Bücher mit dem Tag "guantanamo"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "guantanamo" gekennzeichnet haben.

20 Bücher

  1. Cover des Buches Finde mich - bevor sie es tun (ISBN: 9783734105029)
    J.S. Monroe

    Finde mich - bevor sie es tun

     (48)
    Aktuelle Rezension von: Lesebegeisterte

    Rosa hat sich vor fünf Jahren das Leben genommen. Jar, ihr Freund hat nie an Suizid geglaubt, und ist davon überzeugt, dass Rosa Schreckliches zugestoßen ist, sie aber noch lebt.

    Als er nach Jahren plötzlich eine Nachricht von Rosa erhält, weiß Jar nicht mehr was er glauben soll. Ist er jetzt völlig verrückt, oder will ihn jemand in den Wahnsinn treiben? Eine spannende Reise in die Vergangenheit beginnt.

    Auch bei diesem Thriller war ich bereits nach den ersten paar Seiten gefesselt. Abwechselnd wird aus der Vergangenheit und der Gegenwart erzählt. Als Jar Rosa Tagebuch per Zufall erhält, taucht er in das Leben vor dem Unfall ein und erfährt Stück für Stück die Wahrheit. Eine Achterbahnfahrt voller irrer Wendungen beginnt. Wer hinter dem Ganzen steckt und was damals wirklich passiert, ist Hut ab vor so viel Fantasie! Ein spannender Plot der mitreißt, bis zum Ende wusste man als Leser nicht, wer nur der Verantwortliche hinter der ganzen Geschichte ist. Als das Geheimnis gelüftet wurde, war ich sehr überrascht.

    Fazit: Toll gemachter Psychothriller, der fesselt und erschüttert.

  2. Cover des Buches Die Gierigen (ISBN: 9783746631813)
    Karine Tuil

    Die Gierigen

     (65)
    Aktuelle Rezension von: schokoloko29

    Samir, Samuel und Nina lernen sich während des Studiums kennen. Samuel und Nina sind ein Paar und Samir ein guter Freund für beide. Dies ändert sich als Samuel seine Eltern verliert und sich um die Formalitäten der Beerdigung u.ä. kümmern muss. Samir und Nina haben eine Affäre. Als dies herauskommt, versucht sich Samuel umzubringen. Nina entschließt sich für Samuel. Beide brechen das Studium ab. Sie arbeitet als Modell für billige Kleidung und als Verkäuferin und Samuel arbeitet als Sazialarbeiter mit geringen Einkommen.

    Beide empfinden ihr Leben als trostlos und ohne Perspektive. Doch das dumpfe Leben ändert sich als beide im Fernsehen Samir sehen. Als erfolgreichen Anwalt, der sich hochgearbeitet hat. Sie recherchieren im Internet und es kommt heraus, dass Samir sich jetzt Sam nennt und eine andere religiöse Identität angenommen hat. Er stellt sich so dar, als wenn er ein Jude sei, der seine Familie früh bei einem Autounfall verloren hat. Darüber hinaus hat er eine hoch angesehene jüdische Frau geheiratet, die stark mit dem jüdischen Glauben verwurzelt ist. 

    In Wirklichkeit ist Samir Moslem und hat die Lebensgeschichte von Samuel als seine eigene ausgegeben.

    Eigene Meinung:

    Diese Geschichte ist anfangs sehr gut geschrieben. Die Autorin möchte mit ihrem Buch eine gewisse Botschaft übermitteln und hält den Menschen ein Spiegel hin. Dieser Spiegel ist nicht sehr wohlwollend und die sog. Reichen werden sehr grotesk und widerlich dargestellt. Samuel und Nina sind sehr in dieser Opferrolle gefangen und nehmen keine Verantwortung über ihr Leben und ihre Entscheidungen. Darüber hinaus flaut diese Geschichte ab Mitte des Buches einfach ab. Die Affäre zwischen Samir und Nina ist an den Haaren herbei gezogen und die Glaubwürdigkeit der Handlungen der jeweiligen Personen ist in meinen Augen nicht vorhanden.


    Fazit:

    Guter Anfang, ab Mitte des Buches nimmt die Qualität und die Gleubwürdigkeit der Handlungen der Protagonisten ab. Die Geschichte ist an den Haaren herbei gezogen.

  3. Cover des Buches Instabil - Die Vergangenheit ist noch nicht geschehen (ISBN: 9783946502517)
    Thariot

    Instabil - Die Vergangenheit ist noch nicht geschehen

     (41)
    Aktuelle Rezension von: Siko71

    Klappentext:

    Früh am Morgen wird Patrick Richter von einem Spezialeinsatzkommando aus dem Schlaf gerissen, verhaftet und verhört. Ihm wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Er ist unschuldig, doch das beeindruckt die deutschen Behörden wenig. Er wird an das FBI ausgeliefert und soll nach Guantanamo überstellt werden.
    Carsten Grünfeld, ein Vernehmungsspezialist, ist als Einziger von Richters Unschuld überzeugt. Beweisen kann er es nicht, denn was er gesehen hat, kann unmöglich so passiert sein. 

    Die Geschichte ist nicht schlecht, geht spannend los, aber zwischendurch hängt dann der Spannungsbogen ganz schön. Der Schreibstil ist flüssig und die Charaktäre werden gut beschrieben. Aber da dieses nicht ganz mein Genre ist, konnte ich mich nicht so recht auf das Buch einlassen.

  4. Cover des Buches Fünf Jahre meines Lebens (ISBN: 9783871345890)
    Murat Kurnaz

    Fünf Jahre meines Lebens

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Buecherseele79
    Murat Kurnaz ist Türke, in Deutschland geboren, aufgewachsen, hier zur Schule gegangen und seine Lehre begonnen. Mit dem Glauben hat er sich nie auseinandergesetzt, ändert dies aber als er vor hat zu heiraten.
    Er möchte ein guter, glaubiger Muslime werden und nach längerem überlegen will er mit einem guten Freund nach Pakistan reisen um eine Koranschule zu besuchen.
    Als er wieder ausreisen möchte wird er von der Polizei in Pakistan festgehalten und zum Terrorregime Al Qaida "hinzugefügt".
    Kurze Zeit später wird er erst nach Afghanistan verschleppt wo die amerikanischen Truppen ihn verhören, quälen, misshandeln und mit den Verhören und Foltern gar nicht mehr aufhören. Die Zustände in diesem Lager sind erschreckend, um sie herum tobt der Krieg USA gegen den Terror in Afghanistan.
    Dann kommt Murat nach Guantanamo, wird dort mit seinen Mitgefangenen in kleinen Maschendrahtkäfigen gehalten bis das Gefängnis fertiggestellt ist.
    Er trifft Beamte aus der Türkei, aus Deutschland, will seine Geschichte erzählen und doch hört ihm keiner zu, keiner schenkt ihm Glauben, 2x hat er eine Gerichtsverhandlung in Guantanamo und wird zum schlimmsten Drahtzieher von Osama Bin Laden abgestempelt. Keiner hört ihn an, die Folter, Isolation, Essensentzug und viele andere schreckliche Dinge nehmen überhand aber Murat bleibt bei seiner Geschichte, er hat nichts getan.
    Dann tritt unerwartet ein Anwalt an ihn heran und versucht das Unmögliche- Murat aus Guantanamo frei zu bekommen...

    Auch dieses Buch hat mich unheimlich mitgenommen da auch hier beschrieben wird wie es in Guantanamo zugeht, was die Amerikaner für einen Blickwinkel in diesem Gebäude haben. Murat wurde für 3.000 Dollar an die USA "verkauft", nach dem 11. September wurden manche Ausländer in anderen Ländern für dieses Kopfgeld an die USA ausgeliefert und die USA wollen nur eines hören- schuldig- ganz egal ob du nie etwas mit Terror zu tun hattest.
    Ein erschreckend, bedrückender Bericht über das schlimmste Gefängnis der Welt mit sovielen Unschuldigen hinter Gittern und unter täglicher Folter.
    Für mich eine dringende Leseempfehlung!
  5. Cover des Buches Männer die auf Ziegen starren (ISBN: 9783453434837)
    Jon Ronson

    Männer die auf Ziegen starren

     (5)
    Aktuelle Rezension von: bauerhepeter

     Die „ New Earth  Army „ eine  ernstzunehmende  Alternative in militärischen Auseinandersetzungen in „ Männer .die auf Ziegen starren „  ?.                          

    Als der schreckliche  Vietnamkrieg   1975 endlich sein Ende fand hatten auch die Amerikaner fast 60 00 tote Soldaten und hunderttausende Verletzte und Traumatisierte zu beklagen. Da diese Weltführerschaft anstrebende und  zu dieser Zeit  noch gerne ihre Rolle als Weltpolizist spielende große Nation diese militärisch – politische  Schlappe in  einem doch recht kleinem Dschungelland eingestehen musste , waren kräftige Selbstzweifel im  Aufkommen .Nach dem verheerendem  überraschenden Luftschlag der Japaner auf  Pearl Harbor im Rahmen des zweiten Weltkrieges ein weiterer Schlag für einen am  eigenen  Können und Fähigkeiten zweifelnden Staat ,der sich zudem in  einem Wettlauf  im Militär – und Raumfahrtbereich mit dem damaligen Hauptkonkurrenten .der kommunistischen Sowjetunion befand. Nur der schreckliche terroristische Anschlag  auf das Worldtradecenter , das Sinnbild kapitalistischer  amerikanischer Aktivitäten  und das Pentagon als militärisches Pardon  hatten noch beabsichtigte verheerendere  Folgen  wie  Auswüchse in geheimen Gefängnissen gut zeigen .

    Jon  Ronson  ,ein  britischer  dem Gonzo Journalismus   zu zu ordnender Reporter  , stieß bei Recherchen für  seine Sachbücher auf belegbare Berichte dass es  innerhalb des amerikanischen Militär – und Geheimdienstapparats hauptsächlich durch private Initiativen höherer Ränge nachweisbare Programme und Trainingslager  gab die sich  mit nur schwer begreifbaren paranormalen Phänomen beschäftigten um die zu einem möglichen Kriegsvorteil auszuwerten und dann  vielleicht auch einzusetzen. Es entstand sein Sachbuch DURCH DIE WAND was später die   lockere Vorlage  des Filmes   war .So  machte man Tierversuche hauptsächlich mit Ziegen , bediente sich der Hypnose ,Telephatie und arbeitete an  psychoelektronischen Waffen  wo man versuchte dem Gegner durch schädigende Wellen und Beschallungen  Schaden zu zufügen. Ein Schwerpunkt waren  aber auch Experimente mit Drogen aller Art wie LSD was auch dann in der Verfilmung ein Thema wurde. In der Suche nach menschensparenden Alternativen waren jede Ideen recht denn die  herkömmliche Weiterentwicklung tödlicher Waffe ausgehend von Keule  über Speer Schwert Kugel bis hin zu Agent Orange und Napalm im  Vietnamkrieg erwies sich ja  bekanntlich nicht mehr als erfolgsbringend .Um sein vermeintliches Feindbild zu überlisten  erwies sich  der kriegerische  Mensch seit Bestehen  schon immer als sehr einfallsreich. Ob nun ein  „ Trojanisches Pferd „ zu Einsatz kam oder abgerichtete Delfine Minen an U -Booten anbrachten, Ernten und Schutz durch  Herbizide vernichtet worden ,ABC- Waffen erfunden wurden – der Perversion war noch nie  Grenzen gesetzt ..Der Drohnenkrieg und das Einschleusen von zerstörerischer Computerviren in  Militärsysteme  wie das Atomwaffenprogramm  des Irans sind neuste Stufen dieser Entwicklung

    Heute  dienen diese ehemaligen Trainingscenter der  amerikanischen Terrorbekämpfung und Erkenntnisse sind in  die Foltermethoden zum Beispiel im Irak eingeflossen wie die permanente akustische Beschallung von Inhaftierten. Ernste Themen die trotzdem den Regisseur nicht davon abhielten aus ihm eine unterhaltsame Komödie zu machen die einiges  locker episodenhaft aufgreift vieles abwandelt oder  lustig weiter  spinnt .  Besagter .Produzent betreibt  zusammen mit George Clooney eine Produktionsfirma die sich  für seine Nespressowerbung genauso verantwortlich zeigt  wie für den  Kunstraubfilm  MONUMENTS MEN oder das schwarzweiße Meisterstück GOOD  NIGHT  AND GOOD LUCK über die McCarthy- Ära.

    So ist es auch  naheliegend dass George Clooney  eine Hauptrolle spielt wie Ethan McGregor ( Der Ghostwriter , Young Adam .Star Wars ) der hier unseren Reporter mimt .Der begibt sich in den Irak für eine fette Enthüllungsstory  um  es  sich und  seiner Exfrau .die er an seinen  Chefredakteur verloren hat  nochmal zu  beweisen .Als Kriegsreporter an der Front sieht er sich nicht wird aber dann doch in Schießereien Entführungen und  Minenexplosionen verwickelt denn  er hat   im benachbarten  Kuwait ein ehemaliges   Mitglied    einer geheimnisumwitterten psychologischen Spezialeinheit des amerikanischen Militärs getroffen und sein journalistisches Gespür ist dadurch  geweckt. Dieser   erzählt ihm  Episoden  von damals die  kaum  vorstellbar zu seien scheinen .  Schließlich werden sie durch  amerikanische Hubschrauber  halb verdurstet in der Wüste gerettet und eine  naheliegende Base gebracht  wo sie auf andere ehemalige Mitglieder treffen die anscheinend eine Neuauflage und Fortsetzung dieser verschollenen Einheit  starten und  auch nicht  vor  Folterversuchen an Mensch und Tier zurück schrecken. Dies veranlasst sie zu fliehen um die Sache publik zu machen. Neben den besagten bekannten Gesichtern sind auch noch Jeff Bridges ( The Big Lebowski , True Grit ,Crazy Heart ,King Kong ) der besonders den Hippie und Esoterikanteil der Gruppe verkörpert und Kevin Spacey ( American Beauty . L. A. Confidental ) in  weiteren Rollen zu sehen.

    Der Film ist keine tiefgründig Militärsatire wie Mash von Robert  Altmann  oder das  Buch Catch 22 von  Joseph Heller  sondern eine eher leichte Komödie  die durch die Spielfreude eines Haufen gestandener Schauspieler  denen es reichlich  Spaß macht  sich diesen auf den ersten  Eindruck aberwitzigen kaum zu glaubenden Thema zu nähern , Punkte einsammelt Ein Thema , das schon beim Sichvorstellen schmunzelndes  Erstaunen bei einem hervorrufen kann und uns  nette  93  Minuten beschert ,wenn wir es halt akzeptieren  ,dass keine tiefgründige Handlung da zu sein scheint .Außerdem sollte man  sich von dem  ernstzunehmenden darunterliegenden  wichtigen  Thema lösen können . Wenn nicht sollte man das besagte Sachbuch " DURCH DIE WAND " .Die US-Armee, absurde Experimente und der Krieg gegen den Terror ". vorziehen und auf einen passenden Dokumentarfilm darüber irgendwann mal hoffen Selbstverständlich ist durch die Mitwirkung von  einem sehr politisch engagierten George Clooney  ,besonders im Krisenherd Darfur dafür gesorgt dass einige der Satire und Kritik nahekommende Einschübe zu finden sind. So sind die Akteure auf dem Plakat in  Gefängniskleidung von menschenverachtenden amerikanischen Gefängnissen zu sehen und die umstrittene Rolle von privaten amerikanischen Sicherheitsfirmen im Ausland wird treffend auf die  Spitze getrieben aber dies hält sich trotz einer  Ehe mit einer Menschenrechtsanwältin und einem   Vater im politischen Amt in Grenzen. Es ist  nun mal eine Art Militärkomödie und dies sollte man auch akzeptieren und so annehmen. Viel Spaß dabei.

    Wer das Filmthema grundsätzlich hier bei LB vertiefen möchte darf sich immer  gerne der passenden Gruppe    WIR RATEN FILMZITATE - WIR SIND FILMFREAKS   anschließen.

  6. Cover des Buches Marionetten (ISBN: 9783939716815)
    John le Carré

    Marionetten

     (66)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    ... handelt von einem jungen Tschetschenen, der auf dubiosen Wegen nach Hamburg und zwischen alle Fronten gelangt.

    Issa Karpow, Sohn eines korrupten russischen Generals kommt nach Hamburg, um dort sein Erbe - das Schwarzgeld seines Vaters - anzutreten. Schnell stellt sich heraus, dass Issa in verschiedenen Ländern in Gefängnissen sass. Ebenso schnell werden deutsche, britische und amerikanische Geheimdienste auf ihn aufmerksam. Zumal Geheimdienste auch bei der Einrichtung des Schwarzgeldkontos ihre Finger im Spiel hatten.

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    Le Carre baut hieraus eine vielschichtige Geschichte auf, die den Leser dazu zwingt, sich Gedanken zu machen.

    Neben Issa  spielen 

    • + eine junge Anwältin, die die Interessen von Flüchtlingen in Deutschland vertritt,
    • + ein alternder britischer Privatbankier, der die Schwarzgeldkonten als eine Belastung aus der Vergangenheit empfindet,
    • + die ineffizienten deutschen Geheimdienste, die aus dem Schatten ihrer angelsächsischen Kollegen hervortreten wollen und nach den Attentaten von 2001 "alles richtig machen" möchten und
    • + ein geheimnisvoller, islamischer Gelehrter die Hauptrollen.

    Alle Personen werden gut charakterisiert - ich konnte mich leider mit keiner Person identifizieren.

    Le Carre beschäftigt sich zu weilen ein wenig langatmig mit den Beweggründen einer jeden Fraktion und man fragt sich, ob nicht alle Marionetten sind.

    Am Ende kommt es zu einem recht überraschenden und plötzlichen Showdown und der Leser bleibt mit der Frage zurück, ob man nun tatsächlich Terroristen dingfest gemacht hat oder Unschuldigen terroristische Aktivitäten untergeschoben hat.

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    Mein Fazit: lesenswert

    Ein gut geschriebener Roman, um das auch Jahre später noch aktuelle Thema, wie weit dürfen Geheimdienste gehen dürfen, um unseren westlichen Lebensstil zu schützen. 

    Punkteabzug gibt es von mir dafür, dass der Roman seine Längen hat und leider nur mäßig spannend ist.


  7. Cover des Buches Hier spricht Guantánamo (ISBN: 9783596174584)
    Roger Willemsen

    Hier spricht Guantánamo

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Dieses Buch ist schon vor fünf Jahren erschienen. Die schlechte Nachricht ist, dass es Guantananmo noch gibt, dass es keine Prozesse oder Rehabilitationen gab. Fünf Häftlinge mit verschiedenem Background geben Interviews zu ihrer Internierung. Berichte, die einem Normalsterblichen Ungläubigkeit verursachen, Berichte, die uns den Stand der Menschenrechte mitteilen. Selbst die Steinzeit brachte Humaneres zustande als die selbsternannte Hüterin der Rechte aller freien Menschen. Amerika mit seinen Kriegen und seinem Führungsanspruch trägt zu einem guten Teil dazu bei, dass die Welt in immer größeres Chaos versinkt. Dass dabei eine Ordnung zitiert wird, die überhaupt nicht nicht existiert und ein System gestützt wird, dass sich nur durch Repressalien behaupten kann, ist die traurige Wahrheit, die so gerne mundtot gemacht wird. Die gute Nachricht ist, dass es so ein Buch gibt. Denn das ermöglicht uns, kritisch und offen mit unserer Rolle in diesem sozialen Umfeld umzugehen und vielleicht auch gegen den medialen Druck, der täglich 24 Stunden auf uns ausgeübt wird, anzukämpfen. Erstmal jeder für sich, das wäre schon ein Gewinn. Es ist ein Segen, dass es Leute wie Roger Willemsen gibt, die uns das Werkzeug dafür in die Hand geben.
  8. Cover des Buches Der Feind im Spiegel (ISBN: 9783423210881)
    Leif Davidsen

    Der Feind im Spiegel

     (6)
    Aktuelle Rezension von: WinfriedStanzick
    Als der dänische Schriftsteller Leif Davidsen in seinem vorletzten, 2001 in Deutschland erschienenen Thrillers „Der Fluch der bösen Tat“ am Ende den serbokroatischen Guerillakämpfer und späteren Berufskiller Vuk auf die Fähre nach Finnland fliehen ließ, dachte er nach eigenen Angaben im Nachwort des hier zu besprechenden neuen Buches nicht im Traum daran, diese brutale, gequälte und überaus komplizierte Romanfigur noch einmal wieder auferstehen zu lassen. Als der amerikanische Justizminister John Ashcroft unmittelbar nach dem 11. September 2001, dem bisher zerstörerischsten Terroranschlag des islamistischen Netzwerks al-Qaida auf Ziele der westlichen Welt, allen Menschen freies Geleit und Immunität zusicherte, die den USA bei der Aufklärung dieses Anschlages und beim weiteren Kampf gegen den Terror helfen könnten, da wusste Davidsen plötzlich, wo seine ungeliebte Romanfigur sich aufhielt, und er hielt sofort den brisanten Stoff für seinen neuen Thriller „Der Feind im Spiegel“ in Händen. Als John Ericsson hat Vuk in den USA mit gefälschten Pässen eine neue Existenz gefunden. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Als er vom Terroranschlag gegen die Twin Towers hört, spürt er sofort, daß dies sein Alias-Leben verändern wird. Tatsächlich bekommt er wenige Wochen danach Besuch vom FBI. Er wird verhaftet und mehrere Monate lang in Hawaii in einem Safe-House des Geheimdienstes verhört. Das FBI will prüfen, ob er für dessen spezielle Tätigkeiten geeignet scheint. Den europäischen Verbündeten übermitteln sie indessen, Vuk sei tot. Parallel dazu erzählt Leif Davidsen, wie in Kopenhagen um seine aus den anderen Büchern bekannte Hauptfigur Per Toftlund herum eine spezielle Einsatzgruppe gegründet wird mit dem Ziel, dänische Zellen von al-Qaida zu identifizieren und auszuheben. All das geschieht in enger Kooperation mit den USA und den anderen NATO-Ländern. Die Mannschaft erhält den geheimen Namen „Troja“ und hat zunächst einige innere Konflikte zu lösen, die sich an der Person der einzigen Nicht-Polizistin im Team fest machen, Aischa Hussein. Sie ist 33, Palästinenserin, seit vier Jahren in Dänemark und hat nach ihrer Diplomarbeit über das Thema „Euroislam und Demokratie“ zunächst im ehemaligen Landwirtschaftsministerium gearbeitet. Sie gibt den Ermittlungen der Gruppe auch die ersten entscheidenden und weiterführenden Hinweise, als sie ein uraltes arabisches Handelssystem mit dem Namen „Hawala“ als möglichen Deckmantel für die enormen und bisher unbekannten finanziellen Transaktionen der Terroristen identifiziert. Ungefähr in dieser Phase der Ermittlungen erfährt Per Toftlund von seiner Chefin Vuldom, daß Vuk doch noch lebt. Sofort ist in seiner Seele die ganze Vorgeschichte präsent, als Vuk seinen besten Freund erschossen, zwei weitere Menschen kaltblütig umgebracht, seine Frau Lise entführt und seine eigene, Toftlunds, Karriere fast zerstört hätte. (vgl. „Der Fluch der bösen Tat“) Vuk seinerseits wird derweil in Hawaii vom FBI und CIA für einen Einsatz in Dänemark vorbereitet, seiner früheren Heimat. Denn eine wichtige Spur der internationalen Ermittlungen nach dem 11. September führt zu einem arabischen Mann in Kopenhagen mit einer Doppelexistenz in London. Er ist der sogenannte „Thronfolger“. Auch Per Toftlund und sein Team sind nach monatelanger Arbeit besonders durch den tatkräftigen und klugen Einsatz von Aischa Hussein auf die dänische al-Qaida Verbindung gestoßen, auf eben jenen Marko Cemal alias Mohammad Atlev. Einer der stärksten Teile des Buches sind die Beschreibungen dieser Zusammenarbeit zwischen Toftlund und Aischa. Es wird deutlich, wie schwer es ist, eine andere Kultur wirklich zu verstehen. Davidsen wechselt in der Mitte des Buches zwischen Kopenhagen und Hawaii hin und her, wo Vuk auf seinen Einsatz vorbereitet wird. Auch dort liefern die geschilderten Dialoge auch dem informierten Leser sehr gut recherchierte Einblicke in die Arbeit der Geheimdienste nach dem 11.9. 2001 und in der Vorbereitung des zweiten Irakkrieges. Die beiden Protagonisten, Vuk und Toftlund bewegen sich nun aufeinander zu. Dies liest sich spannend und immer informativ zugleich bis zum überraschenden Ende des Buches. Leif Davidsen hat extrem gut recherchiert. Er beschreibt sein Milieu so, als wäre man selbst dort. Man spürt die Hitze der Wüste, fühlt regelrecht die hohen Brecherwellen auf Hawaii, man riecht das brackige Wasser in den Kanälen von Venedig, wo Toftlund und Aischa einen wichtigen Kenner der Materie besuchen. Davidsen besitzt ein großes Wissen über außenpolitische Vorgänge und hat außergewöhnlich gute Kenntnisse über die internen Abläufe des dänischen polizeilichen Geheimdienstes. Und so ist die Geschichte, die er in „Der Feind im Spiegel“ aufrollt, zwar nicht die Wahrheit über den 11. September und den al-Qaida-Terrorismus, aber er liefert extrem wahrscheinliche Erklärungen für viele Vorgänge, die noch vor zwei bis drei Jahren uns allen etliche Rätsel aufgaben: zum Beispiel, wie die US-Regierung mit Hilfe des CIA eine plausible Erklärung und einen Vorwand für einen zweiten Krieg gegen den Irak fand. Und so ist ein außergewöhnlicher Thriller entstanden, spannend bis zur letzten Seite, dabei informativ und aufklärerisch wie ein guter politischer Essay. Durch seine, so selten gelesenen, Schilderungen des biographischen und religiös-kulturellen Hintergrundes von Aischa Hussein liefert er außerdem einen nicht hoch genug einzuschätzenden Beitrag für das für einen Westeuropäer fast unmögliche Verständnis des Lebensgefühls gebildeter Araber in der westlichen Welt und ihre Zerrissenheit zwischen den Kulturen und Identitäten. Leif Davidsen ist ein Schriftsteller, dessen bisher vier in Deutschland veröffentlichten Bücher mehr Beachtung verdient haben.
  9. Cover des Buches Das Guantanamo-Tagebuch (ISBN: 9783608503302)
    Mohamedou Ould Slahi

    Das Guantanamo-Tagebuch

     (10)
    Aktuelle Rezension von: FraukeK
    2002 wird M. Slahi von der Polizei in Mauretanien gebeten, aufs Revier für Befragungen zu kommen, anschließend festgenommen ohne so recht zu wissen, was ihm vorgeworfen wird. Es ginge um die Millenium-Verschwörung und ihm wird vorgeworfen, daran beteiligt gewesen zu sein. Auch auf den Anschlag auf das WTC wird er unter Verdacht gestellt. Auf dem Polizeirevier wird Slahi von FBI-Agenten verhört, danach nach Jemen verschleppt, anschließend auf die Philippinen. Da er sich sicher war, nichts gegen die USA begangen zu haben, rechnete er mit einer schnellen Aufklärung.
    Doch er wird unter unmenschlichen Bedingungen nach Guantanamo geflogen, die erste Zeit unter strenger Isolationshaft gestellt, wird ständigen Verhören, Folter, Einschüchterungsversuchen, Demütigungen, sexuellen Übergriffen etc. ausgesetzt.
    Obwohl die Anschuldigenen gegen ihn falsch sind, gibt er zum Teil unter Folter einiges zu, um es dann auch wieder zu widerrufen. Erst 14 Jahre später erst wurde Slahi wieder freigelassen und verfasste dieses Tagebuch über seine Gefangenschaft in Guantanamo.

    Lange Zeit versuchte die Amerikanische Regierung, die Veöffentlichung zu verhindern, verlangte den Text und setzte gewaltig den Rotstift an. Diese ausgeschwärzten Passagen wurde genauso in diesem Tatsachenbericht stehen gelassen.

    Mich erschütterte es, darüber zu lesen, dass die Vereinigten Staaten nicht vor Folter zurückschrecken, diese zum Teil auch durch verbündete Staaten verüben lässt. Systematisch werden die Gefangenen eingeschüchtert und gedemütigt - über Jahre hinweg. Ihnen wird kein fairer Prozess gemacht. Nun ist die Frage: Wie weit darf ein Staat gehen, um Terrorgefahren gegen die eigenen Bürger abzuweden? Ist es rechtens die Menschenrechte eines einzelen zum Wohle anderen so extrem auszuhebeln? Sollte diese Person unschuldig sein, sicher nicht. Aber wie kann man sich einer Unschuld sicher sein, eines ist sicher, diese Frage kann Folter nicht klären!

    Dieses Buch ist ein erschütternder Bericht aus einem der dunklesten Bereiche der USA und hat mich an einigen Stellen mächtig schlucken lassen.

  10. Cover des Buches Mission Walhalla (ISBN: 9783499257025)
    Philip Kerr

    Mission Walhalla

     (12)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf
    Die Reihe um Bernhard Gunther gefällt mir wirklich gut. Kerr schafft es wiedermal ein spannende Geschichte um seinen Zynischen Helden Gunther zu stricken und die düstere Stimmung der Kriegszeit und des Kalten Krieges zu zeichnen. 

    Die Kriegsverbrechen der Sieger-Nationen bleiben dabei nicht unerwähnt und allein schon deshalb ist der Roman um Längen besser als jeder Hollywood Kinofilm. Die Gräuel der SS und der Wehrmacht stehen außer Frage.

    Bernie Gunther steckt wie so oft bis zum Hals in Schwierigkeiten und muss aufpassen, welchem Geheimdienst er was erzählt und - viel wichtiger - wie er überlebt. Davon lebt der Roman. Kerr baut überraschende Wendungen ein. Sein Held kommt an der ein oder anderen Stelle mehr schlecht als Recht dabei weg,

    Wer Romane mag, die in dieser Zeit spielen und wer sich mit Bernie Gunthers Charakter anfreunden kann, kommt voll auf seine Kosten.
  11. Cover des Buches Guantánamo Diary (ISBN: 9781782112853)
    Mohamedou Ould Slahi

    Guantánamo Diary

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches MARCO POLO Reiseführer Kuba (ISBN: 9783829750127)
    Gesine Froese

    MARCO POLO Reiseführer Kuba

     (5)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Guantanamo Boy (ISBN: 9783570307496)
    Anna Perera

    Guantanamo Boy

     (15)
    Aktuelle Rezension von: em5my

    Das Buch war im Großen und Ganzen gut. Jedoch musste man sehr zwischen den Zeilen lesen, um die volle Auswirkung von Guantanamo zu verstehen. Z.B.  fand ich beim ersten mal Lesen Afghanistan zehnnmal schlimmer als Kuba.

    Das Buch zeigt jedoch sehr schön, dass die westliche Welt sich in ihren Methoden nicht sehr vom Osten unterscheidet.Nicht nur Kinder und Jugendliche werden ohne einen (fairen) Prozess und mit erfolterten Geständnissen in Untermenschlicheng-Gefangissen gehalten, nur weil sie (von Geburt an) zu einer bestimmten Religion, Staatsangehörigkeit oder Hautfarbe haben/gehören.  

  14. Cover des Buches Die Schock-Strategie (ISBN: 9783455010770)
    Naomi Klein

    Die Schock-Strategie

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Naomi Klein legt mit diesem Werk wirklich eine eindrückliche Recherchearbeit vor. Eindrücklich beschreibt sie anhand internationaler Vorgänge, wie die Jünger Milton Friedmans, die sog. Chigago Boys, überall auf der Welt Katastrophen nutzen, um ihren Einfluss auszuweiten. Die Schock Strategie sieht vor, den Staatsführern nach Krisen die Privatisierung wichtiger öffentlicher Bereiche anzupreisen. Damit wächst die Macht der Unternehnehmer, während wir Menschen immer weniger von Bedeutung sind. Das Buch beweist auch, dass der Turbokapitalismus nicht ohne Folter auskommt und zeigt unmissverständlich, dass der Kapitalismus der Feind allen friedlichen Lebens ist.

    Der Mittelteil ist leider sehr lang geworden und wiederholt die immer selben Vorgänge in verschiedenen Ländern. Für die Vollständigkeit ist das sehr wichtig und es macht das Buch unanfechtbar. Für die Lesbarkeit gibt es dabei jedoch leider Abzüge, denn im Grunde liest man immer wieder die selbe Geschichte in anderen Ländern mit anderen Akteuren. Man kann ab etwa der Mitte getrost zum letzten Kapitel springen, möchte ich meinen, wenn man nicht jede Zahl ganz genau abspeichern möchte.

    Dieses Buch ist sehr wichtig! Es sollte viele LeserInnen finden und wir sollten nach der Lektüre mindestens eine Haltung entwickeln, wenn nicht gar aktiv werden.
  15. Cover des Buches Avenue Montaigne (ISBN: 9783462401264)
    Harald Schmidt.

    Avenue Montaigne

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Deutsche? So uncool! Die Doppelausgabe zur Schmidtschen Kolumne im "Focus", 2007 in Bielefeld begonnen und jetzt beendet. Im Rückblick ein toller Überblick über die Politik der Nullerjahre, Riester und Struck, vor AFD und Trump die "gute alte Zeit". Im Kern sind die Deutschen einfach verbissener verglichen etwa mit Franzosen und Italienern, auch wenn diese natürlich übertrieben-klischeehaft dargestellt werde. "Savoir-vivre" und "dolce vita" sind einfach nicht zu übersetzen. "Verbissenheit" eventuell als Alternativtitel? Würd mich freuen, ihn wieder mehr in der Glotze zu sehen.
  16. Cover des Buches The Men Who Stare at Goats (ISBN: 9780330507707)
    Jon Ronson

    The Men Who Stare at Goats

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Nele
    Diese Geschichte ist so unglaublich - sie muss wahr sein! ... John Sergeant betrieb jahrelang Recherche über seltsame geheime Aktivitäten der US Armee. Dabei ging es um so genannte "Jedi Warrior" und ein "First Earth Battalion". Es gibt also Soldaten in der Army, die mit Hilfe ihrer Gedankenkraft Tiere umbringen können, die noch nicht mal im selben Raum sind. Kriegsgefangene werden in Guantanamo und im Irak mit Kinder-Musik beschallt, sie sollen damit zermürbt werden. Drogen werden an Wissenschaftlern eingesetzt um zu klären ob man unter Drogeneinfluss Geheimnisse preisgibt. Und zu allem Überfluss soll auch noch Uri Geller da mit drinstecken - gehört auch er zu den Jedi-Kriegern? ... Ich muss schon sagen, ein Kapitel des Buches war haarsträubender als das nächste. Dennoch war alles so plausibel erklärt und gut recherchiert. Ganz so abwegig klingt das ganze ja auch nicht - man möchte eben Krieg auch mal ohne Waffen und nur mit Gedankenkraft gewinnen. Allerdings sind Methoden und Umsetzung doch sehr gewöhnungsbedürftig. Dieses Buch empfiehlt sich für all die, die sich ein wenig für das Militär und seine Methoden interessieren - man sollte diese allerdings nicht allzu ernst nehmen. Eine erfrischende Komik begleitet dieses Buch, nicht zuletzt wegen der albernen Begebenheiten. Es liest sich erstaunlich flüssig und ist bis zuletzt spannend. Wer ein witziges und aufklärendes (Sachen die man nicht unbedingt wissen muss) Sachbuch lesen möchte ist mit "The men who stare at goats" genau richtig bedient.
  17. Cover des Buches Der Afghane (ISBN: 9783328107262)
    Frederick Forsyth

    Der Afghane

     (54)
    Aktuelle Rezension von: angi_stumpf

    Die Geschichte:
    Frederick Forsyth hat dieses Buch zwar bereits vor etwa 10 Jahren geschrieben, doch angesichts der Ereignisse der letzten Zeit ist es leider (wieder) sehr aktuell. Es geht um fanatische Glaubensanhänger, die der westlichen Welt den Kampf angesagt haben.
    Durch einen Zufall gelangen die Geheimdienste Amerikas und Englands an eine verschlüsselte Botschaft, die einen drohenden Terroranschlag enormen Ausmaßes ankündigen könnte. Keine ihrer Quellen kann ihnen Näheres dazu sagen, so dass langsam ein irrwitziger Plan Gestalt annimmt: sie wollen einen ihrer Agenten bei al-Qaida einschleusen.
    Mike Martin ist mit knapp Mitte Vierzig zwar bereits im Ruhestand, doch er erfüllt alle nötigen Voraussetzungen für diese Mission. Er wird in die Rolle eines inhaftierten Taliban-Kommandanten schlüpfen und kann nur hoffen, dass er überzeugend genug ist, um nach vielen Monaten Vorbereitungszeit nicht sofort enttarnt zu werden.

    Meine Meinung:
    Der Autor lässt anfangs noch einmal sehr übersichtlich einige wichtige Eckdaten und Ereignisse in die Geschichte einfließen, die erklären, wie es überhaupt zur heutigen Terrorbedrohung und zu den vielen fanatischen Gruppen gekommen ist, die den “Ungläubigen” den Dschihad erklärt haben. Da ich kein Experte auf diesem Gebiet bin, waren diese Informationen sehr interessant und aufschlussreich.
    Frederick Forsyth ist ein Mann “vom Fach”, was man an vielen Stellen deutlich merkt: die Arbeit der Geheimdienste, die eingesetzten Waffen und die technische Ausrüstung werden sehr authentisch beschrieben. Überhaupt wirkt die ganze Story sehr lebensnah und erschreckend real.

    An Spannung mangelt es nicht, obwohl zunächst viel Zeit für die Vorbereitung der Mission aufgewendet werden muss. Wechselnde Schauplätze bringen zusätzlich Tempo und Abwechslung in die Geschichte. Alles ist bestens durchdacht und es gibt zwar einige Zufälle, die maßgeblich zum Gelingen beitragen, aber diese nehmen nicht überhand.

    Hauptperson ist der Geheimagent Mike Martin, der gerade so sympathisch rüberkommt, dass man ihn gern auf seiner heiklen Mission begleitet und ihm wünscht, dass er am Ende wohlbehalten in seinen Ruhestand zurückkehren kann. Andererseits übertreibt es der Autor aber nicht mit emotionalen Hintergrundinformationen, so dass man als Leser trotzdem noch einen guten Abstand zu den Protagonisten wahren kann und nicht zu entsetzt ist über mögliche Verluste.

    Die zweite wichtige Person ist natürlich “der Afghane”, also der Gefangene, dessen Leben Mike übernimmt. Sein Lebenslauf ist ein gutes Beispiel dafür, wie eigentlich ganz normale, unschuldige Menschen irgendwann in den Fängen des Fanatismus enden.

    Sehr schön fand ich auch die Beschreibung der Schauplätze: der Autor erschafft authentische Szenarien, denen man sich nur schwer entziehen kann.

    Fazit:
    Interessant, fesselnd, erschreckend realistisch – ein Agententhriller mit viel Spannung und Action!

  18. Cover des Buches Scheitert Amerika? (ISBN: 9783548607368)
    Francis Fukuyama

    Scheitert Amerika?

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Hopfenkönigin (ISBN: 9783944251264)
    Nicole Joens

    Hopfenkönigin

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Blaustern
    Im Jahre 2014 wird auf einer Bestattung in dem Touristenort Spalt in Franken das Skelett von Sandy Baker gefunden. Die damalige Hopfenkönigin verschwand im Jahre 1984 spurlos. Sie war die Tochter eines US-Offiziers und einer Lehrerin und die Geliebte der Hopfen-Patriarchin, die ehedem in der Szene für Aufsehen sorgte. Aber sie war auch für ihren Vater, der schon bald in der Drogenverfolgung aufstieg, tätig. Ihr Vater verschwand ebenfalls spurlos. In Italien. Dr. Jens Hauser, seine New Yorker Assistentin Olivia und die Berliner Polizeipsychologin Dr. Lilian Kämmerer entdecken während ihrer Ermittlungen Ungereimtheiten. Wo sind all die Belege über die Anklagen der Orgien, bei denen auch hohe Politiker teilnahmen, bei der Polizei geblieben? Und wer hat die Vergewaltigungsanklage verschwinden lassen? Der Vergewaltiger war mit Sicherheit auch der Vater ihres ungeborenen Kindes. Und wer hat jetzt wieder ein Interesse daran, dass die Ermittlungen erneut gestoppt werden?
    „Hopfenkönigin“ ist der zweite Band der Krimiserie „Frauen morden besser“ und wieder ein extrem spannender Krimi. Die Geschichte nimmt einen von der ersten Seite mit, die Spannung steigert sich, sodass man das Buch kaum wieder weglegen kann. Dazu trägt auch der Perspektivwechsel bei, denn unterschiedliche Sichten auf das Geschehen bewirken noch mehr Spannung und Einblick. Durch die vielen raffinierten Wendungen hat man bis zuletzt keine Ahnung von dem Täter, und man kann bis zum Schluss miträtseln. Die Figuren sind gut dargestellt, denn sie wirken sehr authentisch, und der Schreibstil macht es einem leicht, das Buch schnell zu lesen.
  20. Cover des Buches Schläfer mitten unter uns (ISBN: 9783426777305)
    Elmar Theveßen

    Schläfer mitten unter uns

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Dieses Buch befasst sich mit denjenigen, die bei Osama Bin Laden eine Ausbildung im Terror in Afghanistan genossen haben, danach dann wieder in westliche Länder zurückkehren und als normale Bürger, als 'Schläfer', in einer ahnungslosen Umgebung leben. Die These untermauert der Autor, TV-Mann Theveßen ganz gut. Allerdings schreibt er an etlichen Stellen "Die Bedrohung ist größer als je zuvor." (S.19) Wenn in den nächsten Jahren nicht gewaltige Terroranschläge verübt werden, liegt er mit dieser Aussage falsch. Eine weitere These von ihm ist, dass die "Offenheit der westlichen Gesellschaft" gleichzeitig den Terroristen die Möglichkeit gibt, diese zu zerstören. (S.73) Das ist eine gewagte These, die nach dem Scheitern der westlichen Staaten klingt. Vielleicht doch etwas übers Ziel geschossen? Mein Eindruck ist, dass der Autor mit vielen Mitarbeitern von Geheimdiensten gesprochen hat, die noch unter einem besonderen 9.11.-Schock standen und sich von deren Aussagen nicht effektiv distanzieren konnte. Insgesamt aber ein sehr gutes Buch mit vielen Informationen und Analysen.
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