Bücher mit dem Tag "gut leben"
3 Bücher
- Alexandra Reinwarth
Das "Sinn des Lebens"-Projekt
(14)Aktuelle Rezension von: DaniB83In dieser Aufmachung gibt es bereits einige Bücher von der experimentierfreudigen Autorin Alexandra Reinwarth. Nach dem Fitnessprojekt, dem Glücksprojekt und dem Sexprojekt folgte im Oktober 2013 das “Sinn des Lebens”-Projekt. Die 208 Seiten sind gespickt mit interessanten Informationen über diverse Versuche, die sich mit dem Thema des Buchtitels beschäftigen. Dabei setzt Reinwarth auf drei Überkapitel, die da wären:Der geistige Weg, der körperliche Wege und der seelische Weg. Diese beinhalten wiederum 4 bis 5 Unterkapitel, wo genauer beschrieben wird, wie das so mit dem Fasten oder der Kirche funktioniert. Falls sich die Leserin (ja, in femininer Form, da das Buch wohl häufiger von Frauen als von männlichen Artgenossen gelesen werden wird) für ein bestimmtes sprituelles oder schamanisches Ritual interessiert, findet sie sogar Adressen, Telefonnummern beziehungsweise Weblinks im Buch (die sogar funktionieren).
Ein schönes Projekt, welches der Autorin sicher auch Spaß bereitet hat, denn sie geht auf so ziemlich alle Experimente eher mit Vorurteilen behaftet zu. Dass es einiges vom Schubladendenken dann nicht aus einer Schublade rausgeschafft hat, ist vorprogrammiert. Andererseits werden auch Erfahrungen gemacht, die durchaus positiv sind (zum Beispiel die Kapitel Reiki-Reiner oder Mit der Mutter aussöhnen).
Fazit und eigene Meinung
Zu Beginn der Lektüre dachte ich mir: “Was ist das für ein …?”, doch es wurde mit jeder Seite besser, bis ich zum Schluss des Buches sogar einige Male laut lachen musste. Die ersten Kapitel erinnerten mich nur an Erfahrungsberichte aus der Schulzeit, die nach folgender Vorgabe geschrieben werden mussten: Besuche XY, sieh dich um und beschreibe das Gesehene. Mit der Zeit und fortschreitenden Seitenanzahl kommen aber immer mehr persönliche Weisheiten und Erlebtes der Autorin hinzu, was die Lektüre dann doch wieder super sympathisch macht.
Geeignet ist das Buch für all jene, die schon mal mit dem Gedanken gespielt haben, eine spirituelle (oder körperliche) Erfahrung zu machen, sich aber mangels Aufklärung noch nicht drübergetraut haben. Alexandra Reinwarth beschreibt hier ziemlich genau, wie solche “Sitzungen” ablaufen und dass man keine Scheu davor haben muss. Sie selbst besuchte die meisten Veranstaltungen auch alleine.
Ich bin gespannt, welches “Projekt” die Autorin als nächstes in Angriff nimmt!
Hier gibt es die Rezension auf meinem Blog: http://www.buchwelt.co.at/2013/11/03/rezension-reinwarth-alexandra-das-sinn-des-lebens-projekt/#more-782
- Ildikó von Kürthy
Neuland
(8)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerIldiko von Kürthy schreibt fast autobiographisch von ihren Wünschen sich selbst besser und intensiver kennenzulernen. Dabei lässt sie vieles nicht unversucht und stellt ihr bisheriges Leben auf den Prüfstand. Eine Eigeninventur mit to do´s und dont´s, mit müssen, wollen, sollen und dürfen. Ich habe beim Hören geschmunzelt, nachgedacht, genickt und mir gefällt die Einstellung und das Resümee von Ildiko. Es ist für mich kein reines " Frauenbuch", sondern übergreifend , denn auch mann macht sich Gedanken. Ein Dank für die vielen Themen, die man zur allmählich oder vllt. schon überwundenen Lebensmitte auch mit und für sich beantworten möchte. - Theodore Zeldin
Gut leben
(1)Aktuelle Rezension von: Wedma„Theodore Zeldin, geboren 1933, hat viele Jahre in Oxford Geschichte gelehrt. Als Autor hat er sich unter anderem mit Eine intime Geschichte der Menschheit einen Namen gemacht. Die britische Zeitung The Independent setzte ihn auf die Liste jener weltweit vierzig Menschen, deren Ideen das 21. Jahrhundert nachhaltig beeinflussen werden. Zeldin ist Kommandeur der französischen Ehrenlegion, Mitglied der British Academy und der Royal Society of Literature. Er lebt mit seiner Frau, der Linguistin und Kognitionswissenschaftlerin Deirdre Wilson, bei Oxford.“
KT: „Gutes Leben entsteht im Dialog, im Dialog mit der Vergangenheit und mit unseren Mitmenschen. Nur so bekommen wir eine Ahnung davon, was es bedeutet, Mensch zu sein. In seiner ebenso kenntnisreichen wie unterhaltsamen Abhandlung über die Kunst des Lebens widmet sich der bedeutende englische Philosoph und Historiker Theodore Zeldin der Frage, was wir aus der Vergangenheit lernen können für ein besseres Leben.
Vor welchen Problemen standen unsere Vorfahren - zu denen so prominente Figuren wie Albert Einstein, Thomas Morus, der Philosoph Francis Bacon und die Schriftsteller Hans Christian Andersen und Fjodor Dostojewski zählen, aber auch ein texanischer Farmer des 19. Jahrhunderts -, und wie können wir ihre Erfahrungen für uns nutzbar machen? Höchst eindrucksvoll zeigt Zeldin, dass die größten Probleme unserer Zeit, aber auch die größten Chancen von unseren zwischenmenschlichen Beziehungen abhängen und wie viel reicher unser Leben sein kann, wenn wir wirklich in Austausch miteinander treten.“Meine Meinung:
Klappentext gibt treffend den Inhalt des Buches wieder. Wenn man das Vorwort liest, bekommt man Vorstellung des Autors von dem, wie die Diskussion aufgebaut ist und was im Buch insg. passieren wird. Es ist eine Art Gespräch unter Freunden, bei dem der Autor seine Sicht der Dinge zu den genannten Themen erläutert.
Die Kapitelüberschriften sind gekonnt knackig formuliert, ziehen förmlich ins Buch hinein. Man darf aber nicht erwarten, dass man eindeutige Antworten auf die aufgeworfenen Fragestellungen erhält. Der Autor sagt gleich am Anfang, das war nicht sein Anliegen. „…das Einzige, was mich qualifiziert, dieses Buch zu schreiben, ist mein Wunsch, Genaueres darüber zu erfahren, was ein erfülltes Leben sein könnte. Lebe ich voll und ganz oder überlege ich bloß…?“S. 22.
Es ist ein recht amüsantes Lesen. Die Denke von Theodore Zeldin ist so erfrischend anders, als das, was man sonst so im Bereich erwartet und oft auch zu lesen bekommt. Eine schnörkellose Stringenz der Gedankenführung, bei der erst die Thesenvorstellung, dann die aufgezählten Argumente in ihrer Eindeutigkeit und Klarheit folgen, dann Fazit als kurze Zusammenfassung des Gesagten, darf man hier nicht voraussetzen. Manchmal scheint, dass sich Zeldin vom Thema recht weit entfernt. Im Großen und Ganzen aber vermittelt er seine Aussagen sehr gut und deutlich. Wenn man sich einmal reingelesen hat, kann man nicht so leicht aufhören, da fliegen die Seiten nur dahin.
Theodore Zeldin ist ein Freidenker, dessen Ideen durchaus reizend und es wert sind, darüber allein zu sinnieren oder zusammen mit Freunden in einer geselligen Runde ausdiskutiert zu werden. Er stellt z.B. eine gängige Doktrin vor und sagt seine Meinung dazu, wie sinnvoll ihm dieses, oft hpts. in der öffentlichen Meinung existierende Gebilde erscheint, gibt auch Beispiele und Sicht der Dinge anderer Denker, manchmal aus früheren Jahrhunderten, Ost und West sind dabei gleichermaßen präsent. Zeldin erzählt das Leben bekannter und weniger bekannter Persönlichkeiten, die mit ihrem Gedankengut und ihren Werken eine Spur in der Geschichte, Philosophie und Literatur hinterlassen haben. Dabei musste ich staunen, was für eine Menge an Wissen dieser Mann bereits in sich aufgenommen hat. Er nutzt es, um seine eigenen Thesen zu erläutern und auch die Leser mit spannenden Lebensgeschichten zu unterhalten.
Es wird über Gott und die Welt geplaudert. U.a. gibt er seine Sicht dazu, welche Aufgaben die Versicherungen heute übernehmen könnten, was Hotels und Bibliotheken anders machen könnten, um das Leben der Menschen interessanter, lebenswerter zu machen. Man muss mit dem Autor nicht in allem einverstanden sein, aber seine Sicht der Dinge ist es wert, sie kennenzulernen.
Zum Schluss fordert der Autor die Leser auf, auf der Webseite der von ihm initiierten Foundation, „…einer gemeinnützigen Stiftung, die gegründet wurde, um die auf diesen Seiten beschriebenen Arten von Gesprächen, Selbstporträts und Experimenten zu fördern.“S. 470, ein Selbstportrait dort abzuliefern. Er begründet auch, weshalb es so wichtig sei. Und: „Schon durch Kauf dieses Buches unterstützen Sie eine gemeinnützige Organisation, die das Ziel verfolgt, sich auf nützlichere Art an die Vergangenheit zu erinnern, an ihre Irrwege ebenso wie an ihre Errungenschaften, sodass man mehr tun kann, als die Schlaglöcher einer alten, widersprüchlich geschilderten Straße auszubessern.“ S. 471.
Ein gutes Buch ist gut auf jeder Seite. Mein Exemplar ist voll mit Klebezetteln, die Stellen markieren, zu denen sich lohnt, wieder zurückzukehren. Fast an jeder Seite ist so ein Zettel befestigt.
Das Buch ist auch sehr schön und hochwertig gestaltet. Leinen, wie in guten alten Zeiten, hält Festeinband und die darin enthaltenen Seiten prima zusammen und lädt zum Aufschlagen des Buches ein. Auf jeder Seite gibt es ein 1-2 Einsparungen, die eine knappe Zusammenfassung des gerade Gesagten darstellen.
Auf der Rückseite liest man einen Satz: „Zeldin ist ein mitreißender Weggefährte, ungezwungen und charmant, irrlichternd zwischen Geschichtsschreibung und Philosophie.“ The Independent. Das passt.
Fazit: Warum soll man dieses Buch lesen? Um Theodore Zeldin und seine Ideen kennenzulernen. Er gibt mit seinen Ausführungen ein breites Feld an Themen zum Nachdenken, sowohl über das eigene Leben, als auch über das der Gemeinschaft, in der man aktiv ist. Seine Vorschläge über die Gestaltung der Zukunft sind es wert, gehört und mit Freunden und Kollegen ausdiskutiert zu werden. Der Autor schätzt besonders den Gedankenaustausch und möchte diesen auch gezielt anregen. Er sagt, das kann zu gutem Leben führen. Das ist der Titel dieses Buches. Ich kann dieses Werk gerne weiterempfehlen. Als Geschenk zum Geburtstag oder zu den nicht mehr fernen Weihnachten für Freunde und Familie ist es eine gute Idee.


