Bücher mit dem Tag "gesellschaftsschichten"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "gesellschaftsschichten" gekennzeichnet haben.

28 Bücher

  1. Cover des Buches Fall of Legend (ISBN: 9783736314368)
    Meghan March

    Fall of Legend

     (181)
    Aktuelle Rezension von: Maria_Leptokaridou___Theoharidou

    Ich habe ja schon öfter erwähnt, dass ich die Bücher der Autorin einfach liebe, weil sie immer dieses gewisse etwas haben, dass einem dazu bringt, nicht mit dem lesen aufhören zu können, so auch bei diesem Buch. 


    „Fall of Legend“ ist Band eins der Legend Trilogie und fängt schon mega spannend und unerwartet an.


    Man lernt langsam die Protagonisten kennen und durch den immer wiederkehrenden switch in die Vergangenheit, erfährt man einige Dinge, die man unbedingt weiterverfolgen möchte😬


    Was mir noch mega gut gefallen hat, sind die Nebencharakter❤️

    Sie sind mega witzig, außergewöhnlich, sympathisch und interessant. Man will definitiv mehr von ihnen wissen.


    Habe ich schon erwähnt, dass man die Chemie zwischen Gabriel und Scarlett richtig fühlen kann?🔥


    Fast in jeder Szenen, wo sich die beiden begegnen, spürt man richtig das Knistern zwischen ihnen. Ich kann es kaum erwarten Band zwei zu lesen, um zu erfahren wie sich das zwischen den beiden entwickeln wird. 


    Definitiv ein Buch, für jeden der Emotionen, Spannung und einen Protagonisten mit bewegender Vergangenheit kennenlernen möchte☺️❤️


    „Aber was wäre, wenn ich sein könnte, was immer ich wollte? Was wäre, wenn ich haben könnte, was immer ich wollte?“

  2. Cover des Buches Uns gehört die Nacht (ISBN: 9783257300727)
    Jardine Libaire

    Uns gehört die Nacht

     (113)
    Aktuelle Rezension von: medsidestories

    Inhalt:

    Es ist 1986: Jamie studiert in Yale. Seine Familie gehört zum reichsten Prozent in den USA. Elise wohnt im Haus gegenüber und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch’s Leben. Sie ist nicht wirklich Weiß, nicht wirkich Schwarz, nicht wirklich Latina, nichts so ganz. Von Zuhause ist sie abgehauen, da gab es bloß Drogen und Kriminalität. Elise ist erst zwanzig, aber man könnte meinen, sie hat schon vierzig Jahre gelebt, so viel hat sie da gesehen. Als sie Jamie trifft, rührt sich irgendetwas in ihr. Am Anfang ist es nur Sex, ziemlich viel, ziemlich obsessiver Sex. Und dann ist es auf einmal Liebe. Eine Liebe, die Jamie, den Jungen, der nie wirklich Verantwortung tragen musste, dazu zwingt, Entscheidungen zu treffen. 

    Meine Meinung:

    Ich habe schon lange nichts mehr so schnell so heftig inhaliert wie die erste Hälfte von „Uns gehört die Nacht“. Ich fand es brutal gut. Und wenn ich schreibe brutal, dann meine ich das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Liebe von Jamie und Elise ist eine brutale Form von Liebe.

    Liebesgeschichten zwischen reichen Jungs und armen Mädchen sind in der Literatur ja oft erzählt worden und werden (zumindest von mir) auch immer wieder gerne gelesen. Ich habe eine Schwäche für das Cinderella-Trope, könnte man sagen. Deswegen habe ich „Uns gehört die Nacht“ auch gekauft. Deswegen und wegen der unfassbar schönen Sprache, die mich schon auf der ersten Seite gepackt hat. Die Autorin zeichnet einzigartige Sprachbilder, die das (noch unentdeckte) wortästhetische Zentrum in meinem Gehirn unglaublich stark stimuliert haben. Allein dafür würde ich all ihre weiteren Romane kaufen.

    „Uns gehört die Nacht“ ist anders als all die anderen Cinderella-Geschichten, die ihr gelesen habt. Elise ist nämlich kein weichgespültes armes Mädchen aus dem Märchen. Elise ist das, was Leute wie Jamie, „eine Assoziale“ nennen. Sie redet ungehobelt, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, sie hat viel Leid und Enttäuschung erfahren, hat ein Vorstrafenregister und mit dreizehn bereits ihre erste Abtreibung erlebt. Mit vierzehn dann die zweite. Elise ist meine Lieblingsprotagonistin im Jahr 2021, weil sie sich trotz all der Kaputtheit so viel stille, unverfälschte Liebe bewahrt hat. Die Autorin hat sie wirklich unglaublich gut charakterisiert. Jamie ist übrigens noch kaputter als Elise, obwohl er auf den ersten Blick alles hat, was man braucht um ganz zu sein. Aber in mancher Hinsicht reicht alles eben auch nicht aus.

    Die Beziehung, die sich zwischen Jamie und Elise entwickelt, ist voller Rohheit und Verzweiflung. Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist auf eine ganz eigene, schonungslose Art und Weise romantisch. Die Unterschiede zwischen Jamie und Elise sind ein Sinnbild für die verschiedenen Seiten der USA, in denen ein so krasser Reichtum und eine so ausweglose Form von struktureller, sozialer und finanzieller Verarmung möglich ist. 

    Ein bisschen muss ich meine Begeisterung dann doch relativieren. Grund dafür ist das Ende, das mich enttäuscht hat. 

    Mir kam es vor, als hätte die Autorin eine grandiose Geschichte nicht richtig zu Ende denken können. Außerdem gibt es in dem Buch irrsinnig viel Sex. Obwohl mich das normal überhaupt nicht stört, war es hier ab einem gewissen Punkt grenzwertig viel. 

    Fazit:

    „Uns gehört die Nacht“ erzählt eine in dieser Form für mich einzigartige, sprachgewaltige Liebesgeschichte. Das Buch ist (abgesehen von kleinen inhaltlichen Abstrichen) ein literarisches Highlight für mich.

  3. Cover des Buches Ein plötzlicher Todesfall (ISBN: 9783548285283)
    Joanne K. Rowling

    Ein plötzlicher Todesfall

     (763)
    Aktuelle Rezension von: fayreads

    In der Kleinstadt Pagford stirbt Barry Fairbrother. Die AnwohnerInnen sind erschüttert über seinen plötzlichen Tod, doch mit dem Todestag wird der Abgrund der Stadt deutlich. Fairbrother war ein bedeutendes Gemeinderat-Mitglied und nun ist ein Platz frei, den viele wollen, aber nur einer bekommen kann. 


    Diese Streitereien bekommen auch die Kinder der Kleinstadt-PolitikerInnen mit und auch sie haben einige Schwierigkeiten in ihrem Leben. Doch sie können nicht tatenlos zugucken und hacken die Homepage des Gemeinderats und offenbaren nach und nach immer mehr Geheimnisse.

    Fazit: 


    Durch die Autorin hatte ich gewisse Ansprüche und wurde auch nicht enttäuscht. Anfangs hatte ich eine andere Geschichte erwartet, doch der Kleinstadt-Krieg, den ich bekommen habe, habe ich auch gerne gelesen. 

    Leider waren es mir zu viele Figuren, da ich die ersten 200 Seiten damit verbracht habe, mich zu fragen, welche Sicht ich gerade lese und wer das noch einmal war. 

    Außerdem waren mir die Jugendlichen etwas zu gewollt wild geschrieben. Sie dachten eigentlich immer nur an Sex oder wie sie ihre Eltern ruinieren können und das war mir etwas zu viel. Bei den Jugendlichen hätte ich auch gerne mehr über Gaia gelesen, die mir etwas zu kurz kam, obwohl sie eigentlich ein interessanter Charakter war. 

    Das Ende war extrem deprimierend. Zwischendurch hatte ich die Hoffnung auf ein Happy-End, doch dann wurde ich enttäuscht. Ich hätte mir eindeutig ein anderes Ende gewünscht und wenigstens ein paar Figuren ein schönes Leben gewünscht. 

  4. Cover des Buches Der Garten über dem Meer (ISBN: 9783866480339)
    Mercè Rodoreda

    Der Garten über dem Meer

     (71)
    Aktuelle Rezension von: das_lesewesen

    Sechs Sommer lang erzählt der Gärtner eines Herrenhauses das bunte Treiben um sich herum. Mal sehr detailliert und genau. Mal unzuverlässig und unwissend. Er steht jederzeit außerhalb dessen, was seine Herrschaften da machen, welche Konflikte ausgetragen werden, wer wann wohin geht. Der Gärtner und sein Garten sind die einzigen Konstanten in einem Buch, dass sprachlich durchaus überzeugt und eine sehr sympathische Hauptfigur hervorbringt. Mehr aber nicht. An der einen oder anderen Stelle erwartet der Leser sehnsuchtsvoll Tragik, Momente der Spannung, irgendetwas Großes. Leider Vergeblich. Es bleibt viel unklar, unaufgeklärt und unausgesprochen. Vielleicht ist das der Reiz dieses unscheinbaren Romans.


    Schaut doch gerne mal auf unserem Instagram-Blog vorbei 😊

    https://www.instagram.com/das_lese_wesen/

    Liebe Grüße,

    das_lese_wesen


  5. Cover des Buches Waldkind (ISBN: 9783404209279)
    Natalie Speer

    Waldkind

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Sandra1978
    Also mit diesem Buch habe ich mir unglaublich schwergetan, ich habe anhand der Beschreibung irgendwie etwas ganz anderes erwartet. 

    Ich bin mit dem Schreibstil der Autorin unglaublich schlecht klargekommen und habe mich sehr lang durch die Seiten gequält. Mehrmals habe ich ernsthaft überlegt, ob ich die Lektüre abbrechen soll.

    Die Autorin schreibt sehr bildhaft und verschlungen, ergeht sich in langen und detaillierten Beschreibungen und für mich war die ganze Erzählweise sehr altbacken und hochgestochen. 
    Für mich ging dadurch, dass sich alles so sehr in die Länge gezogen hat, fast die komplette Spannung des eigentlich interessanten Plots verloren, und ich habe es immer nur in kurzen Häppchen geschafft, mich durch die Story zu arbeiten.

    Meiner Meinung nach hätten 200 Seiten weniger dem Spannungsbogen dieser Geschichte sehr gutgetan. 
    Die Handlung ist insgesamt sehr komplex aufgebaut, wie ich finde, und es dauert ewig, bis sich die ersten Handlungsstränge mal zusammenfinden. Erst auf den letzten 50 Seiten hat sich für mich so etwas wie Spannung aufgebaut, und dafür sind mir fast 650 Seiten einfach zuviel.

    Wie geschrieben, finde ich die Handlung an sich recht gut. Die Alben sind hier recht fremdartige Wesen und von Ihrer Art her sehr böse und grausam beschrieben, obwohl sie wunderbare Fähigkeiten haben. Sie stellen sich selbst über die Menschen und werden dadurch deren Feind. Eine vielschichtige Geschichte, die die Verwicklungen einer Klassengesellschaft mit einer fremdartigen Macht aus allen Schichten beleuchtet und teilweise auch steampunkige Elemente hat, was ich eine sehr interessante Mischung fand. Das war für mich auch das absolute Highlight des Buchs - die Gesellschaft und ihre Versuche, die magischen Kräfte aus den Alben und deren Mischlingen für sich zu gewinnen und zu untersuchen. Dieser wissenschaftliche Aspekt der Geschichte war leider für mcih viel zu wenig ausgeprägt.

    Cianna ist als Protagonistin für mich nicht besonders sympathisch gewesen und hat nur wenig Rückgrat. Ihre Meinung schwankt wie ein Fähnchen im Wind und sie ist quasi das komplette Buch über unsicher, zu welcher Seite sie denn nun halten will - zu den Bürgern, den Sklaven und Rebellen, zu den Alben? Irgendwie hat jede Seite ihre Berechtigung und wer die wirklich Bösen sind, wird bis zum Ende nicht so ganz klar, da jeder seine Fehler in der Vergangenheit gemacht hat und noch  macht.

    Zusammenfassend kann ich sagen: Interessante Story, die man für mich deutlich unterhaltsamer hätte gestalten können, durch die umständliche Erzählweise und die Länge des Buchs geht für mich einfach zuviel der guten Grundidee verloren, daher kann ich mich den bislang überwiegend sehr positiven Rezensionen nicht anschließen.  Von mir gibt es daher die Empfehlung: Zuerst mal reinlesen bzw. eine Leseprobe anschauen, ob man mit dem Stil klarkommt, bevor man sich an dieses umfangreiche Werk macht.
  6. Cover des Buches Die Reise der Amy Snow (ISBN: 9783548289809)
    Tracy Rees

    Die Reise der Amy Snow

     (277)
    Aktuelle Rezension von: Schmoekerente

    Die Idee der Geschichte klang super. Eine Schatzsuche durch das viktorianische England und eine Suche nach der eigenen Herkunft. Bis Seite 278 habe ich durchgehalten. Dann habe ich aufgegeben. Sowas langweilig und langatmiges habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Daher kann ich das Buch leider nicht weiterempfehlen.

  7. Cover des Buches Tod in der Speicherstadt (ISBN: 9783740806613)
    Anja Marschall

    Tod in der Speicherstadt

     (43)
    Aktuelle Rezension von: louvre74

    Der historische Kriminalroman " Tod in der Speicherstadt " von Anja Marschall beeindruckt schon mit dem tollen Buchcover. Es gefällt mir richtig gut und ist mir dadurch auch aufgefallen. Ich liebe Hamburg! Der Klappentext aber auch die Leseprobe überzeugten mich dann komplett. Dies ist der 5. Band der Hauke Sötje-Reihe. Auch ohne die anderen Bände zu kennen sehr gut zu lesen und nun ein Muss von mir die restlichen Bände zu lesen. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Du bist gleich im Lesen drin und vor allem fieberst du mit Hauke und seiner Verlobten Sophie mit. Dies war mein Buch für die letzten Sonnenstrahlen im Park.

    Der Krimi spielt im Jahre 1896 in Hamburg. Es geht um den Kommissar Hauke Sötje,welcher der Familie Bellingrodt eine traurige Nachricht überbringen muss. Ein Sohn von ihnen ist tot aufgefunden worden in der Elbe. Zudem geht es um eine verschwundene Frau mit ihrem Kind, welche seine Verlobte Sophie finden möchten. Und irgendwie gehört alles zusammen, denn die letzte Spur der beiden führt zu der Familie Bellingrodt....viel mehr verrate ich nicht, sondern begibt dich mit auf die Spuren von Hauke und Sophie.

    Von mir eine klare Leseempfehlung. Wie oben geschrieben werde ich mir die anderen Bände noch zum Lesen holen. Ein richtig spannender historischer Krimi, wie er sein sollte!

  8. Cover des Buches Die Brücken der Freiheit (ISBN: 9783404172313)
    Ken Follett

    Die Brücken der Freiheit

     (523)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Schottland im 18. Jahrhundert: Mack, ein junger Mann, arbeitet seit seinem siebten Lebensjahr in der Kohlegrube der Familie Jamisson. Schon bei der Taufe werden die kleinen Kinder den Besitzern der Zeche versprochen. Die meisten der Grubenarbeiterinnen und Grubenarbeiter fügen sich einfach ihrem harten Schicksal, doch Mack strebt nach Freiheit. Er beschließt wegzulaufen und kommt nach London. Dort findet er einen neuen Job, doch auch hier erlangt er nicht die Freiheit, die er sich erhoffte. Als er versucht, gegen sein Schicksal anzukämpfen und der Armut in den Straßen Londons zu entfliehen, wird er als Aufrührer verhaftet und zum Tode verurteilt. Nur das beherzte eingreifen von Lizzie Hallim, einer jungen Adeligen, mit der er bereits als Kind gespielt hatte, konnte ihn vorm Galgen retten. Stattdessen wurde er zu sieben Jahren Zwangsarbeit in den britischen Kolonien verurteilt. Die Freiheit schien in ungreifbare Ferne gerückt sein. Doch auch Lizzie, die seit jeher auf ein Leben in Selbstbestimmung hofft, wird in eine unglückliche Ehe mit Jay Jamisson gedrängt. 

    Der Schreibstil ist, wie nicht anders von Ken Follett zu erwarten, leicht und flüssig zu lesen gewesen. Auch an Spannung mangelt es das ganze Buch über nicht und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Charaktere waren sehr sympathisch, gut beschrieben, vielseitig und durchaus authentisch. So hatte Mack beispielsweise einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, einen Drang auf Selbstbestimmung, ist wiederum aber auch beherrscht, überlegt und durchaus dazu in der Tat, sein eigenes Verhalten und seine taten zu reflektieren. Begeistern konnte mich Ken Follett auch mit seiner hervorragenden Recherchearbeit. Das Leben der Kohlearbeiter, die Arbeit in der Zeche, das Leben und die Armut in den Straßen Londons und das Schicksal der Zwangsarbeiter, die in die Kolonien verschickt wurden, wurden sehr interessant beschrieben. Mitgenommen hat mich, wie die kapitalistischen geldgierigen Unternehmer immer weiter die Bevölkerung ausbeuten und dabei sogar noch von der Regierung unterstützt werden. Leider muss man sagen, dass es heutzutage in vielen Teilen der Welt nicht anders zugeht. 

    Schlussendlich ist der Roman sehr gut und spannend zu lesen. Er bietet einen interessanten Einblick in das Leben im britischen Königreich im 18. Jahrhundert. Ich kann das Buch wirklich uneingeschränkt allen weiterempfehlen, die gerne historische Romane lesen. 

  9. Cover des Buches Die Tuchvilla (ISBN: 9783734110177)
    Anne Jacobs

    Die Tuchvilla

     (477)
    Aktuelle Rezension von: Azyria_Sun

    Worum geht’s?

    Marie wird aus dem Waisenhaus in der Tuchvilla als Küchenhilfe eingestellt. Dort arbeitet sie sich hoch zur Kammerzofe. Als Sie den Paul, den Sohn des Hauses kennenlernt, ist es um sie geschehen. Auch Kitty, die gesundheitlich labile Tochter der Melzers, findet einen Weg in ihr Herz. Als diese plötzlich verschwindet, führe Maries Wege bis nach Paris.

     

    Meine Meinung:

    „Die Tuchvilla“ von Anne Jacobs ist ein wunderschönes Buch das in den Jahren 1914 und 1915 spielt. Anfangs hatte ich ein bisschen Angst, dass es vielleicht kitschig sein könnte – wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Die Autorin führt die LeserInnen in die Tuchvilla der Industriellenfamilie Melzer nach Augsburg. Das Buch ist emotional, hab aber durchaus auch eine Vielzahl von spannenden Momenten. Die Charaktere werden vor dem inneren Auge lebendig und man wandelt mit Marie & Co. durch die Räume der Tuchvilla, durch Augsburg und sogar durch Paris.

     

    Die Charaktere selbst gefallen mir sehr gut – allen voran Marie, die aus dem Waisenhaus zunächst als Küchenhilfe in die Tuchvilla kommt. Sie ist eine ehrliche, sympathische aber auch stolze Frau, die Respekt beweist aber auch durchaus ihren eigenen Kopf hat und sich nichts vormachen lässt. Im Laufe der Geschichte findet sie nicht nur ihre Wurzeln, sondern auch ihre große Liebe.

     

    An ihrer Seite ist immer die leicht kränkliche Tochter des Hauses, Kitty. Zwischen ihr und Marie entsteht eine Freundschaft, die wirklich innig ist. Kitty setzt sich für Marie ein, fördert sie und fordert sie. Als Kitty mir einer unglücklichen Liebe zu kämpfen hat, findet sie Unterstützung bei Marie. Auch die anderen Charaktere, Paul, der Sohn des Hauses und Elisabeth, die ältere Tochter, sind eigenwillige Personen mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Gut gefällt mir auch das Personal, die Köchin, die Hausdame, Auguste und wie sie alle heißen. Sie streiten sich, vertragen sich, lauschen und streuen Gerüchte – und man will dort einfach nur gerne für einen Tag Mäuschen spielen.

     

    Die Geschichte selbst hatte mich ebenfalls sehr schnell in ihren Bann gezogen. Was als Roman begann, hatte durchaus spannende Momente und Plot-Twists und man musste unbedingt wissen, wie es weitergeht. Die Beschreibung der Orte, die Reise nach Paris, Maries Reise in ihre Vergangenheit – unglaublich ausdrucksstark wurden alle diese Momente von der Autorin auf Papier gebannt. Einzig der geschichtliche Aspekt hätte noch etwas mehr hervortreten dürfen. Hier hat die Autorin viele Dinge angeschnitten, z.B. der Aufstand der Sozialisten und der Arbeiter, aber das hätte gerne noch mehr sein dürfen und hätte auch gut in den Aufbau gepasst. Aber auch so ein wirklich schönes Buch über Protagonisten, die einem während dem Lesen immer mehr ans Herz gewachsen sind.

     

    Fazit:

    „Die Tuchvilla“ von Anne Jacobs nimmt ihre LeserInnen mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Man ist Teil der Angestellten, sitzt mit diesen am Tisch, wenn sie Gerüchte streuen. Man möchte Maries Freundin sein, Kitty beistehen, Paul helfen. Die Menschen in dem Buch wachsen einem mehr und mehr ans Herz und auch die Geschichte selbst berührt ohne kitschig zu sein.  Der geschichtliche Teil hätte gerne noch etwas intensiver und detaillierter herausgearbeitet werden dürfen. Aber die Orte, die Ereignisse – alles ist absolut lebhaft beschrieben und man hat wirklich das Gefühl, mittendrin zu sein.

     

    4 Sterne für dieses mitreißende, spannende und gefühlvolle Buch, bei dem man gerne Teil der Familie Melzer wäre.

     

  10. Cover des Buches Sturmtochter (ISBN: 9783802582110)
    Richelle Mead

    Sturmtochter

     (196)
    Aktuelle Rezension von: Sardonyx
    Eugenie Markham ist eine Schamanin, die unter dem Namen Odile Dark Swan Geschöpfe der Anderswelt jagt. Das ist ein harter Job, den sie aber über alles liebt: manchmal muss sie böse Geister aus verhexten Turnschuhen jagen, Wasserelementare aus Toiletten jagen - oder plötzlich um ihr Leben fürchten, als ihr wahrer Name unter allen Geschöpfen der Anderswelt bekannt wird! Wie kann es kommen, dass Eugenies Opfer unerwartet wissen, wer ihre geheimnisvolle Jägerin ist? Eugenie stößt auf ein seltsames Rätsel und erfährt, dass ihre gesamte Herkunft eine gewaltige Wahrheit und gefährliche Prophezeiung birgt. Vor langer Zeit versuche der so genannte Sturmkönig, alle Macht an sich zu reißen und nun wird es Zeit, dass sein Erbe wieder erwacht.
    Zusammen mit dem heißen Gestaltwandler Kiyo und der Hilfe des charismatischen Feenkönig Dorian macht sich Eugenie auf die Suche nach ihrer wahren Bestimmung. Der schwarze Schwan breitet seine Flügel aus - um bis in die Unterwelt tief zu fallen ...

    ,,Sturmtochter"
    (im Original Storm Born, aber dies ist nicht mit einer gewissen Khaleesi zu verwechseln) ist der erste Band von Richelle Mead's Reihe um eine ebenso gefährliche wie attraktive Schamanin aus den Südstaaten. Ach ja, das mit dem verhexten Turnschuh aus meiner Inhaltszusammenfassung ist gar kein Scherz - mit ihm begann in der ersten Zeile meine Entführung in eine fesselnde, vielseitige Welt (und deren Parallelwelt).

    Gleich von Anfang an grinste ich wegen Eugenie: sie ist so eine starke Persönlichkeit, mit gelegentichen Anfällen großer Schwäche, was sie aber menschlicher macht. Ich persönlich mag ja weniger Helden und Heldinnen, die in allem perfekt sind und immer wissen, was zu tun ist. Wenn sie einen Knacks haben, sind sie mir sofort sympathisch, wie auch die Nebenfiguren in diesem Buch. Da ist zum Beispiel der Tierarzt-Fuchs-Hottie Kiyo und Dorian, der manchmal fast schon niedlich war auf eine Welpen-Weise. Die klischeehafte Sekretärin, die zum Glück nur in Telefonaten auftaucht, und der polnische ,,Indianer" schmücken Eugenies bizarre Welt aus wie exotische Vögel :)

    Wie zu erwarten, spart die Autorin nicht mit Romantik und prickelnder Spannung, was man sofort merkt, als Eugenie Kiyo zum ersten Mal sieht (und ich fand es wirklich krass, dass sie sofort mit einem völligen Fremden ins Bett geht! Ich meine, er ist am Anfang nur eine flüchtige Begegnung und sie geht gleich voll ab?!) Die beginnende Dreiecksbeziehung roch ich gleich von Anfang an, allerdings bin ich Richelle Mead so dankbar, dass sie die Spannung der rasanten Handlung über Schnulzen gestellt hat.

    Die Preisfrage: Was haben wir Leser nämlich (meistens; es gibt ja auch Ausnahmen) lieber?
    a) Herzschmerz, welcher Mann der bessere ist, oder
    b) eine spannende Protagonistin, die mit Silberpatronen und -dolchen fremdartige Elementargeister niedermetztelt und in die Unterwelt verbannt. Ich würde an dieser Stelle jetzt einen dicken, tiefschwarzen Filzstift herausholen und ganz groß b) ankreuzen, weil ich von Kick-Ass-Hauptfiguren nie genug bekommen kann. Ein frecher Spruch, grandiose Kampf-Moves, ein lautes Boom, Explosionen, Monster - und zum Schluss wieder ein einzigartiger Spruch. Das ist meine Eugenie.

    Alles an ,,Sturmtochter" ist perfekt, obwohl bisher nicht viel Hintergrundwissen zu Eugenies Werdegand preisgegeben wurde. Ich hätte gerne erfahren, wie Eugenie zur Schamanin geworden ist. Das heißt, es ist bekannt, dass sie von ihrem Stiefvater Roland unterrichtet wurde, wie lief so eine Ausbildung bei Eugenie ab?
    Mein Rezensentenschwert steckt in meinem Gürtel, dunkle Runen auf silbernem Metall. Langsam ziehe ich es. Weil mir gerade keine intelligent-freche Aussage einfällt, rufe ich einfach nur die Macht der Göttinnen und lasse 5 Sterne in dieser Welt und der Anderswelt erstrahlen.
  11. Cover des Buches Verfall und Untergang (ISBN: 9783257243819)
    Evelyn Waugh

    Verfall und Untergang

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Nelebooks

    Inhalt (LB): "Die Geschichte des Studenten Paul Pennyfeather, der einmal zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Er fliegt völlig unverschuldet von der Uni, versucht sein Glück als Lehrer in einem dubiosen Internat, verliebt sich in die umwerfend charmante Mutter eines seiner Schüler – und wird in die Machenschaften der besseren Gesellschaft verwickelt. Evelyn Waughs Debüt ist eine rasante Satire auf den Bildungsroman und die englische High Society."

    Cover: Also das Cover ist nicht farblich und dadurch etwas schlichter und springt nicht gleich ins Auge. Ich finde es generell jedoch ansprechend. Allerdings habe ich absolut keine Ahnung, warum dieses Cover gewählt wurde, denn es passt keineswegs zur Geschichte.

    Schreibstil: Der Schreibstil ist verständlicherweise nicht der heutigen Zeit entsprechend. Aber es ist überaus gut lesbar. Der Autor schreibt recht locker und versteht es den Leser durch Aussagen immer wieder zum Schmunzeln zu bringen.

    Charaktere: Mit Paul als Protagonisten bin ich von Anfang an nicht ganz warm geworden, was sich bis zum Ende nicht geändert hat. Er ist naiv, freundlich, kann nicht für sich selbst einstehen, vertrauenswürdig und anpassungsfähig. Er ist kein aktiver Protagonist, sondern eher eine Person, der verschiedenste Dinge passieren, die hier geschildert werden. Philbrick, Grimes und Prendy empfand ich als sehr interessante Charaktere. Margot war mir auch nicht sonderlich sympathisch. Ihren Sohn Peter dagegen mochte ich überaus gern.

    Meinung: Zu Anfang werden viele Namen genannt, was mich etwas gefordert hat, die jedoch im weiteren Verlauf eigentlich alle keine Rolle mehr spielen. Auch hatte ich hier anfangs etwas Mitleid mit Paul. Es gibt mehrere Stationen und Begegnungen in seinem Leben, die ich alle sehr interessant fand. Einige Charaktere schienen aus seinem Leben verschwunden zu sein und tauchen dann doch an den seltsamsten/überraschendsten Orten wieder auf. Generell hat mich das Buch immer wieder zum Schmunzeln gebracht und mich sehr gut unterhalten. Es werden verschiedenste Themen überspitzt behandelt (Dekadenz, Rassismus, Verbrechen etc.). Hier regt das Buch auch zum Nachdenken an und beschäftigt einen auch nach dem Lesen noch eine Weile. Allerdings darf man seine krassen Darstellungen natürlich nicht zu ernst nehmen, ansonsten hat man beim Lesen dieses Buches weniger Spaß.

  12. Cover des Buches Wie man einen Toaster überlistet (ISBN: 9783453320154)
    Cory Doctorow

    Wie man einen Toaster überlistet

     (15)
    Aktuelle Rezension von: rainbowly

    Inhalt

    Salima hat es geschafft. Nach diversen Flüchtlingslagern und dem Verlust ihrer Eltern hat sie endlich eine eigene Wohnung, einen Job und Freunde gefunden. Doch plötzlich toastet ihr Toaster nicht mehr und ihre Spülmaschine spült nicht mehr, einfach nur weil der Konzern dieser Geräte pleite ist. Deshalb sucht Salima nach einer Lösung, um die Geräte wieder in Gang zu bekommen und entdeckt dabei wie sehr Konzerne wie diese die Freiheit der Menschen beschränken.


    Gestaltung

    Ein kleines Büchlein, das aber sofort mein Interesse geweckt hat. Cover und Klappentext sind klasse!


    Sprache

    Cory Doctorow erzählt hier auf nur recht wenigen Seiten eine fesselnde und hochaktuelle Geschichte. Es gibt hier keine völlig neue, futuristische Technik. Es gibt einfach bekannte Alltagsgeräte, die allerdings nur autorisierte Produkte zur Nutzung zulassen. Das heisst man muss eine bestimmte Marke an Brot kaufen, um sie im Toaster toasten zu können. Mit anderem Brot funktioniert der Toaster nicht. Eine interessante Vorstellung und gar nicht mal so unrealistisch, wenn man an die ganze smarten Geräte denkt, die es aktuell schon gibt. Und dann entwickelt sich eine Geschichte rund ums Hacken, um Freundschaft, um Ausgrenzung , um soziale Unterschiede, um die Macht von Großkonzernen und um Freiheit.


    Charaktere

    Salima ist schlau, stark, selbstständig, lässt sich nicht unterkriegen und sorgt sich um Andere. Sie hat in ihrem Leben schon viel erlebt und viele Erfahrungen gesammelt. Ich finde sie sehr sympathisch und konnte mich gut in ihre Situation hineinversetzen obwohl ich nichts Vergleichbares erlebt habe.


    Fazit

    Eine fesselnde Erzählung, die auf so wenigen Seiten so viele wichtige Themen anspricht!

  13. Cover des Buches Alles über Heather (ISBN: 9783499291463)
    Matthew Weiner

    Alles über Heather

     (74)
    Aktuelle Rezension von: buechertraumzeiten

    „Heather, the totality“ ist geschrieben von Matthew Weiner und ist auch im deutschen unter dem Titel „Alles über Heather“ im Rowohlt Verlag, im Jahr 2019 erschienen.

    Warum ich mir dieses Buch ausgesucht habe? – Ganz einfach: Ich habe es in der Mayerschen für 1€ auf dem Wühltisch entdeckt… Ich hatte von dem Autor zuvor noch nie etwas gehört gehabt, aber der Klappentext hat mich sehr angesprochen. Zusätzlich dazu, ist der Autor, der Schöpfer der Serie „Mad Men“ und die habe ich schlichtweg geliebt. Also dachte ich mir – go for it!

    Das Buch ist in der englischen Ausgabe in einem wunderschönen Hardcover Format erschienen und hat einen großartigen, durchsichtig-goldenen Schutzumschlag, welcher ein Gesicht verdeckt (vermutlich das von Heather). Was es mit der Geschichte auf sich hat? Auch wenn das Buch sehr schlank wirkt und mit seinen 138 Seiten nicht wirklich lang ist, ist der Inhalt umso größer. In wenigen Worten (und dies auch oft ohne die Hilfe von Dialogen), erzählt Matthew Weiner dem Leser eine ganze Menge. Karen und Mark sind ein etwas merkwürdiges Paar, aber zunächst hofft man als Leser, dass die beiden die wahre Liebe ineinander gefunden haben. Als jedoch ihre Tochter Heather zur Welt kommt, dreht sich alles nur noch um das Mädchen und es geht nicht mehr nur um Karen und Mark. Es geht darum, dass die beiden hart arbeiten, um so Heathers Zuneigung zu gewinnen und in einem manischen Wettbewerb zu einander stehen. Aber ist wirklich Heather wirklich das bezaubernde, unbefleckte Kind, für das es gehalten wird? Sie ist ihr Ein und Alles und sie würden alles tun, um sie als ihre „Sonne“ zu erhalten.

    Ich habe den doch sehr spärlichen Schreibstil und die verschlüsselten Hinweise, welche Karen und Mark besser zu verstehen geben, sehr genossen. Insgesamt ist „Heather, the totality“ eine faszinierende Lektüre, welche mehr Fragen stellt als beantwortet werden. Es hat mir fast genauso viel Spaß gemacht, über das Buch nachzudenken, wie es eigentlich zu lesen, auch wenn es leider ziemlich schnell gelesen ist und es den Charakteren teilweise an Sympathie und Tiefe fehlt.

  14. Cover des Buches Die Tribute von Panem 1-3 (ISBN: 9783841504517)
    Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem 1-3

     (1.177)
    Aktuelle Rezension von: Zomala

    Meiner Meinung nach ein absolutes Meisterwerk, kann ich nur weiter empfehlen. Sehr bewegende Geschichte. Tolle Charaktere, ihre Handlungen waren Nachvollziehbar. Man konnte ihren Schmerz förmlich spüren.

  15. Cover des Buches Der Date-Manager (ISBN: 9783960890416)
    Bianca Nias

    Der Date-Manager

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Koriko

    Story:
    Der dreißigjährige Joss nutzt seine Talente, um schwulen Männern zum Traumdate zu verhelfen. Als Date-Manager hat er sich darauf spezialisiert gut situierten Schwulen einen perfekten Abend zu bereiten, ganz gleich ob es auf einen kultivierten One-Night-Stand oder die Liebe des Lebens hinausläuft. Mit seinem neusten Kunden, dem Wirtschaftsprüfer Dion Collister hat er sich einen harten Brocken an Land gezogen. Dem vermögenden, aber schweigsamen Mann kann Joss nur schwer ein perfektes Date bescheren – dass er sich selbst zu seinem Kunden hingezogen fühlt, macht die Sache nicht einfacher. Und auch Dion kann sich der Anziehungskraft des Date-Managers nur schwer entziehen …

    Eigene Meinung:
    „Der Date-Manger“ erschien bereits 2016 im deadsoft Verlag und zählt zu den früheren Büchern der Autorin Bianca Nias. Es ist in sich abgeschlossen und enthält keinerlei fantastischen Elemente, stattdessen ist es teils im Wirtschaftssektor angesiedelt – quasi ein Heimspiel der Autorin, die selbst beim Finanzamt tätig ist.

    Die Geschichte bietet wenig Neues, wenn man sie mit gängigen Romanen des Genres vergleicht – zwei Männer, die sich ineinander verlieben, zu Beginn ein wenig mit sich hadern, jedoch am Ende zueinander finden. Wirkliche Spannung baut sich nicht auf – „Der Date-Manager“ ist eher ein Wohlfühlroman, den man zwischendurch lesen kann, wenn man Lust auf leichte Lektüre hat (was nicht negativ gemeint ist – manchmal braucht man einfach Bücher, die sich nicht mit schweren Themen auseinandersetzen und einfach nur unterhalten). Natürlich hätte man den beiden Hauptcharakteren ein bisschen mehr Steine in den Weg legen können, oder ein wenig mehr Tiefgang einbringen können – gerade zum Ende hin lösen sich die Probleme so leicht und ohne wirkliches Zutun der Figuren auf, dass man schon enttäuscht ist. Auch stört die geballte Erotik im letzten Viertel, weil es einfach zu viel des Guten ist. Gefühlt machen Joss und Dion nichts anderes als miteinander ins Bett zu gehen, nachdem sie zusammen gekommen sind, ganz gleich in welcher Lebenslage. Als würde Sex all die Probleme lösen, die sich zum Ende hin anhäufen.
    Zumindest ist das Setting gut beschrieben und wirkt realistisch – Bianca Nias weiß über die Wirtschaft Bescheid, so dass die Beschreibungen von Dions Arbeitsumfeld sinnvoll und logisch sind und man keinen Millionär vorgesetzt bekommt, dessen Arbeit mehr als fragwürdig ist. Es ist schade, dass der Konflikt mit Dions Arbeitgeber am Ende nicht gänzlich zum Abschluss gebracht wird – hier wäre es schön gewesen, mehr zu erfahren bzw. Dion ein wenig mehr Aktivität gegen seinen Arbeitgeber zuzugestehen, gerade weil man den Aspekt der Homophobie anders hätte behandeln können.

    Die Figuren handeln in sich schlüssig, hätten jedoch mehr Tiefgang aufweisen können. Die Autorin lässt zwei gestandene Männer aufeinander treffen, die beide im Grunde Tops sind und sich nicht unterwerfen wollen. Das Thema wird jedoch recht schnell beiseite gelegt (Liebe macht alles möglich, da werden auch recht schnell Prinzipien über Bord geworfen). Leider bestehen die meisten Beschreibungen von Joss und Dion daraus, wie heiß und gutaussehend der jeweils andere ist – das wird so oft wiederholt, dass man als Leser irgendwann die Augen rollt. Mehr erwähnenswerte Charaktereigenschaften scheinen die beiden Männer nicht zu haben …
    Die Nebenfiguren spielen am Anfang eine größere Rolle – seien es Joss‘ WG-Mitbewohner Kevin oder die Nachbarin Feliz, aber spätestens wenn die beiden Männer zusammen sind, treten sie merklich in den Hintergrund.

    Stilistisch legt Bianca Nias einen leicht geschriebenen, schlichen Roman vor, der durchaus zu unterhalten weiß. Er ist abwechselnd aus Joss‘ und aus Dions Sicht geschrieben, was man jedoch kaum merkt, da beide Männer ähnlich denken und ticken und sich kaum Unterschiede in der Gedanken- und Gefühlswelt zeigen. Leider nerven mit der Zeit die ewigen Wiederholungen und die gleichen, teils kitschigen Phrasen, gepaart mit scheinbar endlosen Liebesschwüren. Dem Buch hätte mehr Abwechslung, auch stilistisch, gut getan. Wer die fantastischen Bücher von Bianca Nias kennt, dürfte von „Der Date-Manager“ enttäuscht sein, doch vielleicht liegt es auch daran, dass der Roman schon älter ist und die Autorin definitiv an sich gearbeitet hat.

    Fazit:
    „Der Date-Manager“ ist ein netter, leichter Liebesroman für zwischendurch, der nicht an die anderen Werke von Bianca Nias heranreicht. Dazu bleibt er durchgängig zu flach, ergeht sich in zu vielen Wiederholungen und am Ende in zu viel Erotik. Wen das nicht stört und wer keine Lust hat, sich mit schweren Themen auseinander zu setzen, sondern nach einer schwulen Liebesgeschichte mit starken, heißen Männern und Happy End sucht, der sollte ein Blick riskieren. Am besten reinlesen und selbst entscheiden …

  16. Cover des Buches Engel und Joe (ISBN: 9783551357694)
    Kai Hermann

    Engel und Joe

     (303)
    Aktuelle Rezension von: Steffi85

    Ich fand das Buch alles in allem sehr gut geschrieben. Das Thema ist immer noch ein wichtiges Thema und ich finde mehr Jugendliche sollten sich damit beschäftigen. 

    Die Beschreibungen in dem Buch sind echt heftig - ob da alle jugendlichen Leser mit klar kommen, weiß ich tatsächlich nicht. Aber gerade weil sie so heftig sind, rüttelt das Buch natürlich auch wach. Gerade auch durch die Beschreibungen konnte ich mir alles gut vorstellen. 

    Klar dachte ich an einigen Stellen "Mädel sei nicht so doof", aber ich weiß auch, dass gerade Jugendliche natürlich anfällig für solche Momente sind. Demnach fand ich es sehr passend.

    Joe begibt sich in viele Schwierigkeiten, nur sieht sie aufgrund der Liebe das alles erstmal nicht so ernst. Ich finde es klasse, wie ihr Weg beschrieben ist, wie sie sich Stück für Stück von Engel mit runterziehen lässt - eine Co-Abhängigkeit ist natürlich in solchen Momenten allgemein nicht so unwahrscheinlich.

  17. Cover des Buches Die Pickwickier (ISBN: 9783538055407)
    Charles Dickens

    Die Pickwickier

     (34)
    Aktuelle Rezension von: andischmidt

    Endlich mal eine gelungene Umsetzung, sprich ohne Fehler und vernünftig mit Inhaltsverzeichnis. Ich denke, mittlerweile sollte das der Standard sein.
    Zum Buch muss ich nicht viel schreiben. Eine Kritik stünde mir eh nicht zu... Außerdem habe ich erst die ersten ca. 50 Seiten (E-Book-Seiten?) gelesen
  18. Cover des Buches Kai & Annabell 1: Von dir verzaubert (ISBN: 9783551300690)
    Veronika Mauel

    Kai & Annabell 1: Von dir verzaubert

     (72)
    Aktuelle Rezension von: viktoria162003

    Meinung 

    Ein Buch das schon lange auf meiner Wunschliste stand und bei dem ich nun zugeschlagen habe. Der Klappentext und das schöne Cover ließen mich eben einfach nicht los. Die Autorin ist mir bisher nicht bekannt gewesen doch hat sie einen angenehmen Schreibstiel. Geschildert wird das ganze aus der Perspektive von Annabell und Kai.

    Annabelle trifft auf dem Weg zu Schule auf Kai. Doch seltsamerweise ist es diesmal anders als sonst und beide lernen sich kennen. Dabei entwickeln sie Gefühle zueinander, unterstützen sich und decken Geheimnisse auf.

    Annabell hat es zuhause nicht einfach. Das Familienverhältnis ist zerrüttet und der Druck von zuhause aus sehr groß. Immer muss sie perfekt sein, da fällt es ihr anfangs schwer für Kai, der alles andere als perfekt ist, Platz zu schaffen. Und doch ist es genau dieses was sie langsam aber sicher aus diesem Muster heraus brechen lässt und die wirkliche Annabelle zum Vorschein bringt.

    Zum einen hat mir das Buch wirklich gut gefallen, es ist emotional und auch durchaus spannend. Gerade durch Annabell Ihre Familie und dem Druck dem sie ausgesetzt ist finde ich so Gefühlvoll. Auch Kai seine Lage mit seinem Verhältnis mit seiner Mutter und seinem Umfeld find ich feinfühlig geschildert.

    Zum anderen find ich manche Situationen aber einfach unglaubwürdig und ein wenig schlecht durchdacht. Bestes Beispiel ist hier wirklich das beide wohl auf dieselbe Schule gehen und wohl auch offensichtlich die gleiche Bushaltestelle benutzen… und erst JETZT fallen sich beide auf. Auch frag ich mich ob das “Reichenviertel” und das “Armenviertel” wirklich so dicht beieinander liegen das man dieselbe Haltestelle benutzt?

    Auch fand ich Kai’s Verhalten anfangs wirklich heftig und machte ihn ein klein wenig unsympathisch. Er benimmt sich wie ein schlechter Bad-Boy ohne Charme. Das Verhalten ändert sich allerdings  im Laufe und zum Vorschein kommt dann natürlich die Romanze.

    Beide lernen sich kenne,  helfen sich, bauen Verständnis auf und verlieben sich natürlich. Der Teil hat mir gut gefallen. Auch weil hier zwei unterschiedliche Welten aufeinander treffen.

    Zum Schluss hin, als dann doch wieder alles gut werden könnte platzt allerdings die Bombe. Doch hab ich mir mein Teil hier schon gedacht, auch weil die Autorin ihre kleinen Hinweise stück für stück gut in die Geschichte untergebracht hat. Ein  Teil der mir wiederum sehr gut gefallen hat. Natürlich endet es ziemlich als Cliffhänger und verleitet zum Weiterlesen.

    Die Charaktere sind ganz gut geworden. An sich erhält man gute Einblicke in ihre Persönlichkeit und ihr Verhalten kann man durch ihre Situation, oder eben auch dem Umfeld, gut nachvollziehen. Ich befürchte hier jedoch das ich vielleicht einen ticken zu alt bin, weil ich mir dann doch ab und an eine andere Reaktion gewünscht hätte.

     

    Fazit

    Ein guter erster Band der mir zum größten Teil sehr gut gefallen hat. Ich mochte Ihre unterschiedlichen Welten. Ihre Situation mit all den Problemen und durchaus auch ernstzunehmende Themen, die die Autorin auch toll und emotional umgesetzt hat. Manche Szenen kamen ein wenig unglaubwürdig rüber, trotzdem bleibt es spannend und die Romanze ist auch schön geworden. Daher 4 Sterne von mir.

  19. Cover des Buches Amy Snow (ISBN: 9781784291457)
    Tracy Rees

    Amy Snow

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Waschbaerin
    Das Buch "Amy Snow" ist ein historischer Frauenroman, der im Grunde nicht in mein Beuteschema passt. Doch da ich demnächst die englische Sprache brauche, ist dieses Buch für mich recht gut, wieder in Übung zu kommen. Die Sprache ist nicht allzu anspruchsvoll, genau richtig um sich darin zu üben, ohne die Lust daran zu verlieren, weil man laufend unbekannte Wörter nachschlagen muss.

    Der Inhalt ist recht simpel. Aurelia, ein Mädchen der guten Gesellschaft findet bei einem Ausflug ein Findelkind und bringt es mit in sein Zuhause. Da Aurelia kaum Spielkameraden hat - mit Bedienstetenkindern kommt man nicht zusammen - findet sie in dem Findelkind, von ihr auf den Namen Amy Snow getauft, eine ständige Begleiterin in ihrem recht tristen Leben. Amy wird zu ihrer Vertrauten.

    Die Herrschaften dulden diesen Fremdling zwar auf ihrem Anwesen, doch sie lieben oder mögen Amy nicht. Es ist ihr untersagt, irgendwo  der Lady begegnen. Dafür liebt die Köchin Amy um so mehr und sorgt für sie. Zusammen mit Aurelia wird Amy nun unterrichtet. Nicht weil man ihr Bildung geben will, sondern weil der Lehrer feststellt, dass Aurelia dann konzentrierter lernt und es für sie von Vorteil  ist. Soviel über den Einstieg in diesen Frauenroman, des englischen Adels des vorletzten Jahrhunderts. Nichts sonderlich Anspruchvolles.

    Was mich aber an diesem Buch hält, es ist wunderbar geeignet, sich  in der englischen Sprache zu üben und die Kenntnisse wieder aufzufrischen. Im Laufe der Zeit habe ich doch viele Wörter vergessen, die mir hier wieder begegnen. Anfangs musste ich sehr viel im Wörterbuch nachschlagen, doch nach einer gewissen Zeit wiederholt sich der Wortschatz. Genau das, was ich brauche.

    Die vier Sternchens gibt es nicht für den eher banalen Inhalt des Buches, sondern dafür, dass dieser Roman gut geeignet ist, meine Sprachkenntnisse wieder aufzufrischen.
  20. Cover des Buches Mrs Dalloway (The Penguin English Library) (ISBN: 9780241341117)
    Virginia Woolf

    Mrs Dalloway (The Penguin English Library)

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee

    In Virginia Woolfs experimentellem Roman „Mrs Dalloway“ begleitet der Leser mehrere Charaktere, die auf die eine oder andere Weise mit der Politikergattin Clarissa Dalloway in Verbindung stehen, die eine Party am Abend vorbereitet.

    Allen voran sind dies Peter Walsh, der aus Indien zurückgekehrt ist und immer noch an die Zurückweisung durch Clarissa denkt, sowie der Weltkriegsveteran Septimus, der unter PTSB leidet und an seiner Situation verzweifelt.


    Die Autorin beschreibt die Handlung als Gedankenstrom der verschiedenen Charaktere (Stream of consciousness). Das ist nicht leicht zu lesen, es gilt die Konzentration zu bewahren, was mir aber nicht immer gelang. Ab circa der Hälfte des Buches hatte ich mich gedanklich dann besser eingefunden und konnte besser folgen. Der große Respekt vor den Werken der Autorin ist bei mir noch nicht gewichen, ich traue mir aber zu, einen weiteren Roman von ihr zu lesen.


    Mrs Dalloway bietet einen Einblick in die britische Nachkriegsgesellschaft. Der Roman setzt die Upper Class, vertreten durch die Dalloways und ihre Kontakte, sowie das Mittelklasse-Paar Septimus und Rezia in Kontrast. Auch die Möglichkeiten der Gegenwart sowie die vermeintlich verpassten Chancen der Vergangenheit werden thematisiert. Insgesamt gefielen mir die zahlreichen Aspekte des Romans, wenn ich auch nicht alle beim Lesen erfasst haben mag. Ich bin mir sicher, dass „Mrs Dalloway“ viel Diskussionsstoff liefert, aber mit dem Interpretieren tue ich mich schwer. Daher war es eine Bereicherung für mich, diesen Klassiker in einer Leserunde zu lesen und mich mit anderen darüber auszutauschen.

  21. Cover des Buches Der Liebesbeweis (ISBN: 9783548253466)
    Richard Mason ( 2 )

    Der Liebesbeweis

     (35)
    Aktuelle Rezension von: BRB-Jörg
    Sehr gut kann ich mich daran erinnern, dass 1999 um den "Liebesbeweis" des neuen britischen Shooting-Stars ein Riesenwirbel veranstaltet wurde. Okay, es gab 100 DM als Gutschein für den Eintritt in den Bertelsmann-Club, da bestelte ich das doch mal mit, auch wenn Krimis sonst eher nicht meine Sache sind. Dass dieser aber kein guter war, habe ich trotz wenig Erfahrung auf diesem Gebiet schnell gemerkt. Zwar lies sich die Story relativ lange halbwegs flüssig und logisch, jedoch wurde die Sache um eine Familie auf relativ schnell langweilig. Und das Ende ist mindestens 50 Seiten lang vorhersehbar. Alles in allem eine Sache, für die ich auch vor zehn Jahren kein Geld hätte ausgeben wollen. Und dass dieses Buch heute maximal noch auf Wühltischen auftaucht, hat mit Sicherheit auch seinen Grund...
  22. Cover des Buches Unser Traum von Freiheit (ISBN: 9783764507503)
    Beatriz Williams

    Unser Traum von Freiheit

     (3)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    Im Sommer 1951 kommt Miranda Schuyler im Alter von 18 Jahren anlässlich der Hochzeit ihrer Mutter nach Winthrop Island, wo die Reichen und Schönen der Neuenglandstaaten die Sommer verbringen. Mirandas Vater ist im Krieg gefallen und ihre Mutter hat auf der Insel mit Hugh Fisher eine neue Liebe gefunden. 

    In diesem Sommer taucht Miranda, begleitet von ihrer impulsiven Stiefschwester Isobel in die Lebenswelt der High Society ein und verliebt sich dabei in den Hummerfischer Joseph Vargas. Doch bevor sich ihre junge Liebe entfalten kann, geschieht ein schreckliches Unglück, was Miranda dazu zwingt Winthrop Island zu verlassen. 

    Erst 18 Jahre später kehrt Miranda im Sommer 1969 als berühmte Schauspielerin auf die Insel zurück, wird dort jedoch nicht von allen willkommen geheißen. 

    "Unser Traum von Freiheit" ist der fünfte Band der East-Coast-Reihe, nimmt aber keinerlei Bezug auf die vorangehenden Bände und kann deshalb unabhängig von ihnen gelesen werden. 

    Der Roman handelt auf drei Zeitebenen: im Jahr 1931, 1951 und 1969, wobei vor allem die Sommer 1951 und 1969 mit Miranda Schuyler bzw. Miranda Thomas im Fokus stehen. Alle drei Erzählstränge handeln von dramatischen Liebesgeschichten, von unglücklich verliebten Frauen und selbstgerechten Männern, die sich nehmen, was sie haben möchten. Der Mikrokosmos der kleinen Luxusinsel, auf der jeden jeden kennt und in der mächtige Seilschaften herrschen, trägt dazu bei, dass in der Zwei-Klassen-Gesellschaft Neid, Eifersucht und Geheimnisse entstehen. 

    Die Atmosphäre auf Winthrop Island ist bildhaft geschildert. Die Unterschiede zwischen den reichen Country Club-Mitgliedern, die dort ihre Sommerresidenz haben und den hart arbeitenden portugiesischen Fischern werden eindrücklich dargestellt. Miranda steht genau zwischen diesen beiden unterschiedlichen Welten und hätte für ihre große Liebe Joseph auf alle Privilegien verzichtet, wäre es 1951 nicht zu der alles verändernden Katastrophe gekommen. 

    Der Roman erzeugt zu Beginn Spannung, denn erst im Verlauf der Schilderungen auf den drei (eigentlich zwei) Zeitebenen wird klar, was sich ereignet hat, wobei bis zum Schluss unklar ist, warum es dazu gekommen ist. Bis das Geheimnis am Ende gelüftet wird, zieht sich der Roman in die Länge. Auch wenn interessant ist, wie die Erzählstränge zusammenhängen und was die Charaktere miteinander verbindet, empfand ich die Geschichte als zäh. 

    Die Autorin versteht es, die Atmosphäre auf dem Kleinod eindrucksvoll zu vermitteln und auch mit Dramatik, Emotionen und Leidenschaft wird nicht gespart, aber aufgrund der letztlich überschaubaren Handlung, hätte der Roman etwas straffer erzählt werden können. 

  23. Cover des Buches Die Alternative oder: Macht endlich Politik! (ISBN: 9783813507744)
    Christian Ude

    Die Alternative oder: Macht endlich Politik!

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste
    Dieses Buch hat schon vor seiner Veröffentlichung für ungewöhnlich viel Aufsehen gesorgt.
    Gerade wenn jemand wie Christian Ude, ehemaliger Oberbürgermeister von München, ein bayrisches Urgestein der SPD Kommunalpolitik und auch über die Grenzen Bayerns hinweg bekannter und auch anerkannter Politiker, ein Buch schreibt stehen die Kritiker auf dem Plan, die anderer politischer Gesinnung sind. Hier geht er kritisch mit der gesamten Politik um und macht sich dabei auch bei vielen seiner eigenen Parteigenossen unbeliebt.
    Ich bin nicht parteipolitisch unterwegs, komme auch nicht aus Bayern und habe dieses Buch gelesen, weil ich möglichst viel unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen in mich aufsaugen möchte, aus denen ich mir dann eine eigene Meinung bilden kann.
    Je mehr ich Bücher, gleich welcher Art lese, desto mehr verändert sich meine Sicht auf die Dinge weil sie einfach den Horizont erweitern.
    Unter diesem Gesichtspunkt ist es für mich, als politisch sehr interessiertem Menschen, sehr spannend gewesen Christian Ude zuzuhören.
    Er ist, oder sollte ich sagen war, ein linksliberal geltender Politiker. Ein sehr respektierter Politiker. Wieso er nun so viel Schelte für sein Buch einstecken muss und sogar schon zuweilen umbenannt wurde in "Thilo Ude" nach Thilo Sarrazin, ist mir unbegreiflich. Es hat den Anschein als dürfe man nicht mehr kritisch über Politik sprechen. Wieso?
    Schließlich betrachtet er das Geschehen reflektiert. Er sagt seine Meinungen zum Thema Flüchtlinge, Integration und der heutigen Gesellschaft. Er weißt auf Veränderungen hin, analysiert und wart. Immer unter dem Gesichtspunkt seiner langjährigen Erfahrungen. Er redet nicht von etwas mit dem er nie konkret zu tun hatte sondern über die Themen, mit denen er all die Jahre aktiv gelebt hat.
    Jeder kann sich seine eigene Meinung bilden, doch muss man auch den Stoff haben um sich diese bilden zu können. Christian Ude liefert diesen Stoff, erklärt, berichtet über Erfahrungen und Beobachtungen und kommt zu Erkenntnissen.
    Dabei schreibt er leicht verständlich. Redet Klartext, den jeder verstehen kann.
    Er bezieht Stellung. Für viele Kritiker ist es eine Wandlung vom ehr moderaten Politiker zu einem kritischen.
    Aber was wäre unsere Gesellschaft, wenn wir unser Handeln nicht ständig kritisch betrachten und reflektieren?
    Unter anderem appelliert er an die vermehrte Einbeziehung/ Einmischung der Bürger in unmittelbare Kernpolitik. Das kommt bei vielen nicht gut an, doch Kritiker gibt es überall.
    Christian Ude lebt die politische Auseinandersetzung und fordert sie auch von anderen ein, denn nur durch die Auseinandersetzung kann man zu zielführenden Ergebnissen kommen.
    Er hat viel zu sagen und man sollte ihm zuhören, darüber nachdenken, denn er zeigt uns die Politik heute. Bringt Dinge auf den Punkt, die viele nicht aussprechen um kontroverse Auseinandersetzungen zu vermeiden.
    Ich bevorzuge da die klare oft auch fantastisch pointierte Sprache Udes, in der er Kritik an der Politik und auch an seiner eigenen Partei übt., die er heute als "Außenstehender" nicht mehr in der Tagespolitik aktiven Position vieles anders sieht.
    Wir brauchen Leute wie Ude, die ihr jahrelanges Wissen, ihre Erfahrungen reflektiert und neu betrachten denn nur so gibt es Fortschritt und Wandlung.
    Ich sagte es bereits ich bin nicht politisch engagiert aber interessiert. Dieses Buch habe ich aus Neugier gelesen. Mich hat interessiert was dieser Mann, den ich zuvor kaum kannte zu sagen hat und ich wurde sehr positiv überrascht.
    Mir hat es viele Denkanstöße und "HAH" Momente gegeben.
    Daher empfehle ich allen die ihren Horizont einfach erweitern möchten dieses Buch.
    Und wer dann noch nicht genug von dem speziellen Schreibstil hat dem empfehle ich sein Buch "Ein Mann sieht rot"  Thematisch ein anderes Buch aber genauso gut geschrieben, genauso interessant.
    *
  24. Cover des Buches Das Buch der Snobs (ISBN: 9781533157362)
    William Makepeace Thackeray

    Das Buch der Snobs

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    William Makepeace Thackeray wurde am 18. Juli 1811 in Kalkutta, Indien als Sohn eines Kolonialbeamten geboren. Mit 6 Jahren wurde er zum Schulbesuch auf Internate nach England geschickt. Nach verschiedenen Reisen in europäische Länder studierte er Rechtswissenschaften in London und Kunst in Paris.
    1836 begann Thackeray als Journalist zu arbeiten und Bücher zu schreiben. Sein berühmtestes Werk Vanity Fair (dt. Jahrmarkt der Eitelkeiten) erschien 1847/48 und machte ihn endgültig zum angesehenen Autor. Heutzutage zählt Thackeray neben Charles Dickens und George Eliot zu den bedeutendsten englischsprachigen Romanciers des Viktorianischen Zeitalters.
    William M. Thackeray starb am 24. Dezember 1863 in London. (Quelle: Wikipedia)

    Für die wöchentlich erscheinende Satirezeitschrift "Punch" schrieb Thackeray als Kolumnist über die arroganten feinen Pinkel der Londoner Gesellschaft und nannte sie "Snobs". Snobs fand er in der gesamten High Society: unter gekrönten Häuptern, Adligen, Bankiers, Literaten, Professoren und sogar Geistlichen. Mit diesem Buch wurden seine gesammelten Artikel veröffentlicht. Es handelt sich somit nicht um eine fortlaufende Erzählung, auch wenn manche Themen in mehreren Fortsetzungen behandelt wurden.
    Mir hat die teilweise schon sehr bissige Gesellschaftskritik in diesen Artikeln gut gefallen. Mit scharfer Zunge verspottet Thackeray die Unterwürfigkeit der Engländer gegenüber dieser High Society, obwohl viele Angehörige dieser oberen Gesellschaftsschicht sich nur durch ihr Vermögen oder den Adelstitel von den anderen abhoben. Er zeichnete sie als dumm, ungebildet, hässlich, bösartig, usw. Wie schon gesagt, ziemlich bissig. Da es sich um wöchentlich erscheinende Artikel handelte, wurde die Lektüre auf die Dauer aber langweilig, weil sich vieles wiederholte. Die Geschichten sind schon amüsant, erfordern aber eine hohe Konzentration um am Ball zu bleiben. Die ganzen Anspielungen auf reale Personen, die er immer hinter sehr lustigen, erfundenen Namen versteckte, konnte ich selbstverständlich auch nicht immer verstehen. 

    Fazit: Eine scharfzüngige Gesellschaftskritik, leider durch viele Wiederholungen auf die Dauer langweilig und anstrengend zu lesen.


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