Bücher mit dem Tag "gustave flaubert"

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22 Bücher

  1. Cover des Buches Frauen und Bücher (ISBN: 9783442749805)
    Stefan Bollmann

    Frauen und Bücher

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Ulenflucht

    Frauen lesen etwas anderes als Männer. Pi mal Daumen kann dem jeder zustimmen, der mal eine Buchhandlung besucht hat. Dass Frauen aber auch anders lesen, ist jedoch der Mehrheit nicht klar gewesen. An dieser Stelle setzt das Buch an. Es ist eine Kulturgeschichte des weiblichen Lesens und dabei nicht nur leicht zu lesen, sondern anschaulich, erhellend und äußerst vergnüglich.

    Der Autor führt den Leser/die Leserin (es ist zu hoffen, dass dieses Buch auch Männer lesen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, Frauen zu verstehen) durch fast 300 Jahre Geschichte und greift dabei die großen Errungenschaften und Werke heraus, die seines Erachtens weibliches Lesen geprägt haben. Ein Anspruch auf Vollständigkeit kann nicht bestehen. Wir erfahren vom Aufstieg des Romans, der vermeintlichen weiblichsten aller Textarten, und bekommen den Weg von der Leserin (18. Jhr) zur Schriftstellerin (Jane Austen) und schließlich zur Literatin (Susan Sonntag) und Verlegerin (Sylvia Beach) vor Augen geführt.

    Die große Stärke des Buchs ist es, die Geschichten der Akteurinnen selber sprechen zu lassen. Durch deren Leben scheint die Bedeutung des Lesens durch und ermöglicht Identifikation. Gleichzeitig wird das Neue herausgestellt und mit großer Eloquenz seitens des Autors eingeordnet. Einige, wenige Schwachstellen zeigen sich dort, wo eben jene Geschichten ein wenig lang sind, wie jene Klopstocks, und dort, wo sie nur angedeutet sind, wie die von Marilyn Monroe. Hier wünscht man sich mehr Augenmaß.

    Dieses Buch ist trotzdem ein unverzichtbares Muss für Leser, Leserinnen, Kulturinteressierte, Historiker, Literaturwissenschaftler, Leseratten… also für alle. 

  2. Cover des Buches Flauberts Papagei (ISBN: 9783462044034)
    Julian Barnes

    Flauberts Papagei

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Welcher Papagei stand wohl auf Flauberts Schreibtisch als er seine Meisterwerke schrieb? Diese Frage treibt den englischen Arzt Geoffrey Braithwaite durch Frankreich, auf den Spuren des von ihm so bewunderten Dichters dessen Biografie er schreiben will. Dabei findet er mehr als eine Geschichte, mehr als eine etwas irre helfende Hand und stets begleiten ihn die Werke des Franzosen. 

    Ein Buch dessen Inhalt sich nur schwer wiedergeben lässt, das sich aber hochinteressant liest. Die Geschichte des Arztes tritt dabei fast vollständig in den Hintergrund. Versatzstücke aus Flaubert-Biografien, Literaturwissenschaft, Textgeschichte und amüsante Anekdoten zur Beschäftigung mit Literatur überhaupt – unvergessen bleibt mir die Passage über die Beschreibung von Augen in literarischen Werken -  machen vergessen, dass hier keinesfalls ein unterhaltsames Sachbuch vorliegt, sondern ein Roman. Die Suche nach dem richtigen ausgestopften Papagei ist dabei kaum ein roter Faden zu nennen und doch symbolisiert er wie dieses Buch zu einem Streifzug durch das Leben und die Rezeption Flauberts geht. Wenn man es am wenigsten erwartet taucht er wieder auf und doch spielt die Antwort am Ende kaum eine Rolle. 

    Schwer zu fassen, aber äußerst witzig hat Julian Barnes hier ein interessantes Buch vorgelegt, das jedem, der ein bisschen von Flaubert kennt und sich für sein Lebe interessiert bestens unterhält. Man darf nur niemals vergessen: Es bleibt ein Roman, so sehr es sich auch als Sachbuch und unterhaltsame Lehrstunde ausgibt.

  3. Cover des Buches Madame Bovary (ISBN: 9783150206454)
    Gustave Flaubert

    Madame Bovary

     (588)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Der Schreibstil ist für einen Klassiker einfach zu lesen, sodass man sich schnell in die Geschichte einfinden kann. Und auch so ist die Handlung nicht schwer zu verstehen. Dennoch muss ich zugeben, dass der Autor dazu neigt abzuschweifen oder einzelne Momente unnötig in die Länge zu ziehen, was das Buch etwas verlängert, obwohl die eigentliche Geschichte ziemlich schnell erzählt wäre. Hierbei geht es letztlich um eine Frau, die vor Langeweile depressiv wird und dann nicht treu bleiben kann. Ehrlich gesagt fand ich, was das angeht, die Protagonistin ziemlich unsympathisch. Sie ist naiv, egoistisch und benimmt sich wie ein dummes Kind und oft musste ich einfach den Kopf über sie schütteln.

    Letztlich habe ich das Buch dennoch bis zum Ende gelesen, weil die steigende Spannung doch interessant war. Irgendwo ist es auch interessant zu sehen, wie das Leben der Frauen damals war. Trotzdem finde ich die Reaktion der Protagonistin überdramatisch und konnte ihr Verhalten deswegen nicht nachvollziehen. Für Leser, die gerne Klassiker lesen würde ich das Buch aber trotzdem empfehlen, da es gut zu lesen ist.

  4. Cover des Buches Bibliomanie (ISBN: 9783458205296)
    Gustave Flaubert

    Bibliomanie

     (9)
    Aktuelle Rezension von: parden

    EINE FRAGE VON LEBEN UND TOD...

    Der Buchhändler und Antiquar Giacomo lebt zurückgezogen in einer stillen Gasse in Barcelona. Seine Liebe gilt allein den Büchern. Er berauscht sich am Geruch ihres Papiers, dem Einband, der Vergoldung der Lettern und der Druckerschwärze. Sein Traum: der Aufbau einer eigenen Bibliothek. Bei dem Erwerb bibliophiler Schätze steht ihm allerdings sein Rivale Baptisto im Weg, der Buchhändler vom Königsplatz. Allmählich steigert sich Giacomos Leidenschaft zum verbrecherischen Wahn... 


    Erster Satz: "In einer engen, düsteren Gasse Barcelonas lebte vor einiger Zeit ein Mann mit bleicher Stirn und trüben, tiefliegenden Augen, ein satanischer und wunderlicher Mensch, wie Hoffmann in seinen Träumen sie entdeckt hat." (S. 7)


    Die Rede ist von dem gerade einmal 30jährigen Buchhändler Giacomo, der aber viel älter aussieht als er ist, von gebeugter Gestalt und mit schlohweißem Haar, runzeligen Händen und zerschlissener Kleidung. Der ehemalige Mönch hat sich vom Orden ab- und seiner großen Leidenschaft zugewandt: den Büchern. Er betreibt ein Antiquariat und lebt vollkommen zurückgezogen. Dabei ist er aber kaum daran interessiert, seine zusammengetragenen Bücher zu verkaufen, sondern versucht vielmehr, seine Sammlung stetig um besondere und seltene Schriften zu erweitern.

    Dabei ist Giacomo des Lesens überhaupt nicht mächtig - er ist den Büchern und ihrem schönen Äußeren, den Verzierungen, dem Geruch, dem Gefühl beim Steicheln des Einbandes einfach mit Haut und Haar verfallen. Dafür hat er alles geopfert: seinen Gott, sein Geld, sein Leben, seine Seele. Kaum zu beschreiben das zitternde Verlangen bei der Versteigerung eines einzigartigen Buches, der Anflug von Glück, wenn er es ergattern konnte, der tiefe Friede, wenn er endlich eintauchen kann in die Zweisamkeit mit der neuen Eroberung.

    Aber das Leben spielt nicht immer leicht. Ein Käufer erwirbt trotz Giacomos Widerständen ein seltenes Exemplar aus seinem Antiquariat, ein Konkurrent schnappt ihm ein ums andere Mal wertvolle Schriften vor der Nase weg. So viel Leid, so viel Schmerz, so viel Trauer. Immer düsterer versinkt Giacomo in seiner staubigen Abgeschiedenheit. Bis er beschuldigt wird, bei seinem Konkurrenten einen Brand gelegt zu haben, um einen der wertvollen Schätze sein nennen zu können, den Giacomo nicht hat ersteigern können...

    Wie dem aufschlussreichen Nachwort zu entnehmen ist, ist "Bibliomanie" die erste publizierte Schrift des damals gerade einmal fühfzehnjährigen Gustave Flaubert. Die verzehrende Passion des der Manie anheim gefallenen ehemaligen Mönchs für Bücher wirkt verstörend und faszinierend zugleich. Ich bin beruhigt, sagen zu können, dass ich mir die Diagnose "Bibliomanie" nicht zuordnen kann, durchaus aber die der "Bibliophilie". Dies aber nur mal so nebenbei.

    Das Nachwort bietet zudem noch weitere Deutungsansätze, ohne die mir so manche Finesse des Textes und deren Bedeutung im historischen Kontext sicherlich entgangen wäre.

    Düster ist nicht nur das Leben Giacomos, sondern auch die Gestaltung des kleinen Büchleins: in dunklen Brauntönen gehalten das Cover, ebenso wie die zahlreichen, liebevoll gestalteten Illustrationen von Burkhard Neie, die den Text eindrucksvoll unterstreichen.

    Gustave Flaubert (1821-1880), mir v.a. durch seinem berühmten Roman "Madame Bovary" bekannt, ließ bereits in seinem Erstlingswerk sein großes Können aufblitzen. Mir hat dieser erste Einblick in das Schaffen des französischen Schriftstellers trotz seiner düsteren Note sehr gut gefallen...


    © Parden

  5. Cover des Buches Madame Bovary (ISBN: B08966BXZ1)
    Gustave Flaubert

    Madame Bovary

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Lese_Lisel

    Erstveröffentlichung: 1856

    Mein Februarprojekt 2021

    "Sie war die Liebende aller Romane, die Heldin aller Dramen, die unbestimmte Sie aller Gedichtbände."

    Ist es nicht spannend, wie vollkommen unterschiedlich verschiedene Autoren ein ähnliches Thema verarbeiten? Anna Karenina, Effi Briest und Madame Bovary behandeln in etwa zur gleichen Zeit alle drei den Ehebruch einer jungen Frau und sind doch so verschieden...

    Die Bauerntochter Emma kommt schon früh mit Literatur in Berührung, die ihr vorgaukelt, das Leben sei ein einziger Liebesrausch. Da sie in ihrer Ehe mit dem jungen Landarzt Charles Bovary nicht so romantisch und beglückend empfindet wie ihre Romanheldinnen, ist Emma enttäuscht. Bovary dagegen vergöttert seine bildschöne Frau über alle Massen.

    "Auf der Landstrasse, die sich wie ein endloses staubiges Band dehnte, in den Hohlwegen, wo sich die Bäume laubenartig wölbten, auf den schmalen Feldwegen, wo ihm das Korn bis an die Knie reichte, die Sonne auf seinen Schultern und Morgenluft in seiner Nase, das Herz voll von den Wonnen der Nacht, der Geist ruhig, die Sinne befriedigt, ritt er nun dahin, und käute sein Glück wieder wie jene, die nach dem Essen noch den Geschmack der Trüffeln im Munde haben, die sie verdauen. Was hatte er bisher im Leben schon Gutes gehabt."

    Emma aber ist gelangweilt und würde gerne in Paris leben und in adligen Kreisen verkehren. Sie träumt von rauschhafter Liebe, und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie ihren Charles betrügt. Aber ihre Affären bringen ihr nur vorübergehend Befriedigung, denn die Beziehungen nützen sich ab und Emma fällt mit ihrer besitzergreifenden und überdrehten Art ihren Liebhabern auf die Nerven. Sie verstrickt sich immer mehr in ein Netz aus Lügen und finanziellen Schulden und schlittert unaufhaltsam dem Untergang entgegen.

    Ich mochte Flauberts blumigen Schreibstil sehr, wenn er auch manchmal recht ausschweifend ist. Da gibt es zum Beispiel diese Szene, in der Rodolphe Emma während eines Treffens der Landwirtschaftsvereine umgarnt: Einfach köstlich. Emmas Charakter dagegen hat mir weniger zugesagt. Während der Autor Charles Bovary mit allerlei guten Eigenschaften ausstattet, beschreibt er Emma als unzufrieden, oberflächlich, unersättlich und verlogen. Charles ist der treue, grosszügige und liebevolle Gatte, und von Anfang an ist man ganz auf seiner Seite. 

    Mit Madame Bovary vermittelt Flaubert in meinen Augen eine klare Botschaft: Ehebrecherinnen sind schlechte, verdorbene und neurotische Frauenzimmer. So spannend ich Flauberts Charakterstudie von Emma auch fand: es ist mir sauer aufgestossen, wie Flaubert als Mann zu wissen glaubt, wie es in einer Frau wie Emma aussieht. Ich will damit nicht sagen, dass ein Mann nicht eine unsympathisch Frau beschreiben darf oder dass es Frauen wie Emma nicht gibt oder nicht gegeben hat. Solche Emma-Anteile haben wohl die meisten unter uns... Schielen wir nicht hin und wieder gierig nach dem, das wir nicht haben, statt das zu schätzen, das wir besitzen? Aber während zB Edith Stoner "von aussen" als grässliche Frau beschrieben wird, beansprucht Flaubert Emmas Sichtweise für sich. Er weiss ganz genau, wie Emma im Detail fühle, was sie antrieb. Das erschien mir ziemlich anmassend.

    Trotzdem aber finde ich Madame Bovary ein sehr lesenswerter Klassiker, der auch heute noch für spannende Diskussionen sorgen kann und einen tiefen Einblick in die Moralvorstellungen und das Frauenbild der damaligen Zeit vermittelt. Und der Stil und die Sprache sind ein ganz besonderer Genuss.

  6. Cover des Buches Bouvard und Pécuchet (ISBN: 9783458174318)
    Gustave Flaubert

    Bouvard und Pécuchet

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    "Bouvard und Pécuchet" erzählt die Geschichte zweier zwar interessierter aber irgendwie doch stumpfsinniger und flachgeistiger Pariser Büroangestellter, die sich bei einem Spaziergang in Paris über den Weg laufen und erkennen, dass sie für einander bestimmt zu sein scheinen. Nachdem beide in den Ruhestand getreten sind und der eine eine nicht unerhebliche Erbschaft antreten konnte, erfüllen sie sich den ersten einer Vielzahl von Wünschen, die sich im Laufe des Romans ihrer Phantasie entwinden und die sie umzusetzen wünschen. Die Intention des Autors bleibt verwischt; genau dies haben seine Zeitgenossen und Literaturkritiker auch an diesem Roman bemängelt. Was wollte Flaubert mit dem Roman zum Ausdruck bringen? Ich habe gelesen, dass es (wohl) Sinn und Zweck war, sämtliche zur Zeit Flauberts bekannte wissenschaftliche Theorien und Disziplinen ad absurdum zu führen. Das mag zwar eine plausible Idee sein, aber um diese Idee glaubwürdig darzustellen, hätte er sich lieber zweier intelligenterer Protagonisten bedienen müssen. Die Wissenschaft statt dessen durch zwei Stumpfsinnige entlarfen zu wollen, erscheint doch recht erfolglos und wenig überzeugend. So bleibt mir nur eine Erklärung logisch: es ging Flaubert vielleicht einzig um eine Charakterstudie; Bouvard und Pécuchet glänzen durch Mittelmäßigkeit. Einerseits vor Ideen überlaufend, andererseits fehlt es ihnen an geistiger Reife und Fähigkeit, die Materien, die sie gerne durchdringen würden, mit Ernsthaftigkeit und tatsächlichem Begreifen zu erfassen. Sie bleiben nur auf einem laienhaften Niveau verharren. Gelingt ihnen etwas nicht, verspricht es nicht den Erfolg einzufahren, den sie sich erhofft haben, verschafft es ihnen nicht die ersehnte Befriedigung oder fühlen sie sich durch andere übervorteilt oder veräppelt, werfen sie alsbald das Handtuch, verlieren fast alles Geld und bringen am Ende gar die ganze Dorfgemeinschaft gegen sich auf. Und was bleibt ihnen am Ende: sie zimmern einzig das, was sie ihr ganzes Leben womöglich nur gekonnt haben: einen Schreibpult, an dem sie als Schreiber wieder arbeiten möchten. Aber bevor sie diese Erkenntnis haben graben sie nach archäologischen Kostbarkeiten, sammeln Kunst, züchten Obst, pekieren Bäume, versuchen sich im Okkultismus, möchten das Christentum verstehen, üben sich in Pädagogik und probieren Frauen auf recht drollige Weise aus (einschließlich der damit gerne verbundenen Geschlechtskrankheiten). Menschen, denen es an Mittelmaß nicht mangelt, gibt es viele. Unsere vielgestaltige und farbenfrohe Welt ermöglicht jedem, alles einmal auszuprobieren. Hobbies hat man im Laufe seines Lebens viele, vieles wechselt, manches stellt sich im Nachhinein als etwas heraus, dem man vielleicht doch nicht gewachsen war. All dies liegt im Maß des Normalen; Flaubert beschreibt jedoch zwei Kerle kindlicher Natur, die in drei Jahren fast die ganze Welt geistig umrunden. Dass dabei nichts Sinnvolles und Solides bei herauskommen kann, erscheint zwangsläufig. Deshalb ein überaus empfehlenswerter und (vielleicht auch) lehrreicher Roman ;-) !!
  7. Cover des Buches Die Erziehung des Herzens (ISBN: 9783257207231)
    Gustave Flaubert

    Die Erziehung des Herzens

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Als Frédéric zum Studium nach Paris kommt, hat er hochfliegende Träume und viele Pläne, doch alles verpufft als er Frau Arnoux trifft und sich Hals über Kopf in sie verliebt.  Da sie als verheirate tugendhafte Frau für den unbeholfenen, völlig realitätsfremden Jungen unerreichbar bleibt, freundet er sich mit ihrem Mann an. Die nächsten Jahrzehnte lähmt diese Liebe ihn in all seinen Unternehmungen, macht ihn blind für den Egoismus und das Schmarotzertum seiner Freunde und sorgt dafür, dass er nur um ihr alles zu erhalten sich fast völlig ruiniert.

    Flaubert ist niemals eine einfache Lektüre. Melancholie, düstere Realität und unsympathische Charaktere sind Bestandteil seiner detaillierten Gesellschaftspanoramen. Hier hatte ich allerdings den Eindruck etwas Wesentliches verpasst zu haben. Zäh schleppte sich die Geschichte von Seite zu Seite. Frau Arnoux wurde für mich als Leser niemals zu dem hohen Ideal, das Frédéric in ihr sah, sondern ging mir schließlich gehörig auf den Geist. Den apathischen Protagonisten wollte man wahlweise treten oder ohrfeigen, um ihn endlich zur Besinnung und zum Leben zu bringen. Was Flaubert mit der Geschichte transportieren wollte, ist mir völlig entgangen. Weder mit Inhalt noch mit Drama konnte er mich packen. Um diese Geschichte zu würdigen, muss ich nach einem anständigen Kommentar mit Interpretationsansätzen suchen. 

    Das Nachwort des Übersetzers E.A. Reinhardt hat mir hier nicht weiterhelfen können. Er verliert sich zu sehr in seiner Flaubert-Begeisterung und beschränkt sich schließlich auf nebulöse Andeutungen, dass man schon wüsste, was der Roman bedeuten soll – und wenn nicht, dass ist man halt so ein Ignorant wie Flauberts Zeitgenossen. 

    Das Buch selbst konnte mich nur mäßig begeistern und ich bleibe mit dem dumpfen Gefühl zurück, etwas Wesentliches in ihm übersehen zu haben.

  8. Cover des Buches Frau Bovary (ISBN: 9781537538006)
    Gustave Flaubert

    Frau Bovary

     (21)
    Aktuelle Rezension von: fayreads
    Karl Bovary ist ein Arzt, der sein Studium nur mit einer Menge Glück bestand. Er ist ein Witwer, doch dann trifft er auf Emma und heiratet sie aus Liebe. Nach einiger Zeit kann Emma diese Liebe jedoch nicht mehr erwidern und fängt an ihn mit den verschiedensten Männern zu betrügen. Jeden Tag hasst sie sich für die Entscheidung ich zu heiraten und sie hasst auch das gemeinsame Kind. Sie verbringt ihre Zeit mit anderen Männern und verspielt den Reichtum ihres Mannes. Doch dann droht alles ans Licht zu kommen und Emma trifft eine folgenschwere Entscheidung. 

    Fazit: 

    Dieses Buch habe ich nur gelesen, weil es auf meinem Tolino kostenlos war. Ich mochte es nicht wirklich...
    Der Schreibstil war langweilig gehalten und die ganze Geschichte zog sich sehr. 
    Auch mit den Figuren wurde ich nicht warm. Karl war mir zu naiv, denn irgendwann hätte er schon merken können, dass Emma ihn nur ausnutzt. Auch Emma mochte ich nicht. Sie versank wegen jedem Etwas im Selbstmitleid, obwohl es vielen Menschen schlechter ging als ihr.. 
  9. Cover des Buches Wein und Haschisch (ISBN: 9783717524304)
    Charles Baudelaire

    Wein und Haschisch

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Julia79

    Eigentlich war der 1821 geborene Franzose Charles Baudelaire Lyriker. Vielen ist "Les Fleurs du mal" (Die Blumen des Bösen) viel eher ein Begriff, ich bin jedoch durch die Optik des kleinen in Samt gewandeten Büchleins und dem illustren Titel auf ihn aufmerksam geworden.

    Auf knapp 200 Seiten kommt 2017 erstmals diese Zusammenstellung Essays in Neuübersetzung zum Thema Genuss und Ästhetik heraus. Und Baudelaire versteht etwas vom Genießen und davon, was trügerisch ablenkt - vom Schreiben wie vom Leben überhaupt. Neben Wein und Haschisch werden die Oper und andere Künste genannt, gute und schlechte Literatur kommt zur Sprache, wie mit Gläubigern und Misserfolgen umzugehen ist. 

    Charles Baudelaire schreibt auf hohem Niveau und dabei mit so leichter Hand und unterhaltsam, dass dieses Buch eine große Freude war. Teils mag er überheblich klingen, doch seine Nüchternheit und Sprachgewandtheit (und sicher auch die hervorragende Übersetzung von Melanie Walz) lässt auch Spitzen gegen Kollegen nie bösartig, sondern stets amüsant klingen. 

    "Wein und Haschisch" lässt sich nicht wirklich flüssig lesen, es hat einen roten Faden, die Essays sind jedoch ohne Übergang aufeinanderfolgend, es endet somit ohne abschließende Erkenntnis, die ganze Textsammlung ist vielmehr sehr erhellend.

    Wie von den kleinen Klassikern des Manesseverlages gewohnt sind auch hier Ergänzungen zum Text und zur Übersetzung im Anhang, sowie ein Portrait mit wissenswerten Hintergründen zum diesem interessanten Schriftsteller. 

    Absolut zu empfehlen, eine Praline unter meinen Büchern! 

  10. Cover des Buches Madame Bovary (ISBN: 9781848373211)
    Gustave Flaubert

    Madame Bovary

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee

    Der Inhalt ganz kurz: Emma heiratet den Arzt Charles Bovary, doch ihre Träume von romantischer Liebe und Reichtum zerschellen in der Alltäglichkeit und an der Höhe ihres eigenen Anspruchs. Emma nimmt sich zwei Liebhaber: dem einen ist genauso langweilig wie ihr, der andere sieht in ihr das perfekte Opfer für seine Avancen.

    Neben der untreuen Ehefrau Emma Bovary, ihrem langweiligen Ehemann Charles bevölkern die Bewohner des Örtchens Yonville Gustave Flauberts Roman, allen voran der opportunistische Apotheker Homais.


    Neben den detailreichen Beschreibungen der Landschaft und der Bewohner Yonvilles kamen mir Emmas Eskapaden zunächst zu kurz. Die Handlung zog sich in den ersten zwei Dritteln für mich daher sehr und ich hatte kaum Lust zum Weiterlesen. Erst am Ende habe ich die Vielzahl der Charaktere schätzen gelernt. Sie tragen auf ihre Weise zur Handlung bei und nun machten auch die Details einen Sinn. Zum Schluss gefiel mir „Madame Bovary“ sehr gut, so dass ich vier Sterne vergebe.


    Emma ist einfach ein Charakter, den man nicht besonders mag. Das muss ich als Frau leider sagen, wobei ich ihre Situation als Frau im 19. Jahrhundert trotz allem verstehen kann. Emma fühlt sich gefangen. Sie hat sehr hohe Ansprüche aber im Gegensatz dazu auch überhaupt keinen Antrieb. Ihre Vorstellungen von Liebe entsprechen nicht der Wirklichkeit. Sie hat keine Skrupel, ihren Mann zu betrügen und hat sich am Ende hoffnungslos in eine Sackgasse hineinmanövriert. Ihren Ausweg hatte ich nicht erwartet, daher Lob an den Autor! Auf ihre Liebhaber kann Emma sich nicht verlassen, denn die machen sich aus dem Staub, als es brenzlig wird.


    Charles ist ein ruhiger, etwas schüchterner Mann, der zunächst meine Sympathien hatte. Über sein Leben bestimmt hauptsächlich seine Mutter. Charles wurde im Laufe der Handlung immer langweiliger und inkompetenter.


    Ich könnte vermuten, dass man viele Details, so wie die Beschreibungen des ländlichen Frankreichs beim zweiten Lesen des Romans noch mehr beachtet. Nun war ich eher auf den Ausgang der Geschichte um Emma Bovary fokussiert.

  11. Cover des Buches November (ISBN: 9783458192213)
    Gustave Flaubert

    November

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Flauberts Frühwerk ist eine Hommage an die Jugend: Es ist die Zeit, in der man „(...) den unbestimmten Wunsch nach etwas Strahlendem, was (man) nicht in Worte fassen noch in Gedanken festhalten konnte, nach dem (man) aber ein unablässiges Sehnen empfand.“ (S. 8 der Goldmann-Ausgabe, 1973) Die Jugend, noch weitgehend frei von negativen Eindrücken, grundsätzlich optimistisch dem Leben entgegentretend; erst in der Rückschau, am Ende des Lebens sieht man, mit welchem Optimismus man damals die Welt betreten hat und was bzw. wie wenig nur sich hat hiervon realisieren lassen. November ist romantisch, ein wenig wie Rilkes Malte, aber bei weitem besser – angenehmer – zu lesen. Die Worte fließen, kommen ohne brachiale Sätze, ohne verschraubten Hintersinn. Ein bisschen erinnert mich der frühe Flaubert an Hermann Hesse, der mit ähnlich romantischen Worten die Welt und seine Empfindungen beschreibt. Zu lesen am Besten im Herbst, wenn man wie der Erzähler den Blättern beim Buntwerden zusieht und dabei über das Leben sinniert.
  12. Cover des Buches Flaubert – Leben und Werk (ISBN: 9783257235135)
    Franz Cavigelli

    Flaubert – Leben und Werk

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Flaubert, einer der bekanntesten Schriftsteller Frankreichs im 19. Jahrhundert, ist mit diesem Buch ein Sammelband verschiedener Erinnerungen, Briefe und Essays gewidmet, der einen sehr umfassenden Eindruck von Leben und Schaffen gibt. Zeitzeugen wie Zola, Maxime Du Camp, Guy de Maupassant sind gleichermaßen mit Aufsätzen versammelt wie die späteren großen französischen Schriftsteller Proust, Sartre, Améry oder Ezra Pound mit Essays und Gedanken zu seinem Werk. Hierbei werden einerseits die bekanntesten Romane Flaubert ‚Madame Bovary‘ oder ‚Lehrjahre des Gefühls‘ kritisiert, kommentiert und rezensiert, andererseits wird sehr viel humorvolles und charakteristisches über den Menschen Flaubert und seine Eigentümlichkeiten erzählt. Mit großem Bildteil am Ende des Buches, der neben den ersten Fotographien von Felix Nadar auch Karikaturen über Flaubert oder seine weltberühmten Geschöpfe Bouvard und Pecuchet, wird das Buch abgerundet.
  13. Cover des Buches Ein schlichtes Herz: Eine Erzählung; Reclam, UBB 6590 (ISBN: B003RTALW8)
  14. Cover des Buches Lesen (ISBN: 9783897167063)
    Isolde Ohlbaum

    Lesen

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Maggi
    Bei der Betrachtung des schönen, kleinformatigen Bildbandes „Lesen“ von Isolde Ohlbaum geht dem wahren Bibliophilen das Herz auf. Stimmungsvolle Bilder werden wohltuend mit Zitaten verbunden und schaffen so einen Augenschmaus und eine absolute Wohlfühlatmosphäre für den Betrachter. Ein tolles Geschenk für Buchliebhaber und passionierte Leser oder auch für einen selbst. Dieses Buch werde ich bestimmt immer wieder sehr gern zur Hand nehmen und mich daran erfreuen!
  15. Cover des Buches Leidenschaft und Tugend (ISBN: 9783257235128)
    Gustave Flaubert

    Leidenschaft und Tugend

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Die ersten Erzählungen Flauberts, zusammengefasst unter dem Titel „Leidenschaft und Tugend“ enthalten folgende Kurzgeschichten: ‚Ein riechbarer Duft oder Die Gaukler‘, ‚Bibliomanie‘, ‚Eine Lektion Naturgeschichte. Gattung: Kommis‘, ‚Quidquid volueris‘, ‚Leidenschaft und Tugend‘, ‚Betrunken und tot‘ und ‚Das Totenfest des Doktor Mathurin‘. Die erste Erzählung „Ein riechbarer Duft“ erzählt von einer Truppe Gaukler, unter ihnen die hässliche Marguerite. In mitunter drastischer Weise schildert Flaubert ihr Leben, die abgrundtiefe Ablehnung anderer die sie erfährt, weil sie angeblich so unendlich hässlich ist. Die Derbheit der Erzählung ist an manchen Stellen arg grenzwertig. Flaubert schafft es aber auf diese drastische Weise dem Leser die Bosheit des Menschen gegenüber Unliebsamen in klarer, ungekünstelter Form zu demonstrieren. Die „Bibliomanie“ erzählt von Giacomo, einem blässlichen Buchhändler, der nur eine Leidenschaft in seinem Leben kennt: das Sammeln von Büchern. Als er sich eines Tages in die einzige in Spanien existierende Erstausgabe eines Werkes verliebt, ist er sogar bereit hierfür einen Mord zu begehen... In der „Gattung Kommis“ beschreibt Flaubert auf’s vortrefflichste einen Menschen der mittleren Sorte: arbeitswillig, Angestellter in einem Büro; wenn er Stinklaune hat dann eher von der sprachlosen Sorte, Wochenends mal mit intellektuell-einfachem Anspruch das Theater besuchend, ansonsten äußerst bodenständig, wenig redsam, eben mittelmäßig. Man denkt, man lese Brehms Tierleben – konzipiert wie ein Lexikoneintrag... In gleicher Weise auch die folgenden Erzählungen. Flaubert ist bereits in seinen frühen Erzählungen unübersehbar auf dem Weg zu seiner eigenen „Klasse“. Traugott König schreibt in ihrem Nachwort zur vorliegenden Ausgabe (erschienen bei Diogenes), dass sich die „vorliegende Übersetzung der Jugendwerke (...) nicht versucht, die romantische Schwülstigkeit und die stilistischen Unsicherheiten abzuschwächen oder gar zu kaschieren.“ (S. 258) Nun, derlei wird man wenig finden als Laie. Dass Flaubert noch nicht auf dem Zenit seines Könnens angelangt ist, liegt in der Natur der Sache; es sind die ersten Erzählungen. Seinen unverkennbaren Humor, seine unvergleichliche Gabe, menschliche Naturen und Karikaturen zu beschreiben, die hat er allemal bereits in bester Form. Mit viel Pfeffer in Ironie und Dramatik sind bereits diese sieben Erzählungen eine sehr unterhaltsame, mitunter traurige, aber auch erheiternde Leselektüre. Sehr empfehlenswert!
  16. Cover des Buches Liebesbriefe großer Männer (ISBN: 9783492263429)
    Petra Müller

    Liebesbriefe großer Männer

     (3)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly
    Max Frisch schreibt " Es ist bemerkenswert, daß wir gerade von dem Menschen, den wir lieben, am mindesten aussagen können, wie er sei. Wir lieben ihn einfach. Eben darin besteht ja die Liebe, daß sie uns in der Schwebe des Lebendigen hält, in der Bereitschaft, einem Menschen zu folgen in allen seinen möglichen Entfaltungen." Petra Müller und Rainer Wieland stellen 50 Liebesbriefe großer Männer vor. Dies sind wahre Zeugnisse inniger Liebe und Zuneigung, des Begehrens, aber auch von Kummer, Schmerz und Verzweiflung. Alle Facetten einer Beziehung kommen hier zum Vorschein. Die Verfasser aus den unterschiedlichsten Epochen öffnen sich und ihr Herz, entblößen die Seele für die Angebetete. Der Liebesbrief, im Ursprung nur für die Augen des Adressaten bestimmt, wird hier dem Leser offengelegt. Berührt hat mich besonders der Brief von Alain Delon an Romy Schneider. Geschrieben am Morgen nach ihrem Tod. Resümierend und doch voller Hingabe und tiefer Liebe. Hinreißend und fröhlich hingegen Berthold Brechts Brief an Paula Banholzer. Zärtlich und ergreifend Erich Maria Remarque an Marlene Dietrich. Um nur ein paar wenige zu nennen. Im Grunde hat jeder Brief seinen besonderen Charakter, eben so wie der Verfasser auch. Erstaunlich ist nur, dass ich von manch "großem Mann" ganz andere Formulierungen erwartet hätte. Ich will nicht zuviel verraten, jedoch trifft man hier auf die unterschiedlichsten Liebesbekundungen. Alleine die Kosenamen sind die Lektüre wert! Zur Einleitung eines jeden Briefes wird ein Zitat aus dem betreffenden Schreiben hervorgehoben, Orts- und Datumsangaben folgen sowie der Name des Verfassers und der zum Zeitpunkt des Verfassens gültige Name der Adressatin. Im Anschluß an das eigentliche Schreiben erhält der Leser eine Erklärung zu den Personen und einen Abriss über den Verlauf ihrer Beziehung oder Partnerschaft. Absolut zu empfehlen, eine kurzweilige Lektüre, die zu Herzen geht und große Gefühle offenbart. Musiktipp: Queen on fire - Live at the bowl...Freddy Mercury singt Love of my life
  17. Cover des Buches Madame Bovary (ISBN: 9781544125961)
    Gustave Flaubert

    Madame Bovary

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Oriodoran
    Nachdem seine erste, zweckmäßige Ehe scheitert, schätzt sich der Landarzt Charles Bovary glücklich, als er mit der klugen und attraktiven Emma verheiratet wird. Er sieht in ihr die perfekte Frau, er verehrt sie und legt ihr die Welt zu Füssen.
    Doch Emma fühlt sich in der Ehe gefangen und empfindet ihren Mann als einen Taugenichts. In ihrer Phantasie lebt sie ein Leben voller gesellschaftlicher Höhepunkte, Prunk und Geld. Als sie an Depressionen erkrankt, zieht Charles mit ihr in eine andere Stadt, in der Hoffnung, ihr damit zu helfen. Emma aber wird nicht glücklich, sie stürzt sich in hohe Schulden bis hin zu Affären mit Männern guten Standes.
    Immer weiter verwickelt sich Emma in ihr Streben nach einem besseren Leben, in ihre Lügen und ihre Schulden. Doch glücklich wird sie auch dadurch nicht.

    Flaubert hat mir in jeder Zeile des Buches eines vor Augen gehalten: Du wirst nie zufrieden, mit dem, was du hast. Sobald du es erreicht hast, hast du schon wieder ein neues Ziel. Was ja durchaus sein Gutes hat.
    Mit seiner von Traurigkeit und Verzweiflung geschwängerten Geschichte vermittelt er uns etwas, was damals wie heute Wert hat. 

    Trotz ihrer unsymphatischen Art, litt ich mit Emma mit, denn es war mir ein Leichtes, mich in ihre Lage zu versetzen. Denn geht es nicht uns allen so? Sind nicht  wir Madame Bovary? So wie Flaubert eins sagte "Madame Bovary - C'est Moi"?
  18. Cover des Buches Der Idiot der Familie, Gustave Flaubert 1821-1857. Bd.1 (ISBN: 9783499250781)
  19. Cover des Buches Flaubert, Gustave (ISBN: 9783499500206)
    Jean de LaVarende

    Flaubert, Gustave

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Es ist eine der wenigen Biographien Flauberts, die in kurzer und prägnanter Form den Autor und sein Werk näher bringen. Die Aufmachung und der Umfang sind in altbewährter Rowohlt-Monographie-Manier; der Inhalt ist jedoch unter meinen Erwartungen geblieben. Vielleicht liegt es an einer nicht geglückten Übersetzung aus dem Französischen, besorgt von Hans-Magnus Enzensberger? Vielleicht auch nicht. Die Sprache bleibt abgehackt, die Informationen rar, aneinandergereiht, kurz und knapp. Das Buch teilt sich in zwei Teile; im ersten Teil werden biographische Informationen geliefert, im Zweiten die Werke Flauberts vorgestellt, belegt um längere Auszüge aus den Texten. Insoweit hilfreich insbesondere für denjenigen, der von Flaubert noch garnichts gelesen hat; der bereits mit seinen Werken vertraute kann getrost darüber hinwegblättern. Die Darstellung mancher Texte bleibt mir in mancher Hinsicht zu oberflächlich, aber vielleicht lies das Konzept der rororo-Monographien keine weitreichendere Besprechung zu. ------------ Insgesamt: Nur Mittelmaß und nur zur kurzen Einführung geeignet. Quasi um einen groben Überblick zu erhalten. Meiner Meinung nach nichts für einen echten Flaubert-Fan!
  20. Cover des Buches Maupassant (ISBN: 9783943767797)
    Arne Ulbricht

    Maupassant

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    In diesem autobiografischen Roman schildert Arne Ulbricht die schweren Jahre Guy de Maupassants von seinen schriftstellerischen Anfängen in der Jugend bis hin zu seinem Durchbruch. Dabei nimmt sich Arne Ulbricht einige Freiheiten was die Vollständigkeit und chronologische Reihenfolge der Ereignisse angeht, stützt sich aber auf ein breites Wissen über Maupassants Leben und Schaffen und erzählt dadurch eine unterhaltsame Geschichte.

    Mein Eindruck:
    Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten mit dem Schreibstil, da der Autor auch vor häufiger Verwendung des Plusquamperfekts nicht zurückschreckt und das zwar grammatikalisch völlig richtig, aber eben nicht immer schön zu lesen ist. Glücklicherweise wurde im Verlauf der Geschichte die zeitliche Ebene gewechselt und die Sprache entsprechend flüssiger. Dennoch war das Buch insgesamt weder sprachlich noch strukturell etwas Besonderes für mich, sodass ich mir letztlich auch keine Passagen markierte.

    Dafür hatte es aber einen sehr hohen Unterhaltungswert, denn Guy de Maupassant lebte zu einer spannenden Zeit, hatte ein durchaus bewegtes Leben, wusste es zu genießen und ist in Gesellschaft sehr interessanter Männer, darunter z.B. Gustave Flaubert und Émile Zola. Daher kam bei mir auch niemals Langeweile auf und ich hätte das Buch durchaus in einer Sitzung lesen können. Aus diesem Grund war ich auch etwas traurig, dass die Geschichte zum Zeitpunkt von Maupassants schriftstellerischen Durchbruchs endet. Mich hätte es durchaus interessiert, welchen Einfluss dieser Erfolg auf sein Leben hatte. 

    Da Guy de Maupassant sicherlich kein Kind von Traurigkeit war, seine Zeit gern mit Frauen verbrachte und auch die Pariser Bordelle regelmäßig aufsuchte, spielt Sex in diesem Buch eine zentrale Rolle. Da Sexualität auch ein Thema in einigen seiner Werke ist und diese zur damaligen Zeit sogar als pornografisch galten, halte ich diesen Aspekt auch für durchaus notwendig um die Persönlichkeit von Maupassant zu beschreiben. Allerdings nahm es auf den wenigen Seiten für meinen Geschmack zu viel Raum ein und machte mir Guy de Maupassant auch nicht unbedingt sympathisch.

    Fazit:
    Das Buch gibt einen amüsanten ersten Einblick in das Leben von Guy de Maupassant und macht daher Lust auf dessen Werke. Dabei ist das Buch in erster Linie unterhaltsam und kurzweilig.



  21. Cover des Buches Die Reise nach Ägypten 1849-50 (ISBN: 9783869640488)
  22. Cover des Buches Drei Erzählungen (ISBN: 9783861509820)
    Gustave Flaubert

    Drei Erzählungen

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Der Band enthält die letzten von Flaubert veröffentlichten Erzählungen. In Ein schlichtes Herz erzählt er die tragische Geschichte der Hausangestellten Félicité, die bis zu ihrem eigenen Tod der Herrin und deren Familie (einschließlich dem Papageien) die Treue hält. Die Legende von Sankt Julian dem Gastfreien erzählt die grausam-nachdenkliche Geschichte des Julian, der seinen Eltern vor der Geburt zunächst in zwei Visionen als Heiliger und König angepriesen wurde, im Laufe seines Lebens jedoch zu einem monströs-mordenden Gefühllosen verkommt. Sein Leben endet tragisch und so gar nicht wie das eines Heiligen. Die dritte Erzählung nennt sich Herodias und spielt im alten Israel. Das Nachwort meint, Flauberts letzte Erzählungen seien weniger vom Pessimismus getragen als seine ersten. Nun ja, dem kann ich so nicht zustimmen. Das Grundgefühl ist für mich auch hier weitgehend gedämpft, verhalten; Félicité lebt ein zurückgesetztes Leben, sich völlig für die Herrin aufopfernd, selbst dem lebensbedrohlichen Stier in den Weg stellend. Ihr zurückgenommenes Wesen stimmt traurig. Ihr Lebensende ebenso. Julians Charakter und Entwicklung - die so völlig entgegen dem läuft, was die Prophezeiung andeutet – stimmt ebenso pessimistisch und dem Grunde nach ablehnend. Keine der Geschichten sprüht von besonderer Herzenswärme oder typischer Flaubert’scher Ironie. So gesehen sind die Erzählungen meinem Empfinden nach das bisher pessimistischste was ich bislang von Gustave Flaubert gelesen habe. Gut ist ein Nachwort am Ende, das neben biographischen Informationen zum Autor auch einiges zum Inhalt der Kurzgeschichten enthält und somit zum Verständnis beiträgt.
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