Bücher mit dem Tag "groteske"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "groteske" gekennzeichnet haben.

98 Bücher

  1. Cover des Buches Er ist wieder da (ISBN: 9783404171781)
    Timur Vermes

    Er ist wieder da

     (3.351)
    Aktuelle Rezension von: AlisonBurgers

    Der Autor beeindruckt durch fantastisch gewählte Sprache, insbesondere in Konversationen und inneren Monologen. Gepaart mit viel Phantasie und guter Recherche lässt Timur Vermes die Geschichte erschreckend real wirken. Wer mit diesem Humor klarkommt wird das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollen. Einziger, kleiner Makel: das Niveau kann nicht komplett durchgehend bis zum Ende gehalten werden. 

  2. Cover des Buches Der Pfau (ISBN: 9783462048001)
    Isabel Bogdan

    Der Pfau

     (458)
    Aktuelle Rezension von: Prinzesschn

    Ein Pfau, der die Farbe blau auf den Tod nicht ausstehen kann. Eine Truppe Bänker, die sich ihre Teambuilding-Maßnahme ganz und gar anders vorgestellt hatte. Und eine Menge Geheimnisse, die es zu vertuschen gilt.

    Der Schreibstil ist angenehm leicht, sehr feinsinnig und atmosphärisch gewählt. Daher kam ich sehr gut in die Geschichte rein und habe sie auch an vermeintlich banaleren Stellen schlichtweg genossen.

    Die Charaktere sind nicht besonders rund gezeichnet, aber das braucht es in diesem Kontext auch überhaupt nicht. Man lernt sowohl den klassischen Nörgler, die Übereifrige, die Ambitionierten und die kennen, die einfach tun, was von ihnen verlangt wird. Sie sind alle samt authentisch, einige skurril und andere einfach nur herzlich.
    Die Entwicklung der Charaktere fand ich am spannendsten. Waren einige der Bänker zunächst ein wenig von der doch sehr altertümlichen Behausung irritiert, lernten sie mit den Umständen umzugehen, sich anzupassen und am Ende sogar Spaß zu haben. Es war einfach schön zu sehen, wie anfangs mit einigen Klischees gespielt und diese nach und nach aufgebrochen worden sind.

    Sehr zu empfehlen ist auch das Hörbuch, das von Christoph Maria Herbst gelesen wird. Mit seiner besonderen Vortragsweise hat er sicherlich auch noch einmal einen Teil zur Stimmung beigetragen.

    Eine sehr kurzweilige Geschichte für zwischendurch.

  3. Cover des Buches Der Besuch der alten Dame (ISBN: 3257230451)
    Friedrich Dürrenmatt

    Der Besuch der alten Dame

     (1.713)
    Aktuelle Rezension von: Bellearielle

    Ich musste das Buch bzw. das Stück damals in der Schule lesen und war schon vorab genervt und abgeneigt - aber bereits nach der ersten Szene hatte mich die schrullige Kleinstadt und ihre Bewohner in den Bann gezogen!

    Die Dialoge, Handlung und die ganze Moral sind witzig, schlau, schlagfertig und präzise.

    Dieses Werk steht in meinem Bücherregal und ich lese es immer und immer wieder!

  4. Cover des Buches Die Blechtrommel (ISBN: 9783423138192)
    Günter Grass

    Die Blechtrommel

     (541)
    Aktuelle Rezension von: Lorenz1984

    Danke Herr Grass für diesen längeren Ausflug in die Welt von Oskar Matzerath. 

    Dieses Buch kann ich definitiv mit nichts vergleichen was ich bisher gelesen habe... 

    Jedem zu empfehlen der Lust auf etwas unkonventionelles hat! 

  5. Cover des Buches Die Physiker (ISBN: 9783257208375)
    Friedrich Dürrenmatt

    Die Physiker

     (3.742)
    Aktuelle Rezension von: inlovewithreading

    "Verrückt, aber weise."

    "Gefangen, aber frei."

    "Physiker, aber unschuldig."


    Das Buch "Die Physiker" war das erste, welches ich von dem Autor Friedrich Dürrenmatt gelesen habe und irgendwie weiß ich nicht, was ich so richtig davon halten soll, da ich vorher noch nie ein Buch in diesem Genre gelesen habe. 


    Den Schreibstil fand ich eigentlich ziemlich normal, glaube ich. Mir ist beim Lesen nichts besonders Schlechtes oder herausragend Gutes aufgefallen. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich nicht allzu sehr darauf geachtet habe und ob man gut durchkommt, lässt sich bei knapp 80 Seiten auch schwer beurteilen.



    Die Story an sich fand ich eigentlich ganz cool und wenn ich daran zurückdenke vielleicht sogar auch ein kleines bisschen witzig, aber irgendwie auch überwiegend cringe.

    Was ich am interessantesten fand, war, dass die drei Protagonisten einfach keine Probleme durch ihre Taten bekommen haben. Sie waren vielleicht krank, aber trotzdem. Vielleicht sollte das aber auch das witzige an der Geschichte sein.


    Hauptsächlich fand ich die Geschichte einfach merkwürdig...Das Cover mag ich aber gern! xD

  6. Cover des Buches Die Vermessung der Welt (ISBN: 9783499332708)
    Daniel Kehlmann

    Die Vermessung der Welt

     (3.379)
    Aktuelle Rezension von: Klausviedenz

    Deutschsprachiger Weltbestseller. Von Kritikern hochgelobt, als "geniale Sensation" verschrien...aber für mich eine ziemliche Enttäuschung. Kehlmanns "Tyll" habe ich geliebt, aber mit diesem hier wurde ich nie warm.

    "Die Vermessung der Welt" ist eine Doppelbiografie zu zwei Titanen der Wissenschaft: Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humbold, die in diesem Machwerk allerdings alles andere als titanisch herüberkommen. Zwar stellt Kehlmann ihr Genie angemessen dar, allerdings haben sie abgesehen von ihrer Intelligenz und ihrer Neugier keine positiven Eigenschaften - stattdessen kommen sie als überzeichnete Soziopathen, Egomanen und Choleriker daher. Gauß macht seiner Familie das Leben zur Hölle, verpasst sogar die Geburt seines ersten Kindes, ohne davon überhaupt zu wissen, und reagiert mit Gleichmut auf das Unglück, das seinen Sohn trifft. Alexander von Humbold, der große Kämpfer gegen Sklaverei und Unterdrückung, der mit seinen Vorträgen und Anekdoten das pochende Herz jeder Abendgesellschaft gewesen sein soll, wird von Kehlmann zu einem homosexuellen Pädophilen degradiert, der völlig außerstande ist, Empathie für seine Mitmenschen zu empfinden. Wenn man schon über historische Persönlichkeiten schreibt, sollte man sich wenigstens an die bekannten Fakten halten - und das hat Kehlmann hier meiner Meinung nach ziemlich oft nicht getan. Unter anderem beschäftigt sich Humbold hier auch mit der Daguerreotypie, was zu seinen Lebzeiten soweit ich weiß noch absolute Zukunftsmusik war.

    Ein anderer Störfaktor in diesem Roman waren die Dialoge, denn diese sind fast durchgehend in indirekter Rede verfasst. Warum zum Teufel schreibt man Dialoge in indirekter Rede? In "Tyll" hat Kehlmann großartige Dialoge geschrieben, hier ziehen sie sich teilweise wie Kaugummi.

    Davon abgesehen ist der Autor auch hier immer noch ein großartiger Erzähler. All die peinlichen Momente sozialen Versagens der beiden Protagonisten sind mit feiner, subtiler Ironie unterlegt, und zum Ende seines Romans hin führt Kehlmann beide Erzählstränge elegant zusammen um zu verdeutlichen, dass die beiden Genies trotz ihrer weltverändernden Erkenntnisse im Alter doch nur überholte Greise sind: die Wissenschaft ist gnadenlos, sie entwickelt sich immer weiter. Sensationelle Entdeckungen von heute sind die alten Geschichten von gestern, für die sich niemand mehr interessiert.

    Alles in allem ist das hier immer noch ein lesenswerter Roman, wenn man die Schwierigkeit mit den Dialogen überwunden hat und damit klarkommt, dass alles Zwischenmenschliche in ihm keine Rolle spielt. Kehlmann geht es hier offenbar nicht um das Leben seiner Charaktere, sondern um das, was sie hinterlassen: die Vermessung der Welt, die Weiterentwicklung von Wissenschaft und Wissen, das Erweitern des menschlichen Horizonts. Drei Sterne.

  7. Cover des Buches Garp und wie er die Welt sah (ISBN: 9783257068153)
    John Irving

    Garp und wie er die Welt sah

     (779)
    Aktuelle Rezension von: CharlieKaya

    Ich habe sehr lange gebraucht, dieses Buch zu lesen, aber ich habe es durch und durch geliebt. Es handelt sich bei diesem Werk um eine umfangreiche Lebensgeschichte, die sehr unterschiedliche Faszetten und Handlungsweise aufbringt. Zudem ist Garp Schriftsteller und seine Arbeiten werden umfangreich, aber sehr, sehr interessant erzählt. Es ist nicht die Spannung, die dieses Buch ausmacht, sondern die Verbundenheit, die man schnell zu den Protagonisten einnimmt. Ich habe das Buch für ein paar Wochen weggelegt und trotzdem konnte ich unbekümmert weiterlesen, so als ob ein Familienmitglied ein paar Wochen in Urlaub war und nun wieder vor der Tür steht. Man freut sich, weiter zu lesen und Neues zu erfahren. Das Buch nimmt den Leser mit, es ist extrem einnehmend; es schwingt mit dem Leser im Einklang. 

    Obwohl das Buch bereits 1978 erschien, ist es unglaublich aktuell. Die Ansichten haben mich teilweise ehrlich überrascht.

    Mittlerweile "grübele" ich nicht mehr. Ich spüren den "Sog".

    Ich werde T.S.Garp aufrichtig vermissen.

  8. Cover des Buches Die Magie der Scheibenwelt (ISBN: 9783492285193)
    Terry Pratchett

    Die Magie der Scheibenwelt

     (84)
    Aktuelle Rezension von: Dubhe
    In diesem Buch sind die ersten drei Geschichten um die Scheibenwelt versammelt, die der Autor je geschrieben hat. "Die Farben der Magie", "Das Erbe des Zauberers" und "Das Licht der Phantasie" sind nur drei von vielen großartigen Romanen, die in dieser bizarren Welt spielen, die unsere auf die Schippe zu nehmen scheint. Jedenfalls nicht unbedingt geeignet für den Einstieg in die Welt von Terry Pratchett, doch für jeden Fan von seinen Büchern!
  9. Cover des Buches Der Untertan (ISBN: 9783423002561)
    Heinrich Mann

    Der Untertan

     (367)
    Aktuelle Rezension von: dot
    Im Roman " Der Untertan" von Heinrich Mann geht es um Diederich Heßling, der zur Zeit des Kaiserreichs am Ende des 19. Jahrhundert lebt. Diederich wächst in einem strengen Elternhaus in Netzig auf, wodurch er früh einen Einblick in die Machtverhältnisse bekommt und sie zugleich zu bewundern beginnt. Durch seinen Werdegang  im Schul- und Militärdienst, sowie im Studium und der Übernahme der Papierfabrik seines Vaters, wird aus ihm ein sehr selbstbezogener Mensch, der seine Vorteile auf Kosten anderer ausspielt und nur jene respektiert, die ihm übergeordnet zu sein scheinen. [...]


    " Der Untertan" ist ein Klassiker, der sehr gut die politischen Verhältnisse des 19. Jahrhunderts verdeutlicht, der aber teilweise wohl auch noch immer als zeitgemäß betrachtet werden kann.
  10. Cover des Buches Das Kartell (ISBN: 9783426304297)
    Don Winslow

    Das Kartell

     (132)
    Aktuelle Rezension von: Igno

    Nachdem er Adán Barrera, den mächtigsten Kartellboss Mexikos, in einem US-amerikanischen Hochsicherheitsgefängnis untergebracht hat, zieht sich Art Keller aus dem Drogenkrieg zurück. Sein Exil hat er in einem Kloster gefunden, in dem er Bienen züchtet. Doch der Drogenkrieg geht weiter. Adáns Einfluss reicht so weit, dass er einen Deal für sich abschließen kann, der ihn von den USA in mexikanische »Haft« bringt. Wenig später gelingt ihm die »Flucht« und Arts Ruhestand endet abrupt, als sein alter Chef Tim Taylor ihn um Hilfe bittet. Sein Wissen über die Kartelle und die Barreras speziell ist zu unentbehrlich, um in der Bienenzucht zu vergehen.

    Don Winslows zweiter Teil der Trilogie um den Drogenkrieg um die und jenseits der Südgrenze der USA erschien 2015 bei Droemer. Das Kartell umfasst 832 Seiten und schließt chronologisch an Tage der Toten an.

    Das Buch dreht sich um den US-amerikanischen Drogenkrieg, hauptsächlich in Mexiko. Es gibt Exkurse nach Guatemala und zur ‘Ngrangheta in Europa, außerdem zu den Verwicklungen zum islamistischen Terrorismus. Der weitaus größte Teil der Geschichte spielt aber in Mexiko. Das Buch ist, wie schon Tage der Toten, intensiv recherchiert und orientiert sich im Rahmen an der historischen Realität, die Geschichte selbst allerdings ist Fiktion. Behandelt wird der Zeitraum der Nullerjahre und ein Stück darüber hinaus.

    Wieder zurück im Geschehen muss Art Keller feststellen, dass sich die Kartelle in Mexiko zunehmend brutalisieren. Waren zivile Opfer früher eher die notwendige Ausnahme, nutzt eine zunehmende Zahl von Kartellen sie mehr und mehr als normale Strategie im Krieg. Mexiko wird zum Schlachtfeld – Betonung auf der ersten Silbe -, Städte werden entvölkert, die Kartelle bauen sich paramilitärische Armeen auf und die staatlichen Behörden sind entweder Nutznießer der Kartelle, sehr schnell ausgelöscht oder stehen den Kartellen in Brutalität und Willkür in nichts nach. Im wahrsten Sinne des Wortes zerrieben wird dazwischen die Bevölkerung.

    Auch das Geschäftsfeld der Kartelle beginnt einen Wandel. Ging es früher noch hauptsächlich um Drogenproduktion und -transport, sowie Geldwäsche, etwas Schutzgelderpressung und Straßenkriminalität im Allgemeinen, so wandelt sich dies hin zu den großen internationalen Feldern. Öl wird interessant, ebenso globaler Waffenhandel. Die Kartelle haben astronomische Vermögen aus ihrem Kerngeschäft gezogen, dieses Geld muss irgendwo arbeiten. Gerade das Öl verschärft die Kämpfe um ölreiche Regionen in Mexiko. Winslow nimmt, um die Folgen des Drogenkrieges für die Bevölkerung schonungslos zu verdeutlichen, Ciudad Juárez zu einem seiner zentralen Handlungsorte. Die Stadt litt tatsächlich schwer unter dem Krieg zwischen Kartellen und Behörden und die Handlung ist in all ihrer Brutalität stark an die historischen Ereignisse angelehnt.

    Auch in Das Kartell schwebt zwischen den Zeilen immer Winslows Kritik an der kriminalisierenden Drogenpolitik. Und wie schon im ersten Band zeigt er wieder schonungslos auf, wie alle Kriegsparteien letztendlich von dieser Politik profitieren – auf Kosten der Bevölkerung. Gegen Ende spricht er seine Kritik auch nochmal explizit aus. Eine hervorgehobene Rolle bekommen Journalisten, die nun gezielt Opfer werden, und die Frauenmorde von Ciudad Juárez.

    Anknüpfend an den ersten Teil ist auch Das Kartell zwar ein sehr dickes Buch, wird aber nicht langweilig. Winslow schreibt flüssig, erinnert stilistisch wieder ein wenig an Sin City. Seine Figuren stellt er ausführlich dar, so werden auch die Beweggründe der größten Unsympathen zwar nicht akzeptabel, aber verständlich. Auch die Zivilbevölkerung bekommt durch eigene Figuren und Handlungsstränge viel Raum, um ihr Leid zu vermitteln. Gerade das Dilemma der Journalisten, die ab einem gewissen Punkt entweder gar nicht mehr oder mit der Stimme der jeweiligen Besatzer berichten können, nimmt eine zentrale Rolle ein. Winslow zeigt, wie sich in den Nullerjahren daraus das Aufkommen der Bloggerszene als Parallelfeld des klassischen Journalismus’ entwickelt.

    Das Kartell ist epochal, wie sein Vorgänger Tage der Toten. Der behandelte Zeitraum ist zwar deutlich kürzer, die Handlung dadurch aber nicht weniger mächtig. Das Buch ist lang, erschlägt die Lesenden aber nicht. Und es gibt tiefe Einblicke in ein Stück Geschichte der amerikanischen Kontinente, die wir hier nur am Rande erlebt haben. Absolut lesenswert.

  11. Cover des Buches Elementarteilchen (ISBN: 9783832162788)
    Michel Houellebecq

    Elementarteilchen

     (420)
    Aktuelle Rezension von: fhaubold

    "Elementarteilchen" ist m. E. der beste und vielschichtigste Roman Houellebecqs. Vor allem schafft er es in diesem Buch, seine Figuren (zumindest einige davon) mit Wärme und Empathie zu beschreiben, was ihm sonst eher fernliegt. 

    Zwar treibt er mit dem ungleichen Brüderpaar gesellschaftliche Entwicklungen auf die Spitze, aber er tut dies, ohne die Handlungsträger bloßzustellen. Wohl niemand seiner Schriftstellergeneration hat die Neurosen und den Werteverlust der westlichen Gesellschaft so treffend beschrieben wie Houellebecq es in diesem Roman tut. 

    Die von ihm unterstellte  Unmöglichkeit für die meisten Menschen, wirkliches Glück zu finden, ist zweifellos angesichts der Verheißungen der every-thing-goes- Gesellschaft sicherlich unpopulär, hat aber einen wahren Kern. Und der Science Fiction-Teil des Romans ist zweifellos überzeichnet, führt seine Thesen aber konsequent zu Ende. Ich kann den Roman jedenfalls unbedingt zur Lektüre empfehlen.








  12. Cover des Buches Lachsfischen im Jemen (ISBN: 9783833308550)
    Paul Torday

    Lachsfischen im Jemen

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Die-Glimmerfeen
    Der Fischereiwissenschaftler Dr. Alfred Jones gerät in die Mühlen der Politik, als er von höchster Stelle den Auftrag erhält, einem wahnwitzigen Projekt zur Realisierung zu verhelfen. Er soll zusammen mit der Immobilienmaklerin Harriet, für einen Scheich das Lachsfischen im Jemen ermöglichen.
    Ein kluges Buch über taktierende Politiker, einen lebensklugen Scheich, eine lieblose Ehe und über das Los mit einem Soldaten verlobt zu sein. Dieses Projekt, das eigentlich einem Privatwunsch entspringt, gerät zwischen die Fronten der Downing Street und der Al Qaida. Das Buch ist in Form von Verhören, e-Mails und Tagebucheintragungen geschrieben.
    Mir hat es sehr gut gefallen, die Charaktere sind einprägsam und obwohl ich es nie vermutet hätte, kann sogar das Lachsfischen zu einer spannenden Geschichte werden. Ich werde mir nun wohl auch noch die Verfilmung ansehen, mit Ewan McGregor und Emily Blunt in den Hauptrollen.
  13. Cover des Buches Der Meister und Margarita (ISBN: 9783844810295)
    Michail Bulgakow

    Der Meister und Margarita

     (369)
    Aktuelle Rezension von: Curtis

    Zu dem Buch kann man nur eines sagen: Lesen!

    Ein absoluter Klassiker und nicht ganz einfach zu begreifen. Empfehle zusätzliche Hintergründe zum Buch zu recherchieren. Sehr spannend.

  14. Cover des Buches Der Prozeß (ISBN: 9783899195880)
    Franz Kafka

    Der Prozeß

     (993)
    Aktuelle Rezension von: lilr

    Ich habe selten ein Buch gelesen, was mich derart in den Bann gerissen hat, wie dieser Klassiker von Franz Kafka! Ab dem ersten Kapitel wird man in die Gefühlswelt des Protagonisten Josef K. gerissen und fühlt am eigenen Leib die Verzweiflung, die Angst und das Elend die von dem Prozess ausgehen. Zeitweise musste ich das Buch beiseitelegen weil mich das Schicksal und die Wirrungen derart mitgenommen haben. Aber genau das ist die Meisterleistung Kafkas! Jeder neue Handlungsstrang überrascht mit neuen grotesken Elementen, die das Buch absolut "kafkaesk" machen. Ich empfehle einen Lektüreschlüssel für alle diejenigen, die das Buch ganz erschließen möchten, denn sowohl philosophisch, politisch, religionskritisch als auch autobiografisch überließ Kafka nichts dem Zufall. Ein Muss für alle Literaturfans! 

  15. Cover des Buches Drachensaat (ISBN: 9783499248948)
    Jan Weiler

    Drachensaat

     (141)
    Aktuelle Rezension von: Farbwirbel

    Selbstmord während einer Aufführung der Wagner-Festspiele in Bayreuth begehen? Statt Essen zu sich zu nehmen, Musik zu mampfen – aus dem kopfeigenen Radio? Neben der Mutter fernsehen – auch noch 20 Jahre nach ihrem Tod?

    Skurrile Geschichten, einzigartige Menschen. Jan Weiler versteht es, in seinem Roman 'Drachensaat' verschiedene Charaktere zusammenzubringen, die sich gegenseitig in ihren bizarren Geschichten überbieten. Protagonist ist dabei Bernhard Schade, welcher versuchte, sich während der Festspiele in Bayreuth umzubringen. Er ist eine tragische Gestalt. Einst war er gefeierter Architekt für behindertengerechte Gebäude, doch wollte ganz andere Häuser bauen. Er liebte seine Frau, vergötterte seinen Sohn Udo, der mit Trisomie 21 auf die Welt kam, doch er dachte anders. Er führte Udo z.B. ins Freudenhaus, was einen Aufschrei bei seiner Frau und der Nachbarschaft auslöste.

    Herr Schade wird von Dr. Zens in dessen neue Einrichtung eingeladen, um dort seine psychische Störung behandeln zu lassen. Zuerst ist er allein in der Einrichtung, doch bald sind dort fünf Patienten, alle mit einer detailreich geschilderten, amüsanten und traurigen Geschichte.

    Dr. Zens geht nun davon aus, dass die fünf eine Klimax erleben müssen, um in Wut und Affekt heilen zu können. Aus diesem Grund plant er mit Ihnen einen Überfall auf einen Politiker. Man merkt vielleicht... Dr. Zens ist nicht ganz vertrauenswürdig?

    Dieses Spiel und die Nachbesprechung des Überfalls durch die Medien und Gerichtsunterlagen machen den Roman herrlich mehrperspektivisch und sehr angenehm zu lesen.

    Der Name der Gruppe 'Drachensaat' entsteht im Anliegen an die Geschichte des griechischen Mythos um Kadmos. Interessanter Weise ist genau jene Geschichte innerhalb des Romans nacherzählt und ähnlich einer Parabel eingebettet in die Erzählung. Die Skurrilität des Romans ließ mich schnell den Zusammenhang zu 'Die Physiker' von Dürrenmatt herstellen. Zwar sind Plott und Personal nicht vergleichbar, aber der Humor und die Unsicherheiten, die im Leser erweckt werden, sind ähnlich. Auch der 'Hundertjährige' von Jonasson könnte als Vergleichsmaterial hinzugezogen werden.

    „Ein Unfall?“, fragte ich.

    „Ja. Herr Kringe war auf dem Weg zu uns, und an einer Raststätte bei Frankfurt musste der Fahrer tanken. Herr Kringe nahm die Gelegenheit wahr und ging ein wenig spazieren. Auf der A3.“ - S. 179

    Streckenweise hätte mir einer zügiger Schreibstil besser gefallen, als die ruhige Erzählweise und dann hätte ich zu einigen Charakteren wiederum gern mehr gewusst. Es war mir ein Lesespaß, den ich gern weiterempfehle. Es war nicht atemberaubend, aber wirklich gute Unterhaltung.

  16. Cover des Buches Das Hotel New Hampshire (ISBN: 9783937793092)
    John Irving

    Das Hotel New Hampshire

     (717)
    Aktuelle Rezension von: Nokbew

    Alle, ausnahmslos alle, haben in dieser Familie einen (liebenswerten) Sockenschuss. Es geht um sehr ernste Dinge: Vergewaltigung, Inzest, Coming out, Familienbande, Träume, Ziele. Der Autor will schocken und schafft das dann auch auf ganz liebevolle Art und Weise. Der Leser lacht, der Leser weint, der Leser schüttelt den Kopf...

    Was will der Leser mehr? ★★★★★ Sterne!

  17. Cover des Buches American Psycho (ISBN: 9783942656412)
    Bret Easton Ellis

    American Psycho

     (397)
    Aktuelle Rezension von: Wieland

    Ich habe dieses Buch nun nach einer Weile abgebrochen und ich muss sagen, dass ich von "American Psycho" geschrieben von Bret Easton Ellis überhaupt nicht überzeugt bin.

    Im wesentlichen handelt es um Patrick Bateman der bereits mit 27 Jahren Vizepräsident einer fiktiven Investment-Bank ist. Patrick Bateman kommt anfangs als eine diplomatische und linksliberale Persönlichkeit rüber. Schnell stellt sich heraus, dass dies lediglich als Fassade dient und dahinter versteckt sich ein gewalttätiger Psychopath steckt.

    So werden wir auch oft Zeuge von trivialen Morden ohne Motiv und Verstand. Sie dienen lediglich dazu um seine Blutrünstigen Bedürfnisse zu befrieden. Der Ursprung dieser Bedürfnisse ist bis über der Hälfte des Buches nicht bekannt und auch so lässt der Autor kein Spielraum für Spekulationen offen, denn trotz der Ich-Erzählweise bleiben die Morde motivlos. So ziehen sich die weiteren Morde, und auch Straftaten, über mehrere Kapitel, so dass Patrick Bateman weiterhin ein kaltblütiger Mörder bleibt. Durch die Ich-Erzählweise hätte ich mir daher mehr Einblick in die Gedanken und Psyche von Patrick Bateman gewünscht. Warum macht er das gerade so? Warum empfindet er gerade das was er empfindet? Leider erhalten wir nie einen tieferen Einblick, sondern viel mehr einen oberflächlichen. Gepaart mit der Erzählweise hatte ich also permanent das Gefühl, dass mir etwas entgeht, dass da was fehlt und dass der Charakter noch nicht richtig ausgearbeitet wurde. Die Hoffnung dass im laufe der Geschichte Patrick Bateman ein Gesicht bekommt wird zerstreut. Ich hatte bisher nur ein einziges Kapitel gelesen, dass etwas mehr Charakter in Patrick Bateman einfließt und das war es auch. Leider ist der Hauptcharakter dieser Geschichte völlig ein-dimensional.

    Der Schreibstil dieser Geschichte lässt relativ schnell zu wünschen übrig. Ich will den Autor und den Übersetzer nicht beleidigen, aber irgendwann hatte ich das Gefühl, dass der Autor und/oder der Übersetzer eine sehr überschaubaren Menge an Bausätzen verinnerlicht hat. Wahllos werden irgendwelche Gegenstände und Kleidungsstücke in die Szene reingeworfen und das wie ein Maschinengewehr. Als Beispiel: "Patrick Bateman trägt eine Krawatte und eine Rolex-Armbanduhr und ein Baumwellhemd und schwarze Schuhe und die Sessel sind Rot und...". Ich war schlussendlich sehr genervt davon und kam auch gar nicht mehr mit, weil so vieles so unpräzise in so kurzer Zeit reingeworfen wurde.

    Damit diese Review allerdings nicht im bösen endet möchte ich gerne sagen, dass die Dialoge mir ganz gut gefallen haben und dass der Autor gut deutlich machen konnte, in welch einer Gesellschaft wir uns befinden. Und wenn man glaubt, dass man irgendwie nun den Durchblick in diesem Sozialen-Konstrukt gefunden hat, kommt wieder irgendetwas daher was einen umdenken lässt. Das fand ich gut, dass hat mich auch ein wenig mitgenommen. Wenn ich ganz ehrlich bin: In den Kreisen in denen sich Patrick bewegt... sie sind zum kotzen... und dass der Autor dass gut mit Steigerungen rüberbringen konnte fand ich gut :)    

  18. Cover des Buches Fear and Loathing in Las Vegas (ISBN: 9780007204496)
    Hunter S. Thompson

    Fear and Loathing in Las Vegas

     (56)
    Aktuelle Rezension von: JenniferHilgert
    Vollgedröhnt mit Uppers und Downers den amerikanischen Traum spiegelnd, erlebe ich die Story in meiner derzeitigen lokalen Umgebung, unterscheide nicht mit mehr zwischen Realität und Fiktion – während ich beim Lesen das Wort ‚unbelievable‘ aus meinem Wortschatz streiche.
  19. Cover des Buches Die Reise nach Petuschki (ISBN: 9783492206716)
    Wenedikt Jerofejew

    Die Reise nach Petuschki

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Heissa und juhu, was für ein Schelmenstück. Kinder und Narren sagen ja bekanntlich die Wahrheit da jedoch Jerofejew weder das eine noch das andere ist erhebt er einfach die Narretei zur Wissenschaft und doziert ohne unterlass. Sein Alkoholspiegel wird von Kilometer zu Kilometer von gar wahnwitzigen Mischungen alkoholischer und alkoholhaltiger Substanzen und Wässerchen noch mehr angefacht bis er gegen Ende hin ins Delirium fällt und in eine surreale Gedankenwelt sich treiben lässt in der er auch, einer Einbahn gleich, gefangen bleibt. Bis zu jenem absoluten Limit jedoch ist es eine fröhlich, tragischkomische aber auch erschreckend intelligente Sauftour die einen nicht nur einmal hellauf lachen lässt. Spätestens wenn man zur Schaffung einer neuen Ordnung dem Niederländischen König (Olaf) eine Kriegserklärung per Post zustellen lässt und von nun an auf die Bomber wartet…die jedoch nie kommen. Mit wortwitziger Gewalt nimmt er sich und sein damaliges Umfeld (Ende der 60er) ins Gebet und liest in der russischen Seele wie in einem offenen Buch. Natürlich sollte man sich eine gewisse Vorliebe fürs Russische bewahren um auch wirklich alles zu verstehen aber auch wenn man nur einen gelegentlichen Ausflug in die Zeitgenössische Literatur des wilden Ostens machen will bietet sich dieses Büchlein sehr gut an. Ein Klassiker zum immer wieder lesen.
  20. Cover des Buches Populärmusik aus Vittula (ISBN: 9783442738915)
    Mikael Niemi

    Populärmusik aus Vittula

     (221)
    Aktuelle Rezension von: AnjaLG87
    Niemi erzählt, wie der junge Protagonist und seine Freunde in Schweden aufwachsen. Zur ohnehin schon schwierigen Pubertät mit den üblichen Problemen rund um Pickel, Bier und Mädchen gesellen sich außerdem die Konflikte in der Familie sowie jene zwischen Schweden und Finnen, wodurch eine grundlegende Identitätsfrage aufgeworfen wird. Was macht mein Leben eigentlich aus, was hält mich in Vittula, und wenn mich hier nichts mehr hält, wo will ich eigentlich hin, wenn ich mit den Leuten im Dorf, im Nachbarort und möglicherweise in der nächsten großen Stadt nicht zurechtkomme und für meine Herkunft ohnehin "degradiert" werde? Niemi erzählt in einer nüchternen, aber auch total witzigen Sprache von vielen schönen Kindheitserinnerungen, Familienfesten und Freundschaften, aber genauso auch von viel Tragischem, was dem Buch die richtige Portion Tiefgründigkeit verleiht. Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe und eine klare Leseempfehlung von mir!
  21. Cover des Buches Niemand denkt an Grönland (ISBN: 9783492246330)
    John Griesemer

    Niemand denkt an Grönland

     (19)
    Aktuelle Rezension von: luckyup
    Rudy landet zur Verwunderung der Stützpunktbetreiber und zu seiner eigenen auf Grönland. Auf diesem Stützpunkt werden Soldaten, welche zuhause als vermisst gemeldet sind gepflegt. Die Reste dieser Koreakrieger werden in dem Teil des Stützpunktes gepflegt, welcher "Der Flügel" genannt wird. In dieser abgelegen, eigentlich inexistenten Welt, unter skurrilen, unter der Einöde leidenden Protagonisten bekommt Rudy den Auftrag eine Zeitung herauszugeben. Das Erscheinen der Zeitung, sein Besuch im Flügel, die Kontaktaufnahme mit Guy X, einem "Vermissten", die Beziehung zu Irene, der Geliebten des Kommandanten bringen die verschiedenen Handlungsstränge in Bewegung. Die Monotonie auf dem Stützpunkt, die Orgie der Mittsommernacht, der Schrecken der nicht endenden Polarnacht und die Gespräche mit Guy X und die werden fesselnd beschrieben. John Griesemer hält das Interesse seiner Leser durch die farbige Gestaltung der Figuren und der hintergründigen Handlung bis zum etwas chaotischen, überstürzten Ende wach.
  22. Cover des Buches Junger Hund (ISBN: 9783942181495)
    Matthias Kröner

    Junger Hund

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Monika58097
    Kurz- und Kürzestgeschichten Dieses Büchlein enthält 33 Kurz- und Kürzestgeschichten unterteilt in die Kapitel Liebe, Umsturz, Erfahrungen, Randale, Stillstand, Verwirrung und Heuchelei. Die Geschichten sind humorvoll, einige bissig, einige beinhalten den Wow-Effekt. Beim Lesen habe ich mich berührt gefühlt, war nachdenklich, erschrocken. Jede Geschichte ist anders. Liebe und Gewalt liegen oft nah beieinander. Außergewöhnliche kleine Geschichten, intensiv, intelligent. "Junger Hund" - ich war immer wieder überrascht, dass so kleine Geschichten derart faszinierend sein können. Für mich ist es kein Buch, das man einfach so "wegliest". Für mich ist es ein Buch, in dem man immer wieder mal liest.
  23. Cover des Buches Forellenfischen in Amerika (ISBN: 9783936054026)
    Richard Brautigan

    Forellenfischen in Amerika

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Maldoror
    Der Roman „Forellenfischen in Amerika“ des amerikanischen Underground Poeten Richard Brautigan (1935-84), den Literaturforscher als Übergangserscheinung zwischen Beat-Generation (Kerouac, Burrough) und Hippiebewegung betrachten, ist ein absurdes, künstlerisches mit Persiflagen getränktes Werk das der inneren Realität (dem eigenen wahren Gefühl vor dem Verstand) huldigt.

    Das Werk erschien 1967 und wurde von der Literaturkritik vielfach als bizarres und poetisches Metapher gedeutet und gewertet: Für den Ausdruck einer enttäuschten amerikanischen Jugend und deren Sehnsucht nach einer intakten Welt ohne die Enttäuschungen und Katastrophen einer zerstörten Umwelt, Ungleichheit, sozialer Kälte, Kommerzialisierung und Kriegstreiberei.

    Hier wird mit der Kraft der assoziativen Sprache des Erzählers ein gewieftes, ja vielleicht manipulatives, Spiel mit dem Leser betrieben.

    Dieser „Roman“ enthält 47 Miniaturkapitel, alles in sich abgeschlossene selbstständige Prosatexte, die sich zwischen einer Länge von 17 Zeilen und maximal 7 Seiten bewegen.

    Meist ein bunt zusammengewürfeltes Allerlei aus allen epischen Genres bei dem der Ich-Erzähler überwiegend  gewisse Lebensepisoden und Gedanken zu Dingen, Personen, Sachverhalten und Ereignissen reflektiert.

    Dabei handelt es sich oft um banale Erlebnisse, durch die verzerrte Optik des Erzählers wiedergegeben und ohne Bezug auf direkte Umwelteinflüsse und sozialpolitischer Situation sowie jeglicher Persönlichkeitsentwicklung des Wahrnehmenden.

    Der Titel „Forellenfischen in Amerika“ besitzt unheimliche Suggestionskraft und kann viele unterschiedliche Assoziationen und Erwartungen wecken.

    Zum Beispiel von einem naturverbunden Leben, von glasklaren Bächen, kühlen und stillen Wäldern mit taufrischen unberührten Wiesen, wo sich gesprenkelte Regenbogenforellen in paradiesischen Biotopen in ursprünglich kiesig reinen Gewässern tummeln.

    Eine andere Assoziation könnte den sportlichen Aspekt des Angelns folgen; der Freude und Begeisterung für den Umgang mit Rute, Leine, Köder und Kescher.

    Diese oder ähnliche Erwartungen des Lesers werden enttäuscht.

    Brautigan variiert und modifiziert viel des ursprünglichen Sinngehaltes einzelner Worte und ganzer zusammenhängende Sprachgebilde.

    Nur in wenigen Passagen bezieht sich die Formulierung „Forellenfischen“ auf das, was sie ursprünglich sprachlich bezeichnet: die Sportart bzw. das Hobby des Angelns. Hier lässt der Ich-Erzähler durchblicken, dass er über die Gepflogenheiten des Fischens und über Forellen bestens Bescheid weiß. Weit häufiger dient "Forellenfischen in Amerika" als ein Name für Personen, wobei oftmals das Prinzip der Doppel- bzw. Mehrdeutigkeit gewählt wird. Manchmal hat es den Anschein, als könne es sich dabei um das Alte-Ego des Ich-Erzählers, oder um einen guten Bekannten und Freund handeln.

    In drei Texten trägt ein beidseitig beinamputierter, rollstuhlfahrender Säufer den Namen „Forellenfischen in Amerika Shorty“. In einem weiteren Beispiel, wird dem armen Lord Byron (Kultdichter- und prägender Autor für die Romantik) die zweifelhafte Ehre zuteil, vom Erzähler in „Forellenfischen in Amerika“ umgetauft zu werden. Oder die Wendung fungiert gleich als Eigenname für ein billiges und abgewracktes Hotel.

    Weiterhin auffällig: die teils ungewöhnlichen, ja zwischen banal und reißerisch schwankenden Überschriften der Texte. ("Der Puddingexperte von Stanley Basin", "Fußnotenkapitel zum Transport von Forellenfischen in Amerika Shorty“, "Buckel-Forelle", "Forellentod durch Portwein", "Mayonaisenkapitel"…etc.)

    Die Bezeichnungen können auf den Inhalt der Kapitel hinweisen, müssen aber auch so gar nichts mit diesem zu tun haben.

    Andererseits vermutet man bei dem unverfänglichen Titel „Rote Lippen“ nicht unbedingt sofort, dass im folgenden Text von einem Abort und vom Stuhlgang die Rede ist.

    Der Individualstil Brautigans ist nicht leicht und präzise zu charakterisieren: zu häufig pulsieren in diesem Sprachkonglomerat groteske Übertreibungen,  Ungereimtheiten , spröde Wortkomik , Ironie und Satire, abwegige Vergleiche und komische Metaphern, welche mit der vorherrschenden Norm und Konformität brechen.

    Der Vorwurf, als Autor sich jeglicher Ideologie zu verweigern, keine sozialen und politischen Lösungen zu suchen, nichts zu empfehlen, alles zu verspotten, ja durch seinen ironie- und parodiedurchzogenen Ton die ganze Existenz zu Negieren, steht keineswegs überraschend im Raum und wurde von zahlreichen Moralisten und Formalisten vehement angeprangert.

    Sein Schreiben ist eine klare Absage an das klassische Erzählen der belehrenden Traditionalisten.

    Klar kann man sich berechtigterweise fragen, was soll das Alles, was für Ideen und Anliegen liegen hinter diesem Konstrukt aus Sprachspiel, Sinnentstellung und losen Aneinanderreihung absurder Beobachtungen und Episoden.

    Doch auf Grund seiner Vielfältigkeit und Mehrdeutigkeit, dessen Originalität und Sprachwitz habe ich Handlung, Logik und tiefschürfendes Sujet hier keinesfalls benötigt, um riesigen Spaß mit dem Buch zu haben.

    Zuletzt eine kleine Textstelle (darin könnte man doch ein klares Motiv für einen kulturpessimistischen Abgesang auf den Verfall des amerikanischen Traums hinein interpretieren):

    „Das Haus von meinem Freund war eine Hütte direkt neben einem riesigen Kamin, wo einmal während der 20er Jahre ein großer Besitz gewesen war, den sich ein berühmter Schauspieler hatte bauen lassen. Das Haus stand schon, als es noch nicht einmal eine Straße nach Big Sur hinunter gab.

    Der Besitz war auf dem Rücken von Mulis über die Berge gekommen gleich einem Ameisenpfad, der Visionen vom schönen Leben zu Gifteiche, Zecken und Salmon brachte. Der Besitz lag auf einem Felsvorsprung hoch über dem Pazifik. Geld konnte in den 20er jahren weiter sehen, und man konnte hinausblicken und Wale erkennen und die Hawaii-Inseln und die Kuomintang in China.

    Der Besitz ist vor Jahren abgebrannt.

    Der Schauspieler starb.

    Aus seinen Mulis wurde Seife gemacht.

    Seine Mätressen wurden Vogelnester aus Falten.

    Jetzt steht nur noch der Kamin als eine Art karthagische Hommage für Hollywood.

     

     

  24. Cover des Buches Der wunderbare Massenselbstmord (ISBN: 9783404170708)
    Arto Paasilinna

    Der wunderbare Massenselbstmord

     (240)
    Aktuelle Rezension von: Rosenbrot

    Ich geb es zu, ich hab mehrere Anläufe gebraucht, bis ich dieses Buch einmal wirklich zu Ende lesen konnte. Vermutlich waren die unzähligen Figuren mein Problem. Von den ganzen Namen wird man regelrecht erschlagen. Irgendwann hab ich gedacht: Ist doch egal, wer wer ist und hab einfach mal weitergelesen. Zum Glück wird im Fortgang des Buches jeder Name mit Details versehen, so dass ich die Figuren dann doch irgendwann zuordnen konnte. 

    Die Story an sich, ist total schräg und abgefahren. Und so tragisch es klingt, ich könnte mir sogar vorstellen, dass solche Aktionen im wirklichen Leben ihre Fans finden würden.

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