Bücher mit dem Tag "habsburg"
65 Bücher
- Brigitte Hamann
Elisabeth
(136)Aktuelle Rezension von: leselockiSchon seit meiner Kindheit habe ich jedes Jahr zu Weihnachten die Filme über Sissi gesehen.
Nach dem letzten Wien-Besuch hatte ich aber vor allem nach dem Besuch an der Hofburg das Bedürfnis, mich mehr mit der Geschichte der Kaiserin Elisabeth auseinander zu setzen, nachdem sie dort auch in ihren letzten Jahren dargestellt wurde.
Schnell musste ich feststellen, dass die Filme wahrlich über-romantisiert sind und nicht viel von der "echten Sissi" zeigen, wenn man das Buch liest, das auch viele Ausschnitte aus Briefen von vielen verschiedenen Personen aufführt.
Der Drang nach Freiheit, der bewusste Rückzug von allem, auch von Franz Josef und den Kindern, zu denen sie teilweise gar keine Beziehung pflegte... Das alles wird im Buch dargestellt - und ich sehe hier sogar weniger die Schuld bei der "bösen" Schwiegermutter Sophie, sondern auch die Schuld bei Elisabeth selbst.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für die Geschichte der tatsächlichen Kaiserin ohne jegliche Romantisierung und Schönmalerei interessiert. - Allison Pataki
Sisi – Kaiserin wider Willen
(103)Aktuelle Rezension von: Nadine21Die Geschichte von Franz Joseph und Sisi kennen ja wahrscheinlich viele. Und es ist auch bekannt, dass Sisis Leben am Hof nicht leicht war. Auf genau diese Punkte geht das Buch ein. Von dem Kennenlernen bis zur Geburt des vierten Kindes wird hier das Leben von Sisi geschildert.
Von dem Glück jemanden zu finden, bis zu den Depressionen, die das Leben am Hof für Sisi mitgebracht hat. Das war alles gut recherchiert und auch in einem flüssigen Stil geschrieben. Aber teilweise hätten es noch ein paar Emotionen mehr sein können.
Vor allem hat mir aber am Ende das restliche Leben von Sisi gefehlt. Für mich war es mehr wie Band 1 von 2.
Aber es gibt dennoch eine Leseempfehlung von mir. Für Fans von Sisi und der Geschichte ist es auf jeden Fall spannend.
- Barbara Stollberg-Rilinger
Maria Theresia
(9)Aktuelle Rezension von: kurti66Stollberg-Rilinger präsentiert uns in ihrer wuchtigen und voluminösen Biographie eine Frau, die zeit Ihres Lebens für ihre Macht, ihre Familie, ihr Haus und ihr persönliches Glück kämpfen musste. Von sich und ihrer Bestimmung überzeugt, aber mit dem 'Makel' des weiblichen Geschlechts belastet, wirkt ihr ständiger Kampf fast schon prae-feministisch; doch bleibt sie auch ein Leben lang im engen Korsett einer strengen katholischen Erziehung und absolutistischen Gesinnung gefangen und damit ein Kind ihrer Zeit. Der Geist der Aufklärung war ihr stets suspekt. Auch waren ihr die Nöte des einfachen Volkes mehr oder weniger gleichgültig. Trost und Erlösung fand sie nur im Glauben, den Beistand Gottes suchte sie im strengen Gebet und überkommenen Ritualen.
Die Biographie ist durch ihre Detailverliebtheit mitunter langatmig und liest sich - besonders bei den Bemühungen der Kaiserin um das Wohl ihrer Familie - wie ein Auszug aus der 'Bunten' bzw. anderer Gossip-Magazine.
Schwach ist Stollber-Rilinger bei der Schilderung der zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen des Hauses Habsburg mit Preußen. So nimmt der 7-jährige Krieg gerade mal 50 Seiten in ihrem Werk ein. Man merkt auf fast jeder dieser Seiten das Unbehagen der Autorin, den Krieg als legitime Form der Konfliktlösung der damaligen Zeit zu akzeptieren und entsprechend zu beschreiben. Der Krieg wird als quasi Unwetter geschildert, das man hinnehmen muss und am Ende ist man froh, wenn es vorbei ist. Diese Haltung disqualifiziert sie aber als bedeutende Historikerin.
- Peggy Hohmann
Der grüne Palast
(75)Aktuelle Rezension von: Hellena92Wien, 1816: Gräfin Lazansky wird beauftragt, Erzherzogin Leopoldine nach Brasilien zu begleiten. Vor ihnen liegt eine aufregende und zugleich beschwerliche Reise ans andere Ende der Welt. Die junge Gräfin ist wenig erfreut, dass auch Fürst Metternich mit von der Partie ist. Der kluge politische Kopf gilt am Hof als skrupelloser Schürzenjäger. Er war es auch, der die Hochzeit mit dem portugiesischen Thronfolger für Leopoldine eingefädelt hat. Was die Frauen nicht ahnen: Seine Beschreibungen des fernen Paradieses erweisen sich als eine große Lüge.
Mein Fazit:
So ein schönes Cover. Das ganze in briefformat zu schrieben war eine schöne Idee. Aber ich hab mich nicht abgeholt gefühlt. Alles wirkte abgehackt und lieblos. Ich war irgendwann so gelangweilt, dass ich abgebrochen habe
- Gloria Kaiser
Dona Leopoldina
(1)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisWas haben Österreich und Brasilien gemeinsam? Die Antwort ist einfach - Dona Leopoldina, eine Erzherzogin, eine der zahlreichen verkauften Tochter Habsburgs.
Maria Leopoldina Josepha Carolina (1797-1826), Tochter von Kaiser Franz II./I. ist eine der zahlreichen Töchter aus dem Hause Habsburg, die aus Staatsräson verheiratet worden sind. Leopoldina teilt ihr Schicksal mit Tante Marie Antoinette (verheiratet mit Frankreichs König, hingerichtet 1793) und Schwester Marie Louise, die man Napoleon Bonaparte zur Frau gegeben hat.
Wie schon zuvor bei Marie Louise hat auch bei dieser scheinbar so vorteilhaften Heirat mit Dom Pedro, dem portugiesischen Thronfolger, Fürst Metternich die Fäden gezogen. Am Hof von Kaiser Franz II./I. hat der eine oder andere zwar Bedenken, die junge Frau ins weit entfernte Brasilien ziehen zu lassen, aber das dynastische Denken siegt. Es dauert nicht lange und alle Hoffnungen auf eine gelungene Verbindung lösen sich auf. Man hat Leopoldina (und dem österreichsichen Kaiserhaus) verschwiegen, dass Dom Pedro an Epilepsie leidet und ungebildet ist, während Leopoldina hoch gebildet ist, mehrere Sprachen spricht und viel lieber Naturforscherin geworden wäre.
Gloria Kaiser zeichnet in ihrer Romabiografie ein Bild einer Frau, die versucht das Beste aus ihrem Schicksal zu machen. Die Gelegenheit, zu zeigen was in ihr steckt, bietet sich um 1820 als Brasilien auf Grund zahlreicher Revolten zu zerfallen droht. Sie unterzeichnet an Stelle von Pedro, der sich als zu schwach und zaudernd erweist, den Staatsratbeschluss für die Unabhängigkeit Brasiliens vom Mutterland Portugal und nimmt damit entschlossen die Geschicke Brasiliens in die Hand. Damit verzichtet gleichzeitig und endgültig auf eine Rückkehr nach Europa.
Die Rettung der Krone für Pedro bleibt unbedankt. Pedro, nun zum brasilianischen Kaiser gekrönt nimmt sich die intrigante Domitila zur Mätresse, die Leopoldina in kürztester Zeit entmachtet. Ohnmächtig und ohne Rückhalt von Freunden muss Leopoldina zusehen, wie sie ins Abseits gestellt wird. Selbst das „Nadelgeld“ wird ihr von Domitila und ihrem Clan vorenthalten. Die Frau, die an der Unabhängigkeit Brasiliens soviel Anteil hatte, stirbt nicht ganz dreißigjährig an den Folgen einer Fehlgeburt.
Heute wird Dona Leopoldina, wie sie Brasilien genannt wird, hoch verehrt. Zahlreiche Schulen, Pflanzen und sogar eine Biersorte sind ihr zu Ehren benannt.
Fazit:
Wer gerne mehr über eine der vielen „verkauften Töchter Habsburgs“ lesen will, ist hier goldrichtig. Gerne gebe ich dieser gelungenen Romanbiografie 5 Sterne.
- Martin Prinz
Die letzte Prinzessin
(27)Aktuelle Rezension von: krimielseDas Buch "Die letzte Prinzessin" von Martin Prinz schildert das ereignisreiche Leben der letzten Habsburger Prinzessin Elisabeth vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts. Es ist ein Roman, keine Biografie, und daher kein vollständiger Lebensbericht und auch nicht chronologisch aufgebaut. Elisabeth Petznek alias Prinzessin Elisabeth, alias die "rote Prinzessin" ist die Tochter von Kronprinz Rudolf, beeinflusst und erzogen von ihrem Großvater Kaiser Franz Joseph, wuchs in Glanz und Gloria der Donaumonarchie auf. Aus den kühlen familiären Verhältnissen ihrer Jugend, geprägt vom frühen und geheimnisvollen Tod ihres Vaters Kronprinz Rudolf, vom Großvater als mögliche Erbin herangezüchtet, heiratet sie gegen dessen Willen früh und unter ihrem Stand, verbunden mit dem Verzicht auf jegliche Ansprüche auf den Thron. Nach unglücklicher Ehe und den Schrecken des Ersten Weltkrieges, die sie zwar spürte, aber keinesfalls wie die übrige österreichische Bevölkerung hungernd durchleiden musste, wendet sie sich den Sozialdemokraten zu und heiratet 1948 Leopold Petzek, einen Sozialdemokraten, Lehrer und langjährigen Weggefährten. Die Geschichte beginnt mit dem Tod der 80jährigen Elisabeth Petznek 1963 in Wien und ist über weite Passagen aus der Sichtweise ihres Portiers Paul Mesli erzählt. Parallel dazu erinnert man sich als Leser gemeinsam mit dem alten Portier an Elisabeths Jugend, so wie sie ihm davon erzählt hatte. Für mich überraschend wurde den Tagen nach dem Tod der Prinzessin und dem Bericht des Portiers darüber viel Raum eingeräumt, auch am Ende des Romanes findet der Autor den Weg dorthin zurück. Durch für meinen Geschmack zu viele Wiederholungen verlor sich die Geschichte hier zu sehr. Viele rückblickend betrachtete Ereignisse in Elisabeths Leben sind unter der Voraussetzung beschrieben, dass man einigermaßen sattelfest in der Habsburger Familiengeschichte ist - ich musste hier einiges nachschlagen bezüglich Verwandschaftsverhältnissen und historischen Ereignissen, an denen sich der Autor ohne näher darauf eingeht entlang hangelt. Die ausführlicher beschriebenen Begebenheiten sind eher familiärer Natur, teilweise verflochten mit ziemlich banalen Gedanken. Das gibt dem Ganzen zwar einen recht persönlichen und familiären Touch, andererseits ist es mir unmöglich nachzuvollziehen, was Dichtung und was Wahrheit entspricht. Bei letzteren stört mich ehrlich gesagt auch die kindlich-naive Sprache, die so ganz verschieden von der recht sachlichen (und mir teilweise zu verschachtelten) Sprache ist, mit der Ereignisse und Hintergründe angetippt werden. Ich habe manchmal das Gefühl, zwei Bücher zu lesen. Ein stichpunktartiges Sachbuch und einen (für mich ehrlich gesagt recht banalen) Roman über einen alten Portier und eine Prinzessin. Nach sehr gut geschriebenen Passagen in der zweiten Hälfte des Buches, wie zum Beispiel Hergang des Attentates auf den österreichischen Ministerpräsident Stürgkh und die Person des Friedrich Adler, der sich von der als opportunistisch dargestellten Sozialdemokratie abwendet, wird die Zeit zwischen den Weltkriegen leider gar nicht angesprochen, statt dessen findet der Autor wieder zu Portier Muesli und seinen Gedanken zurück. Das Buch hat mich leider nicht wirklich abholen können. Es ist eine in meinen Augen nicht gut gelungene Mischung aus historisch belegter Biografie, den Erinnerungen eines Wegbegleiters und einem schwülstigen Schmöker, letzteres ist so gar nicht mein Metier, besonders wenn Inhalt und Sprache sehr seicht sind. - Friederike Hausmann
Herrscherin im Paradies der Teufel
(4)Aktuelle Rezension von: Andreas_OberenderKaiserin Maria Theresia sparte nicht mit Ratschlägen, wenn eine ihrer Töchter vermählt wurde und zur Reise in die neue Heimat aufbrach. Ihrer Tochter Maria Carolina, die 1769 mit König Ferdinand von Neapel verheiratet wurde, riet die Kaiserin mit Nachdruck, sich niemals in die Staatsgeschäfte einzumischen. Hat man Friederike Hausmanns Biographie gelesen, dann fragt man sich unwillkürlich, wie Maria Carolinas Leben wohl verlaufen wäre, wenn sie sich an den Rat ihrer Mutter gehalten hätte. Bald nach der Ankunft in Neapel muß der Siebzehnjährigen gedämmert sein, dass sie den gutgemeinten Rat der Kaiserin unmöglich befolgen konnte. Ferdinand, der junge König von Neapel, war ein Faulpelz und Taugenichts, der die lästige Pflicht des Regierens nur zu gerne auf andere Personen abwälzte. Und dabei hätte das Königreich Neapel, das zu den rückständigsten Staaten Europas zählte, einen starken und zupackenden Herrscher gebraucht.
Nach der Entlassung des greisen Premierministers Tanucci 1776 schlug Maria Carolinas Stunde. Da es in Neapel an Staatsmännern von Format mangelte, ergriff die junge Königin notgedrungen die Zügel. Sie leitete fortan die Regierungsgeschäfte. Ihre Mutter, Gebieterin über ein ungleich größeres Reich, mag ihr dabei als Vorbild gedient haben. Maria Carolina ahnte wohl nicht, welche Konsequenzen dieser Schritt nach sich ziehen würde, wieviele Demütigungen, Enttäuschungen und Verleumdungen sie in ihrem weiteren Leben würde ertragen müssen. Der Hass und die Missgunst, die ihr Feinde und Kritiker zu Lebzeiten entgegenbrachten, haben das Bild der Königin bei der Nachwelt lange verdunkelt. Vor allem in Italien galt Maria Carolina lange als Inbegriff einer anmaßenden und herrschsüchtigen Frau, die nur Unheil anrichtet und ihr Land ins Unglück stürzt.
Von den vielen Töchtern Maria Theresias ist heute eigentlich noch nur Marie Antoinette bekannt, die Königin von Frankreich. Friederike Hausmanns Verdienst besteht darin, dass sie mit ihrer Biographie eine Herrscherin dem Vergessen entreißt, deren Leben kaum weniger dramatisch verlief als das ihrer jüngeren Schwester. Maria Carolina kam in ein Land, das vom übrigen Europa als archaisch und exotisch wahrgenommen wurde. Das Königreich Neapel schien der allgemeinen Entwicklung um Jahrzehnte hinterherzuhinken. Intelligent, selbstbewusst und energisch, gab sich Maria Carolina nicht mit ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter zufrieden. Sie nutzte ihre Stellung als Königin in einem Maße aus, das ihrem Umfeld nicht geheuer war. Maria Carolina nahm an den Sitzungen des Staatsrates teil, traf wichtige Entscheidungen, unterstützte überfällige Reformvorhaben, suchte die Nähe von Gelehrten und Intellektuellen, engagierte sich für die Gründung einer Akademie der Wissenschaften und Künste (1778). Aufsehen erregte ihre Parteinahme für die Freimaurer, die sich Angriffen konservativer Kreise ausgesetzt sahen.
Gingen dem trägen und ungebildeten König jegliche Ambitionen ab, so waren Maria Carolinas Ziele allzu hoch gesteckt. Die Königin wollte Neapel nicht nur im Sinne des aufgeklärten Absolutismus modernisieren, sondern auch in den Rang eines ernstzunehmenden außenpolitischen Akteurs erheben. Wie sehr sie damit die Ressourcen des wirtschaftlich und militärisch schwachen Königreiches überstrapazierte, zeigte sich während der Wirren und Kriege, die im Gefolge der Französischen Revolution und der französischen Expansion in Italien ausbrachen. Allen rastlosen Bemühungen Maria Carolinas zum Trotz war Neapel nie mehr als ein Spielball der europäischen Mächte. Eine eigenständige Außenpolitik konnte das Königreich nicht betreiben. Wie alle gekrönten Häupter ihrer Zeit lehnte Maria Carolina die Französische Revolution leidenschaftlich ab. Aus der einstigen Beschützerin der Freimaurer wurde eine Reaktionärin, die sich dem Kampf gegen die Revolution und den Emporkömmling Napoleon verschrieb. Nennenswerte Erfolge waren der Königin nicht beschieden, auch nicht im Bündnis mit Großbritannien und Österreich. Die Revolution griff auf Neapel über; zweimal musste die Königsfamilie nach Sizilien fliehen. Napoleon installierte seinen Schwager Murat als König von Neapel, während Maria Carolina und Ferdinand ihr Dasein in Palermo fristeten, abhängig von britischem Geld.
Hausmann hat eine ungemein farbige und schwungvoll erzählte Biographie vorgelegt, zu deren Vorzügen nicht zuletzt eine gründliche Kenntnis der süditalienischen Verhältnisse unter dem Ancien Régime und während des napoleonischen Zeitalters zählt. Der schwierige neapolitanische Kontext, mit dem Maria Carolina konfrontiert war, wird mit großer Anschaulichkeit geschildert. Hausmann entwirft das Bild einer Frau, die bei allem Taten- und Gestaltungsdrang letztlich kein echtes politisches Talent besaß und sich zu oft von ihren Leidenschaften übermannen ließ. Selten hat eine Königin so viel Abneigung provoziert; selten hat eine Herrscherin derart viele Feinde gehabt. Am Ende ihres Lebens war Maria Carolina isoliert und ohne Verbündete, sogar in ihrer eigenen Familie. Fortschrittlich gesinnten Kreisen der neapolitanischen Gesellschaft war sie verhasst. Die Briten, die auf Sizilien das Sagen hatten, betrachteten sie als Störfaktor und erzwangen im Frühjahr 1813 ihre Abreise nach Österreich. König Ferdinand rührte keinen Finger für seine Frau. Ihren Verwandten in Wien war die Königin unwillkommen. Den endgültigen Sieg über Napoleon und die Rückkehr der Bourbonen nach Neapel erlebte Maria Carolina nicht mehr - sie starb kurz vor Beginn des Wiener Kongresses.
Hausmann zeigt eine Frau, die mutig und entschlossen, aber nicht immer klug und weise handelte, um die Interessen ihrer Familie und des Königreiches Neapel durchzusetzen. Als Kaisertochter und Kind des Ancien Régime hatte Maria Carolina kein Verständnis für die neue Zeit, die mit der Revolution anbrach. Es entsprach nicht Maria Carolinas Charakter und Persönlichkeit, sich aus der Politik herauszuhalten, wie es ihre Mutter empfohlen hatte. Für ihren Entschluss, selbst politisch aktiv zu werden, zahlte die Königin einen hohen Preis. Ob vor der Revolution oder während der Revolutionszeit - stets wollte sie mehr erreichen, als sie unter den gegebenen Umständen bewirken konnte. Hausmann sieht in Maria Carolinas Tragik auch die Tragik Süditaliens. Revolution und Krieg machten alle Ansätze einer progressiven Entwicklung durch Reformen zunichte. Wie so viele Herrscher, deren Throne im Revolutionszeitalter ins Wanken geraten waren, wünschte sich König Ferdinand nach dem Sieg über Napoleon nur eines - Ruhe. Die Frau, die ihn einst zu Reformen angespornt hatte, lebte nicht mehr. Die sprichwörtliche Rückständigkeit des Mezzogiorno wurde auf lange Zeit hinaus konserviert.(Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im August 2014 bei Amazon gepostet)
- Helga Thoma
Ungeliebte Königin
(24)Aktuelle Rezension von: Susi180Land verschachert; nach persönlichem Glück wurde selten gefragt. Packend und historisch fundiert erzählt Helga Thoma von tragischen Schicksalen, aber auch von starken Frauen, die sich vom Leid nicht brechen ließen.
Die Autorin:
Helga Thoma, geboren 1958 in Klosterneuburg, studierte Romanistik und Germanistik in Wien. Nach mehrjähriger Tätigkeit in der Privatwirtschaft lebt sie seit 1994 als freie Autorin in Klosterneuburg. Von ihr erschienen »Madame, meine teure Geliebte. Die Mätressen der französischen Könige«, »Vom Thron zum Schafott. Das blutige Ende gekrönter Häupter«, »Liebe, Macht, Intrige. Königinnen und ihre Liebhaber«, »Ungeliebte Königin. Ehetragödien an Europas Fürstenhöfen« sowie »Verbrechen aus Staatsräson. Familientragödien an Europas Fürstenhöfen«.
Meine Meinung:
Ich habe mir das Buch vor 2 Jahren gekauft und weiß gar nicht, warum es so lange ungelesen war. Irgendwie hatte ich jetzt aber mehr Lust auf Fakten als auf Fiktion. Und da ich sowieso in der Stimmung war, habe ich es mir gleich geschnappt.
Der Schreibstil der Autorin ist wirklich angenehm. Jedoch sollte man wissen, das hier eine ganze Menge Namen von geschichtsträchtigen Persönlichkeiten auftreten. Auch „Sissi“ ihr Sohn bekommt sein eigenes Kapitel, da selbst er eine tragische Ehe hatte. Man lernt in diesem Buch so viel über die Vergangenheit, ihre Zusammenhänge, politische Auswirkungen und wie Mann und Frau damals zueinander standen. Am Ende des Buches haben wir ausführliche Stammbäume, und die braucht man auch um nicht durcheinander zu kommen. Zudem gibt es hier viele Geschichtszahlen und diese haben mich immer wieder dazu verleitet zu googeln.
Dieses Buch ist ein wahrer Schatz für historisch Interessierte, aber auch für Leser der historischen Romane. Man lernt hier eine Menge auch wenn es kein Buch war, das ich so am Stück lesen konnte. Dafür steckt hier einfach zu viel Information drin. Ich habe mir einige Markierungen gemacht, da es doch vieles gab was mich sehr beeindruckt oder fassungslos gemacht hat. Ich kann das Buch absolut empfehlen, aber man muss beim Lesen schon großes Interesse haben sonst könnte es zu trocken sein.
- Benjamin Black
Alchimie einer Mordnacht
(62)Aktuelle Rezension von: AitutakiChristian Stern, ein junger Prager Gelehrten am Renaissance-Hof Rudolfs II., soll einen Mord an einer Geliebten des Königs aufklären. Aber anstatt den Fall zu lösen, verstrickt er sich immer tiefer in die Intrigen- und Lustspiele rund um den König und dessen Gefolge. Eine spannende Mischung zwischen Kriminalroman und historischer Geschichte, die Benjamin Black erzählt und den Leser so schnell zu begeistern und fesseln mag. Genial finde ich persönlich auch die Auflösung des Falles, die sich auch auf die heutige Zeit adaptieren liesse.
Was ich erst im Nachhinein erfahren habe, dass sich hinter dem Pseudonym Benjamin Black der Irische Autor John Banville verbirgt. Kein Wunder, liesst sich die Geschichte sprachlich so toll und vermag schnell zu fesseln!
Sehr passend zur Geschichte ist auch das Cover gewählt. Man fühlt sich zurückversetzt ins Jahr 1599.
- Ingrid Haslinger
Erzherzogin Sophie
(1)Aktuelle Rezension von: Bellis-PerennisAutorin Ingrid Haslinger versucht das Bild der Sophie von Bayern, die immer wieder als "Schwiegermonster" kolportiert wird, zurecht zu rücken. Sie vertieft sich in den Nachlass und schreibt an Hand dieser umfangreichen Korrespondenz eine Biographie in fünf großen Kapiteln.
Leider wirkt Sophie von Bayern nach wie vor nicht sympathischer auf mich. Obwohl die Bayern durch Napoleons Gnaden die Königswürde erhalten, hasst sie alles Französische. Möglicherweise identifiziert sie sich da mit dem Hause Habsburg. Genauso wie sie es mit dem Katholizismus extrem ernst nimmt, obwohl in ihrer Herkunftsfamilie Religion keine hohen Stellenwert hatte.
Sie äußerst sich abfällig über ihren Mann, den sie für träge und untätig hält. Sie nennt ihren Sohn Franz Joseph noch immer "Bubi", auch als er schon längst als Kaiser über Österreich-Ungarn herrscht.
Der Schreibstil ist ziemlich trocken und verbindet (in meinen Augen) nur die vielen Zitate. Die Chronologie wird nicht immer eingehalten. Haslinger springt öfters durch die Zeit. Wir erfahren Ereignisse frühzeitig. Manches wird auch mehrfach erwähnt, wie z.B. der epileptische Anfall von Maria Annunziata (Karl Ludwigs Gemahlin) während einer Messe (S. 140) und dann gleich wenige Seiten später (S. 149) nochmals.
Auf Seite 44 wird dann der Name der Schauspielerin Therese Krones falsch geschrieben ("Krone" statt "Krones").
Der Klappentext verspricht einen "persönlichen Blick auf die kluge Frau, die sich im Hintergrund hält".
Also insgesamt habe ich mehr von dieser Biographie erwartet. Ich bin weder der Erzherzogin noch der Person Sophie von Bayern näher gekommen. - Gabriele Praschl-Bichler
' Gott gebe, daß das Glück andauere.'. Liebesgeschichten und Heiratssachen im Hause Habsburg.
(3)Noch keine Rezension vorhanden - Sigrid-Maria Größing
'Wir hätten in einem Rosengarten sitzen können'
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Thea Leitner
Habsburgs verkaufte Töchter
(16)Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeowNachdem ich schon „Skandal bei Hof“ ungemein interessant und unterhaltsam fand, wollte ich auch Thea Leitners anderes Buch zum Thema adliger Frauen und deren Schicksal lesen. In „Habsburgs verkaufte Töchter“ geht es um die weiblichen Nachkommen des berühmten Adelsgeschlechts, genauer gesagt um folgende Frauen: Herzogin Kunigunde von Bayern, Margarete von Österreich, Maria von Ungarn, Anna von Österreich, Marie Karoline von Neapel-Sizilien und Leopoldine Brasilien. Alle irgendwie miteinander verwandt innerhalb eine Zeitstrahls von 1465 bis 1826. Sie kennen diese Damen nicht? Nun genau das wollte die Autorin auch ändern, denn obwohl sie in ihrem kurzen oder langen Leben mehr erreicht und vollbracht haben als beispielsweise eine Marie Antoinette, ist es doch immer die dekadente französische Königin an die wir denken, wenn wir den Namen Habsburg hören. Oder an die von Inzucht verunstalteten armen Kreaturen wie Karl II..
So war ich gespannt auf weitere mitreißender Schicksale großer Frauen und hatte dementsprechende Erwartungen. Aber leider muss ich sagen, dass dieses Buch nicht mit „Skandal bei Hof“ mithalten kann. Oft schweift die Autorin von der eigentlichen Person ab und dann geht es erst einmal um die Eltern, den Gatten oder die Eltern des Gatten, nicht aber um die jeweilige Frau um die es in dem Kapitel eigentlich gehen soll. Das ist mir vor allem bei Kunigunde aufgefallen. Stellenweise liest sich das Buch sehr trocken und langweilig, wenn es zu sehr um die Politik geht. Politik ist für mich immer ein schwieriges Thema, weil es mich überhaupt nicht interessiert. Es gehört natürlich in so ein Buch mit rein, nur hat man es für mich hier nicht spannend genug verpackt. Ich fand auch, dass die Politik für das Leben so mancher Prinzessin oder Königin nicht so ausschlaggebend war, dass man ihr in deren Kapiteln so einen großen Teil hätte widmen müssen.
Dennoch habe ich das Buch recht schnell fertig gelesen und das ist auch ratsam, weil man sonst raus ist. Wenn immer wieder alle gleich heißen und etliche Kinder haben, die dann auch wieder gleich heißen, ist es verdammt schwer den Überblick zu behalten. Ein paar abgedruckte Gemälde helfen immerhin, sich ein Bild von den Personen zu machen und auch die anschließende Internetrecherche hat immer Spaß gemacht.
Etwas weniger Spaß gemacht als erhofft, hat mir das Buch. Es war trotzdem ganz interessant zu lesen und dafür gibt es von mir 4 Sterne. - Fritzi von Wahl
Sisi ermittelt – Die Diamanten der Kaiserin
(13)Aktuelle Rezension von: buchverliebtesNordlicht„Sisi ermittelt – Die Diamanten der Kaiserin“ war für mich ein Krimi der etwas anderen Art. Lange Zeit fühlte sich das Buch für mich nämlich weniger wie ein klassischer Kriminalroman an, sondern vielmehr wie ein unterhaltsamer Einblick in das Leben und die Welt rund um Kaiserin Sisi.
Gerade das fand ich gleichzeitig spannend und herausfordernd. Der Roman bewegt sich für mich auf einem schmalen Grat zwischen historischer Figur und der Sisi, wie viele von uns sie aus den berühmten Verfilmungen mit Romy Schneider kennen. Dadurch fiel es mir anfangs etwas schwer, mir die Kaiserin so schlagfertig, eigensinnig und teilweise humorvoll vorzustellen, wie sie hier dargestellt wird.
Mit der Zeit hat genau das aber auch seinen eigenen Charme entwickelt. Die Geschichte liest sich angenehm kurzweilig, immer wieder musste ich schmunzeln und gleichzeitig blieb lange offen, wie die verschiedenen Ereignisse eigentlich zusammenhängen und wer wirklich hinter allem steckt.
Besonders positiv überrascht hat mich, dass ich bis zum Schluss nicht sicher sagen konnte, wer die Täter sind und wie sich alles auflösen wird. Gerade dadurch blieb die Spannung trotz der eher leichten und humorvollen Erzählweise erhalten.
Am Ende ist „Sisi ermittelt“ für mich ein gelungener historischer Wohlfühlkrimi mit einer ungewöhnlichen Ermittlerin, viel Atmosphäre und einer Kaiserin, die als Ermittlerin definitiv ihren ganz eigenen Reiz besitzt.
- Marie V von Österreich
Das Tagebuch der Lieblingstochter von Kaiserin Elisabeth 1878-1899
(14)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerLeider musste ich dieses Buch abbrechen. Dabei ist es eigentlich ein interessantes Thema. „Das Leben am österreichischen Kaiserhof am Ende des 19. Jahrhunderts.“ Noch dazu aus erzherzöglicher Sicht, d. h. die eigentliche Autorin ist die jüngste Tochter von Elisabeth, Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn alias Sissi. Dann hat dieses Buch zu jedem „geschriebenen“ Lebensabschnitt von Marie Valérie; so ihr Name, zahlreiche Abbildungen von Familienmitgliedern und Orten an denen die Kaiserfamilie gelebt oder besucht hat. Am Ende des Buches finden sich zwei ausführliche Stammbäume dieser großen Familie. Ebenso detailliert sind auch die wichtigsten Lebensstationen der Familie zusammengefasst. Die Gründe für den Abbruch waren aber unter anderem der sprachliche Ausdruck. Mir ist bewusst, dass es Abschriften aus Tagebüchern sind, die ungefähr vor 140 Jahren geschrieben wurden. Aber es fällt doch sehr schwer die Konzentration zu halten. Die über 500 Fußnoten, am Ende jeder (!!) Seite verteilt, tragen nicht grade zur Erleichterung bei. Ganz zu schweigen, von den unzähligen Personen die Marie Valérie bzw. ihre Familie getroffen hat und von denen sie dann in ihren Tagebüchern erzählt. Fazit: Es ist eine Biografie und kein Roman. Zum schmökern und nachschlagen aber sehr zu empfehlen! - Thea Leitner
Habsburgs goldene Bräute
(7)Aktuelle Rezension von: Renate1964Thea Leitner beschreibt beispielhaft, wie sehr die Frauen nur Schachfiguren waren und wie gering ihre Befindlichkeit geachtet wurde. Im Mittelpunkt standen Machtgewinn, Geld, dann noch die Religion und alte Fehden. Enge Verwandtschaft war für die Interessen förderlich. Erschreckend ist daneben auch, wie verfälscht das Bild ist, das wir auch heute noch von diesen Persönlichkeiten haben























