Bücher mit dem Tag "globalisierung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "globalisierung" gekennzeichnet haben.

82 Bücher

  1. Cover des Buches BLACKOUT - Morgen ist es zu spät (ISBN: 9783764507947)
    Marc Elsberg

    BLACKOUT - Morgen ist es zu spät

    (1.620)
    Aktuelle Rezension von: H-Lsh

    Ich lass das Buch, bevor die Handlung Realität wurde. Ich erinnere an den Black-out in Berlin im Frühjahr des Jahres 20,26. Ich empfand es beim Lesen als äußerst spannend und sehr gut beschrieben. Bis auf das Ende was etwas nach Hollywood klingt, ist es ein sehr gutes Buch. In der Retroperspektive ist es eine absolute aktuelle Empfehlung.  

  2. Cover des Buches Unterleuten (ISBN: 9783442719761)
    Juli Zeh

    Unterleuten

    (684)
    Aktuelle Rezension von: renateliestgerne

    Eigentlich sind viele der Hauptfiguren aus diesem Raum weniger sympathisch. Aber Juli Zeh schafft es, ihre Beweggründe nachvollziehbar zu machen. Es entsteht ein Bild eines Dorfes, in dem vieles völlig schief läuft und die Egoismen einzelner Personen die Gemeinschaft zerstören. Dadurch baut sich eine Spannung auf und man kann das Buch nicht aus der Hand legen.

  3. Cover des Buches 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert (ISBN: 9783406831607)
    Yuval Noah Harari

    21 Lektionen für das 21. Jahrhundert

    (122)
    Aktuelle Rezension von: Hoffe63

    Es ist einfach nur beneidenswert, diesen Gesamtüberblick zu haben und diese Verknüpfungen zu erstellen. Und dabei schreibt er, anders als der hochgelobte deutsche TV Neuphilosoph, völlig unaufgeregt und weitestgehend wertungsfre. Alle 3 Werke von ihm konnte ich kaum zur Seite legen und mindestens jedes schon 2x gelesen.

  4. Cover des Buches GRM (ISBN: 9783462000207)
    Sibylle Berg

    GRM

    (119)
    Aktuelle Rezension von: Orisha

    Rochdale in einer sehr nahen Zukunft. Hannah, Karen, Don und Peter sind Teenager, die zunächst in Rochdale, später in London zusammenleben. Sie kommen aus zerrütteten Familien. Gewalt, Alkohol, Drogenmissbrauch, Suizid, Krankheit und sexuelle Übergriffe bestimmen ihren Alltag. Und der treibt die Teenager auf die Straße, weg von ihren Familien. Ihr Leben ist trist in einer Welt, die nur noch vom digitalen bestimmt zu sein scheint. Optimierung ist angesagt, die Gentrifizierung schreitet voran und unmoralisches Verhalten ist auf dem Vordermarsch. In diesem Kontext beginnen die vier Teens ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, indem Sie Ihre einstigen Peiniger aufsuchen und ihnen eine Strafe zukommen lassen.

    Bergs Dystopie ist bitterböse, so wie Berg eben schreibt. Gekonnt fängt Sie die dunkle Seite unserer Gegenwart ein und strikt eine Welt, die nur noch von Gewalt, Alkohol, Drogenmissbrauch, Tod, Krankheit und sexuellen Perversionen auf der einen und Selbstoptimierung, Digitalisierung, Gentrifizierung auf der anderen Seite bestimmt wird. Höher, schneller, weiter – scheint das Motto. Immer mehr werden von diesen Entwicklungen abgehängt, siehe Don, Karen, Peter und Hannah. Immer mehr muss optimiert werden. Ganze Städte werden unbewohnbar, weil nicht mehr bezahlbar. Die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer, die Mittelschicht verschwindet.

    So weit, so böse und ein Stück weit auch real. Doch Berg übertreibt es hier und darin liegt mein Problem mit diesem Werk: zu undifferenziert, alle sind gleich verdorben, alle machen mit. So reihen sich Protagonisten an Protagonisten, die alle nur ihren eigene Vorteil suchen, ihren sexuellen Perversionen nachgehen (und ja vor allem Kinder f****), Drogen anheimfallen und sonst nichts aus ihrem Leben machen. Ein Schocker reiht sich an den nächsten. Und das ist nicht nur dröge, sondern zieht so runter, dass ich das Buch fast nicht zu Ende gelesen hätte. Wo sind die anderen Menschen? Die Aktivisten, die Normalos, die die etwas ins Positive verändern wollen? Es fehlt diesem Roman schlichtweg an einem Gegenpol (und damit meine ich nicht Helden), sondern einer Seite, die zeigt, dass nicht jeder Typ Bock hat die nächste Frau zu bespringen oder Kinder ins Koma zu vögeln, sich einen Scheiß um seine Umwelt kümmert oder dass jede Frau einfältig irgendwelchen Typen hinterherläuft.

    Kurzum: So ganz kann ich mich den Lobeshymnen nicht anschließen. Schocker ja. Aber einseitig, dröge und deprimierend. Da mag ich nicht mal Teil 2 lesen.

  5. Cover des Buches Kampf der Kulturen (ISBN: 9783641174965)
    Samuel P. Huntington

    Kampf der Kulturen

    (39)
    Aktuelle Rezension von: Hypochrisy
    Der amerikanische Politikwissenschaftler Huntington stellt in seinem Buch die Frage nach den weltpolitischen Entwicklungen im 21. Jahrhundert. Statt eines harmonischen Zusammenwachsens in einer zunehmend vernetzten Welt sieht er neue Konflikte globalen Ausmaßes entstehen: Konflikte zwischen den Kulturen. Er unterscheidet die zeitgenössische Welt in sieben große Zivilisationen: die chinesische, japanische, hinduistische, islamische, westliche, lateinamerikanische und afrikanische. Die Weltpolitik des 21. Jahrhunderts wird nicht von Auseinandersetzungen ideologischer oder wirtschaftlicher Natur bestimmt sein, sondern vom Konflikt zwischen Völkern und Volksgruppen unterschiedlicher kultureller Zugehörigkeit.
  6. Cover des Buches Serotonin (ISBN: 9783832165482)
    Michel Houellebecq

    Serotonin

    (62)
    Aktuelle Rezension von: K_M_Singer

    Ich mag Houellebecq einfach, auch wenn ich verstehen kann, warum er aneckt. Seine Art zu schreiben, seine abseits der Norm stehenden männlichen Charaktere, die von 08/15-Plots abweichenden Handlungen ... das finde ich zumeist richtig spannend, mitunter fesselnd. Serotonin fügt sich da absolut ein. Wenn man Houellebecq liest, weiß man im Vorhinein schon, was man bekommen wird. Würde ich dieses Genre bzw. die mit seinen Büchern verbundenen Charaktere nicht spannend finden, machte ich einfach einen großen Bogen um seine Werke. Sie zu lesen, um sie dann zu verteufeln, erscheint mir sinnlos. Das ist, als würde ich mir einen Dodge Ram kaufen und mich anschließend über den Verbrauch beschweren. (Und: Nein, ich habe keinen RAM :-) )

  7. Cover des Buches Die smarte Diktatur (ISBN: 9783596035526)
    Harald Welzer

    Die smarte Diktatur

    (18)
    Aktuelle Rezension von: Selket
    Welzer zeichnet auf rund 300 Seiten das Bild einer Gesellschaft, die sich im Wandel befindet, im historischen Umbruch von Moderne zu Postmoderne. Leider ist dieser Wandel ein Rückschritt und kein Fortschritt, denn der Kapitalismus mutiert in der Konsumgesellschaft zunehmend zum Raubtierkapitalismus, weil sich überall 'räuberische Formationen' durchsetzen, die unter dem Vorwand die Welt zu verbessern, die Menschen versklaven und die Umwelt zerstören.
    Die Ideale der Moderne, z.B. die der französischen Revolution, wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind nurmehr Lippenbekenntnisse einiger Politiker geworden, während in Wirklichkeit das 'Recht des Stärkeren' regiert. (Etwas, das sich derzeit an der Ausbreitung der Wirtschaftskriege ums Öl rund um das Mittelmeer anschaulich beobachten lässt. Anm. d. V.) Feudalismus im neuen Gewand und Autokratien kehren auch bei uns wieder zurück.
    Die Crux ist, dass wir alle durch unseren Hyperkonsum, jeder will ein Smartphone, ein Auto, ein Haus, etc. und alles möglichst billig, zugleich Mittäter an der Zerstörung der Welt, zu der wir alle gehören, sind. Kurz: wir zerstören uns selbst und keiner will es wissen.
    Deshalb sind wir wie gelähmt angesichts der Katastrophen, die uns unweigerlich heimsuchen. Denn in Wirklichkeit hat alles zwei Seiten. Das Internet der Kommunikation, das uns verbindet, kann von den Angehörigen der 'räuberischen Formationen' auch zum Ausspionieren gegen uns verwandt werden. Der Energiebedarf der billigen und digitalen Produkte, die unser Leben vorgeben bequem und lustig zu machen, führt zum Raubbau an der Natur und zur Umweltkatastrophe. Digital ist fossil. (Welzer, S. 220) Außerdem führt er zur Versklavung der Arbeiter an den Abbaustätten (z.B. für seltene Erden, Kongo) und zum Vertreiben der Menschen aus ihrer Heimat, weil dort die Wirtschaftskriege ums Öl toben. Die Erde wird auf diese Weise zunehmend unbewohnbar. Wollen wir das?
    Dieser Zusammenhang soll aber nicht in unser Bewusstsein geraten. Deshalb wird von den 'Bewusstseinsindustrien' und in den „(a)sozialen Netzwerken“ möglichst vieles aus dem Zusammenhang gerissen. Wir werden mit fragmentierten Informationen bombardiert und müssen uns selbst einen Reim darauf machen. Womit wir zunehmend überfordert werden.
    Die gute Nachricht ist: Wir müssen dabei nicht mitmachen. Wir müssen lediglich unsere Bequemlichkeit überwinden und mit dem Hyperkonsum unnützer Produkte (wie z.B. Pokemon) aufhören. Wenn das massenhaft gelingt, tun wir der Natur etwas Gutes. Denn unnützer Kram, der nicht mehr nachgefragt wird, wird auch nicht mehr produziert und verbraucht auch keine Energie mehr. Denkt einfach einmal darüber nach.
    Das was euch am Leben hält, ist das, was euch wirklich wichtig ist. Das solltet ihr herausfinden. Das geht aber nur, wenn ihr die „augmented reality“ verweigert, denn sonst werdet ihr nicht mehr wissen, worauf es im Leben ankommt, was für euch in eurem Leben wirklich zählt und darüber euch selbst verlieren. Das ist der Tod.
  8. Cover des Buches Realitätsschock (ISBN: 9783462000436)
    Sascha Lobo

    Realitätsschock

    (16)
    Aktuelle Rezension von: CocuriRuby

    Ich mag den Stil von Lobo – er verbindet sachliche Information mit dem angebrachten Nachdruck. Es ist sprachlich auf den Punkt und mit Witz (gerne auch mal trocken oder sarkastisch). 


    Lobo ist übrigens einer der wenigen Menschen bei denen Sarkasmus in Schriftform immer funktioniert. 

    Außerdem hat der Humor die Funktioniert, dass man nicht durchdreht – das Geschilderte ist nicht selten doch recht krass und kann einen ziemlich runter ziehen die Erkenntnis, dass es sogar noch ein wenig schlechter steht, als man ohnehin schon dachte. 

    Wenn man dann denkt „alles klar, ich gehe einfach nicht mehr vor die Tür“, kommt ein Witz um die Ecke und zieht einen aus die Depression. 


    Trotzdem habe ich immer nur ein Kapitel auf einmal gelesen, weil man das gelesene einfach mal sacken lassen muss und manches lässt sich nur schwerlich schlucken – der Titel ist da gut gewählt.

    Manchmal ist man geneigt den Glauben an die Menschheit zu verlieren – nicht dass das der Job des Autors gewesen wäre, aber hier und da hätte ich mir fast schon eine Art Anleitung gewünscht, was man denn als Einzelperson tun an. 


    Obwohl ich mich mit den meisten Themen bereits auseinander gesetzt hatte, habe ich neuen Inputt erhalten – Zahlen, Infos die mir neu waren. 

    Es gibt übrigens eine Homepage zum Buch, auf der u.a. alle Links zu den Quellen sind, auf die Lobo sich in seinen Aussagen stützt. 


    Die Themen sind sehr vielseitig und hängen doch irgendwie zusammen. Gemeinsamer Nenner ist z.B. die Digitalisierung – natürlich Lobo ist schließlich auch „unser aller digitaler Vater“, wie es Sophie Passmann mal sagte (bzw. schrieb).


    Die Themen die einen erwarten sind: Klima, Migration, Integration, Rechtsruck, China, künstliche Intelligenz, Gesundheit, Soziale Medien, Wirtschaft, die Jugend und einem geheimen Kapitel. 


    Ich halte Sascha Lobo für einen sehr intelligenten und reflektierten Menschen. Das bildet sich sowohl in seinen Vorträgen, Kolumnen, Podcast oder in diesem Buch ab. 

    Was man ihm aber schon vorhalten muss ist, dass er (natürlich) aus einer privilegierten Bubble heraus spricht, mit stark digitaler Brille, die manchmal auch etwas blind macht. 

    Wenn er z.B. schreibt, dass „Flexibilität“ früher das kapitalistische Schreckgespenst an den Arbeitnehmer meinte als verfügbare Verschiebemasse, heute aber eine Forderung an die Unternehmen sei – muss vermutlich jeder AN aus dem Einzelhandel mal kurz trocken lachen.
    In den Spären in denen Lobe verkehrt, mag das anders aussehen – Stichwort Bubble.


    Nichts desto trotz kann man viele Erkenntnisse und Denkanstöße aus dem Buch mitnehmen. Es bietet einen eine Möglichkeit der Interpretation des Geschehens um uns herum. 

  9. Cover des Buches Die Welt ist flach (ISBN: 9783518459645)
  10. Cover des Buches The World is Flat (ISBN: 9780141034898)
  11. Cover des Buches Eine Theorie der globalen Verantwortung: Was wir Menschen in extremer Armut schulden (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) (ISBN: 9783518297735)
  12. Cover des Buches Die schönere Welt, die unser Herz kennt, ist möglich (ISBN: 9783958033962)
    Eisenstein Charles

    Die schönere Welt, die unser Herz kennt, ist möglich

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Maxim_Wermke

    Ich bewundere Eisenstein dafür, dass er es schafft komplizierte/streitbehaftete Themen es Weise anzugehen, die so ganzheitlich ist, dass sie die nötige Tiefe erreicht. Er schafft Verständnis und in diesem Werk für mich vor allem Hoffnung. 

    Für alle Weltverbesserer oder die, die nach einer schöneren Welt streben, empfehle ich dieses Buch zu lesen.

  13. Cover des Buches Neben uns die Sintflut (ISBN: 9783446252950)
    Stephan Lessenich

    Neben uns die Sintflut

    (5)
    Aktuelle Rezension von: M.Lehmann-Pape
    Profunde soziologische Untersuchung der „Externalisierung“

    „Das Prinzip der Externalisierung ist in den Wirtschafstwissenschaften schon lange geläufig; dort wird es unter dem Stichwort der „externen Effekte“…verhandelt“.

    Welche „externen Effekte“ der Lebenswandel der „westlichen Welt“ im Zuge der Globalisierung auf „die Externen“, die anderen, hat, diese Frage legt Lessenich seiner soziologischen Untersuchung (die durchaus weit in den Bereich der Wirtschaftswissenschaften mit hineinreicht) zu Grunde.

    Dass die „Erste Welt“ auf Kosten der „>Dritten Welt“ lebt, das ist nun keine neue Beobachtung.

    Wie sich dies aber im Zuge der nunmehr globalen „Herrschaft des Kapitalismus“ darstellt, wie „Mobilität“ zum „exklusiven Merkmal“ heranreift und der „Reisepass“ fast schon als Währung für ein besseres Leben zu begreifen ist, wie sehr es dem System immanent ist, jene, die es „benutzt“ in ihren Rohstoffen und Dienstleistungsmöglichkeiten eben nicht teilhaben lassen zu können an einem „guten Leben für alle“, sondern dass es gerade für das Funktionieren des Systems so sein muss, das immer mehr „erweitert“, „expandiert“, „Wachstum generiert“ werden muss und was das alles bedeutet für die fragile Balance, die lange Zeit herrschte und die nun sichtbar an allen Ecken und Enden aus den Fugen gerät, das ist sehr fundiert, überzeugend argumentiert und überaus lesenswert in diesem Buch dargestellt.

    Mithin bietet Lessenich eine „faktische Welterklärung“ ohne ethischen, moralischen oder transzendenten Beigeschmack, der sich rein auf Fakten von soziologischen Untersuchungen stützt und diese zueinander in Beziehung setzt.

    „In jedem Fall werden diese „ausgelagerten Kosten“ (Externalisierung) für den Produzenten nicht handlungsrelevant. Er muss sie nicht selbst tragen oder in der Preisgestaltung des produzierten Guts berücksichtigen“.

    Hier liegt einerseits der inhärente Antrieb der Wirtschaft und Industrie begründet, wie ebenso in dieser Regel die Problematiken der „unteren Seite“ der Menschheit ihren Ursprung hat.

    Was weder als gut oder schlecht, erstrebenswert oder verdammenswert von Lessenich bewertet wird, sondern zunächst eine schlichte Beschreibung der „Funktion des Systems“ ist.

    Die „Externalisieerungsgesellschaft“ ist eine Begleiterscheinung kapitalistischen Wirtschaftens und je weiter diese Form des Wirtschaftens expandiert, desto mehr Geld muss in diesen Kreislauf hinein und desto stärker wird „externalisiert“ werden. Aus Kostengründen ebenso, wie aus dem Zwang zu kontinuierlichem Wachstum.

    An einigen durchdeklinierten Beispielen und in Bezug auf Wirtschaftsthesen (Smith, Friedkind, Pickett, Marx etc.) zeigt Lessenich ruhig und sachlich beide Seiten auf. Er erläutert, wie einerseits „Wohlstand der Nationen“ entsteht, sich darstellt und sich sichert und auf der anderen Seite verweist er eindringlich auf das, was diesem Wohlstand korrespondiert, und zwar aus dem System selber heraus und damit nicht einfach durch ein paar Stellschrauben zu ändern: „dessen (des Wohlstands) dunkle Seite und daher allzu gerne ausgeblendete Seite: Den Übelstand anderer Nationen“.

    Lessenich legt damit den Finger auf die Wunde. In seinen Augen beginnt eine Veränderung gerade dieses festgefügten Systems nicht mit lokalen Entscheidungen, sondern vor allem mit einer „kollektiven Selbstverständigung“ über eine Reihe von „bitteren Wahrheiten“.

    Da die wohlstands-kapitalistische Lebensweise nicht verallgemeinerbar ist (auch theoretisch nicht), dass diese auf unerträglichen Lebensbedingungen an anderen Orten beruht und allein auf dieser Basis aufrechterhalten werden kann. Und das die Umstellung auf eine Politik gleicher Lebenschancen weltweit gerade dieses „Wohlstandsgesellschaften“ massiv verändern würde.

    Das Ziel der Herstellung gleicher Lebenschancen ist es, auf das die Einlassungen Lessenichs hinauslaufen und für deren Notwendigkeit und den Beginn des Weges in diese Richtung er mit diesem Werk eindrucksvoll eintritt. Es bleibt zu wünschen, dass dieses Buch Grundlage politischer Diskussionen um neue „Visionen“ und die Gestaltung der mittelfristigen Zukunft wird, auch wenn die Chancen dafür nicht allzu hochstehen dürften, betrachtet man die weltweiten Bemühungen mit immer höheren Summen, genau dieses System mit aller Kraft am Laufen zu halten.
  14. Cover des Buches Wem gehört die Welt? (ISBN: 9783813507362)
    Hans-Jürgen Jakobs

    Wem gehört die Welt?

    (4)
    Aktuelle Rezension von: wsch
    DAS Lexikon des Gross-Kapitals. Da geht es nicht um ein paar lächerliche Millionen, die eine oder andere Milliarden mehr oder weniger. Es geht teilweise um Billionen an Vermögen, die es zu verwalten gilt. Dass derart unvorstellbare Summen eine massiv vorhandene Macht zu Manipulationen in jeder gewünschten Richtung mit sich bringt, versteht sich von selbst.

    Der Autor stellt 215 Personen vor (ich hoffe mich nicht verzählt zu haben), die auf Grund ihrer Finanzmacht die Geschicke ganzer Volkswirtschaften lenken können. Die Historie, die Entwicklung, die Machenschaften einer jeden Person werden auf eineinhalb bis fünf Seiten vorgestellt. Mitsamt einen passbildgrossen Foto. Und einer Bewertung des Unternehmens oder der finanziellen Verflechtungen am Ende einer solchen Kurzbiographie.

    Da es extrem mühsam wäre, das Buch von Seite 11 bis Seite 679 zu lesen, ist das einleitende Inhaltsverzeichnis sehr hilfreich. Hier sind die Personen jeweils nach den Branchen, in denen sie agieren, kategorisiert aufgeführt. Vermögensverwalter wie Larry Fink von Blackrock (ja, auch Friedrich Merz, anno Dezember 2018 gescheiterter Kandidat für den CDU-Vorsitz wird erwähnt) über Privat Equity, Hedgefonds, Familien (unterteilt nach Ländern und Erdteilen), Banken, Versicherungen, Automobile, Handel, Chemie/Pharma, Medien, Reise, Restaurant, Sport, Energie, Nahrungsmittel Hightech oder Logistik. Es tauchen Namen, Unternehmen und Verflechtungen auf, von denen der Normal-Sterbliche keine Ahnung hat. Weil das alles geräuschlos im Hintergrund abgehandelt wird. 

    Die Infografiken sind dem Verständnis durchaus hilfreich. Wer weiss schon, dass das Private Equity Unternehmen Blackstone 45% Anteile am Kamera-Hersteller Leica hält, den Outdoor-Klamotten-Spezialisten Jack Wolfskin mit bisher 75 Millionen Euro nachgeschobenem Kapital am Leben erhalten hat? Und nebenbei noch 300.000 Hotelzimmer und 96.000 Wohnungen verwaltet?

    Der Schreibstil von Hans-Jürgen Jakobs ist locker, leicht, interessant, gut zu lesen (aber eben nicht am Stück von Seite 11 bis zum Ende) und stellenweise durchaus humorvoll.

    Wer sich für die richtig grossen Vermögen auf dieser Welt beziehungsweise die Personen, die derartige Vermögen besitzen oder verwalten, wird mit diesem Nachschlagewerk bestens und, Stand 2016, aktuell bedient.

  15. Cover des Buches Große Armut, großer Reichtum (ISBN: 9783518126141)
  16. Cover des Buches Machtbeben (ISBN: 9783421053626)
  17. Cover des Buches Postmoderne – globale Differenz (ISBN: 9783518285169)
    Robert Weimann

    Postmoderne – globale Differenz

    (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches Moloch, Kiez und Boulevard (ISBN: 9783937683454)
  19. Cover des Buches Soziologie Globaler Ungleichheiten (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) (ISBN: 9783518298206)
  20. Cover des Buches Vom Imperialismus zum Empire (ISBN: 9783518125489)
  21. Cover des Buches Ausgrenzungen (ISBN: 9783100024022)
    Saskia Sassen

    Ausgrenzungen

    (2)
    Aktuelle Rezension von: M.Lehmann-Pape
    Der gemeinsame Nenner vielfacher Verwerfungen

    Eine ganze Reihe von Krisen, Bedrohungen und Problemen hält die Welt seit Jahren bereits durchgehend in Atem.

    Aktuell die Flüchtlingskrise in Europa, zuvor und zudem Bankenkrise, Finanzkrise Eurorettung, Eurokrise, der weltweite Kampf um Rohstoffe, das immer stärkere Auseinanderklaffen der Schere zwischen Reich und arm, der Verlust traditioneller Arbeitsplätze und eine damit einhergehende, starke Umwälzung der gesellschaftlichen Kultur.

    Eine Liste an Verwerfungen und brisanten Situationen, die sich noch um einiges erweitern liesse, die scheinbar ein stückweit zunächst unverbunden als Probleme im Raum stehen, die aber, so das Ergebnis und die Arbeitshypothese der Soziologin Saksia Sassen im Buch sich sehr wohl auf einen „gemeinsamen Nenner“ bringen lassen. Sehr überzeugend, verständlich, fundiert und sachlich argumentiert verortet Sassen die Ursache hinter vielen „Problem-Symptomen“ der Welt unter dem Begriff (und der Aktion!) der „Ausgrenzung“.

    „In den letzten beiden Jahrzehnten haben wir erlebt, wie eine stark wachsende Zahl von Menschen, Unternehmen und Orten aus dem inneren Kern der Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung unserer Zeit ausgegrenzt wurden“.

    Schon grammatikalisch macht Sassen dabei in den grundlegenden Betrachtungen zu Beginn des Werkes deutlich, dass in ihren Augen keine zufälligen oder „ungewollten“ Ausgrenzungen damit gemeint sind, sondern dass eine wirtschaftliche Strategie global vorherrscht, die zumindest das „Abängen“ teils ganzer Kulturen zumindest billigend in Kauf nimmt, wenn nicht sogar ein aktives Betreiben des „Herausdrängen“ eine der wussten inneren Kräfte dieser globalisierten Wirtschaft darstellt.

    Anhand sehr pointierter Beispiele von Ausgrenzung erläutert Sassen im Folgenden des Buches erkennbare Gesetzmäßigkeiten ebendieser Ausgrenzung am Ende einer längeren Kette von Entwicklungen.

    Für de Leser wird auf diese Weise sehr anschaulich vermittelt, wie das „moderne Leben und Wirtschaften“ bewusst und teils gezielt Opfer in Kauf nimmt, die Verteilungsungerechtigkeit in einer Art und Weise und einer Geschwindigkeit zunimmt, die äußerst besorgniserregend ist.

    Überdeutlich wird dies an der Darstellung des komplexen Vorgangs der Ausgrenzung von Billiglohnkräften und Langzeitarbeitslosen aus den staatlichen Sozial- und Gesundheitssystemen, wie auch aus der von Unternehmen getragenen Versicherungs- und Arbeitslosenunterstützung.

    Aber auch im Blick auf den „neuen globalen Markt für Land“ oder, vor allem, auf die immer komplexer werdenden Produkte und Strategien der Finanzwirtschaft (die mehr und mehr nurmehr einem kleinen Kreis von Investoren wirklich aktiv zur Verfügung stehen) oder der sich abzeichnende hart Kampf um die Verteilung von Wasser in naher Zukunft, all dies lässt gezielt, klar und, man kann es nicht anders sagen, brutal Menschen am Wegesrand ausgegrenzt zurück, lässt ganze Regionen außen vor im Blick auf den technischen Fortschritt und vertieft die Kluft zwischen „oben und unten“, „reich und arm“, „Akteur und Objekt“ der modernen Welt. Eine schrumpfende Wirtschaft, die sich auf immer weniger „Groß-Akteure“ stütz, wird diesen Trend der Ausgrenzung potenziert vorantreiben. So kann Sassen mit Überzeugung und fundiert vor einer problematischen Entwicklung des gesamten Wirtschaftssystems zu Recht warnen, welches an den Rändern immer mehr Menschen zurücklässt, fast aussetzt.

    Eine sehr lesenswerte Lektüre mit einem neuen Impuls für die sachliche und politische Diskussion angesichts vielfacher Problematiken und Konflikte weltweit. Und eine Warnung, dass ein „weiter so“, wie es gerade überwiegend in allen Bereichen betrieben wird, zu Verwerfungen führen kann und wird, die sich jeder Kontrolle dann entziehen könnten. 
  22. Cover des Buches Spätmoderne in der Krise: Was leistet die Gesellschaftstheorie? (ISBN: 9783518587751)
  23. Cover des Buches Die Schuld der anderen (ISBN: 9783833310430)
    Gila Lustiger

    Die Schuld der anderen

    (68)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Was für eine überraschende Entdeckung „Die Schuld der Anderen“ für mich war. Ich bin wirklich begeistert!!!

    Der hartnäckige Journalist Marc Rappaport kann einfach nicht glauben, dass ein braver Familienvater vor fast dreißig Jahren einen Mord begangen haben soll, dessen Grausamkeit einen erschaudern lässt. Eine junge Prostituierte wurde tot aufgefunden und der Mörder soll nun durch einen dummen Zufall entdeckt worden sein? Marcs Jagdinstinkt ist geweckt und er verbeißt sich in diesen Fall als ginge es um sein eigenes Leben. Schnell wird klar, dass hier weitaus mehr dahintersteckt und sich die ganze Ermittlung zu einem Skandal ausweiten könnte. Bald lässt er keine Spur mehr aus und gräbt sich tiefer und tiefer in den Fall. Doch der Weg zur Lösung ist ein steiniger und schließlich begibt sich Marc kurz vor der Aufklärung selbst in die Schusslinie …

    Dieser Kriminalroman der Autorin Gila Lustiger ist so viel mehr als nur ein Thriller in den Bestsellerlisten. Vielmehr gibt er einen tiefen Einblick in die französische Gesellschaft mit ihren Abgründen sogar auf höchster Ebene. Trotz ein paar Längen hat der Roman meiner Ansicht nach die Bestnote verdient, die ich gerne mit einer eindeutigen Leseempfehlung vergebe. Für mich ist das Buch eine tolle Entdeckung, die viel zu lange in den Tiefen meines SuBs schlummerte. Wie gut dass ich es befreit habe … 

  24. Cover des Buches Portolan (ISBN: 9783835359086)
    Daniela Danz

    Portolan

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

    Daniela Danzs letzter Band "Wildniß", 2020 erschienen, ist mir nicht nur in guter Erinnerung geblieben – als ich ihn die Tage aufschlug, war er teilweise genauso atemberaubend eindrücklich wie bei der ersten Lektüre.

    Mit "Portolan" habe ich mich, muss ich zugeben, sehr viel schwerer getan. Und mir behagt selbst nicht ganz der Grund, den ich vermute: dass die Gedichte sich vielfach 'aktuellen' Themen annehmen, wie dem globalen Kapitalismus oder dem Ukraine-Krieg.

    Dieses Unbehagen rührt nicht von einer grundsätzlichen Abneigung her (Yevgeniy Breygers Band "Frieden ohne Krieg" oder Ilma Rakusas "Kein Tag ohne" konnte ich viel abgewinnen oder auch den Werken von Daniel Falb). Vielmehr erscheinen mir viele Gedichte zu etüdenhaft, ornamental oder, um das böse Wort zu sagen, oberflächlich. Auch die mythologischen Anflüge und teilweise hymnische Töne haben mich in diesen Kontexten befremdet.

    Das klingt alles nach einem harschen Urteil (das mancher für sich vielleicht schon widerlegt sieht in den Textbeispielen) und, ja, ich kann wohl nicht so tun als wäre ich nicht enttäuscht oder von den paar vorhandenen Perlen mild gestimmt. Dennoch halte ich Danz für eine großartige Dichterin und empfehle, diesen Band nicht nur durch die Brille meiner Rezension zu lesen, sondern sich selbst ein Bild zu machen.

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