Bücher mit dem Tag "glarus"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "glarus" gekennzeichnet haben.

8 Bücher

  1. Cover des Buches Die Steinflut (ISBN: 9783442742691)
    Franz Hohler

    Die Steinflut

     (18)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    Zugegeben, auf den ersten Blick haut einen Die Steinflut nicht gerade vom Hocker. Cover, Titel und die Inhaltsangabe haben zumindest auf mich keinen grossartigen Eindruck gemacht. Aber ich hatte Lust auf ein kurzes Büchlein und Die Steinflut stand schon so lange bei meinen ungelesenen Büchern herum. Es mag also daran liegen, dass meine Erwartungen eher gering waren, aber tatsächlich hat mich die Novelle total begeistert.

    Schon zu Beginn, mit dem ersten Satz deutet Hohler an, dass ein Unglück geschehen wird. Trotzdem schafft er es, die Spannung bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Bis zum Ende bangt man und kann es einfach nicht glauben. Viele Details und Gespräche lassen Vermuten, was passiert. Die kleine Katharina scheint eine Ahnung zu haben, die für sie - ein siebenjähriges Mädchen - noch nicht wirklich fassbar ist. Und alles ist so ruhig erzählt, dass mann die Leute rütteln will, sie warnen, auf die Dinge hinweisen, die für den Leser schon klar sind, aber nicht für die Personen im Buch.

    Hohlers Sprache ist sehr angenehm zu lesen. Er erzählt sehr bildhaft, einfühlsam und ruhig. Besonders toll ist es, wie gut er sich in ein kleines Mädchen und ihre Gefühls und Gedankenwelt hinheinversetzen kann. Es hat Spass gemacht, Katharinas Gedankengängen zu folgen und die Fragen und Sorgen des intelligenten Mädchens zu teilen.

    Wer die Novellen von Gottfried Keller mag wird auch hiermit sehr zufrieden sein. Und wer eine intelligente Lektüre für Zwischendurch sucht, der sollte auf jeden Fall zugreifen!

  2. Cover des Buches Rund um den Walensee (ISBN: 9783909111503)
    Emil Zopfi

    Rund um den Walensee

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  3. Cover des Buches Cocktails (ISBN: 9783492056922)
    Pamela Moore

    Cocktails

     (16)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    Die 15-jährige Courtney ist nicht zu beneiden: Auf ihrem Internat findet sie kaum Anschluss, ist deprimiert und von einer seltsamen Müdigkeit befallen. Ihren vermögenden Vater sieht sie kaum, ihre Mutter ist eine launische Schauspielerin mit Geldsorgen, die sich gerade von ihrem zweiten Ehemann scheiden ließ. Doch als ihre Mutter sie aus Sorge zu sich nach Hollywood holt, ist Courtney erstmal begeistert.

    Die Begeisterung schwindet allerdings schnell. Mit “Mummy" gibt es Streit und Anschluss findet sie nach wie vor keinen. Nur der Aufreißer und eigentlich homosexuelle Barry Cabot interessiert sich für sie. Allerdings nicht auf eine Weise, auf die sich ein Mann für einen Teenager interessieren sollte. Doch Courtney findet es gut; inszeniert sich erwachsener als sie eigentlich ist.

    Ich fand die Geschichte leider einfach nicht rund. Ja, sie wurde vom einer erst 18 Jährigen Autorin geschrieben aber der dialoglastige Text mit viel zu viel “Süße"- “Liebster"- oder “Engel"-gegurre hat mich nicht gekriegt. Dass jede männliche Figur Courtney direkt anziehend, hübsch und klug findet, war ermüdend. Ab der Hälfte haben sich Courtneys Probleme vom Beginn des Buches eigentlich erledigt, trotzdem flattert sie haltlos durch nun New Yorks Nachtleben und führt seltsame Beziehungen, deren Grundlage es ist, sich gegenseitig nicht zu Lieben. Hä?

    Jugend, Einsamkeit, Verlorenheit, Oberflächlichkeit und immer mehr Alkohol. Eigentlich solide und zeitlose Themen, mit denen "Cocktails" offenbar nach wie vor viele Leser begeistert. Ich war eher enttäuscht, obwohl ich zum Beispiel den Fänger im Roggen mit ganz ähnlichem Thema großartig fand.

  4. Cover des Buches Anna Göldin. Letzte Hexe (ISBN: 9783312010455)
    Eveline Hasler

    Anna Göldin. Letzte Hexe

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Aurelio
    Eveline Hasler erzählt in ihrem auf historischen Originaldokumenten basierenden Roman aus dem Leben der Dienstmagd Anna Göldi, die 1782 durch das verhängnisvolle Zusammenwirken diverser Umstände in einem mehr als dubiosen, unter der Bezeichnung „Göldi-Handel“ geführten Gerichtsfall, als „Verderberin“ eines Kindes in Glarus zum Tod durch das Schwert verurteilt und enthauptet wurde.

    Anna Göldi bzw. Göldin, wie sie die Autorin in der damals gebräuchlichen, weiblichen Form nennt, war eine intelligente, vitale, selbständig denkende Frau. Sie wurde 1734 als viertes von acht Kindern einer armen Familie in Sennwald geboren und musste früh ihren Unterhalt als Dienstmagd verdienen. Ihre letzte Stelle trat sie 1780 in Glarus im Hause des Arztes und Fünferrichters Johann Jakob Tschudi an. Es verging gut ein Jahr, bis das zweitälteste Mädchen der Familie, Anna Maria, auch Anna Migeli genannt, in seiner Milchtasse wiederkehrend Stecknadeln vorfand. Laut Akten soll das auslösende Moment für diese Vorfälle ein Streit zwischen dem Anna Migeli und Anna Göldi gewesen sein. Der Tatverdacht fiel auf die Magd. Kurz darauf wurde sie fortgeschickt. Aufgebracht über die Ungerechtigkeit beschwerte sie sich beim Landammann, einem Verwandten der Tschudis, der umgehend den Hausherrn informierte. Auch beim ansäßigen Pfarrer fand sie kein Gehör. Im Ort verbreiteten sich die Gerüchte um Anna Göldi und die Vorkommnisse im Hause Tschudi und als die Kunde umging, dass sie einst des Kindsmordes an einem unehelichen Kind bezichtigt wurde, blieb ihr nur die Flucht. Anna Migeli begann unter Krämpfen Nadeln und andere Eisenstücke zu erbrechen, fantasierte, konnte sich nicht mehr fortbewegen. Die Rufe, Anna Göldi zur Rechenschaft zu ziehen, wurden lauter, man nahm ihre Verfolgung auf und nachdem sie, einen Monat nach ihrer Verhaftung, auf Geheiß des Gerichts das Anna Migeli innert kurzer Zeit von ihrem Leiden heilte, betrachtete man dies als Bestätigung ihrer Zauberkräfte. Drei Monate später, nach diversen Verhören, teils unter Folter, war ihr Schicksal besiegelt.

    Eigenartigerweise wurde das „Gufenspeien“ des Anna Migeli vom Gericht nie hinterfragt, gab es doch zur Zeit des Göldi-Handels in der Schweiz bereits dokumentarisch belegte Fälle von Kindern, die Nadelspeien und „gichterische Zuckungen“ nachweislich simuliert hatten. Auch die Ärzte versagten komplett. In der heimischen Presse wurde der Göldi-Handel aufgrund der Zensur nicht thematisiert. Im übrigen Europa löste er eine Welle der Entrüstung aus. So beginnt ein Artikel der holländischen Zeitschrift Haarlemse Courant vom 14. Januar 1783 mit der Einleitung: „Sollte man glauben, dass in diesem Jahrhundert, das so manchmal das erleuchtete, das philosophische Jahrhundert genannt wird, und selbst noch in diesem vergangenen Jahr, in einer der reformierten Religion angehörenden Ortschaft ein Frauenzimmer wegen Zauberei, eingefangen, gepeinigt und nachher unter dem Namen Giftmischerin (weil man Gelächter befürchtet hatte, wenn man sie als Zauberin verbrennen ließe) mit dem Schwert zum Tode gebracht wurde?“

    Den Nährboden, auf dem der Göldi-Handel zur Zeit eines weithin aufgeklärten Europa des 18. Jahrhunderts in einer abgeschiedenen Gegend zur letzten Hexenhinrichtung der Schweiz heranwachsen konnte, lieferten der noch immer tief verwurzelte Glaube an Zauberei und die Machtverhältnisse zwischen Volk und herrschenden Familien. Aber führte als auslösendes Motiv tatsächlich ein angeblicher Racheakt eines Kindes zur Hinrichtung der Dienstmagd? Könnte man aus den vollständigen Prozessakten eindeutige Schlüsse ziehen, aus den im letzten Verhör erwähnten Protokollen zur Befragung Anna Göldis über ihr Verhältnis zu J.J. Tschudi vielleicht, wären sie nicht nach dem Prozess teilweise unwiderbringlich verschwunden? Welche Rolle spielte der Freund des Hauses, Schützenmeister Tschudi, wirklich? Er, der gemäß Zeugenaussagen, dem Anna Migeli die Nadeln zwischen den Zähnen hervorzog, wenn es nicht bei Sinnen war. Und warum erfand Anna Migeli eine zweite Geschichte vom Teufel und dem „Leckerli“, die einem weiteren Menschen, Rudolf Steinmüller, zum Verhängnis wurde?

    Eveline Haslers Ausführungen fördern Ungereimtheiten zutage, werfen im Spannungsfeld zwischen Fakten und Unschärfen Fragen auf. Indes verzichtet die Autorin auf Antworten. Eveline Hasler berichtet und erzählt, verwebt dokumentierte Ereignisse mit einer darauf aufbauenden, einfühlsamen poetischen Geschichte. Daraus entstanden ist ein ergreifender und geheimnisumwobener biographischer Roman.

    Eveline Hasler, geboren 1933 in Glarus, studierte Psychologie und Geschichte an der Universität Freiburg und in Paris. Ihre Romane behandeln meist Stoffe aus der Schweizer Geschichte. Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet. 2012 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der Universität Bern.

    ( Seit 1960 bis heute sind in Afrika, Lateinamerika und Südostasien tausende von Menschen, mehrheitlich Frauen, wegen Hexerei erniedrigt, verstümmelt oder umgebracht worden. Vermutlich mehr als während der gesamten europäischen Verfolgungsperiode.
    „Es hat immer mit einer grossen wirtschaftlichen, familiären oder sozialen Not zu tun, für die man ein Opfer sucht.“ Lorena Jenal )
  5. Cover des Buches Ostschweiz (ISBN: 9783859023000)
    David Coulin

    Ostschweiz

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  6. Cover des Buches Quatemberkinder (ISBN: 9783257609042)
    Tim Krohn

    Quatemberkinder

     (12)
    Noch keine Rezension vorhanden
  7. Cover des Buches Der Justizmord an Anna Göldi (ISBN: 9783857915253)
    Walter Hauser

    Der Justizmord an Anna Göldi

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Asfaloth
    Anna Göldi wurde als letzte Hexe in Europa am 13. Juni 1782 in Glarus enthauptet. Zu dieser Zeit war Europa im Umbruch, das entsprechend kritische Echo war damals schon gross. Walter Hauser hat nach umfangreichen Recherchen ein Sachbuch zu diesem Fall geschrieben. Ich empfand das Buch und seine Thematik als sehr eindrücklich. Die Folterprotokolle sind im Wortlaut wiedergegeben, was die Lektüre dieser Passage zwar etwas mühsam macht, aber sehr interessant ist. Es wird auch ein tiefer Einblick in die Gesellschaft und die Machtverhältnisse im Kanton Glarus zu jener Zeit gewährt.
  8. Cover des Buches Mutanfall (ISBN: 9783037630228)
    Lisa Marti

    Mutanfall

     (3)
    Aktuelle Rezension von: peedee
    In diesem Buch erzählt die Glarnerin Lisa Marti, geb. 1933, ihre Geschichte; aufgezeichnet von Franziska K. Müller, Journalistin. Lisa wurde mit 4 Jahren Halbwaisin und dann ein Verdingkind, da ihre Mutter wieder als Magd arbeiten musste. Mit 23 Jahren heiratet sie ihre grosse Liebe Ernst und sie bekommen drei Kinder – eine schöne Zeit. Doch dann verschwindet Ernst plötzlich spurlos! Was ist mit ihm passiert? Wie kann das Leben für Lisa und ihre Kinder mit dieser Ungewissheit weitergehen?

    Da der Grossvater väterlicherseits die Familie verstiess, wurden drei der vier Geschwister verdingt: für Lisa der Beginn eines harten und arbeitsreichen Lebens in einem lieblosen Umfeld. Über die Fremdplatzierung steht: „Manchmal wurden die Geschöpfe im Amtsblatt ausgeschrieben und an landwirtschaftlichen Messen feilgeboten. Die interessierten Bauern prüften bei den Kindern Zähne und Knochenbau…“ – schockierend; wie beim Sklavenhandel! Es heisst, dass bis in die 1960er Jahre in der Schweiz Hundertausende (!) von Kindern verdingt wurden…

    Durch ihre Heirat mit Ernst und den drei gemeinsamen Kindern folgt endlich eine glückliche Zeit. Jahre später erlebt das Paar jedoch eine grosse Krise und 1975 verschwindet Ernst plötzlich spurlos! „Dann gehe ich. Dann gehe ich für immer.“ (Ernst Marti am Tag seines Verschwindens)

    Es folgt eine Zeit der grossen Verzweiflung und Ungewissheit. Trotz intensiver Suche bleibt Ernst verschollen und wird für tot erklärt. Später eine Neuorientierung, sowohl beruflich als auch privat: Lisa Marti baut sich u.a. ein Sportgeschäft auf, führt Trekkingreisen durch, unterstützt Bewohner Bhutans mit Hilfslieferungen. Über die Jahre ergeben sich immer wieder Hinweise darauf, dass Ernst doch noch am Leben sein könnte; bis heute ist sein Verbleiben ungeklärt.

    Folgende zwei Zitate haben mir speziell gut gefallen: „Wenn sich dir Hindernisse in den Weg stellen, ändere die Richtung – aber nicht das Ziel.“ Und: „Im Unterscheiden von Zuständen, die man ändern kann, von solchen, die man ohne Angst hinnehmen soll, liegt vielleicht das Vermögen, am Leben nicht zu scheitern.“

    Dieses Buch beinhält eine Fülle von Erlebnissen, die gleich für mehrere Leben gereicht hätte. Lisa Marti sagt, dass sie weder Wut noch Hass verspürt – wow! Zudem nennt sie Ernst nach wie vor ihre grosse Liebe. Frau Marti, ich bin beeindruckt von Ihrer Kraft und Ihrem Mut – Chapeau!

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