Bücher mit dem Tag "gesellschaftsbild"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "gesellschaftsbild" gekennzeichnet haben.

81 Bücher

  1. Cover des Buches Der Schatten des Windes (ISBN: 9783596196159)
    Carlos Ruiz Zafón

    Der Schatten des Windes

     (5.757)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Daniel wird von seinem Vater zu einem geheimen Ort gebracht, dem "Friedhof der vergessenen Bücher". Dort findet er ein Buch von Julián Carax und ist sofort fasziniert. Als er sich auf die Suche nach dem mysteriösen Autor macht, gerät er in eine Parallelwelt, die ihn an das Leben von Carax erinnert. Geradezu besessen versucht er sich das Buch und dessen Handlung in seinem Leben zu erklären. Diesen Klassiker musste ich jetzt auch endlich lesen bzw. habe ich die meiste Zeit das Audiobuch @audible gehört. Vielleicht hätte ich komplett nur das Buch lesen sollen, da ich während dem Hören doch des öfteren mit meinen Gedanken abgeschweift bin und mich die Geschichte nicht ganz abholen konnte. Teilweise war es mir etwas zu langwierig, teilweise fand ich die Mischung aus Krimi, Liebesgeschichte und historischen Einflüssen sehr spannend. Ich werde auf jeden Fall noch das ein oder andere Buch von Zafón lesen und hoffen, dass es mich mehr in seinen Bann zieht.

  2. Cover des Buches Geständnisse (ISBN: 9783570102909)
    Kanae Minato

    Geständnisse

     (255)
    Aktuelle Rezension von: Quacki24

                


          Puh! Ich weiß immer noch nicht so richtig, wie ich dieses Buch fand. Die Japaner sind schon echt anders drauf.
    Ich fand den Schreibstil sehr außergewöhnlich, aber gut zugänglich. Es war mal wieder ein Buch, in dem ich eigentlich niemanden leiden konnte, aber trotzdem unbedingt wissen musste, wie es weitergeht. Gut gefallen hat mir auch, dass es hier nicht das für einen Thriller klassische "Who-done-it"-Prinzip gab (weswegen ich ja nicht gerne Thriller lese), sondern es eher um die kranke Psyche der Protagonisten ging. Und mal ehrlich - aller der Reihe nach hatte da niemand.
    Richtig toll fand ich auch, dass die Spannung wirklich bis auf die letzte Seite gezogen wurde. Durch die nacheinader wechselnde Perspektive veränderte sich auch jeweils die eigene Sicht auf das ganze Geschehen.
    Gar nicht mochte ich hingegen die durch den Perspektivwechsel hervorgerufenen Wiederholungen. Und warum ist da ein Apfel auf dem Cover?
  3. Cover des Buches Die Auswahl (ISBN: 9783841421197)
    Ally Condie

    Die Auswahl

     (4.456)
    Aktuelle Rezension von: Freedom4me

    Ich liebe das Setting!♥
    Es handelt sich hier um eine Dystopie.
    In 'Der Gesellschaft' ist das Leben durch zahlreiche Gesetze und Regelungen vorgegeben. Ich fand es so spannend von Seite zu Seite mehr über das System zu erfahren und zu lesen, was alles vorbestimmt und was verboten ist. Mir hat die Beschreibung der Welt mit den ganzen Vorgaben einfach total gut gefallen und mich total in ihren Bann gezogen.

    Die Protagonistin hat mir auch total gefallen, vor allem, da sie sich im Buch so stark weiterentwickelt. Anfangs steht sie noch total hinter dem System, aber als ihr dann ein Partner vorgegeben wird, ihr Herz aber etwas anderes sagt, beginnt sie nach und nach zu zweifeln...

    Mir hat auch gefallen, dass die Liebesgeschichte nicht kitschig ist oder total im Zentrum steht. Es geht vor allem um das System, um das Leben in Der Gesellschaft, um Geheimnisse und Anpassung und Zweifel.
    Die Liebesgeschichte hängt mit all dem zusammen und ist daher auch eine Geschichte der Systemkritik, eine Geschichte des Zweifelns, eine Geschichte, die von der Angst bestimmt ist, erwischt zu werden,...


    Fazit: Mir hat das Buch total gefallen. Das Setting ist total super und die Welt wird so lebendig und gut geschildert, dass man sich alles total gut vorstellen kann. Dieses System mit den ganzen Vorgaben wird einfach extrem gut dargestellt. Zusammen mit einer tollen Protagonistin, einigen Spannungen und der Liebesgeschichte, war es ein sehr vielversprechender Auftakt einer Dystopie und ich werde sofort mit dem zweiten Teil beginnen, weil ich wissen muss, wie es weiter geht! Von mir gibt es hier eine ganz klare Leseempfehlung.

    Cassia & Ky I: Die Auswahl bekommt von mir 5 / 5 Sterne.

  4. Cover des Buches Das Verschwinden der Erde (ISBN: 9783423282581)
    Julia Phillips

    Das Verschwinden der Erde

     (110)
    Aktuelle Rezension von: Hellena92

    2 kleine Mädchen verschwinden. Dieses Verschwinden hat mehr oder weniger Einfluss auf verschiedene Leben eines kleinen russischen Dorfes. Dies wird in 12 Kurzgeschichten erzählt… das war es auch schon, was über den Inhalt zu sagen wäre.

    Fazit: 

    Der Schreibstil war normal, wie in vielen newadult Romanen mittlerweile Standard. Also von wegen meisterhaft erzählt.
    die Kurzgeschichten waren deprimierend, teilweise durch den typischen erhobenen Zeigefinger geprägt und keineswegs neue Erfindungen. Ich habe es nicht bis zum Ende durchgehalten. Ich halte diese Geschichte für zu hochgelobt und pseudotragisch. Hat mich keineswegs umgehauen. 

  5. Cover des Buches Eden Academy. Du kannst dich nicht verstecken (ISBN: 9783473585069)
    Lauren Miller

    Eden Academy. Du kannst dich nicht verstecken

     (482)
    Aktuelle Rezension von: michellebetweenbooks

    Rory glaubt es kaum, als sie die Zusage für die berühmte Eden Academy bekommt. Die beliebte Eden Academy ist eine Privatschule für besonders begabte Schüler. Als sie dort ankommt, erfährt sie etwas von einem Geheimbund, der an der Schule existieren soll. Dann lernt sie North kennen, den sie sehr anziehend findet, aber dennoch scheint er etwas zu verbergen…

    Ich habe dieses Buch schon lange auf meinem SuB liegen gehabt, deshalb habe ich mich kurzum dazu entschlossen, einfach mit diesem Buch anzufangen. Das ist das erste Buch der Autorin, was ich gelesen habe.

    Der Einstieg in die Geschichte von ,,Eden Academy‘‘ ist mir sehr leicht gefallen. Ich war schnell in der Geschichte drinnen und habe das Buch innerhalb zwei Tagen verschlungen. Gerade die Auflösung bzw. das Ende war etwas, mit dem ich nicht gerechnet habe, da auch nicht wirklich etwas darauf hingewiesen hat. Das fand ich toll, da der Überraschungseffekt umso größer war. 

    Jetzt einmal zu Rory. Ich habe oft gehört, dass viele sie gar nicht mochten, was ich absolut nicht verstehen kann. Zu Beginn war ihr verhalten nicht in Ordnung, ja, aber nach und nach wurde das auch immer besser und ich mochte sie richtig gerne. Rory ist sehr intelligent und ehrgeizig. Ich bewundere es sehr, wie schnell sie Rätsel lösen kann. Das könnte ich niemals. Hershey ist Rorys Zimmernachbarin und im Laufe der Geschichte wurde sie mir immer sympathischer. Sie entwickelt sich auch in der Geschichte. Zu Beginn ist sie noch zickig und verhält sich nicht okay, aber mittlerweile ist sie eine loyale Freundin.

    Nun einmal zu den zwei Jungs aus der Geschichte. North ist ein Hacker und hat viele Tattoos, dass fand ich wahnsinnig spannend als Charakter. Er ist der glückliche der mit Rory zusammen kommt. Die Liebesgeschichte der beiden ist unfassbar süß. Beck ist Rorys bester Freund und interessiert sich für Kunst. Ich mochte ihn von Anfang total gerne, er ist sehr sympathisch. Außerdem bleibt er immer er selbst und ändert sich für niemanden. 

    ,,Eden Academy‘‘ liest sich flüssig, locker und schnell. Außerdem schreibt sie auch unglaublich Spannend, ich wollte immer wissen wie es weiter geht. Ich klebte förmlich an den Seiten und wollte gar nicht dass es endet, deshalb habe ich es auch so schnell durchgelesen.

    Die Geschichte ist durchweg spannend und ich kann es einfach nur empfehlen. Es wird nicht einmal langweilig und gerade das Ende erwartet man nicht, da nicht viel darauf hinweist. Als Leser möchte man immer wieder wissen was die Geheimnisse rund um Rorys Familie und die Eden Academy existieren. Das Buch zeigt uns eine Zukunft, die möglicherweise bald auf uns zutreffen könnte. Ich hoffe sehr, dass dies nicht passieren wird. Lest die Geschichte und lasst euch selbst davon überzeugen. Ihr werdet es lieben!

  6. Cover des Buches Revolution der Träume (ISBN: 9783832164997)
    Andreas Izquierdo

    Revolution der Träume

     (123)
    Aktuelle Rezension von: Frau_M_aus_M

    Die Kulisse für den Roman "Revolution der Träume" ist Berlin in den Jahren kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs. Die Ereignisse dieser Zeit und die Lebensumstände der Menschen sind sehr gut erläutert. Man bekommt einen deutlichen Eindruck von dieser dramatischen, hektischen und unsicheren Zeit.  Die Geschichte der drei fiktiven Figuren Carl, Artur und Isi, die schon seit ihrer Kindheit in Ostpreußen miteinander verbunden sind, ist dahinein implantiert. Die drei verkörpern sehr unterschiedliche Charaktere, die sicher beispielhaft für Schicksale dieser Zeit sein können. Artur ist ein zäher Bursche, der im Krieg schwer verwundet wurde und seine ganze Famile verlor. Luise, genannt Isi, ist eine Revolutionären und sehr selbstbewusste unabhängige junge Frau. Carl ist ein sensibler braver Mensch, der als Kameramann bei der Ufa eine Karriere beginnt.
    Der Sprachstil ist stellenweise etwas eigenwillig. Im Bereich der Erörterung der geschichtlichen Hintergründe geht es glatt und detaillreich. Wenn es in die Erzählung der Abenteuer der Protagonisten geht, wird es flacher und es gibt auch abgehackte Sätze. Darauf kann sich der Leser aber durchaus einlassen. Das Buch ist spannend, informativ und absolut lesenswert.

  7. Cover des Buches Am Strand (ISBN: 9783257237887)
    Ian McEwan

    Am Strand

     (304)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Edward Mayhew und Florence Ponting, beide 22 Jahre alt, sind frisch verheiratet und befinden sich nun in einem Landhaushotel am Strand von Chesil Beach an der Küste von Dorset, wo sie ihre Hochzeitsnacht und die Flitterwochen verbringen möchten. Sie sind zwar sehr verliebt, haben aber (man schreibt das Jahr 1962) noch keinerlei sexuelle Erfahrung. Entsprechend nervös sitzen sie in ihrer Suite beim Abendessen und machen sich die unterschiedlichsten Gedanken, wie es nun weiter gehen wird. Darüber sprechen können sie nicht, es fehlen ihnen die Worte. Während Edward stark erregt ist, macht sich bei Florence Panik breit. Sie ahnt, sie wird sich vor dem was nun kommen wird ekeln, möchte aber Edward keinesfalls enttäuschen. Edward hingegen hat bestimmte Vorstellungen, weiß diese jedoch nicht richtig anzuwenden. So steuern sie auf ein Desaster zu, das ihr Leben für immer verändern wird …

    Ian McEwan wurde 1948 in Aldershot/England geboren. Er studierte Englische Literatur an der Universität Sussex, besuchte Kurse für kreatives Schreiben und machte seinen Master an der University of East Anglia in Norwich. Seine Masterarbeit bestand aus einer Reihe von Kurzgeschichten, die später unter dem Titel „First Love, Last Rites“ veröffentlicht wurden. McEwan schrieb zahlreiche erfolgreiche Romane, die auf den Bestsellerlisten landeten und für die er mehrere englische Literaturpreise erhielt. Heute lebt er in London.

    Wie häufig in den Büchern McEwans geht es auch in „Am Strand“ um zwischenmenschliche Beziehungen, um tragische Verwicklungen, fatale Irrtümer und schicksalhafte Missverständnisse. Beinahe minuziös schildert uns der Autor die dramatischen Geschehnisse in der Hochzeitsnacht, immer wieder unterbrochen von zeitlichen Rückblenden und von gedanklichen Erinnerungen der Protagonisten. So erhalten wir Einblick in ihr Seelenleben und ihre Gefühlswelt, erfahren von ihren Hoffnungen und Wünschen und von Erlebnissen in ihrer Kindheit. Dabei wird dem Leser allmählich bewusst, dass Florences Widerwille gegen alles sexuelle wohl auf ein traumatisches Erlebnis mit ihrem Vater zurückzuführen ist. Am nächtlichen Strand findet dann eine Aussprache mit gegenseitigen Vorwürfen statt, die jedoch wiederum missverständlich endet. Mehr soll hier nicht verraten werden!

    Fazit: Ein großartiges Buch, beinahe ein Kammerstück, das aufwühlt und sehr nachdenklich macht.

  8. Cover des Buches Große Erwartungen (ISBN: 9783446237605)
    Charles Dickens

    Große Erwartungen

     (218)
    Aktuelle Rezension von: Buecherspiegel

    Eines muss ich gleich an den Anfang stellen: die Übersetzung von Paul Heichen von Charles Dickens „Große Erwartungen“ liest sich wahrlich nicht einfach. Da ist es gut, dass die einzelnen Kapitel nicht übermäßig lang sind. Womit ich gar nicht einverstanden bin ist die Bemerkung auf dem Klappentext, dass der kleine Pip ohne Familie, ohne Liebe groß geworden ist. Ein Waisenjunge zwar, doch ist er bei seiner Schwester und deren Mann untergekommen. Und sein Onkel gibt ihm die Liebe, die er so schmerzlich vermisst. Auch in dem nahen kleinen Dorf findet er so manche Zuwendung. Arm zu sein bedeutet nicht, auf alles verzichten zu müssen. Aber Pip weiß, dass es da draußen so viel mehr gibt, und davon möchte er ein großes Stück für sich. Der Schreibstil macht einen müde, viele Seiten an einem Stück zu lesen bedeutet ein hohes Maß an Konzentration. Ungeduldig macht es einen, wenn die Schwester mal wieder an Pip herumkrittelt oder die nächsten Verwandten sich im Schönreden versuchen.
    Pip ist ein kleiner Junge, der viel mit sich selbst beschäftigt ist, gerne bei seinem Onkel Joe, ein Grobschmied, in die Lehre gehen will. Im nahen Dorf lebt eine schrullige Alte, die ihn für ihre Zwecke regelrecht missbrauchen will. Eine unglückliche Liebe lässt dieses Fräulein Havisham für immer und ewig an ihrem Hochzeitstag verweilen, möchte nun, dass sich irgendein Junge in ihr Ziehkind Estella unglücklich verliebt. Und das tut Pip sofort. Als sie sich sicher ist, dass Pip unrettbar verloren ist, gibt sie Joe das Lehrgeld, damit er von nun an mit Grobschmieden beschäftigt sein wird. Jahre vorher hat Pip zusammen mit seiner Familie und Bekannten ein Erlebnis, dass ihn mit ausgebrochenen Gefangenen bekannt werden lässt. Dieses Erlebnis ist für ihn so Grauen erregend, dass er immer wieder daran denken muss. Es prägt ihn für immer. Auch ist Pip klar, Estella wird sich nie mit ihm, dem armen Jungen einlassen, er möchte daher so gerne reich und ein wahrer Gentleman werden. Als der Anwalt von Fräulein Havisham ihm kurz vor Ende seiner Lehrzeit eröffnet, dass ein Gönner ihn zu einem solchen ausbilden möchte, sagt er schnell zu und geht nach London. Doch so einfach ist das Leben nicht.
    Einen guten Freund findet er in Herbert, mit dem er sich einmal bei Fräulein Havisham geboxt hat, auch er ein Kandidat für Estella, doch für ihn war sie nichts. Die beiden Freunde versuchen sich in manchem, genießen das Leben, machen Schulden. Irgendwann regt sich bei Pip das Gewissen, zumindest für Herbert soll gut gesorgt werden. Hinter dessen Rücken fädelt er ein Geschäft ein, sodass sein Freund gut versorgt sei. Die großen Erwartungen erfüllen sich nicht für Pip, weder seine Liebe zu Estella will sich in ein finales Ende begeben, noch ist sein Gönner der, den er erwartet hat. Alle seine Lebensjahre umkreisen die selben Menschen: seinen guten Onkel Joe, den ausgebüxten Gefangenen aus seiner Kindheit, die grauenhaften Verwandten seiner Schwester, der Anwalt Herr Jagger, Fräulein Havisham und vor allem Estella. Nichts ist, wie es scheint, die großen Erwartungen scheinen sich immer nur für andere zu erfüllen. Und doch lässt das Ende hoffen. Mir gefällt vor allem, wie sich die Verbindungen zwischen Personen finden, von denen man das so gar nicht erwartet hätte. Und die Erkenntnisse für Pip, die ihn reifen lassen, sein Mut, an unbequeme Dinge heranzugehen, einfach großartig.
    Stimmen im Netz sagen, dass die Übersetzung von Melanie Walz sehr gut sein soll, einen Vergleich habe ich nicht gemacht.

  9. Cover des Buches Auerhaus (ISBN: 9783746636320)
    Bov Bjerg

    Auerhaus

     (322)
    Aktuelle Rezension von: sKnaerzle

    Man merkt eine Weile nicht, wie unhaltbar die Verhältnisse im Auerhaus sind. Dort wohnen psychisch kranke Jugendliche, die ihre Impulse nicht genug kontrollieren, und Abiturienten, die gerade lernen, für sich selbst die Verantwortung zu übernehmen zusammen. Und obwohl  sich eine Katastrophe an die nächste reiht, beschützt sie das gemeinsame Leben und der Dorfpolizist spricht es aus: "Ihr kümmert euch umeinander." Diese Ambivalenz machte das Buch interessant und man konnte lange nachdenken.

    Für mein Empfinden leidet das Buch an Konstruktionsmängeln: warum um Himmelswillen geben die Eltern den Kindern nicht genug Geld? Sie leben mietfrei und bescheiden, da müsste ein kleiner Zuschuss von den Eltern und ein wenig jobben weit reichen, dass sie Lebensmittel klauen müssen scheint mir an den Haaren herbeigezogen.

    Und dann trifft der Autor meiner Meinung nach weder die Stimmung auf der Schwäbischen Alb (man kommt von dort nicht mal kurz mit dem Fahrrad nach Stuttgart zum Kreiswehrersatzamt und der Menschenschlag ist anders) noch die der 80er Jahre (man war meinungsstärker, politischer, oder man entdeckte die Freuden des Konsums.) Die wurstige Lustlosigkeit, des Erzählers scheint ihm mehr zu einem Kind der Gegenwart zu machen.

    Diese Oberflächlichkeit zeigt sich auch an dem Lied "Our House". Der Titel hat gepasst, aber der restliche Text nicht, deswegen wird nur über den Titel geredet, und über den Rest nicht. Klar, den haben auch die Bewohner des Auerhauses nicht verstanden, aber eine Vorstellung davon werden sie gehabt haben, wo es doch ihr "Vereinslied" war.

    Ich finde aber, die Qualität von Literatur zeigt sich in den Details und da ist Auerhaus eher schlecht.

  10. Cover des Buches Zeitfuge (ISBN: 9783453316782)
    Michael J. Sullivan

    Zeitfuge

     (48)
    Aktuelle Rezension von: Sonnenwind
    Zuerst einmal vorweg: Ich LIEBE SF, ganz besonders Zeitreisegeschichten. Da habe ich schon Bücher gelesen, die mich auf dem Sessel haben kleben lassen. Dieses gehört leider nicht dazu.

    Warum das? Der Autor ist offensichtlich Fantasy-Autor und als solcher wohl nicht an die höhere Meßlatte in der SF gewöhnt. Nach dem Vorwort zu urteilen, hatte er viel Spaß beim Schreiben und seine Freunde wohl auch beim Lesen. Aber die sind offensichtlich auch an den schwächeren Level der Fantasy gewöhnt. Aber das weiß man natürlich am Anfang noch nicht.

    Ellis Rogers, der Protagonist, baut nach einer alten, fehlerhaften Vorlage eine Zeitmaschine. Aus Getränkekisten und ein paar Gimmicks. Die Fehler der alten Vorlage hatte er vorher korrigiert, und als er jetzt eine tödliche Diagnose von seinem Arzt hört, setzt er sich kurzerhand in seine Zeitmaschine und startet 200 Jahre in die Zukunft. Da taucht dann aber ein Fehler auf: Er landet 2000 Jahre in der Zukunft. Soweit unwahrscheinlich, aber okay. Physik gibt es im Buch keine, keinerlei Begründung, wie das physikalisch oder pseudo-wissenschaftlich funktionieren sollte.

    Wie auch immer, er landet im Wald und denkt, er sei der letzte lebende Mensch. Das stellt sich dann später als Trugschluß heraus. Es gibt schon noch Menschen, nur sind die in der Klonfabrik fabriziert: Alle kerngesund, resistent gegen alles, androgyn - aber offensichtlich nicht übermäßig mit Intelligenz geschlagen. Im Wald ist deshalb keiner, weil die gesamte Menschheit unter den Erdboden umgezogen ist und da mit phantastischer Technik ohne echtes Sonnenlicht fröhlich vor sich hin lebt.

    Dann wird ein kleiner Krimi in die Handlung eingewebt: Eine Reihe von Morden ist aufzuklären, und weil die gleichgeschalteten Zukunftsmenschen sich in ihrer friedlichen Welt nicht damit auskennen, kommt Ellis gerade zur rechten Zeit, um bei der Aufklärung zu helfen. Dabei tut er sich mit einem "Arbeiter für den Frieden" aus der Zukunft zusammen. Ab dann wird es schräg und ich habe es immer weniger genossen: Das Übliche, was heutzutage immer dazugehört. :-(

    Das Thema "Gleichschaltung", Vereinigung aller Gehirne zu einem großen Ganzen, erinnert an Andreas Eschbachs *Out-Trilogie, ist aber wesentlich weniger virtuos verarbeitet: Ein Buch, das man lesen kann, das aber im Wesentlichen aus Elementen aus verschiedensten SF-Büchern zusammengesetzt ist, ohne eigene neue Ideen auskommt und aufgrund des Dialogstils auch nicht besonders angenehm zu lesen ist.
  11. Cover des Buches Buddenbrooks (ISBN: 9783596521487)
    Thomas Mann

    Buddenbrooks

     (2.363)
    Aktuelle Rezension von: AnnikaKemmeter

    Ein großes Stück Weltliteratur. Die Erzählweise ist erstklassig. Die Charaktere nur im Außenblick stereotyp, entfalten ihre Facetten, sobald sich der Autor ihnen zuwendet. Leider hat es auch seine Längen, vielleicht besonders für den heutigen Leser. Aber die Botschaft kommt auf leisen Sohlen und unaufdringlich erst ganz am Ende. Warum geht diese Familie unter? Für mich führt der falschverstandene Stolz und der selbsterzeugte Druck zu den entscheidenden Fehlentscheidungen.

  12. Cover des Buches Eine Hand voller Sterne (ISBN: 9783407787019)
    Rafik Schami

    Eine Hand voller Sterne

     (119)
    Aktuelle Rezension von: cyranelli

    Selten so viel gelacht über den Wortwitz, selten so danach gegiert, weiterzulesen, dabei handelt es sich um "ganz normale" Lausbubenstreiche und das zarte Liebesleben eines Teenagers in einem uns doch recht fernen Land. Der erwachende Schriftsteller, der um seinen Erfolg kämpft, hat mich schwer beeindruckt.

  13. Cover des Buches Die Päpstin (ISBN: 9783352009518)
    Donna W. Cross

    Die Päpstin

     (4.352)
    Aktuelle Rezension von: booksandperfumes

    Ein sehr spannender, mitreißender Roman, welcher historisch gut erarbeitet und bildhaft erzählt wird. Ich wollte das Buch gar nicht mehr weglegen, weil mich das Schicksal der Hauptfigur nicht mehr loslassen wollte und ich immer mitgefiebert habe, ob sie ihre Tarnung aufrecht erhalten kann.

  14. Cover des Buches Tauben im Gras (ISBN: 9783518188927)
    Wolfgang Koeppen

    Tauben im Gras

     (225)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Hier geht's zur Kurzmeinung auf meinem Blog.


    Kurzmeinung

    + beeindruckender Stil, vor allem die vielen Synonyme und bildhaften Umschreibungen, die sich auseinander entwickeln und in freien Assoziationsketten aneinander gefügt werden

    + fließende Übergänge zwischen den Perspektiven durch Verknüpfung über unvollständige Sätze oder identische Worte

    + starke Verflechtung der Perspektiven, indem die Figuren sich wechselweise begegnen


    - sprachlich so komplex, dass es sehr viel Konzentration erfordert und anstrengend zu lesen ist

    - fühlt sich ziellos an, auch wenn das Ziel, das München der Nachkriegszeit zu analysieren, durchaus erreicht wird

  15. Cover des Buches Drei Sommer (ISBN: 9783716027981)
    Margarita Liberaki

    Drei Sommer

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Havers

    „Drei Sommer“ ist der zweite Roman der Autorin Margarita Liberaki, erstmals 1946 (d.h. unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs) im Original veröffentlicht, und mittlerweile ein moderner Klassiker in Griechenland. Interessanterweise werden die Kriegsjahre, die Entbehrungen, unter denen die Menschen litten, mit keinem Wort erwähnt. Nein, es ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden in einer vordergründigen Idylle, in der es an nichts fehlt.

    Drei Sommer, drei Schwestern. Maria, die Älteste, ist pragmatisch, verkörpert die Traditionen, die nicht hinterfragt werden. Ihr Lebensweg gleicht dem klassischen Frauenleben, ist mit Heirat und Mutterschaft vorgezeichnet. In Frage stellt sie das nicht, Selbstverwirklichung und die große Liebe haben darin wenig Platz.

    Infanta, die Mittlere, ist die Widersprüchige. Weiß noch nicht, was sie vom Leben will und erwartet. Auf der einen Seite sucht sie die Freiheit bei ihren täglichen Ausritten, andererseits widmet sie sich ausdauernd ihren Handarbeiten. Sie orientiert sich an ihrer Tante Teresa, die nach einer traumatischen Erfahrung die Gesellschaft von Männern meidet und nie geheiratet hat, ein erfülltes Leben ohne Männder führt.

    Katerina hingegen, die jüngste der drei Schwestern, hat klare Vorstellungen davon, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte. Sie nimmt sich die abwesende und geschmähte Großmutter zum Vorbild, für sie das Ideal einer Frau, die ihren eigenen Weg gegangen ist, Mann und Kinder verlassen hat, um ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen.

    Drei Jahre, drei griechische Sommer, in denen die Wege der Schwestern sich verändern, in verschiedene Richtungen auseinanderdriften.

    Ein zeitloser, unaufgeregter Roman über elementare Themen. Über die Liebe und das Leben, über Identitätsfindung und Erwartungshaltungen, über familiäre Prägungen und individuelle Träume. Mit wunderschönen Naturbeschreibungen und intensiven Charakterstudien äußerst stimmungsvoll in Szene gesetzt.

  16. Cover des Buches American Psycho (ISBN: 9783942656412)
    Bret Easton Ellis

    American Psycho

     (402)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    Es ist Jahre her, dass ich „American Psycho“ gelesen habe. Trotzdem ist mir der Roman noch ziemlich gut in Erinnerung geblieben – vielleicht mehr, als mir lieb ist. Normalerweise breche ich Bücher nicht ab, aber hier war ich mehrmals kurz davor gewesen.

    Und nach dem Lesen habe ich zumindest verstanden, warum das Buch auf dem Index landete. Normalerweise finde ich diese Form der Bevormundung blöd. Aber wenn’s denn sein muss – packt eine FSK-Zahl drauf und fertig. Warum das in Sonderfällen nicht auch bei Büchern machen? Aber ich schweife ab.

    Während des Lesens hatte ich extrem widersprüchliche Gefühle. Es gibt ellenlange Beschreibungen völlig nichtiger Dinge, zum Beispiel das Aussehen von Visitenkarten – ob deren Farbe Elfenbein oder Eierschale ist, welche Schriftart verwendet wurde und so weiter. Es wird debattiert, in welches angesagte Restaurant man essen gehen soll, Bateman spricht viel über seine Lieblingsmusik und bestimmte LPs. Man verfolgt seitenweise seine Körperpflege und die Wahl seiner Kleidung. Kapitalismus ist ein durchgängig wichtiges Thema des Romans.

    Die scheinbar beliebigen Belanglosigkeiten plätschern so vor sich hin – und wechseln sich dann mit Batemans sadistischen Neigungen, seinen Sexorgien und seinen immer brutaler ausfallenden bestialischen Morden ab. Ich glaube, als das Buch damals erschien, war es ziemlich schockierend zu lesen, aber ebenso glaube ich, dass es auch heute noch schockiert. Denn in jeder Zeile schwingt eine grauenhafte Gleichgültigkeit mit, die Bateman als Erzähler suggeriert.

    „American Psycho“ kennt kaum Tabus, um seinen Protagonisten in all seinen Facetten darzustellen. Seine Sexualität, seine egomanischen Züge, seine Langeweile vom Leben, seine Gewaltbereitschaft, sein Drang zu töten – schonungslos stürzt Ellis seine Leser von seitenlanger Monotonie in Gewaltexplosionen und umgekehrt.

    Dabei ist der Roman nicht im klassischen Sinne spannend. Hier und da musste ich mich regelrecht durchquälen, weil einfach nichts passiert ist – nur um einige Seiten später eine neue brutale Aktion zu lesen. Insofern hat „American Psycho“ viele unterschiedliche Empfindungen in mir ausgelöst, von gelangweilt über schockiert und angeekelt bis hin zu beeindruckt.

  17. Cover des Buches The Walking Dead (ISBN: 9783453529526)
    Robert Kirkman

    The Walking Dead

     (214)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ich habe die gleichnamige TV-Serie nicht gesehen, aber da ich ein eingefleischter Zombie-Fan bin, habe ich dieses Buch gelesen. Und ich habe es nicht bereut!

    Der Roman hat mich gleich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen!

    Endzeitstimmung...

    Sobald man anfängt zu lesen, vergisst man alles um sich herum und taucht in eine von Zombies beherrschte postapokalyptische Welt.
    Der Schreibstil ist sehr flüssig (es gibt einige Längen, die aber völlig im Rahmen des Erträglichen liegen) geschrieben.

    Die Geschichte wird aus der Sicht von Philip, seinem Bruder Brian,  Philip's Tochter Penny und Nick erzählt.

    Den Protagonisten Philip konnte ich nicht leiden!

    Die Entwicklung von Brian Blake ist sehr beeindruckend und das Ende ist der Hammer!
  18. Cover des Buches Das Gleichgewicht der Welt (ISBN: 9783596512621)
    Rohinton Mistry

    Das Gleichgewicht der Welt

     (216)
    Aktuelle Rezension von: hamburgerlesemaus

    Rohinton Mistry erzählt eine Geschichte, die in den 70er Jahren in Indien während des Ausnahmezustands spielt. Ohne Erbarmen, grausam, humorvoll und rührend erzählt und immer wenn man denkt, es geht nicht mehr schlimmer, setzt setzt der Autor noch einen nach.
    Am Ende steht eines fest: Die Welt ist nicht im Gleichgewicht!

    🐭🐭🐭🐭🐭/5

  19. Cover des Buches Der zweite Reiter (ISBN: 9783734105999)
    Alex Beer

    Der zweite Reiter

     (123)
    Aktuelle Rezension von: Federfee

    Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Dieser erste Band einer Krimireihe hat mir bestens gefallen und ich kann es kaum erwarten, mehr zu lesen. Auch wenn mich der Roman in einigem an die Reihe von Volker Kutscher (Gereon-Rath-Reihe, Babylon Berlin) erinnert, so fand ich ihn sogar noch besser, vielleicht auch, weil der Kommissar sympathischer, menschlicher ist.

    Wir tauchen tief ins Wien der Nachkriegszeit ein (November 1919) und finden auch hier wieder die krassen Gegensätze zwischen Arm und Reich vor. Der Autor zeichnet ein bitteres Bild der schrecklichen Zustände: Kälte, Hunger, Kriminalität, Kriegsnachwirkungen.

    "Der Krieg hat einen langen Arm. Noch lange, nachdem er vorbei ist, holt er sich seine Opfer." (vorangestelltes Zitat von Martin Kessel)

    Der 36-jährige Kommissar August Emmerich würde lieber in der Abteilung 'Mord' arbeiten. Statt dessen wird er von seinem unfähigen Vorgesetzten Inspektor Leopold zur Verfolgung von Warenschiebern (Schleichhändlerringe) eingesetzt und muss sich auch noch um den Neuling Winter als Assistenten kümmern. Der aber entpuppt sich im weiteren Verlauf als große Hilfe, so dass die beiden ein gutes Team bilden.

    Als ein Toter gefunden wird, glaubt Emmerich als einziger an einen Mord statt an Selbstmord und er ermittelt, obwohl er eigentlich nicht dazu befugt ist. Weitere Morde passieren, während sich für Emmerich die Situation zuspitzt: Probleme im Privatleben, seine verheimlichte Kriegsverletzung, ein Überfall und der Verlust seiner Waffe und Polizeimarke.

    Es wird zunehmend spannender, aber es sind vor allem die Milieuschilderungen, die mich als Leser in ihren Bann gezogen haben. Sehr geschickt webt die Autorin die prekären Lebensverhältnisse, unter denen viele Menschen nach dem Krieg leiden, in den Handlungsverlauf ein. Und wieder einmal mache ich mir als Leser Gedanken und ziehe Vergleiche mit unseren gegenwärtigen Problemen...

    Es geht auch um das Heroin- (Morphium-) Problem der damaligen Zeit, um den dünnen Grat, der Gut und Böse, Recht und Gerechtigkeit trennt und um nicht aufgearbeitete Gräueltaten aus dem Krieg und versuchte Vertuschungen.

    'Recht und Gerechtigkeit sind zwei Paar Schuhe.' (180)

    Am Ende wird der aktuelle Fall zwar aufgelöst, aber man merkt deutlich, dass die Geschichte fortgesetzt und Emmerich weiter ermitteln wird. Ein großartiger Krimi, der auch ein bisschen historischer und Gesellschaftsroman ist.

  20. Cover des Buches Der kleine Prinz. Faksimile in Geschenkbox (ISBN: 9783792000236)
    Antoine de Saint-Exupéry

    Der kleine Prinz. Faksimile in Geschenkbox

     (7.705)
    Aktuelle Rezension von: Luise_Kenner

    Klappentext: 

    Antoine de Saint-Exupéry, Pilot und Schriftsteller zugleich, musste im Jahr 1935 in der ägyptischen Wüste notlanden. Fünf Tage marschierte er durch die Wüste, bevor er gerettet werden konnte. Am 31. Juli 1944 trat er seinen letzten Flug an, von dem er nicht zurückkehrte. 1943 erschien erstmals sein Buch "Der kleine Prinz", das sich bis heute millionenfach verkauft hat. Auf seiner Reise zu den verschiedenen Planeten hat der kleine Prinz die unterschiedlichsten Personen kennengelernt – einen König ohne Untertanen, der ihn sogleich als seinen Untertan betrachtete, einen Trinker, einen Eitlen, der nur nach Bewunderung heischte, einen Reichen, der nichts anderes als Geld im Kopf hatte. Das oftmals als modernes Märchen eingestufte Buch ist eine versteckte Kritik an der damaligen Gesellschaft und enthält sehr viele Hinweise auf egoistisches, kapitalistisches und eitles Verhalten. 


    Meinung:

    "Der kleine Prinz" ist eines dieser Bücher, das ich schon immer mal lesen wollte. Und ich bin so froh, dass ich es getan habe! Ich liebe Bücher, die man sowohl als Kind, als auch als Erwachsener lesen kann und die Geschichte des kleinen Prinzen hat mich sofort in ihren Bann gezogen. 

    Das Buch ist einerseits einfach eine faszinierende, märchenhafte Geschichte und andererseits eine beeindruckende Kritik an der Gesellschaft. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir folgendes Zitat: 

    >> Man kennt nur das, was man zähmt.<< sagte der Fuchs. Die Menschen haben keine Zeit mehr irgendetwas kennenzulernen. Sie kaufen Dinge fertig bei den Händlern. Aber da es keine Geschäfte für Freunde gibt, haben die Menschen keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, zähme mich!<<

    Diesen Abschnitt musste ich wirklich ein paarmal lesen, so sehr hat er mich fasziniert und solche Stellen gibt es viele in diesem wundervollen Buch. 

    Fazit:

    Der Schreibstil ist fesselnd, die Thematik faszinierend und die Zeichnungen wundervoll. Ein absolutes Muss! 


  21. Cover des Buches Die Glücklichen (ISBN: 9783442717101)
    Kristine Bilkau

    Die Glücklichen

     (116)
    Aktuelle Rezension von: Mogul

    Das beruflich erfolgreiche Paar lebt den in unserer Gesellschaft vorgegebenen Weg der materiellen Selbstverwirklichung, der auch mit einem gewissen sozialen Aufstieg einhergeht. Als das nicht mehr klappt, weil der Broterwerb aus verschiedenen Gründen wegfällt, und da auf einmal noch ein Baby ist, das ganz eigene grundsätzliche Bedürfnisse an den Tag legt, hat das Paar das Gefühl, dass sie am gesellschaftlichen Abgrund stehen und völlig versagt haben. Mit dieser Situation sind sie komplett überfordert und schieben sich mit der Zeit auch gegenseitig die Schuld zu. 


    Nun gut, diese Geschichte ist nicht ganz neu. Aber es ist immer wieder gut, wenn sie neu erzählt wird. Im vorliegenden Fall besteht das Paar aus einer Cellistin und einem Journalisten, beides Berufe, mit denen sie sich identifizieren und über die sie sich auch definieren. Da ist ein Baby bereits eine große Herausforderung. Und in der Musikbranche ist der Konkurrenzkampf gnadenlos, gerade auch bei Festanstellungen in Orchestern. Und die Medienlandschaft ist wegen des Internets seit 25 Jahren einer brutalen Umwälzung unterworfen. Die Stellen für guten, unabhängigen Journalismus werden rar. Und das ist genau die Stärke dieses Buchs: Es sind zwei interessante, intelligente und aufgeschlossene Menschen,  die völlig unerwartet in eine Lebenskrise geraten. Und dabei geraten persönliche Seiten ans Tageslicht, mit denen sie für sich alleine, aber auch gemeinsam nicht klarkommen. Da treten oberflächliche, aber durch die Gesellschaft und durch die ständige Berieselung von Marketingbotschten Klischees in den Vordergrund, was nun ein glückliches Leben sein soll, an denen man ziemlich rasch zerbrechen muss. 

    Das ist die starke Seite dieses Buches. Dann gibt es aber leider noch eine andere Seite, die mich etwas ratlos macht: Das Buch hat bei mir keinen bleibenden Eindruck, keine spezifische Stimmung hinterlassen, an die ich mich zurückerinnern kann, um auf diese Art im Kopf noch einmal in das Buch einzutauchen. Obwohl, ich habe den Text gerne gelesen, und ich fand es während der Lektüre interessant, wie sich die Story entwickelt. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass ich „Die Glücklichen“ wieder vergessen werde. Ich kann nicht sagen, an was es liegt. Vielleicht einfach an mir. Vielleicht werde ich einfach langsam alt und vergesslich. Ist wohl die einfachste Antwort. Lassen wir es so stehen.


    Fazit: Irgendwie ein gutes Buch, aber es fehlt etwas. Nur weiß ich nicht, was da fehlt. Daher nur bedingte Leseempfehlung. Am besten selber lesen, vielleicht ist mein Eindruck etwas zu subjektiv.

  22. Cover des Buches Die Kameliendame (ISBN: 9783746625683)
    Alexandre Dumas, der Jüngere

    Die Kameliendame

     (129)
    Aktuelle Rezension von: Lese_Lisel

    Die Kameliendame war die Vorlage zu Verdis berühmten Oper La Traviata und wurde mehrfach verfilmt (unter anderem mit Greta Garbo in der Hauptrolle). Dem gleichnamigen Sohn von Alexandre Dumas («Die drei Musketiere», «Der Graf von Monte Christo» etc) gelang mit diesem stark autobiografisch gefärbten Roman sein Durchbruch. Inspiration für die  Kameliendame war Dumas unglückliche Liebe zu der Edelprostituierten Marie Duplessis, die wie die Titelheldin mit vierundzwanzig Jahren starb und deren Grab noch heute das meistgeschmückte Grab des Montmartre ist.

    Inhalt:

    Paris in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Kostspielige Mätressen gehören als Statussymbole zum guten Ton und ausschweifenden Lebenswandel der Neureichen. Eine der berühmtesten und begehrtesten unter ihnen, Marguerite Gautier, ist an der Schwindsucht gestorben und ihr Hab und Gut wird in ihrer luxuriösen Wohnung versteigert. Ein namenloser Ich-Erzähler erwibt dabei Prévosts «Manon Lescaut» mit einer Widmung von einem gewissen Armand Duval. Kurz darauf sucht dieser ihn sichtlich verstört auf und bittet um dieses Buch als Andenken an die Verstorbene. Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden Männern, worauf Armand die ganze Geschichte um seine Liebe zu der berühmten Edelprostituierten Marguerite Gautier erzählt.

    Der junge naive Armand Duval verfiel dem Reiz der schönen Marguerite Gautier sofort, als er sie das erste Mal sah. Nach einer ersten Zurückweisung findet Marguerite mehr und mehr Gefallen an ihrem Verehrer, und beginnt eine verhängnisvolle Affäre mit Armand. Dieser will die Angebetete nicht mit anderen teilen, verfügt jedoch nicht über die nötigen Mittel, um für Marguerites kostspieligen Lebensunterhalt aufzukommen oder gar um ihre Schulden abzuzahlen. Die Kameliendame ist also weiterhin auf das Geld ihrer vermögenden Freier angewiesen. Die Lage spitzt sich weiter zu, als Armands Vater von der Affäre seines Sohnes Wind bekommt.

    Von der Hure zur Heiligen

    Die Kameliendame handelt von leidenschaftlicher Liebe, starren gesellschaftlichen Konventionen und einem heroischen Verzicht. Von Eifersucht, Rache, verpassten Chancen, Krankheit und Tod. Grosse Themen, die dem Roman trotz seiner phasenweise anstrengenden Erzählweise eine zeitlose Aktualität verleihen. Marguerite als Kämpferin gegen eine verlogene Gesellschaft, als selbstlose Liebende,  als moralische Siegerin gegen das Unrecht faszinierte mich trotz des unverhohlenen Pathos, den Dumas in den hochsentimentalen Schluss legt.

    Die Geschichte um die selbstlose Kurtisane hat mich allerdings erst etwa ab der Mitte des Buches richtig gepackt. Den Einstieg fand ich etwas zäh, vielleicht brauchte ich auch einfach eine Weile, um von Alex Capus wunderbar leichtem Schreibstil auf Dumas Art zu erzählen, umzustellen. Marguerite gewinnt mit zunehmender Seitenzahl an Tiefe, und ihr Charakter begann mich mehr und mehr zu interessieren. Armand dagegen hätte ich bis zum Schluss einfach nur schütteln können! Ein naives, eifersüchtiges, ja stellenweise sogar wirklich einfältiges Jüngelchen, das dieser starken Frau gar nicht würdig war. Während sich die Tragödie mehr und mehr zuspitzt und man als Leser sofort ahnt, woher der Wind weht, ist der gute Armand total begriffsstsutzig. Aber wäre er das nicht, gäbe es in der Kameliendame keinen derart melodramatischen Schluss, weniger Tränen, und keine derart herzzerreissende Abschiedsbriefe. Und wohl wäre dieser Roman dann nie so berühmt geworden. Also: Nachsicht mit dem armen Armand, er hat ja auch Schweres durchgemacht.

    Bibliografische Information:

    • Alexandre (Sohn) Dumas: Die Kameliendame
    • Michaela Meßner (Übersetzer)
    • Taschenbuch: 272 Seiten
    • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. November 2008)

    Gelesen im März 2019

  23. Cover des Buches Fegefeuer der Eitelkeiten (ISBN: 9783499236747)
    Tom Wolfe

    Fegefeuer der Eitelkeiten

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Babscha
    Sherman McCoy ist leitender Rentenhändler bei einer Investmentfirma an der Wall Street. Wohnung in der Park Avenue, Ferienhaus in den Hamptons, geschätztes und gut vernetztes Mitglied der Upper East Side Manhattans, dekadent, narzisstisch, schicke Ehefrau und wohlgeratene Tochter. Ein echter Gunner also, ein selbsternannter Master of the Universe.  

    Bis er eines Abends seine junge Geliebte am Flughafen abholt, mit seinem Sportwagen die Ausfahrt verpasst und sich nach einer Odyssee durch New York zuletzt in den düsteren Straßen der Bronx festfährt. Hier kommt es zu einem tragischen Unfall, bei dem die beiden einen schwarzen Jugendlichen überfahren und lebensgefährlich verletzen. Die darauf folgende Fahrerflucht setzt sodann eine Maschinerie in Gang, deren einziges Ziel Shermans vollständige Vernichtung ist.

    Wolfe seziert in seinem bereits in der 80ern geschriebenen Debütroman scharfzüngig, absolut respektlos und mit genialem Verständnis menschlicher Unzulänglichkeiten und Charakterschwächen die Mechanismen und Gesetzmäßigkeiten des gesellschaftlichen Miteinanders aller Schichten, die diese amerikanische Großstadtmetropole am Laufen halten und legt dabei mal unterschwellig, mal plakativ, den Finger in jede denkbare Wunde amerikanischer Lebensrealität. Nicht nur seine Hauptfigur, auch ungezählte andere Protagonisten dieses Monumentalwerks werden dabei genüsslich und gekonnt so lange durch die Mangel gedreht, bis man sich als Leser nur noch schaudernd abwenden kann ob der geschilderten Abgründe aller Art. 

    Ein zeitloser, unbedingt lesenswerter Klassiker, eine offene und unverändert gültige Gesellschaftskritik. 

  24. Cover des Buches Theodor Fontane: Effi Briest (ISBN: 9783938484180)
    Theodor Fontane

    Theodor Fontane: Effi Briest

     (1.729)
    Aktuelle Rezension von: LeserLeserin

    Ich musst das Buch damals in der Schule lesen und es ist mir seither im Gedächtnis geblieben. Ich mag den Schreibstil und es wirkt vertraulich und doch distanziert. WIeder gerne gelesen. 

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