen nicht leicht. Sie stößt sie von sich weg, wird Zeugin einer Vergewaltigung und sieht dennoch sich selbst als Opfer. Sie verlangt permanent von allen anderen, sich in sie hineinzuversetzen, ist aber nicht eine Sekunde bereit, dasselbe zu tun.
Als sie am Ende auch noch den Vertrauenslehrer die Mitschuld an ihrem Selbstmord gibt, konnte ich beim Lesen nur noch den Kopf schütteln. Sie ist verzweifelt. Sie will Hilfe. Das behauptet sie zumindest. Doch sie lässt sich nicht helfen und läuft stattdessen davon. Ihr Lehrer bittet sie mehrere Male, zu bleiben, doch sie ignoriert dies. Ihm dann noch vorzuwerfen, nicht hartnäckig genug gewesen zu sein, ist nicht fair von ihr.
Hier war mir einfach die komplette Handlung zu gestellt. Der Autor reihte ein Ereignis um das andere und zeichnete Hannahs Persönlichkeit sehr übertrieben – meiner Meinung nach.
Das Buch war flüssig zu lesen. Immer wieder hoffte ich auf den Punkt, der das Fass zum Überlaufen brachte. Doch er kam nicht. Psychologische Hilfe wäre hier für die Protagonistin wertvoll gewesen. Stattdessen anderen die Schuld an allem zu geben, ist keine gute Message. Schade fand ich auch, dass nicht auf die Gefühlswelt der Mitschüler und der Lehrer eingegangen worden ist. Mich hätte sehr interessiert, wie sie mit dem Verlust umgehen. Auch Hannahs Eltern kommen nicht zu Wort. Die gesamte Story bezieht sich rein auf Hannahs Erlebnisse in ihrer Bubble. Das war mir etwas zu einseitig. Es fehlte an Abwechslung, an „Leben“. Clay war mir leider auch nicht sonderlich sympathisch.
Ich vergebe 2 von 5 Sternen, da das Buch ein wichtiges Thema anspricht, jedoch in der Umsetzung meiner Meinung nach nicht gelungen ist.
- Thomas Mann
Buddenbrooks
(2.426)Aktuelle Rezension von: HarryPlotterDie Buddenbrooks ist kein optimistischer Roman. Im Mittelpunkt stehen Johann Buddenbrook und später seine Kinder Thomas und Tony; am Ende bleibt nur noch Hanno. Man erlebt, wie die Familie nicht nur an gesellschaftlichem Ansehen verliert, sondern allmählich zerfällt.
Schon zu Beginn wird deutlich, dass alles auf einen Niedergang hinausläuft. Während sich gesellschaftliche Verhältnisse und Machtstrukturen verändern, versuchen Thomas und Tony, den Namen und die Würde der Familie zu bewahren – doch die neuen Zeiten sind unerbittlich. Viele Nebenfiguren verstärken dieses Bild einer Welt, die zunehmend überholt wirkt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn einige Passagen – besonders um Hanno – etwas schwerfällig waren.
- Margaret Atwood
Der Report der Magd
(884)Aktuelle Rezension von: Eve_WaeKlappentext:
Frauen als unterdrückte Gebärmaschinen. Ein totalitärer Staat, der keine Gnade kennt. Und eine stille Heldin, die den Ausbruch versucht: »Der Report der Magd« ist große Literatur und noch viel mehr.
Für Millionen Leserinnen auf der ganzen Welt ist Margaret Atwood die wichtigste literarische Stimme eines warnenden Feminismus. Ihre beklemmende Dystopie löste bei Erscheinen im Jahr 1985 einen kollektiven Aufschrei aus. Die weltweite Faszination ist geblieben.
Die provozierende Vision eines totalitären Staats: Nach einer atomaren Verseuchung ist ein großer Teil der weiblichen Bevölkerung unfruchtbar. Die Frauen werden entmündigt und in drei Gruppen eingeteilt: Ehefrauen von Führungskräften, Dienerinnen und Mägde. Letztere werden zur Fortpflanzung rekrutiert und sollen für unfruchtbare Ehefrauen Kinder empfangen. Auch die Magd Desfred wird Opfer dieses entwürdigenden Programms. Doch sie besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben ...
Meine Meinung:Ich bin über die Serie The Handmaid’s Tale auf Disney+ gestolpert und war sofort gefesselt. Ich bin komplett in diese Welt eingetaucht und wollte unbedingt wissen, woher das alles kommt. So bin ich schließlich bei Der Report der Magd von Margaret Atwood gelandet.
Und ehrlich gesagt hat mich das Buch genauso wenig losgelassen wie die Serie.
Die Geschichte spielt in Gilead, einem ehemaligen Teil der USA, der nach einem religiösen Umsturz zu einem totalitären Regime geworden ist. Frauen haben keinerlei Rechte mehr. Sie dürfen weder lesen noch arbeiten noch über ihr eigenes Leben bestimmen. Sie existieren nur noch als Besitz und im schlimmsten Fall als Gebärmaschinen.
Im Zentrum steht June Osborn, die als Magd im Haushalt eines Kommandanten lebt und gezwungen wird, für ihn ein Kind zu bekommen. Allein diese Ausgangssituation ist schon schwer auszuhalten, aber was das Buch daraus macht, geht noch viel tiefer.
Besonders spannend fand ich die Form. Die Geschichte ist wie ein Bericht aufgebaut, fast wie ein persönliches Protokoll. June erzählt bruchstückhaft von ihrem Leben nach dem Umsturz, ihren Erinnerungen, ihren Gedanken. Dazwischen stehen die sogenannten historischen Anmerkungen aus der Zukunft, in denen ihr Bericht wie ein Fundstück analysiert wird. Das macht das Ganze noch beklemmender, weil es plötzlich nicht mehr nur wie Fiktion wirkt, sondern wie etwas, das tatsächlich passiert sein könnte.
Die Handlung an sich ist ruhig und unspektakulär. Es geht nicht um große Action, sondern um das Aushalten, das Erinnern und das Überleben. Gerade das hat es für mich so intensiv gemacht. Margaret Atwood schreibt nüchtern und teilweise fragmentarisch, was die Ausweglosigkeit nur noch verstärkt.
Ein Detail, das mir erst nach und nach bewusst wurde, hat mich besonders getroffen. Die Namen der Mägde. June wird „Desfred“ genannt, eine Andere heißt zum Beispiel „Desglen“. Am Anfang habe ich das einfach hingenommen, ohne groß darüber nachzudenken. Bis mir klar wurde, dass das nicht einfach Namen sind. Sie bedeuten „des Fred“, „des Glen“. Die Frauen besitzen nicht einmal mehr ihre eigene Identität. Sie gehören ihren Kommandanten. In Junes Fall ist das Fred Waterford. Dieser Moment des Verstehens hat für mich noch einmal deutlich gemacht, wie konsequent dieses System Frauen entmenschlicht.
Es ist definitiv keine leichte Lektüre. Der Umgang mit Frauen, die völlige Kontrolle über ihre Körper und ihr Leben, das alles ist schwer auszuhalten. Und gleichzeitig wirkt es erschreckend real. Gerade weil das Buch schon in den 80ern geschrieben wurde, fühlt es sich heute fast noch aktueller an.
Fazit:
Für mich war „Der Report der Magd“ keine Geschichte, die man einfach liest und wieder weglegt. Es ist ein Buch, das nachwirkt, das einen beschäftigt und das einem unangenehme Fragen stellt. Genau das macht es so stark.
- Jane Austen
Emma
(1.026)Aktuelle Rezension von: JordanbakerJane Austens Emma ist ein Roman voller Eleganz, feinem Witz und psychologischem Gespür. Ich gebe 4 Sterne, weil mich die Geschichte insgesamt sehr gut unterhalten hat, ich aber nicht durchgehend begeistert war.
Im Mittelpunkt steht Emma Woodhouse – jung, wohlhabend und überzeugt, eine begnadete Heiratsvermittlerin zu sein. Was sie dabei übersieht, sind ihre eigenen Gefühle und die der Menschen um sie herum. Austen zeichnet Emma mit viel Ironie, aber auch Sympathie: Sie ist weder perfekt noch böse, sondern einfach menschlich in ihrer Selbstüberschätzung. Die Entwicklung dieser Figur ist großartig beobachtet und macht den Reiz des Buches aus.
Der Schreibstil ist – wie bei Austen gewohnt – brillant: die Dialoge sprühen vor feiner Gesellschaftskritik, die Nebenfiguren sind liebevoll überzeichnet, und die romantischen Verwicklungen sind mit viel Fingerspitzengefühl inszeniert.
Den einen Stern ziehe ich ab, weil die Handlung in der Mitte etwas zu sehr tritt und einige Nebenstränge für meinen Geschmack zu ausführlich geraten. Auch Emma selbst war mir stellenweise etwas zu sehr in ihrer privilegierten Welt gefangen, sodass mir die kritische Distanz fehlte.
Dennoch: Ein wunderbarer Klassiker für alle, die intelligente Unterhaltung mit Tiefgang schätzen – und sich nicht scheuen, sich auf eine etwas langsamere Erzählweise einzulassen.
- David Foster Wallace
Unendlicher Spaß
(182)Aktuelle Rezension von: Lesekosmos
Dieses Werk ist der Ironman der Literatur. Wer dieses Buch wirklich bis zur letzten Zeile durchgehalten hat, sollte vom Kiepenheuer & Witsch Verlag ein Finisher-T-Shirt zugeschickt bekommen. Mit 1551 Seiten oder 3.486 KB setzt David Foster Wallace alles daran, in Marcel Proust’s Fussstapfen zu treten. Die ganz persönliche Lesezeit betrug ein Jahr. War es eine verlorene Zeit? Machen wir uns auf die Suche.
Gewöhnlicherweise beginnt eine Rezension mit einer Zusammenfassung des Inhalts in Stichworten. Aber bei Foster Wallace ist nichts gewöhnlich, schon gar nicht der Inhalt. Es geht im weitesten Sinne um eine Tennisakademie. Es geht zum Beispiel auch um James O. Incandenza, den exzentrischen Gründer dieser Tennisakademie, der gleichzeitig auch Regisseur ebenso exzentrischer Kurzfilme war, bevor er sich irgendwann mit dem Kopf in der Mikrowelle das Leben nahm. Seine Frau und seine Söhne waren oder sind Teil der Akademie; die einen als Spieler, die Mutter als Dozentin und Co-Rektorin. Es geht aber auch um ein Heim für Suchtabhängige jeder Couleur, das nur unweit von der Tennisakademie beheimatet ist. Und es geht um eine kanadische Widerstandsgruppe von Rollstuhlfahrern, die aus irgendeinem bis zum Schluß unbekannten Grund hinter einer Videokassette aus dem Schöpfungsfundus von Incandenza herjagen. Wobei kanadisch eigentlich nicht richtig ist, weil sich in dem futuristisch angelegten Roman Kanada mit den USA und Mexiko zu den sogenannten O.N.A.N.-Staaten zusammengeschlossen hat.
Der Versuch einer Inhaltsangabe muss an dieser Stelle wegen Sinnlosigkeit abgebrochen werden. Wer nach Inhalt oder gar einem durchgehenden Handlungsfaden sucht, ist bei Unendlicher Spaß falsch. Der Autor wirft dem Leser Mosaiksteine zu, die dieser die längste Zeit versucht, mühsam zu einem Bild zusammenzusetzen, um am Schluss zu erfahren, dass es gar kein Bild gibt. Der Roman endet an einer scheinbar beliebigen Stelle. Das Werk lebt vom Augenblick. Seite für Seite.
Irgendwann erkennt man, dass man seinen gewohnten Stil des Buchlesens adaptieren und sich einer neuen Dimension des Lesens öffnen muss. Als wenn man im Kunstmuseum von den alten Meistern des Mittelalters zum allerersten Mal in die Abteilung für abstrakte Kunst wechselt. Und so wie man in einem abstrakten Gemälde nicht nach Gegenständen suchen sollte, muss man Foster Wallace seitenlang einfach nur auf sich wirken lassen. Der Mann ist ein linguistischer Vulkan, sein sprachliches Repertoire ist beeindruckend. Und wo seine/unsere Sprache nicht ausreicht, erfindet er einfach neue Worte und Begrifflichkeiten. Deshalb auch grenzenlose Hochachtung für Ulrich Blumenbach, der in der Tat fünf (!) Jahre an der Übersetzung gearbeitet hat und es zum Beispiel schaffte, nicht nur die komplexesten Wortschöpfungen zu intonieren, sondern zum Beispiel auch schwierige, eher lautmalerische Passagen mit englischer Sprache und Schweizer Akzent ins deutsche Pendant zu transferieren.
Natürlich hat solch ein Buch zwangsläufig auch seine Längen und Hänger, und das nicht zu knapp. Dann ist der Leser der Wanderer durch die Wüste, wartend auf die nächste Oase. Und die liefert Foster Wallace sehr zuverlässig immer wieder. Als dieses Werk entstand, musste sich sein Kopf wie ein sprühender Geysir anfühlen, denn das Buch ist ein Spiegelbild seiner unbändigen Kreativität, seiner Schaffenskraft, seiner Energie, seiner Kompetenz in vielen Themen, aber auch seiner mentalen Verwirrungen. Allein seine Fußnoten erstrecken sich oft über viele Seiten und haben wiederum weitere Fußnoten, weil er es offensichtlich nie ganz schaffte, alles unterzubringen, was ihm in den Sinn kam. Allerdings wird in manchen Passagen auch deutlich, wie schmal der Grat zwischen Genialität und Schrott oft ist.Unendlicher Spaß gilt als ein zentrales Werk der US-amerikanischen Literatur der 1990er Jahre und wurde vom Time Magazin zu den 100 besten englischsprachigen Romanen gerechnet. Diese Einschätzung erfuhr posthum eine weitere Aufwertung. Wallace nahm sich 2008 nach schweren Depressionsphasen und langer Alkoholabhängigkeit im Alter von 46 Jahren das Leben.Wer sich an dieses Werk heranwagt, sollte sich von den standardisierten Lese-Erwartungen loslösen, viel Zeit haben und sollte offen sein für experimentelle Literatur. Dann kann Unendlicher Spaß eine bereichernde Erfahrung sein.
- Jane Austen
Pride and Prejudice
(516)Aktuelle Rezension von: springtimeIch habe das Buch gern gelesen, auch wenn der Erzählstil etwas gewöhnungsbedürftig war. Manchmal kam mir das Ganze vor als würde ich einen zusammenfassenden Bericht lesen und keinen Roman, weil es mir zeitweise an Beschreibungen und Tiefe fehlte.
Der Plot war allerdings überzeugend und es ist eine eher ruhigere Liebesgeschichte, die ohne intensive Emotionen und Tragik auskommt.
Das Buch kann ich allen weiterempfehlen, die nach einer angenehmen Lektüre suchen zum Entspannen und Abschalten. - Sebastian Fitzek
Noah
(2.127)Aktuelle Rezension von: Jaqueline_Ivanovi_Noah war für mich eher durchschnittlich. Die auf realen Fakten basierende Thematik ist interessant und regt zum Nachdenken an. trotzdem hätte ich das Buch vermutlich nicht gelesen. wenn mir das Thema vorher bewusst gewesen wäre Der Schreibstil ist gut und flüssig, aber wirklich interessiert hat es mich leider nicht... Ich habe hauptsächlich weitergelesen, um das Ende zu erfahren.
- John Green
Margos Spuren
(1.958)Aktuelle Rezension von: mxchellex678Leider konnte mich Margos Spuren nicht überzeugen. Der Schreibstil war zwar ungewöhnlich und in gewisser Weise interessant, aber insgesamt empfand ich ihn als zu schnell, hektisch und abgehackt. Dadurch fiel es mir schwer, in die Handlung einzutauchen oder eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Die Idee der Geschichte hatte zwar Potenzial, doch die Umsetzung hat mich persönlich nicht erreicht. John Green ist wohl einfach nicht mein Autor.























