Bücher mit dem Tag "goldrausch"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "goldrausch" gekennzeichnet haben.

70 Bücher

  1. Cover des Buches Die Gestirne (ISBN: 9783442754793)
    Eleanor Catton

    Die Gestirne

     (129)
    Aktuelle Rezension von: Orisha

    „Die im Rauchzimmer des Crown Hotel versammelten zwölf Männer wirkten, als hätten sie sich dort zufällig eingefunden. Aus ihrem Betragen und ihrer Kleidung zu folgern […] hätten sie zwölf Fremde in einem Eisenbahnwaggon sein können, jeder von Ihnen auf dem Weg zu einem anderen Viertel einer Stadt mit genug Nebel und Wasserläufen, um sie voneinander zu trennen; […].“ (Catton, 2015:15)

    Mit diesen Worten beginnt Catton ihren großen Roman und in dieser Konstellation findet sich der junge Walter Moody wieder, als er nach Neuseeland übersiedelt, um auf den Goldfeldern von Hokitika sein Glück zu versuchen. Zwölf Männer der Stadt – alle mit eigenen An- und Absichten weihen Moody – mehr zufällig und unwillig – in eine Geschichte ein, die bei Ihrem Zusammentreffen schon im vollen Gange ist. Ein Mann ist tot, ein weiterer verschwunden, mit ihm eine Menge Gold und dann gibt es da noch Anna Wetherell – zu denen jeder einzelne Mann eine ganz eigene Beziehung pflegt und die angeblich versucht habe, sich umzubringen. Jeder einzelne der zwölf versucht sich einen Reim auf die Geschehnisse zu machen und trägt ein Stück zur Aufklärung der Geschichte bei. Doch am Ende läuft alles bei fünf Personen zusammen, die eine Geschichte verbindet – die von Glück, Unglück und Zufall geprägt ist.

    An sich würde ich meine Rezension nie mit den exakten Worten des Anfangs eines Romans beginnen, doch Eleanor Cattons Formulierungen sind so wunderbar, dass die Versuchung nur all zu groß war und ihre Worte fügen sich perfekt in die Zusammenfassung der Geschichte ein. 

    Cattons Roman ist komplex, lang, durchaus vielschichtig und wunderbar konstruiert. Über viele Kapitel entfaltet sie ihre Geschichte um die Goldgräberstadt Hokitika, die einem Familienepos gleich daherkommt und die LeserInnen ins Neuseeland des 19. Jahrhunderts entführt. Dabei braucht man durchaus etwas Zeit, um sich mit allen Charakteren, der Handlung und dem Setting vertraut zu machen. Denn wir erfahren eine Geschichte, die durch viele Augen gefiltert wurde und dabei zunächst von keinem der eigentlichen Hauptcharakteren erläutert wird. Vielmehr sind es die Randfiguren, die im Mittelpunkt stehen und uns wiederum die Geschichte der eigentlichen Hauptprotagonisten erläutern. Dadurch entstand eine eigene Dynamik, Komplexität und Atmosphäre, der ich mich, zum Ende hin kaum, noch entziehen konnte. Diese Rasanz spiegelte sich auch im Aufbau des Buches wider, dessen Teile und Kapitel zum Ende hin immer kürzer wurden, ohne die Komplexität zu verlieren. Und gerade das hat mich besonders beindruckt. Eine vielschichtige Geschichte zu konstruieren ist eine Sache, dieses Niveau aber zu halten und am Ende alle losen Fäden zu einem Bild zu vollenden, eine ganz andere. Und das ist Catton ganz meisterlich gelungen.

    Kurzum: Eine toll konstruierte Geschichte mit allem was es braucht: spannenden Charakteren, ein gutes Setting, Dramaturgie und ein Gefühl für Sprache. Daher unbedingt zu empfehlen.

  2. Cover des Buches Wie viel von diesen Hügeln ist Gold (ISBN: 9783103973921)
    C Pam Zhang

    Wie viel von diesen Hügeln ist Gold

     (68)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    Das einzige, was die Geschwister Lucy und Sam brauchen, ist ein Silberdollar um ihren Ba vernünftig beerdigen zu können. Doch als Waisen, vollkommen mittellos und - das schlimmste von allem - asiatischstämmig ist das so gut wie aussichtslos. So stranden die beiden schließlich mit einem gestohlenen Pferd und der Leiche ihres Bas in der grenzenlosen Weite der Prärie, in der vor langer Zeit noch Bisons grasten - bevor sie von Goldgräbern und anderen Glücksrittern ausgerottet wurden.

    C Pan Zhang erzählt eine wilde wie einfühlsame Geschicht über Familie, Geschwister und Zugehörigkeit. Über die Zerstörung der Umwelt, Gerechtigkeit und Fremdenhass. Über Geschlechterrollen, Vorurteile und Sehnsucht.

    Es mag klingen, als werden hier extrem viele Themen verarbeitet, aber das geschieht auf so angenehm natürliche Art und Weise, dass es in erster Linie Sams und Lucys Geschichte ist die fesselt und man erst später merkt, was alles in diesem Buch steckt.

    Mir hat besonders die Entwicklung der Figuren oder speziell Lucys gefallen. Nach und nach lernt und reflektiert sie und mit ihr lernte und reflektierte ich als Leser. Besonders begeistert hat mich die lange Rückblende, die die eigentliche Tragik und Ungerechtigkeit der ganzen Geschichte aufdeckt.

    Mein einziger Kritikpunkt ist, dass das Ende nach der grandiosen Rückblende nicht mehr ganz mithalten konnte. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Wer einen wunderbar geschriebenen, berührenden, aufwühlenden und lebendigen Roman über die Reise zweier spezieller Geschwister lesen möchte, der ist hier genau richtig!

    4,5*

  3. Cover des Buches Knochenjagd (ISBN: 9783453437715)
    Kathy Reichs

    Knochenjagd

     (125)
    Aktuelle Rezension von: Nala73

    Tempes neuester Fall beginnt wie ein Albtraum: In einer verlassenen Wohnung liegt, eingewickelt in ein Handtuch, die Leiche eines Neugeborenen. Und bald tauchen noch zwei weitere tote Babys auf. Die fi eberhafte Jagd nach der Mutter beginnt. Ist sie überhaupt die Mörderin? Ihre Spur führt Brennan und ihren Kollegen Ryan tief in die kanadische Einöde – und in das Revier eines eiskalten Killers ...

  4. Cover des Buches Im Land der weißen Wolke (ISBN: 9783404270019)
    Sarah Lark

    Im Land der weißen Wolke

     (460)
    Aktuelle Rezension von: LenaSilbernagl
    Darum geht's:
    London, 1852: Zwei junge Frauen treten die Reise nach Neuseeland an. Es ist der Aufbruch in ein neues Leben - als künftige Ehefrauen von Männern, die sie kaum kennen. Die adlige Gwyneira ist dem Sohn eines reichen "Schafbarons" versprochen, und die junge Gouvernante Helen wurde als Ehefrau für einen Farmer angeworben. Ihr Schicksal soll sich erfüllen in einem Land, das man ihnen als Paradies geschildert hat. Werden sie das Glück und die Liebe am anderen Ende der Welt finden? Ein fesselnder Schmöker über Liebe und Hass, Vertrauen und Feindschaft und zwei Familien, deren Schicksal untrennbar miteinander verknüpft ist.

    Das Buch:
    Eigentlich war ich nie der Mensch, der ein Buch von Sarah Lark lesen wollte. Obwohl ich historische Romane liebe und auch Liebesgeschichten mich begeistern können. Und obwohl die Bezeichnung Familien-Epos mich oft ködern kann, so waren die Bücher dieser Autorin für mich eher etwas, dass ich für mich abgeschrieben hatte.
    Doch nun habe ich den ersten Teil der Weißen-Wolke-Saga gelesen und das Buch konnte mich eindeutig überzeugen. 
    Beginnen wir mit dem Setting. London 1852 klingt schon mal ganz spannend. Die Kulisse wird eindrucksvoll geschildert auch die beiden weiblichen Protagonistinnen werden zum ersten Mal eingeführt. Beide sind mir von Anfang an sympathisch gewesen und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Auch wenn Heiratsumstände heute ganz anders sind konnte ich doch nachvollziehen, warum Helen die Heiratsannonce anziehend fand.
    Ich kann nicht bestätigen oder widerlegen, ob die historische Wirklichkeit im damaligen London wirklich so war, wie es in diesem Buch beschrieben wurde, aber ich konnte es mir gut vorstellen. 
    Die kleinen Details haben mir das gut möglich gemacht. Und selbst wenn die Tatsachen nicht so stimmen würden, täte dies dem Buch dennoch keinen Schaden. Denn es ist so spannend geschrieben, dass man schon nach nur wenigen Seiten mehr erfahren möchte.
    Die beiden weiblichen Protas waren für mich eindeutig in diese Zeit geschrieben und so konnte es auch passieren, dass die beiden erst nach Neuseeland reisen mussten. Würde das Buch in der heutigen Zeit spielen, wären die Beweggründe nicht vorhanden oder vollkommen anders. 
    So sind es jedoch die Umstände, die die beiden Protas in eine neue Welt schicken. Und gemeinsam mit den beiden erkundet auch der Lese das unbekannte Land.
    Die Überfahrt wird genauso spannend gestaltet wie alles andere davor auch, doch der interessanteste Teil folgt eindeutig danach. 
    Denn nicht nur für Helen und Gwyneira war dieses Land neu, sondern auch für mich. 
    Dabei wird auch diese Kulisse so eindrucksvoll beschrieben, dass ich mir genau vorstellen konnte, wo die beiden gelandet sind. Ich konnte mir sowohl das Land, als auch die Berge und Seen gut vorstellen.
    Bis hierher weiß der Leser noch nicht, wie sich die beiden Männer gestalten werden, die Helen und Gwyneira heiraten sollen. Das bleibt zunächst ein Geheimnis, welches es noch spannender macht weiterzulesen. 
    Im Laufe des Romans wird diese Geheimnis jedoch geklärt und es stellt sich heraus, dass die beiden Frauen und ihre Schicksale miteinander verknüpft sind. Im weiteren Verlauf müssen die Beiden viele Hürden überstehen, erleben jedoch auch schöne Situationen. Obwohl das Buch mehr als 800 Seiten hat, wurde mir beim Lesen nie langweilig und ich wartet gespannt darauf, was als nächstes kommen möge. Und obwohl irgendwann der Alltag ins Leben der beiden Protas einzieht, so wird das Lesevergnügen doch nie gemindert. Denn immer wieder werden interessante Passagen über das Land, das Leben dort oder die Fauna und Flora eingebunden, die eindeutig darauf schließen lassen, dass die Autorin dieses Land wirklich gut kennt.
    Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, als würde ich in die Welt hineingezogen. Dabei gab es für mich viele liebenswerte, aber auch einige hassenswerte Figuren. Und obwohl das Buch mit einem kleineren Cliffhanger endet kann man das verzeihen, denn der nächste Band wartet schon auf einen ;)
  5. Cover des Buches Tara und Tahnee (ISBN: 9783522184670)
    Patrick Hertweck

    Tara und Tahnee

     (91)
    Aktuelle Rezension von: Franci_Becker

    Obwohl es sich um eine Geschichte handelt, die dem Kinderbuchbereich zugeordnet wurde, möchte ich das Abenteuer von Tahnee und Tara jedem empfehlen. Patrick Hertweck weiß wie man jung & alt unterhält.

    Ich bin durch die äußerst angenehme, wenn nicht sogar mitreißende Sprechstimme von Christiane Marx nach Sierra Nevada der 1856er gereist. Während Tahnee im Wilden Westen bei ihrem Vater aufwächst, bis dieser spurlos verschwindet und das junge Mädchen bedroht wird, lebt Tara behütet mit ihrem Großvater in San Francisco. Erzählt wird aus der Sicht beider Elfjähriger, sodass man die gefährliche Flucht von Tanneh samt der beschwerlichen Reise hautnah miterlebt, andererseits Tara durchTagebucheinträge kennenlernt – solange, bis sich die beiden Kinder treffen & das Geschehen zusammen läuft.

    Obwohl leicht & altersgerecht geschrieben wurde, baut der Autor eine Spannung auf, die der greifbaren Atmosphäre in nichts nach steht. Die Handlung ist lebendig &, trotz einer gewissen Ahnung wie alles zusammen hängt, bleibt das Interesse konstant aufrecht. Ich finde, dass das typische Wild-West-Feeling wurde gekonnt umgesetzt & die Charaktere detailliert ausgearbeitet wurden, sodass der Leser / Hörer nicht umhinkommt dieses Buch ins Herz zu schließen. Natürlich gibt es weitere Figuren, die der Geschichte zuträglich & wichtig für den Verlauf sind.

    Zusammen gefasst: Kinder, die durch ihre Stärke & ihren Mut faszinieren & eine wunderbare Vorbildfunktion abgeben. Knapp sieben Stunden bangte, hoffte ich mit, während ich der fabelhaften Sprecherin lauschte.

    Ein ereignisreicher Abenteuerroman, der von Patrick Hertweck prall gefüllt wurde – nicht zuletzt mit Freundschaft & Spannung.

  6. Cover des Buches Die Liebe ist stark (ISBN: 9783957340504)
    Francine Rivers

    Die Liebe ist stark

     (57)
    Aktuelle Rezension von: MissPumpkin
    Eine Prostituierte und der Mann dem Gott sagte er solle sie heiraten.
    Die Geschichte von Sarah und Michael Hosea.

    Von der ersten Seite habe ich dieses Buch geliebt. Es ist der erste Liebesroman den ich bisher gelesen habe und ich war etwas misstrauisch ob ich nicht ein wenig Spannung vermissen würde. Pustekuchen! Innerhalb von zwei Tagen hab ich das Buch durchgelesen und konnte es nicht aus der Hand legen.

    Gefühlvoll und schonungslos wird die Geschichte von Sarah erzählt, die als Kind in die Prostitution verkauft wurde und von Hosea, dem Gott sagte, dass sie seine Frau sei und der Gott gehorchte. Aber Sarah ist über die Jahre abgehärtet und ihr Panzer selbst für den geduldigen Hosea schwer zu knacken. Die Story verliert sich nicht in ausschweifenden Erzählungen von Sarahs Vergangenheit oder schwülstigen Liebeserklärungen Hoseas, sondern bleibt ehrlich und konzentriert sich auf die Ängste, Sehnsüchte, Kämpfe und Entwicklung der Beiden. Dabei bleibt sie spannend und hält einige Wendungen bereit. Gefühlvoll erzählt sie von einer Liebe, so gewaltig das man sie kaum fassen kann... und von der Liebe die sich zwischen Hosea und Sarah entwickelt.

    Eines meiner persönlichen Highlights waren die Gespräche zwischen Hosea und Gott, die mich mehr als bloß einmal zum Grinsen brachten :)
  7. Cover des Buches Wolf Road - Die Angst ist immer einen Schritt voraus (ISBN: 9783038800040)
    Beth Lewis

    Wolf Road - Die Angst ist immer einen Schritt voraus

     (26)
    Aktuelle Rezension von: denise7xy

    Erster Satz

    Ich saß oben in der Eiche einen Ast zwischen den Knien, und beobachtete den tätowierten Mann, der im Schnee herumstapfte.

    Meinung

    Als kleines Kind verirrte Elka sich im Wald und traf auf Trapper, der sie bei sich aufnahm und ihre alles über das Leben in der Wildnis beibrachte. Als sie Jahre später erfährt, dass er ein Serienmörder ist, flieht sie vor ihm und dem Gesetz, welches  sie als Komplizen sieht. Durch eine kaputte Welt, fremden Sitten und Menschen, bahnt sie sich einen Weg, auf der Suche nach ihren Eltern. Doch Trapper ist ihr dicht auf den Fersen.

    Elka erzählt ihre Vergangenheit, wie sie zu Trapper kam, was er ihr beibrachte und welche Bedeutung er für sie hatte, bevor  sie am Anfang ihrer langen und beschwerlichen Reise angelangt. Im Laufe der Geschichte reflektiert sie oftmals Geschehenes, erinnert sich an Verdrängtes und verfällt ein ums andere Mal in Selbstzweifel. Der Schreibstil war flüssig zu lesen.
    Mit dem Setting hatte ich zu Beginn Schwierigkeiten, weil ich mir die Richtung nicht wirklich vorstellen konnte. Auch im Nachhinein denke ich, dass das dystopische Setting nicht wirklich von Nöten war, denn es wurde nur teils oder gar nicht erklärt, viel mehr fühlte sich es sich wie ein Western an, was wohl auch dem Goldsuchen geschuldet ist, welches häufiger zum Gespräch kommt.

    Charaktere

    Elka war mit viel Wissen über das Leben in der Wildnis ausgestattet, war aber meist unkonzentriert und teilweise zu naiv, was ihr einige Probleme bescherte. Im Laufe der Geschichte wird ihre immer mehr bewusst, was sie die letzten Jahre über verdrängt und übersehen hat. Es gefiel mir, wie sie sich damit auseinandergesetzt hat, aber insgesamt bin ich einfach nicht mit ihr warm geworden. Das Naive ging mir teilweise doch sehr auf die Nerven.


    Elka trifft auf die unterschiedlichsten Leute,, mal gutherzig, meistens jedoch auf ihren eigenen Vorteil aus. 

    Die Präsenteste ist Penelope. Zu Beginn wusste ich gar nichts mit ihr anzufangen, aber ihre Rolle ist äußerst wichtig für Elkas Entwicklung. Sie ist auf andere Weise als die Protagonistin eine Kämpferin. Das Zusammenspiel zwischen den Beiden war am Ende jedoch teils komisch, ihre Reaktionen nicht immer ganz nachvollziehbar.

    Fazit

    Das Setting war wenig involviert und somit eigentlich überflüssig, Elkas geistliche Entwicklung und Reflektion sehr stark. Insgesamt solide, auch wenn es am Ende meine volle Aufmerksamkeit nicht mehr für sich gewinnen konnte. 3 Sterne 

  8. Cover des Buches Das Gold der Maori (ISBN: 9783404260881)
    Sarah Lark

    Das Gold der Maori

     (211)
    Aktuelle Rezension von: Walking_in_the_Clouds

    Kathleen O’Donnell und Michael Drury befinden sich im Taumel ihrer ersten großen Liebe. Gemeinsam träumen sie 1846 davon, der Armut und Hungersnot in Irland zu entfliehen und nach Amerika überzusiedeln. Als Kathleen schwanger wird, wollen sie ihre Heimat so schnell wie möglich verlassen, doch dazu brauchen sie Geld, das Michael wie üblich durch Gaunereien zu beschaffen versucht. Diesmal wird er wegen seines Korndiebstahls für die Schwarzbrenner jedoch verhaftet und nach Australien deportiert. Zwar schwört er Kathleen, zu ihr und dem Baby zurückzukehren, um die Schande zu mildern verheiraten ihre Eltern sie aber mit einem Viehhändler, der mit ihr nach Neuseeland auswandert. Für Kathleen bricht durch ihren grausamen Mann ein Martyrium an, von dem Michael nichts ahnt. Auf dem Gefangenenschiff lernt er das wegen Mundraubs verurteilte Freudenmädchen Lizzie Owens kennen. Nachdem Lizzie ihm auf der Strafinsel hilft zu fliehen, verschlägt es sie gemeinsam ebenfalls nach Neuseeland.

    Großangelegte, in Neuseeland spielende Familiensagas mit romantischen Verwicklungen und einem reichhaltigen historischen und kulturellen Hintergrund sind eine von Sarah Larks Spezialitäten. Oft wird ihren Hauptfiguren darin übel mitgespielt, so auch im Auftaktband der Kauri-Trilogie, in dem ein fast zwanzig Jahre langer, beschwerlicher und verschlungener Weg vor ihnen liegt. Die Autorin lässt die Leser ganz nah am Schicksal der drei Protagonisten teilhaben und verstrickt sie in eine ebenso ungewöhnliche wie faszinierende Dreiecksbeziehung, die sehr ans Herz geht. Michael steht gewissermaßen zwischen zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während er Kathleen, die für ihn unerreichbar scheint, glorifiziert, bemerkt das charmante, aber unbedarfte Schlitzohr nicht, was es an der zupackenden Lizzie hat. Da jede der Frauen für sich genommen etwas Besonderes darstellt, ist es eine Freude, dass beide schließlich ihr Glück finden, auch wenn nur Eine am Ende Michael bekommt. (TD)

  9. Cover des Buches Im fahlen Licht des Mondes (ISBN: 9783941485488)
    Kerstin Groeper

    Im fahlen Licht des Mondes

     (20)
    Aktuelle Rezension von: SiCollier
    Der weiße Mann führte zwei Kriege. Einen, um uns zu töten. Und einen, um die Erinnerung daran auszulöschen.
    Black Kettle, Cheyenne Häuptling (1867, S. 7)
    „So ein Mist. Es ist doch nur ein Kind! Wer schießt denn auf Kinder?“
    Collins zuckte mit den Schultern. „Jeder, wenn es sich um Indianer handelt. Wir haben ja auch geschossen.“
    Josh sagte nichts mehr, denn sein Bruder hatte recht. Jeder schoss auf Indianer. Zumindest hier draußen.

    ](Seite 274)


    Meine Meinung

    „Ich fand es beim Schreiben ganz schön, dass ich auch mal ‘nette’ Weiße hatte und nicht nur mordende Soldaten.“ So schreibt Kerstin Groeper im Nachwort (S. 582). Zu dem Zeitpunkt, da diese „netten Weißen“ auftauchten, war es allerdings allerhöchste Zeit für ein paar erfreuliche Gestalten. Denn bis dahin war schon so viel Leid, Schmerz und Tod passiert, daß mein Haß- und Wutpotential ins schier Unermeßliche gestiegen war. Dabei hat die Autorin die Kriegs-, eher Massakerszenen, weder unnötig ausgedehnt noch übermäßig detailgetreu beschrieben, sondern die genau richtige Balance zwischen Beschreiben und Weglassen gefunden, so daß man sich alles genau vorstellen konnte, ohne daß man als Leser horrormäßig „im Blut baden“ mußte. Schlimm genug war es dennoch. Und dieser Teil gehört, man werfe einen Blick in die Geschichtsbücher, eindeutig zum Bereich „Fakt“ und nicht zur Fiktion.

    Das Buch besteht eigentlich aus zwei Teilen, die im Verhältnis ungefähr ein Drittel zu zwei Drittel zueinander stehen. Viel länger hätte der erste Teil aber nicht sein dürfen, um nicht doch die Grenze des Ertragbaren zu überschreiten. Dabei sitzt der Leser möglicherweise gemütlich im Wohnzimmer, während die der Erzählung zugrunde liegenden Menschen das einstens durchleiden mußten. Sicher sind Moekaé und ihre Nichte Rotes Blatt fiktive Figuren, jedoch tauchen etliche historisch belegte auf und wenn man sich deren Lebensweg ansieht, wird man feststellen, daß die Autorin die damaligen Geschehnisse ziemlich zutreffend wiedergegeben hat.

    Und in diesem zweiten Teil, der beginnt, als die „netten Weißen“ endlich auftauchen, finden sich die für meine Begriffe beeindruckendsten Stellen; das sind nicht unbedingt die von Kampf und Krieg. Die ganze Kraft ihres Könnens zeigt die Autorin vor allem in den eher stillen, ruhigen und nachdenklichen Momenten, die auf mich am Ergreifendsten wirkten; etwa wenn Moekaé von mitleidigen Menschen versorgt wird und die Erinnerungen an frühere Zeiten hochkommen. (S. 213) Oder wenn sie nach langem Leidensweg wieder dem alten, einst so stolzen und nun nur noch müden, Häuptling Dull Knife gegenübersteht. „Ich dachte, Indianer weinen nicht.“ Offensichtlich ein Irrtum, und es mag durchaus sein, daß dann nicht nur im Buch die Tränen fließen, weil gerade in solch ruhigen Szenen eine Eindringlichkeit zutage tritt, die tief unter die Haut geht und berührt.

    „Ich möchte mit meinen Büchern unterhalten, aber auch Wissenswertes vermitteln. Am meisten möchte ich jedoch Betroffenheit auslösen.“, schreibt die Autorin im Nachwort (S. 581). Beides gelingt ihr in diesem Roman. Der Schreibstil ist dermaßen „unterhaltsam“, daß ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Der „wissenswerte Teil“ besteht darin, daß zwar Moekaé und die Bronsons fiktive Figuren sind, an denen jedoch exemplarisch die Geschehnisse jener Zeit dargestellt werden. Denn der Überfall auf das Camp der Cheyenne, der Ausbruch aus Fort Robinson, die Verhältnisse in der Reservation und schließlich die Behandlung der Indianer durch die Armee - das ist historisch verbürgt und in den Geschichtsbüchern nachzulesen.

    Am Beispiel der Protagonisten erzählt Kerstin Groeper die Geschichte der Cheyenne, vom Untergang des freien Lebens und der erzwungenen Anpassung an den Lebensstil des „weißen Mannes“, die alles andere als leicht war. Denn, so möchte man sagen, Cheyenne und Weiße lebten in völlig verschiedenen Welten. Der „weiße Mann“ brach in die Lebenswelt der Cheyenne ein und walzte rücksichtlos alles nieder, was ihm in den Weg kam. Die Cheyenne konnten untergehen - oder sich anpassen und versuchen zu überleben. Genau das, nämlich Überleben, will Moekaé, die von den Weißen dann Monika genannt wird. Als sie verwundet und am Ende ihrer Kräfte, dem Tod näher als dem Leben, von den Bronsons aufgenommen wird, prallen zwei Welten aufeinander, was noch durch die fehlende Verständigungsmöglichkeit verschärft wird.

    In der Folge erleben wir das Zusammenleben und das sich langsam Annähern aus beiden Sichtweisen: der von Moekaé und auch aus der der aufnehmenden Familie Bronson. Eine besonders interessante Figur ist dabei der Vater Theodor, der zunächst mit allen üblichen Vorurteilen und Vorbehalten Indianern gegenüber behaftet und ein ewiger Griesgram ist, was beim Lesen für manchen Lacher gut ist. Seine Entwicklung im Buch ist wohl die deutlichste und macht die ganze Problematik des Aufeinandertreffens der Kulturen besonders anschaulich.

    Allerdings, es war zu befürchten, geht all das nicht ohne Probleme und Mißverständnisse vonstatten, und mehr als ein Mal habe ich die Luft angehalten, ob sich manche schwierige Situation denn noch gut auflösen würde. So wurde es auch in diesem zweiten Teil, obwohl der überwiegend dem harten Leben auf einer neu gegründeten Farm gewidmet war, nie langweilig. Längen konnte ich keine feststellen, handlungsbezogene und beschreibende Abschnitte sind gut ausgewogen und lassen das Kopfkino lebhaft anspringen. Sehr angenehm ist mir auch das langsame Ausklingen des Buches aufgefallen.

    Wenn dann die rund fünfhundertachtzig Seiten viel zu schnell gelesen sind, heißt es Abschied nehmen von Figuren, von denen ich kaum glauben kann, daß sie „nur“ fiktiv sind, so intensiv habe ich sie auf ihrem meist schweren Weg begleitet. Innerhalb kurzer Zeit hat sich die Welt verändert, nichts ist mehr wie es war, und wir können nur hoffen, daß den Überlebenden ein gutes Leben vergönnt ist.

    Das Buch wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.


    Mein Fazit


    Der schwere und leidvolle Weg der Cheyenne vom freien Leben in der Prärie in die Welt des weißen Mannes. Ein lesenswertes Buch, das den Cheyenne ein würdiges Denkmal setzt.
  10. Cover des Buches Blutklingen (ISBN: 9783453314832)
    Joe Abercrombie

    Blutklingen

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Joe Abercrombie ist in sein „First Law“ – Universum zurückgekehrt. Im Januar 2017 wird die Anthologie „Schattenklingen“ bei uns veröffentlicht. Obwohl ich sonst kein Fan von Kurzgeschichten bin, kann ich es kaum erwarten. 13 neue Geschichten mit Glokta, Logen und all den anderen! Da es bis Januar ja nicht mehr allzu lang hin ist, wurde es höchste Zeit, dass ich mir den letzten der drei Einzelbände aus der „First Law“ – Welt vornehme. „Blutklingen“ stand auf der Speisekarte.

    Scheu Süd war nicht immer ein guter Mensch. In ihrer Jugend lief sie von zu Hause fort und schloss sich einer Räuberbande an. Sie stahl. Sie tötete. Dankbar, dass diese dunklen Jahre der Gewalt weit zurückliegen, sorgt sie heute so gut sie kann für ihre kleinen Geschwister Ro und Pit und versucht, den Hof ihrer verstorbenen Mutter am Laufen zu halten. Keine einfache Aufgabe in Naheland. Unterstützt wird sie von dem alten Gully und Lamm, einem sensiblen Nordmann, der wohl so etwas wie ihr Stiefvater ist. Scheu kennt die Berichte über Goldfunde in Fernland. Idiotisch, wer glaubt, dort das Glück zu finden. Niemals würde sie ihre Verpflichtungen einfach hinschmeißen, um einem Traum nachzujagen. Doch als sie eines Tages gemeinsam mit Lamm aus der Stadt zurückkehrt, findet sie nichts als Asche vor. Ihr Hof wurde niedergebrannt, Gully ermordet und die Kinder verschleppt. Die Spuren deuten nach Fernland. Entschlossen, Ro und Pit zu finden, machen sich Scheu und Lamm auf die lange und gefährliche Reise. Bald muss Scheu einsehen, dass sie ihren Stiefvater weniger gut kennt, als sie dachte. Vielleicht ist sie nicht die einzige mit einer blutigen Vergangenheit.

    Joe Abercrombie hat zu seiner alten Form zurückgefunden. „Blutklingen“ ist definitiv der beste der drei Einzelbände und knüpft qualitativ an die „First Law“ – Trilogie an. Während „Racheklingen“ und „Heldenklingen“ räumlich und inhaltlich begrenzte Geschichten erzählen, werden die Tore zu Abercrombies detailliertem Universum in „Blutklingen“ erneut weit aufgestoßen. Die Handlung setzt etwa 10 Jahre nach den Ereignissen in „Racheklingen“ an und beleuchtet einen Winkel der Welt, den die Leser_innen bisher nicht besuchen durften: die ungastlichen, gesetzlosen Regionen Naheland und Fernland. Seit in Fernland Gold gefunden wurde, setzte ein stetiger Zustrom von Glücksrittern und Verzweifelten ein, die hoffen, sich in der kargen Landschaft mithilfe einiger Nuggets ein neues Leben aufbauen zu können. Demzufolge ist „Blutklingen“ die High Fantasy – Version der Goldräusche in Nordamerika, eine Idee, die mich bereits grundsätzlich begeistert. Ich finde es großartig, dass Abercrombie reale Ereignisse der Geschichte in diesen Kontext überträgt und auf diese Weise spannende neue Perspektiven erkundet. Er arbeitet Naheland und Fernland überzeugend in die prekäre politische Situation zwischen der Union und dem Kaiserreich ein und verdeutlicht das Interesse beider Nationen an diesen Grenzlanden. Die Aura von Veränderung ist auf jeder Seite spürbar und unterstützt die bombastische, greifbare Atmosphäre. Er spielt mit der Frage, was Zivilisation eigentlich ausmacht: definiert sich Zivilisation über materielle Errungenschaften oder eher über das Verhalten der Menschen? Unwissenheit, Missverständnisse und Vorurteile schüren den Konflikt zwischen Siedlern und der indigenen Bevölkerung, führen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in den Ebenen und können den Fortschritt doch nicht aufhalten. Bedauerlicherweise ist das Kielwasser der Zivilisation stets blutig.
    Die Protagonistin Scheu Süd kümmert sich wenig um Fortschritt und Zivilisation, ihr einziges Interesse gilt der Rettung ihrer Geschwister. Mir gefiel Scheu aufgrund ihrer Bodenständigkeit unglaublich gut. Sie ist eine harte junge Frau, deren Herz am rechten Fleck sitzt und die eine ansteckende Energie ausstrahlt. Ihre Vergangenheit desillusionierte sie, ließ sie misstrauisch und zynisch werden, aber sie bewahrte sich sowohl ihre Fähigkeit, zu lieben, als auch ihre Fähigkeit, Glück zu empfinden. Jede_r hat sein/ihr Päckchen zu tragen, eine Weisheit, die ebenso auf den Rechtsgelehrten Tempel und Scheus Stiefvater Lamm zutrifft. Während Tempel sein Wesen komplett umkrempelt, obwohl er viele Jahre für den berüchtigten Söldner Nicomo Cosca (ja, DER Cosca) arbeitete, wird Lamm im Verlauf ihrer Reise von seiner Vergangenheit eingeholt. Drei lebendige, realistische Figuren, die ganz verschiedene Antworten auf die Frage liefern, ob sich ein Mensch wirklich ändern kann. Mich faszinierte die Subtilität, mit der Joe Abercrombie dieses philosophische Thema in seine Geschichte integrierte. Ohne die Handlung zu beherrschen begleitet es die Leser_innen ununterbrochen, wie eine Unterströmung, die nur in entscheidenden Momenten zu Tage tritt. Abercrombie ist eben mehr als ein Chronist brutaler Gewalt und heftiger Kraftausdrücke, er verfügt über eine nachdenkliche, einfühlsame Seite. Dieser Facettenreichtum spiegelt sich in seinen Romanen wider und dafür liebe ich ihn.

    „Blutklingen“ steigerte meine Vorfreude auf die Anthologie „Schattenklingen“ massiv. Es ist ein fantastischer High Fantasy – Roman voller Anspielungen auf die Realität und tiefen, abwechslungsreichen Charakteren. Das Setting erinnert an den Wilden Westen, die Handlung an die großen Goldräusche des 19. Jahrhunderts. Es vereint Härte, Action und Emotionalität auf unnachahmliche Weise. Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und bin überzeugt, dass Joe Abercrombie mit seinem „First Law“ – Universum noch längst nicht fertig ist. Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass nach der Anthologie weitere Bücher aus dieser Welt folgen werden. Meine Intuition sagt mir, dass dort noch viele Geschichten schlummern, die erzählt werden wollen und ich bin sicher, Joe Abercrombie weiß das. Mr. Abercrombie, ich warte. Bitte strapazieren sie meine Geduld nicht übermäßig.

  11. Cover des Buches Die Zeit, in der wir träumten (ISBN: 9783746632964)
    Meredith Jaeger

    Die Zeit, in der wir träumten

     (31)
    Aktuelle Rezension von: MissNorge

    Was ein toller Roman, der mich mal wieder richtig packen konnte. Eine Erzählung in der Gegenwart und eine im Jahre 1876. Herrlich spannend und logisch wurden die beiden Stränge von der Autorin verbunden. Das karge und ärmliche Leben von Hanna, hat mich tief bewegt und ist von Meredith Jaeger sehr berührend beschrieben. Beim Lesen hat man förmlich den widerlichen Gestank in der Nase, der damals in den Gassen geherrscht haben muss. 

  12. Cover des Buches Wolfsblut (ISBN: 9783746090900)
    Jack London

    Wolfsblut

     (236)
    Aktuelle Rezension von: Claudia_de_Mora

    Die Geschichte aus Sicht eines Wolfes hat mich sehr berührt. In der Natur geboren zog es Wolfsblut aufgrund seiner Mutter, die halb Wölfin und halb Hündin ist, in die Zivilisation.

    Beim grauen Biber und beim Schmitt erlebte Wolfsblut grausames, was die Entwicklung seines Charakters beeinflusste. Erst bei seinem dritten Herrn lernte Wolfsblut, was letztendlich Liebe bedeutet.

    Ich empfehle das Buch allen, die gerne Klassiker lesen.

  13. Cover des Buches Schnelles Geld (ISBN: 9781717968517)
    Wolfgang Müller

    Schnelles Geld

     (10)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele

    „...Zum Reichtum führen viele Wege, die meisten von ihnen sind schmutzig...“


    Wir schreiben das Jahr 1398. Eine Seeräubercrew entert genau das Schiff, auf den sich die zwei Kisten mit der Siegprämie für den Deutschen Orden befinden. Doch lange können sie sich daran nicht erfreuen, denn ein Kriegsschiff kreuzt ihren Weg. Geert Schrober und Ocke Reinders fliehen mit dem Beiboot, auf dem sich auch die Kisten befinden.

    Dann wechselt die Geschichte ins Heute und Jetzt. Ole, Baulöwe von Friesland, will im Naturschutzgebiet ein Golfhotel errichten. Finanzieren soll das Helmfried von Baselitz, Inhaber einer Privatbank.

    Der Autor hat einen spannenden und abwechslungsreichen Krimi geschrieben. Die Geschichte lässt sich flott lesen. Während sich in der Gegenwart die Wogen überschlagen, wird nach und nach in kurzen Episoden erzählt, welche verschlungenen Wege die beiden Kisten der Piraten nehmen.

    Der Schriftstil ist abwechslungsreich. Das historische Geschehen wird mit einer Prise schwarzem Humor erzählt. In der Gegenwart dominieren eher Ironie und Sarkasmus. Dabei gefallen mir insbesondere die gekonnten politischen Anspielungen. Das liest sich zum Beispiel so:


    „...Seine Söhne, so wie auch die der anderen Politiker, besuchten Privatschulen, um später nach oben durchgereicht zu werden. Öffentlich lobte man natürlich die staatlichen Schulen...“


    Auch von Baselitz Meinung zur Bankenrettung ist nicht von der Hand zu weisen:


    „...Man war ja angeblich systemrelevant. Der dumme Michel hatte sie, auf Anraten von genau so dummen oder gekauften Politikern, alle gerettet...“


    Für Ole gilt es zwei Fragen zu klären: Wie zwingt man einen Politiker dazu, für das Golfhotel und gegen den Naturschutz zu stimmen? Wie erreicht man, dass ein Campingplatzbesitzer sein Land verkauft? In beiden Fällen kommt er auf sehr unkonventionelle Lösungen. Allerdings kann er nicht ahnen, dass gerade die Vergangenheit für sein Vorhaben kontraproduktiv ist.

    Der Autor verknüpft auf gekonnte Art unterschiedliche Probleme miteinander. Neben einem Goldrausch auf Fehmarn geht es um Korruption und Erpressung.

    Die Personen werden gut charakterisiert. Außerdem erfahre ich eine Menge über ihre Vergangenheit. Dabei wird deutlich, dass sich manche Eigenschaften und Vorlieben über Generationen vererbt haben.

    Mit den norddeutschen Dialekt hatte ich keinerlei Probleme. Er gibt der Geschichte ihre örtliche Authentizität.

    Für Abwechslung sorgen außerdem eingestreute Zeitungsartikel. Zu den sprachlichen und stilistischen Höhepunkten gehören für mich die Pressekonferenzen. Zum einen wird der Schlagabtausch gekonnt wiedergegeben, zum anderen zeigen sie, wie schnell sich die öffentliche Meinung ändert. Der Mensch ist anpassungsfähig. Die Presse auch!

    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. An einigen Stellen habe ich mich köstlich amüsiert, an anderen ist mir das Lachen fast im Halse stecken geblieben.


  14. Cover des Buches Amys Geheimnis (ISBN: 9783548611600)
    Deborah O'Brien

    Amys Geheimnis

     (53)
    Aktuelle Rezension von: lanzelot

    Eine grandiose Geschichte die in zwei Zeitabschnitte eingeteilt und aufgebaut ist. Da ist in der Gegenwart Angie deren Mann gerade verstorben ist und Amy die um 1872 aus Sydney in das kleine Goldgräberstädtchen Millbrooke und in das Pfarrhaus ihrer Eltern zurückgekehrt ist. Sie möchte ihrer kranken Mutter helfen, obwohl sie sehr ungern aus dem pulsierenden Sydney in die Einöde von Millbrooke zurückgekommen ist. Sie hatte bis zu dem Zeitpunkt bei ihrer Tante gelebt. Dann noch der sture Vater, alles nicht so einfach für Amy. In der Gegenwart macht Angie mit ihren Freundinnen einen Ausflug in das Goldgräberstädtchen. Die Freundinnen mußten sie lange dazu überreden, mal wieder etwas zu unternehmen um auf andere Gedanken zu kommen.
    Spontan verliebt Angie sich in das alte Pfarrhaus. Trotz der Widersprüche der Freundinnen beschließt sie in Millbrooke zu bleiben und das Haus anzumieten. Als sie in einer Truhe auf einige Dinge und ein Foto von Amy stößt, verstrickt sich die Geschichte ineinander. Der Roman ist flüssig und spannungvoll geschrieben. Das Geheimnis um Amy werde ich hier aber nicht verraten, nur das mir der Roman sehr gut gefallen hat und ich ihn weiterempfehlen kann.

  15. Cover des Buches Die Sisters Brothers (ISBN: 9783442480043)
    Patrick deWitt

    Die Sisters Brothers

     (17)
    Aktuelle Rezension von: simonfun

    Eine Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten. Etwas holziger Schreibstil, gepaart mit vielen leeren Seiten zwischen den Kapiteln und zwei unnötigen Zwischenspielen ließen mich ratlos und unbefreidigt das Buch weglegen. Ich kann den Hype nicht nachvollziehen und werde mir den Film bestimmt nicht ansehen.
    Wie auch immer - Zeitverschwendung!

  16. Cover des Buches Fortunas Tochter (ISBN: 9783518463833)
    Isabel Allende

    Fortunas Tochter

     (186)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Eliza wurde als Baby in einem Waschpulverkarton ausgesetzt. Sie wächst im großen Haus von Miss Rose und deren Bruder Jeremy auf und bekommt eine hervorragende englische Erziehung. Alles endet an dem Tag, an dem Eliza feststellen muss, dass sie vom Angestellten ihres Ziehonkels schwanger ist – eine unauslöschliche Schande. Heimlich macht sie sich auf Joaquín zu suchen, der dem Ruf des Goldes nach Kalifornien gefolgt ist. Wenn er sie heiratet, wird alles gut. Doch die Suche dauert lange, Kalifornien ist groß und für eine alleinstehende, junge Frau gefährlich.

    Allendes Sprache ist überwältigend. Farbig, bildgewaltig und voller Poesie lässt sie das Chile und Kalifornien des 19. Jahrhunderts vor einem auferstehen. Brillant schildert sie längst vergangene Zeiten, lebendig und echt, dass man sich in ihnen zu bewegen meint.

    Leider konnte ich mich mit der Geschichte selbst überhaupt nicht anfreunden. Sie hat in mir gar nichts berührt. Der magische Sog fehlte. Auch nach 480 Seiten konnte das Buch kein Interesse in mir wecken. Sehr schade, doch für mich nicht das richtige.

  17. Cover des Buches Oliver Twist (ISBN: 9781407145457)
    Charles Dickens

    Oliver Twist

     (120)
    Aktuelle Rezension von: Caro_Lesemaus
    Der Waisenjunge Oliver Twist wächst in elenden Verhältnissen im Armenhaus auf und flieht nach einer missglückten Anstellung bei einem Sargbauer nach London. Dort gerät er in die Fänge einer Diebesbande, deren Meister Fagin auch Oliver Tricks beibringt. Beim ersten Diebeszug wird Oliver von seinen Kameraden im Stich gelassen und versteht eigentlich erst dann, wozu die ganzen erlernten Tricks nützlich sein sollen. Oliver ist erschüttert und wird von einem netten älteren Herren, Mr. Brownlow, in dessen Haus aufgenommen. Doch Olivers neu gewonnenes Zuhause soll ihm nicht lange vergönnt sein. Mr. Brownlow schafft es schließlich, Olivers Identität ans Licht zu bringen und damit seinem Leben die entscheidende Wendung zu geben.

    Dieser Klassiker stand schon lange auf meiner Leseliste, musste aber häufig hinter anderen Büchern zurück stehen. Umso mehr freue ich mich, ihn nun endlich kennen gelernt zu haben. Die Sprache ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, wie es meistens bei Klassikern der Fall ist. Dickens vermag es allerdings, eine wirklich schöne Geschichte zu erzählen. Die Erzählung wurde ursprünglich als Fortsetzungsroman in Zeitungen veröffentlicht, sodass die Kapitel recht kurz und durch inhaltszusammenfassende Überschriften gekennzeichnet sind. So kommt es vermutlich auch zustande, dass es zwischendurch Kapitel gibt, in denen Olivers Schicksal keine Rolle spielt und man keine Informationen erhält, wie es mit ihm weitergeht. Für mich waren diese Kapitel reine Verzögerungen, die nicht den Effekt hatten, einen Spannungsbogen aufzubauen. Zum Teil entstanden dadurch leider sogar Längen, die als Nebengeschichte für die eigentliche Handlung nicht unbedingt notwendig waren. Für diese Phasen der aufkommenden Langeweile zwischendurch muss ich einen Stern abziehen.
    Die Figuren des Buches sind in ihren Charakteren vielfältig und werden so eindrücklich beschrieben, dass man sie sich lebhaft vorstellen kann. Überraschend war für mich, dass die berühmte Figur des "Artful Dodger" eigentlich nur eine kleine Nebenrolle einnimmt. Ich hatte irgendwie die ganze Zeit noch auf seinen großen Auftritt gewartet. So kann man sich mit seinen Erwartungen insbesondere bei einem berühmten Werk täuschen...

    Fazit:
    Ein absolut lesenswerter Klassiker, dessen Geschichte jeder kennen sollte. Leider kommt er nicht ohne Längen daher und erhält von mir deshalb auch nicht die volle 5-Sterne-Bewertung. Dickens versteht es jedenfalls, Geschichten zu erzählen und ich freue mich schon auf den nächsten Klassiker, der im Regal wartet.
  18. Cover des Buches Wer auf Rache sinnt (ISBN: 9783442485352)
    Anne Perry

    Wer auf Rache sinnt

     (4)
    Aktuelle Rezension von: secretworldofbooks
    Inhaltsangabe:


    London, 1879: In der Themse treibt die Leiche eines Mannes, eine Pistolenkugel steckt in seinem Rücken. Die Identität des Toten ist rasch geklärt: Es handelt sich um einen kürzlich aus dem Gefängnis entflohenen Kriminellen. Wie Inspector William Monk jedoch bald feststellt, starb das Opfer nicht durch das Projektil, sondern muss bereits Stunden zuvor ertrunken sein. Warum also der postmortale Schuss? Fast zu spät erkennt Monk, dass der Schlüssel zu dem Fall in seiner eigenen Vergangenheit liegt – und dass ein alter Feind zurückgekehrt ist, um mörderische Rache zu üben ...



    Meinung:


    Einfach brillant wie Anne Perry zwei verschiedene Handlungsstränge zu diesen Krimi vereint und zum Schluß eine richtige Spannung aufbaut.
    Am Anfang hatte ich etwas Probleme , die verschiedenen Personen und ihre Handlungsorte auseinander zu halten, aber das gab sich dann im Laufe der Story von allein, da sich alles vereint.
    Die Personen sind alle gut beschrieben und Monk mit seiner Hester sind mir sehr sympatisch. Für die örtliche Beschreibung des damaligen London und das Wissen über die Schifffahrt gibts ein dickes Plus von mir.
    Überrascht war ich ,dass dieses Buch schon der 22. Teil einer Reihe ist. Dieses wusste ich vorher nicht, aber es störte mich auch nicht besonders.Man merkt es aber schon an manchen Stellen im Buch.
  19. Cover des Buches Die Gestirne (ISBN: 9783844519082)
    Eleanor Catton

    Die Gestirne

     (9)
    Aktuelle Rezension von: funne
    Neuseeland, 1866. Der Goldrausch ist in vollem Gange. Im Massen strömen eifrige Goldgräber aus aller Welt nach Hokitika, um in den dortigen Minen ihr Glück zu machen.
    In dem Raucherzimmer eines Hotels trifft derweilen Walter Moody auf eine seltsame Versammlung von 12 Männern, die unterschiedlicher nicht sein könnten - und die er soeben offensichtlich bei einer wichtigen Besprechung gestört hatte. Jeder von ihnen ist ein Puzzlestück in einer verworrenen Geschichte um einen toten Alkoholiker, einen verschwundenen Reichen und eine opiumsüchtige Hure. Und, wie es der Zufall so will, hat auch Walter Moody sein Steinchen zum Mosaik hinzuzufügen.


    Meine Meinung:

      Zur Erklärung im Voraus: Die zwölf Männer im Rauchzimmer des Hotels stellen die zwölf Tierkreiszeichen in der Astrologie dar. Und die Kapitel werden im Laufe der Geschichte immer kürzer - wie die Mondphasen im Laufe der Zeit immer weniger vom Mond preisgeben. Auch wurde das Schicksal der sich Liebenden von einer bestimmten Sternenkonstellation vorherbestimmt. So hat Eleanor Catton einen Rahmen geschaffen, der zum Titel und zum Cover passt, obwohl man durch die Geschichte an sich kaum darauf kommen könnte (Ich war anfangs verwirrt, was die Kapitelüberschriften (z.B. "Zunehmender Mond im Stier") und das Cover/der Titel mit der Geschichte zu tun hatten).

      Was die Geschichte angeht, hat es mir sehr gut gefallen. Allerdings fällt mir gerade nicht ein, wie ich das alles positiv formulieren könnte. Denn es klingt doch sehr negativ:
    Zum Beispiel wurde nacheinander ein und dieselbe Geschichte aus verschiedenen Sichten erzählt. Am Ende des Buches hatte man zig verschiedene Meinungen und Erklärungen, ohne zu wissen, welche nun wahr ist und wie das alles wirklich passiert ist.
    Auch die Charaktere sind letztlich schwer zu charakterisieren, hat man sich doch durch die verschiedenen Sichtweisen jeweils völlig unterschiedliche Meinungen über sie bilden können.
    Der Leser wird zum rätseln aufgefordert, ohne am Ende mit der Lösung belohnt zu werden.

      Ich bin nicht ganz sicher, was ich von dieser Methode, eine Geschichte zu erzählen, halten soll... Einerseits ist es recht originell, und vielleicht sogar realistischer und bietet mehr Freiraum zur eigenen Meinungsbildung, als gewöhnliche einseitige POVs. Andererseits ist es doch sehr verwirrend.

      Verwirrend ist auch die Geschichte selbst. Grob kann man sie nachvollziehen... allerdings sind da soviele Nebengeschichten und Details, die man nicht ganz blickt. Vor allem da es ein Hörbuch war, hat es sich nicht ganz so geeignet für eine so komplizierte Geschichte. Noch dazu scheint die Autorin eine Schwäche für Sätze zu haben, die in sich selbst bis zu zehn mal von neuem beginnen. Das ist wie in Mathe eine von diesen Monsteraufgaben mit Klammern in Klammern in Klammern und so weiter.
    Ihr kennt die alle (☞°∀°)☞

      Bevor ich zum Vorleser komme noch ein Letztes: Es ist schwer zu beschreiben, wieso die Geschichte sospannend war, obwohl oft genau das selbe, nur aus anderen Sichten erzählt wurde, und obwohl alles so unendlich lang war. Der Großteil bestand nicht aus aktiver Handlung, von Action ganz zu schweigen, sondern eher aus Erzählungen und Erinnerungen, aus denen die Geschichte zusammengebastelt wurde. Trotzdem war es sehr interessant zuzuhören. Keine Geschichte, die man kennen muss... aber ganz nett.

      Den Vorleser finde ich einfach klasse. Er hat eine angenehme Stimme, der ich jeden Tag zuhören könnte. Auch hat man super gut zwischen den unterschiedlichen Charakteren unterscheiden können, denn Herr Rotermund hat die Stimmenvariation echt drauf. Bis auf wenige Worte, die man anders ausspricht (Sorry... aber so ist es), habe ich nichts zu bemängeln.

    Fazit:
    Eine nette Geschichte. Etwas langatmig und verwirrend und schwer im Überblick zu behalten, aber an sich sehr hörenswert, was nicht zuletzt dem tollen Vorleser zugute kommt. Ich bin nicht sicher, ob ich das Buch (das über 1000 Seiten haben soll) genauso gerne gelesen hätte, wie ich das hier gehört habe.



    My Life: [Hörbuch-Rezension] Eleanor Catton: Die Gestirne
  20. Cover des Buches Himmelsfeuer (ISBN: 9783596192892)
    Barbara Wood

    Himmelsfeuer

     (122)
    Aktuelle Rezension von: Stirbelwurm
    Seit ihrer Kindheit taucht in den Träumen Erica Tylers immer wieder ein geheimnisvolles Bild auf. Als die Archäologin in einer indianischen Kultstätte genau das gleiche Motiv auf einem Wandgemälde entdeckt, ist sie überzeugt, dem Rätsel ihrer Herkunft einen Schritt näher gekommen zu sein. Der sensationelle Fund führt sie zu einem amerikanischen Urvolk, dessen schillernde Geschichte vor zweitausend Jahren begann...
  21. Cover des Buches Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über den Wilden Westen (ISBN: 9783806224078)
    Alexander Emmerich

    Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über den Wilden Westen

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Buchwurmchaos
    Aus der Reihe "Alles Mythos!" habe ich den Band des Autors Alexander Emmerich gelesen, der seine Promotion über Amerikanische Geschichte schrieb. Er lässt uns hier teilhaben an 20 populären Irrtümern über den Wilden Westen, Falschwissen oder ungenaues Wissen, das teils absichtlich durch Westernfilme und Romane verbreitet wurden und sich bis heute in unseren Köpfen halten.
    Ob es dabei um das Leben der Indianer geht, der Urbanisierung unwirtlicher Gegenden durch europäische Einwanderer, ob um bekannte Revolverhelden oder schlicht um das Leben und Wirken von Karl May, ich persönlich war manchmal fast erschlagen von der Informationsflut, die mir in jedem Kapitel entgegenkam.
    Hatte ich ursprünglich gedacht, ich würde hier kurz und knapp über Kleinigkeiten informiert, wurde mir schnell klar, dass ich ein fast 100 Jahre umfassendes Geschichtsbuch in den Händen halte, das nicht zeitlich chronologisch erzählt, sondern hinter einzelnen Stichpunkten genauer nachhakt und auf die Unsinnigkeiten bisheriger Meinungen aufmerksam macht. Dass es dabei natürlich in verschiedenen Kapiteln zur Wiederholung von Fakten kommt, ist nicht zu vermeiden und eher hilfreich.
    Ich hatte unzählige Aha-Effekte, bin neugierig geworden auf viele andere Bücher und Ausstellungen, auf Western Filme aller Art, mein Horizont der Bildung wurde erweitert, meine eingefahrene Meinung oft rehabilitiert und geändert, daher vergebe ich die volle Punktzahl und möchte das Buch jedem interessierten Leser empfehlen.
    Wer auch an der heutigen USA interessiert ist, viele kulturelle Entwicklungen, Gesetze und politischen Einstrellungen verstehen möchte, der kommt nicht umhin, sich mit der Eroberungsgeschichte zu befassen. Hier wird sie locker und mit Begeisterung erzählt, oft mit den dementsprechenden Verweisen, woher unser falsches Wissen stammt und warum dies über all die Jahre nie revidiert wurde.
    Trotz all der Lobhudelei über diese Ausgabe hoffe ich, dass der Verlag eine erweiterte Ausgabe veröffentlichen wird. Es wäre so hilfreich, geschichtliche Karten der USA mit Landesbegrenzungen, Trecktouren, Lebensräume verschiedenen Indianerstämme zur Hand zu haben. Freuen würde ich mich auch über Abbildungen der Vegetation, der Waffen, der vorgestellten Personen, viel gelesenes Wissen verliert sich doch sehr schnell, wenn man es nicht bildhaft unterstützt präsentiert bekommt.
    Zum Überlesen und Vergessen ist mir das zusammengetragene und liebevoll ausformulierte Wissen des Autors zu schade!

  22. Cover des Buches Lockendes Gold. (ISBN: B001NYK7B4)
    Jack London

    Lockendes Gold.

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches The Luminaries (ISBN: 8601200777703)
    Eleanor Catton

    The Luminaries

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Elisabeth_Rettelbach

    Ich mag historische Roman sehr, daher habe ich mir auch diesen gekauft. Was soll ich sagen, wirklich mal etwas ganz anderes! Viele schreiben, der Roman sei langatmig und es passiere nicht wirklich viel Action. Das stimmt teilweise, auch für mich gab es Strecken, wo ich gerne mal 15 Seiten überblättert hätte. Die Handlung ist sehr komplex und man muss als Leser aufpassen, dass man noch weiß, was eigentlich grad los ist. Und doch fesselt der Plot und vor allem die wunderbar poetische, bildhafte Sprache. Wer so etwas mag, ist hier wirklich richtig. Oft habe ich mir Sätze sogar notiert, weil sie so wunderschön waren. 

    Walter Moody kommt 1866 in Neuseeland in Hokitika, einer rauen Goldgräberstadt an an. Im Crown Hotel, trifft er auf zwölf ihm unbekannte Männer des Ortes. Jeder scheint irgendwie suspekt oder seltsam, doch sie sind hier, um rätselhafte Verbrechen aufzuklären, die sich in letzter Zeit ereignet haben. Das Buch hat verschiedene Handlungsstränge und geht teils auch in der Zeit zurück, wobei sich die Stränge langsam zusammenziehen. 

    Ein Stern Abzug für die langatmigen Stellen, aber wirklich zu empfehlen, wenn jemand Durchhaltevermögen hat.


  24. Cover des Buches Die Farbe der Träume (ISBN: 9783458358480)
    Rose Tremain

    Die Farbe der Träume

     (13)
    Aktuelle Rezension von: literat

    Ich bin so froh, daß ich diese Liste mit 1001 Büchern, die unbedingt gelesen werden müssen, entdeckt habe!! Weil ich hier wieder eine fabelhafte Autorin entdeckt habe!!

    Aber jetzt zum Buch: es geht hier um ein Auswandererehepaar samt Mutter des Ehemannes, die im 18. Jh. nach Neuseeland auswandern. Sie haben ein Stück Land in der Wildnis gekauft und wagen nun das Abenteuer in dieser fremden Umgebung sich das Land urbar zu machen. Harriet startet mit viel Begeisterung, sie freut sich aus ihrem total vorhersehbaren Leben als Gouvernante in England ausgebrochen zu sein und ein wildes, freies, selbstbestimmtes Leben anzufangen. Ihr Mann Joseph startet mit etwas weniger Enthusiasmus, er hat seine eigene Vergangenheit, im Laufe des Buches erfährt man dann auch sein Geheimnis, daß er vor seiner Frau hütet, wieso er aus England weg musste. Und Lilian, die Mutter ist anfangs gar nicht begeistert, hat viele Vorbehalte und will eigentlich nix wie heim. Aber dann beginnt sie dem leben in der Natur auch was abzugewinnen und taut auf. Und dann kommt der Goldrausch, dem Joseph auch verfällt und aufbricht um das große Glück zu machen. Weiter will ich nix verraten!!

    Der Autorin ist es gelungen, die Charaktere sehr detaillreich und sehr vielschichtig zu zeichnen. Und sie hat viele Begriffe einfließen lassen, die die Fremdheit des neuen Landes deutlich machen. Es war für die Neuankömmlinge eine total fremde Welt, wie ein anderer Planet. Was mir besonders gefallen hat ist, daß es am Ende keinen "Verlierer" gibt. Man hat das Gefühl, alle ihre Protagonisten haben ihren Weg, der ihnen halt vorbestimmt ist, gemacht. Und egal welche Schuld sie auf sich geladen haben, sie meistern ihr Schicksal. Tolles Buch!!

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks