Bücher mit dem Tag "globalisierung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "globalisierung" gekennzeichnet haben.

320 Bücher

  1. Cover des Buches BLACKOUT - Morgen ist es zu spät (ISBN: 9783442380299)
    Marc Elsberg

    BLACKOUT - Morgen ist es zu spät

     (1.370)
    Aktuelle Rezension von: buchstabenwald

    Blackout ist das zweite Buch, das ich von Marc Eisberg gelesen habe. Worum geht es? Vom einen Moment auf den anderen gehen in ganz Europa die Lichter aus. Der Strom ist weg, die Menschen sitzen mitten im Winter in ihren dunklen kalten Häusern, bald ohne Essen und Wasser, tagelang.  

    ·

    An diesem Moment - Tag 0 - starten wir in die Geschichte. Die Kapitel sind kurz, maximal 2 -7 Seiten. Zack zack gibt es gleich gefühlte 20 verschiedene Erzählstränge und einen Berg neuer Personen. Jo, man wird ganz schön hinein geworfen. Bis man sich mal halbwegs zurecht gefunden hat, dauert es schon mal 100 Seiten. Nochmal 200 Seiten später kann man dann der Handlung auch mit Vergnügen folgen, das Lese-Erlebnis bessert sich und von dem anfänglichen Schwarm an Figuren kristallisiert sich eine Handvoll Protagonisten heraus. 

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    Und diese gefallen mir alle durchwegs. Einerseits weil man durch ihre verschiedenen Positionen (Regierung, Energiewirtschaft, Atomkraftwerk, Journalist,…) von vielen Blickwinkeln in die Story eintaucht und andrerseits, weil sie alle durchwegs rechts authentisch handeln. 

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    Generell finde ich den Blick auf die Abgründe der Menschheit sehr spannend. Bei Kälte und Hunger ist dann irgendwann jeder nur mehr sich selbst der nächste - auch das in meinen Augen sehr.. authentisch. Erschreckend, aber ich stelle mir die Reaktion der breiten Masse auf eine Katastrophe dieser Art ähnlich vor, wie sie in dem Buch beschrieben ist. 

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    Was sich für mich nicht ganz reimt: eine der Hauptfiguren, ein schnieker Italiener, ist ein Hacker. Und zufälligerweise der einzige weltweit (?) der der Lösung auf die Spur kommt.. und das auch noch in Rekordtempo? Natürlich, für eine flüssige Story geht das kaum anders. Aber trotzdem kommt mir das recht… abwegig vor. 

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    Wovon ich abraten möchte, ist parallel einen Serienmarathon mit „Chernobyl“ durchzuziehen. Da bekommt man dann doch ein flaues Gefühl im Magen, wenn Fiktion und Realität miteinander verschwimmen.

  2. Cover des Buches Neva (ISBN: 9783426283486)
    Sara Grant

    Neva

     (611)
    Aktuelle Rezension von: ilkagk

    Buchrezension zu Neva von Sara Grand aus dem Pan Verlag hat 349 Seiten und hat von mir 3 von 5 Sternen bekommen.

    Worum geht es in diesem Buch? 

    Neva ist eine Dystopie über das Mädchen Neva und ihre beste Freundin Sanna. Neva ist die Tochter von einem hochrangigen Mann in ihrem Heimatland. Sie und ihre beste Freundin Sanna wollen sich allerdings nicht der Regierung unterwerfen. Sie leben unter einer Kuppel und wissen noch nicht einmal, dass es außerhalb der Kuppel noch eine andere Welt gibt. Neva und Sanna starten ein paar Aktionen, um die Bevölkerung zum Aufstand aufzurufen und geraten dadurch immer mehr in Gefahr. Und dann verliebt sich Neva in die große Liebe von Sanna.

    Wie fand ich das Cover?

    Das Cover ist extrem passend, da der Name Neva Schneeflocke bedeutet und eine Schneeflocke und ein Mädchen auf dem Cover abgebildet sind.

    Wie fand ich das Buch?

    Die Idee und die Welt waren super. Allerdings waren die Charaktere so nerv tötend. Neva war mir sogar so unsympathisch, dass ich liebend gerne ins Buch gesprungen wäre und ihr den Kopf gewaschen hätte. Außerdem war die Handlung ein bisschen zu schnell. 

       

  3. Cover des Buches Gott bewahre (ISBN: 9783453675971)
    John Niven

    Gott bewahre

     (345)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    Dieses Buch hätte ich mir selbst nie gekauft. Umso besser, dass ich es von meinem Schwager geschenkt bekommen habe, denn ich hätte definitiv was verpasst.

    Jesus soll seinen Vater, Gott, für eine kurze Zeit vertreten und richtet dabei völliges Chaos an und die Welt stürzt durch Kriege und schwindende Moral in den heutigen, desolaten Zustand. Gott ist entsetzt und schickt Jesus erneut auf die Erde, um den Schaden zu beheben und die Menschen wieder von christlichen Grundgedanken zu überzeugen.

    Doch diese Mission wird erwartungsgemäß nicht ganz einfach. Als kiffender Indie-Musiker nimmt Jesus an einer Casting Show teil und reist infolgedessen mehr oder minder erfolglos quer durch die USA und schart Freunde um sich, die eher nicht dem Durchschnittsbürger entsprechen.

    Die Geschichte ist skurril, aber nicht unschlüssig. Bei all dem Humor und Klamauk, steckt eine bissige Gesellschaftskritik in dem Text, die niemanden ausspart. Es geht nicht nur um die Kirche, die Gläubigkeit, Castingshows und die Medienlandschaft, nein die ganze moderne Gesellschaft wird schonungslos auf die Schippe genommen.

    Der Roman ist tiefgründig. In einem Moment muss man herzhaft lachen, im nächsten bleibt einem das Lachen im Halse stecken, weil die Kritik den Nagel so wunderbar auf den Kopf trifft. Eine kurzweilige Lektüre, die trotz aller Skurrilitäten für jeden Leser geeignet ist.

  4. Cover des Buches Limit (ISBN: 9783596184880)
    Frank Schätzing

    Limit

     (584)
    Aktuelle Rezension von: fischwolf

    Das Buch ist ein Thriller und ein SciFi-Roman. Man hätte wohl zwei Bücher draus machen können. Dann wären sie vielleicht auch nicht so dick geworden, was ja gelegentlich Leute vom Lesen abhält.

    Mich hat es nicht abgehalten, was ich nicht bereue. Ich hatte eine gute Zeit mit spannender Unterhaltung mit dem Buch, war im Schanghai der Zukunft und auf dem Mond in einem toll ausgedachten Hotel.

    Kurz zum Inhalt: Ein Privatmann hat Kraft und Ideenreichtum, eine neue Energiequelle nutzbar zu machen, Helium-3. Der Rohstoff ist auf dem Mond zu finden. Der Abbau wird erst wirtschaftlich, als eben jener kühne Unternehmer einen Weltraumaufzug baut und zur Energieerzeugung den passenden Fusionsrektor. Nebenbei erschließt er dabei noch ein neues Zielgebiet für den Tourismus.
    Die etablierte, auf Öl basierende Energieindustrie leidet darunter sehr. In dem Spannungsfeld zwischen alt und neu gibt es genug Stoff für den Thriller, denn man versucht mit allerlei Gewalt, das Neue zurückzuwerfen.
    Die Figuren sind glaubhaft für mich. Privatdetektiv, pfiffige junge Dame, durchgeknallter Terrorist, sehr menschlicher chinesischer Tech-Unternehmer und der bunte Strauß an reichen Leuten, die auf den Mond eingeladen werden und mit mir gemeinsam die tollen Errungenschaften der Zukunft erleben dürfen. 

    Ab und wird mir etwas zuviel zerstört und werden zuviele Leute getötet. Thriller eben.

  5. Cover des Buches Der Russe ist einer, der Birken liebt (ISBN: 9783423142465)
    Olga Grjasnowa

    Der Russe ist einer, der Birken liebt

     (175)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    Das Buch hat gerade eine etwas traurige Aktualität,  denn der zurzeit wieder aufgeflammte Konflikt um Bergkarabach war der Grund für die Flucht der Protagonistin. Mascha kam mit ihrer Familie als Kleinkind aus Aserbaidschan nach Deutschland. Sie ist Jüdin, angehende Übersetzerin, spricht verschiedenste Sprachen fließend und möchte eigentlich zur UNO. Dann aber hat ihr Freund Elias einen Unfall, was sie komplett aus der Bahn wirft. Überstürzt fliegt sie nach Israel und muss sich zunehmend mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen.Sie flieht vor sich selbst, vor ihrer Vergangenheit, ihren Ängsten und Wünschen. Die Erfahrung mit früheren Erlebnissen beeinflusst ihren Umgang mit aktuellen Ereignissen.
    Mascha selbst ist nur schwer greifbar. Ich habe ihr gleichzeitig gewünscht, dass sie zur Ruhe kommt, weil ihre Rastlosigkeit auf fast jeder Seite deutlich wird, und doch fiel es mir schwer sie zu mögen. Ihre Flucht in Beziehungen und ihr Blick und Fokus auf Männer hat mich teilweise geärgert, manchmal wirkte sie egozentrisch auf mich, dann wieder vor allem verzweifelt, mal zielstrebig und mal verloren. Der Roman legt es aber auch nicht darauf an, die Protagonistin liebenswert darzustellen, sondern spielt mit dieser Ambivalenz und ständigen Suche. Gerade darin liegt eine ziemliche Stärke des Buchs. Am Ende geht es auch nicht darum, Maschas Umgang mit Trauer zu verurteilen, denn ihr Handeln hat Ursachen und ihr Charakter ist sehr komplex. Lediglich die teilweise stereotype Darstellung mancher Nebenfiguren hat mich etwas gestört.

  6. Cover des Buches Montecrypto (ISBN: 9783462001570)
    Tom Hillenbrand

    Montecrypto

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Denise43437

    Der Thriller „Montecrypto“ wurde von Tom Hillenbrand geschrieben und ist im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen.

     

    Gregory Hollister, Start-up-Unternehmer, kommt bei einem Unfall ums Leben. Seine Stiefschwester Jackie Martel beauftragt Edward (genannt Ed) Dante, ehemaliger Chief Compliance Officer (CCO), sein privates Vermögen und damit ihr Erbe zu finden. Sie vermutet, dass es sich nicht um ein normales Erbe in Form von Bargeld oder Bankvermögen handelt, sondern um eins aus Kryptowährungen. Bei der Suche nach dem Vermögen trifft der dem Alkohol zugewandte Ed auf unterschiedliche Personen, bei denen er nie weiß, ob er ihnen trauen kann oder ob sie nur hinter dem Erbe her sind. Der Thriller enthält eine spannende Schnitzeljagd mit vielen Konkurrenten. Der Leser erfährt nebenbei gleich noch etwas über Kryptowährungen, da Ed keine Ahnung von diesen hat und im Laufe des Thrillers sich verschiedene Begriffe in diesem Zusammenhang von anderen Personen erklären lässt.

     

    Ich finde das Buchthema sehr ansprechend und es hat mir viel Spaß bereitet Ed auf der Schnitzeljagd zu begleiten, da er ein sehr spezieller Charakter ist und der Autor immer wieder zum Mitraten einlädt. Auch kommt es immer wieder zu Wendungen im Thriller, die die Geschichte in eine neue Richtung laufen lassen und für Spannung sorgen. Auch eine der weiteren Hauptfiguren, nämlich die Journalistin und Bloggerin Mercy Mondego hat mir sehr zugesagt.

     

    Insgesamt ist es für mich ein gelungener, sehr unterhaltsamer Thriller zum Thema Kryptowährungen, den ich gerne weiterempfehle und mein Lieblingsbuch dieses Autors.

  7. Cover des Buches Das System (ISBN: 9783746623672)
    Karl Olsberg

    Das System

     (190)
    Aktuelle Rezension von: lucatrkis

    Lisa und Mark fand ich sehr sympathisch. Die Lovestory zwischen den beiden mochte ich auch. Ich fand die Kapitel, die im Weltall spielten, eher langweilig und deswegen hatte ich am Anfang auch gar keine Lust auf das Buch, weil es direkt mit so einem Kapitel anfing. Die Kapitel in dem es um die Protagonist*innen ging, fand ich sehr spannend. Manchmal verstand ich nicht, alles, weil es sehr technisch war, aber es gefiel mir, etwas darüber zu lesen. Es ist schon beängstigenden, was die Technik in diesem Buch kann. Und so fern von der Realität ist es auch nicht…

  8. Cover des Buches DARKNET (ISBN: 9783499252440)
    Daniel Suarez

    DARKNET

     (190)
    Aktuelle Rezension von: Julia_Kathrin_Matos
    Darknet las sich für mich einfacher als der Vorgänger, denn Technisches ist nicht mehr ganz neu und Rahmenhandlung und wesentliche Akteure sind mittlerweise bekannt, sodass ich mich auf neue Zielrichtungen mit allen Details viel besser einlassen konnte. Und diese Entwicklungen halten tatsächlich einige Wow-Effekte bereit, bleiben dabei aber nachvollziehbar. Es gilt, stets konzentriert zu bleiben, insbesondere wenn man – wie ich – keine technische Ausbildung genossen hat.

    Suarez schlägt Brücken zur Realität. Die entlarvende Gesellschaftskritik kommt gut zum Tragen. Sowohl im Gesamtkontext als auch in einigen prägnanten Aussprüchen, beispielsweise: „… zum Glück hat die Realität keinen Werbeetat.“ „Das Daemon-Darknet ist nur die Widerspiegelung der Menschen, die es bilden. Es ist eine neue Gesellschaftsordnung. Eine, die immun gegen Bullshit ist.“ Suarez hat ein Rezept gefunden, Missstände aufzudecken und seine Vorstellungen von einer gerechteren und nachhaltigeren Wirtschaft einzubringen. Der mahnende Zeigefinger wird deutlich, ohne deplatziert zu wirken.
    In Bezug auf elementare Offenbarungen für den anspruchsvollen Leser, der Denkanstöße zu schätzen weiß, kommt Darknet nicht ganz an Daemon heran, was aber auch der hohen Erwartungshaltung geschuldet sein mag.
    Herrlich ist der zynische, scharfzüngige Humor, beispielsweise: „Das Leben schmeißt einen an irgendeiner Kreuzung raus, und eh man sichs versieht – zack! –, dient man einem weltumspannenden kybernetischen Organismus. Immer die gleiche Geschichte.“

    Einen Stern Abzug gibt‘s von mir dafür, dass sich die Handlung streckenweise in Actionsequenzen verliert. Viel Kampf in immer größeren Dimensionen, viel Flucht, sogar Folter. Ich ertrage das, mag‘s aber nicht, zumal auch vorrangig unsympathische Charaktere involviert sind, um die ich nicht mitbangen konnte. Jedenfalls empfand ich die Gewaltdarstellungen in diesen Ausmaßen als unnötig.
    Die leisen, subtilen Töne, wie sie in unhektischen Dialogen hervortreten, haben mir demgegenüber viel besser gefallen.
    Außerdem ist die Geschichte nach der ganzen Action ziemlich abrupt zu Ende. Ich hätte da ein ausführlicheres „Ausklingenlassen“ durch den Autor bevorzugt. Zum einen damit präsent ist, wo die sehr vielen aufgetretenen Figuren letztendlich stehen, denn so gilt es, die Erinnerungen selbst nochmal aufzufrischen und sich gegebenenfalls selbst einen gefälligen Abschluss hinzuzudichten. Zum zweiten damit sich die Botschaften besser im Gedächtnis verfestigen.

    Wie erhofft, eine unterhaltsame Cyber-Thriller-Dilogie mit Denkanstößen, die mir noch besser gefallen hätte, wenn mehr sympathische Figuren und weniger effektheischende Szenen dabeigewesen wären.
    Ich werde gern weitere Romane von Daniel Suarez lesen.
  9. Cover des Buches Blackout. Das ungekürzte Hörspiel (ISBN: 9783837144710)
    Marc Elsberg

    Blackout. Das ungekürzte Hörspiel

     (86)
    Aktuelle Rezension von: YukiHana

    Die Umsetzung gefiel mir unfassbar gut. Der Erzähler führt einen durch die Story, die mit Ausschnitten der Szenerie durchbrochen sind. Dabei besitzen diese Szenen einen Spielfilmcharakter wodurch Dynamik und Spannung entsteht. Auch die technischen und geschichtlichen Informationen werden sehr gut beschrieben und rübergebracht und sind dadurch nie langweilig. Einziger Wermuthstropfen: das Ende hat mir nicht ganz so gut gefallen.

    Meine Empfehlung: diese Hörbuch muss man min. 1x gehört haben

  10. Cover des Buches Turbulenzen (ISBN: 9783446267657)
    David Szalay

    Turbulenzen

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Zeilentaenzer

    Inhalt zusammengefasst

    Die Erzählung beginnt mit einer älteren Frau, die von London nach Madrid fliegt. Sie hat ihren schwerkranken, erwachsenen Sohn zurücklassen müssen, um den sie sich sehr sorgt. Zusätzlich hat sie große Flugangst. Mit ihrem Sitznachbarn beginnt die nächste Geschichte. Dieser fliegt von Madrid nach Dakar und wundert sich über das merkwürdige Verhalten seines Fahrers, der ängstlich wirkt, aber schweigt. In Dakar möchte ein Mann im Taxi zum Flughafen und von dort weiter nach São Paulo, aber der Wagen kollidiert mit einem Mofafahrer. Eine Mutter besucht ihre Tochter im Krankenhaus im kanadischen Toronto um ihren geborenen Enkel das erste Mal sehen zu können und wird von ihrer panischen Tochter empfangen, die ihr eröffnet, dass der Sohn blind zur Welt gekommen sei. Die weiteren Kapitel drehen sich ebenso um Verzweiflung, Liebe, Angst, Sinnsuche und Hoffnungslosigkeit.

    Wie war "Turbulenzen"?

    »Turbulenzen« liest sich in kurzer Zeit weg, was neben seiner Kompaktheit vor allem an der raffinierten Idee der Geschichte liegt. Mit nur knapp 140 Seiten ist es ein äußerst schmales Buch. Jedes Kapitel erzählt von einer anderen Flugreise, hinter derer immer ein Mensch steht, deren Geschichte mit einer anderen verwoben ist. Die Nebenfigur aus dem aktuellen Kapitel übernimmt im nächsten die zentrale Rolle. Die einzelnen kurzen Szenen setzt Szalay gekonnt um, ohne detailversessen zu sein. Viel mehr nutzt er Anspielungen, die neugierig machen.

    Alle Charaktere haben den Umstand gemeinsam, auf der Suche zu sein. Ihnen stellen sich grundlegende Fragen nach der eigenen Existenz. Die einen streben nach Nähe und Zuneigung, die anderen wünschen sich Antworten auf drängende Fragen oder suchen ihr persönliches Glück. Letzteres schwingt stillschweigend in jedem Kapitel mit. David Szalay gibt intime Einblicke in die Gedanken und Handlungen seiner Protagonisten, deutet vieles jedoch nur an. »Turbulenzen« handelt von verletzten Seelen und gescheiterten Lebensentwürfen. Die Handlungen taumeln zwischen Hoffnung und Verzweiflung.

    Den Leser erwartet mit diesem Roman trotz seiner Kürze ein intensives Leseerlebnis. Der Mensch mit all seinen Emotionen, Befindlichkeiten und prägenden Erfahrungen steht im Vordergrund der Geschichte. Flughäfen und Flugzeuge, sowie die Anfahrten dorthin bilden das Setting sämtlicher Kapitel. Sowohl der Buchtitel als auch die Bezeichnungen der einzelnen Episoden harmonieren mit dem Inhalt. So sind die Kapitel jeweils nach den international bekannten Kürzeln der Fluglinien benannt, die im Folgenden die Handlungsorte bilden. Sprachlich konnte mich der Autor jederzeit mitnehmen und ich fühlte mich gut unterhalten.

    Abschließendes Fazit

    Szalay hat flüchtige Begegnungen in kurzen Erzählungen gut konstruiert umgesetzt. Eine globale Reise, die nach den Ursachen menschlichen Daseins sucht. Ein kurzer Roman mit Suchtpotential.

  11. Cover des Buches Die Saat (ISBN: 9783404164110)
    Fran Ray

    Die Saat

     (128)
    Aktuelle Rezension von: Tintenklecks98
    In einem Labor wird ein Wissenschaftler grausam hingerichtet...
    In einem Krankenhaus sterben Menschen an einer rätselhaften Krankheit...
    Im Gefängnis sagt eine Umweltaktivistin eine schreckliche Katastrophe voraus...
    All dies ist erst der Anfang eines Geschehens, das das Leben auf der Erde für immer verändern kann.

    Einer meiner ersten, wenn nicht sogar mein erster Thriller überhaupt. Und ich bin angefixt. Und warum? Weil das beschriebene Geschehen rund um genmanipulierte Lebensmittel Realität werden könnte. Wenn man sich überlegt, was da alles möglich ist... Schrecklich.
    Aber das Buch ist spannend und hält, was es verspricht. Ich habe es zügig gelesen, deshalb kam ich auch nicht mit den vielen handelnden Personen, Orten und Handlungssträngen durcheinander. Andernfalls kann das problematisch werden. Und auch habe ich auf den wirklich großen Knall gewartet, allerdings schleicht das Ende etwas vor sich hin. Zwar fügt sich alles, aber die größte Dramatik spielt sich nicht unbedingt auf den letzten Seiten ab.
    Dennoch bin ich wirklich angetan von der Idee, zumal einem diese Realitätsnähe einen Schauer einjagen kann...
  12. Cover des Buches Unterleuten (ISBN: 9783442719761)
    Juli Zeh

    Unterleuten

     (512)
    Aktuelle Rezension von: Booklovemadame

    Intelligent, stark und bewegend! Die feine Ausarbeitung der Charaktere hat mir sehr gut gefallen!

  13. Cover des Buches Grand Cru (ISBN: 9783257240825)
    Martin Walker

    Grand Cru

     (152)
    Aktuelle Rezension von: Tommywien

    Zwischendurch habe ich mal wieder zu Martin Walker und seinen sympathischen Dorfpolizisten Bruno gegriffen. Wie im ersten Teil wurde ich auch dieses Mal nicht enttäuscht. Wieder ist das damals verwendete Thema (das Buch ist ja schon vor ca. 10 Jahren erschienen) immer noch aktuell. 

    Bruno ist nicht nur sehr sympathisch, er weiß auch was er als Polizist zu tun hat. Mit einer unheimlichen Leichtigkeit versteht er es die Fälle zu lösen, aber dennoch in seinem Dorf beliebt zu bleiben, trotz unangehmer Fragen an die Dofgemeinschaft.

    Natürlich wird auch dieses Mal nicht an Kuklinarik oder an der wunderschönen französischen Landschaft gegeizt. Wir sprechen bei den Büchern von Martin Walker nicht über große Literatur, aber seine Bücher unterhalten, greifen aktuelle Themen auf und vermitteln das lockere Leben in Frankreich (dieses mit höchster Wahrscheinlichkeit etwas überzogen).

    Also ich für meinen Teil habe entschieden, mir immer mal wieder zwischendurch einen Fall von Bruno zu gönnen und bin schon auf den nächsten Einsatz in Saint Denis gespannt.

  14. Cover des Buches Lena Halberg -  New York '01 (ISBN: 9783868411287)
    Ernest Nyborg

    Lena Halberg - New York '01

     (25)
    Aktuelle Rezension von: AngelaK

    Nach „Paris '97“ ist „New York '01“ der zweite Band der Lena-Halberg-Triologie. Es folgt noch im Rahmen der Triologie „London '05“. Das vierte Buch um Lena Halberg ist „Der Cellist“, das ich zuerst gelesen hatte. 

    11.09.2001, die Zwillingstürme des World Trade Centers stürzen nach einem Terroranschlag brennend zusammen. Ein Nebengebäude wird noch rechtzeitig evakuiert. Was hat das mit den Recherchen von Lena Halberg zu tun? Sie ist einem amerikanischen Rüstungsproduzent auf den Fersen, der bekannt ist für seine skrupellosen Geschäfte und nun den Wohltäter für afrikanische Kindersoldaten gibt. Lena nimmt ihm das nicht ab und wittert unlautere Geschäfte hinter seiner Wohltätigkeit. Entgegen allen Warnungen dringt sie immer weiter in die Geschichte ein. Je näher sie der Lösung kommt, desto größer wird die Gefahr für ihr Leben. 

    Wieder hat Ernest Nyborg reale Geschehnisse gekonnt in seine Fiktion eingebaut. Mit sehr viel Spannung erzählt er eine Geschichte um den machtgewohnten Rüstungsproduzenten Bronsteen. 

    Die Handlung hat mir wie im ersten Teil der Triologie sehr gut gefallen. Lena ist eine toughe Journalistin, die sich nicht so leicht abschrecken läßt. Wenn sie erst mal an einer Geschichte dran ist, gibt sie nicht so schnell auf. Jetzt freue ich mich schon auf „London '05“, den letzten Band der Triologie.


  15. Cover des Buches Frühling der Barbaren (ISBN: 9783442748235)
    Jonas Lüscher

    Frühling der Barbaren

     (64)
    Aktuelle Rezension von: Daniela8
    Ich mag ja Novellen, auch wenn jeder sie heutzutage tot redet. 
    Diese hier ist ganz exquisit. 
    Und der Autor schafft es mit seiner wundervollen Sprache, fein beobachteten Einsichten in die Figuren und dem regelmäßigen Perspektivwechsel innerhalb der Erzählung, mich für eine Geschichte zu begeistern, deren Themen (Tunesien, Staatsbankrott in England, zwei unterschiedliche Familien, die auf einer Hochzeit aufeinandertreffen) mich eigentlich überhaupt nicht ansprechen. 
    Ich kaufte das Buch nach längerem Abwägen dann doch, da die Leseprobe Lust auf mehr machte und ich blieb dran, ja ich muß sogar sagen, ich konnte mich gar nicht lösen von der immer absurder werdenden Geschichte. 
  16. Cover des Buches GRM (ISBN: 9783462000207)
    Sibylle Berg

    GRM

     (78)
    Aktuelle Rezension von: Magicsunset

    „Sie wussten, dass sie als Kinder keine Menschenrechte hatten. Wussten, dass auch Erwachsene keine Menschenrechte hatten und dass die Idee, sich wie ein Haustier einen Chip unter die Haut schieben zu lassen, befremdlich war.“ (Zitat Seite 239)

     

    Inhalt

    Sie sind noch Kinder, Don, Peter, Hannah und Karen. In Rochdale haben sie einander gefunden, da sie eines gemeinsam haben, in einem Großbritannien einer nahen Zukunft, wo die Gesellschaft weit auseinanderklafft, sind sie sogar auf der Seite der Sozialfälle Außenseiter, alleine und auf sich gestellt. Ihre Musik ist Grime, harte Beats, wütend, wie ihr Leben, das sie täglich neu erfinden müssen. Die vier sind jetzt eine Gruppe und gleichzeitig die einzige Familie, die sie noch haben. Sie gehen nach London, in der Hoffnung auf eine Zukunft. Doch Überwachungschip und Grundeinkommen gibt es nicht für Kinder, die nirgendwo registriert sind. Als sie eine leere Fabrikhalle entdecken, haben sie ein Zuhause und eine Basis für ein Leben und Überleben außerhalb des Systems.

     

    Thema und Genre

    Dieser Roman ist eine kritische, schonungslose Offenlegung unserer Zeit. Es geht um AI, Scheinwelten, Gier in allen Facetten, um Menschenwürde, die nicht nur am Einkommen gemessen wird. Gesellschaftskritik zum Nachdenken, die nicht als Dystopie verstanden werden will.

     

    Charaktere

    Die vier Hauptfiguren sind dem Alter nach Kinder, konnten jedoch nie wirklich Kind sein. Sie beobachten und versuchen, die Welt, die sie umgibt, zu verstehen und darin irgendwie einen Platz zu finden. Wir folgen ihrem Weg vom Kind zum Jugendlichen, zum Erwachsenen. Ergänzt werden sie durch Figuren, die jeweils klassentypisch für Gesellschaftsschichten unserer Zeit sind. Erklärt wird jeder einzelne neue Charakter durch aufgelistete Informationen, Daten, im omnipräsenten Überwachungssystem gesammelt.

     

    Handlung und Schreibstil

    Dieser Roman führt das auktoriale Erzählen in eine moderne, neue Form des Schreibens, lässt uns jede der Figuren in immer wieder neuen Facetten und Situationen erleben. Die Handlung ist fortlaufend, mit erklärenden Rückblicken und Erinnerungen. Sie setzt sich aus vielen aneinandergereihten Momentaufnahmen und Ereignissen zusammen, zieht uns sofort mit in einem soghaften Lesefluss zwischen tiefer Beklemmung, Schock, Spannung und lautem Lachen, denn plötzlich landen wir in skurrilen, sehr witzigen und ironisch-bösen Szenen. Die Sprache umfasst alles zwischen stichwortartig-kurz, atemlos, intensiv und detailliert beschreibend und einfühlsam-poetisch. Erschienen im April 2019, erhält dieser Roman im Corona-Jahr 2020 eine zusätzliche Komponente von erschreckend aktueller Realität.

     

    Fazit

    Getarnt als Geschichte einer möglichen Zukunft, ist dieser vielschichtige, gesellschaftskritische, brisante Roman ein packender Aufruf, auch hinter die schönen Fassaden zu schauen und nachzudenken, welche Welt wir unseren Kindern wünschen.

  17. Cover des Buches Die Brandmauer (ISBN: 9783423212199)
    Henning Mankell

    Die Brandmauer

     (555)
    Aktuelle Rezension von: Frank_Pfeifer

    Unverständliche Morde von Teenagern an einem Taxifahrer, ein Mann mit apokalyptischen Zukunftsvisionen stirbt vor einem Geldautomat und ein Kommissar, der die Beherrschung verliert - das sind die Ingredienzien, mit denen dieser Krimi angerührt wird. Kommissar Kurt Wallander versucht daraufhin dem Unverständlichen einen Sinn zu geben und sieht sich mit dem Vertrauensverlust seiner Kollegen konfrontiert, nachdem er im Verhör ein junges Mädchen geohrfeigt hat, als dieses ihre Mutter anging. Immer wieder will er aufgeben - ohne Rückhalt im Kommissariat und angesichts einer Verrohung der Gesellschaft, die er nicht mehr nachvollziehen kann. Aber Kurt Wallander überwindet sich immer wieder selbst und kommt letztendlich einer Gruppe Hackern auf der Spur. 

    Mir gefällt Kurt Wallander, weil er ein Zweifler ist. Er ist kein geniales Superhirn und zweifelt immer an sich selbst und an der Welt. So kann man ihm auf Augenhöhe begegnen und leidet mit ihm mit. 

    Ich fand die Auflösung der Zusammenhänge zum Schluss nicht ganz rund, Kurt Wallander gibt selbst zu, dass einige Details nicht ganz geklärt werden konnten. Mich persönlich ärgert das ein wenig, so erscheinen einige Details (das Relais auf der Leiche) als reine Köder, um die Rätselspannung zu erhöhen, ohne wirklich Sinn zu ergeben. 

    Die Grundstimmung dagegen - diese Welt ist ein unsicherer Ort und zum Glück gibt es Menschen wie Kommissar Wallander, die nicht locker lassen, bis sich der Nebel wenigstens ein wenig gelichtet hat - hat mir zugesagt, da passen Thema und Protagonist gut zusammen.

  18. Cover des Buches LIMIT (ISBN: 9783596660988)
    Mark T. Sullivan

    LIMIT

     (60)
    Aktuelle Rezension von: LostHope2000

    Ich fand den Thriller echt gut auch wenn ich in der Mitte nur noch überflogen habe als die "Prozesse" begannen und die ganzen Fachwörter benutzt worden genauso als es um die Börse ging. Ich habe nichts davon verstanden auch wenn man es am Ende versucht hat zu erklären. Bei den Prozessen musste ich oftmals das Buch weg legen weil mein Kopfkino das nicht mitgemacht hat, das ist für Thriller doch eher untypisch (Was ich so bisher gelesen habe) ansonsten war es echt gut geschrieben und auch das mal andere die Rolle übernommen haben und nicht immer die typischen Leute die als Held dar stehen ^^ Joa die Protas waren mir allesamt  sympathisch außer natürlich die bösen xD Ich fand es nicht langatmig wie viele meinen sondern gut strukturiert und genau richtig :) Also von mir 4 Sterne weil mich die Fachbegriffe gestört haben und das Leseerlebnis so ein bisschen gestört war, zum Glück ist es aber nur an manchen Textstellen so gewesen 

  19. Cover des Buches Serotonin (ISBN: 9783832165482)
    Michel Houellebecq

    Serotonin

     (48)
    Aktuelle Rezension von: TheRavenking

    Lange Zeit fühlte ich mich nicht in der passenden Stimmung, um Michel Houellebecqs jüngstes Werk in Angriff zu nehmen. Nach einem melancholischen um nicht zu sagen depressiven Schub in den vergangenen Wochen, dachte ich mir dann: Wann, wenn nicht jetzt? In diesem Zustand sollte mich das Buch doch ganz besonders ansprechen.

    Im Voraus wurde darüber berichtet, dass der Autor die Gelbwesten-Proteste hier vorwegnahm. Tatsächlich kommen diese im Buch auch vor, bilden aber nur eine Nebenhandlung. Mit Serotonin betritt Houellebecq leider kein Neuland. Erneut ist der Protagonist ein depressiver Erotomane mittleren Alters, erneut setzt das einstige enfant terrible der französischen Literatur auf pornographische Szenen, die wie gewohnt auch die eine oder andere wüste Geschmacklosigkeit enthalten. Ich hatte zuletzt in Unterwerfung bzw. Karte und Gebiet den Eindruck, dass der Sex dort weniger explizit beschrieben wurde. Serotonin ist jedoch ein Rückfall in die Zeiten von Platform (für mich das bisher am wenigsten gelungene Werk des Autors). Hier geht es kaum noch um etwas anderes. Offensichtlich hat Monsieur Houellebecq kein Problem damit als „schmutziger alter Mann“ bezeichnet zu werden.

    Die Handlung (falls man überhaupt von einer solchen reden kann) ist schnell zusammengefasst: Der ausgebrannte Antiheld, ehemals Tätig für das französische Landwirtschaftsministerium (ähnlich wie einst Houellebecq selbst) und von seinem beruflichen und überhaupt menschlichen Scheitern seelisch gezeichnet, beschließt noch einmal seine Ex-Partnerinnen aufzusuchen. Ist es reine Neugierde oder der Wunsch nach Versöhnung oder vielleicht sogar Erlösung, das ihn motiviert? Er selber weiß es vermutlich auch nicht so ganz.

    Was klingt wie die französische Version von Nick Hornbys Kultbuch High Fidelity, ist jedenfalls eine charakteristisch houellebecqsche Odysee in die Niederungen körperlichen Zerfalls, hinstrebend zur finalen Erkenntnis, dass die menschliche Existenz keinen Sinn hat.

    Während sich der Beginn von Serotonin noch relativ interessant gestaltet, kommt irgendwann dann der Punkt, wo man sich nach einer dramatischen Zuspitzung der Situation sehnt. (Diese kommt zwar aber nur am Rande, die Hauptfigur selbst bleibt dadurch mehr oder weniger unverändert). Houellebecqs beste Bücher, Ausweitung der Kampfzone und Elementarteilchen waren kompakt erzählt und kulminierten in einer Katharsis, die Tragik seiner Figuren wirkte auf den Leser zutiefst bewegend. Diesmal allerdings sind, um es mit Houellebecqs Worten auszudrücken „die Zeiten von Sturmhöhe definitiv vorbei“. Serotonin enthält nicht nur unheimlich viel Redundanz, sondern bietet am Ende auch keine Explosion des Schmerzes. Das Buch hört einfach an einer Stelle auf, wo vermutlich etliche Leser ohnehin bereits das Interesse verloren hätten, wo sich weder für den Protagonisten, noch für die Welt in der er lebt irgendwelche Lösungen aufgetan haben.

    Früher war Houellebecq ein Meister darin die Schattenseiten des Lebens eindringlich zu beschreiben, mittlerweile läuft er Gefahr nur noch zu einem nörgelnden alten Langeweiler zu werden.

    Vielleicht sollte er sich für sein nächstes Buch ein neues Milieu suchen oder eine andere Art von Protagonisten, oder (ich wage es kaum zu schreiben) eine richtige Handlung könnte vielleicht auch hilfreich sein. Denn noch so einen Roman wie Serotonin brauche zumindest ich gewiss nicht.

  20. Cover des Buches Hot Zone (ISBN: 9783426620243)
    Richard Preston

    Hot Zone

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Federfee

    Gleich vorweg drei Anmerkungen:

    Erstens: Das Cover sollte mit einem Warnaufdruck versehen sein: nichts für zartbesaitete und empfindliche Menschen. In der Tat schildert das Buch an einigen Stellen drastisch, wie die Viruserkrankung Ebola verläuft und auch, was mit fast 500 Affen in einem Affenhaus in Reston nahe Washington geschah, ist hart.

    Zweitens verstehe ich nie, warum man einem deutschsprachigen Buch nicht auch einen deutschsprachigen Titel gibt. Hier hätte ein Wort genügt: Ebola. Man findet es allerdings im Untertitel: Ebola, das tödliche Virus – Der Tatsachen-Thriller

    Drittens: Das Cover (meines) sieht hässlich reißerisch aus. (Inzwischen gibt es wohl neuere, bessere Versionen.) Aber so ist dieses Buch nicht.

    Es ist ein populärwissenschaftlich und spannend geschriebenes Sachbuch, das durch konkrete Personen und private Einsprengsel romanhafte Züge erhält. Es handelt sich aber um Wissenschaftsjournalismus, um reale Begebenheiten, die in eine sehr spannende Form gegossen wurden, so spannend, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte.

    Dabei ist dieses Buch sehr informativ, so dass man auch einiges über Viren und Ebola im Speziellen lernt. Wer jetzt denkt: Was geht es mich an, was da in Zentralafrika passiert ist und noch passiert, dem sei gesagt: auch wir sind aus den verschiedensten Gründen nicht davor gefeit, dass es  auf anderen Erdteilen zu Ausbrüchen dieses oder eines anderen tödlichen Virus kommt. Aber leider zeigt gerade wieder die Coronavirus-Pandemie, dass ein Großteil der Menschen offensichtlich nicht lernfähig ist.

    Was wohl nicht so groß publik gemacht werden soll: auch in den USA (Reston/Washington) hat es einen Ebola-Ausbruch gegeben und eben dieser Vorfall macht den spannendsten Teil des Buches aus. In einem Affenhaus, dessen Tiere zu experimentellen Zwecken aus den Philippinen eingeführt worden waren, trat das Virus auf. Wie das amerikanische Militär damit umging, wie einzelne Menschen zum Gemeinwohl aller sich trotz Schutzkleidung in Lebensgefahr begaben, das wird hier eindringlich und ziemlich detailliert geschildert. Am Ende stellt sich heraus, dass es sich zwar um das Ebola-Virus handelt, aber um eine Variante (Ebola-Reston), die nicht auf den Menschen übergesprungen ist. Glück gehabt, aber wie man am Corona-Virus im Jahre 2019/20 sieht, ist es nur eine Frage der Zeit...

    Bis auf einige Anmerkungen am Ende des Buches enthält sich der Autor im Wesentlichen kritischer Anmerkungen.

    "Das Auftauchen des Aids-Virus, des Ebola-Virus und einer Reihe anderer Erreger scheint eine natürliche Folge der Vernichtung tropischer Lebensräume zu sein. Diese Viren kommen aus ökologisch geschädigten Gegenden..." (eBook 270)

    Es ist Sache des Lesers, sich darüber Gedanken zu machen und zu Einsichten zu kommen. Schon allein die Tatsache, wie sich der Mensch über die Natur, über andere Lebewesen erhebt, empfinde ich als verwerflich. Affen – dem Menschen ziemlich ähnliche Lebewesen – und viele andere Tiere werden in Experimenten missbraucht, Regenwälder werden um des Profits willen abgeholzt, immer mehr Natur muss neuen Siedlungen und Straßen weichen. Es ist anerkannte Wissenschaftsmeinung, dass es dabei zu Kontakten mit bisher unbekannten Viren kommen kann, die in irgendwelchen Wirtstieren 'schlummern'.

    Wer nicht zu Albträumen neigt und drastische Schilderungen und Grausamkeiten an Tieren um der Wahrheit willen ertragen kann – weil es Fakt ist – dem sei dieses spannende, informative Buch empfohlen.

  21. Cover des Buches Die verblödete Republik (ISBN: 9783426780985)
    Thomas Wieczorek

    Die verblödete Republik

     (85)
    Aktuelle Rezension von: TheSilencer
    Ich dachte mir, ich gebe dem Miesmacher- und Pessimisten-Buch nach der Generation Doof noch eine Chance. Doof war schließlich unterirdisch.

    Wieczorek nimm in bester Tradition dieser zur Zeit hippen Bücher den Rundumschlag vor und trifft des öfteren ins Schwarze. Das macht er geschickt und gut formuliert.

    Bloß leider nimmt die Interessenkurve - mal analog zur Spannungskurve eines Romanes zu sehen - stetig ab.

    Daß wir verblöden, steht wohl außer Frage. Alleine mit der Fernbedienung einen Abend lang durch die TV-Landschaft zappen und man bekommt das kalte Grausen.
    Darüber Bücher zu schreiben, ist legitim, denke ich. 

    Aber als Leser beginnt man genau damit die Therapie. 

    Was nützt es, wenn ich Geifer-sabbernd diese Werke lese, anstatt meine Zeit in richtige Bildung zu investieren? Wenn das das Ziel des Buches war, habe ich es erreicht. Denn es war mein letztes dieser Mein-Land-ist-schlecht-Bücher.

    (Welchen Eindruck möchte Wieczorek eigentlich mit der allgegenwärtigen "Bild"-Schelte hinterlassen, war er doch mal selbst Chefreporter dieser Zeitung ... ?)
  22. Cover des Buches América (ISBN: 9783423146753)
    T. C. Boyle

    América

     (239)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Mich hat das Cover und der Titel so sehr erschreckt, dass ich es eigentlich nicht lesen wollte. Es sah aus, wie eines dieser langweiligen Bücher, die von Schmerz berichten, aber es nicht zeigen. Trotzdem habe ich es versucht, gib den ersten zehn Seiten eine Chance, kaum hatte ich die erste Seite hinter mir, war ich von der Schönheit des Stils gefesselt. Der Autor weiß, wie er einen Satz zu formulieren hat, um mich für sich zu gewinnen, wie er mit der Schönheit der Sprache spielt und gleichzeitig auf jedes Detail der Gefühle seiner Figuren eingeht. Das war es, was mich urplötzlich zu einem T.C. Boyle-Fan gemacht hat und ich mir selbst das Versprechen gab, jedes weitere Buch von ihm zu lesen.

    Noch nie haben mir Figuren so leidgetan. Noch nie wollte ich so sehr, dass es ihnen gut geht, dass sie glücklich werden und ein Leben bekommen, das sie verdienen. Das Buch hat mich verschlungen, hat bestimmt, was ich fühlen muss, was ich zu denken habe. Es hat mich zu einem Rassisten gemacht und mich im nächsten Kapitel dafür schämen lassen. Ich habe Weiße verachtet und im nächsten Kapitel sie verstanden. T.C. Boyle kann das und das ist ein Talent, das dieses Buch so großartig macht.

    Das Ende war ein Finale, das meine Nerven bis zum Anschlag gespannt hat, das mich in den Wahnsinn trieb, mir das Atmen vergessen ließ und ich deutlich die Angst fühlte, die jede einzelne Figur spürte.

    Es ist schwierig, am Ende gefallen zu finden. Es ist weitoffen, alle losen Enden der vielen Figuren werden nicht gebündelt und für mich fühlte es sich so an, als hätte sich der Autor entschieden, nicht mehr weiterzuschreiben. Einfach so. Ich finde das Ende schrecklich. Aber der Weg dorthin war grausam gut mit Figuren, die nicht geschont werden.

    Die Sprache ist wunderschön. Sie ist stark, sie ist poetisch, sie ist wie ein Gesang, mit denen der Autor den Verstand des Lesers geißelt. Ich bin dankbar dafür, dass ich es lesen durfte.

  23. Cover des Buches Die Verwandlung der Welt (ISBN: 9783406614811)
    Jürgen Osterhammel

    Die Verwandlung der Welt

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Andreas_Oberender

    Jürgen Osterhammels Buch "Verwandlung der Welt" unternimmt den Versuch, das in jüngster Zeit in der Geschichtswissenschaft diskutierte Konzept der Welt- bzw. Globalgeschichte von der Theorie akademischer Debatten in die Praxis der Geschichtsschreibung zu überführen. Dieser Versuch erfolgt am Beispiel des 19. Jahrhunderts. Jenseits nationalstaatlicher Blickverengungen und einer einseitigen Bevorzugung des Westens (Europa, USA) eröffnet Osterhammel auf 1.300 Seiten ein gewaltiges historisches Panorama des Zeitalters zwischen Französischer Revolution und Erstem Weltkrieg. Alle Kontinente und Kulturkreise werden berücksichtigt, schwerpunktmäßig werden indes nur Europa, die USA, China, Japan und Indien behandelt. Rußland, Lateinamerika und das Osmanische Reich tauchen gelegentlich auf; die arabische Welt und Afrika kommen am kürzesten weg. Alle Bereiche menschlicher Existenz werden in der einen oder anderen Weise thematisiert, von der Politik- und Wirtschafts- bis hin zur Sozial- und Kulturgeschichte. Es kann sich im Folgenden nicht darum handeln, detailliert auf den Inhalt des Buches einzugehen. Vielmehr soll es hier um einige allgemeine Beobachtungen gehen, die sich während der Lektüre ergeben, und vor allem um die Frage, ob das Buch dem selbstgestellten Anspruch der "Historischen Bibliothek der Gerda-Henkel-Stiftung" gerecht wird, eine "große Leserschaft" anzusprechen.

    Osterhammels enzyklopädischer Ansatz hat gravierende Nachteile. Manche Kapitel sind von stark aufzählendem Charakter und konfrontieren den Leser mit einer sehr dichten Faktenfülle, was bei der Lektüre mitunter rasch ermüdet. Über weite Strecken wirkt das Buch wie ein in Prosaform überführter Zettelkasten. Osterhammel hat sich unzweifelhaft großes Wissen angeeignet, aber müssen dem Publikum wirklich alle Lesefrüchte mitgeteilt werden? Ist wirklich alles gleichermaßen wichtig? Erweist sich die Könnerschaft eines Autors nicht auch im Auswählen und Weglassen, im Abwägen des Wichtigen und weniger Wichtigen? Müssen die Oper und der Walfang unbedingt in ein und demselben Buch behandelt werden, nur weil beide im 19. Jahrhundert eine Blüte erlebten? Einmal mehr drängt sich der Verdacht auf, daß deutsche Lektoren den Gebrauch des Rotstifts verlernt haben, vor allem wenn ihnen Manuskripte von Historikern vorliegen, die sich bereits einen Namen gemacht haben. Streichungen und Kürzungen sind dann offensichtlich nicht mehr zumutbar. Deutsche Lektoren sollten sich ihre britischen Kollegen zum Vorbild nehmen, die viel beherzter in Manuskripte eingreifen - zum Nutzen der Bücher und vor allem der Leser. Ein Buch ist kein Gemischtwarenladen und sollte deshalb nicht mit tausenderlei Dingen vollgestopft werden.

    Kurzum: Das Buch ist viel zu lang und viel zu umfangreich. Es behandelt so viele Themen und Aspekte, es eröffnet so viele faszinierende Perspektiven und gibt so viele Anregungen zum Nachdenken, daß eine einmalige Lektüre gar nicht ausreicht. Wer am Ende des Buches angekommen ist, hat vergessen, was er 1.000 Seiten zuvor gelesen hat. Um es vollauf würdigen und seinen Inhalt durchdringen zu können, müßte man das Buch mindestens zweimal lesen und dabei jedes Kapitel mit dem Bleistift in der Hand durcharbeiten. Aber welcher Leser hat heutzutage genug Zeit, um ein solches Mammutwerk mehrfach zu lesen und gründlich durchzuarbeiten? Unser aller Lebens- und Lesezeit ist begrenzt. Andere Bücher wollen auch gelesen werden. Das sollten jene Historiker bedenken, die das Publikum mit "Ziegelsteinen" von mehr als 1.000 Seiten Umfang beglücken (der gleiche Hang zu Gigantomanie und ungezügelter Weitschweifigkeit ist u.a. bei H.A. Winklers "Geschichte des Westens", Wolfram Pytas "Hindenburg" oder auch den Himmler- und Goebbels-Biographien von Longerich zu beobachten).

    Wie bei so vielen deutschen Historikern ist auch bei Osterhammel unklar, für welches Publikum er eigentlich schreibt. Wäre das Buch in einem Wissenschaftsverlag erschienen, würde sich diese Frage nicht stellen. Es ist aber in einem der bekanntesten deutschen Publikumsverlage erschienen. Einleitung und Nachwort geben jedoch keinerlei Hinweis auf das anvisierte Publikum. Studierende und historisch interessierte Laien dürften von den ständigen Sprüngen von Kontinent zu Kontinent und von Land zu Land bald überfordert sein. Mal geht es um das Osmanische Reich, ein paar Zeilen weiter aber um Japan und auf der nächsten Seite um die USA. Osterhammel bietet wenig ereignisgeschichtliche Kontextualisierung, setzt also ein immenses Vor- und Hintergrundwissen voraus. Für den durchschnittlichen Leser dürfte die Geschichte Lateinamerikas, Chinas oder Japans im 19. Jahrhundert jedoch eine Terra incognita sein. Wer hat hierzulande je vom Taiping-Aufstand gehört, der China um 1850 erschütterte? Wer kennt sich mit der schrittweisen Kolonisierung Indiens durch die Briten aus? Es ist schon schwierig genug, die Geschichte der europäischen Staaten und Rußlands im 19. Jahrhundert zu überblicken. Osterhammel stellt dies nicht in Rechnung. Er sah bei der Niederschrift offenbar einen universell gebildeten Leser vor sich, den es in der Realität natürlich nicht gibt. Bei der Vergegenwärtigung historischer Schauplätze in Ost und West schießt der Autor gelegentlich übers Ziel hinaus. Welchen Sinn hat es, die französische Kolonialarchitektur im vietnamesischen Hanoi zu beschreiben, die kaum ein Deutscher je mit eigenen Augen gesehen hat? Ohne Bildmaterial sind solche Beschreibungen nutzlos.

    Das gesamte Buch ist nicht narrativ angelegt, sondern streng analytisch und problembezogen. Es präsentiert keine Geschichte, wenn man unter Geschichte eine Erzählung versteht, die sich durch die Einheit von Schauplatz, Zeit und Akteuren auszeichnet. Es ist ein typisches "Wissenschaftlerbuch", d.h. es holt den Leser nicht dort ab, wo er steht, sondern thront auf einem hohen Podest, zu dem der Leser sich emporzustrecken hat. Wie jedes "Wissenschaftlerbuch" behandelt auch Osterhammels Buch vieles, das allenfalls für Fachhistoriker, kaum aber für das nichtakademische Publikum von Interesse ist. Das Werden und Vergehen von Imperien, die Entstehung von Nationalstaaten, interkulturelle Transfers, Kolonialismus und Zivilisierungsmissionen, Migration, die Frontier-Problematik, das Konzept der Proto-Industrialisierung - all das sind Dinge, die innerhalb der Geschichtswissenschaft debattiert werden, aber wohl kaum von Laien. Was für das nichtakademische Publikum interessant sein könnte, darüber denken deutsche Historiker generell zu wenig nach. Periodisierungs- und Definitionsfragen, wie sie Osterhammel aufwirft (Wie ordnet man das 19. Jahrhundert in die Neuzeit ein? Was ist eine Revolution? Was ist ein Imperium? Was ist Bürgertum? usw.), vermögen Fachleute zu erregen, sind für Laien aber ohne Belang.

    Fazit: Für Fachhistoriker, die das nötige Rüstzeug mitbringen, um den Inhalt des Buches angemessen verarbeiten zu können, ist Osterhammels Werk eine unerschöpfliche Fundgrube an erhellenden Einsichten und anregenden Interpretationen. Dem auf Europa spezialisierten Fachmann bietet das Buch eine großartige Erweiterung des Horizonts. Die meisten deutschen Historiker blicken noch immer zu wenig über den europäischen bzw. westlichen Tellerrand hinaus. Wer das Buch bewältigt hat, wird die Welt des 19. Jahrhunderts fortan mit anderen Augen betrachten und die zum Klischee gewordene Dichotomie vom fortschrittlichen Westen und dem rückständigen "Rest" überdenken. Ob hingegen historisch interessierte Laien Freude an diesem Buch haben, muß bezweifelt werden. Es ist eben kein "Lesebuch", kein Buch, das einen roten Faden und einen Spannungsbogen besitzt und eine in sich geschlossene Geschichte erzählt. Letztlich ist das Buch doch zu wissenschaftlich, um einen breiten Leserkreis jenseits der Fachwelt ansprechen und unterhalten zu können. Daran ändert leider auch Osterhammels angenehm einfacher und gut lesbarer Schreibstil nichts. 

    (Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im März 2013 bei Amazon gepostet)

  24. Cover des Buches Eine Billion Dollar (ISBN: 9783431041286)
    Andreas Eschbach

    Eine Billion Dollar

     (677)
    Aktuelle Rezension von: Obst4

    Der Schreibstil von Andreas Eschbach ist, wie immer grandios. Die Idee hinter dem Roman find ich super; armer Pizzabote erbt 1 Billion Dollar und wird über Nacht zum reichsten Mann der Welt.
    was macht man mit SOOO viel Geld? Wie verändert man sich, wie verändert es das Umfeld? Und welche Verantwortung geht damit einher?


    leider ist. Sehr viel Wirtschaftliches Bla bla dabei und damit fange ich nunmal nichts an. Auch sonst finde ich hat der Roman schon extreme Längen mit immer wiederkehrenden ausführlichen Erzählungen wie die Anwaltskanzlei das denn nun alles gemacht hat usw.

    Konnte mich damit dann nicht überzeugen

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