Bücher mit dem Tag "gesellschaftsroman"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "gesellschaftsroman" gekennzeichnet haben.

256 Bücher

  1. Cover des Buches Als wir unsterblich waren (ISBN: 9783426512067)
    Charlotte Roth

    Als wir unsterblich waren

     (238)
    Aktuelle Rezension von: berliness

    Der Aufbau dass zwei Geschichten in zwei Zeiten erst parallel erzählt und dann zusammengeführt werden ist nicht neu, aber hier durch die - man ahnt es ziemlich früh - familiäre Verbindung sehr gut erzählt. Die Enkelin und die ihr unbekannte Vergangenheit ihrer Großmutter.  Die Geschichte der Großmutter als junge Frau wird spannend erzählt und gibt einen guten Einblick in die Zeit im dritten Reich. Die Auflösung ist ebenfalls gut gelungen nur die notwendige, sehr zufällige Begegnung am Anfang der Geschichte finde ich nicht gut gelungen. Das Aufeinandertreffen von Ostfrau und Westmann in der Wendenacht, deren Familien - Achtung Spoiler - sich schon vor dem Krieg kannten ist mir, nun ja, zu zufällig. Da hätte ich mir eine elegantere Lösung gewünscht, obwohl das Leben ja manchmal die verrücktesten Geschichten schreibt. Aber hier im Buch war mir das zu durchsichtig. 

    Die Geschichte ist dann aber sehr gut erzählt, schöne Details, sehr kurzweilig, guter Erzählstil für meinen Geschmack. Gerne mehr von der Autorin!

  2. Cover des Buches Verblendung (ISBN: 9783453438200)
    Stieg Larsson

    Verblendung

     (6.211)
    Aktuelle Rezension von: supersusi

    Anfangs fand ich das Buch sehr langatmig, wenngleich es sich auch gut lesen lies. Die eigentliche Story, der Auftrag, den der Journalist Blomquist von einem reichen Industriellen erhält, erfahren wir nämlich erst nach 100 Seiten. Offiziell soll er eine Familienchronik schreiben. Inoffiziell soll er nach der als 16- jährige verschwundenen Harriet suchen, die der Auftraggeber wie ein eigenes Kind geliebt hat. Damals in den 60zigern hat die Polizei jeden Stein umgedreht ohne Erfolg. Wie soll Blomquist da fast 40 Jahre später neue Spuren finden ? Was er aber entdeckt ist so schrecklich, dass einem der Atem stockt. Je mehr er erfährt, desto grausiger werden seine Erkenntnisse.

    Ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen, nachdem ich erstmal in der Geschichte drin war. Habe eine ganze Nacht gelesen statt zu schlafen, so hat es mich gefesselt. Und auch jetzt, wo das Buch zuende ist, möchte man die Charaktere nicht missen, auch wenn die Geschichte in sich abgeschlossen ist. Also werde ich mir gleich das nächste Buch der Trilogie vornehmen. Schade, dass der Autor verstorben ist und nicht die weiteren geplanten 7 Bände schreiben konnte. 

    Klare Leseempfehlung und als Tipp, falls man sich am Anfang auch fragen sollte, wann es denn nun endlich losgeht : Durchhalten, es lohnt sich.

  3. Cover des Buches Der Steppenwolf (ISBN: 9783518463550)
    Hermann Hesse

    Der Steppenwolf

     (1.263)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    Lange und flüssig zu lesende Sätze mit hoher Gedankendichte und geradezu verschwenderisch-pompösem Wortreichtum zieht man lesend über weite Teile des Werkes in sich hinein wie frische, belebende Frühlingsluft. Sollte diese Erzählung eine deutliche und erkennbare Botschaft haben, so ist sie mir ebenso deutlich und erkennbar entgangen. Für mich geht es in diesem Buch im Wesentlichen um die stets erwünschte, gewollte, erhoffte, mit vielen Hindernissen und Umwegen ausgestattete, kaum erreichbare Selbstfindung. Aber wie Hermann Hesse in seinem Nachwort selbst bemerkt: Möge jeder aus der Erzählung machen, was ihm entspricht und dienlich ist.

  4. Cover des Buches Girl on the Train - Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich. (ISBN: 9783734100512)
    Paula Hawkins

    Girl on the Train - Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich.

     (1.179)
    Aktuelle Rezension von: alexandranic

    Na holla die Waldfee, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet.

    Na gut, ja ich wusste das es ein Thriller ist und anscheinend auch ein ziemlich guter, denn davon gibt es immerhin auch einen Film der ins Kino kam mit geilen Schauspielern.

    Aber ich hätte niemals damit gerechnet, dass der mir so gut gefallen könnte. 

    Man muss sagen, da haben sich welche gefunden. Mein lieber Scholli du.

    Naja, den Film werde ich mir trotzdem glaube ich nicht ansehen, da ich mir nicht vorstellen kann, dass der genauso gut ist wie das Buch. Das ist aber leider meistens so.

  5. Cover des Buches Die Geschichte des Wassers (ISBN: 9783442718313)
    Maja Lunde

    Die Geschichte des Wassers

     (348)
    Aktuelle Rezension von: Read-and-Create

    Meiner Meinung nach ist dieses Buch nicht so gelungen wie "Die Geschichte der Bienen". Mir fehlt eine Lösung des Wasserproblems. Ich als Leser habe mich ratlos mit dem durchaus beängstigenden Szenario des Wassermangels zurückgelassen gefühlt. Aber viel mehr noch als das, sind es Bilder und Stimmungen die mir in Erinnerung blieben. Ich lese viele Bücher und vergesse sie wieder - dieses nicht.
    Und ich bin dankbar dafür, Wasser zu haben, soviel ich mag und brauche, denn selbstverständlich ist das leider nicht.

  6. Cover des Buches Der Zauberberg (ISBN: 9783596904167)
    Thomas Mann

    Der Zauberberg

     (535)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Hans Castrop ist drei und zwanzig Jahre alt, hat studiert und soll in Hamburg in ein großes Schifffahrtsunternehmen einsteigen. Zuvor reist er aber nach Davos, denn in einer Bergklinik ist sein Vetter. Hoch oben sind viele Patienten, die mit den Lungen Problemen haben. Drei Wochen will Hans seinen Besuch dauern lassen, aber irgend etwas hält ihn fest. Die Geschichten der Leute, die Atmosphäre, das gemeinsame Essen und der Tanz und die Abendstunden mit Musik und Gesang. Hans fühlt sich krank und bekommt Fieber und tatsächlich findet der Arzt eine dunkle Stelle auf seiner Lunge. So bleibt der Ingenieur und kommt immer mehr in dem Haus an und verliebt sich und driftet ab und vergisst zu weilen sogar sein Alter. Aus drei Wochen werden sieben Jahr und die politische Veränderung in der Welt, hält nun Einzug auf dem Zauberberg. Thomas Manns Roman ist eine Wucht, ein ganz großer Wurf und wirkt heute noch genauso wie damals. Faszinierende Personen und genaue Beschreibungen und ein großartiger Schauplatz.

  7. Cover des Buches Verdammnis (ISBN: 9783453438217)
    Stieg Larsson

    Verdammnis

     (2.558)
    Aktuelle Rezension von: supersusi

    Die Zeitschrift "Millennium" arbeitet mit einem jungen Journalisten und seiner Freundin zusammen. Sie schreibt eine Doktorarbeit über die Hintermänner von Mädchenhandel und er will ein Buch darüber veröffentlichen, in dem auch einige hochstehende Männer entblöst und an den Pranger gestellt werden. Aber wie weit die Kreise wirklich gehen, ahnt keiner. Und dann gibt es Verwicklungen, in denen Mikael Blomkvists frühere Freundin Lisbeth Salander eine Rolle zu spielen scheint. Und obwohl alles dagegen spricht, glaubt Mikael an ihre Unschuld. Aber kann er ihr helfen, wenn die ganze Polizei auf der Jagd nach ihr ist? Sie spricht nicht mit ihm und als sie endlich Kontakt aufnimmt, schreibt sie nur ein einziges Wort : Zala.

    Nachdem ich bei Band eins anfangs etwas Schwierigkeiten hatte, reinzukommen, war ich jetzt mit der Ausführlichkeit des Autors und den Figuren vertraut und war sofort mittendrin. Ich habe auch dieses Buch regelrecht verschlungen und konnte es nicht weglegen. Die Story ist so spannend und geheimnisvoll und man fiebert sehr mit Lisbeth mit. Auch ihr schrecklicher Betreuer, der sie vergewaltigt hatte, taucht wieder auf. Ich kann diese Reihe nur empfehlen. Was für spannende Thriller ! Schade, dass der Autor gestorben ist, bevor er die restlichen 7 Bände fertig hatte, die er geplant hat. Die Buch endet auch hochspannend. Ich bin froh, dass ich Band 3 hier habe, denn ich will unbedingt wissen, wie es mit den Charakteren weitergeht, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Darum schreibe ich auch jetzt nicht weiter, sondern lese gleich weiter. 

  8. Cover des Buches Emma (ISBN: 9783959671156)
    Jane Austen

    Emma

     (1.121)
    Aktuelle Rezension von: bingereading

    Ich hatte schon vor einem Jahr versucht, „Emma“ zu lesen- und nach 100 Seiten abgebrochen. Die Übersetzung, die ich mir aus der Bücherei besorgt hatte, war uralt und durch die geschwollene Sprache machte das Lesen überhaupt keinen Spaß. Ich war danach lange felsenfest überzeugt, dass Jane Austens Bücher langweilig sein und habe sie ignoriert. Als ich dann doch im März diesen Jahres „Stolz und Vorurteil“ gelesen habe, mit geringen Erwartungen, war ich wie elektrisiert. Die neuere Übersetzung hat dazu geführt, dass das Buch mich verzaubert hat und ich schließlich doch noch ein großer Jane-Austen-Fan geworden bin. Also habe ich beschlossen, auch „Emma“ eine zweite Chance zu geben. Ich habe mir eine moderne Übersetzung besorgt und- ob ihr es glaubt oder nicht- das hat dazu geführt, dass ich dieses Buch, dass ich vorher für langatmig hielt, jetzt liebe.

    „Emma“ ist in vielerlei Hinsicht das genaue Gegenstück zu „Stolz und Vorurteil“ und hat doch haben die beiden Bücher viel gemeinsam. Die Protagonisten sind von Stolz und Oberflächlichkeiten verblendet, und erst im Lauf der Geschichte erkennen sie, was wirklich wichtig ist. Sowohl Mr. Darcy und Elizabeth Bennet als auch Mr. Knightley und Emma ergänzen sich ideal. Auch die lustigen, teils sogar albernen Nebenfiguren sind eine Gemeinsamkeit und natürlich das Setting auf dem englischen Land.

    Ein großer Unterschied ist jedoch, dass in „Emma“ die Charakterentwicklung wesentlich mehr im Vordergrund steht als die eigentliche Handlung. Im Vergleich zu „Emma“ ist „Stolz und Vorurteil“ so handlungsreich wie jeder Action-Film. Vor allem die Protagonistin Emma selbst macht eine bewundernswerte Entwicklung durch, die ich auch wesentlich nachvollziehbarer fand als z.B. die von Mr. Darcy in „Stolz und Vorurteil“, der plötzlich von Grumpy Cat zu einem aufmerksamen, liebevollen jungen Mann mutiert. Ich meine, dass kann ja durchaus passieren (unterschätzen wir nicht die Kraft der Liebe) aber Emmas Entwicklung ist viel glaubhafter.

    Außerdem ist Emma vielschichtiger aufgebaut als Elizabeth Bennet. Sie ist stolz, materialistisch und mischt sich in das Leben anderer Leute ein. Nicht gerade sympathisch, nicht wahr? Ja. Und nein. Denn zugleich ist Emma eine treue Freundin, eine liebevolle Tochter und  eigentlich eine intelligente junge Frau- auch wenn ihr Scharfblick sie in Liebesdingen manchmal verlässt. Ich bin recht schnell mit Emma warm geworden, auch wenn ihr hochnäsiges Standesbewusstsein mir durchgängig auf die Nerven ging. Doch viele andere Leser*innen können sie von der ersten bis zur letzten Seite nicht ausstehen, manche sicher auch, weil Emma ihnen zu ähnlich ist. Sie hat Schwächen, die viele sich selbst nicht eingestehen wollen und sie ist nicht die vollkommene Heldin, die wir in vielen anderen Romanen finden. Aber gerade das macht sie für mich so interessant und gewissermaßen auch liebenswert.

    Das männliche Gegenstück zu Emma ist Mr. Knightley, ein intelligenter, ruhiger Mann mit festen Grundsätzen und einem guten Herzen. Er ist der einzige, der Emma Kontra gibt und ihr, die von ihrem Vater und ihrer ehemaligen Lehrerin Mrs. Weston vergöttert wird, auch mal sagt, wenn etwas nicht so gut gelaufen ist. Doch das macht er nicht, um sie zu belehren oder zu ärgern, sondern gerade, weil er sie liebt. Das fand ich wirklich wunderschön, ich denke, viele von uns wären besser dran, wenn sie einen Mr. Knightley in ihrem Leben hätten.

    Die Beziehung zwischen Mr. Knightley und Emma ist ein klassisches Beispiel für „Friends to Lovers“, ein weiterer Grund, warum „Emma“ und „Stolz und Vorurteil“ so unterschiedlich sind. Anstatt sich zu hassen, wie Lizzy und Mr. Darcy zu Beginn, sind Emma und Mr. Knightley seit vielen Jahren enge Vertraute, denen erst nach einer Zeit auffällt, dass sie noch mehr für einander empfinden als bloße Freundschaft. An dieser Stelle war Emma weniger dramatisch als „Stolz und Vorurteil“, aber nicht weniger schön.

    In Sachen Protagonisten kann „Emma“ es also locker mit „Stolz und Vorurteil“ aufnehmen, ist vielleicht sogar noch besser. Was mich bei „Emma“ aber hin und wieder gestört hat, waren die trivialen Monologe einiger Nebenfiguren, allen voran die der Nachbarin Miss Bates, die detailliert über drei Seiten wiedergegeben wurden. Das sollte wohl zeigen, wie nervig Miss Bates ist, aber die Hälfte ihrer ausschweifenden Reden hätte es auch getan. „Emma“ ist ein Buch voller geschliffener, wunderschöner Dialoge, aber an einigen Stellen hätte man kürzen können.

    Dennoch bin ich froh über einige liebenswerte, lustige Nebenfiguren wie Mr. Woodhouse, Emmas Vater. Der Gute ist ein herzensguter Mensch, aber auch ein starker Hypochonder, der ständig alle davon überzeugen möchte, wegen der Gesundheit zum Supper nur eine Schale Haferschleim zu essen- was samt und sonders abgelehnt wird. Zudem bleibt er gern in seiner Komfortzone, hasst Veränderungen und kann Hochzeiten deshalb nicht ausstehen. Auch Frank Churchill, der Emma zeitweise aus fadenscheinigen Gründen den Hof macht, mochte ich eigentlich ganz gern- auch wenn er einige Dinge tut, mit denen ich genauso wenig einverstanden bin wie Mr. Knightley. Aber ich will nicht spoilern.

    Abschließend kann ich euch „Emma“ nur wärmstens ans Herz legen, würde euch aber bitten, als erstes Jane-Austen-Buch immer noch „Stolz und Vorurteil“ zu lesen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr mit der Protagonistin schneller warmwerdet, ist einfach höher. Wer aber vielschichtige, schwierige Figuren mag, wird auch „Emma“ einfach lieben.

     

  9. Cover des Buches Die geheime Mission des Kardinals (ISBN: 9783446263796)
    Rafik Schami

    Die geheime Mission des Kardinals

     (115)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    Rafik Schamis Erzählung ist nur vordergründig ein Krimi. ... Zwischen den Zeilen analysiert der Autor die Mechanismen von Diktatur und wie ein System die Menschen verändert. Die Handlung ist zweigeteilt. Einerseits ermittelt die Hauptperson, Kommissar Barudi gemeinsam mit seinem italienischen Kollegen Mancini. Unterbrochen wird die Handlung immer wieder durch Tagebucheinträge des syrischen Kommissars. Hier blüht der Autor auf und lässt sein aufgeklärtes Alter Ego in Tagebuchnotizen und Dialogen Kritik am autoritären Islam üben ebenso wie am Pakt der Alawiten mit der Macht und an der Überheblichkeit des römischen Klerus.

    Wir erfahren, wie hochkomplex und explosiv die politische Situation 2010 war. Das Jahr ind er die Handlung spielt.  Der aufrechte, kurz vor der Pensionierung stehende Kommissar verrät in seinem Tagebuch, was öffentlich nicht gesagt werden darf. 

    Kommissar Barudi, ein Christ, soll kurz vor seiner Pensionierung den brutalen Mord an einem italienischen Kardinal aufklären. Dazu muss er erst einmal wichtige Verbündete finden, um in einem Land mit nahezu allmächtigem, raffiniertem Geheimdienst überhaupt ermitteln zu dürfen. Das gelingt ihm, indem er die Botschaften Italiens und des Vatikans mit ins Boot holt. Bald gilt die Aufklärung der Tat als Staatsaktion, schließlich braucht Syrien gute Beziehungen nach Westen. Berlusconis Italien schickt zur Verstärkung (und Absicherung) einen eigenen Kommissar nach Damaskus, den perfekt Arabisch sprechenden Marco Mancini.

    Auch wenn der Plot in Form eines Kriminalromans daherkommt, handelt es sich in erster Linie um einen Roman über das Leben in Damaskus. Rafik Schami lässt es sich nicht nehmen, Syriens Kultur und Lebensweise einfließen zu lassen. Den Gewürzmarkt, der beim Lesen den Geruch von Koriander und Kardamon entwickelt. Der Geschmack der Nachtigallennester, ein Pistaziengebäck, das Leben der verschiedenen Religionen zueinander und die christliche Religion als Minderheit im Land, die ärmlichen Marktgassen, wo keine Touristen hinkommen und vieles mehr. 

    Kommissar Barudi selbst, ist ein melancholischer, unangepasster Typ, der nie in die Partei der Machthaber eingetreten war und daher nie aufstieg, aber er ist damit zufrieden. Er mischt sich politisch nie ein, das würde bedeuten, entweder das Lied der herrschenden zu singen oder im Gefängnis zu verfaulen. So kann er wenigstens gute Polizeiarbeit leisten.

    Kurz vor seinem Ruhestand muss Kommissar Barudi einen brisanten Fall lösen: In einem Fass mit Olivenöl, das an die italienische Botschaft in Damaskus geliefert wurde, befindet sich die Leiche eines italienischen Kardinals, der auf einer geheimen Mission in Syrien unterwegs war. Verdächtige gibt es mehr als genug: 'einfache' Kriminelle, Islamisten, der Geheimdienst, Widersacher in den eigenen Reihen. Und wem kann man vertrauen? Der Geheimdienst hat seine Ohren überall.

    Ein weiteres Thema des Buches behandelt den Aberglauben und die Religion und wie diese Menschen dazu bringen können, die unglaublichsten Dinge zu tun und zu ertragen. Und dies nicht nur im positiven Sinne. Wer nun denkt: 'Na klar, diese zurückgebliebenen Bewohner entfernt liegender Bergdörfer, kein Wunder, dass die Alles glauben.', der irrt. Hierzu ein schöner Satz, weshalb der Aberglaube auch in übersättigten Gesellschaften gedeiht (wenn auch in anderer Form): "Weil die Menschen dort durch nichts mehr Befriedigung finden. Unerträgliche Leere breitet sich in ihrer Seele aus. Deshalb suchen die Menschen in fernen Welten oder Sphären Befriedigung." 

    Das hört sich nun vielleicht Alles ziemlich trist an - ist es aber überhaupt nicht. Rafik Schami schreibt sehr unterhaltsam, wenn auch für meinen Geschmack gelegentlich etwas weitschweifig, was aber wohl den orientalischen Gegebenheiten entspricht. Zudem kommt auch der Humor nicht zu kurz, denn trotz des allgegenwärtigen Geheimdienstes können sich Barudi sowie sein Freund, der Chef der Spurensicherung, ihre spitzen Kommentare nicht verkneifen und der hinzugezogene italienische Kollege hält sich ebenfalls nicht zurück.

    Wer klare, stringente Handlungen mag, tut sich mit diesem Buch vermutlich keinen Gefallen. Denn der Autor nutzt bei jeder Gelegenheit die Chance etwas zu erzählen, was mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun hat. Und so erfährt der Leser irgendwie nebenbei die Lebensläufe fast aller Beteiligten und etliche weitere Anekdoten. Mir hat es gefallen.

  10. Cover des Buches Corpus Delicti (ISBN: 9783641242701)
    Juli Zeh

    Corpus Delicti

     (487)
    Aktuelle Rezension von: Surari

    Wir befinden uns in einer Welt, in der Gesundheit an erster Stelle steht. Es gibt keine Krankheiten mehr, denn der Staat überwacht bei jedem Menschen den Gesundheitszustand und schreibt vor was zu tun ist um als Gesund zu gelten. Moritz Holl wurde beschuldigt eine Frau vergewaltigt und getötet zu haben und nimmt sich daraufhin im Gefängnis das Leben. Die DNA-Beweise das er schuldig ist liegen vor, allerdings hat Moritz immer seine Unschuld beteuert. Trotzdem wird er Schuldig gesprochen, denn die METHODE irrt sich niemals. Seine Schwester Mia Holl glaubt Moritz und landet selbst vor Gericht, da sie sich seit seinem Tod ziemlich gehen lässt und nicht mehr auf ihren gesundheitlichen Zustand achtet. Kann Mia die Unschuld ihres Bruders beweisen oder wird sie selbst Opfer der METHODE?

    Das Buch habe ich schon öfter hier gesehen, leider konnte es mich nicht abholen. Zum Kauf hat mich der Klappentext inspiriert, der hört sich super an. Den Schreibstil fand ich leider sehr anstrengend, manche Sätze musste ich zweimal lesen weil jedes zweite Wort wie ein Fremdwort klang. Als rauskam das Moritz unschuldig ist und warum seine DNA beim Vergewaltigungsopfer gefunden wurde dachte ich: jetzt kommt endlich Schwung in die Sache. Leider hat mir Mias Reaktion nicht gefallen und auch ihr Statement war sehr langatmig zu lesen (einer von zwei Abschnitten die ich nach der Hälfte des Lesens übersprungen habe). Dann kam das Ende, leider hat mir auch dieses nicht gefallen. Alles läuft auf die Verurteilung Mias hinaus, sie soll eingefroren werden und als es soweit ist, das einfrieren bereits beginnt, kommt jemand rein und sagt quasi: ach nein machen wir doch nicht, gehen sie einfach nach Hause. Das war wie ein schlechter Aprilscherz. Fazit, das Buch war leider nicht mein Fall, bildet euch aber bitte eure eigene Meinung wenn es euch interessiert, Lesegeschmack ist nunmal unterschiedlich. Ich werde mir trotzdem irgendwann Mal ein anderes Buch von der Autorin holen und schauen ob mir was anderes von ihr mehr zusagt.

  11. Cover des Buches Ein plötzlicher Todesfall (ISBN: 9783548285283)
    Joanne K. Rowling

    Ein plötzlicher Todesfall

     (767)
    Aktuelle Rezension von: fayreads

    In der Kleinstadt Pagford stirbt Barry Fairbrother. Die AnwohnerInnen sind erschüttert über seinen plötzlichen Tod, doch mit dem Todestag wird der Abgrund der Stadt deutlich. Fairbrother war ein bedeutendes Gemeinderat-Mitglied und nun ist ein Platz frei, den viele wollen, aber nur einer bekommen kann. 


    Diese Streitereien bekommen auch die Kinder der Kleinstadt-PolitikerInnen mit und auch sie haben einige Schwierigkeiten in ihrem Leben. Doch sie können nicht tatenlos zugucken und hacken die Homepage des Gemeinderats und offenbaren nach und nach immer mehr Geheimnisse.

    Fazit: 


    Durch die Autorin hatte ich gewisse Ansprüche und wurde auch nicht enttäuscht. Anfangs hatte ich eine andere Geschichte erwartet, doch der Kleinstadt-Krieg, den ich bekommen habe, habe ich auch gerne gelesen. 

    Leider waren es mir zu viele Figuren, da ich die ersten 200 Seiten damit verbracht habe, mich zu fragen, welche Sicht ich gerade lese und wer das noch einmal war. 

    Außerdem waren mir die Jugendlichen etwas zu gewollt wild geschrieben. Sie dachten eigentlich immer nur an Sex oder wie sie ihre Eltern ruinieren können und das war mir etwas zu viel. Bei den Jugendlichen hätte ich auch gerne mehr über Gaia gelesen, die mir etwas zu kurz kam, obwohl sie eigentlich ein interessanter Charakter war. 

    Das Ende war extrem deprimierend. Zwischendurch hatte ich die Hoffnung auf ein Happy-End, doch dann wurde ich enttäuscht. Ich hätte mir eindeutig ein anderes Ende gewünscht und wenigstens ein paar Figuren ein schönes Leben gewünscht. 

  12. Cover des Buches Mittagsstunde (ISBN: 9783328106340)
    Dörte Hansen

    Mittagsstunde

     (220)
    Aktuelle Rezension von: buchstaeblichverliebt

    "An den Koppelrändern standen Kühe mit gesenkten Köpfen wie Melancholiker an Bahnsteigkanten." (S.39)

    Eine Ode an das Landleben und seine teilweise eigentümlichen Bewohner.

    Konnte mich leider wie auch schon "Altes Land" nicht begeistern und für sich einnehmen. 

    Ich habe gelesen und gelesen, mich in der Sprache verloren, aber nicht in die Handlung hineingefunden. 

    Irgendwie fehlte mir der rote Faden und außer Ella ging mir auch keiner der Protagonisten nahe. 

    Ich werde in Zukunft auf weitere Bücher der Autorin verzichten. 

  13. Cover des Buches Neujahr (ISBN: 9783442770540)
    Juli Zeh

    Neujahr

     (314)
    Aktuelle Rezension von: Wantan911

    Henning verbringt seinen Urlaub mit seiner Frau und seinen Kindern auf Lanzarote, um sich zu erholen. Die Kinder sind noch klein und Henning nimmt sich endlich einmal die Zeit, alleine eine Radtour zu unternehmen. Er ist schlecht ausgestattet, hat kein Wasser dabei und kommt völlig erschöpft an seinem Zielort an. 

    Henning leidet seiner einiger Zeit unter massiven Albträumen & Panikattacken und kennt die Gründe nicht. Seine Ehefrau tut dies als „Wichtigtuerei“ ab. 

    Völlig ausgetrocknet und erschöpft von der Radtour wird Henning von Lisa zu einem Imbiss eingeladen, damit er wieder zu Kräften kommt. Dankbar nimmt Henning die Einladung in ihr Haus an. Es kommt ihr seltsam vertraut vor und er erlebt einen Flashback, der es in sich hat.

    Im zweiten Teil des Buches wird detailliert aus der Sicht von Henning als Kind geschildert, was passiert ist.

    Juli Zeh schreibt sehr facettenreich und mit vielen Details, was mich einerseits fasziniert aber auch erschüttert hat. Dass Henning zufällig an dem Trauma-Ort seiner Kindheit kommt, war für mich persönlich zu unrealistisch.

    Trotzdem hat mir das Buch sehr gefallen und ich werde mit Sicherheit noch weitere Bücher der Autorin lesen wollen. 

  14. Cover des Buches Das Verschwinden der Stephanie Mailer (ISBN: 9783492316422)
    Joël Dicker

    Das Verschwinden der Stephanie Mailer

     (305)
    Aktuelle Rezension von: Leslie_Meilinger

    Joël Dickers Bücher und ich haben ein seltsames Verhältnis. Sie ziehen mich magisch an und ich verschlinge sie. Und bin doch nie so ganz zufrieden. So auch hier. Das Setting rund um ein Theaterfestival finde ich grandios. Der Kriminalfall an sich ist sehr raffiniert und die Auflösung hat mich überzeugt. Ich würde der Idee sofort 5 Sterne geben. Aber es war anstrengend dieses Buch zu lesen. Wie ich es bereits von anderen Büchern des Autors kenne, verlieren wir uns auch hier in unzähligen kleineren und größeren Dramen, die nichts mit dem Fall zutun haben. Die schiere Fülle an Personen ist überfordernd, nur eine kommt zu kurz: Stephanie Mailer.
    Sie stellt journalistische Nachforschungen an, sie verschwindet, sie wird gefunden - das war es. Ich kann nicht verstehen, wie dieses Buch zu seinem Titel kam. Hier gibt es so viele Charaktere und raffinierte, zum Teil auch absurde Handlungsstränge, die mehr Potenzial gehabt hätten, den Kern dieses Buchs zu bilden. Ich bleibe halb beeindruckt, halb überfordert zurück.Trotzdem empfehle ich das Buch gerne weiter, denn die Ideen und die Schreibweise des Autors sind auf jeden Fall einen Eindruck wert. 

  15. Cover des Buches Altes Land (ISBN: 9783328602101)
    Dörte Hansen

    Altes Land

     (666)
    Aktuelle Rezension von: Goldloeckchen

    Das Buch erzählt im Wesentlichen die Geschichte von Vera Eckhoff, ein Flüchtlingsmensch "gelandet" im alten Land, und von ihre Nichte Anne mit ihrem Sohn Leon, die ebenso ins alte Land flüchtet, weg von der Großstadt Hamburg. Beide Frauen suchen ein sicheres zu Hause und doch kommen sie nie richtig an. Es wird von mehreren Generationen erzählt; vom Alten Land, dass nicht ganz so idyllisch ist wie es scheint aber auch von den Nachteilen und Leben in einer Großstadt.

    Die Geschichte der beiden Frauen ist sehr ergreifend. Die Erzählweise von Dörte Hansen ist dabei sehr besonders, dennoch hatte ich auch hin und wieder Probleme damit. Ich bin selber Mutter und musste immer wieder schmunzeln, wie die Charakteren und der wachsende Gesellschaftsdruck auf Eltern beschrieben wird. Da stecken so viele Themen drin, die ich oder Bekannte von mir so erlebt haben. Beide Frauen hatten, vermutlich aufgrund ihrer Vergangenheit, so ihre Eigenheiten. Auch die Charakteren, die eher eine Nebenrolle spielen, wurden gut beschrieben. 

    Fazit: es wird sicherlich nicht das letzte Buch von Dörte Hansen gewesen sein. 

  16. Cover des Buches Im Land der weiten Fjorde (ISBN: 9783404167586)
    Christine Kabus

    Im Land der weiten Fjorde

     (105)
    Aktuelle Rezension von: LeseBlick
    Ich bin immer wieder erschüttert, was für Bücher sich über Jahre ungelesen in unseren Bücherregalen aufhalten (müssen). Dieses Buch landete per Los auf meiner Leseliste und ich bin nun endlich froh, es gelesen zu haben.

    Ich habe bis vor zwei Jahren unheimlich viele Romane gelesen, vor allem diese, die auf zwei Zeitebenen spielen. Dann kam die große Übersättigung.
    Mittlerweile habe ich schon wieder ein, zwei Romane gelesen, die mich dann vollkommen abgeholt und begeistert haben. Auffällig ist wieder, dass bei den Romanen meist die Kriegszeit eine Rolle spielt. So ist es auch hier.

    Als Leser taucht man ein in das Leben der jungen Mari Karlssen, welche in Nordfjordeid in Norwegen aufgewachsen ist. Auf dem heimeligen Hof der Familie fühlt sie sich vor allem zu den Pferden hingezogen und kann sich neben ihren zwei Brüdern sehr gut in das aktive Gehöftleben integrieren. Dann kommt der folgenschwere April 1940, in dem Norwegen von der deutschen Wehrmacht besetzt wird. Von nun an, verändert sich auch das Leben der Familie Karlssen.

    In der Gegenwart trifft man als Leser/in auf Lisa, welche als Fotografin um die Welt reist und gerade den Tod ihrer Eltern zu verarbeiten versucht. Im Nachlass ihrer Mutter stößt sie auf dieses geheimnisvolle Medaillon, mit einem beiliegenden Brief, in dem ihre Mutter ihr von ihrer eigenen Adoption erzählt. Die Familie ihrer Mutter ist also gar nicht ihre leibliche Verwandtschaft. Lisa ist wie vor den Kopf gestoßen. Bei wem versucht sie nun Halt zu finden? Lisa will sich mit Hilfe von wenigen Informationen auf die Suche nach der Familie ihrer Mutter machen. Ein Hinweis ihres Onkels lässt das kleine Örtchen Nordfjordeid in ihren Fokus rücken. Lisa bucht sofort einen Flug nach Oslo und weiß noch gar nicht, welch großer Schritt dieses Flugticket für sie sein wird.

    Unter einem Vorwand schaut sich die junge Lisa auf Gehöften der Region um und ahnt sehr schnell, welcher Hof mit der Vergangenheit ihrer Mutter zusammenhängen könnte.
    Denn sie stößt auf dem Karlssenhof auf den grimmigen älteren Mann namens Finn, welcher ihr schockiert und ablehnend zugleich gegenüber tritt.

    Die Autorin Christine Kabus konnte mich mit ihrem Erstlingsroman in vielerlei Hinsicht begeistern. Ihre Figuren wirken entweder sehr sympathisch oder geheimnisvoll. Sie macht es dem Leser nicht schwer, sich unter den Charakteren zurecht zu finden. Mir kamen zu dem alle sehr authentisch vor. Was ein solcher Roman natürlich auch benötigt, ist eine Liebesgeschichte, oder? Hier darf sich jeder Interessierte sogar auf eine große und eine etwas kleinere Liebesgeschichte freuen. Mich konnten beide total fesseln und das ist wirklich eine Seltenheit muss ich sagen. 
    Wenn auf einem Buch explizit Norwegenroman steht, gehört natürlich auch davon eine ordentliche Prise in das Buch. Absolut erreicht. Ich bin verliebt!

    Und um meinen Geschmack noch auf das hundertstel zu treffen, baut die Autorin Dinge, wie die Mittsommernacht oder auch ein altnordisches Kulturfestival in die Geschichte ein.
    Mit sowas hat man mich ja und ein Grund, warum ich mich zu dieser Kultur und diesen Ländern sehr hingezogen fühle.

    Es ist nicht mein erstes Buch der Autorin, aber der bereits gelesene Norwegenband mit dem Titel "Das Geheimnis der Mittsommernacht", welches ich damals allein wegen des Titels gelesen habe, liegt eindeutig zu weit zurück, um diese beiden Bücher miteinander vergleichen zu können. Ich liebe den hier angewandten Schreibstil und hoffe, dass mich auch die anderen Bände so begeistern und unterhalten können.

    Wozu ich in meiner Rezension nicht allzu viel sagen möchte, ist, was der Einzug der Wehrmacht für die Familie Karlssen und ihren Hof bedeuten wird und welche Rolle die junge Mari darin einnehmen wird. Ebenfalls die Erkenntnisse, welche Lisa in der Gegenwart macht, um ihrer Familiengeschichte auf die Schliche zu kommen.
    Hier sollte jeder Leser/jede Leserin sich selbst überraschen lassen.
    Mit meinen Emotionen konnte die Autorin vor allem am Ende des Buches sehr gut spielen. Taschentücher wurden/werden benötigt.

    Mein Fazit

    Ich glaube, man hört meine Begeisterung für dieses Buch sehr gut heraus.
    Ich könnte stundenlang weiterschwärmen und muss sagen, dass es auch ein Roman ist, welcher sich sehr gut für eine Leserunde, in der fleißig diskutiert wird, eignen lässt.
    Vielleicht ergibt sich ja die eine oder andere, bei den anderen Bänden, die ich mir nun natürlich vornehmen möchte.
    Absolute Leseempfehlung 💖


  17. Cover des Buches Jane Eyre (ISBN: 9783458364252)
    Charlotte Brontë

    Jane Eyre

     (1.573)
    Aktuelle Rezension von: dunis-lesefutter

    Dass Klassiker nie einfach zu lesen sind ist mir natürlich klar. Umso schöner, dass Jane Eyre durch gute Lesbarkeit glänzt. Es ist erstaunlich wie ein Buch über fast 200 Jahre auch heute noch vorbehaltlos zugänglich bleibt. Natürlich sind die Dialoge nicht so, wie wir sie heute führen würden und die Rolle der Frau ist, so freiheitsliebend und emanzipiert Jane auch sein möchte, immer den Männern unterlegen. Alles andere wäre auch nicht glaubwürdig. Aber kurz zur Geschichte: Jane Eyre wächst als ungeliebtes Kind bei ihrer Tante auf, wechselt irgendwann in ein puritanisches Pensionat und findet später eine Anstellung als Gouvernante im Hause Edward Rochsters. Zwischen den beiden entspinnt sich eine Liebe die nicht sein soll. Es passieren Dinge die es den beiden schwer macht zueinander zu finden. Mehr will ich dazu nicht verraten, denn es soll ja auch für alle spannend bleiben.

    Die Figuren sind sehr komplex gezeichnet. Für mich war es schwer Mister Rochester zu mögen, versucht er doch mit Neckereien die m. E. überzogen sind, spöttischem Zynismus und Besitzanspruchsverhalten Jane zu gewinnen. In der damaligen Zeit war es vielleicht die Art Frauenherzen zu erobern. Es fiel mir unwahrscheinlich schwer mich da rein zu versetzen. Auch die Figur des St. John Ist nicht gerade ein Sympant, muss er doch ständig raus kehren wie moralisch er ist und wie er über den Frauen steht. Gut, nun war das so vor 200 Jahren ,umso toller hat mir Jane Eyre imponiert. Was für eine starke Frauenfigur, wenn man bedenkt, wann das Buch geschrieben wurde. Charlotte Brontë muss einen starken Wunsch nach Autonomie gehabt haben. Es scheint als wäre ihr mit diesem Buch ein Blick in die Zukunft gelungen. Die Geschichte ist außerdem unwahrscheinlich packend und spannend. Man will wissen wie es weitergeht und mancher Weg von Jane bekommt durch Zufälle oder Visionen eine Wendung. Ich empfehle das Buch allen die sich mal an Klassiker heran wagen möchten Und natürlich denen die starke, emanzipierte Frauenfiguren lieben. 

  18. Cover des Buches Buddenbrooks (ISBN: 9783596521487)
    Thomas Mann

    Buddenbrooks

     (2.379)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Im alten Hamburg lebt die Familie Buddenbrook und leitet ein großes Unternehmen. Sie sind angesehen und auf Festen gern gesehen Gäste. Die Kinder sind nett, klug und sollen die Geschäfte einmal übernehmen. Die jungen Männer fangen auch an im Unternehmen zu arbeiten und Ehen werden geplant, organisiert oder arrangiert. Die Zeit bringt aber auch Veränderungen mit sich und so verändert sich nicht nur die politische Landschaft oder das Geschäftsleben, sondern auch die Menschen. Man will auch seinen Gefühlen folgen oder gar aus Hamburg weg gehen und so fängt die Familie Buddenbrook langsam an zu bröckeln und das große Haus wird leerer. Thomas Manns großer Familienroman umspannt drei Generationen und Teile seiner eigenen Geschichte sind hier mit hinein verwoben. Es ist so ein großartiges, gewaltiges Buch und wirkt immer noch stark und die Sprache ist einfach brillant.

  19. Cover des Buches Anne Elliot (ISBN: 9783423145282)
    Jane Austen

    Anne Elliot

     (480)
    Aktuelle Rezension von: Himmelsvogel

    Story:

    Anne Elliot wächst als Tochter eines Baronets in Kellynch Hall auf. Kaum im heiratsfähigen Alter möchte sich der mittellose Seeoffizier Frederick Wentworth mit ihr verloben, doch Anne lehnt diesen Antrag auf Anraten einer Freundin, trotz der Liebe zu dem jungen Mann, ab. Jahre gehen ins Land in denen sie nur reifer und gebildeter wird, doch kein Mann scheint gewillt ihr Herz zu erobern. Erst als Annes Vater das Anwesen vermieten muss, begegnet die nun 27-Jährige Frederick erneut. Dieser hat sich nun zum Kapitän hochgearbeitet und ist ein wohlhabender Mann. Doch Verstrickungen in der Gesellschaft, in der sie beide nun verkehren, hindern die beiden daran sich wieder annähern zu können und ein erneutes Aufkeimen ihrer Gefühle erscheint durch andere aussichtslos.

     

    Charaktere:

    Anne ist trotz dem frühen Verlust ihrer Mutter im Jugendalter zu einer reifen Frau herangewachsen, sie weiß wie man sich in der Gesellschaft benimmt und selbst in Adelskreisen verkehrt. Die Ablehnung, die sie Frederick zukommen lässt, beschäftigt sie sehr lange und doch scheint sie über dieses Kapitel ihres Lebens hinwegzukommen. Sie blüht regelrecht auf in der Gesellschaft und weiß ihre Umgebenen zufrieden zu stellen, auch wenn sie nicht wirklich mit ihrer Schwester Elizabeth zurechtkommt und die andere, Mary, immerzu sich benachteiligt fühlt. Erst das Zusammentreffen mit ihrem Verflossenen bringt ihr Leben ins Wanken und immerzu versteift sie sich in seiner Nähe, auch wenn sie sich schnell fängt und die beiden schnell lernen miteinander zu leben. Ihnen wird beiden eine baldige Verlobung angedichtet, was sie mit mehr oder weniger Begeisterung zur Kenntnis nehmen. Lange denkt man, ihre Liebe ist auf immer zertrümmert, doch nach vielen Umwegen finden ihre Persönlichkeiten doch noch zueinander und die Geständnisse ihrer Gefühle sind so herzwärmend, dass man kaum glauben kann, was zwischen ihnen lag. Die Harmonie zwischen den Beiden scheint wahrhaftig echt.

     

    Inhalt:

    Wie in jedem ihrer Romane hat auch hier Jane Austen ihr Talent, das Schreibhandwerk voll ausgelebt. Mit einer Gewieftheit weiß sie eine ganze Gesellschaft ihrer Zeit in ein Buch zu verpacken, sodass es sinnvoll und spannend ist. Die Gefühle und Hoffnungen der Hauptcharaktere werden sehr sprachgewandt vorgebracht, mit solch einem Gefühl, dass man sich regelrecht selbst in dieser Zeit auf den Straßen Baths spazieren sieht. Ein Roman der keine Sekunde langweilt und einen in der Zeit reisen lässt, wie man es heutzutage selten zu finden vermag.

     

    Fazit:

    Ein Auge für die Gesellschaft ihrer Zeit (dem 19. Jahrhundert), sowie das verstricken von Gefühlen durch andere Verpflichtungen, bis sie zur wahren Erkenntnis über ihre Liebe zueinanderkommen, macht Jane Austens Roman zu einem muss, für jeden Romantiker. 


    Sterne:

    5 von 5 Sterne

  20. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)
    Leo Tolstoi

    Anna Karenina

     (1.067)
    Aktuelle Rezension von: Rhea_Ross

    Anna Karenina - Leo Tolstoi

    ______________________________________________________________________________

    „Anna Karenina ist neben Effi Briest und Madame Bovary die wohl berühmteste Ehebrecherin der Weltliteratur. Glücklos mit einem hohen Beamten verheiratet, verfällt die bezaubernde, kluge und sanftmütige Anna dem jungen Offizier Graf Wronski in unwiderstehlicher Liebe. Eine leidenschaftliche Affäre, die sie weder vor ihrem Mann noch vor der Gesellschaft verheimlicht, nimmt ihren Lauf. Anna Karenina ist bereit, dieser Liebe alles zu opfern…“

    ___________________________________________________________________________


    Meiner Meinung nach gibt der Klappentext eine irreführende Auskunft über die Handlung, da er impliziert im Buch ginge es nur um Annas Affäre. Dem ist nicht so. Anhand von drei Familien wird ein Einblick in die adlige russische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts ermöglicht. 

    Anna Karenina ist ein Buch, das viel Zeit in Anspruch nimmt und völlige Konzentration erfordert. Denn erst wenn man sich auf die Figuren und deren Welt einlässt, kann man den einzigartigen Charme spüren und ein Abenteuer erleben, welches sehr viele Themen anschneidet, unter anderem die Ehe, die Liebe, die Religion, den Krieg und generell Fragen über die Menschheit und das Leben an sich. Es ist ein Buch, welches zum Nachdenken anregt. Und obwohl sich die damalige Gesellschaft von der heutigen etwas unterscheidet, sind diese Thematiken immer noch aktuell und beschäftigen uns weiterhin. 

    Es sind Sätze wie diese, die das Leseerlebnis so einzigartig und unvergesslich machen:


    „Warum ich fahre? […] Das wissen Sie. Ich fahre, um da zu sein, wo Sie sind. Ich kann nicht anders.

    […]

    Er hatte genau das gesagt, wonach ihre Seele verlangte hatte, wovor aber ihre Vernunft bange gewesen war. Sie antwortete nichts, und er sah auf ihrem Gesicht ihren innerlichen Kampf.“

    Und obwohl das Buch Anna Karenina heißt und ihre Geschichte sehr spannend ist, ist mein Lieblingscharakter Ljewin. Ohne zu spoilern sage ich nur so viel: Ljewin ist ein Mann, den sich jede Frau wünschen kann. Er ist jemand, der alles richtig macht und am Ende dafür belohnt wird. 

    Tolstoi beschreibt seine Charaktere sehr detailliert und schildert in einer Jagdszene sogar die Perspektive eines Jagdhundes, was sehr unerwartet kam aber so unterhaltsam war, dass ein Schmunzeln nicht unterdrückt werden konnte. 

    Da das Buch so lang ist, verbringt der Leser bzw. die Leserin viel Zeit mit diesen Charakteren und lebt eine Weile mit ihnen. Sehr viele Weisheiten und wunderschöne Zitate stecken in diesem Klassiker, den es sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.


    Zum Abschluss möchte ich ein weiteres Zitat mit euch teilen. Die vielen anderen lasse ich euch selber suchen in diesem Meisterwerk. 


    S. 640

    „[…] Denn wenn du nur deshalb arbeitest und lernst, um eine Belohnung zu erhalten, dann wird dir die Arbeit schwer vorkommen, wenn du aber arbeitest […] aus Liebe zur Arbeit, so wirst du in der Arbeit selbst deinen Lohn finden.“


  21. Cover des Buches Die Korrekturen (ISBN: 9783499255496)
    Jonathan Franzen

    Die Korrekturen

     (485)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Ein Familienroman, amerikanischer Art, voller Traditionen und wie man sich gut vorstellen kann ist da einiges im Unargen.

    Die drei Geschwister Gary, Chip und Denise könnten unterschiedlicher nicht sein und entsprechen so gar nicht den Vorstellungen der Mutter. Enid (die Mutter) will nicht wahrhaben dass ihre erwachsenen Kinder nicht nach ihrer Lebensphilosophie leben und wünscht sich ein letztes mal ein Weihnachstfest im Elternhaus - nur zu gut weiss sie doch dass es wohl das letzemal sein würde, ist ihr tyrannischer Ehemann Alfred doch an Demenz erkrankt und wohnt eigentlich mehrheitlich im Keller zwischen dem blauen Sofa (sein Lieblingsrückzugsort), einem Tischtennistisch und einer Jagdflinte..


    Etwas viele Längen mit unterschiedlichsten Schauplätzen (von turbulenter Kreuzfahrt bis undurchsichtigen politischen Querelen in Litauen) hat dieser Roman, weniger wäre evtl. mehr wie man so schön sagt. Doch alles in allem gefiel mir die Sprache und der Plot, die fünf Hauptpersonen sind vortrefflich gezeichnet und das eine oder andere mal werden amüsante Dialoge, Situationen ausgebreitet - die sind auch nötig denn nur allzu gegenwärtig spürt man wie der Zusammenhalt dieser Amerikanischen Familie bröckelt und zerfällt.

  22. Cover des Buches Die Reise der Amy Snow (ISBN: 9783548289809)
    Tracy Rees

    Die Reise der Amy Snow

     (282)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Die Idee der Geschichte klang super. Eine Schatzsuche durch das viktorianische England und eine Suche nach der eigenen Herkunft. Bis Seite 278 habe ich durchgehalten. Dann habe ich aufgegeben. Sowas langweilig und langatmiges habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Daher kann ich das Buch leider nicht weiterempfehlen.

  23. Cover des Buches Kleine Feuer überall (ISBN: 9783742404046)
    Celeste Ng

    Kleine Feuer überall

     (33)
    Aktuelle Rezension von: 3lesendemaedels

    "In diesem Sommer redeten alle in Shaker Heights darüber, wie Isabelle, das jüngste Kind der Richardsons endgültig durchdrehte und das Haus niederbrannte." Die heile Welt einer mustergültigen Siedlung wird durcheinander gebracht, als die Fotokünstlerin Mia mit ihrer Tochter Pearl in das Miethaus der Richardsons zieht. Mit ihrer Unangepasstheit wecken sie gefährliche Leidenschaften. Mrs. Richardson, die Journalistin, ahnt nicht, welche Lawine sie in Gang setzt, als sie versucht, das Geheimnis um die Herkunft ihrer Mieter zu entschlüsseln, die zum Schluss zur Tragödie führen wird.
    Der Roman beschreibt das Leben zweier amerikanischer Familien, die unterschiedlicher nicht sein können aus verschiedenen Blickwinkeln. Ein intelligenter und einfühlsamer Familienroman.

  24. Cover des Buches Kühn hat zu tun (ISBN: 9783499266829)
    Jan Weiler

    Kühn hat zu tun

     (98)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Taschenbuch: 320 Seiten

    Verlag: Rowohlt Taschenbuch (21. Mai 2016)

    ISBN-13: 978-3499266829

    Preis: 11,00 €


    Spannender Krimi und mehr


    Inhalt:

    Kriminalhauptkommissar Martin Kühn, verheiratet mit Susanne, zwei Kinder, stolzer Besitzer eines Eigenheims, schwirrt der Kopf. In seiner Wohnsiedlung geht es drunter und drüber. Irgendwas stimmt mit dem Baugrund nicht, Neonazis bilden eine Bürgerwehr, ein kleines Mädchen ist verschwunden und hinter Kühns Garten liegt eine Leiche, aufs Übelste zugerichtet. 


    Meine Meinung:

    Dies ist der Auftaktband der Reihe um den Münchner Polizisten Martin Kühn. Er hat mir in seiner Vielseitigkeit ausgesprochen gut gefallen. Dicht an der Seite des sympathischen, aber auch ein bisschen verschrobenen Protagonisten erleben wir einige turbulente Tage mit polizeilichen Ermittlungen, aber auch einigen privaten Problemen, wobei sich alles irgendwie vermischt. 


    Besonders Kühns innere Monologe vermögen zu fesseln und bringen auch die Ermittlungen voran.  Was den Täter angeht, hatte ich zwar schon früh den richtigen Riecher, doch was genau dahintersteckt, hat mich letztendlich doch sehr überrascht und fasziniert.


    Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung für diesen tollen Kriminalroman.


    Die Reihe:

    1. Kühn hat zu tun

    2. Kühn hat Ärger

    3. Kühn hat Hunger


    ★★★★★

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