Bücher mit dem Tag "glauben"
208 Bücher
- Ken Follett
Sturz der Titanen
(1.303)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIch weiß nicht, ob Sturz der Titanen das ideale Weihnachtsbuch ist – schließlich taucht man tief in den Ersten Weltkrieg ein. Aber wann hat man sonst schon einmal so viel Zeit, um sich ganz in Ruhe auf einen 1000-Seiten-Schmöker einzulassen?
Ken Follett hat diese besondere Gabe, einen schon nach wenigen Seiten mitten ins Geschehen zu ziehen. Ja, zu Beginn gibt es viele Schauplätze und zahlreiche Figuren, die man erst einmal einordnen muss. Doch erstaunlich schnell fiebert man mit allen mit, lernt sie zu lieben oder zu hassen und begleitet sie auf einer intensiven Reise durch einen dunklen Abschnitt der Weltgeschichte.
Das Buch ist stellenweise harte Kost. Der Erste Weltkrieg wird eindringlich und schonungslos geschildert, und die Schrecken, die die Menschen erleiden mussten, gehen nahe. Gleichzeitig war dieses Buch für mich besser als jede Geschichtsstunde. Die Recherche ist unfassbar gut – jede historische Begebenheit, jede reale Persönlichkeit und jeder Schauplatz sind sorgfältig eingebettet. Man merkt auf jeder Seite, wie fundiert und durchdacht dieses Buch ist.
Besonders spannend fand ich die unterschiedlichen Perspektiven: England, Russland, die USA – dadurch versteht man politische Zusammenhänge, Entscheidungen und Entwicklungen viel besser, auch wenn man bei den vielen politischen Manövern aufmerksam lesen muss.
Großartig ist zudem, wie Ken Follett die Lebenswege seiner Figuren miteinander verwebt. Ihre Geschichten kreuzen sich nach und nach, ohne konstruiert zu wirken. Alles hängt zusammen, alles greift ineinander, sodass man nie das Gefühl hat, mehrere getrennte Handlungsstränge zu lesen.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Für meinen Geschmack hätten einige Passagen – vor allem die sehr detaillierten Beschreibungen von Waffen, Strategien und Gefechten – etwas kürzer ausfallen können. Auch wenn ich Folletts Detailverliebtheit schätze, war mir das stellenweise etwas zu viel.
Fazit: Sturz der Titanen ist ein eindrucksvoller, spannender und lehrreicher Auftakt der Jahrhundert-Saga, die ihren Namen mehr als verdient. Habt keine Angst vor den 1000 Seiten – sie lohnen sich wirklich. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band, auch wenn ich jetzt erst einmal wieder etwas leichtere Kost brauche.
- Sebastian Fitzek
Das Paket
(2.824)Aktuelle Rezension von: EgataEine Frau wird von einem Psychopathen vergewaltigt. Ihre Haare werden abgeschoren. Während alle anderen Frauen umgebracht wurden, lebt sie noch und hat seither Angst, das Haus zu verlassen.
Lange weiß man nicht, ob die Protagonistin verrückt ist oder vielleicht doch ein Opfer. Ohne medizinischen Hintergrund ist schwer einschätzbar, ob ihre Gedanken – oder sind es Wahnvorstellungen? – nicht doch etwas übertrieben sind. Trotzdem, die Geschichte ist unglaublich fesselnd, irrsinnig bis irre und immer wieder überraschend.
- Dan Brown
Illuminati
(5.134)Aktuelle Rezension von: LuliaIm Zentrum der Handlung steht der Harvard-Symbolologe Robert Langdon, der nach CERN gerufen wird, wo ein Wissenschaftler mit dem Ambigramm der Illuminaten auf der Brust ermordet vorgefunden wird. Gemeinsam mit der Physikerin Vittoria Vetra folgt er einer Spur, die die beiden bis ins Herz des Vatikans führt. Die detailreiche Handlung ist sehr atmosphärisch und als Leser hat man das Gefühl als wäre man an den Orten live dabei.
Bei den Protagonisten steht der clevere und etwas nerdige Robert Langdron im Mittelpunkt der Geschichte, der mit Ruhe, Logik und einem Faible für Symbolik die Handlung vorranging vorantreibt. Relevante Nebenprotagonisten wie die Wissenschaftlerin Vittoria Vetra oder der gläubige Camerlengo Carlo Ventresca bereichern die Handlung und sorgen für ein ausgewogenes Facettenreichtum.
Wer temporeiche Thriller mit Fokus auf Verschwörungstheorien, Rätsel, Symbolik und historische Geheimnisse mag, wird hier fündig.
Der Schreibstil ist bildhaft, rasant und sehr stark auf Spannung ausgelegt.
Insgesamt kann ich das Buch sehr sehr empfehlen. - Stephen King
The Stand - Das letzte Gefecht
(850)Aktuelle Rezension von: Emmas_Bookhouse
Re-Read
Nachdem ich das Ende der Welt, wie wir sie kennen, gelesen hatte, habe ich richtig Lust darauf bekommen, The Stand noch einmal zu lesen.
Es ist mein absolutes Lieblingsbuch vom Meister und auch nach mindestens 20 Jahren (wahrscheinlich ist es länger her, als ich es gelesen hatte) hat es immer noch seinen Charme.
Als die Charaktere, die ich wiedergetroffen habe, Stu, Fran, Nick, Tom und noch so viele mehr, waren, war es fast wie nach Hause kommen.
Eine Geschichte um Gut und Böse. Ein Virus löscht fast ganz Amerika aus und die letzten Überlebenden schließen sich entweder dem Guten oder dem Bösen an.
Eine ausschweifende Geschichte, wie man es von King kennt. Nicht umsonst hat meine Ausgabe über 1400 Seiten, die neueren Auflagen sogar 1700 Seiten, aber da ist nur die Schrift größer, also die gleiche Geschichte.
Man lernt viele Charaktere lieben und tatsächlich auch auf der bösen Seite. Charaktere kommen und gehen, bei einigen tut es vielleicht weh und bei anderen ist man froh. Aber ich will auch nicht zu viel verraten.
Das Ende hat mich wieder richtig mitgerissen. Die letzten 200 Seiten waren sowas von fesselnd.
Da dies mein Lieblingsbuch vom Meister ist, kann ich hier nur 5 von 5 Sternen geben.
- Cassandra Clare
Lady Midnight - Die Dunklen Mächte
(871)Aktuelle Rezension von: BiblioJessVor fünf Jahren wurden Emma Carstairs Eltern ermordet, doch sie glaubt, dass da etwas anderes hinter steckt als der Dunkle Krieg. Noch immer sucht sie nach Antworten – und nach Rache. Das Los Angeles Institut, in dem sie mit ihrem Parabatai Julian Blackthorn und dessen Familie lebt, wird schon bald von einer mysteriösen Mordserie erschüttert. Tote werden aufgefunden, die die gleichen Zeichen wie Emmas Eltern tragen. Für Emma und Julian ist klar, dass sie dem nachgehen müssen. Auch, wenn sie dabei gegen Gesetze verstoßen und andere in Gefahr bringen.
Die Schattenjäger bleiben einfach meine große Liebe, egal welche Generation. Cassandra Clare schreibt wirklich so fesselnd, mit einer unglaublichen Mischung aus ernsthaft-düster und absurd-humorvoll. Das funktioniert fantastisch zusammen, ohne einem davon etwas wegzunehmen.Dabei geht für mich eigentlich alles komplett über die Charaktere, fast unabhängig von der (trotzdem sehr interessanten) Handlung – die Dynamiken sind einfach das Besondere. Jede Person bekommt so viel eigenen Charakter, jeder hat seine Rolle, seine Daseinsberechtigung, seinen eigenen Vibe. Niemand ist nur schmückendes Beiwerk. Das ist bei der Fülle an Charakteren echt eine Leistung. Und ich hab die Blackthorns (und Emma) wirklich schnell ins Herz geschlossen, obwohl ich vorher noch nicht wirklich einen Bezug zu ihnen hatte.
Der Fall macht aber ebenfalls neugierig und ich bin gespannt, wie es in den Fortsetzungen weitergeht, da es doch sich etwas anders abgespielt hat (was die Timeline angeht) als ich zunächst erwartet hatte.
Das hier wird nicht meine liebste Generation (an Will, Jem und Tessa heranzukommen, ist aber auch quasi unmöglich, weil die so emotional aufgeladen sind, und sich ihre Geschichte durch alle nachfolgenden Bücher weiterhin durchzieht, sodass man gar nicht loslassen kann), und objektiv hätte ich vielleicht ein bisschen Kritik hier und da (es hätte etwas kürzer sein können und ein, zwei Entwicklungen waren nicht so meins), aber egal – es sind die Schattenjäger. Da gibts nur Liebe von mir!
4,5 Sterne
- Hermann Hesse
Siddhartha
(952)Aktuelle Rezension von: shinryusIch dachte anfangs es würde mir schwerer fallen einen alten Klassiker zu lesen, doch ich musste wieder einmal feststellen, dass Hesses Schreibstil einfach einzigartig und zeitlos ist. Siddhartha floss regelrecht durch mich hindurch.
Siddharthas Reise und seine Erfahrungen sind schön und spannend und weise zugleich - und auf seine eigene Art auch heute noch zeitgemäß.
Einfach ein wunderschönes, inspirierendes Buch. Es hat mir viel Spaß gemacht es zu lesen und eine innere Ruhe vermittelt, wie ich sie jenem Zeitpunkt wirklich gebraucht habe.
- William Paul Young
Die Hütte
(630)Aktuelle Rezension von: Kitty_CatinaSchon lange hatte ich dieses Buch im Regal stehen, habe mich aber nie so richtig daran getraut, schließlich geht es hier um ein wirklich ernstes und auch sehr tiefgründiges Thema, welches nicht immer ganz leicht zu verstehen ist.
So geht es hier im ersten Teil darum, wie Mackenzie seine Tochter verliert und in ein tiefes Loch fällt. Im zweiten Teil, der um einiges länger ist, geht es um ein Treffen mit der heiligen Dreifaltigkeit in einer Hütte im Wald. Diese kommt in Gestalt einer schwarzen, mütterlichen Frau, eines palästinensisch aussehenden, jungen Mannes und einer asiatischen, ätherisch wirkenden Frau daher, die sich als Gott selbst, Jesus und den Heiligen Geist herausstellen. In zahlreichen, tiefgründigen Gesprächen lernt Mackenzie dabei die drei immer besser kennen, verstehen und findet immer mehr zurück zum Glauben und vor allem zum Vertrauen in Gott. Es geht aber auch um Vergebung, um Liebe und Gemeinschaft mit Gott, Jesus und dem Heiligen Geist. Diesbezüglich macht Mackenzie eine sehr emotionale Reise, die ihn nicht unbedingt zu einem besseren Mann macht, aber zu einem Mann mit Hoffnung, der sich nicht mehr von seiner Trauer verschlingen lässt.
Geschrieben empfand ich das Buch dabei als wirklich gut, vor allem die Zitate vor jedem Kapitel haben wirklich viel Aussagekraft und leiten das jeweilige Kapitel gut ein. Ich fand aber auch, dass der Fokus im Buch sehr auf Dialogen und Gesprächen lag, die vielleicht nicht unbedingt jeder versteht, die aber auch sehr zum Nachdenken anregen, gerade, wenn man noch keine innige Beziehung mit Gott führt und ihn oftmals nicht versteht. Was mir allerdings gefehlt hat, war ein kleiner Teil, der die sogenannte „Große Traurigkeit“ gezeigt hätte, um Macks Innenleben noch besser zu verstehen. Stattdessen geht es gleich nach dem Verschwinden von Milly mit dem Besuch in der Hütte weiter. Ansonsten war die Geschichte aber, trotz des traurigen Themas, super schön und hat mir persönlich einige neue Erkenntnisse gebracht.
Alles in allem hat dieses Buch, obwohl ich nicht komplett überzeugt davon war, wirklich viel Aussagekraft über den Glauben selbst, aber auch über die Beziehung zu Gott, und eventuell findet der eine oder andere dadurch noch etwas Zugang zu diesem Thema, wenn sie oder er sich dafür öffnet. Ich glaube aber auch, dass das Thema leider nicht jeden interessieren wird.
- Donna W. Cross
Die Päpstin
(4.402)Aktuelle Rezension von: BriniPaniniKurz vorweg: Ich fand die Geschichte und das Schicksal Johannas, als auch das aller Frauen zu der Zeit sehr ergreifend. Aber ich glaube auch, dass sich viele Leser daran stören könnten wie die Frauen damals behandelt, ja sogar übergangen wurden. Die Autorin schreckt auch nicht vor recht grafischen, brutalen Szenen zurück. Also für zartbesaitete Leser eher nichts.
Für mich als Mensch mit religiösem Trauma hat sich das Buch prima lesen lassen. Es geht weniger um biblische Themen, als um das Erlebte und die menschlichen Kontakte.
Ich habe es verschlungen und jede Sekunde geliebt! Es blieb durchgehend spannend und die Autorin hat sich viele interessante Situationen, Orte und Charaktere ausgedacht, mit denen Johanna verwickelt wurde und die sie geprägt haben. Auch solche, die wirklich existiert haben. Die Nacherzählung von Donna W. Cross ist durchaus nicht historisch belegt, aber sie hat so gut recherchiert und schreibt so glaubwürdig, dass man sich direkt in das 9. Jahrhundert versetzt fühlt.
Ich hätte auch gerne mehr über das Volk von Johannas Mutter und deren Heidenbräuche erfahren. Aber ich verstehe warum dies nicht weiter aufgegriffen wurde, da Johanna später vollkommen von christlichen Religiösen umgeben war. Obwhol sie Ihre Mutter und deren Herkunft nie vergessen hat.
Was ich am meisten von "Die Päpstin" mitnehme ist wohl, dass die Menschen schon immer Macht wollten. Egal wie. Damals haben sie es durch die Kirche versucht, selbst wenn sie nicht unbedingt an den religiösen Aspekt geglaubt haben mochten. Heute geht man in die Politik. Das Prinzip bleibt das Gleiche. Es wird bestochen und betrogen und eigentlich geht es nur darum seine eigenen Taschen zu füllen.
Aber manchmal kommt wie durch ein Wunder eine gute Seele an die Macht. Johanna war eine dieser guten Seelen. Ich fand es wunderschön, wie sehr sie sich im Roman für ihre Mitmenschen eingesetzt hat, obwohl, oder gerade weil, sie selbst so viel gelitten hat. Und wie intelligent sie war! Ihr unstillbarer Durst nach Wissen und Gerechtigkeit hat mich tief beeindruckt.
Wie viele Frauen mögen sich über die Jahrhunderte wohl als Mann ausgegeben haben, nur um eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben zu haben?
Ein absolutes Highlight in meinem bisherigen Lesejahr. Ich freue mich schon darauf wenn ich es das nächste Mal lese.
- Hilary Mantel
Brüder
(160)Aktuelle Rezension von: Barbara_Nelting...erdrückt den Lesenden die Detailtiefe dieses im 16. Jahrhundert in England spielenden Romans doch, zumal, wenn man am Ende vieler, vieler Seiten erfährt, dass es noch zwei weitere Teile gibt. Insgesamt wäre hier doch weniger mehr gewesen, zumindest meiner Meinung nach. Auch irritiert der Schreibstil etwas, der ganze Seiten jeden Satz permanent mit "er" personifiziert und damit grundsätzlich immer Thomas Cromwell (und nur selten den im Vorsatz genannten ebenfalls männlichen Anderen) meint. Weil es anders korrekt wäre, gerät man hierdurch immer wieder aus dem Lesetakt und muss Abschnitte nochmals lesen.
Dennoch: gut recherchiert, mitreißend, nur schade eben, dass nicht ein wenig geraffter erzählt wurde, denn nun muss ich mich - nicht willens, weitere Unmengen an Seiten durchzuhalten, über Wikipedia informieren, wie es weiterging mit Henry VIII und all den anderen...
- Yuval Noah Harari
21 Lektionen für das 21. Jahrhundert
(122)Aktuelle Rezension von: Hoffe63Es ist einfach nur beneidenswert, diesen Gesamtüberblick zu haben und diese Verknüpfungen zu erstellen. Und dabei schreibt er, anders als der hochgelobte deutsche TV Neuphilosoph, völlig unaufgeregt und weitestgehend wertungsfre. Alle 3 Werke von ihm konnte ich kaum zur Seite legen und mindestens jedes schon 2x gelesen.
- Anthony Ryan
Rabenschatten - Das Lied des Blutes
(374)Aktuelle Rezension von: P_GandalfDas Setting, dass der Autor gewählt ist ungewöhnlich. Der Roman beginnt zu einem Zeitpunkt, an dem Vaelin al Sorna - der Held dieser Geschichte - gefangen ist und über das Meer zu einem Zweikampf gebracht werden soll, an dem nur sein Tod stehen kann. Begleitet wird von einem Geschichtsschreiber der Kaiserreichs, der bereits ein Werk über den Krieg der Königslande gegen das Kaiserreich erstellt hat. Einem Krieg, in dem Vaelin die Hoffnung des (Kaiser-)Reichs tötete....
Auf der Überfahrt beginnt Vaelin seine Geschichte zu erzählen und beginnt, wie er als Kind an den Mauern der Ordensburg des sechsten Ordens - einem Kriegerordern - abgegeben wird. Er erzählt von seinem Leben und seiner Ausbildung im Orden, von Freundschaft, Ehre und Pflicht und davon, wie die Kindheit, die Jugend in das Erwachsen sein übergeht und das Leben nicht einfacher, sondern komplizierter wird. Er berichtet, wie sich in den Intrigen seines Königs verfängt und endet schließlich ... aber das könnte ein Spoiler werden.
Meinung:
Eine gute Übersetzung. Der Stil ist flüssig, die Sprache bildhaft und die Welt wird dadurch lebendig und farbig. Die Charaktere sind vielschichtig und durchlaufen Entwicklungen. Der Leser erfährt viel von Vaelins Innensicht, von seinen Träumen und Ängsten, von den Konflikten, die in ihm toben.
Auch wenn das Buch an manchen Stellen düster, brutal und blutig ist, sind die Kampfszenen und Schlachten wohltuend gering dosiert. Wer Schlachtengetümmel wie in der Uthred Saga, ist hier falsch. Magie taucht am Rande auf und wird (leider) nie wirklich erklärt.
Das Buch ist kein Pageturner, denn man schnell liest und vergisst. Es verlangt seine Zeit, obwohl der Spannungsborgen nie abbricht. Aber so ist das mit Fantasy Romanen, die mehr wollen, als nur eine abenteuerliche Geschichte erzählen.
Kommen wir zu Kritik.
Viele Ideen wirken nicht neu, sondern wie frisch aufpoliert. Ein Junge, der im Kriegerorden erzogen wird und Freunde findet. Immer wird eine nicht näher bezeichnete Rolle angesprochen, die er für das Königreich spielen wird (wieder ein goldenes Kind, das seine Bestimmung nicht kennt?). Das Lied des Blutes wird nicht wirklich erklärt, möglicherweise eine Form von Magie oder etwas ganz anderes. Ebenso taucht es nach mehr als der Hälfte des Buches unvermittelt auf, um dann nicht mehr zu verschwinden. Natürlich gibt es vorher Andeutungen, die aber nicht so wirken, als seien sie organisch im Text verankert - aber das ist meine Meinung.Das Ende... ich fand es nicht gelungen. Aber auch darüber kann man streiten. Mehr werde ich nicht sagen, um nichts vorweg zu nehmen.
Fazit:
Ein gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht - trotz aller Kritik. Ich würde das Buch jedem ans Herz legen, der mehr sucht als den nächsten Tolkien Abklatsch oder ein nicht endwollendes Schlachtenepos.
Am ehesten würde ich den Roman mit Joe Abercrombie vergleichen. Nicht so düster, mit weniger Humor. Aber von der Anlage her ähnlich. - Richard Dawkins
Der Gotteswahn
(220)Aktuelle Rezension von: Boris_GoroffEr setzt sich in keinster Weise seriös mit Religion auseinander. An allem was auf der Welt läuft gibt er der Religion die Schuld (Dabei waren es gerade die religionslosen Staatssysteme die die Welt an den Rand des Abgrunds gedrängt haben und alle Menschlichkeit vermissen ließen, Nationalsozialismus und Kommunismus).
Gläubige Menschen sind für ihn per se geisteskrank, unabhängig von ihrer Lebensweise und ihrer gelebten Ethik.
Ein primitives Buch, das nur auf Hass aufbaut und die Menschheit weiter spaltet.
- Sara Wolf
Heartless, Band 1: Der Kuss der Diebin
(532)Aktuelle Rezension von: WauwuschelDas Buch erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die sich in einer Welt voller Intrigen, Machtspiele und verbotener Gefühle behaupten muss. Als geschickte Diebin schlägt sie sich durchs Leben, doch ein Auftrag bringt sie näher an den königlichen Hof, als ihr lieb ist – und plötzlich steht nicht nur ihr Leben, sondern auch ihr Herz auf dem Spiel.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, weil mich dieses Buch emotional wirklich komplett abgeholt hat. Von der ersten Seite an war ich mitten im Geschehen und habe jede Entscheidung, jeden Zweifel und jede Angst der Protagonistin intensiv mitgefühlt. Sie ist keine perfekte Heldin, sondern wirkt unglaublich menschlich – mit Ecken, Kanten und inneren Konflikten, die sie nur noch greifbarer machen. Genau das hat es für mich so besonders gemacht: Ich habe die ganze Zeit mit ihr mitgefiebert, gehofft, gezweifelt und manchmal auch gelitten.
Besonders hervorheben möchte ich die emotionale Tiefe der Geschichte. Die Beziehungen – egal ob freundschaftlich, familiär oder romantisch – sind so vielschichtig und authentisch dargestellt, dass sie mich mehrfach richtig berührt haben. Es gab Momente, in denen ich das Buch kurz zur Seite legen musste, einfach weil es mich so sehr getroffen hat. Gleichzeitig schafft Sara Wolf es, Spannung und Emotion perfekt auszubalancieren, sodass die Handlung nie an Fahrt verliert.
Zera ist eine Person, die mich auf allen Ebenen überzeugt hat und die sich durch ihre Stärke und ihre Empathie auszeichnet. Ihr Herz ist gefangen und trotzdem kämpft sie für ihre Liebsten und der Cliffhanger am Ende war besonders fies. Hier hat mir auch der Fantasy-Aspekt mit der fast unsterblichen Zera und den Hexen sehr gut gefallen, denn genau dadurch hebt sich dieses Buch von vielen anderen ab und wird zu einem einzigartigen Leseerlebnis.
Auch der Schreibstil hat mir unglaublich gut gefallen. Er ist flüssig, mitreißend und schafft es, eine dichte Atmosphäre aufzubauen, ohne überladen zu wirken. Die Welt wirkt lebendig, und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen.
Ein unglaublich emotionales, spannendes und mitreißendes Buch, das mich komplett in seinen Bann gezogen hat!
- Brittainy Cherry
Wie das Feuer zwischen uns
(662)Aktuelle Rezension von: buchgeflimmerIch habe dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite abgöttisch geliebt. Es ist ein typischer Roman von Brittainy Cherry, der mich emotional vollkommen abgeholt und tief berührt hat. Nachdem mir nach dem ersten Band der Reihe „Wie die Luft zum Atmen“ ehrlich gesagt ein wenig die Motivation gefehlt hatte, die Reihe weiterzuverfolgen, bin ich nun unendlich froh, es doch getan zu haben. Wie das Feuer zwischen uns war für mich deutlich stärker und hat mich von Anfang an komplett in seinen Bann gezogen.
Ich bin ein großer Fan von Brittainy Cherrys Schreibstil, da sie es wie kaum eine andere Autorin versteht, Gefühle so authentisch und intensiv zu transportieren. Die Protagonisten Logan und Alyssa, auch bekannt als High und Lo, sind mir wahnsinnig schnell ans Herz gewachsen. Ihre Verbindung war so greifbar, dass ich jede Sekunde mit ihnen mitgefiebert habe. Besonders die Hintergrundgeschichte rund um Logans Mutter war dabei sehr schmerzhaft zu lesen und hat mir zwischendurch wirklich das Herz gebrochen.
Umso schöner war der Abschluss der Geschichte. Der Epilog hat mich einfach nur glücklich gemacht und die Handlung perfekt abgerundet. Dieses Buch hat mir wieder einmal gezeigt, warum ich die Werke von Brittainy Cherry so sehr liebe. Es war ein rundum fantastisches Leseerlebnis. 📖🔥❤️
- Chevy Stevens
Blick in die Angst
(255)Aktuelle Rezension von: HaarikaEigentlich mag ich den Schreibstil von Chevy Stevens, aber dieses Buch hat mich jetzt leider nicht vom Hocker gerissen.
Leider finde ich "Blick in die Angst" wie das zweite Buch "Endlose Angst" nicht so gelungen wie das erste Buch von Chevy Stevens. Es ist schon spannend, man will wissen, wie es weitergeht, aber nicht so packend; stellenweise viel zu langatmig. - Lena Kiefer
Ophelia Scale - Der Himmel wird beben
(606)Aktuelle Rezension von: traumweltenwandererOphelia Scale hat es getan: Im Namen der Rebellengruppe ReVerse hat sie versucht den König zu töten. Für das gescheiterte Attentat wurde sie zum Tode verurteilt. Doch dann kommt alles ganz anders. Als Undercover-Agentin soll sie nun bei ReVerse Informationen für die Regierung sammeln. Das Einzige, was ihr dabei im Weg stehen könnte, sind ihre Gefühle für Lucien und sein Verrat, der sie immer noch beschäftigt. Kann sie ihm überhaupt jemals wieder vertrauen?
Meine Gedanken:
Ophelia Scale - Der Himmel wird beben war wahrscheinlich der beste zweite Teil einer Trilogie, den ich jemals gelesen habe. Spannung, Romantik, Verrat, Geheimnisse und neue Erkenntnisse, die einen förmlich vom Stuhl hauen ... der Roman hatte alles, was ich mir von einer guten Dystopie wünschen würde und noch viel mehr.
Der Anfang lässt einem kaum Luft zum Atmen, man ist sofort in der Geschichte drin und fiebert mit Ophelia und ihren Freunden mit. Bereits da kommt die ein oder andere Wendung, die man nicht erwartet hat und die einen fassungslos oder erfreut (oder beides gleichzeitig) zurücklässt.
Die Entwicklung der Handlung, aber auch die der Charaktere hat mir in diesem Teil besonders gut gefallen. Ophelia wurde so nahbar und realistisch beschrieben, dass man nicht anders konnte, als mit ihr mitzufühlen und vor allem mit ihr zu hoffen, dass alles gut ausgeht. Die Spannung zwischen ihr und Lucien war greifbar und mein Herz ist Marathon gelaufen.
Mehr als einmal konnte mich die Handlung überraschen und ich konnte nicht schnell genug lesen. Die Seiten flogen in Rekordzeit an mir vorbei und mit jedem Kapitel wurde es spannender und unvorhersehbarer. Der Cliffhanger am Ende (natürlich wieder einer der Sorte "Fieser geht nicht") hat mich sofort nach der Fortsetzung greifen lassen.
Ophelia Scale ist eine rasante Dystopie, die sowohl spannend als auch romantisch ist und dabei einfach nur süchtig macht. Eine Herzensempfehlung für jeden Fan von den Tropes Forbidden Love, Chosen One und Dystopische Rebellion.
- Ava Reed
Whitestone Hospital - Saved Dreams
(131)Aktuelle Rezension von: Tine04Die Geschichte war sehr heftig für mich. Ich habe mehrere Pausen beim Lesen einlegen müssen, weil mich das Thema tatsächlich getriggert hat. Ich glaube, ich habe emotional noch nie so heftig kämpfen müssen, wie in diesem Buch. Trotzdem finde ich, dass Ava Reed das Thema mega gut aufgearbeitet hat. Man merkt beim lesen, wie vorsichtig und respektvoll sie mit den Themen umgeht.
- Deborah Feldman
Unorthodox
(290)Aktuelle Rezension von: reading_josephineZugegeben, auf dieses Buch wäre ich wahrscheinlich (auch wegen seines unspektakulären Covers) nicht selbst gekommen. But never judge a book by its cover! Und zum Glück gibt es die Bookstagram Gemeinde, die immer wieder solche Perlen ausgräbt 😊.
Autobiographien sind ja oft so eine Sache, aber der Autorin gelingt es von Anfang an, die Lesenden mit auf ihren Lebensweg zu nehmen. Tatsächlich war mir nicht bewusst, dass in Williamsburg eine solch große Gemeinde der ultra-orthodoxen Juden lebt, ja dies quasi deren eigener Stadtteil ist, obwohl ich New York mittlerweile ganz gut kenne. In der Stadt habe ich sie immer mal wieder gesehen, ohne jedoch viel über ihre Lebensweise und die extreme Auslebung ihres Glaubens zu wissen. Umso interessanter und teilweise wirklich bedrückend fand ich deshalb die Schilderung von Deborah Feldman über ihre strenge Erziehung und die Regeln, denen sie sich über 20 Jahre lang in ihrer jüdischen Gemeinde unterwerfen musste. Es liegt mir fern, diese Religion zu verurteilen, es kann doch jeder selbst entscheiden, wie und was er oder sie glauben möchte. Sobald es aber in Zwänge und vor allem in Unterdrückung der Frau und ihren Rechten endet, darf aus meiner Sicht auch Kritik an patriarchalisch geprägten Glaubensrichtungen erlaubt sein. Vor allem die Praktiken zur Säuberung der "unreinen" Frau haben mich mehr als schockiert zurückgelassen.
Umso erstaunlicher ist es, dass Feldman sich ihren starken Charakter nie hat zerstören lassen und es ihr letztendlich quasi alleine gelang, aus dieser Welt auszubrechen und ihren eigenen Weg zu gehen.
Ein bisschen schade fand ich, dass man nichts mehr über ihr Leben direkt nach der Flucht und ihren weiteren Weg in die Freiheit erfährt.
Diesen Erzählstrang hat die 2020 erschienene, gleichnamige Netflix-Serie aufgegriffen, deren Handlung allerdings frei erfunden wurde. Trotzdem werde ich sie mir jetzt im Anschluss an das Buch anschauen. Und wenn man mehr über das echte Leben der Autorin erfahren will, kann man ihr bei Insta folgen 😉. - Edgar A Poe
Unheimliche Geschichten
(110)Aktuelle Rezension von: Anja_WeinholdDas Werk von Edgar Aellen Poe geriet fast in Vergessenheit. Erst Posthum erlangten seine Geschichten in der Schwarzen Romantik zu Ruhm. In "Unheimliche Geschichten" findet man zumindest einen Teil seiner Geschichten, inklusive der berüchtigten "Bluttat in der Rue Morgue".
Hinzufügen sei, dass sein Stil nicht ganz einfach ist und man Poe natürlich im Kontext der Zeit sehen muss.
- Jilliane Hoffman
Insomnia
(343)Aktuelle Rezension von: Thriller_Diana
Rezension zu Insomnia von Jilliane Hoffman
Mit Insomnia legt Jilliane Hoffman erneut einen Thriller vor, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Wie schon in ihren vorherigen Büchern versteht sie es, Spannung aufzubauen, falsche Spuren zu legen und den Leser in ein Netz aus Angst, Zweifel und Überraschungen zu ziehen.
Diesmal ist es der „Hammermann“, ein grausamer Serienkiller in Florida, der die Polizei und die Ermittler auf Trab hält. Er entführt junge Frauen, quält sie mit verschiedensten Werkzeugen und tötet sie schließlich auf brutale Weise. Schon die Beschreibungen der Tatorte lassen einem den Atem stocken.
Wieder dabei Agent Bobby Dees, den einige Leser bereits aus Mädchenfänger kennen. Er ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, jemand, der nicht nur nach Vorschrift handelt, sondern auf seine Intuition vertraut. Auch in diesem Fall beweist er, dass sein Gespür ihn selten im Stich lässt. Gerade diese Mischung aus Professionalität und Menschlichkeit macht ihn zu einer Figur, die man sofort ins Herz schließt.
Eine echte Überraschung ist Mallory. Sie macht im Verlauf der Geschichte eine enorme Entwicklung durch – von anfänglich verletzlich und unsicher hin zu stark und mutig. Ihr habe ich beim Lesen besonders die Daumen gedrückt und oft mit ihr mitgelitten.
Fazit: Insomnia ist ein packender Pageturner, der keine Atempause lässt. Eine düstere, beklemmende Atmosphäre, starke Charaktere und ein brutaler Serienkiller. Für Fans von spannungsgeladener Kost eine absolute Empfehlung. - Hans Rath
Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch!
(136)Aktuelle Rezension von: sbalunziaEs handelt sich um die Fortsetzung von „Und Gott sprach: Wir müssen reden!“. Den ersten Band habe ich nicht gelesen, was für das Verständnis jedoch kein Problem war.
Ich kenne bereits „Jetzt ist Sense“ von Hans Rath, das mir sehr gut gefallen hat, weshalb ich entsprechend hohe Erwartungen hatte. Die Charaktere sind lustig und gut geschrieben, auch wenn sie nicht besonders viel Tiefgang besitzen. Der Schreibstil ist locker und humorvoll, und einige Male musste ich tatsächlich lachen. Die Handlung war für mich kaum vorhersehbar, teilweise allerdings auch etwas wirr.
Ich habe relativ lange gebraucht, um für mich den Sinn des Buches zu erfassen. Insgesamt ist es jedoch gut geschrieben und hat mir letztlich gefallen, «Jetzt ist Sense» ist aber immer noch mein Lieblingsbuch von Hans Rath.
- Kristina Tiemann
Der magische Stab – Lilly Flunker Saga 1
(37)Aktuelle Rezension von: Uli-GKKristina Tiemann hat, nach eigenem Bekunden, mit ihrer Lilly Flunker Saga, deren wundersamen Auftaktband ich an dieser Stelle das Vergnügen habe, besprechen zu dürfen, eine Geschichte geschrieben, die sie selbst gerne als Kind gelesen hätte, eine Geschichte also, die nicht nur so facettenreich und bunt wie ein Kaleidoskop und das Leben selbst ist, sondern die vor allem den jungen Leser ernst nimmt, ihm etwas zutraut wie auch zumutet, die ihn in Spannung hält, aber auch nachdenken lässt über die essentiellen Werte, über große Gefühle wie Freundschaft, Güte, Verlässlichkeit, Vertrauen und Liebe sowie große Herzenswärme. Herausgekommen ist dabei ein kluges, ein geradezu weises Buch, eine Geschichte, die zeigt, dass die Autorin weiß, worum es im Leben geht und worauf es ankommt. Gleichzeitig aber ist "Der magische Stab" ein großartiges Abenteuerbuch, eines von der Sorte, die den Leser unmittelbar gefangen nehmen und bis zum Schluss nicht mehr loslassen werden. Dank seiner überbordenden Phantasie und dem hervorragenden erzählerischen Talent der Autorin, gepaart mit einer großen Versiertheit in den Themen, derer sie sich annimmt, ist es noch dazu eine wahre Perle des Fantasy-Genres!
Doch worauf sich der junge Leser da einlässt, auf welche unvergessliche Reise ihn Kristina Tiemann mitzunehmen gedenkt, kann er zu Anfang noch nicht ahnen! Da begegnet er nämlich zunächst der Protagonistin Lilly, die traurig und einsam ein streng reglementiertes und an Pflichten übervolles Dasein im Klosterinternat Auf der Tann fristet, in das sie nach dem Tod ihrer Eltern verbracht wurde und in dem es offensichtlich an liebevoller Zuwendung von Seiten der fordernden, sie mit Arbeit zuschüttenden Nonnen mangelt. Dass der Schein trügen kann, erfahren wir jedoch recht bald.... Zum Glück begegnet Lilly Victor, elternlos genau wie sie selbst, ebenso einsam, doch von anderer, robusterer und positiverer Natur. Während Lilly sich immer weiter zurückzieht, sucht Victor ihre Freundschaft, bringt sie mit seiner ulkigen Art, Sprichwörter zu verdrehen, sogar zum Lachen. Und vor allem aber ist es seine Klugheit, gepaart mit Neugierde und enormer Wissbegierde, die den Anstoß geben für überraschende Entwicklungen, in deren Verlauf - und nun ist es endlich da, das Fantasy-Element, das natürlich weit mehr ist als nur das! - Lilly so Erstaunliches wie geradezu Unfassbares über die eigene Identität erfährt, was ihr Leben von Stund an ändern wird und sie in einen Strudel von so abenteuerlichen und atemberaubenden, wie gefährlichen Ereignissen ziehen soll - und den staunenden Leser mit ihr!
Nur so viel sei verraten: Lilly vereint, neben ihrer Identität als Menschenwesen, Druiden- und Feenanteile in sich, was sie zu einem magischen Wesen macht mit ebensolchen Fähigkeiten! Und zu ihrem Erstaunen und höchsten Entzücken stellt sie überdies fest, dass sie gar nicht alleine ist, denn da gibt es die gestrenge Nonne Hortensia, die sich alsbald als ihre Großtante herausstellt, die Schwester der geliebten und schmerzlich vermissten Großmutter Rosalia, die, welch Glück, durchaus noch, sehr munter noch dazu, unter den Lebenden weilt! Ja, und da ist schließlich Magnus, der weise Druide, der sich nicht nur als ihr Großonkel zu erkennen gibt, sondern dem rothaarigen Mädchen mit den unterschiedlich farbigen Augen von Welten erzählt, die sie - und der Leser mit ihr - bisher nur aus Märchenbüchern kannte! Sehr bald erfährt Lilly auch, dass das magische Reich der Feen von einem bösen Druiden bedroht wird, der die Weltherrschaft anstrebt, und dass ausgerechnet sie, Lilly Flunker, 11 Jahre alt, frisch verwaist und aus ihrem vertrauten Leben herausgerissen, dazu auserkoren wurde, eben das zu verhindern! Wie und ob überhaupt ihr das gelingt, wird man erfahren, wenn man das kecke Mädchen und ihren Freund Victor, dessen Mut auf manch harte Bewährungsprobe gestellt wird, auf ihrer riskanten Reise ins Reich der Feen begleitet, in dem die so bezaubernd gemalte, doch vordergründige Idylle eine trügerische ist, in dem Gefahren unvorhersehbarer und unvorstellbarer Art nicht nur auf unsre beiden Protagonisten lauern, sondern auch auf die Freunde, die ihren Weg mit ihnen gehen, allen voran Tante Hortensia und ein gewisser Säbelzahntiger, der auf den gar seltsamen Namen Neilernahn hört und der mit Fug und Recht als einer der schillerndsten Charaktere der an schillernden Figuren beileibe nicht armen Geschichte bezeichnet werden kann...
Ja, Zauberwelten tun sich vor dem verwunderten Leser auf, solche, die dem Bereich der Mythen und Legenden angehören, und solche, die zu den Schätzen der realen Welt gerechnet werden dürfen, denn wir haben es hier nicht nur mit einem einfachen Fantasy-Roman zu tun, sondern auch mit einer philosophischen Geschichte, die möglicherweise den einen oder anderen Leser überfordern mag, verlangt sie ihm doch einiges an Konzentration und Mitdenken ab, was in unsrer sich in recht rasantem Tempo verändernden Welt, in der das schnelle und dadurch oberflächliche Wissen im Handumdrehen verfügbar ist - und genauso schnell wieder in die Tiefen der Vergessenheit versinkt, beinahe schon verlernt wurde. Gar mancher Leser wird auch staunen über die so antiquiert erscheinenden Erziehungsmethoden im Kloster Auf der Tann, das sich nicht nur der Vermittlung profunden Wissens verpflichtet fühlt, sondern sich auch der Vermittlung strengster Disziplin verschrieben hat, damit der Charakterbildung, und ebenso der Weitergabe von Werten, die heutzutage als nicht mehr zeitgemäß gelten mögen, deren Bedeutung aber unschwer aus dem Fortgang der Geschehnisse um Lilly und Victor ersichtlich wird.
Sollte man nun aber den Eindruck gewinnen, dass wir hier einen zwar spannenden, aber doch ständig zeigefingerschwingenden Fantasy-Roman vor uns haben, so trügt dieser - wie überhaupt vieles in Kristina Tiemanns Geschichte trügt! Denn vor allen Dingen ist "Der magische Stab", wie schon anfangs erwähnt, ein zu Herzen gehender und das Herz zutiefst anrührender Roman, ein, trotz der dramatischen Ereignisse und der erzbösen Gestalten, die beängstigen und die es zu bekämpfen gilt, Roman der ganz großen Gefühle, den man eben am besten mit dem Herzen liest und sein Innerstes ansprechen lässt. Der nicht anzuzweifelnde intellektuelle Anspruch der Geschichte wird dadurch in keiner Weise gemindert!
- Charlotte Lucas
Wir sehen uns beim Happy End
(165)Aktuelle Rezension von: Jenny_MinionEmilia Faust verwandelte ihr Hobby in ihren Beruf: Sie ist eine Haushälterin mit Herz und Verstand. Bei Philip, ihrem Freund, lebt sie zu Hause und sorgt für seine Anliegen. Als sie jedoch einen Brief in seinem Mantel entdeckt, der sagt, Philip darf sie nicht heiraten und aufzählt, was Philip an ihr nicht mag, zerreißt es ihr einfach das Herz. Sie läuft in die Nacht hinaus und kommt, wie der Zufall will, einem Fremden in die Arme. Beim Sturz fällt sie und wird ohnmächtig, als sie aufwacht, kann man keinen Hinweis mehr auf den anderen Mann finden. Sie kann nur seine Jacke, Schuhe und Brieftasche finden. Sie entscheidet sich schnell dafür, zu seinem Haus zu fahren und zu überprüfen, ob sie ihn verletzt hat. Doch gleich danach geschieht der nächste Unfall, bei dem Oscar de Witt sein Gedächtnis verliert. Also beschließt Ella, ihm dabei zu helfen. Da es nicht so einfach ist, gibt sie sich als Haushälterin seines Anwesens aus und räumt dort kräftig um, um Oscar davon abzuhalten, wieder in seine Bruchbude zu kommen. Aber kann sie das alles jetzt schon Oscar zumuten, kurz nachdem er entlassen wurde? Ella entdeckt bei der Aufräumaktion noch mehr Dinge. Ella handelt also auf intuitive Weise, wie sie es für angemessen hält.
Ella ist eine heitere Figur, die immer an das Gute in den Menschen glaubt und sich stets ein glückliches Ende wünscht. Ich fand diese Herangehensweise und auch ihre Einmischung in Oscars Leben zum Teil etwas mühsam und übergriffig. Aber die Entwicklung von Oscar und das Ende haben mich am Ende trotzdem überzeugt. Eine wunderbare Geschichte darüber, wie das Schicksal zwei Personen miteinander verbindet.
- Jostein Gaarder
Die Frau mit dem roten Tuch
(83)Aktuelle Rezension von: LolitaBuettnerEin Pärchen, Solrun und Steinn, ist mit dem Auto in den Bergen unterwegs. Abends auf der Straße begegnet das Paar einer Frau mit einem roten Tuch und fahren sie unbeabsichtigt an. Panisch und unsicher fahren Solrun und Stein erst mal weiter. Als sie zu sich kommen, kehren sie um. Doch von der Frau ist nichts zu sehen. Nur das rote Tuch und Glasscherben vom Autoscheinwerfer auf der Straße. Eine Woche später, unsicher über die Konsequenzen, die womöglich auf sie warten, trifft das Paar bei einer Wanderung erneut auf die Frau und sind wie erstarrt. War das ihr Geist? Haben sie die Frau vielleicht doch nicht angefahren? War es Einbildung? Solrun und Stein finden keine Erklärung. Keine, die beide zufriedenstellt.
30 Jahre später treffen Solrun und Steinn in dem Hotel, in welchem sie die Ereignisse dieser Nacht vergessen wollten, aufeinander. Es ist Schicksal, denn all die Jahren schwieg das Paar über die Ereignisse, trennte sich sogar.
Nach 30 Jahren lassen die Beiden via Email die Vergangenheit Revue passieren. Ein Briefwechsel, der mal philosophisch, mal wissenschaftlich ist. Schnell wird klar, diese zwei Menschen können in ihrem Glauben nicht unterschiedlicher sein.
Gegen Ende des Buches beschließen Solrun und Steinn, sich noch einmal leibhaftig zu begegnen. Doch dazu kommt es nicht.
In einem letzten Brief schreibt Solruns Mann. Mit seinen etwas verbitterten Worten endet das Buch. Der Leser erfährt, dass Solrun genau wie die Frau mit dem roten Tuch gestorben ist. Das ist für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten.
Leider wird nicht deutlich, ob Solrun und Steinn die Frau wirklich angefahren haben oder ob es ein nicht erklärbares Phänomen war. Letzteres wäre für den wissenschaftlich geprägten Stein schier undenkbar. Für ihn besteht alles aus Fakten und greifbaren Beweisen. Solrun jedoch ist Christin. Sie glaubt an eine Seele, die Zeit und Raum überwinden kann. Nur so war es ihr möglich, den scheinbaren Unfall mit Fahrerflucht zu verarbeiten. Dass sie auf dieselbe Weise zu Tode kommt, noch ehe Steinn ihr ein letztes Mal begegnet, empfand ich als Enttäuschung. Ging der Autorin die Luft aus?
Dabei ist der Rest des Buches zauberhaft. Die unterschiedliche Sicht der Liebenden auf die Welt, unsere Entstehung und dem Sinn im Leben bringt wahre Freude.























