Bücher mit dem Tag "grönland"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "grönland" gekennzeichnet haben.

123 Bücher

  1. Cover des Buches Der Schwarm (ISBN: 9783596510856)
    Frank Schätzing

    Der Schwarm

     (5.398)
    Aktuelle Rezension von: Calderon

    Das Thema ist interessant, wie es scheint, auch gut recherchiert und in eine unterhaltsame Geschichte verstrickt, die jedoch insgesamt zu sehr ausgewalzt worden ist. Immerhin bleibt man als Leser recht nachdenklich zurück.

  2. Cover des Buches Pinguinwetter (ISBN: 9783404166527)
    Britta Sabbag

    Pinguinwetter

     (409)
    Aktuelle Rezension von: Lesia

    Pinguine sind großartig. Pinguine auf dem Cover und im Titel sind auch toll. Aber da hört meine Begeisterung für dieses Buch schon fast auf.

    Wir beginnen mit einer typischen Wendesituation: Charlotte verliert ihren Job, als sie eigentlich glaubt, befördert zu werden. Von da an geht es erstmal nur bergab. Es gibt ein paar Männergeschichten, zwei Kinder, zwei Freundinnen, eine Verwechslung und eine etwas exzentrische Familie.

    Die Protagonistin versinkt im Wesentlichen im Selbstmitleid und es passiert nicht viel. Die Handlungsweisen der Charaktere waren für mich größtenteils nicht nachvollziehbar und die Charaktere hatten wenig Tiefe. Die Szenen mit den Kindern konnten waren stellenweise ganz witzig, und die Pinguinanekdoten haben mir gefallen. Der Schluss, der einen schönen Bogen zum Titel zieht, hat mir gefallen. Aber das war es leider auch schon. Besonders lustig fand ich das Buch tatsächlich gar nicht, offenbar habe ich einen anderen Humor. Ich kann das Buch eher nicht weiterempfehlen. Schade.

  3. Cover des Buches Eis. Kalt. Tot. (ISBN: 9783839200247)
    Anne Nordby

    Eis. Kalt. Tot.

     (109)
    Aktuelle Rezension von: Jethro

    Anne Norby hat mit ihrer „Tom Skagen“-Reihe gezeigt, dass sie es versteht, in der skandinavischen Welt beklemmende Thriller zu schreiben. 

    Grausame und bizarre Morde erschüttern Kopenhagen, das unter einem ungewöhnlich kalten Winter leidet. Kirstin Vinther, ihr neuer Kollege Jesper Baek und die aus Grönland stammende Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen stehen mächtig unter Druck, weiterer Morde zu verhindern, denn auch die Presse sitzt ihnen im Nacken. Eine vielversprechende Spur führt schließlich in die raue und lebensgefährliche Landschaft Grönlands.

    Anne Nordbys Schreibstil ist wieder einmal sehr anschaulich und schafft es schnell, den Leser in die raue Stimmung Kopenhagen hineinzuziehen, die Ermittlungen gehen schnell voran und schon bald gibt es eine ganze Reihe von vielversprechenden Spuren. Leider sind es meiner Meinung nach dieses Mal ein paar Fäden zu viel, mit der Anne Nordby hier arbeitet. Einige der Spuren und Nebenhandlungen wären hier durchaus entbehrlich gewesen, so dass die Geschichte sich an einigen Stellen zuweilen etwas zieht. Trotzdem verliert die Autorin niemals den Überblick, so dass die Fäden am Ende auch wieder zusammenfinden.

    Die Protagonisten sind alle sehr interessant angelegt. Die toughe und oft auch ruppige Ermittlerin Kirstin, die auch mal ihre schwache Seite zeigen darf. Der ruhige Neuling Jesper Baek, der noch seinen Platz im Team finden muss und mit seiner Familie kämpft und die Super-Recognizerin Marit, die mit ihrer grönländischen Abstammung zu kämpfen hat. Allerdings geraten die Figuren an einigen Stellen etwas zu stereotyp, so dass sie noch zu blass sind.

    Insgesamt aber ein spannender Thriller für gemütliche Lesestunden, auch wenn man etwas über die Mythen Grönlands erfahren will.

  4. Cover des Buches Die Herren der Unterwelt - Schwarzer Kuss (ISBN: 9783899416497)
    Gena Showalter

    Die Herren der Unterwelt - Schwarzer Kuss

     (196)
    Aktuelle Rezension von: DianaE

    Gena Showalter – Die Herren der Unterwelt, 2, Schwarzer Kuss


    Anya ist die Göttin der Anarchie und wird von Kronos gejagt, der unbedingt etwas haben will, was in ihrem Besitz ist, aber auch weil sie jemanden getötet hat. Da Kronos nun die allumfassende Macht hat, beauftragt er Lucien, der den Dämon des Todes in sich trägt, sie zu ermorden. Wenn Lucien es nicht macht, werden er und die restlichen Herren der Unterwelt große Qualen erleiden.

    Doch diesmal fällt es Lucien nicht leicht, den Auftrag auszuführen, da Anya sich immer wieder in seiner Nähe aufhält, ihn herausfordert und ihn scheinbar begehrt. Aber vor allem ist er mit der Suche nach den Artefakten beschäftigt, die ihn und seine Freunde zu der Büchse der Pandora führen soll.

    Je öfter Anya ihn von der Arbeit abhält, mit ihm kämpft, sich ihm entgegen stellt desto anziehender findet er sie und schon bald muss er sich entscheiden: seine Freunde oder Anya.


    Auch der zweite Teil der „Herren der Unterwelt“-Reihe steht schon seit geraumer Zeit in meinem Buchregal bei den SUB´s, und nachdem ich vor einiger Zeit den ersten Band gelesen habe, bin ich neugierig geworden wie es weiter geht.


    Auch in diesem Buch ist die Handlung , temporeich, überraschend, abwechslungsreich, spannend, komplex und erotisch, sodass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Der flüssige Schreibstil und die recht kurzen Kapitel machten es zu einem Pageturner, der die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite hielt.

    Die Grundstimmung des Buches ist nicht so düster und beklemmend wie im ersten Band, was sicherlich an Anya liegt, die immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat.

    Die bereits bekannten Charaktere werden weiter ausgearbeitet und auch die neuen Charaktere sind lebendig, facettenreich und detailliert beschrieben, sodass ich mir ein noch besseres Bild von ihnen machen konnte.

    Im Vordergrund stehen diesmal Anya und Lucien.

    Lucien, war mir schon im ersten Band sehr sympathisch, klug, stark und angsteinflössend, dennoch scheint er das Herz am rechten Fleck zu haben. Er ist für mich der Anführer der Lords und mit seinem eher distanzierten Gemüt, denn er versucht seinen Dämon und seine Wut unter Kontrolle zu halten, erscheint er mir der stärkste der Krieger. Anya lässt ihn allerdings immer wieder an seiner Grenzen gehen, und das mitzuerleben macht mir Freude, weil es die Geschichte aufgelockert hat.

    Anya, die Göttin der Anarchie, die zerstören, stehlen, lügen und betrügen muss, ist mir schnell ans Herz gewachsen. Ein Blick lohnt sich, um hinter die Fassade zu schauen. Hier wünsche ich mir wirklich, dass sie auch in den Folgebänden eine Rolle spielt.

    Ein weiterer Handlungsstrang geht um Paris, der mit seinem Dämon der Vielweiberei, in Gefahr schwebt und auch Aaron und Reyes bekommen ihren eigenen Handlungsstrang, sodass es ein Wiedersehen mit Danica gibt.

    Die Handlungsorte sind auch in diesem Buch bildhaft beschrieben.


    Die erotischen Szenen werden detailliert beschrieben, sodass das Buch für Kinder/Jugendliche nicht geeignet ist.


    Mich hat das Buch gut unterhalten, es war kurzweilig und vielseitig.


    Das Cover passt zu zum ersten Band und ist mit seinem düsteren, dunklen Farben ein Blickfang.


    Fazit: Gelungene Fortsetzung der „Herren der Unterwelt“-Reihe mit viel Spannung, Action und Erotik.

    Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4 Sterne.

  5. Cover des Buches Gefrorenes Herz (ISBN: 9783453441460)
    Line Holm

    Gefrorenes Herz

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar

    Der Anfang: «Die Ältesten der Stadt behaupteten, im Fjord lebe ein Hunderte von Jahren altes Wesen. Ein Ungeheuer, das bereits hier geherrscht habe, lange bevor die Vorväter in diese gottverlassene Bucht vorstießen, und das noch immer da draußen unter der grauweißen Oberfläche herumschwamm.

    Die Alten sagten, das Wesen habe alles Leben geschenkt und warte in der Tiefe, um die Toten zu empfangen. Es werde den Menschen samt seiner Sünden und Untaten verschlingen und so für eine Weile die natürliche Ordnung wiederherstellen. Aus dem Meer bist du gekommen. Ins Meer kehrst du zurück.»


    Polizeihistorikerin Maria Just bereitet gerade eine Ausstellung zum Thema «100 Jahre ungelöste Mordfälle» im Polizeimuseum von Kopenhagen vor, als der Generalsekretär des Roten Kreuzes auf bestialische Art ermordet wird. Der Tote hängt gekreuzigt an einem Geländer, auf seinem Körper wurde ein rätselhaftes Zeichen eingeritzt. Und genau diese Symbole hatte Maria in einem alten Mordfall entdeckt, den sie in ihre Exposition mit aufnehmen möchte. Sie wendet sich an die Polizei.


    «Mikael Dirk stieg so hart in die Bremsen, dass der Gurt sich über seiner Brust straffte. Die Radfahrerin war wie aus heiterem Himmel aufgetaucht und hatte ihn rechts überholt.

    ‹Sch...›, fluchte er und umklammerte das Lenkrad. Er hatte die Frau übersehen, was untypisch für ihn war. Nur der rot wirbelnde Schimmer ihrer Lockenmähne hatte sie davor bewahrt, von ihm überfahren zu werden. Sie wäre schuld gewesen, aber wer hatte schon Mitleid mit dem Fahrer, wenn ein Auto einen Radfahrer ummähte?»


    Maria und Mikael Dirk begegnen sich zuerst im Straßenverkehr. Der Kommissar ermittelt zusammen mit Kollege Frederik in diesem Mordfall und sie finden Marias Entdeckung interessant. Nur welche Verbindung mag es zwischen diesem Fall und dem ungeklärten Doppelmord vor 50 Jahren geben? Lange wird Maria von den Polizisten nicht wirklich ernst genommen. Doch der Fall interessiert sie und sie recherchiert weiter. Und ganz zufällig stößt sie im Archiv auf den nächsten Fall. Sie wird wieder nicht ernst genommen. Ein dunkles Kapitel dänischer Geschichte dringt ans Licht: Die Deportierung grönländischer Kinder, um sie zu Dänen umzuerziehen, die «Danifizierung», Erziehung in Heimen bzw. Zwangsadoptionen. Puzzleteil für Puzzleteil setzt sich zusammen. Ein typischer Skandinavienkrimi: Eine Kombination zwischen Kriminalfall und nationaler Politik, ein nationaler Skandal. Ein wenig zu viel Zufall für mich in diesem Krimi – auch zufällige verwandtschaftliche Verstrickungen der Handelnden. Im Prinzip ist es ein ausgeklügelter Plot mit falschen Fährten und raffinierten Wendungen – ein wirklich gutes Thema, das literarisch die letzten Jahre immer öfter angefasst wurde. Ein spannender Prolog, ein guter Anfang, doch das flachte bald ab. Doch so richtige Spannung kam bei mir erst am Ende auf, vorher konnte die Geschichte mich nicht packen. Line Holm und Stine Bolther bringen fast 600 Seiten auf das Papier, erzählt viel über ihre Figuren – über – sie dringen nicht in die Charaktere ein. Es gibt viel Leerlauf in diesem Buch, die Handlung tritt zu oft auf der Stelle. Und dann fiel mir plötzlich auf, warum ich dem Roman nicht näherkam: Hier fehlt Atmosphäre! Der Schreibstil besitzt viel Tell statt Show, der Lesende kann sich wenig in die Protagonisten noch in die Örtlichkeiten versetzen – alles bleibt an der Oberfläche. Ein Durchschnittskrimi, gut lesbar, literarisch ist hier aber enorm viel Luft nach oben! 


    Line Holm wurde 1975 geboren und ist eine mehrfach ausgezeichnete Investigativjournalistin. Sie arbeitet für die Berlingske, eine der größten dänischen Zeitungen. Stine Bolther wurde 1976 geboren. Sie ist Fernsehmoderatorin, seit achtzehn Jahren als Kriminalreporterin tätig und hat bereits mehrere True-Crime-Bestseller in Dänemark veröffentlicht. Hautnah bei den echten Ermittlungen dabei zu sein hat die beiden dazu inspiriert, ihren ersten gemeinsamen Kriminalroman zu schreiben. Mit »Gefrorenes Herz« eroberte das Duo die dänische Bestsellerliste im Sturm, und der zweite Fall wartet bereits auf Maria Just.

  6. Cover des Buches Ein Lied vom Ende der Welt (ISBN: 9783442316786)
    Erica Ferencik

    Ein Lied vom Ende der Welt

     (31)
    Aktuelle Rezension von: JessicaLiest

    Inhaltsangabe 

    Nur das ewige Eis kennt die Wahrheit ... Ein Anruf wirft die Linguistin Valerie völlig aus der Bahn. Wyatt, ein Forschungskollege ihres toten Bruders, hat in der Arktis ein Mädchen gefunden, das eine unbekannte Sprache spricht. Obwohl Valerie den Ort fürchtet, an dem ihr Bruder starb, reist sie ins ewige Eis. Dort droht die Situation sie zu überwältigen: Die Natur ist wild, Wyatt brillant, aber unberechenbar. Einzig zu dem Mädchen Naaja spürt Valerie eine tiefe Verbindung, und es gelingt ihr, dessen Vertrauen zu gewinnen. Aber Naaja wird jeden Tag schwächer, und Wyatt verhält sich immer rätselhafter. Valerie weiß, dass sie auf ihre Intuition vertrauen und Naaja retten muss – selbst wenn sie damit ihr Leben aufs Spiel setzen muss ...

    Meine Meinung:

    Das Setting/Handlungsorte fand ich wirklich gelungen und haben mir sehr gefallen. War ein tolles Kopfkino während dem Lesen, sehr atmosphärisch. Generell fand ich den Schreibstil sehr angenehm, einfach und auch leicht zu lesen.

    Manchmal hat es sich für meinen Geschmack zwischenzeitlich etwas gezogen, aber davon abgesehen habe ich die Handlung gerne verfolgt. War spannend und interessant aufgebaut, es gab auch Überraschungsmomente was mir gut gefallen hat.

    Mit den Charakteren bin ich nicht gleich auf Anhieb warm geworden, das hat etwas gedauert. Die Auswahl fand ich gelungen, auch die Ausarbeitung/Entwicklung hat mir gefallen. Sie haben mich wirklich gut unterhalten.

    Ein besonderes Buch. Kann ich weiterempfehlen.

    Meine Bewertung liegt bei 3-4 Sternen.

  7. Cover des Buches Eisrot (ISBN: 9783596701728)
    Mads Peder Nordbo

    Eisrot

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    In Grönland wird im Eis eine mumifizierte Leiche entdeckt. Man geht davon aus, dass sie schon hunderte Jahre dort gelegen haben muss. Der Journalist Matthew soll über den spektakulären Fund berichten. Doch einen Tag nach seiner Ankunft ist die Leiche verschwunden und der Polizist, der Wache halten sollte, wurde ermordet. 

    Mein Leseeindruck:

    Ein sehr rasantes Buch! Man wird sogleich in die Handlung geworfen; ist mittendrin. Dabei bleibt das Tempo auch durchgehend hoch. 

    Der Thriller ist sehr spannend, düster, beklemmend. Eigentlich so, wie man es von vielen Skandinavien-Krimis kennt. Dabei finde ich den Schauplatz "Grönland" besonders interessant. Der Autor hat es gut geschafft, dass man sich während des Lesens immer bewusst ist, sich literarisch auf Grönland zu befinden. 

    Auch sehr gut hat mir gefallen, dass es eigentlich gleich zwei spannende Fälle gibt. Einmal sind wir in der Gegenwart unterwegs, im zweiten Handlungsstrang befinden wir uns in den 1970er Jahren, denn damals geschahen brutale Mordfälle, die irgendeine Verbindung zum jetzigen Fall zu haben scheinen. 

    Der Spannungsbogen wird so immer hoch gehalten. 

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Spannend, bedrückend irgendwie, aber sehr gut! 

  8. Cover des Buches Fernweh im Herzen (ISBN: 9783959102049)
    Nina Sedano

    Fernweh im Herzen

     (18)
    Aktuelle Rezension von: ckfree

    Das Cover ist altbacken und passt nicht zu einer modernen Weltenbummlerin, die mit dem Rucksack unterwegs ist. Zudem ist der Titelzusatz irreführend, denn es handelt sich nicht nur um neue Abenteuer. Das Buch umfasst vielmehr Reiseerlebnisse aus 40 Jahren (1978-2018), in denen teilweise Rückblicke zu anderen früheren Reisen gemacht werden.

    Die Anekdoten sind mal mehr, mal weniger lang und beschäftigen sich mehr mit den Reisebekanntschaften der Autorin als mit den Ländern.
    Oft wirkt es wie ein Tagebuch oder eine Dokumentation runtergeschrieben. Zwischendurch gibt es Passagen, die sich wie ein Sachbuch über Tiere oder Belehrungen über Natur, Umweltschutz etc. lesen.

    Äußerst wenig verspürt man die Freude und Euphorie der Reisenden.
    So ist das selbst auferlegte Vorhaben "Dieses Buch möchte zum Reisen animieren" in meinen Augen klar gescheitert. So schwappt keine Begeisterung oder springt der Funke für einzelne Länder auf mich nicht über, sodass ich nach dem Lesen ohne neues Fernweh zurückbleibe.

  9. Cover des Buches Der Schwarm (ISBN: 9783844511116)
    Frank Schätzing

    Der Schwarm

     (195)
    Aktuelle Rezension von: tsukitia16

    Besucht mich auch unbedingt auf meiner Instagram Seite:

    https://www.instagram.com/books.fundus/

    ▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️
    Mit „Der Schwarm“ von Frank Schätzing habe ich wirklich lange gebraucht. 3 Monate! 😱 Ich musste mich öfters sogar dazu zwingen das Hörbuch einzuschalten. Das soll aber nicht bedeuten, dass das Buch schlecht ist! Es ist sogar grandios! Wenn nicht…


    Es hätte ein perfektes Buch werden können. Wenn es nicht so langatmig wäre. Uns erwartet ein dicker Oschi: 1000 Seiten und 38 Std. Hörspielzeit (ich habe es als Hörbuch gehört)! 😮 Die Grundidee ist sehr spannend und auch gut umgesetzt. Außerdem regt das Buch zum Nachdenken an (vor allem das Ende) und weist interessante Gedankengänge auf.


    Die Charaktere sind nicht nur vielseitig, sondern auch sehr tiefgründig und sehr gut ausgearbeitet. Deren Eigenschaften werden im Laufe des Buches anhand ihrer Handlungen und dem Gesprochenen klar - und nicht weil der Autor diese aufzählen müsste. Sie sind aber nicht nur vielschichtig, sondern auch sehr authentisch.


    Leider werden die Handlungen ständig unterbrochen von Erklärungen zu, für mich meistens, uninteressante Themen (z.B. Meeresbiologe, Umwelt, technische Geräte). Zwar werden dadurch die Ereignisse sehr realistisch, aber es machte es auch sehr langatmig und lies sich fast wie ein Sachbuch. 

    Außerdem ist es sehr gut recherchiert. Der Autor hat sich sehr viel bei dem Buch gedacht - das merkt man schnell.


    Die Stimme des Sprechers war sehr angenehm und er hat die Stimmen wunderbar verstellt (selbst Frauen) ohne lächerlich zu wirken. Allerdings spricht er sehr ruhig und entspannt, sodass ich oft eingeschlafen bin 😅 


    Im Großem und Ganzen ein sehr gutes Buch mit einer wichtigen Message, aber für mich war es leider nichts, da es an Spannung fehlte. 200-300 Seiten weniger und Fokus auf die Ereignisse hätten dem Buch sehr gut getan.

    ▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️

  10. Cover des Buches Winter (ISBN: 9783841905734)
    Barbara Schaefer

    Winter

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Buechergarten

    INHALT:

    Frühling, Sommer und Herbst ähneln einander. Nur der Winter steht für sich. Die Welt gerät in einen anderen Aggregatzustand: Wasser gefriert. Die Landschaft wird erst kahl, dann weiß. Was macht das mit den Menschen?

    Barbara Schaefer lebte vier Wintermonate in Grönland, an der rauen, isolierten Ostküste. Sie war überwältigt von der grimmigen Landschaft und den harten Lebensbedingungen. Sie wanderte über den gefrorenen Baikalsee, suchte den Schnee am Kilimandscharo, überquerte auf Schneeschuhen eine Hochebene in Schweden, reiste nach Norwegen, in die Arktis und in die Alpen und versuchte dabei zu ergründen, was das ist: Winter. Und warum der so viel Freude bringen kann. Sie hörte Winterlieder, las Winterbücher, sah Winterfilme. Sie hat draußen manchmal jämmerlich gefroren – und wollte dennoch in diesen Momenten nirgends anders hin. Denn anstatt am Strand zu liegen, trifft sie lieber Menschen im Winter. In den Bergen, am Meer, in der Stadt.

     

    EIGENE MEINUNG:

    Schon die Aufmachung dieses Buches passt für mich perfekt ins Bild und ist etwas Besonderes. Es handelt sich um ein Hardcover, jedoch ohne Schutzumschlag. Der Leineneinband hat eine tolle Struktur und ist in einer blaugrauen – für mich sehr winterlichen – Farbe gefärbt. Der Titel steht groß im Mittelpunkt und ist wie „Eine Liebeserklärung“ und der Name der Autorin von weißen, verschieden großen Punkten – Schneeflocken – umgeben. Ein wenig schade fand ich es, dass die Schrift am Buchrücken sich leider mit fortschreitendem Gebrauch etwas abgelöst hat. Dafür liebe ich das Lesebändchen und beim ersten Aufschlagen erwartet einen auch eine Überraschung: So farblich zurückhaltend die Gestaltung von außen auch ist, die erste/letzte Seite sind in einem tollen Orangeton gehalten. Mit so etwas hatte ich gar nicht gerechnet und finde den Kontrast und die Wirkung auf mich als Leser ganz toll!

     

    Zu Beginn finden wir ein fein gestaltetes Inhaltsverzeichnis, dass uns die großen Kapitel „Winterliebe“, „Nordwärts“, „In die Stadt“, „In den Bergen“ und „Vom Eise befreit“ mit vielen Unterpunkten aufzeigt. Darauffolgend beginnt jedes dieser großen Kapitel mit einem winterlichen Aquarell. Eine umfangreiche Bibliografie ergänzt am Ende die Ausführungen und in beiden Umschlagseiten befinden sich toll gestaltete Karten. Diese waren für mich aber eher Zier als wirkliche Information. Etwas problematischer fand ich die sehr kleine Schrift, die mir das Lesen nicht unbedingt erleichtert hat.

     

    Da ich „Winter“ als Sachbuch eingruppiert habe steht unter „Inhalt“ mal wieder der Original-Klappentext. Für mich klang er in erster Linie nach einem Reisebericht – dann habe ich jedoch viel mehr bekommen! „Eine Liebeserklärung“ trifft es perfekt: In den fünf angesprochenen Kapiteln werden die verschiedensten Aspekte des Winters beleuchtet. Die eigenen Reisen der Autorin sind natürlich damit verflochten, bilden für mich aber nicht den Mittelpunkt, sondern eher einen roten Faden. Im Buch selbst geht es um viel mehr und so viel Verschiedenes: Was sind eigentlich Eis, Schnee, Eisblumen, etc. Wie entsteht dies alles? Welche Forschungen wurden dazu angestellt? Es geht um Eisklettern, Lawinen, verschiedene Reisen, historische Persönlichkeiten rund um das Thema, Maler, Autoren, Polarforscher, Kindheitserinnerungen, Schicksale. Natürlich dürfen auch die Polarlichter, Wintersport, Klimawandel, Wissenschaft und Tiere im Winter nicht fehlen. Über das „Natürlich“ im letzten Satz musste ich jetzt selbst etwas lachen, denn das war es für mich eigentlich zu Beginn überhaupt nicht. Dieses Buch hat mich in so vielen Aspekten überrascht und ich höre jetzt auch damit auf so viele dieser aufzuzählen. Wo ich am Anfang noch damit gehadert habe, dass ich keinen rechten roten Faden fand, war ich zum Schluss völlig begeistert von der lockeren Zusammenstellung von „Winterthemen“!!

     

    Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Es war zu jeder Zeit unterhaltsam und flüssig zu lesen, auch wenn einem das ein oder andere Thema mal mehr, mal weniger lag. Ich habe so viel Wissenswertes erfahren, ohne je das Gefühl zu haben in einem Lehrbuch zu lesen. Barbara Schaefer schreibt mit einer solchen Begeisterung, dass es einfach ansteckend ist. Ich habe in einer anderen Rezension gelesen dieses Buch sei ein „Reiseverführer“ und kann nur zustimmen. Auch wenn ich, als Winterfan, für viele Orte und Unternehmungen daraus wohl doch nicht gemacht bin. ;)

     

     

    FAZIT:

    Die Vielseitigkeit und Unvorhersehbarkeit dieses Buches hat mir wahnsinnig gut gefallen – es ist eine Mischung aus Reise- und Erlebnisbericht, Geschichte und Kultur, sowie Wissenschaft und noch so vielem mehr! Die Autorin hat mich in eine tolle Winterstimmung versetzt und zum Nachdenken angeregt! Außerdem habe ich viel dazu gelernt! Man merkt wie sehr sie den Winter liebt und im Laufe des Lesens auch wie sehr man selbst ihn mag! Auch als Geschenk kann ich mir „Winter“ sehr gut vorstellen.

  11. Cover des Buches Im Königreich der Kälte (ISBN: 9783426283035)
    Nick Lake

    Im Königreich der Kälte

     (56)
    Aktuelle Rezension von: misspider

    'Im Königreich der Kälte' entführt uns in die fantastische Mythenwelt der Inuit. Lights Vater ist von seiner letzten Forschungsexpedition in die Arktis nicht zurückgekehrt. Obwohl er bereits für tot erklärt wurde, begibt sich Light nach einer merkwürdigen Begegnung auf die Suche nach ihm - und dringt ein in die kalte und grausame Welt von Frost, dem Herrscher über die Urkälte. Gemeinsam mit ihrem treuen Freund Butler, dem Tupilak - einem Wesen mit Haifischkopf und Eisbärbeinen - und Arnie, einem Inuitjungen, stellt sich Light den grausamen Widersachern. Dabei lernt sie nicht nur die Sagen und Sagengestalten der Inuit, sondern auch ihr eigenes mystisches Geheimnis kennen.
    Was auf den ersten Blick wie ein Abenteuer für Kinder aussieht, entpuppt sich als spannendes, teilweise sogar brutales, aber immer faszinierendes Fantasy-Abenteuer, das mich immer wieder zum Staunen gebracht hat.

  12. Cover des Buches Beinahe Alaska (ISBN: 9783866486409)
    Arezu Weitholz

    Beinahe Alaska

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Leselampe_

    Alaska ist mein absoluter Sehnsuchtsort. Durch Zufall bin ich dann irgendwie auf Arezu Weitholz Roman gestoßen, der mich auf eine Expeditions-Seereise durch die Nordostpassage von Grönland bis (der Titel verräts - beinahe) Alaska geführt hat. Die Protagonistin ist Mittvierzigerin, beruflich Fotografin und trifft an Bord auf so einige kantige Mitreisende. Das Buch ist dabei voller Melancholie, aber leider irgendwie ziellos, was mich zwischendurch doch vermehrt gestört hat. Die Protagonistin bleibt Gesichtslos, lässt sich dahintreiben und ist ein eher passiver, introvertierter Charakter, der sich an Bord der MS Svalbard durch arktische Gewässer schippern lässt. Ab und zu unternimmt sie Landgänge, besucht an Bord wissenschaftliche Vorträge, starrt oft gedankenverloren in das weite Eismeer hinaus und kommt ab und zu auch um Gespräche mit den Mitreisenden nicht herum. Eine sprachlich angenehme, leichte und atmosphärische Lektüre, aber leider handlungsmäßig nicht ganz so der Knaller, da tatsächlich mehr oder weniger gar nichts passiert und es eher öde vor sich hin dümpelt.

  13. Cover des Buches Der Thron der Welt (ISBN: 9783499257216)
    Robert Lyndon

    Der Thron der Welt

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Langeweile
    Vallon ist auf der Flucht ,er hat die Mörder seiner Familie ermordet.Unterwegs trifft er auf Hero,der sich ihm als Reisebegleitung andient.Er hat den Auftrag Sir Walter ,der von dem Emir Suleiman gefangen gehalten wird,zu befreien.Sein raffgieriger Bruder Drogo versucht mit aller Macht das zu verhindern.Als Lösegeld wollen sie vier seltene weisse Gerfalken anbieten.Sie machen sich auf eine gefährliche Reise,die durch mehrere Länder führt.Unterstützung bekommt die zusammengewürfelte Truppe durch Wayland ,der maßgeblich am Einfangen der Falken beteiligt ist. Dem Autor gelingt es auf besondere Weise die Spannung in diesem umfangreichen Roman zu erhalten,es gibt nur wenige Längen. Die Protagonisten waren mir ziemlich schnell ans Herz gewachsen.Natürlich durfte in dem Roman eine Liebesgeschichte nicht fehlen. ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Als Manko muß ich erwähnen,daß es ungewöhnlich viele Rechtschreibfehler gab. Buchtitel: Der Thron der Welt
  14. Cover des Buches Nordwasser (ISBN: 9783442488681)
    Ian McGuire

    Nordwasser

     (82)
    Aktuelle Rezension von: KarenAydin

    Ich liebe Abenteuerromane. Dumas, Verne, Melville, London, um nur einige Autoren zu nennen. Ich habe sie als Kind verschlungen und lese sie als Erwachsene immer noch gern. Nun dachte ich, dass die Zeit der großen Abenteuerromane vorbei sei. Von dem Autor hatte ich bislang noch nichts gehört, obwohl der Roman so großen Erfolg hatte, dass er es 2016 in die Top Ten der New York Times geschafft hatte. Zu Recht, denn es ist ein ganz großartiger Roman. Wie bei dem ersten Bad im Meer brauchte ich einen Moment, bis ich mich vorsichtig und langsam in die Handlung hineingetastet hatte, mit Ablegen der „Volunteer“ bin ich aber so tief in die Geschichte eingetaucht, dass ich sie am liebsten in einem Rutsch gelesen hätte.

     

    Worum geht es? 

    Im Jahr 1859 legt das Walfangschiff „Volunteer“ im englischen Hull mit Kurs auf das eisige Nordwasser ab. An Bord befinden sich zwei Männer. Der opiumsüchtige Schiffsarzt Patrick Sumner, der gerade unehrenhaft entlassen aus Indien zurückgekehrt ist, wo 1857 der Aufstand gegen die britische Kolonialherrschaft brutal niedergeschlagen wurde. Der zweite Mann ist der impulsive und gewalttätige Harpunierer Henry Drax, der auf den ersten zehn Seiten des Romans bereits einen Mord begeht. Und auch an Bord geschieht ein widerwärtiges Verbrechen. Wer steckt dahinter?

    Auf den nächsten 300 Seiten bleibt es durchgehend spannend. Man kommt kaum zum Atemholen. Der Roman hat keinerlei Längen. Bis hin zu einem unerwarteten und spannenden Ende. Was „Nordwasser“ von einigen älteren Abenteuerromanen unterscheidet, ist, dass wir keine Heldenfigur haben, die heroisch allen Widrigkeiten trotzt. Das Leben auf See wird nicht romantisiert, ganz im Gegenteil. Es ist ein extremes, gewalttätiges und oft auch ekliges Buch, bei dem McGuire mit seinem sprachlichen Ausnahmetalent, Unangenehmes im Detail, journalistisch, unsentimental und sehr plastisch zu beschreiben, mir mehrfach ein Kitzeln im Rachen entlockt hat. Ich bin davon überzeugt, dass ich jetzt ganz genau weiß, wie die Unterhose eines Seemanns aussieht – und vor allem riecht -, der sich seit mehreren Wochen nicht mehr gewaschen hat, an Durchfall leidet und sich Filzläuse eingefangen hat.

    Der Roman beginnt mit folgenden Worten: „Sehet den Menschen. Er schlurft aus Clappison’s Courtyard heraus auf die Sykes Street und schnüffelt die vielschichtige Luft – Terpentin, Fischmehl, Senf, Grafit, der übliche durchdringende morgendliche Pissegestank geleerter Nachttöpfe. Er schnaubt einmal, streicht sich über den borstigen Kopf und rückt sich den Schritt zurecht. Er riecht an den Fingern, dann lutscht er langsam jeden einzelnen und leckt die letzten Rest ab, um auch wirklich alles für sein Geld bekommen zu haben.“ (7)

    Die äußere Verlotterung der Seeleute korrespondiert mit der inneren. Je weiter wir uns ins Nordwasser begeben, desto tiefer sinken nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Moral. „Sehet den Menschen.“ Mit diesen Worten beginnt der Roman und was wir in den menschlichen          Abgründen sehen können, die McGuire für uns auftut, ist erschreckend.

     

    Für wen ist dieser Roman das richtige? 

    Für alle Abenteuerlustigen, die gern von ihrer Couch aus die Seemänner dabei beobachten, wie sie in der unwirtlichen Gegend des ewigen Eises gegen Gewalt, Krankheit und Tod ankämpfen. Mehr oder weniger erfolgreich. Für alle, die ebenso wie ich die alten Abenteuergeschichten geliebt haben.

     

    Für wen ist dieser Roman nichts? 

    Ich sage lieber an dieser Stelle, dass zu den Abscheulichkeiten, die der Roman enthält, auch sexueller Missbrauch gehört. Wen das Thema und Genre grundsätzlich interessiert, aber in dieser Hinsicht sensibel ist, sollte lieber zu einem der Klassiker oder vielleicht zu Simmons „Terror“ greifen. Ansonsten ist er sicher nichts für jemanden, der gern während des Abendessens liest oder nebenbei nascht. Das Essen könnte mit dem nächsten Wellengang nochmal auftauchen.

  15. Cover des Buches Eisgrab (ISBN: 9783596701735)
    Mads Peder Nordbo

    Eisgrab

     (14)
    Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseite

    Der dänische Journalist Matthew Cave ist auf der Suche nach seiner verschwundenen Halbschwester erneut in Grönland unterwegs, wieder in Begleitung der geheimnisvollen Inuit Tuparnaaq. Doch statt auf Arnaaq finden sie lediglich Blutspuren, die auf eine grausame Tat hindeuten. Seine Ermittlungen bleiben nicht unentdeckt und ziehen die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich. Denn nicht nur Arnaaq, sondern auch den gemeinsamen Vater umgibt ein düsteres Geheimnis…

    Mads Peter Nordbo ist so sehr von Grönland fasziniert, dass er nicht nur selbst dorthin übergesiedelt ist, sondern auch seine Buchreihe um Matthew Cave in seiner Wahlheimat spielen lässt. Der zweite Band „Eisgrab“ kann den positiven Eindruck seines Vorgängers halten und in einigen wichtigen Details sogar noch steigern, dennoch sollte man die Bücher in der Reihenfolge ihres Erscheinens lesen und nicht einfach mit dem vermeintlich stärkeren Band anfangen – wichtige Zusammenhänge gehen dabei nämlich verloren und erschweren dann das Verständnis. Doch eben darin liegt die Stärke und die Steigerung der Stimmung: Man taucht noch tiefer in die Figuren ein, lernt insbesondere Matthew noch besser kennen und wird mit einem überraschend komplexen Hintergrund belohnt. Nun konnte ich auch eine engere Bindung zur Hauptfigur aufbauen und so mehr mitfiebern als im ersten Teil. Deswegen ist es etwas bedauerlich, dass der Autor noch auf äußerst grausame Morde und recht explizite Beschreibungen zurückgreift – was zwar sicherlich die Stimmung steigert, insgesamt aber doch etwas überzogen wird.

    Sehr gut gefällt mir die dichte Stimmung Grönlands mit seinen eisigen Weiten und der sehr detailreich und atmosphärisch geraten ist. Die Landschaften, aber auch die Bevölkerung und der Bezug zu den Inuit sind sehr gut geschildert. Auch der Ablauf der Handlung weiß zu überzeugen, immer weitere Wendungen, Informationen und Überraschungen sorgen für viel Spannung. Sicherlich war einiges vorauszuahnen, dennoch wollte ich immer wissen, wie es weitergeht und wie alles zusammenhängt. Besonders gelungen ist das Thema mit einem gesellschaftspolitisch brisanten Thema um Macht, Erniedrigung und Unterdrückungen unter einem perfiden Deckmantel – sehr packend aufbereitet und besonders schrecklich, weil ähnliches immer mal wieder tatsächlich zutage gefördert wird.

    „Eisgrab“ ist atmosphärisch genau wie sein Vorgänger sehr dicht erzählt und packend geraten, auch wenn die Brutalität einiger Taten zu dick aufgetragen wirkt. Doch die Gestaltung der Charaktere und besonders Matthews familiärer Hintergrund überzeugen mit deutlich mehr als noch im ersten Band, der enge Zusammenhang zwischen ihm und dem Fall bringt zusätzliche Brisanz mit ein. Wieder wird auf zwei Zeitebenen erzählt, sodass eine komplexe und sehr lesenswerte Geschichte entstanden ist.

  16. Cover des Buches Das Blut der Pikten (ISBN: 9783453419391)
    Bastian Zach

    Das Blut der Pikten

     (10)
    Aktuelle Rezension von: derMichi
    Wie schon in ihrem Drehbuch zum Schlachtfest "Northmen - A Viking Saga" inszeniert das Autorenduo Zach und Bauer hier jede Menge gefühltes Mittelalter, ergänzt um manche reizvolle Idee. Erneut steht eine Schar Krieger im Mittelpunkt, die sich im Feindesland beweisen muss. Erkenntnisse über das Leben der historischen Pikten sind rar, ihre Spuren verlieren sich im neunten Jahrhundert. Also kann mit ihnen alles mögliche passiert sein und da ist es keine allzu weit hergeholte Idee, die letzten Überlebenden auswandern zu lassen. Warum es nun ausgerechnet Grönland sein musste und warum die Siedler dort über Generationen hinweg nie auf Wikingerstämme treffen, die dort zur selben Zeit gesiedelt haben müssten, bleibt unklar.

    Auf der Coverabbildung und in vielen Namen finden sich zudem allerhand keltische Elemente, als die Kriegerschar jedoch von einem Fischer in einer offenbar rekonstruierten Form von frühem schottischen Gälisch angesprochen werden, versteht niemand ein Wort. Erstaunlicherweise kann aber einer der Pikten Ogham lesen, das zwar untypischerweise nicht in den Rand eines Steines sondern auf eine ebene Oberfläche geritzt wurde, und führt das auf eine mit ins Exil genommene fortlaufende Tradition zurück. Dergleichen Ungereimtheiten kann man im Rahmen eines Abenteuerromans mit historischem Hintergrund gerade noch akzeptieren, der prinzipiell interessante Gedanke der Rückkehr der letzten Pikten hätte besser recherchiert aber noch glaubwürdiger gewirkt.

    Nachdem das eigentliche Abenteuer ab Seite einhundertfünfzig endlich beginnt, driftet die Erzählung leider in bekannte Klischees ab. Zuvor reißen die Autoren noch allerhand Interessantes an, beispielsweise eine Religion, die aus Elementen des überlieferten Götterglaubens der Pikten und christlichem Gedankengut besteht, wie es auch am wahrscheinlichsten ist. Kaum befinden sich die Krieger jedoch an Bord des Schiffes deutet sich ein Bruderzwist zwischen den Stiefbrüdern Caitt und Kineth an. Aufgrund ihrer sehr eindeutigen Charakterzeichnung ist abzusehen wie das ganze ausgeht. Gegner und Mitstreiter sterben unter verschiedenen Umständen, die meisten Hauptfiguren bleiben jedoch zugunsten einer im nächsten Jahr folgenden Fortsetzung unangetastet.

    Zudem wird manches Ideal etwas überstrapaziert, denn für Päderastie und mörderische Verschwörungen sind natürlich größtenteils christliche Mönche zuständig, während die Pikten, sowie ihre Freunde und Verbündeten, selbst heute als feministisch wahrgenommenen Ideen wie selbstverwalteten Frauendörfern aufgeschlossen gegenüber stehen. Doch auch dieser Aspekt dient eher als Vorwand für genüsslich beschriebene Kopulationsszenen, in denen sich volle Brüste an Körper schmiegen, Frauen Männer unterwerfen und flotte Dreier in gemütlichen Hütten stattfinden. In der Figur des literarisch und historisch verbürgten Egill Skallagrímsson findet sich ebenfalls eine grundsätzlich gute Idee, die sogar eine Lücke in dessen Lebenslauf zu schließen versucht. Leider bleibt es auch hier bei einer groben und austauschbaren Charakterzeichnung, ähnlich wie bei vielen anderen Angehörigen der Kriegerschar.

    Für begeisterte Leser von Abenteuerromanen wie Giles Kristians "Götter der Rache" ist "Das Blut der Pikten" durchaus zu empfehlen. Die Schreibe ist schnörkellos, die Handlung tritt selten allzu lange auf der Stelle und über diese Eventualität der piktischen Geschichte wurde noch nicht viel geschrieben. Wer mit Rücksicht auf Zeitgeist und Eigensinn geschriebene Historienromane à la Gablé oder Cornwall vorzieht, wird hier allerdings nicht glücklich.

    Seitenzahl: 560
    Format: 12,1 x 18,9 cm, Klappenbroschur
    Verlag: Heyne
  17. Cover des Buches Im Unterland (ISBN: 9783328106517)
    Robert Macfarlane

    Im Unterland

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer


    >>...Und stets sind es die drei gleichen Aufgaben, die das Unterland für alle Kulturen und Epochen erfüllt: Es soll Kostbares schützen, Wertvolles hervorbringen, Schädliches entsorgen. ...<<

    „Im Unterland – Eine Entdeckungsreise in die Welt unter der Erde“ von Robert Macfarlane war für mich ein kleines Experiment. Bisher glaubte ich, Sachbücher treffen eher nicht so meinen Lesenerv, doch hier wurde ich eines Besseren belehrt, denn Robert Macfarlane verbindet hier viele Informationen & Fakten mit detailreichen eigenen Eindrücken und das ganze sehr sehr bildhaft! Das hat meinen Lesenerv sehr getroffen und so bin ich unheimlich gerne mit ihm durch das Unterland in all seinen Facetten gezogen und habe es sehr sehr genossen!
    Einige erzählte Bilder sind mir auch nachhaltig im Gedächtnis geblieben und einige Male habe ich mit ihm gebangt, denn auf seiner Reise durch Höhlen, Schächte etc. begibt er sich mitunter auch mal in brenzlichere Situationen und erlebt Momente, die einem sehr eindrücklich nah bringen, dass man vor der Natur, unserer Welt und all dem was sich unter der Erde befindet schon auch mit dem nötigen Respekt gegenüber treten sollte.

    Mir hat Macfarlane's Art der Erzählung sehr gut gefallen und hat mich letztlich dazu verleitet, mich in dem Bereich mal genauer und nach weiteren Büchern umzusehen und in Zukunft auch öfter mal zu solchen Büchern zu greifen.

    >>Seit jeher vertrauen wir dem Unterland an, was wir fürchten und loswerden wollen und was wir lieben und bewahren wollen.<<

  18. Cover des Buches Viking Warriors - Der Speer der Götter (ISBN: 9783473585182)
    Richard Dübell

    Viking Warriors - Der Speer der Götter

     (48)
    Aktuelle Rezension von: Lesekaiser

    Inhalt:

    Viggo lebt ein völlig normales Leben. Doch als plötzlich ein mysteriöser Mann, der sich als der nordische Gott Loki vorstellt, auftaucht, verändert sich alles! Der Gott der Lügen und Trickserei bietet Viggo an, ihm bei der Suche nach seinen leiblichen Eltern zu helfen. Obwohl er weiß, wen er vor sich hat, willigt Viggo ein und wird prompt in die Vergangenheit katapultiert.

    Fasziniert muss er feststellen, dass er in die Zeit der Wikinger gereist ist, in der gerade der Weltuntergang naht. Nur Viggo kann den Untergang der bekannten Welt noch verhindern, doch dafür benötigt er den Speer der Götter.

     

    Fazit:

    Ich habe den ersten Band der Trilogie durch Zufall entdeckt. Um ehrlich zu sein, lag das Buch circa ein halbes Jahr auf meinem Sub, bis ich mich endlich entschloss, es zu lesen. Wie sich später herausstellte, hätte ich viel früher damit anfangen sollen, denn das Buch zog mich schon nach wenigen Seiten vollkommen in den Bann. 

    Zuvor hatte ich noch nie ein Buch, welches in der Zeit der Wikinger spielt, gelesen. Wahrscheinlich hat mich deshalb das Buch so fasziniert. 

    Das Buch würde ich jedem, dem die Percy Jackson Bücher gefallen haben, empfehlen!

    Ideal wäre das Buch ab einem Alter von zehn Jahren.

  19. Cover des Buches Anatomie einer Nacht (ISBN: 9783518464786)
    Anna Kim

    Anatomie einer Nacht

     (12)
    Aktuelle Rezension von: nr-verlag
    Innerhalb der fünf Stunden zwischen 22:00 und 3:00 Uhr nehmen sich in einem fiktiven Ort im Osten Grönlands elf Menschen das Leben. Die Ereignisse und Umstände ließen sich auf wenigen Seiten erzählen, doch die Autorin macht weit mehr daraus. Ausgehend von den letzten Lebensstunden dieser elf Menschen lässt sie das soziale Gefüge innerhalb des Ortes, die jüngere Geschichte der Grönländer und ihre Lebensbedingungen vor uns entstehen. Das Buch ist untergliedert in zweistündige Abschnitte, in denen in dichter Folge von den einzelnen Personen berichtet wird. Sehr hilfreich ist dabei eine dem Roman vorangestellte Liste der Hauptpersonen. Doch auch mit dieser Hilfestellung ist das Buch beiweitem keine leichte Kost, was nicht zuletzt der Sprache der Erzählerin zuzuschreiben ist: kühl, glatt und schnörkellos, wie eine in Speckstein geschnittene Jagdszene. Jeder Satz wirkt so ausgewogen, als hätte Anna Kim mit streng rationierten Worten haushalten müssen. Das Lesen ist dadurch nicht Entspannung, sondern Arbeit, es verlangt volle Konzentration, um auf den gerade mal 300 Seiten auch die wohl doppelte Menge Subtext zu erfassen. Obwohl immer wieder menschliche Leidenschaften die Handlungen bestimmen, wirken die Handelnden selbst merkwürdig emotionslos, vor allem, wenn es um's Sterben geht, das häufig fast beiläufiges geschieht, als würde Suizid zum Alltag gehören. Im Laufe der Nacht werden dank der eingestreuten Erinnerungen der Personen immer mehr Zusammenhänge offensichtlich. Die Lebensläufe der anfänglich isoliert wirkenden Charaktere werden zu einem Netz verwoben, das, vor dem Hintergrund der herrschenden Lebensbedingungen, die Ereignisse verständlich erscheinen lässt.
  20. Cover des Buches Der Fisch in uns (ISBN: 9783596174423)
    Neil Shubin

    Der Fisch in uns

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Mario_Veraguth

    Ein großes weiteres Banner für das Bestreben der Evolutionsbefürworter ist es, dass Neil Shubin mit seinem brillanten Werk vor die wirren Thesen der Kreationisten stellt. Der Entdecker eines Bindeglieds zwischen Landlebewesen und Fisch belegt anhand zahlreicher Beispiele, wie im Zuge der Entwicklung höherer Lebensformen etliche Eigenschaften und physiologische Besonderheiten bis in den Menschen überdauern konnten.

    Wobei für Fische, Reptilien oder Vögel sinnvolle und vorteilhafte Spezialisierungen sich in einem Primatenkörper durchaus rächen können. So gibt es dadurch bedingt diverse Achillessehen und Konstruktionsfehler, wie die Tendenz zu Eingeweidebrüchen und Schluckauf, die schlecht konzipierten Bahnen einiger Nerven und generell einige nicht optimiert scheinende Konstruktionen im menschlichen Körper. Viele Zivilisations- und konventionelle Krankheiten sind bedingt durch die vielfältigen Einflüsse hunderter Jahrmillionen, in denen leider mitunter nicht immer nützliche Geschenke größtenteils ausgestorbener Urahnen lauern.

    Die Illustrationen und Zeichnungen, anhand derer die Entwicklung der Spezialisierung einer ursprünglich ganz anderen Art in ihrem Verlauf bis zur finalen Platzierung im Menschen aufgezeichnet wird, verdeutlichen diese wundersame Spielart der vergehenden Zeit auf anschauliche Weise. Wobei bei einigen der Darstellungen schon das eine oder andere Augenreiben vonnöten sein kann, um die Herleitung, auf die man von selbst niemals gekommen wäre, als Fakt auf sich wirken zu lassen. Es zeigt sich, wie über schier unermesslich viele Modifikationen Fähigkeiten aus komplett differenten Lebensumgebungen an die speziellen, den momentanen Bedürfnissen des „Genwirts“(Eigenkreation) optimal entsprechenden, Gegebenheiten angepasst werden.

    Als Anschauungsobjekte dienen Insekten, Fische, Reptilien und Würmer, deren verschiedenste Körperteile wie Augen, Knochen, innere Organe, Zähne und Kiemen in ihrer Metamorphose zu Komponenten anderer Lebensformen dargestellt wird. Die Forschungs- und Thesengrundlage bilden genetische Analysen, Fossilien sowie Studien der Embryonalentwicklung. Speziell mit letzterer lässt sich, wie jedes werdende Elternteil zu berichten weiß, auf atemberaubende und vor der Genialität der Natur in Ehrfurcht erstarren lassende Weise, unser artübergreifender Genpool darstellen. So entstand aus den Seitenlinienorganen der Fische das menschliche Innenohr, aus Kieferknochen Gehörknöchelchen und aus einzelligen Bakterien die Mitochondrien.

    Speziell die Mikroebene samt Viren und Bakterien, in der die ersten primitiven Lebensformen entstanden, birgt in anderer Hinsicht noch mehr bisher unerforschte, spannende Erkenntnisse. Denn die winzigen Lebensformen waren nicht nur die Grundlage alles Lebens, sondern stiegen auch viel später ein weiteres Mal mit nachhaltiger Wirkung in die Gestaltung der Ökosphäre ein. Wie weit viele unserer körperlichen Funktionsweisen, DNA, Stoffwechsel und Vererbung von Bakterien und Viren beeinflusst und modifiziert wurden, lässt sich vom momentanen, in den Kinderschuhen steckenden, Stand der Forschung aus betrachtet schwer seriös einschätzen. Es gibt diesbezüglich viele Theorien und nur rare, strittige Beweise, was für kommende Generationen von Wissenschaftlern einen Freibrief für den Eintritt in eine neue Welt der Forschung darstellt. Denn wo jetzt größtenteils nur anhand offensichtlicher, an Skelett oder Organen nachweisbaren Spuren urzeitlicher Ahnen eine Verbindung bewiesen werden kann, wird den Paläontologen des 21. und 22. Jahrhunderts ein Bündnis mit Biologen und Biochemikern beschieden sein. Und in dessen Gefolge werden noch wesentlich beeindruckendere Details, nicht nur darüber wie einzelne Fragmente unserer Physis erschaffen wurden, ans Tageslicht kommen. Sondern bis zu einzelnen Zellen und deren Funktionsweisen hin wird sich ein endlos verzweigter Stammbaum auftun, an dessen vorläufigen Ende der Mensch steht.

  21. Cover des Buches Mitternachtssonne am Fjord (ISBN: 9783548284378)
    Elfie Ligensa

    Mitternachtssonne am Fjord

     (33)
    Aktuelle Rezension von: julestodo
    Die Kulisse Lofoten kenne ich von einer eigenen Reise, sie ist wunderschön und hier genau ist dieser Roman angesiedelt.
    Eine junge Frau, auf sich allein gestellt, da sie Witwe ist, mit einem kleinen Sohn. Zum Glück hat sie gute Freunde, die ihr beistehen und sie entlasten. Natürlich gibt es auch Verwicklungen der unterschiedlichsten Art, die dem Buch eine gewisse Würze geben.
    So gefühlvoll geschrieben ist dieses Buch, dass man es sehr bedauert, wenn man es ausgelesen hat.
    Absolute Leseempfehlung!
    Jetzt warte ich dringend darauf, dass es noch einen 3. Band geben wird..... ;)
  22. Cover des Buches Ins Westeis (ISBN: 9783955101152)
    Tor Even Svanes

    Ins Westeis

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Gulan
    „Dir passiert hier doch nichts, weißt du. Hure. Dir passiert nichts, worum du nicht selbst gebeten hast. Was du dir nicht selbst gewünscht hast. Das weißt du. Du bittest doch seit dem Moment darum, in dem du an Bord gekommen bist.“

    Dann hört sie das feilende Geräusch des Schlüssels, der ins Schloss geschoben wird, und sie denkt an den über das Eis kratzenden Haken, kurz bevor er sich in weiches Gewebe rammt. (S.151)

    Das Robbenfangschiff M/S Kvalfjord ist unterwegs zu den Fanggebieten in Grönland. Die Mannschaft besteht nur aus Männern – und Mari, eine junge Veterinärin, die im Auftrag der norwegischen Fischereibehörde die Robbenjagd beaufsichtigen soll. Als das Schiff am Bestimmungsort eintrifft und die Jagd begeht, stellt Mari schnell Verstöße gegen Tierschutz und Sicherheitsregeln fest. Doch der Kapitän ignoriert ihre Beschwerden und die ohnehin reservierte Haltung der Männer schlägt in offene Ablehnung und Psychoterror um.

    Das Buch ist ein schmales Bändchen von noch nicht mal 200 Seiten und dazu noch sehr großzügig editiert mit teilweise nur wenigen Sätzen auf einer Seite. Es beginnt damit, dass Mari nochmals gebeten wird, die Geschichte zu erzählen und dabei wird erwähnt, dass sie immer noch unter einen traumatischen Stresssyndrom leidet und daher Probleme hat, die Ereignisse in eine genaue Chronologie zu bringen. In der Tat gibt es zu Beginn einige Sprüngen in der Erzählung, die von einem personalen Erzähler vorgetragen wird, doch schließlich beginnt der Bericht mit Maris Ankunft an Bord, der Abreise aus Tromsø und dem Erreichen des Eises und der Fanggebiete.

    Mari ist zum ersten Mal auf einem Fangschiff und dementsprechend unsicher, aber auch bemüht, Zugang zu der kleinen Mannschaft zu finden, was allerdings nicht so recht gelingt. Schon auf dem Weg nach Grönland passieren merkwürdige Dinge: Ihre Kleidung, die sie vor der Dusche hingelegt hat, liegt plötzlich wieder in ihrer Kabine. Sie riecht nachts Zigarettenrauch vor ihrer Tür. Außerdem bricht der Telefonmast und der einzige Kontakt nach außen ist nur über den offenen Kanal des Funkgeräts möglich. Als die Jagd beginnt und Mari sich beim Kapitän beschwert, lässt dieser klar erkennen, dass er aus Profitgründen an den bisherigen Abläufen weitgehend festhalten will. Als er zudem die Mannschaft darüber aufklärt, dass Mari die Verstöße melden will, schlägt ihr offene Verachtung entgegen. Und mit jedem Tag am Rande des Eises nimmt der Druck zu.

    Neben den Ereignissen an Bord enthält der Bericht auch die Schilderungen der Robbenjagd (nach einem Hinweis des Autors im Vorwort sind Auszüge aus echten Berichten der Inspektoren der Fischereibehörden hier eingeflossen). Natürlich ist das ein blutiges Geschäft, dennoch gibt es verbindliche Regeln, um das Leid der Tiere möglichst minimal zu halten. Doch die Männer an Bord der Kvalfjord halten sich nicht an die Regeln, teils aus Inkompetenz, teils aus Profitgier und teils um Macht und Gewalt auszuüben. Eine Kritik an ihrem Verhalten ist selbstredend unerwünscht, erst recht von einer Frau.

    „Ins Westeis“ ist eine kurze Erzählung von Machtausübung und Verletzbarkeit von Mensch und Natur. Dabei nutzt der Autor die isolierte Situation auf dem Schiff und die raue Natur des Eisrands zu einer intensiven Geschichte.

  23. Cover des Buches Fräulein Smillas Gespür für Schnee (ISBN: 9783899402711)
    Peter Hoeg

    Fräulein Smillas Gespür für Schnee

     (19)
    Aktuelle Rezension von: sabisteb
    In Kopenhagen stürzt ein kleiner Inuit Junge kurz vor Weihnachten vom Dach eines Hochhauses. Smilla Jaspersen, eine Bewohnerin des Hauses, die mit dem Jungen befreundet war, kann nicht glauben, dass er auf dem Dach gespielt hat, da das Kind unter Höhenangst litt. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, und stößt dabei auf mysteriöse Todesfälle bei geheimen Arktisexpeditionen, bei der der Vater des kleinen Jungen ums Leben kam. Das SWR/NDR Hörspiel aus dem Jahr 1995 basiert auf dem gleichnamigen Roman von Peter Høeg aus dem Jahr 1992. Das Hörspiel besteht aus zwei Teilen: Die Stadt (1. Teil) und Das Eismeer (2. Teil). Heutzutage mag dieser Krimi mit seinem Meteoriten und mutierten Würmern teilweise ein wenig verschroben wirken, man sollte jedoch bedenken, dass diese Geschichte in den Hochzeiten von Akte X erschien, da passte diese Art von Geschichte zum Zeitgeist und erinnert ein wenig an die Tunguska Episoden der Akte X Serie mit seinen Würmern aus schwarzem Öl. Dieses Hörspiel ist wieder einmal ein Beispiel für ein wirklich gelungenes Radiohörspiel mit sehr guten, wenn auch unbekannteren Sprechern. Besonders Krista Posch als Smilla Jaspersen hat mir sehr gut gefallen. Die Stimmen sind allesamt unverbraucht und alle so verschieden, dass man der Handlung und den Personen sehr gut folgen kann. Die Geschichte wird logisch und gut gegliedert erzählt. Man kann Smillas Ermittlungen problemlos folgen und ihre Handlungen und Schlüsse sehr gut nachvollziehen. FAZIT: Sinnvoll investierte GEZ Gebühren, die wieder einmal ein äußert gelungenes SWR Hörspiel finanziert haben.
  24. Cover des Buches Nicht alle Eisbären halten Winterschlaf (ISBN: 9783293304413)
    Jörn Riel

    Nicht alle Eisbären halten Winterschlaf

     (8)
    Aktuelle Rezension von: 7Pennylane
    Sehr humorvolle Schilderung von skurrilen Gestalten und Ereignissen, die trotzdem irgendwie wahr sein könnten... Herzerfrischende Geschichten, die mich ebenso begeistert haben, wie "Das Haus meiner Väter".

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