Bücher mit dem Tag "goethe"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "goethe" gekennzeichnet haben.

407 Bücher

  1. Cover des Buches Der Steppenwolf (ISBN: 9783518463550)
    Hermann Hesse

    Der Steppenwolf

     (1.262)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    Lange und flüssig zu lesende Sätze mit hoher Gedankendichte und geradezu verschwenderisch-pompösem Wortreichtum zieht man lesend über weite Teile des Werkes in sich hinein wie frische, belebende Frühlingsluft. Sollte diese Erzählung eine deutliche und erkennbare Botschaft haben, so ist sie mir ebenso deutlich und erkennbar entgangen. Für mich geht es in diesem Buch im Wesentlichen um die stets erwünschte, gewollte, erhoffte, mit vielen Hindernissen und Umwegen ausgestattete, kaum erreichbare Selbstfindung. Aber wie Hermann Hesse in seinem Nachwort selbst bemerkt: Möge jeder aus der Erzählung machen, was ihm entspricht und dienlich ist.

  2. Cover des Buches Wintersong (ISBN: 9783492704588)
    S. Jae-Jones

    Wintersong

     (103)
    Aktuelle Rezension von: UnaReads

    Ersteinmal muss ich sagen, dass ich das Cover wunderschön finde, auch wenn es meiner Meinung nach nicht zu 100% zur Geschichte passt.
    Den Schreibstil der Autorin mochte ich sehr gerne. Unglaublich mitreißend und sehr genau werden Gefühlslagen und jegliche Situationen geschildert.
    Auch den Inhalt finde ich unglaublich interessant. Der Erlkönig von Goethe hat mich doch immer fasziniert und ihn hier als einen der Protagonisten anzutreffen hat das Buch unglaublich interessant gemacht.
    Er war es auch, den ich von den Charakteren am gelungensten fand. Durch seine Geheimnisse hat er die Spannung im Buch aufrechterhalten.
    Auch Liesl ist eine besondere Persönlichkeit, mit der ich aber ab und an meine Schwierigkeiten hatte. Ihre Liebe zu ihren Geschwistern und der Musik rührt mich und ich habe auch sehr großes Verständnis und Mitleid für sie empfunden. Manche Entscheidungen von ihr konnte ich aber überhaupt nicht nachvollziehen.
    Auch die gesamte Handlung in der Unterwelt war für mich nicht immer ganz einfach nachzuvollziehen. Es war manchmal doch zu bizarr und verwirrend. Dennoch hat mich die Geschichte in den bann gezogen und ich bin froh "Wintersong" gelesen zu haben!

    Empfehlen kann ich das Buch definitiv für jeden Fantasyliebhaber, der etwas mit Musik anfangen kann oder sich dafür interessiert, denn von ihr ist die Handlung geprägt.


  3. Cover des Buches Schwarze Tränen (ISBN: 9783426513491)
    Thomas Finn

    Schwarze Tränen

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee

    Die Idee für "Schwarze Tränen" gefällt mir sehr gut: In der Hölle ist selbige buchstäblich los, denn es gibt einen Aufstand. Der Teufel holt sich in Gestalt des schwarzen Pudels Mephistopheles Beistand in der irdischen Welt, nämlich beim Nachfahren des "Doktor Faust", dem jungen Zauberer und Trickbetrüger Lukas Faust. Sie müssen drei Adamanten, Edelsteine aus den Teufelstränen vor ihren Widersachern finden. Zu diesen gehört auch ausgerechnet Lukas' Vorfahre. Geomant Abraham von Worms und Millepertia die Hexe unterstützen die Suche.

    Leider konnte mich die Umsetzung dieser Idee nicht richtig fesseln. Mein Wille, unbedingt weiterzulesen, wurde nicht geweckt.

    Ich fand die Handlung schon zu Beginn sehr verworren und insgesamt sehr hektisch. Die "Action" steht klar im Vordergrund, die Szenenwechsel sind sehr rasant. So sehr, dass ich beim Nachvollziehen und Mitdenken bisweilen scheiterte. Ich könnte jetzt nach dem Lesen nicht mehr sagen, ob sie die Teufelstränen zerstören oder retten mussten. 

    Die sprunghafte Handlung führte mich an einige sagenhafte Orte in Deutschland, vom Rosengarten zu Worms bis zum Kyffhäuser. Dieser Aspekt gefiel mir gut. Die Einbeziehung diverser Sagen und Legenden und die Verbindung zu den Teufelstränen ist dem Autor größtenteils gelungen. Auch andere positive Passagen konnten mich zumindest phasenweise zum Weiterlesen animieren, zum Beispiel der Diebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden oder Luzifers Rede in der Hölle. Ansonsten aber musste ich mich meist zum Durchhalten aufraffen. 

    Was mich auch störte, war die unsachgemäße Darstellung des Johanniskrauts oder Hartheus. Diese Pflanze rankt nicht! 

    Die Dialoge und der Schreibstil sind salopp und schlicht. Sie erinnerten mich mit ihren kurzen Sätzen auch an Actionfilm-Dialoge.

    Die Charaktere waren okay, Lukas war mir aber vor allem zu Anfang eher unsympathisch.

    "Schwarze Tränen" war für mich ein eher durchschnittliches Fantasy-Abenteuer.

  4. Cover des Buches Grimm (ISBN: 9783453529601)
    Christoph Marzi

    Grimm

     (286)
    Aktuelle Rezension von: TanteGhost

    Eine zunächst normale Story gerät zu einem wilden Durcheinander von bekannten Märchen und Sagen. Fesselnd und fast schon genial durchdacht.

    Inhalt: Vesper Gold, geschlagen als Kinder einer großartigen Pianistin, deren Talent sie nicht geerbt hat und eines großartigen Schauspielers. Zwei große Künstler, die den Verlust ihres ersten Kindes nicht verkraftet haben, sich scheiden liesen und nun getrennte Wege gehen.

    Vesper lebt mit ihrer Mutter in Hamburg, allerdings in getrennten Wohnungen. Sie fällt aus dem Raster, fällt auf und kann oder will sich nicht unterordnen. Sie hat Probleme, soll von der neuen Schule geworfen werden, aber ihrer Mutter ist die Tournee wichtiger. So ist Vesper allein, als sie eher durch einen Zufall erfährt, dass ihr Vater verstorben ist. Und kaum hat sie den Schock verdaut, sieht sei auch die Leiche ihrer Mutter in ihrem eigenen Klavier liegend.

    Vesper bekommt einen Brief vom Notar ihres Vaters, der ihr einen Schlüssel und einen Ring vermacht. Sie soll sich bei einem Mann in Hamburg Altona melden. Der würde sie über alles aufklären.

    Verfolgt von einem fremden Mann, eilt sie durch Hamburg. In den Medien wird von einer seltsamen Schlafkrankheit der Kinder berichtet, doch Vesper hat eigene Sorgen.

    Sie wird hier in eine Sache hinein gezogen, die sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht hätte ausdenken können. Sie soll jetzt Mitglied einer seltsamen Organisation sein, die Mythen Jagd und tötet. Sie kann die Schlafkrankheit der Kinder beenden. Der seltsame Mann ist auf ihrer Seite und auch der Junge, den sie im Museum kennen gelernt hat, kreuzt ihren Weg und sieht sich vor demselben Problem wie sie.

    Ein Kampf gegen die Zeit, gegen die Welt der Märchen und Fabeln und gegen die eigene Überzeugung beginnt. Vesper ihr Weltbild dreht sich einmal um sich selbst.

    Fazit: Ich bin sehr unvoreingenommen an das Buch herangegangen. Lang hat es auf meine SuB gelegen und da vor sich hin geschlafen, bis ich mir jetzt ein Herz gefasst habe und die Lektüre beginnen wollte. Das Cover hat mich nicht gerade neugierig auf die Lektüre gemacht, allerdings hatte es auf Lovelybooks ein ganz anderes Coverbild, was mich am Ende viel mehr angesprochen hat. Ja direkt neugierig bin ich geworden, was mich denn dann jetzt hier erwarten sollte.

    Gleich von Anfang an wusste ich nicht, ob ich die Protagonistin jetzt bedauern oder bewundern sollte. Sie ist ein Rebell. Von Anfang an wird klar, dass sie mit ihrer Situation alles andere als zufrieden ist. Aber am Ende kann sie einem auch leid tun. Schließlich ist sie ein Scheidungskind und ihrer Mutter scheint sie nicht wirklich etwas zu bedeuten. – Allerdings entwickelt sich die Handlung am Ende in etwas völlig anderes, als ich es anfangs gedacht habe. Von einer eigentlich normalen Handlung wird der Leser innerhalb von einer Seite in eine wirklich wirre Welt aus Fabeln und Mythen katapultiert. Der Autor hat hier sehr geschickt die bekannten Märchen aus Büchern und Kindertagen in die Handlung eingeflochten und daraus eine Art mystische Horrorstory gemacht. Märchenfiguren sind böse. Sie wollen sich an den Menschen rächen, sie greifen die Menschen da an, wo es ihnen am Meisten weh tut und ziehen in den Krieg. ... Daraus ergibt sich eine Handlung, die mich dann komplett vom realen Leben entfernt hat und mir ein wirklich spannendes Lesevergnügen geboten hat.

    Die Kapitel, es waren nicht viele, waren ziemlich lang. Aber das stellte jetzt nicht wirklich ein Problem dar, denn auch die Unterbrechungen mitten im Kapitel waren ohne Probleme möglich. Es hat nach Leseunterbrechungen nie lang gedauert, da war ich dann auch schon wieder in der Handlung drin der Film lief genau da weiter, wo er aufgehört hatte. Selbst als die Unterbrechungen mal ein paar Tage länger waren, ging mir das so.

    Die Schreibweise war stellenweise etwas seltsam und anders, aber als ich mich an die altmodischen Begriffe und verschrobenen Charaktere gewöhnt hatte, hat auch das einfach nur dazu gepasst und so ein rundum gutes Bild abgegeben.

    Das Buch hat schon eine ganze Weile länger auf meinem SuB gelegen. Es war so lang, dass es noch als PDF-Datei vorlag. – Aber in dem Fall kann ich da durchaus Entwarnung geben. Die Seitenaufteilung ist sehr augenfreundlich gestaltet. Auch auf dem ganz normalen, doch eher kleinen, EReader war die Schrift noch angenehm groß und konnte bequem und lang lesen. – Ich habe die letzten 300 Seiten quasi fast am Stück gelesen, nachdem ich für den ersten Teil etwas länger gebraucht habe.

    Die 560 Seiten haben am Anfang erst einmal wie ein kaum zu bewältigender Berg vor mir gestanden und ich wusste nicht, ob ich Bock auf so einen langen Wälzer hatte. Aber auch das hat sich schnell relativiert. Die Seiten sind nur so durch meine Hände geflogen und zack, war ich auch schon am Ende.

    Mit dem Ende war ich leider nicht so zufrieden. Das war kein klassisches Happy End für die junge Liebe, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber an Tragik hat der Autor absolut nicht gespart. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass das gar nicht wirklich das Ende war. Da hätte noch einiges hinterherkommen können. - Mir ist allerdings auch nicht bewusst, dass da noch mehr Bände davon existieren. Die Welt der Märchen würde da auf jeden Fall noch richtig viel Stoff bieten, aber es besteht eben auch die Gefahr, dass das dann schnell langweilig und eintönig wird.

    Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen. Die Lektüre fesselt, enthält unheimlich viele spannende Wendungen und Geschehnisse, die zumindest ich so nicht erwartet hätte. Aus der Story mit einem rebellischen Teenie wird eine gnadenlos dunkle Fantasygeschichte, die mich komplett gefesselt hat.

  5. Cover des Buches Die Buchspringer (ISBN: 9783743204812)
    Mechthild Gläser

    Die Buchspringer

     (641)
    Aktuelle Rezension von: Mienieus

    Als ich Die Buchspringer von Mechthild Gläser zum ersten mal sah, war ich direkt gefangen von dem wunderschönen Buchcover. Als ich es dann in die Hand nahm, war es der Klappentext, der mich total vereinnahmte. Was für eine wundervolle Idee! Menschen können in Büchern herumspringen, mit den Buchfiguren interagieren. Ein Traum für jede*n Lesebegeisterte*n. Im Buch werden diese Reisen wundervoll beschrieben und es wird rätselhaft, als Buchspringerin Amy feststellt, dass aus den Weltklassikern, in denen sie herumspringt, tragende Elemente verschwinden.

    Ein wunderschönes Buch, das zwischenzeitlich ein wenig langatmig wird, zum Ende hin aber seine Spannung wiederfindet und sich insgesamt sehr gut lesen lässt. 

  6. Cover des Buches Die Affäre Carambol (ISBN: 9783608503548)
    Stefan Lehnberg

    Die Affäre Carambol

     (78)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Frankfurt zur Zeit der Vorherrschaft Napoleons über Europa. Goethe besucht mit seinem Freund Schiller seine Mutter. Am Tag der Abreise werden sie zu einem Gespräch beim Fürsten Thurn und Taxis gebeten. Dort informieren sie zwei Stadträte über rätselhafte Vorgänge in und um Frankfurt, die alle befürchten lassen, dass es zu einer erneuten Besetzung Frankfurts durch die  Franzosen kommen könnte. Goethe schlägt vor, den Gesandten Frankreichs offen zu informieren, doch zu dem anberaumten Gespräch kommt es nicht mehr, denn der Gesandte und sein Gesinde werden ermordet, sein Schloss abgebrannt. Wer ist der mächtige und scheinbar allwissende Gegner? Goethe und Schiller beschließen, vorerst in Frankfurt zu bleiben und den ungleichen Kampf aufzunehmen. Beide geraten mehrfach in Lebensgefahr, können eine wahrhaft gigantische Intrige aufdecken, bleiben aber letzten Endes die Verlierer.

    Mit "Die Affäre Carambol" legt der Autor Stefan Lehnberg bereits den zweiten Roman mit den Ermittlern Goethe und Schiller vor, Parallelen  zu Holmes und Watson sind unübersehbar und gewollt. Ebenso wie Holmes hat der Dichterfürst Goethe so seine Macken und Befindlichkeiten, auf die es Rücksicht zu nehmen gilt. Wer es mit der Wahrheit nicht so ganz genau nimmt, wird mit dieser Räuberpistole bestens unterhalten.

  7. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783865391872)
    Sabine Anders

    Liebesbriefe großer Männer

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Edith_Hornauer
    Pessoa, eins seiner Bücher habe ich immer bei mir. Ob Briefe, Gedichte, Geschichten - sie erzählen vom Leben, von der Vorstellung davon, mit  allem, was  dazu gehört... Was soll ich noch schreiben,
    ich habe mich in seine Literatur verbissen... 
  8. Cover des Buches Des Teufels Gebetbuch (ISBN: 9783426517802)
    Markus Heitz

    Des Teufels Gebetbuch

     (201)
    Aktuelle Rezension von: pewehh

    Des Teufels Gebetbuch" ist ein überraschend schwacher Heitz. Was dem Autor im Zwerge-Epos wunderbar gelingt, geht hier gründlich schief. Wir haben blasse Charaktere, eine dürftige Story, die auch durch jede Menge High-Speed-Action nicht an Spannung gewinnt; die Überdosis Leichen (100 oder mehr?) sind wohl bereits Ausdruck der schöpferischen Verzweiflung.  Am besten sind noch die Teile, die im alten Leipzig spielen; das Auftauchen des jungen Goethe ist immerhin amüsant. Alles andere folgt einem furchtbar vorhersehbarem Schema, heraus kommt ein Westentaschen Dan Brown - inklusive Weltverschwörung - allerdings bar jeder Raffinesse. Vielleicht muss man als Heitz-Fanboy dieses Werk durchhalten, alle anderen können es getrost links liegen lassen

  9. Cover des Buches Frauen und Bücher (ISBN: 9783442749805)
    Stefan Bollmann

    Frauen und Bücher

     (80)
    Aktuelle Rezension von: Ulenflucht

    Frauen lesen etwas anderes als Männer. Pi mal Daumen kann dem jeder zustimmen, der mal eine Buchhandlung besucht hat. Dass Frauen aber auch anders lesen, ist jedoch der Mehrheit nicht klar gewesen. An dieser Stelle setzt das Buch an. Es ist eine Kulturgeschichte des weiblichen Lesens und dabei nicht nur leicht zu lesen, sondern anschaulich, erhellend und äußerst vergnüglich.

    Der Autor führt den Leser/die Leserin (es ist zu hoffen, dass dieses Buch auch Männer lesen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, Frauen zu verstehen) durch fast 300 Jahre Geschichte und greift dabei die großen Errungenschaften und Werke heraus, die seines Erachtens weibliches Lesen geprägt haben. Ein Anspruch auf Vollständigkeit kann nicht bestehen. Wir erfahren vom Aufstieg des Romans, der vermeintlichen weiblichsten aller Textarten, und bekommen den Weg von der Leserin (18. Jhr) zur Schriftstellerin (Jane Austen) und schließlich zur Literatin (Susan Sonntag) und Verlegerin (Sylvia Beach) vor Augen geführt.

    Die große Stärke des Buchs ist es, die Geschichten der Akteurinnen selber sprechen zu lassen. Durch deren Leben scheint die Bedeutung des Lesens durch und ermöglicht Identifikation. Gleichzeitig wird das Neue herausgestellt und mit großer Eloquenz seitens des Autors eingeordnet. Einige, wenige Schwachstellen zeigen sich dort, wo eben jene Geschichten ein wenig lang sind, wie jene Klopstocks, und dort, wo sie nur angedeutet sind, wie die von Marilyn Monroe. Hier wünscht man sich mehr Augenmaß.

    Dieses Buch ist trotzdem ein unverzichtbares Muss für Leser, Leserinnen, Kulturinteressierte, Historiker, Literaturwissenschaftler, Leseratten… also für alle. 

  10. Cover des Buches Durch Nacht und Wind (ISBN: 9783608503760)
    Stefan Lehnberg

    Durch Nacht und Wind

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Ceciliasophie
    Goethe und Schiller werden von Anna Amalia und dem Regenten Weimars Carl August gebeten, den Irrglauben des Großherzogs von N. Einhalt zu gebieten. Dieser ist nämlich der festen Überzeugung, dass ein Ring seiner Familie mit einem Fluch beladen sei. Kurzerhand machen sich Goethe und Schiller auf den Weg ins Lustschloss Belvedere bei Weimar. Doch in der Nacht ihrer Ankunft verstirbt der Großherzog auf mysteriöse und unerklärliche Art und Weise. 

    Die Idee, diese beiden Größen der deutschen Literatur in einem Krimi agieren zu lassen, machte mich wirklich ganz neugierig. Zumal Goethe und Schiller wirklich befreundet waren. 
    In einer Sherlock Holmes und Dr. Watson Art machen sich die beiden dann auch gleich ans Werk und versuchen, die mysteriösen Umstände des Todes vom Großherzog zu klären. Doch gestaltet sich dies schwieriger als erwartet.
    Woran ich mich aber wirklich erst einmal gewöhnen musste, war der Schreibstil. Dieser war angepasst an die damalige Zeit, weshalb einige Ausdrucksweisen und die Rechtschreibung mich öfters aus dem Konzept brachten. Irgendwann legte sich dies jedoch und kaum hatte ich mich an den Schreibstil gewohnt, so konnte ich ein sehr rasches Lesetempo aufrecht erhalten. 
    Begünstigt wurde das Tempo durch die wirklich spannende Handlung. Ja, es erinnert schon etwas zu sehr an Sherlock Holmes, doch da ich die Geschichten von Holmes und Watson sehr gerne mag, hatte ich auch an „Durch Nacht und Wind“ große Freude. 
    Der Autor baute geschickt auch Informationen über Goethe und Schiller und ihre Werke mit in die Geschichte ein, so dass der Leser noch ein wenig mehr über diese erfahren konnte und die Figuren noch lebendiger wirkten. 
    Die Auflösung stellte mich wirklich zufrieden und alle losen Fäden der Geschichte wurden gekonnt miteinander verknüpft. 
    Auf den zweiten Band bin ich nun doch gespannt. 

  11. Cover des Buches Der Spielmann (Faustus-Serie 1) (ISBN: 9783548061191)
    Oliver Pötzsch

    Der Spielmann (Faustus-Serie 1)

     (154)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Faustus wird in eine Familie geboren, die anders als er zu sein scheint. Einzig seine Mutter scheint ihn zu lieben und zu verstehen. Doch als sie stirbt ist Faustus noch jung und schließt sich nach mehreren Schicksalsschlägen lieber den Gauklern an, als bei seinem Vater zu bleiben.

    Er folgt dem Zauberer Tonio del Moravia, den eine dunkle Aura umgibt.

    Zur selben Zeit, als Faustus mit Tonio durch die Dörfer zieht verschwinden Kinder, die nie wieder auftauchen. Faustus macht sich Gedanken darüber, ob Tonio etwas damit zu tun hat.

    Nachdem Faustus merkt das Tonio etwas mit ihm vor hat verlässt er ihn in einer Nacht und Nebelaktion und schlägt sich zunächst alleine und später mit anderen Gauklern durch. In seinem Herzen die Frau die er liebt.


    Das Hörbuch war mit über 20 h schon eine Herausforderung. Mitunter geht es dunkel und gefährlich zu und auch manch grausame Schilderung beinhaltet der Roman.

    Parallelen zu Goethes Faust konnte ich nicht ziehen, da ich diesen nur vom Kreuzworträtsel her kenne.

    Die Geschichte hat mich aber in ihren Bann gezogen und ich musste immer weiter hören, so grausam es mir auch hin und wieder erschien.


    Ein liebgewordener Charakter war Margarete, die Jugendliebe des Johann Georg Faustus.

    Schlimm fand ich das er zu manchen Zeiten gerade jene, die er liebte oder Freunde nannte hinterging und sie damit in arge Bedrängnis brachte.


    Das Ende kam mir zunächst zu platt vor, da hätte ich mir mehr erwartet.

    Der Epilog hat mich dann wieder ein wenig darüber hinweg getröstet. Trotzdem war es mir dann nach so vielen Stunden, die mir manchmal wie Echtzeit vorkamen dann doch zu schnell zu Ende.


    Mein Fazit: Ein spannendes Buch, dunkel und teuflisch, mit Herz und auch viel Schmerz.

  12. Cover des Buches Der Glöckner von Notre Dame (ISBN: 9783734729041)
    Victor Hugo

    Der Glöckner von Notre Dame

     (299)
    Aktuelle Rezension von: janaobrist

    Was soll ich sagen... ich dachte das wird ein toller Klassiker aber ich glaube ich bin noch nicht alt genug für diese Lektüre. Es ist wirklich echt anspruchsvoll geschrieben und ich habs zwar schon entschlüsselt und einigermassen verstanden aber es war wirklich ein Krampf es zu lesen und ich bin in eine riesige Leseflaute gefallen:( Ich hab mich bisschen überschätzt aber das ist okey und ich hab gemerkt es macht mir echt keinen Spass mehr dieses Buch zu lesen...wie gern ich es auch zu Ende gelesen hätte. Vielleicht in einer anderen Welt in einer anderen Zeit gebe ich dir noch eine 2. Chance

  13. Cover des Buches Johann Wolfgang Goethe: Faust I und Faust II (ISBN: 9783486886634)
    Ralf Sudau

    Johann Wolfgang Goethe: Faust I und Faust II

     (167)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    DAS SHLEGGTESTE BUGG ALER ZEITEN. NIEMAND LESEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  14. Cover des Buches Zitrönchen - Braune Rappen jagen Füchse (ISBN: 9783844811803)
    Maria Durand

    Zitrönchen - Braune Rappen jagen Füchse

     (27)
    Aktuelle Rezension von: cat10367

    Dies ist nicht nur die zweite Geschichte rund um Zitrönchen und den Reiterhof, nein, es ist auch eine Geschichte über einen Rosenmontag mit verkleideten Pferden und verkleideten Reitern und ein Krimi über ein verschwundenes Pferd. Toll, wie dieser gelöst wird. Es hat Spaß gemacht es zu lesen und wurde auch nie langweilig. Die Gedanken der Kinder waren gut nachvollziehbar und auch die Geheimniskrämerei. Dann kam ja noch das Training für das Reitabzeichen dazu. Ob das wohl alles gut geht?

    Lest selbst.

    Mir hat es sehr gefallen und ich gebe 5 von 5 Sternen.

  15. Cover des Buches EinFach Deutsch -Faust - Der Tragödie erster Teil (ISBN: 9783140222785)
    Johann Wolfgang von Goethe

    EinFach Deutsch -Faust - Der Tragödie erster Teil

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte2007
    Darum geht es (Klappentext):

    Faust – Der Tragödie erster Teil (Faust I) ist ein Drama von Johann Wolfgang von Goethe  aus dem Jahr 1808. Die Tragödie spielt in Deutschland um das Jahr 1500 und handelt von dem Wissenschaftler Heinrich Faust, der nach Wissen  strebt und unfähig ist, sein Leben zu genießen. Aus diesem Grund schließt er einen verhängnisvollen Pakt mit dem Teufel und verspricht diesem seine Seele.

    Meine Meinung:

    Der Klassiker hat mir insgesamt eigentlich ganz okay gefallen.
    Faust und Gretchen waren mir teils ein bisschen sehr naiv und dumm und Faust hat sich sehr schwankend benommen, was ich ziemlich anstrengend fand.
    Viele Begriffe verwendet man heute nicht mehr, so war es teils auch ziemlich schwer etwas zu verstehen. Ich glaube auch, dass ich um die 20% nicht verstanden habe, weil die Handlung auch so sprunghaft war und viele Ereignisse auch ausgelassen wurden und deshalb auch ein wenig Verwirrung bei mir herrschte.
    Insgesamt war die Lektüre ganz okay, aber ich glaube außerhalb der Schule hätte ich es nicht gelesen. Ich bleibe lieber bei Fantasy...
  16. Cover des Buches Der Fluch des Erlkönigs (ISBN: 9783944788609)
    Carola Wolff

    Der Fluch des Erlkönigs

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Anneja

    Das die Autorin Carola Wolff fantastische Buchideen hat, konnte ich bereits in einem anderen Buch von ihr erlesen. Um so gespannter war ich auf dieses, da es Goethes Gedicht „Der Erlkönig“ aufgriff und es in eine packende Geschichte für Jugendlicher packte. Das fand ich in der Hinsicht clever, da das Gedicht in meisten Schulen zur Pflichtlektüre gehört und somit wenigstens vom Namen her erkannt werden dürfte. 


     


    Um so gespannter ging ich an das Buch heran, das mich zum Glück nicht enttäuschte. Mich erwartete eine faszinierende Welt, deren Charaktere nicht nur sympathisch, sondern auch einen ganz eigenen Zauber verströmten. Ich sage Charaktere, da mich nicht nur der Hauptcharakter Finn begeisterte, sondern auch viele Nebencharaktere. Dies lag vor allem daran, das jede Person sehr individuell erstellt worden war und es immer etwas gab, was man mit ihnen verbinden konnte. Finn war z.B. ein hervorragender Zeichner, Gudrun eine leidenschaftliche vegetarische Köchin und Tonja ein Mitglied der Graswurzelrebellen, welche sich für Umweltschutz einsetzten. Etwas spezieller wurde es dann im Reich der Erlkönigin, da hier die Magie eine vielfältige Fähigkeit war. 


     


    Einzig die Eltern von Finn und seinem Bruder Jojo wirkten in dem ganzen Szenario etwas aufgesetzt. Es gab eine emotionale Familiengeschichte, welche sich um den Tod von Finn´s Mutter drehte. Aber warum man dann eine eingebildete und auf Dauer-Diät-befindende Stiefmutter einband, blieb mir ein Rätsel. Besonders da der erst sehr strenge Vater eigentlich sehr liebenswert und alles andere als oberflächlich war.


     


    Zum Erlkönig möchte ich nicht wirklich viel sagen, da er das wohl der Charakter mit der meisten Mystik war. Dies lag vor allem an Goethes Gedicht, welches spielerisch mit in die Geschichte eingebaut wurde und so manche Beschreibung daraus erklärte. Besonders faszinierte mich aber den Humor, welchen die Autorin mit einfließen ließ. Wo im Gedicht noch ein Kind zu Schaden kommt, erklären die Elfen im Buch, das sie keine Ahnung haben, wie Goethe darauf kommen könnte, das sie kleine Kinder von Menschen haben wollen. Immerhin müssten sie die ja wickeln und ihr Geschreie ertragen, was ihnen den letzten Nerv rauben würde. 


     


    Während die Geschichte mit seinen stimmigen Charakteren und der tollen Geschichte mein Herz eroberte, konnte dies das Cover nicht. Es passte einfach nicht zum Thema. Schon als ich es auf einer Messe sah, dachte ich, es handele von einem Eiskönig. Dabei handelte es ja vom Erlkönig und somit von einem Elfen, welcher die Natur verehrt. Daher wäre ein grünes Coverdesign wünschenswerter gewesen. Trotzdem empfand ich die Gestaltung als nicht komplett misslungen. Das Buch wirkt immer noch hochwertig, was besonders an den eingefärbten Seitenrändern liegt, welche beim Verlag stets vorzufinden sind. 


     



     


    Von außen etwas irritierend, wusste die Geschichte im Inneren zu überzeugen. Tolle Charaktere, mit vielschichtigen Persönlichkeiten und eine Handlung die nicht nur ein Gedicht würdig in Szene setzte, sondern es auch noch aufpimpte. Für Kinder und Jugendliche auf jeden Fall eine tolle Lektüre, die sie unterhält und ihnen etwas zum Thema Umweltschutz beibringt.

  17. Cover des Buches Europareise (ISBN: 9783958620483)
    Diverse

    Europareise

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Edelstella

    Einfach wunderbar diese Europareise bekannter Autoren, erschienen beim Audio-Verlag, hörbar auf 8 CD's, besprochen von bekannten Synchronstimmen.


    Der Hörgenuß dieser Reise ist von ganz besonderer Art:

    Da umgarnt mich Goethe voller Romantik und entführt mich nach Italien, insbesondere nach Rom und Neapel und ich kann es riechen und sehen und fühlen. Barenberg nimmt uns mit und wir nehmen ihm den Goethe ab, er ist es gar. Wunderbar.

    Stefan Zweig hat mich besonders mit der Beschreibung der Großartigkeit von Oxford gefangengenommen und ich möchte einfach da mal hin. Till Hagen hat das gut umgesetzt und mich träumen lassen. Bei Zweig wünsche ich mir immer, auch über so eine wortgewaltige Sprache zu verfügen.


    Und dann eine Reise nach Norwegen auf den Spuren Nansens, besser gesagt auf seinen Schneeschuhen. Welch positive Lebenseinstellung, was für ein Elan und wie großartig die Schneewelt dort beschrieben wird. David Nathan hat hier seine Stimme geliehen. So frisch wie der Schnee selbst.


    Ich fand auch Heines Ausflug nach Polen sehr gut. Das Land aus Sicht des einfachen Bauern und deren Verhältnis zu den Edelleuten und wiederum deren Stellung zu Frankreich und Rußland.

    Sehr wissenswert und wertschätzend. So wie es Heines Art war!


    So kann man immer weiter schwärmen, auch wenn man Dickens durch Frankreich begleitet und sich so manches Schmunzeln nicht verkneifen kann.


    Was haben diese großen Menschen für Strapazen auf sich genommen und trotzdem sind sie an ihnen gewachsen und wir dürfen die jeweiligen Zeiten und Sehenswürdigkeiten durch ihre Augen betrachten und oft geben sie Raum, uns ein eigenes Bild zu machen.

    Ein Kulturgenuß der Lust macht, den nächsten Zug zu nehmen und hinaus in die Welt zu schreiten und der Neugier auf weitere Werke der großen Erzähler/innen macht.

    Selbst der Umkarton der CD's ist sehr elegant gestaltet, zeigt er doch meines Erachtens eine Bühne mit Vorhängen für den nächsten Aufzug! Ich vergebe 5 Sterne und eine klare Empfehlung, wenn man ein besonderes Geschenk für einen verehrten Menschen braucht.



  18. Cover des Buches Faust (ISBN: 9783406611384)
    Johann Wolfgang von Goethe

    Faust

     (3.375)
    Aktuelle Rezension von: Geerthi

    Wolfgang von Goethe’s Buch «Faust» gehört zu den grossen Klassikern der Weltliteratur. Anfang hatte ich grosse Schwierigkeiten zu lesen, da alles in Reimen und Metaphern geschrieben ist. Deshalb brauchte ich lange die ganze Handlung zu verstehen. Weil es ein Theaterstück ist, wo es nicht schlimm ist, dass es sich alles reimt, weil es beim Zuhören nicht so stört, muss man vielleicht beim Lesen darüber hinwegsehen, da mich am Anfang dieser Punkt wirklich genervt hat.

    Es geht um den Gelehrten Heinrich Faust, welcher mit sich unzufrieden ist. Tief deprimiert und lebensmüde geworden, verspricht er dem Teufel Mephisto seine Seele, wenn es diesem gelingen sollte, Faust von seiner Unzufriedenheit und Ruhelosigkeit zu befreien. Mephisto schliesst mit Faust einen Pakt, verwandelt zurück in einem jungen Mann, nimmt ihn auf eine Reise durch die Welt mit und hilft mit der jungen Margarete näher zu kommen. Die junge Dame bringt eine Wendung in die Geschichte.

    «Faust» empfehle ich nur diejenigen, die anspruchsvolle Reime gerne lesen und auch nachvollziehen können.

  19. Cover des Buches Faust I (ISBN: 9783150191521)
    Johann W von Goethe

    Faust I

     (32)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Bürgerin aller Zeiten (ISBN: 9783748141266)
    Heike Wolf

    Bürgerin aller Zeiten

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Babajaga

    Das Buch:

    Nachdem ich von Heike Wolf bereits den ersten Teil ihrer großartigen Allender-Trilogie gelesen hatte, war ich absolut gespannt auf den ersten Teil der Schönau-Dilogie. Meine Erwartungen waren extrem hoch, da mich die Allenders so unglaublich beeindruckt hatten. Ich wurde nicht enttäuscht! 

    Das Cover ziert ein authentisches Familienfoto der 3 Schönau Geschwister, womit es aus den heutigen Standard-Covers für historische Romane hervorsticht und belegt, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht. Ein Umstand, der die Geschichte in meinen Augen noch einmal emotionaler macht. 

    Die Geschichte wird auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt – einerseits die recht knappen Passagen in 1989 und andererseits die Passagen, die dieses Buch ausmachen, in der Zeit von 1913 bis 1933. Die einzelnen Kapitel sind mit den entsprechenden Jahreszahlen – in 1989 sogar mit kompletten Daten – überschrieben, sodass der Leser stets den Überblick behält, in welcher Zeit er sich gerade befindet. 

    Worum geht’s:

    Am 09.11.1989 wird Charlotte 80 Jahre alt werden. Am 30.09.1989 hört sie in den Nachrichten von den ersten DDR-Flüchtlingen, die offiziell in die BRD ausreisen dürfen und erinnert sich in diesem Zusammenhang an ihre eigene Kindheit in Leipzig.

    Charlotte wird 1909 als Älteste von 3 Geschwistern der Familie Schönau in eine ruhige Zeit in Deutschland und in ein liebevolles, gebildetes Elternhaus – der Vater Anwalt und Goethe-Verehrer, die Mutter eine zarte Frau – hineingeboren. Doch nur 5 Jahre später muss Vater Wilhelm in den ersten Weltkrieg ziehen. Die jüngere Schwester Dorothea ist gerade 3 Jahre alt, Bruder Heinrich eben erst geboren. Es bricht eine schlimme, eine überaus schwere Zeit für die Schönaus an, die sie u.a. mithilfe der tatkräftigen, robusten und überaus fürsorglichen Mathilde überstehen. Nach dem Krieg muss die Familie zunächst erst einmal wieder zusammen wachsen, sieht sich jedoch bereits den nächsten Schwierigkeiten gegenüber. Gerade als es aussieht, als würde Deutschland wieder auf die Beine kommen, sich wieder in der Welt etablieren, wird es von den Nazis überrollt.

    Charaktere:

    Ihre Charaktere schreibt Heike Wolf absolut gekonnt, vielschichtig und so authentisch, dass man als Leser nur allzu oft das Gefühl hat, genau neben einer Figur zu stehen, ihr wie ein Schatten zu folgen und in die beschriebene Situation einzutauchen. 

    So konnte ich mich stets in die 3 Schönau Kinder – Lotte, Dorchen und Heinrich – hineinversetzen. Ich verstand ihre Sorgen und Nöte, ihre Verhaltensweisen. Es war für mich z.B. überaus nachvollziehbar, dass Lotte, die sehr an ihrem Vater Wilhelm hängt, diesem stürmisch in die Arme läuft, als er auf Fronturlaub nach Hause kommt, während Dorchen und Heinrich sich benehmen als stünden sie einem Fremden gegenüber. Tun sie ja auch! Eine solche Situation zu beschreiben, sodass ich als Leser zwar die Traurigkeit Wilhelms fühlen und absolut verstehen kann, aber mich gleichzeitig auch in die beiden Kinder hineindenken kann, ist großartig. Und so füllt Heike Wolf all ihre Figuren mit Leben, mit Charakter. Jede Figur – unabhängig davon, ob es eine Hauptfigur wie Charlotte ist oder ein Nebencharakter – ist ein Unikat, hat ihre ganz eigenen Züge und lebt vor dem inneren Auge des Lesers. So ist es möglich, sie zu lieben und sie zu verabscheuen, mit ihnen zu leiden, sich zu freuen oder zu weinen, so wie die Figuren im Buch es tun. Die Autorin schafft es immer wieder, dass man als Leser glaubt, es mit Freunden zu tun zu haben.

    Im Fall der Augusta – Charlottes Oma – ist es sogar passiert, dass ich sie zunächst überhaupt nicht ausstehen konnte, später sehr viel Sympathie für sie empfand und am Ende nicht mehr wusste, ob ich sie nun mag oder nicht. Ich fand ihre antisemitischen Äußerungen bereits weit vor dem ersten Weltkrieg abstoßend und ich konnte nicht verstehen, warum sie ihre Familie nicht mehr unterstützt. Sie erschien mir egoistisch und kalt. Im Krieg hat sie jedoch bewiesen, dass ihre Entscheidungen vielleicht kalt erscheinen mögen, aber auf jeden Fall sinnvoll und der Situation angepasst waren. Ich konnte sie so gut verstehen, als sie versuchte, ihre Tochter Amalie – Charlottes Tante – zum Arbeiten anzuhalten um den Unterhalt für ihre Familie zu verdienen, da auch deren Mann im Krieg war. Dann wieder traf sie Entscheidungen über die Köpfe vieler anderer hinweg, die ich nicht nachvollziehen konnte und die mich den Kopf schütteln ließen. Als sie starb, war ich traurig. Sie fehlte mir in der Familie.

    Ganz anders ist Mathilde, Haushälterin und Kindermädchen der Familie. Sie ist burschikos und rustikal, muss bisweilen auch schwere Entscheidungen treffen, aber sie ist klug und liebevoll. Bei ihr steht stets das Wohl der Familie im Vordergrund. Als die Schönaus kein Geld mehr haben, arbeitet sie sogar ohne Lohn. Sie hat mich überaus beeindruckt und mit ihrem schrägen Dialekt, den die Autorin so herrlich geschrieben hat, ist sie mir fast sofort ans Herz gewachsen – und dass, obwohl ich diesen Dialekt gar nicht mag. Ich hörte sie jedoch förmlich im Ohr, wann immer sie etwas sagte. Von Mathilde hatte ich ein sehr klares Bild vor Augen. 

    Charlotte ist schon ein recht besonnenes Kind, das ihre jüngere Schwester Dorchen hin und wieder bremsen muss, denn Dorchen ist demgegenüber ein Wirbelwind, fast draufgängerisch. Das ändert sich auch nicht, als aus den Kindern junge Mädchen und später junge Frauen werden. Auch hier gibt es wieder eine Situation, die so nachvollziehbar und herzerweichend war, dass es mir die Tränen in die Augen trieb. Eines Nachts vergriffen sich Dorchen und Charlotte an den Wintervorräten um sich einmal satt zu essen. Ich konnte es so gut verstehen, hatten sie doch immer Hunger. Hier war Dorchen die treibende Kraft und Charlotte wollte sie davon abhalten, aber der Hunger war stärker. Am nächsten Morgen hatten sie ein schlechtes Gewissen, doch weder Mathilde noch Luise haben sie dafür bestraft. Es war so unglaublich emotional und hallt so tief nach, dass ich selbst am Gemüseregal beim örtlichen Kaufmann an sie denken musste, weil Steckrüben – die von allen gehasst wurden, weil es das Einzige war, was es zu essen gab – gerade im Angebot waren. 

    Diese Charaktere können nur als Beispiele dienen. Man muss das Buch lesen um jeden von ihnen kennenzulernen. Und es ist ganz klar, den einen mag man, den anderen nicht. Dazu verändern sich die Charaktere im Laufe der Zeit zum Teil drastisch vor dem Hintergrund des persönlichen Schicksals und der politischen Lage. Manche Veränderung ist überaus angenehm, andere sind erschreckend. Und eben diese Veränderungen machen die Geschichte lebendig, lassen den Leser Verständnis, Widerwillen, vielleicht auch Zuneigung fühlen – ja fühlen! Die Charaktere berühren einen unweigerlich!

    Schreibstil:

    Heike Wolfs Schreibstil ist brillant! Sie schreibt bildgewaltig ohne sich in Details zu verlieren, sie lässt das Leipzig (und alle anderen Orte) Anfang des 20. Jahrhunderts glaubhaft vor dem inneren Auge auferstehen; sie zeigt es dem Leser und spricht nicht nur darüber. Den Ausspruch „Don’t say, show it!“ befüllt die Autorin mit Leben! 

    Wenn ich einen Roman lese, in dem ich Dinge finde, die zu einem bestimmten Landstrich gehören, finde ich das überaus charmant. Auch Heike Wolf hat solche Schmankerl genutzt. So nennt Wilhelm Charlotte liebevoll „mein Modschekiebschn“ (mein Marienkäfer). Es drückt so viel mehr aus als herkömmliche Sätze.

    Wilhelms Liebe zu Goethe verpackt die Autorin geschickt in Dialogen, in denen er sich gern bestimmter Goethe-Zitate bedient und in liebevollen Neckereien in der Familie, wenn er es nicht tut. Und der Familienhund heißt sicherlich auch nicht umsonst Mephisto.  

    Einen Zeitsprung von 1918 nach 1922 schreibt Heike Wolf sehr geschickt, indem sie die Trennung der Ereignisse durch eine Passage in 1989 herbeiführt, in der die fast 80jährige Charlotte ihrer Großnichte aus dieser Zeit berichtet. So bleibt nichts auf der Strecke und dennoch kann diese Geschichte gekonnt unterbrochen und an anderer Stelle weiter geführt werden.

    Der Leser des ersten Teils muss sich darauf gefasst machen, dass er den zweiten Teil unbedingt lesen will. Es bleiben nämlich Fragen offen, deren Antwort man nicht ohne weiteres selbst herleiten kann. Heike Wolf macht neugierig auf mehr und das auf eine sehr charmante Art und Weise – mit kleinen Andeutungen, die eben die Lust auf Teil 2 wecken. 

    Historischer Hintergrund:

    Ich weiß, dass die Autorin stets gründlich recherchiert. Insofern ist der historische Hintergrund nachvollziehbar und belegt. Dennoch steht dieser nicht im Vordergrund, sondern ist stets die Kulisse für die Geschichte, die die Autorin erzählt. Fakten werden nicht oberlehrerhaft präsentiert sondern vielmehr in die Geschichte verwoben – ganz so, als sind sie ein Teil von ihr. Es macht auf diese Art und Weise viel Spaß nicht nur die Geschichte der Familie Schönau zu lesen sondern ganz nebenbei auch noch etwas zu lernen.

    Fazit:

    Ein großartiges Buch, das mich als Leser alle Emotionen, derer ein Mensch fähig ist, durchleben ließ. Es hat mich zu Tränen gerührt und mit einer Wärme für einige Charaktere erfüllt, die unglaublich ist. Der zweite Teil ist Pflichtlektüre, denn es bleiben einige Fragen für diesen zweiten Teil übrig – gekonnt offen gelassen! Must read – nicht nur für Fans von historischen Romanen! 5 von 5 Sternen. 


    Danke Heike!

  21. Cover des Buches Als Deutschland noch nicht Deutschland war (ISBN: 9783462049572)
    Bruno Preisendörfer

    Als Deutschland noch nicht Deutschland war

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Buecherfreundinimnorden
    Bisher hatte ich es schwer, verlässliche Informationen über das späte 18. und das frühe 19. Jahrhundert zu finden. Sicher, es gibt einiges über die großen Kriege, wichtige Erfindungen und Entdeckungen. Das Alltagsleben der Menschen allerdings spielte dabei kaum eine Rolle. Wer sich dafür interessiert, ist mit diesem Buch gut bedient. Der Autor hat zahlreiche Quellen ausgewertet und zeichnet ein ausführliches Bild der Goethezeit: Reisen sind noch eine Qual, um die Bildung der meisten Mitbürger steht es nicht allzu gut und von geregelter medizisvher Versorgung keine Spur. Ohne Sozialkitsch schildert der Autor Begebenheiten, die mir zumindest überwiegend unbekannt waren. Ich bin mit seiner Hilfe gerne zur Zeitreisenden geworden und empfehle das Buch für alle, die lebendige Geschichtsstunden mögen.
  22. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783492254267)
    Petra Müller

    Liebesbriefe großer Männer

     (74)
    Aktuelle Rezension von: BiaBia92

    Ein traumhaftes Buch. Konnte es nur schwer weglegen, bei so viel wunderbaren Liebeserklärungen und so viel Schmetterlingen, die auf einmal da waren :D

    Für alle Frischverliebten, die ihre Gefühle nur schwer ausdrücken können, wirklich zu empfehlen!
  23. Cover des Buches Iphigenie auf Tauris (ISBN: 9783150192689)
    Johann Wolfgang von Goethe

    Iphigenie auf Tauris

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Valilu
    Johann Wolfgang von Goethe stellt in seinem Bühnenstücke "Iphigenie auf Tauris" eine Protagonistin in den Mittelpunkt, die einem inneren Konflikt aus religiösen Pflichten und tiefer Sehnsucht ausgesetzt ist, und sich durch ihre Verhalten schließlich als Vertreterin des klassischen Humanitätsideals bewährt.

    Nach dem Mord an seiner Mutter, folgt Iphigenies Bruder Orest einem Orakel, das ihn nach Tauris führt, von wo er seine "Schwester" zurückholen soll: Dies sei die einzige Möglichkeit, den Fluch zu lösen, der schon seit Generationen auf seinem Geschlecht liegt. Orest, der seine Schwester für tot wähnt, landet bald darauf mit seinem alten Freund Pylades an der Küste von Tauris und stellt Iphigenie vor eine Gewissensentscheidung.

    Um die Handlung des Schauspiels nachvollziehen zu können, muss man sich zunächst mit dem Hintergrund über Tantalus, Agamemnon und der Entführung Iphigenies durch Diana/Artemis auseinandersetzen. Aber auch mit dem notwendigen "Background" bietet die Handlung noch reichlich Raum für Verwirrung und ist (phasenweise) nicht ganz so leicht zu durchschauen.

    Leider hat mich das Geschehen auf Tauris überhaupt nicht in seinen Bann ziehen können. Iphigenie verkörpert das menschliche Idealbild einer aufrichtig, gewissenhaft und fromm agierenden Priesterin - eine Charakterisierung, die mir zu "rein" und langweilig ist. Und auch die restlichen Akteure haben mich überhaupt nicht erreicht...
    Ich erwarte von Klassikern gar nicht, mich großartig in die Figuren hineinversetzen zu können, aber über eine vielschichtige (und trotzdem nachvollziehbare!) Darstellung der Protagonisten würde ich mich schon freuen.

    Für mich handelt es sich bei "Iphigenie auf Tauris" um einen Klassiker, auf den ein Bücherregal auch gut verzichten kann, sofern der Besitzer nicht gerade ein Faible für das antike Drama oder die Weimarer Klassik besitzt. Nachdem ich das Buch gelesen habe, bin ich froh, dass unser Lehrplan während meiner Schullaufbahn andere Klassiker für mich vorgesehen hat :-)!
  24. Cover des Buches Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur (ISBN: 9783328102113)
    Andrea Wulf

    Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Elisabeth_Rettelbach

    Ich liebe historische Reise- und Wissenschaftsbeschreibungen ohnehin sehr, und hier hat mich auch der lebendige Schreibstil mitgerissen. Das Werk befasst sich mit interdisziplinärem und universalem Weltwissen, das die Jahrhunderte überdauert: Philosophie, Geschichte, Naturwissenschaft, Kunst, Soziologie … Auch machte Humboldt damals schon auf beginnende Umweltzerstörung aufmerksam und kritisierte den Kolonialismus und seine Auswirkungen auf Mensch und Natur durch Ausbeutung. Natürlich lässt sich nicht verhehlen, dass auch er selbst zwangsläufig ein europäischer Eindringling auf dem südamerikanischen Kontinent war und aus heutiger Sicht mit Sicherheit Ausbeutung betrieben hat – allein schon das Sammeln von Pflanzen und Tieren etc. Dennoch schien er für die damalige Zeit umsichtig vorzugehen und wirklich vor allem Wissensdurst stillen wollen, nicht sich selbst bereichern. Ein herrliches Buch, das ich Nächte durchgelesen habe. Sehr zu empfehlen.

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