Bücher mit dem Tag "habsburg"

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143 Bücher

  1. Cover des Buches Der grüne Palast (ISBN: 9783548613529)
    Peggy Hohmann

    Der grüne Palast

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Laura_M

    "Der grüne Palast" von Peggy Hohmann ist ein Briefroman der historisch Ereignisse aufgreift.

    Wien, 1816: Erzherzogin Leopoldine von Östereich wird mit dem portugiesischen Thronfolger Dom Pedro verheiratet - zu diesem Zeitpunkt im Exil in der Kolonie Brasilien bleibt der Habsburger Tochter nichts anderes übrig als ihrem zukünftigen Ehemann über den großen Ozean zu folgen. Die Beschreibungen des fernen Paradieses erweisen sich jedoch schon bald als Täuschung.

    Obwohl mir Briefromane in der Regel nicht gefallen, fand ich an diesem Buch Interesse. Wir haben sieben Charaktere, die hier die Feder in die Hand nehmen: Erzherzogin Leopoldine; ihre Schwester Marie-Louise, Herzogin von Parma; ihr Vater, Kaiser Franz I.; ihre Gesellschafterin Gräfin Lazansky; deren Schwester Caroline; Fürst von Metternich; der portugiesische Diplomat Marquis von Marialva. Über jeden Brief steht genau von wem für wen.

    Dadurch dass es eine Geschichte in Briefform ist, kann man es wirklich nur als Roman mit historischem Hiteergrund bezeichen, da unklar ist ob und wie weit die Charaktere mit einander geschrieben haben bzw. was dazu gedichtet wurde (Anmerkung: es ist auch nicht als historischer Roman deklariert). Die Autorin erklärt im Nachwort auch noch einmal dass wirklich viel frei erfunden ist, so hat zum Beispiel Caroline gar nicht existiert.

    Trotzallem ist der Rahmen korrekt. Erzherzogin Leopoldine wurde nach Brasilien verheiratet und musste dort mit den neuen Sitten und Gepflogenheiten des Landes/ ihres Ehemannes klarkommen. Im Buch wird sie als willensstark dargestellt. Eine Person, die sich für das Leid der Bevölkerung interessiert hat.

    Fazit: Eine interessante Geschichte mit historischem Rahmen.


  2. Cover des Buches Sisi - Kaiserin wider Willen (ISBN: 9783746638607)
    Allison Pataki

    Sisi - Kaiserin wider Willen

     (89)
    Aktuelle Rezension von: SissyScheible

    Mit meinem Namen kam ich zwangsläufig an diesem Buch nicht vorbei. Jetzt habe ich es gelesen und bin sehr positiv überrascht. Die Sisi, die wir in diesem Buch kennenlernen, ist nicht die kitschige Figur, die wir dank Romy Schneider in unseren Köpfen haben. Sie ist auch kein Übermensch, keine gottgleiche Gestalt, wie manch anderer sie schilderte. Sisi begegnet uns hier als Frau, als Mutter und vor allem als Mensch. Als Mutter hat mich das Buch besonders angesprochen. Was hätte ich getan, wenn man mir meine Kinder genommen hätte? Wenn jemand anderes ihre Erziehung an sich gerissen hätte? Wenn eines meiner Kinder so früh gestorben wäre? Das alles geht auch an der Kaiserin nicht spurlos vorbei. Es zerstört ihre Liebe zu ihrem Mann und ihre Lebensfreude. Wir treffen in diesem Buch eine Kaiserin Elisabeth, die sehr realistisch wirkt und echt. Das perfekte Buch für alle, die sich für die wahre Sisi interessieren.

  3. Cover des Buches Der Sturz des Doppeladlers (ISBN: 9783990500521)
    Birgit Mosser

    Der Sturz des Doppeladlers

     (37)
    Aktuelle Rezension von: awogfli

    Birgit Mosser hat dieses Werk als Trilogie angelegt und deshalb ist es eigentlich unfair, die einzelnen Bände schon zu Beginn abschließend zu bewerten. Im Prinzip kann ich feststellen: Die Gesamtgeschichte hat Potenzial, aber es ist noch nicht absehbar, ob dieses vor allem in der Plotkonstruktion, die mir immer sehr wichtig ist, auch völlig ausgeschöpft werden wird.

    Eines kann man jetzt schon sagen: Die Autorin kann Handlungen und Stimmungslagen der untergehenden Epoche des Habsburgerreichs gut beschreiben. Im ersten Band gibt es zahlreiche Erzählstränge, die das Schicksal von vier Familien beschreiben und die bisher bedauerlicherweise für meinen Geschmack noch viel zu wenig miteinander zu tun haben. Zudem bevölkert eine Unzahl an Personal - Protagonisten wie Nebenfiguren - die Handlung, viele Locations werden bedient, aber es wird recht anständig versucht, trotz der vielen Szenenwechsel möglichst keine Verwirrung zu stiften, sondern eher Struktur zu geben.

    Von der Sprachfabulierkunst ist die Geschichte eher einfach angelegt, keine wortreichen, treffenden politischen und gesellschaftlichen Analysen habe ich gefunden, aber es ist halt auch reichlich unfair von mir, diese zu suchen und gedanklich den Roman automatisch mit dem Oeuvre meines absoluten Lieblingsschriftstellers Joseph Roth zu vergleichen, nur weil er in derselben Zeit mit ähnlichem Figurensetting und Locations operiert.

    Gelungen fand ich auf jeden Fall die Integration kleiner historischer Details und realer Anekdoten in die Handlung, die Otto Normalverbraucher nicht unbedingt so bekannt sind. Zum Beispiel besucht Minnerl aus dem Burgenland ihre Schwester Ernestine in Wien und versorgt die Familie mit sehr dringend gebrauchtem Essen, denn die Wiener hungern schon monatelang. Ernestine steht schon seit Jahren tief in der Schuld von Minnerl, da diese auch ihre Tochter in Neusiedl - respektive ihren ledigen Bastard - vor Ernestines hochangesehenem, strengen und bigotten Ehemann August versteckt hat. Da Ernestine vom Gatten sehr kurzgehalten wird und nicht viel als Kompensation zu bieten hat, macht sie ihrer Schwester eine riesige Freude. Im Kaffeehaus arrangiert sie ein Treffen mit Minnerls Lieblingsschriftsteller Schnitzler, der ihr ein Autogramm mit persönlicher Widmung auf den „zufällig“ mitgebrachten Leutnant Gustl gibt.



    „Schnitzler sieht auf und lächelt versonnen. „Ausgerechnet der Gustl! Wissen Sie, dass mich dieses Büchlein meinen Rang als Oberster der Reserve gekostet hat? Er wurde mir aberkannt, weil …“, er bricht ab und schüttelt den Kopf. „Sprechen wir nicht davon. Das ist lang her.“


    Ebenso an der südlichen Front beim Konflikt mit den Italienern während der Annexion Südtirols werden sehr gut historische Details mit Familienschicksalen verwoben. Leutnant Holzer gerät zum Beispiel wie viele in Kriegsgefangenschaft, weil beim Chaos während der Kapitulation der K&K Armee die Verlautbarungsfristen für den Waffenstillstand nicht berücksichtigt wurden. Die Österreicher haben sich qua Befehl schon ergeben, weil die Kapitulation schon beschlossen war, aber die Italiener sich einen Tag Veröffentlichungsfristen ausbedungen haben. Ein allerletztes Mal wurden die Österreicher geleimt, dieser eine Tag kostet der gesamten Kompanie jahrelange Kriegsgefangenschaft, Folter und Tod. Als Leutnant Holzer durch einen günstigen Umstand von einem Conte kurz vor dem elendiglichen Verrecken gerettet wird, möchte er sich endlich auf den Heimweg zu seiner Familie machen. Als sein Lebensretter ihn nach dem Hotel der Eltern fragt, wird beim Zeigen auf der aktuellen Karte offenbar, sein Haus steht im neuen Südtirol, das sich die Italiener unter den Nagel gerissen haben.

    Auch einen politischen Erzählstrang weist das Werk auf. Ferdinand von Webern arbeitet im Außenministerium in Wien und bringt historisch-diplomatische Hintergründe in den Plot ein. Er kommentiert auch nach Kriegsende sehr treffend und fachkundig die Bildung der neuen Regierung.

    Die ungarisch-burgenländische historische Komponente wird durch das Schicksal der Familie Minnerls abgedeckt und der Bruder von Ferdinand von Werbern gerät an der Ostfront in russische Kriegsgefangenschaft, wird nach Sibirien verschleppt und deckt somit das östliche Reich ab. Der Diplomat von Webern verlangt bei Friedensverhandlungen die Freilassung seines Bruders, aber dieser weigert sich zurückzukehren, denn er will seine Kameraden in Gefangenschaft nicht ohne seine ärztliche Unterstützung zurücklassen.

    So, was fehlt uns noch aus dem ehemaligen Habsburgerreich? Genau! Die Unterschicht und die slowenische Grenze. Diesen Erzählstrang bedient das Dienstmädchen Berta, die auch ledig schwanger wird, dann ihren Bauernsohn Lois kennenlernt, der aus Liebe ihre Schande tilgt und den Bastard Viktor adoptiert. Im Kärtner Elternhaus von Lois sieht die böse Schwiegermutter die neue Patchworkfamilie nicht so entspannt. Eine Intrige nach der anderen wird gesponnen. Bis die kleine Familie vor der bösen Alten nach Wien flüchtet.

    So, Ihr seht also, das Fundament für ein sehr gutes Epos ist zwar gelegt, die unzähligen Figuren auf dem Schachbrett sind bereits aufgestellt und müssen nun in Interaktion zusammenkommen. Warum ich noch so verhalten urteile, ist auch klar. Die Konstruktion der Geschichte hat hohes Potenzial, noch richtig großartig zu werden, wenn die Handlungsstränge wie ein Puzzle konsistent ineinandergleiten. Aber auch die Gefahr einer verwirrenden, zerfledderten Handlung besteht, bei der man irgendwann einmal die Beziehung zu den Protagonisten verliert. Da ich heuer so etwas auch schon bei kürzeren Romanen erlebt habe, bin ich vorsichtig, urteile mit 3,5 Sternen, die ich beim ersten Band vorläufig auch noch sehr streng abrunde. Wenn die derzeitigen Nahtstellen und Umbrüche perfekt ineinander gleiten, werde ich meine Bewertung noch einmal überdenken.

    Eines muss ich auch noch in dieser strengen vorläufigen Beurteilung mitschicken: Birgit Mossers Roman hat mir wesentlich besser als Elena Ferrantes Meine Geniale Freundin gefallen, denn beim Lesen der Saga der italienischen Autorin wusste ich gleich, dass ich die Geschichte nicht weiterverfolgen will, weil sie mich gar so genervt hat.

    Fazit:
    Ich bin sehr gespannt, wie es mit den Familien weitergeht, werde fortfahren und davon berichten.         

           

                      

             

             


  4. Cover des Buches Die letzte Prinzessin (ISBN: 9783458176831)
    Martin Prinz

    Die letzte Prinzessin

     (27)
    Aktuelle Rezension von: krimielse
    Das Buch "Die letzte Prinzessin" von Martin Prinz schildert das ereignisreiche Leben der letzten Habsburger Prinzessin Elisabeth vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts. Es ist ein Roman, keine Biografie, und daher kein vollständiger Lebensbericht und auch nicht chronologisch aufgebaut. Elisabeth Petznek alias Prinzessin Elisabeth, alias die "rote Prinzessin" ist die Tochter von Kronprinz Rudolf, beeinflusst und erzogen von ihrem Großvater Kaiser Franz Joseph, wuchs in Glanz und Gloria der Donaumonarchie auf. Aus den kühlen familiären Verhältnissen ihrer Jugend, geprägt vom frühen und geheimnisvollen Tod ihres Vaters Kronprinz Rudolf, vom Großvater als mögliche Erbin herangezüchtet, heiratet sie gegen dessen Willen früh und unter ihrem Stand, verbunden mit dem Verzicht auf jegliche Ansprüche auf den Thron. Nach unglücklicher Ehe und den Schrecken des Ersten Weltkrieges, die sie zwar spürte, aber keinesfalls wie die übrige österreichische Bevölkerung hungernd durchleiden musste, wendet sie sich den Sozialdemokraten zu und heiratet 1948 Leopold Petzek, einen Sozialdemokraten, Lehrer und langjährigen Weggefährten. Die Geschichte beginnt mit dem Tod der 80jährigen Elisabeth Petznek 1963 in Wien und ist über weite Passagen aus der Sichtweise ihres Portiers Paul Mesli erzählt. Parallel dazu erinnert man sich als Leser gemeinsam mit dem alten Portier an Elisabeths Jugend, so wie sie ihm davon erzählt hatte. Für mich überraschend wurde den Tagen nach dem Tod der Prinzessin und dem Bericht des Portiers darüber viel Raum eingeräumt, auch am Ende des Romanes findet der Autor den Weg dorthin zurück. Durch für meinen Geschmack zu viele Wiederholungen verlor sich die Geschichte hier zu sehr. Viele rückblickend betrachtete Ereignisse in Elisabeths Leben sind unter der Voraussetzung beschrieben, dass man einigermaßen sattelfest in der Habsburger Familiengeschichte ist - ich musste hier einiges nachschlagen bezüglich Verwandschaftsverhältnissen und historischen Ereignissen, an denen sich der Autor ohne näher darauf eingeht entlang hangelt. Die ausführlicher beschriebenen Begebenheiten sind eher familiärer Natur, teilweise verflochten mit ziemlich banalen Gedanken. Das gibt dem Ganzen zwar einen recht persönlichen und familiären Touch, andererseits ist es mir unmöglich nachzuvollziehen, was Dichtung und was Wahrheit entspricht. Bei letzteren stört mich ehrlich gesagt auch die kindlich-naive Sprache, die so ganz verschieden von der recht sachlichen (und mir teilweise zu verschachtelten) Sprache ist, mit der Ereignisse und Hintergründe angetippt werden. Ich habe manchmal das Gefühl, zwei Bücher zu lesen. Ein stichpunktartiges Sachbuch und einen (für mich ehrlich gesagt recht banalen) Roman über einen alten Portier und eine Prinzessin. Nach sehr gut geschriebenen Passagen in der zweiten Hälfte des Buches, wie zum Beispiel Hergang des Attentates auf den österreichischen Ministerpräsident Stürgkh und die Person des Friedrich Adler, der sich von der als opportunistisch dargestellten Sozialdemokratie abwendet, wird die Zeit zwischen den Weltkriegen leider gar nicht angesprochen, statt dessen findet der Autor wieder zu Portier Muesli und seinen Gedanken zurück. Das Buch hat mich leider nicht wirklich abholen können. Es ist eine in meinen Augen nicht gut gelungene Mischung aus historisch belegter Biografie, den Erinnerungen eines Wegbegleiters und einem schwülstigen Schmöker, letzteres ist so gar nicht mein Metier, besonders wenn Inhalt und Sprache sehr seicht sind.
  5. Cover des Buches Blut und Silber (ISBN: 9783426638361)
    Sabine Ebert

    Blut und Silber

     (167)
    Aktuelle Rezension von: lille12

    Cover: Das Cover zeigt neben der jungen Frau (was ja irgendwie schon typisch für Historische Romane ist) im unteren Bereich eine brennende Stadt. Da "Blut und Silber" generell viel Krieg bot und es immer darum ging, Städte (wieder) für sich zu gewinnen, finde ich es sehr passend.

     

    Meinung: Ich stehe auf historische Romane und auf die Hebammen-Saga von Sabine Ebert. Eigentlich habe ich nur ein Buch gesucht, welches ich dazwischen schieben kann, bis Jane und ich am Montag unsere 12 Momente beginnen. Weit gefehlt. Erst war ich überrascht als mein Kindle plötzlich 12 Stunden Lesezeit anzeigte, dann habe ich gelesen und gelesen und gelesen. Auch da war ich wieder überrascht - Wie konnte mich das Buch so mitreißen? Und warum habe ich geschafft, mich ständig wieder an das Schicksal von Marthe und Christian zu erinnern, auch wenn davon gerade nicht die Rede war?

    Wieder einmal hat Sabine Ebert mich vollends überzeugt und es geschafft, ihrer Hebammen-Saga einen gebührenden Abschied zu schenken.

    Blut und Silber zählt eigentlich nicht zur Hebammen-Saga, meiner Meinung nach ist es aber empfehlenswert, diese  vorher oder gar nicht zu lesen, weil man sonst zu viel über das Schicksal von Marthe und Christian erfährt.

    Besonders gefallen hat mir das ausführliche Nachwort, in dem die Autorin aufzeigt, dass nahezu alles, was sie geschrieben hat, tatsächlich so passiert ist. Die gründliche Recherche überzeugt mich immer wieder. 

    Jetzt aber mal näher zum Buch. Natürlich sind mir Änne und Sibylla gleich ans Herz gewachsen, als ich das erste Mal ihre Namen gelesen habe - beide hatten ein schweres Schicksal zu tragen ehe sie sich kennenlernten. 

    Ich mochte auch die Art von Markus (in den ich mich selbst hätte verlieben können) und von Ulrich von Maltitz sehr gern. Die Charaktere sind nicht aalglatt und haben immer wieder Rückschläge zu verkraften. Auf unerklärliche Weise war mir der Medicus total unsympathisch. 

    So jetzt werde ich das Buch erst einmal etwas sacken lassen - es wurde nämlich eben erst beendet.

     

    Fazit: Schon für die gründliche Recherche hätte Sabine Ebert viele Preise verdient. Diese historischen Ereignisse dann noch in einen so fulminanten Roman zu packen, kann nicht leicht gewesen sein und ich spreche an dieser Stelle meinen ganzen Respekt aus. Natürlich spielt immer auch etwas Schicksal dazu, aber ohne wäre es ja langweilig, oder?

    5 von 5 Mäxchen!

     

    Apropos... Der lässt in den nächsten Tagen bestimmt auch noch etwas von sich hören. Momentan verdaut er noch "Blut und Silber".



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  6. Cover des Buches Ich, Maximilian, Kaiser der Welt (ISBN: 9783596198191)
    Peter Prange

    Ich, Maximilian, Kaiser der Welt

     (81)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Das Buch ist sehr interessant, allerdings zuweilen etwas langatmig. So geht es viele Seiten lang um das Herzogtum und weniger um Maximilians Weg zum Kaiser. Wie dieser es zu seinem Ziel bringen konnte ist mir ob der vielen Pleiten, Pech und Pannen ein Rätsel. 3,5 🌟

  7. Cover des Buches Alchimie einer Mordnacht (ISBN: 9783462049190)
    Benjamin Black

    Alchimie einer Mordnacht

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Aitutaki

    Christian Stern, ein junger Prager Gelehrten am Renaissance-Hof Rudolfs II., soll einen Mord an einer Geliebten des Königs aufklären. Aber anstatt den Fall zu lösen, verstrickt er sich immer tiefer in die Intrigen- und Lustspiele rund um den König und dessen Gefolge. Eine spannende Mischung zwischen Kriminalroman und historischer Geschichte, die Benjamin Black erzählt und den Leser so schnell zu begeistern und fesseln mag. Genial finde ich persönlich auch die Auflösung des Falles, die sich auch auf die heutige Zeit adaptieren liesse.


    Was ich erst im Nachhinein erfahren habe, dass sich hinter dem Pseudonym Benjamin Black der Irische Autor John Banville verbirgt. Kein Wunder, liesst sich die Geschichte sprachlich so toll und vermag schnell zu fesseln!


    Sehr passend zur Geschichte ist auch das Cover gewählt. Man fühlt sich zurückversetzt ins Jahr 1599. 

  8. Cover des Buches Die Luftvergolderin (ISBN: 9783709979167)
    Jeannine Meighörner

    Die Luftvergolderin

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Jeannine Meighörner ist ein Fan von historischen Frauengestalten und porträtiert diese auch regelmäßig. Diesmal hat es ihr Anna von Böhmen und Ungarn „angetan“. 

    Die Vita der jungen Anna ist abenteuerlich genug. In der sogenannten „Doppelhochzeit von Wien“ heiratet sie 1515 als Zwölfjährige den 56-jährigen Kaiser Maximilian und zieht mit ihm in die Residenz nach Innsbruck. Nach seinem Tod 1519 ist sie nach wie vor unberührt und soll, wie es im Heiratskontrakt vorgesehen ist, eigentlich Maximilians Enkel Ferdinand heiraten. Doch der hat zunächst andere Pläne. Anna ist ein wenig anders als die üblichen Bräute, die man aus dynastischen Gründen verheiratet. Sie nimmt das Heft selbst in die Hand und engagiert Hans Maler, einen Porträtmaler aus Schwaz. Er soll ein Abbild schaffen, das ihr einen neuen Ehemann bringt. Nach einigem hin und her, nimmt sie dann Ferdinand doch zur Gemahlin. Noch weiß das junge Paar nicht, was das Schicksal für sie bereit hält. Wieder erwarten wird die Ehe glücklich und mit 15 Kindern gesegnet, von denen 12 das Erwachsenenalter erleben. Auch im Privatleben ist sie eine unkonventionelle Frau. Sie stillt und erzieht ihre Kinder selbst. 

    Anna hat ein reges Interesse an den Regierungsgeschäften und ist ihrem Mann eine gute Ratgeberin. Dass Ferdinand 1558 nach dem Verzicht seines Bruders Karl V., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wird, erlebt sie nicht mehr. Sie stirbt im Jänner 1547 nach der Geburt ihrer Tochter Johanna im Kindbett. Ferdinand lässt sie im goldenen Kleid, das sie damals auf dem Brautbild getragen im Prager Veitsdom bestatten.  

    Hans Maler begleitet Anna und Ferdinand lange Jahre als Hofmaler und verschwindet auf einer Reise nach Ulm spurlos.  

    Meine Meinung: 

    Der ungewöhnliche Titel „Luftvergolderin“ passt wunderbar zu diesem historischen Roman. Zum einem stammt Hans Maler aus einer Vergolder-Familie und zum anderen sind goldblonde Locken und mit Goldfäden durchwirkte Stoffe modern. Alles Gold also! 

    Gut gelungen ist die Beschreibung der „kleinen Ungarin“ wie sie von Hans Maler genannt wird aus seiner, der Maler-Sicht. So erfahren wir viele Details der herrschaftlichen Kleidung und des opulenten Schmucks. Dann wechselt die Perspektive und das Hofleben rückt in den Fokus. Hier kann der Leser das steife Hofzeremoniell miterleben und nach einem weiteren Wechsel erhalten wir Einblicke in Annas Leben als Ehefrau und Mutter. 

    Der Schreibstil ist abwechslungsreich und amüsant. Die bildhaften Darstellungen lassen die Hofburg zu Innsbruck gleich dreidimensional auferstehen.  

    Die historischen Details sind in der Geschichte schön verpackt (um nicht zu sagen versteckt). So erfahren wir, dass Anna und ihr Bruder Ludwig aus rein dynastischen und Bündnispolitischen Gründen verheiratet werden. In der Doppelhochzeit, die von ihr Vater Vladislav II. von Böhmen und Ungarn gemeinsam mit Maximilian I., eingefädelt wurde, heiraten Anna und ihr neunjähriger Bruder Ludwig das Geschwisterpaar Ferdinand von Habsburg und die ebenfalls neunjährige Maria von Habsburg, beides Enkel von Maximilian. Ziemlich vorausschauend, denn wenn Vladislav stirbt, kommen Böhmen, Mähren und Kroatien ins Haus Habsburg. Egal ob über Ludwig oder Anna. 

    So wird auch die Schlacht bei Mohács von 1526, in der ihr Bruder stirbt, und die erste Belagerung Wiens 1529 durch die Türken in den Roman eingeflochten. Nach dem Tod Ludwigs ist Ferdinand durch Anna König von Böhmen und Ungarn.  

    Anders als im Buch verschwindet Hans Maler in Wirklichkeit nicht, sondern stirbt 1520 in Schwaz. 

    Interessant ist auch der Epilog, denn der erzählt die Geschichte des Brautbildes weiter, das auch die NS-Zeit überstanden hat, nachdem es in den Besitz einer jüdischen Familie gekommen ist. Da hätte ich mir eine ausführlichere Geschichte erhofft.  

    Fazit: 

    Ein opulenter historischer Roman, der das Leben der Anna von Ungarn, die als Kind getreu dem Motto „bella gerant alii tu felix Austria nube“. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich ausführlich mit den Frauen der Habsburger beschäftigen möchte. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

  9. Cover des Buches Maria Theresia (ISBN: 9783406697487)
    Barbara Stollberg-Rilinger

    Maria Theresia

     (7)
    Aktuelle Rezension von: kurti66

    Stollberg-Rilinger präsentiert uns in ihrer wuchtigen und voluminösen Biographie  eine Frau, die zeit Ihres Lebens für ihre Macht, ihre Familie, ihr Haus und ihr persönliches Glück kämpfen musste. Von sich und ihrer Bestimmung überzeugt, aber mit dem 'Makel' des weiblichen Geschlechts belastet,  wirkt ihr ständiger  Kampf fast schon prae-feministisch; doch bleibt sie auch ein Leben lang im engen Korsett einer strengen  katholischen Erziehung und absolutistischen Gesinnung gefangen und damit ein Kind ihrer Zeit. Der Geist der Aufklärung war ihr stets suspekt. Auch waren ihr die Nöte des einfachen Volkes  mehr oder weniger gleichgültig.  Trost  und Erlösung fand sie nur im Glauben, den Beistand Gottes suchte sie  im strengen Gebet und überkommenen Ritualen.  

    Die Biographie ist durch ihre Detailverliebtheit mitunter langatmig und liest sich - besonders bei den Bemühungen der Kaiserin um das Wohl ihrer Familie - wie ein Auszug aus der 'Bunten' bzw. anderer Gossip-Magazine.

    Schwach ist Stollber-Rilinger bei der Schilderung der zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen des Hauses Habsburg mit Preußen. So nimmt der 7-jährige Krieg gerade mal 50 Seiten in ihrem Werk ein. Man merkt auf fast jeder dieser Seiten das Unbehagen der Autorin, den Krieg als legitime Form der Konfliktlösung der damaligen Zeit zu akzeptieren und entsprechend zu beschreiben. Der Krieg wird als quasi  Unwetter geschildert, das man hinnehmen muss und am Ende ist man froh, wenn es vorbei ist. Diese Haltung disqualifiziert sie aber als  bedeutende Historikerin.         

     

  10. Cover des Buches Der Untergang der Habsburgermonarchie (ISBN: 9783709970669)
    Hannes Leidinger

    Der Untergang der Habsburgermonarchie

     (10)
    Aktuelle Rezension von: TochterAlice
    ist ein Schlager, der aus meiner Sicht kein Gehalt hat, es wird einfach etwas dahingesagt. Damit stellt er das Gegenteil zum vorliegenden Werk zum Untergang der Habsburgermonarchie dar. Die Welt der Habsburger ist nämlich sehr wohl untergegangen und zwar nicht nur aus einem Grund, sondern aus mindestens sieben (hauptsächlichen) Gründen, wie das Fazit am Ende der Ausführungen belegt. Doch es gibt viel "dazwischen", also vieles, das dazu beitrug und überaus lesenswert ist.

    Dem Autor Hannes Leidinger fehlt die Leichtigkeit vieler angelsächsischer Autoren, die es fertig bringen, ein historisches Sachbuch wie einen spannenden Roman zu formulieren, den man nicht aus der Hand legen kann. Hier habe ich mich mit der zweifellos sowohl interessanten, auch aufschlussreichen und Neues offenbarenden Lektüre ziemlich schwer getan, denn spannend war sie ganz gewiss nicht. Zumindest nicht aus meiner Sicht.

    Und das, obwohl grandiose Ansätze durchaus vorhanden waren, wie zum Beispiel gleich zu Beginn des Buches die Darstellung der realen Ereignisse aus der Sicht von Ulrich, der Hauptfigur in Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften", also einem fiktiven Kind der Zeit. Doch Einflüsse germanischer Gründlichkeit haben eindeutig überwogen und machen das Werk zu einem ausführlichen und überaus fundierten Werk über die Habsburgermonarchie, zu einem modernen Werk, das Ursachen, Einflüsse und Entwicklungen prüft und in Frage stellt.

    Ein wirklich wichtiges Werk der neuesten Geschichtsschreibung also, das jeder Historiker, der sich mit diesem Thema beschäftigt zur Hand nehmen sollte. Und nicht nur einmal. Denn es hat das Zeug zu einem Handbuch der österreichischen Geschichte, also zu einem Werk, das Kenner und Schätzer nicht wieder aus dem Regal lassen sollten. Und sicher auch das Zeug dazu, ausgiebig diskutiert zu werden, also ein Werk, das jahrzehntelang nachhallen wird. Mindestens.

    Für Laien ist es eher nichts, außer für solche, die sich sehr für die Habsburger und für österreichische Geschichte interessieren und auch schon einige Vorkenntnisse haben. Andere werden sicher enttäuscht sein und das wäre schade angesichts eines so sach- und fachkundigen Werkes.
  11. Cover des Buches Die schöne Philippine Welserin (ISBN: 9783839213513)
    Brigitte Riebe

    Die schöne Philippine Welserin

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Tine13

    Die Augsburger Patriziertochter Philippine Welser sieht auf ihr ereignisreiches Leben zurück. Die bürgerliche Kaufmannstochter trifft 1556 bei einem Aufenhalt in Böhmen auf den Kaisersohn Erzherzog Ferdinand II. von Habsburg. Die beiden jungen Leute verlieben sich und verbinden sich durch eine heimliche Trauung. Doch schon vor der Hochzeit gibt es einen heimtückischen Giftanschlag auf die Braut. Philippine wird von diesem Erlebnis geprägt und ihre Ängste werden nicht unbegründet sein, wie sie uns in ihrem Tagebuch mitteilt! 

    Die Autorin Brigitte Riebe erweckt in ihrem Buch „Die schöne Philippine Welserin“ eine sehr spannende und interessante Frauengestalt der Spätrenaissance zum Leben. Philippine genannt Pippa, hat geschafft was damals unvorstellbar war, als Bürgerliche hat sie einen hochgestellten Adeligen geheiratet, doch zu ihrem großen Unglück durfte davon niemand wissen! Diese Abmachung trägt einen großen Anteil an ihrem Seelenfrieden und der Konstellation ihres Familienlebens bei. Kurz vor ihrem Ende erzählt uns Pippa ihre ziemlich "Gift-getränkte Lebens- und Liebesgeschichte", teils natürlich auch fiktiv, aber immer spannend. Die Autorin beherrscht es den Leser zu faszinieren, die Zeit und ihre historische Fassade gekonnt darzustellen. Gelungen recherchiert und toll dargeboten ist auch die Heil- und Kräuterkundigkeit in Kombination mit den einzelnen Kapiteln. 

    Mein Fazit: Da ich die Darstellung interessanter historischer Personen sehr liebe, war das genau der richtige Roman für mich:) Gelungene Unterhaltung kombiniert mit Geschichtswissen! Liest sich großartig:)

  12. Cover des Buches Elisabeth Petznek (ISBN: 9783222150708)
    Michaela Lindinger

    Elisabeth Petznek

     (9)
    Aktuelle Rezension von: SternchenBlau

    Elisabeth Petznek hätte Kaiserin werden können. Doch dann verknallt sie sich in einen niedrigen Adligen, der von ihr zwar nichts wissen will, aber voller Sturheit setzt sie ihren Großvater Kaiser Franz Joseph so lange unter druck, bis ihr Liebesobjekt nicht mehr nachgeben kann – für den sie sogar auf den Thron verzichtet. Wenn Ihr denkt, das hören die aberwitzigen Verwicklungen ihres Lebens auf, weit gefehlt.

    Michaela Lindinger schildert „Erzherzogin Erzis“ Lebensgeschichte spannend, spritzig und lebensnah. Dabei wird auch die österreichische Geschichte von den letzten Jahren der Monarchie, über 1. Weltkrieg, Republik, den sogenannten „Anschluss ans Reich“ und die Zeit nach 1945 lebendig. Weil Elisabeth Petznek später eine überzeugte Sozialdemokratin wurde – ihren Hang zu mondänen Luxus hat das allerdings keinen Abbruch getan – wurden auch Akteur*innen aus der Partei besonders beleuchtet. Das fand ich gerade als Deutsche nochmal extra spannend.

    Lindinger schafft es, die ganze Ambivalenz von Elisabeth Petznek zu schildern. Ihre Arroganz und ihr Klassismus werden nicht beschönigt, da machte sie sogar vorm Schusswaffengebrauch nicht halt. Trotzdem gelingt es Lindinger sie in all ihrer Faszination vorzustellen. Ein Aspekt hat mich aber beim Lesen gestört: Petznek hatte einen sehr starken Hang zum Okkultismus. Und wenn es darum im Buch geht, dann scheint auch bei der Autorin eine große Faszination dafür durch. Das fand ich – gerade weil ich esotherische Strömungen durchaus auch gefährlich finde, dann irgendwie unangebracht und auch unangenehm.

    Eine faszinierendes Leben, spannend und spritzig geschrieben. Die Darstellungen über Petzneks Hand zum Okkultismus fand ich aber unpassend. 4 von 5 Sternen.

  13. Cover des Buches Ungeliebte Königin (ISBN: 9783492995344)
    Helga Thoma

    Ungeliebte Königin

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Susi180

    Land verschachert; nach persönlichem Glück wurde selten gefragt. Packend und historisch fundiert erzählt Helga Thoma von tragischen Schicksalen, aber auch von starken Frauen, die sich vom Leid nicht brechen ließen. 


    Die Autorin:

    Helga Thoma, geboren 1958 in Klosterneuburg, studierte Romanistik und Germanistik in Wien. Nach mehrjähriger Tätigkeit in der Privatwirtschaft lebt sie seit 1994 als freie Autorin in Klosterneuburg. Von ihr erschienen »Madame, meine teure Geliebte. Die Mätressen der französischen Könige«, »Vom Thron zum Schafott. Das blutige Ende gekrönter Häupter«, »Liebe, Macht, Intrige. Königinnen und ihre Liebhaber«, »Ungeliebte Königin. Ehetragödien an Europas Fürstenhöfen« sowie »Verbrechen aus Staatsräson. Familientragödien an Europas Fürstenhöfen«. 


    Meine Meinung:

    Ich habe mir das Buch vor 2 Jahren gekauft und weiß gar nicht, warum es so lange ungelesen war. Irgendwie hatte ich jetzt aber mehr Lust auf Fakten als auf Fiktion. Und da ich sowieso in der Stimmung war, habe ich es mir gleich geschnappt. 


    Der Schreibstil der Autorin ist wirklich angenehm. Jedoch sollte man wissen, das hier eine ganze Menge Namen von geschichtsträchtigen Persönlichkeiten auftreten. Auch „Sissi“ ihr Sohn bekommt sein eigenes Kapitel, da selbst er eine tragische Ehe hatte. Man lernt in diesem Buch so viel über die Vergangenheit, ihre Zusammenhänge, politische Auswirkungen und wie Mann und Frau damals zueinander standen. Am Ende des Buches haben wir ausführliche Stammbäume, und die braucht man auch um nicht durcheinander zu kommen. Zudem gibt es hier viele Geschichtszahlen und diese haben mich immer wieder dazu verleitet zu googeln. 


    Dieses Buch ist ein wahrer Schatz für historisch Interessierte, aber auch für Leser der historischen Romane. Man lernt hier eine Menge auch wenn es kein Buch war, das ich so am Stück lesen konnte. Dafür steckt hier einfach zu viel Information drin. Ich habe mir einige Markierungen gemacht, da es doch vieles gab was mich sehr beeindruckt oder fassungslos gemacht hat. Ich kann das Buch absolut empfehlen, aber man muss beim Lesen schon großes Interesse haben sonst könnte es zu trocken sein. 

  14. Cover des Buches Habsburg (ISBN: 9783406706530)
    Pieter M. Judson

    Habsburg

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Andreas_Oberender

    Wenn ein Staat zerfällt und untergeht, dann ist die Versuchung groß, die Geschichte dieses Staates von seinem Ende her zu deuten. Noch größer ist die Versuchung, im Scheitern den Beweis dafür zu sehen, dass der betreffende Staat auf lange Sicht gar nicht überlebensfähig gewesen sei und "zwangsläufig" habe untergehen müssen. Kaum ein anderer Staat der europäischen Geschichte ist so sehr mit dem Stigma des "unausweichlichen" Scheiterns behaftet wie jenes Gebilde in Ostmitteleuropa, das wahlweise als Habsburgerreich, als Donaumonarchie oder – bezogen auf die Zeit von 1867 bis 1918 – als Österreich-Ungarn bezeichnet wird. Nach dem Ersten Weltkrieg herrschte weithin Einigkeit: Die Habsburgermonarchie war untergegangen, weil sie als Vielvölkerreich im Zeitalter des Nationalstaats "historisch überholt" war, ein Anachronismus, ein Relikt aus vormodernen Zeiten. Die These vom "unvermeidlichen" Untergang des Habsburgerreiches war umso plausibler, als zeitgleich mit Österreich-Ungarn auch zwei andere Vielvölkerreiche zerfielen, das zarische Russland und das Osmanische Reich. Unerbittlich, so schien es, hatte die Geschichte ihr Urteil gefällt: Multiethnische Reiche besaßen keinen Platz mehr in der modernen Welt. Der Nationalstaat mit einer ethnisch möglichst homogenen Bevölkerung galt nach dem Ersten Weltkrieg endgültig als optimale, wenn nicht gar als einzig "zulässige" Staatsform für die Völker Europas.

    Der amerikanische Historiker Pieter Judson wendet sich mit seinem Buch gegen die langlebige Tradition, das Habsburgerreich zu pathologisieren und zum Inbegriff politisch-wirtschaftlicher Rückständigkeit zu stilisieren. Zwar endet auch Judsons Buch mit dem Zerfall der Habsburgermonarchie im Herbst 1918, aber dieser Zerfall erscheint nicht als längst überfälliger Endpunkt eines jahrzehntelangen Siechtums. Als der Weltkrieg im Sommer 1914 ausbrach, steckte Österreich-Ungarn nicht in einer existenzgefährdenden Krise, wie Judson betont. Erst die Belastungen des Krieges erschütterten das Reich so sehr, dass es sich Ende 1918 binnen weniger Wochen auflöste. Nicht der Untergang der Monarchie steht bei Judson im Vordergrund, sondern die Frage, wie sich das multiethnische Reich der Habsburger im 18. und 19. Jahrhunderte entwickelte und warum es so lange erfolgreich "funktionierte". Drei große Themenkomplexe beherrschen das Buch: Die Entwicklung des Staates und seiner Institutionen (Verfassungsordnung, Verwaltung), das Verhältnis zwischen Staat und Gesellschaft und schließlich die Nationalitätenproblematik. Judson spannt einen Bogen von den Reformen Maria Theresias Mitte des 18. Jahrhunderts bis hin zur Gründung der ostmitteleuropäischen Nachfolgestaaten, die aus dem Habsburgerreich hervorgingen. Judson begleitet den habsburgischen Länderkomplex auf seinem Weg vom absolutistisch regierten Fürstenstaat der Vormoderne zum modernen Verfassungsstaat des Industriezeitalters. Er zeichnet die Entwicklung von der Stände- und Untertanengesellschaft zur Klassen- und Bürgergesellschaft nach, und er analysiert, welche Wirkungen Nationalismus und Nationalbewegungen im Habsburgerreich entfalteten.

    Wer das Buch zur Hand nimmt, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass es kein zum Schmökern gedachtes "Lesebuch" ist. Der weitgespannte chronologische Rahmen und Judsons Bemühen, allen Regionen und Völkern des Habsburgerreiches gleichermaßen gerecht zu werden, machen das Buch zu einer anspruchsvollen Lektüre. Neben Judsons eigenen Vorarbeiten ist auch die umfangreiche internationale Forschung zur Geschichte des Habsburgerreiches in die Darstellung eingeflossen. Das Buch ist eher analysierend als erzählend angelegt. Informationen zur Ereignisgeschichte sind auf ein Minimum beschränkt. Einen anekdotenreichen und kurzweiligen Spaziergang durch anderthalb Jahrhunderte habsburgischer Geschichte darf der Leser nicht erwarten. Judson stellt das Reich bzw. Imperium in den Mittelpunkt der Darstellung. Der habsburgische Länderkomplex war von alters her eine sogenannte Kompositmonarchie, ein Konglomerat von Territorien, das bis Mitte des 18. Jahrhundert allein von der Dynastie zusammengehalten wurde. Maria Theresia und ihr Sohn, Joseph II., nahmen das große Werk der bürokratischen Zentralisierung und Vereinheitlichung in Angriff, das mehrere Generationen von Herrschern, Ministern und Beamten beschäftigen sollte. Verwaltung, Justiz und Bildungswesen dienten als Instrumente für eine stärkere Integration des Vielvölkerreiches. Wie Judson immer wieder hervorhebt, strebten die Habsburger nie danach, die Nationalitäten der Monarchie zu einem sprachlich und kulturell homogenen Volk zu verschmelzen. Sie begnügten sich mit der administrativen Vereinheitlichung ihrer Länder, während das Recht der einzelnen Völker auf Pflege ihrer Sprachen und Kulturen unangetastet blieb. Ein unparteiischer Verwaltungsapparat, Rechtsstaatlichkeit und Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz (Allgemeines Gesetzbuch von 1811) sowie das Bekenntnis zur "Einheit in Vielfalt" waren die Grundlagen, auf denen das Reich bis zuletzt ruhte.

    Erschütterungen wie die napoleonischen Kriege und die Revolution von 1848 überstand das Habsburgerreich unbeschadet. Judson verweist immer wieder auf die Anpassungs- und Entwicklungsfähigkeit des Reiches, auf die Flexibilität und Reformbereitschaft der einzelnen Herrscher und ihrer Regierungen. Die Suche nach konstruktiven Lösungen für neue Probleme und Herausforderungen hörte niemals auf, mochte die Komplexität der Verhältnisse im Vielvölkerreich auch bisweilen entmutigend wirken. Selbst die Ära Metternich war keine Zeit bleierner Stagnation wie traditionell behauptet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lösten das Parlament, tatkräftige Kommunalverwaltungen und zivilgesellschaftliche Kräfte die Krone als Impulsgeber für die Weiterentwicklung und Modernisierung der Monarchie ab. Viele Leser dürfte es überraschen, dass Judson die Bedeutung des Nationalismus eher gering einschätzt. Aus Judsons Sicht war es nicht die Nationalitätenproblematik, die dem Reich zum Verhängnis wurde. Die Frage, wer die Träger des Nationalismus waren und welche Wirkung der Nationalismus im politischen Tagesgeschäft und im Alltagsleben entfaltete, nimmt in der zweiten Hälfte des Buches breiten Raum ein. Die Beziehungen zwischen dem tonangebenden "Staatsvolk" der Deutschösterreicher auf der einen und den Ungarn sowie Slawen auf der andere Seite waren nicht spannungsfrei. Während der langen, scheinbar endlosen Herrschaft Kaiser Franz Josephs kam es jedoch nie zu Konflikten, die das Reich hätten sprengen können. Im Gegenteil: Wie Judson an vielen Beispielen zeigt, wurde das Imperium im ausgehenden 19. Jahrhundert über ethnische und nationale Trennlinien hinweg nicht etwa als Völkergefängnis wahrgenommen, sondern als "Beschützer" der in seinen Grenzen lebenden Völker. Peripheren Regionen wie Galizien und Bosnien-Herzegowina bot die Zugehörigkeit zur Donaumonarchie die Chance auf Teilhabe an der europäischen Moderne. Der übernationale Habsburgerstaat galt als Garant für Frieden und Stabilität, zivilisatorischen Fortschritt und wirtschaftliche Prosperität. Als er Ende 1918 die Ansprüche und Erwartungen der Nationalitäten nicht mehr erfüllen konnte, brach er zusammen. Die Loyalität der vielen Volksgruppen gegenüber dem Reich, lange Zeit der wichtigste Aktivposten der Habsburger, hatte sich in den vier zermürbenden Kriegsjahren verbraucht.

    Pieter Judson stellt viele liebgewonnene Vorurteile und Klischees über die Habsburgermonarchie in Frage. Er hebt die positiven Leistungen und Errungenschaften des Reiches hervor, die Fähigkeit zur Integration vieler Völker, Kulturen und Religionen. Gleichzeitig schließt sich Judson einem Forschungstrend an, der die Brisanz des Nationalismus in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg geringer einschätzt, als es lange Zeit der Fall war. Auch in Österreich-Ungarn war der Nationalismus im Wesentlichen eine Herzensangelegenheit von Berufspolitikern und Intellektuellen. Große Teile der Bevölkerung, vor allem die Bauern, waren für nationale Leidenschaften unempfänglich. So wichtig es auch ist, die vermeintlich zentrale, alles beherrschende Stellung des Nationalismus im Europa des 19. Jahrhunderts zu hinterfragen, so drängt sich doch bisweilen der Eindruck auf, dass Judson mit seiner Verharmlosung des Nationalismus zu weit geht. Es ist irritierend, dass Judson die Beziehungen zwischen Österreich-Ungarn und den Balkanstaaten am Vorabend des Ersten Weltkrieges gänzlich ausblendet. Ausgehend von ihren neugegründeten Nationalstaaten strebten die Serben und Rumänen nach der "Befreiung" ihrer auf habsburgischem Boden lebenden Landsleute. Damit stellten sie die territoriale Integrität des Habsburgerreiches in Frage. Judson konzentriert sich zu sehr auf die Binnenverhältnisse in der Donaumonarchie. Es hätte nicht geschadet, wenn er das Reich stärker in europäischen Zusammenhängen verortet hätte. Der interne Nationalismus mag für das Reich weniger bedrohlich gewesen sein, als lange angenommen; der externe Nationalismus der Balkanstaaten jedoch war im Juli 1914 der Grund für den Entschluss der Wiener Regierung zum Krieg. Österreich-Ungarn war eine "bedrängte Großmacht" (Konrad Canis). Dieser äußeren Bedrängnis und ihrer destabilisierenden Wirkung auf die inneren Verhältnisse der Monarchie trägt Judson nicht genug Rechnung.

    Das Buch bewegt sich auf einem relativ hohen Reflexionsniveau. Es eignet sich nicht als Gelegenheitslektüre und auch nicht für eine erste Annäherung an die Geschichte des Habsburgerreiches im 18. und 19. Jahrhundert. Fast einhundert Jahre sind seit dem Zerfall des Habsburgerreiches vergangen. Pieter Judson bietet mit seinem Buch einen Anstoß für die wohlwollende Neubetrachtung eines Vielvölkerstaates, der Ostmitteleuropa über Jahrhunderte geformt und geprägt hat. 

    (Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im April 2017 bei Amazon gepostet)

  15. Cover des Buches Habsburgs verkaufte Töchter (ISBN: 9783492312493)
    Thea Leitner

    Habsburgs verkaufte Töchter

     (15)
    Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeow

    Nachdem ich schon „Skandal bei Hof“ ungemein interessant und unterhaltsam fand, wollte ich auch Thea Leitners anderes Buch zum Thema adliger Frauen und deren Schicksal lesen. In „Habsburgs verkaufte Töchter“ geht es um die weiblichen Nachkommen des berühmten Adelsgeschlechts, genauer gesagt um folgende Frauen: Herzogin Kunigunde von Bayern, Margarete von Österreich, Maria von Ungarn, Anna von Österreich, Marie Karoline von Neapel-Sizilien und Leopoldine Brasilien. Alle irgendwie miteinander verwandt innerhalb eine Zeitstrahls von 1465 bis 1826. Sie kennen diese Damen nicht? Nun genau das wollte die Autorin auch ändern, denn obwohl sie in ihrem kurzen oder langen Leben mehr erreicht und vollbracht haben als beispielsweise eine Marie Antoinette, ist es doch immer die dekadente französische Königin an die wir denken, wenn wir den Namen Habsburg hören. Oder an die von Inzucht verunstalteten armen Kreaturen wie Karl II..
    So war ich gespannt auf weitere mitreißender Schicksale großer Frauen und hatte dementsprechende Erwartungen. Aber leider muss ich sagen, dass dieses Buch nicht mit „Skandal bei Hof“ mithalten kann. Oft schweift die Autorin von der eigentlichen Person ab und dann geht es erst einmal um die Eltern, den Gatten oder die Eltern des Gatten, nicht aber um die jeweilige Frau um die es in dem Kapitel eigentlich gehen soll. Das ist mir vor allem bei Kunigunde aufgefallen. Stellenweise liest sich das Buch sehr trocken und langweilig, wenn es zu sehr um die Politik geht. Politik ist für mich immer ein schwieriges Thema, weil es mich überhaupt nicht interessiert. Es gehört natürlich in so ein Buch mit rein, nur hat man es für mich hier nicht spannend genug verpackt. Ich fand auch, dass die Politik für das Leben so mancher Prinzessin oder Königin nicht so ausschlaggebend war, dass man ihr in deren Kapiteln so einen großen Teil hätte widmen müssen.
    Dennoch habe ich das Buch recht schnell fertig gelesen und das ist auch ratsam, weil man sonst raus ist. Wenn immer wieder alle gleich heißen und etliche Kinder haben, die dann auch wieder gleich heißen, ist es verdammt schwer den Überblick zu behalten. Ein paar abgedruckte Gemälde helfen immerhin, sich ein Bild von den Personen zu machen und auch die anschließende Internetrecherche hat immer Spaß gemacht.
    Etwas weniger Spaß gemacht als erhofft, hat mir das Buch. Es war trotzdem ganz interessant zu lesen und dafür gibt es von mir 4 Sterne.

  16. Cover des Buches Rudolf (ISBN: 9783850025409)
    Brigitte Hamann

    Rudolf

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Dolittle
    Biografie eines Sohnes berühmter und dominanter Eltern, der wenig Chancen hat, dieWelt zu verändern, da man ihm nichts zutraut. Rudolf, Sohn von Sissi und Franz Joseph, die Eltern, machen es Rudolf schwer.So kommt es zum "Jahrhundertskandal", dem Selbstmord. Ein Buch, nicht nur für Geschichtsinteressierte!
  17. Cover des Buches Habsburgs schräge Vögel (ISBN: 9783800077021)
    Gabriele Hasmann

    Habsburgs schräge Vögel

     (2)
    Aktuelle Rezension von: awogfli
    Eines gleich vorweg über dieses Habsburger-Sachbuch: Es hat keine historische Struktur, und trotzdem hat es mich hier gar nicht gestört. Die Autorin Gabriele Hasmann präsentiert im Plauderton eine wundervolle Sammlung von teilweise mir bekannten aber auch vielen unbekannten Anekdoten über die Habsburger. Da sie nach der Art des „Dachschadens“ von der kleinen Marotte bis zur ernsthaften pathologischen Störung strukturiert und damit quer durch Jahrhunderte und Verwandtschaftslinien springt, ist somit ein chronologischer Aufbau überhaupt nicht gewährleistet. Für mich war diese etwas schräge Struktur kein Störfaktor bei der Rezeption, denn ich wusste meist ganz genau, wer wann wie mit welcher Verwandtschaft gemeint ist, da ich im österreichischen Geschichtsunterricht ohnehin sehr viele Haupt- aber auch Nebenlinien der kaiserlichen Familie lernen musste.

    Hasmann präsentiert in einzelnen Kapiteln: Aberglauben, Magie und Hellsicht, Sado-Maso-Persönlichkeiten, echten Wahn und Wahnsinn, Ticks und Zwangsneurosen, Phobien und Süchte, Narzissmus, Dominanz und Fanatismus versus Laissez-faire, Lug, Betrug und Schurkenstücke und schlussendlich auch noch die sexuellen Eskapaden bzw. amourösen Auffälligkeiten.

    Irgendwie ist das fast so, als könnte der Leser unter dem intellektuellen Deckmantel der historischen Forschung wie ein lüsterner Paparazzo und Boulevardmedienschreiber in die Stuben und Schlafzimmer der gekrönten Häupter schauen und einfach schamlos auch noch darüber tratschen und Witze reißen. Ich gestehe, da ja alle schon tot sind und es keinem mehr schadet, genieße ich mitunter so eine voyeuristische Nabelschau auf ganz tiefem Niveau sehr. Schließlich muss man sich ja auch mit den Schattenseiten der österreichischen Geschichte befassen 😜

    Die Anekdoten waren wie gesagt teilweise ganz neu: Zum Beispiel wurde das Geheimnis von 007 gelüftet, der wahre Van Helsing identifiziert (das wusste ich schon) und die amourösen Abenteuer des Mannes von Maria Theresia mit seinem besten Buddy, Giacomo Casanova, durch das Hurenviertel am Spittelberg und durch die Bums-Droschken geschildert, inklusive wütender Gegenmaßnahmen der Ehefrau.

    Es gab auch eine derart abgefahrene Story über mehrere afrikanische Menschen (Mohren), die dem Kaiser geschenkt wurden und die infolge der ungewohnten Kost und des Klimas nicht lange überlebten. Der Kaiser ließ ihnen die schwarze Haut abziehen und stellte sie als Figuren gekleidet und geschmückt aus. Da viele starben, hatte er bald eine ganze Rotte von Schwarzen beisammen.

    Auch die – wie soll ich es höflich formulieren – extrem hässlichen Habsburgermerkmale, die sich durch die andauernde Inzucht gleichsam wie der Wahnsinn in manchen Linien vervielfachten, wurden von der Autorin mit spitzer Zunge erläutert. Im Rahmen des pathologischen Irrsinns war der Wurm schon seit dem 16. Jahrhundert in der Genetik der Familie durch die spanische Linie, respektive durch „Juana la Loca“, verankert.

    Eine Geschichte hat mich am meisten verblüfft: Maximilian, der Kaiser von Mexiko, wurde offensichtlich nur zum Schein exekutiert, zumindest ist bewiesen, dass die neue Republik nicht seine Leiche überführt hat und ein Bürgerlicher in Salvador namens Justo Armas dieselbe Handschrift hatte.

    Ach ja, im Kapitel Völlerei gibt es ein Rezept für Krebsgermnudeln, die Leibspeise von Maria Theresia. Das möchte ich unbedingt mal kochen.

    Fazit: Für Anfänger im Hause Habsburg leider etwas verwirrend, wenn man auf historische Chronologie Wert legt. Für Profis in diesem Bereich und für Royal Watchers, die auf sensationelle Geschichten abzielen, aber doch sehr vergnüglich.

    P.S: Eine Kleinigkeit ist mir noch aufgefallen. Der Verlag hat sich beim Coverbild von Leopold I. noch eine kleine Impertinenz einfallen lassen. Die hässlichen, wulstigen Habsburgerlippen wurden mit Folie oder Lack überzogen und springen dadurch dem Leser förmlich ins Auge. Das ist sooo böse und köstlich! 😂

  18. Cover des Buches Die Tochter der Wanderhure (ISBN: 9783785743522)
    Iny Lorentz

    Die Tochter der Wanderhure

     (497)
    Aktuelle Rezension von: buchfeemelanie

    Genre: Historischer Roman

    Erwartung: eine spannende Geschichte in toller Atmosphäre

    Meinung: 

    Der Schreibstil ist okay. 

    Ich habe vor längerer Zeit die vorherigen Bücher gelesen. Leider kam ich nicht so gut mit dem Buch klar. 

    Trudi ist mir recht sympathisch. Ich kann ihre Hoffnungen auf die Liebe gut nachvollziehen. Ihre Freundin treibt sie leider zu unüberlegten Handlungen. Was heute nicht so schlimm ist, war damals aber große Schande. ...

    Leider konnte ich mich das Buch nicht so recht überzeugen obwohl die die allgemeine Atmosphäre ganz gut beschrieben fand.

    Zu viel politisches Hin und Her. Ich konnte die handelnden Figuren und ihre offenen und verdeckten Absichten nicht auseinander halten. Leider nahmen diese Abschnitte dann doch einen zu großen Teil ein, sodass ich das Buch bei ca. der Hälfte abgebrochen habe. Mir ist tatsächlich die Leselust vergangen.

    Fazit: Enttäuschte 2 Sterne von mir

  19. Cover des Buches Dona Leopoldina (ISBN: 9783902924438)
    Gloria Kaiser

    Dona Leopoldina

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Décadence (ISBN: 9783442465699)
    Sena Jeter Naslund

    Décadence

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Stephenie
    flüssig zu lesen & wirklich gut beschrieben! (besonders wenn man gerade in Versailles war "erkennt" man vieles wieder :) )
  21. Cover des Buches GEO Epoche 46/2010 Die Macht der Habsburger (ISBN: 9783570199114)
  22. Cover des Buches Die häßliche Herzogin (ISBN: 9783746656274)
    Lion Feuchtwanger

    Die häßliche Herzogin

     (36)
    Aktuelle Rezension von: taciturus
    Mit gierigen Blicken werfen die drei großen Fürsten ihrer Zeit – Albrecht von Habsburg, Ludwig von Wittelsbach und Johann von Luxemburg – ihre Augen auf das Herzogtum Tirol. Der dortige Fürst ist in die Jahre gekommen und hat nur einen legitimen Nachfolger, seine Tochter Margarete. Margarete, ein Kind von überdurchschnittlicher Intelligenz, bewandert in Politik, doch kein schöner Anblick für das Aug. In späteren Jahren wird sie den Beinamen „Maultasche“ tragen, nachdem ein Kind bei einem öffentlichen Auftritt Margeretes diesen Aufschrei getan haben wird. Es beginnt ein Poker um Tirol, eine Mischung aus Heiratsvermittlung, Intrige und Kampf in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Lion Feuchtwanger schreibt dabei mit einer anspruchsvollen Sprache. Zwar eher kurze Sätze, manchmal auch nur Fragmente, gelingt es ihm eine besondere Atmosphäre zu schaffen und den Lesern Zugang zu seinen Figuren zu ermöglichen. Oft liegen viele Feinheiten in kleinen Details, die man leicht überlesen könnte, wenn man zwischenzeitlich kurz die Aufmerksamkeit etwas schweifen lässt. Gerade viele wichtige Ereignisse, werden so behutsam aufgebaut und nicht reißerisch aufgearbeitet. Dabei schildert uns der Autor nicht Länge mal Breite die Gedanken, Emotionen und Motive seiner Charaktere, sondern lässt diese durch ihre Handlungen, ihre Aktionen und Reaktionen, lebendig werden und überlässt somit einem großen Teil der Interpretation den Lesern. Gerade dadurch entstehen oft sehr aussagekräftige Szenen, die den Leser packen und in denen oft mehr mitschwingt als nur die bloßen geschilderten Handlungen. In denen oft ein Lebensgefühl einer fremden Zeit spürbar wird und Geschichte erlebbar. Für mich war dies das erste Buch von Lion Feuchtwanger und ich bin sehr froh es gelesen zu haben. Hier findet man alles was man sich von einem guten historischen Roman erwartet. Eine spannende Geschichte in der Geschichte, die möglichst nahe an der erforschten Wirklichkeit liegt. Lebendige Figuren und zugleich zeitlose Fragen, wie die Frage nach dem Wert der optischen Schönheit. Ich bin restlos begeistert.
  23. Cover des Buches Metternich (ISBN: 9783406587849)
    Wolfram Siemann

    Metternich

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Andreas_Oberender

    Die Geschichte kennt viele Persönlichkeiten, deren Ansehen sowohl bei den Zeitgenossen als auch bei der Nachwelt durch eine "Schwarze Legende" verdunkelt wurde. Zu diesen Persönlichkeiten gehört auch der österreichische Staatskanzler Klemens von Metternich (1773-1859). Wenige Figuren der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts hatten bis in die heutige Zeit einen derart schlechten Ruf wie er. Metternich, Mitgestalter der auf dem Wiener Kongress entworfenen neuen europäischen Ordnung, wurde schon zu seinen Lebzeiten als reaktionärer, rückwärtsgewandter Politiker gescholten, der sich der nationalen Einigung Deutschlands in den Weg gestellt und eine monarchische Ordnung konserviert habe, die auf lange Sicht nicht überlebensfähig gewesen sei. Zudem gilt Metternich als Unterdrücker des Geisteslebens. Sein Name steht stellvertretend für Spitzelwesen und Zensur, für die Knebelung aller Kräfte, die sich für Liberalismus, Parlamentarismus und einen deutschen Nationalstaat einsetzten.

    Es gehört zum Schicksal "Schwarzer Legenden", dass sie früher oder später in Frage gestellt und widerlegt werden. Der Münchener Historiker Wolfram Siemann strebt nicht weniger als eine Rehabilitierung und Neubewertung Metternichs an. Das vorliegende schmale Büchlein ist eine Vorstudie zu einer umfassenden Biographie, die in einigen Jahren erscheinen soll. Eingangs geht Siemann auf das verzerrte und klischeebelastete Metternich-Bild ein, das sich im Grunde bis in unsere heutige Zeit halten konnte. Metternichs Festhalten am multinationalen Habsburgerreich und sein Eintreten für eine föderative Ordnung Deutschlands wurden von vielen Historikern als Irrweg und Sackgasse aufgefasst, weil der moderne Verfassungs- und Nationalstaat seit langem als Maß aller Dinge gilt. Politische Ordnungsvorstellungen, die - wie im Falle Metternichs - vom Nationalstaatsmodell abwichen, wurden als antiquiert und obsolet abqualifiziert. Siemann hingegen will Metternich aus seiner Zeit heraus verstehen. Er will Metternichs Denken und Handeln nicht verurteilen, sondern erklären. Welche Anschauungen und Überzeugungen lagen Metternichs Politik zugrunde, und von welchen Erfahrungen wurde er als Mensch und Politiker geprägt? Das ist die Leitfrage, von der Siemanns Darstellung ausgeht. Daneben möchte der Autor herausarbeiten, wie es um Metternichs konkrete Handlungs- und Gestaltungsspielräume als österreichischer Staatskanzler bestellt war. Gegner und Feinde, die von einem "System Metternich" sprachen, schrieben dem Kanzler eine nahezu dämonische Machtfülle zu, die, so ist Siemann überzeugt, unbedingt hinterfragt werden muss.

    Ein so schmales Buch wie dieses kann nicht das Gleiche leisten wie eine umfassende Biographie. Siemann konzentriert sich auf Metternichs Karriere als Diplomat und Politiker. Sein Familien-, Privat- und Liebesleben bleibt ausgeklammert; seine mehr als dreißigjährige Tätigkeit an der Spitze der österreichischen Politik wird nicht systematisch untersucht. Den Schlüssel zum Verständnis Metternichs sieht Siemann in der Prägung durch das 1806 untergegangene Alte Reich und in der Idee des europäischen Gleichgewichts der Mächte, die der spätere Diplomat und Kanzler während seines Studiums verinnerlichte. Das altertümlich anmutende Reich verkörperte ein Ordnungsmodell, das aus Sicht Metternichs ganz Europa als Vorbild dienen konnte: Es zügelte das Machtstreben großer Staaten bzw. Mächte; es gewährte den Mittelstaaten Schutz und Sicherheit; es setzte auf friedliche Kooperation sowie auf eine lockere föderative Verknüpfung anstelle eines straffen Zentralismus oder einer alles beherrschenden Universalmonarchie. Napoleons Griff nach der Hegemonie in Europa erschien Metternich als frevelhafter Verstoß gegen eine bewährte und bewahrenswerte Ordnung, die egoistischer Großmachtpolitik einzelner Staaten einen Riegel vorschob und damit ein friedliches Miteinander der europäischen Völkerfamilie sicherte. Deshalb kam für Metternich nach dem Sieg über Napoleon nur die Rückkehr zu einer Staatenordnung in Frage, die auf dem Gleichgewicht der Mächte und der Zügelung einzelstaatlicher Ambitionen beruhte. Fünfundzwanzig Jahre Revolution und Krieg hatten Metternich gelehrt, dass Frieden und Stabilität wichtiger als alles andere waren.

    Dieses Streben nach Frieden und Stabilität, so Siemann, waren die Fixpunkte, an denen Metternich ab 1815 seine Politik in Österreich, Deutschland und Europa ausrichtete. Er verschrieb sich dem Erhalt der multinationalen Habsburgermonarchie und einer föderativen Ordnung Deutschlands. Der Nationalismus und die Nationalstaatsidee blieben ihm fremd und suspekt. Die Bewahrung historisch gewachsener Vielfalt, sei es in Deutschland, sei es in den Ländern der Habsburgermonarchie, erschien ihm als ein höheres Gut als Vereinheitlichung und Gleichmacherei, Zentralisierung und Staatsbildung auf Grundlage nationaler Prinzipien. Hellsichtig erkannte Metternich das Konflikt- und Gewaltpotential, das dem Nationalismus innewohnte. Was das Spitzelwesen, die Zensur und die "Demagogenverfolgung" angeht, so warnt Siemann davor, das Ausmaß der von Metternich betriebenen Repressionen zu übertreiben. In der Außenpolitik setzte der Kanzler auf die Kooperation der in der Pentarchie versammelten Großmächte und auf die Unterbindung revolutionärer Unruhen und Krisen, die destabilisierend auf Europa hätten wirken und schlimmstenfalls zu einem neuen Flächenbrand hätten führen können. Die Revolutionen von 1830 und 1848 ließen sich mit einer Politik des Containment und der Intervention allerdings nicht verhindern.

    Die Grenzen von Metternichs Staatskunst traten vor allem in Österreich selbst zu Tage. Nach dem Tode Kaiser Franz' I. (1835) kam es zu einer Lähmung an der Staatsspitze. Mehr als alle anderen Akteure war sich Metternich bewusst, dass Reformen dringend nötig waren. Der Staatskanzler besaß aber kaum noch Gestaltungsmöglichkeiten. Während der Regierung des geistesschwachen Kaisers Ferdinand verfolgten die vielen männlichen Mitglieder des Hauses Habsburg ungeniert eine auf dynastische Interessen verengte Politik, die zu Lasten des Gesamtstaates ging. Gegen diesen Block der reformunwilligen Erzherzöge vermochte der reformbereite Metternich kaum etwas auszurichten. Als im März 1848 in Wien die Revolution losbrach, opferte die Dynastie ihren langjährigen treuen Diener und machte ihn zum Sündenbock für Fehlentwicklungen und Mißstände, die keineswegs ihm allein anzulasten waren. Auch im Exil und im Ruhestand sprach sich Metternich weiterhin gegen die Anwendung des Nationalstaatsprinzips auf Deutschland und Österreich aus. Die von Bismarck vorangetriebene "kleindeutsche" Lösung der Deutschen Frage erlebte er nicht mehr.

    Siemann nähert sich seinem Protagonisten mit Verständnis und Sympathie, aber keineswegs unreflektiert und unkritisch. Er zeichnet das Bild eines gebildeten, geistig regsamen und hochintelligenten Mannes, der zu intensiver Reflexion über sein politisches Handeln neigte und ein ausgeprägtes historisches Bewusstsein besaß. Metternichs Tragik bestand darin, dass er, ein mental vom 18. Jahrhundert geprägter Mann, im 19. Jahrhundert Politik betreiben musste, in einer Zeit, in der die alteuropäische Ordnung vom Nationalismus herausgefordert wurde. Nicht Borniertheit war es, die Metternich zur Ablehnung des Nationalstaatsprinzips veranlasste, sondern die Ahnung, dass der Nationalismus neue Bruchlinien und Konflikte hervorbringen und die europäische Völkerfamilie in neues Unglück stürzen werde. Auf Siemanns Metternich-Biographie darf man schon jetzt gespannt sein. Eine Neubewertung, die Metternichs politische Vorstellungen nicht mehr am Maßstab eines von der Geschichtswissenschaft verklärten und überhöhten Nationalstaatsmodells misst, ist überfällig und notwendig. 

    (Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im November 2013 bei Amazon gepostet)

  24. Cover des Buches Der Kaiser reist inkognito (ISBN: 9783328109457)
    Monika Czernin

    Der Kaiser reist inkognito

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    „Er sah über den Tellerrand höfisch-feudaler Herrschaftstraditionen und Klientelpolitik hinaus und mischte sich unter das Volk.“ 

    Kaiser Joseph II. (1741-1790) hat während seiner Regierungszeit von 1756 (zuerst als Mitregent bis zum Tod seiner Mutter 1780) bis 1790 rund 50.000 km in seinem Reich zurückgelegt. Bei den Reisemöglichkeiten (Kusche oder Pferd) eine beachtliche Leistung. Auf neun seiner Reisen dürfen wir ihn nun begleiten. 

    • 1764 Frankfurt: Nie mehr eine Hofreise
    • 1768 Banat: wie unzählige Bittsteller die Wahrnehmung verändern
    • 1769 Italien: Mark Aurel der Aufklärung
    • 1769 Neisse: das erste Gipfeltreffen aufgeklärter Herrscher
    • 1771 Böhmen und Mähren: Hungersnot und Leibeigenschaft
    • 1773 Siebenbürgen und Galizien: immer fremde, immer schwieriger
    • 1777 Frankreich „Die Revolution wird grausam sein“
    • 1781 Die österreichische Niederlande: Ungeduld macht blind
    • 1787 Russland: ein mephistophelischer Pakt

     Joseph II. ist ein ungewöhnlicher Herrscher, der mit dem barocken Prunk und Pomp wenig anzufangen wusste. So hat er sich die übliche Entourage verbeten und ist nur mit einer Handvoll ausgesuchter Begleiter als „Graf von Falkenstein“ durch die Lande gezogen. Während sich die üblichen Herrscher kaum aus der Residenz hinausgewagt haben und wenig von den Sorgen und Nöten der Bevölkerung mitbekommen haben, ist Joseph II., sehr zum Missfallen seine Mutter Maria Theresia bis in den letzte Winkel des Kaiserreichs an die Grenze zum Osmanischen Reich gereist.  

    Mit seinen revolutionären Ideen hat er sowohl seine Mutter als auch Adel und Klerus vor den Kopf gestoßen. Besonders in Wien sind sein wieder verwendbarer „Klappsarg“ und die einfachen Begräbniszeremonien auf erbitterten Widerstand gestoßen. Die Zeit ist noch nicht reif für seine Anordnungen.  

    Einige seiner Anordnungen haben Auswirkungen bis heute: 

    • In den Jahren 1764-1785 lässt er erstmals das gesamte Herrschaftsgebiet der Habsburgermonarchie einheitlich kartografieren. Die „Josephinische Landesaufnahme“ (oder „Erste Landesaufnahme“) besteht aus 4.096 Kartenblättern im Maßstab 1:28.000 und ist ein wesentlicher Bestandteil der militärischen Landesverteidigung. 
    • Mit der Einführung des „Grundsteuerpatentes“ am 10. Februar 1789 legt er den Grundstein für eine Besteuerung des Grund und Bodens, der später in den heute noch gültigen Grenzkataster münden wird. 
    • Das „Toleranzpatent“ in dem  Protestanten und Orthodoxen (1781) und danach 1782 auch Juden Religionsfreiheit gewährt wird
    • Die neue Schulordnung (1774), die allen Kindern den Zugang zu Bildung ermöglichen soll
    • Einführung der Konskriptionsnummern (1770) für Häuser, um leichter Soldaten ausheben zu können 
    • Aufhebung von kontemplativen Klöstern und Orden, die sich weder der Heilkunde noch der Bildung widmen 
    • Eröffnung des Allgemeinen Krankenhauses (1784) und des „Josephinums“ (Ausbildungsstätte der Militärärzte/1785)

    Autorin Monika Czernin stammt selbst aus einem alten Adelsgeschlecht und hat mit diesem Buch eine lebhafte Chronik des volksnahen Kaisers herausgebracht. 

    Jede Reise ist auf einer Karte detailliert dargestellt. Zusätzlich gibt es zahlreiche Abbildungen von seinen Reisegefährten und Zeitgenossen. Das macht diese Buch zu einem wunderbaren Buch über einen Herrscher, der von sich auf dem Sterbebett gesagt haben soll „Ich habe immer nur gewollt“.  

    Für mich ist Joseph II. der vollkommenste aufgeklärte Herrscher der europäischen Geschichte, weil ihm seine Untertanen am Herzen lagen und weil er über den Tellerrand gesehen hat. Sein scheinbares Scheitern hängt mit dem Umbruch zusammen, der ganz Europa mit Kriegen überziehen wird. Aber, das muss der Kaiser nicht mehr erleben. 

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