Bücher mit dem Tag "hälelkrimi"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "hälelkrimi" gekennzeichnet haben.

27 Bücher

  1. Cover des Buches Der Augensammler (ISBN: 9783426503751)
    Sebastian Fitzek

    Der Augensammler

     (5.271)
    Aktuelle Rezension von: blondie_einhorn

    Das Buch ist wieder spannend, von der ersten bis zur letzten Seite. Der Spannungsbogen wird über das gesamte Buch gehalten und flacht selbst am Ende nicht ab.

    Manche Beschreibungen sind so detailliert, dass man das Gefühl hat, man würde direkt daneben stehen und das ganze Live erleben.

    Man erhält viele Informationen, zu den verschiedenen Protagonisten der Geschichte und auch ich habe natürlich meine Theorie entwickelt, was wie wo passiert … doch kommt bei diesem Psychothriller auch wieder alles anders, als man denkt ….

    Wirklich ein super Buch 😊

  2. Cover des Buches Tausendschön (ISBN: 9783442375813)
    Kristina Ohlsson

    Tausendschön

     (147)
    Aktuelle Rezension von: glueckswinkel

    Der Einstieg war eher langsam. Aber zum Glück hab ich durchgezogen, denn das Buch hat mich am Ende doch überrascht.

    Es sind so viele Fäden, die augenscheinlich zusammenhängen. Es geht um Flüchtlingsschmuggel, um eine Kirchengemeinde, Nazis und zerrüttete Familien.

    Aber all diese Dinge fließen so gleichmäßig an das Buch, gekonnt und nicht zu aufgesetzt.

    Das Buch ist aus verschiedenen Ansichten geschrieben, wobei einige Passagen natürlich wieder spannender gehalten werden als andere.

    Wie genau die Fäden zusammenhängen und wer hier wirklich wen täuscht, war am Ende wirklich sehr verblüffend. Diese ganze geplante Rache, diese ganze Wut, die in einer einzigen Person steckt, war sehr bedrückend.

  3. Cover des Buches Ein kleines Wunder würde reichen (ISBN: 9783841440235)
    Penny Joelson

    Ein kleines Wunder würde reichen

     (75)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Jemma ist 14 Jahre alt und kann schon ihr ganzes Leben lang aufgrund einer Cerebralparese ihre Muskulatur nicht gesteuert einsetzen. Sie ist am ganzen Körper gelähmt und kann nur hin und wieder unkontrolliert zucken.Auch sprechen oder sich sonst irgendwie äußern kann sie sich nicht.
    Leider kann sie auch die Augenbewegungen nicht mehr sicher steuern und seit einer Krankheit nicht mehr kontrolliert blinzeln. Das alles behindert ihren Austausch mit der Umwelt auf drastische Weise.

    Als in ihrem Umfeld ein Mord passiert und einige Monate später auch noch ihre Pflegerin verschwindet braucht Jemma dringend ein Wunder, das ihr hilft mit anderen zu kommunizieren, denn sie könnte der Polizei weiter helfen.

    Ein sehr bewegendes Buch. Wenn man die Arbeit mit Behinderten kennt, weiß man wie wichtig Kommunikation ist. Jemma kennt es nicht anders. Sie wird auch ohne das sie reagieren kann von ihrer Pflegerin und ihrem Umfeld "verstanden". Solange diese nicht zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind.

    Wie schön wäre es aber, wenn sie Schmerzen hat einfach darauf hinweisen zu können, anstatt drauf hoffen zu müssen, dass sie jemand genau beobachtet um zu erkennen, das es ihr gerade nicht gut geht.
    Welche Mutter kennt das nicht. Da hat man ein Baby das permanent schreit und man wünscht sich es könnte einem sagen was falsch ist. Da freut man sich dann auf die Folgezeiten, wenn die Kinder endlich reden können. Bei Jemma wird diese Zeit nicht von alleine kommen, und sie kann ja leider noch nicht einmal schreien, oder sich in irgendeiner Form bemerkbar machen.
    Welch ein Horror.

    Die Autorin, die selbst schon mit behinderten Menschen gearbeitet hat berichte,sehr einfühlsam und gut beschreibend, über die Probleme aus Jemmas Sicht .
    Wie aufgewühlt und panisch musste Jemma wohl sein, als ihr klar wurde, das sie eigentlich Licht ins Dunkel bringen könnte, wenn nur ein kleines Wunder geschähe und sie sich mitteilen könnte.
    Schön fand ich auch, wie toll ihre Pflegeeltern mit ihr und den anderen beiden Pflegekindern umgingen. Wie viel Verständnis sie aufbrachten und sich wirklich fast aufopferten. Solche Menschen kann es gar nicht genug auf dieser Welt geben, damit auch die Gehör finden, denen es im Leben nicht vergönnt ist " als gesellschaftlich normal" empfunden zu werden.

    Ein wirklich bemerkenswertes Buch, das die Problematik von Cerbralparetikern sicherlich etwas transparenter macht und aufzeigt, das man trotz einer spastischen Lähmung genau die selben Gefühle und Wünsche hat wie jeder andere Mensch auch. Und was es für Anstrengungen kostet ein bisschen Teilhabe am Leben zu erlangen.
    Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Es hat mich stellenweise zu Tränen gerührt und mich wirklich tief betroffen gemacht.

  4. Cover des Buches Letzte Spur Algarve (ISBN: 9783499000058)
    Carolina Conrad

    Letzte Spur Algarve

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Marcel0901

    Die Protagonistin hat in Ihrem ersten "Fall" der Tante versprochen, den Sohn zu finden. Dieses Versprechen möchte Anabela Silva um jeden Preis halten. Und sie begibt sich auf die Suche. 


    Doch der Leiter der Kriminalpolizei in Faro, Joao Almeida, bittet Anabela in einem Tierheim Undercover zu ermitteln. 


    Eine Dänin namens Liv Steen wurde von ihrem Pferd totgetreten. Joao vermutet, anders als der Staatsanwalt, dass es sich um Mord handelt. Und bittet daher Anabela heruaszufinden, ob es Anlass zum Mord gab. 


    Und ja es gab mehr als einen Grund. Sogar Drogen werden vermutet und damit ein weiterer Mord in Betracht gezogen. 



    Eine spannende Reise durch die Algarve, in die Welt des Tierschutzes in Portugal.

  5. Cover des Buches Whisky mit Mord (ISBN: 9783746633916)
    Melinda Mullet

    Whisky mit Mord

     (38)
    Aktuelle Rezension von: 1977eisbaer


    Wer hier Spannung erwartet, wird hier nicht besonders auf seine Kosten kommen. Hierbei handelt es sich eher um einen, wie ich finde, schönen und humorvollen Cosy-Krimi. Dieser ist durch seinen flüssigen Schreibstil sehr angenehm. Die Handlung empfand ich als sehr strukturiert und nachvollziehbar. Manche Handlungsstränge sind zwar ein wenig unglaubwürdig und ein wenig realitätsfern, aber dies passt in die Geschichte und zu den jeweils handelnden Charakteren. Mit der Ich-Erzählerin Abigal und allen anderen Protagonisten hat Melinda Mullet viele interessante und authentische Charaktere geschaffen. Ich konnte mir diese gut vorstellen und sie waren mir, wie es sein sollte, mehr oder weniger sympathisch. Mit Informationen zur Whisky-Herstellung fließt hier noch eine weitere interessante Komponente mit ein, die ich persönlich sehr gemocht habe. Leider kam für mich die Beschreibung der Landschaft und Umgebung zu kurz, so das ich mich nicht ganz in die Geschichte fallen lassen konnte. Aber trotz alledem finde ich, hat Melinda hier einen wunderschönen Debütroman geschrieben. Es ist für mich ein schönes Buch für zwischendurch.

  6. Cover des Buches Sterbenstörtchen (ISBN: 9783740805043)
    Beate Ferchländer

    Sterbenstörtchen

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Streiflicht

    Bei diesem Buch bin ich leider absolut zwiegespalten. Ich habe es im Rahmen einer Leserunde gelesen und fast alle fanden es toll. Bei mir ist das etwas anders. Ich hatte wirklich Probleme, rein zu kommen und mit den Figuren warm zu werden. Leider fiel mir das sehr schwer – aber ich weiß nicht wirklich, woran das liegt. Denn eigentlich ist das Buch voller schwarzem Humor und witzig und auch spannend.

    Ich hatte es dann weggelegt und nach einiger Zeit nochmal neu angefangen. Dann ging es ganz gut, auch wenn ich immer noch nicht richtig begeistert bin. Die Sprache der Autorin ist leider nicht meins und auch die Figuren sind mir nie so richtig ans Herz gewachsen. Dennoch ist das Buch unterhaltsam und interessant. Die Geschichte ist geschickt aufgebaut und endet ganz anders als man denkt. Es ist gut geschrieben und man lernt die Untiefen dieser besonderen Familie kennen. Wer sich darauf einlassen kann, findet hier gute und spannende Unterhaltung.

  7. Cover des Buches Dreimal Tote Tante. Ein Küstenkrimi (ISBN: 9783862316717)
    Krischan Koch

    Dreimal Tote Tante. Ein Küstenkrimi

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Thies und seine Kollegen ermitteln diesmal wegen eines eventuellen Serienmörders. In Fredebüll. Wo sich sonst eher Hund und Katz Gute Nacht sagen, wird beim Bauern im Güllebecken eine Frauenleiche und noch mehr gefunden. Außerdem verschwinden plötzlich Frauen aus dem Dorf. Da kommt es Thies zu gute das er eine Profiler Fortbildung beendet hat und hier aus einem reichen Wissenschatz schöpfen kann.
    Nicole, seine Kollegin ist schwanger und das ganze Dorf rätselt wer der Vater sein könnte. Heike, Thies Frau ist sich nicht sicher ob es nicht vielleicht ihr Ehemann selbst sein könnte und dann machen auch noch die Zwillinge Probleme, da sie langsam flügge werden.
    So steht das halbe Dorf Kopf und es wird in alle Richtungen von vielen Bewohnern ermittelt.


    Das Cover des Hörbuchs war lustig aufgemacht und deshalb habe ich das Hörbuch ausgewählt. Ich liebe Krimis die man nicht so ganz ernst nehmen muss und kam hier auf meine Kosten. Das Güllebecken hier auf dem Cover ist nicht wirklich dramatisch zu nennen, das im realen Krimi ist dann doch schon höher und nur durch Leiter begehbar.

    Der Krimi ist vom Autor selbst gesprochen. Hut ab. Neben Krimi schreiben kann er auch wirklich gut den Charakteren Sprache geben. Gerade den sächsischen Dialekt der neuen Bedienung Mandy fand ich wirklich köstlich.
    Die Ermittlungen laufen eher schleppend und in nordischer Ruhe, aber man erfährt noch viel privates aus dem Dorf. Das der Begriff Tote Tante hier eher wie ein Teekesselchen gesehen werden kann fand ich megaspannend und auch zu schauen was es bei allen verschwundenen Frauen gleiches hatte und dann seine Schlüsse zu ziehen.

    Der Krimi hat mich gut unterhalten, auch wenn es zwischendrin mal ruhiger zu ging und ich ein bisschen abgedrifftet bin.

  8. Cover des Buches Falsche Austern (ISBN: 9783442485536)
    Catherine Simon

    Falsche Austern

     (21)
    Aktuelle Rezension von: lazH

    Wenn Journalisten Probleme mit der deutschen Sprache haben, ist das peinlich. Wenn sie dazu noch Krimis schreiben, kommt man als Kritiker schon mal auf den Gedanken, den Verursacher des Übels den Hahn abdrehen zu wollen. Den Schreibhahn nämlich. Kommt dann noch mangelhafte Recherche dazu, ist es nicht nur ärgerlich, sondern bringt einen Berufsstand in Verruf.

    Catherine Simon schafft beides in einem mit 251 Seiten recht dünnen und schnell geschriebenen Büchlein. „Falsche Austern – Der vierte Fall für Kommissar Leblanc“ ist mit Verlaub – runtergerotzt. Schlechter Stil, hölzerne Dialoge, oberflächliche Charaktere und dazu der Versuch, Terrorismus, Islam und Islamismus, Frankreichs koloniale Vergangenheit in Nordafrika, Integration von Flüchtlingen, Ehrenmord, Kunstfälschung, Bilderdiebstahl, Mord und Totschlag unter einen Chapeau zu zwingen. Das wirkt bemüht, zeitweise grotesk und häufig wie von Wikipedia abgeschrieben.

    Vollkommen abgerückt von den Ereignissen dieser Welt scheint die Autorin, wenn sie darüber sinniert, ob eine muslimische Familie den Mord an ihrer Tochter beginge, weil diese mit ihrer westlichen Lebensweise angeblich die Ehre der Familie, von Brüdern und Eltern, deren Ansehen in ihrem gesellschaftlich-sozialen Umfeld durch Missachtung der dort geltenden Werte verletzt hat.

    Unwahrscheinlich, lautet der Schluss von Catherine Simon. Die magere Begründung: „Würde jemand wegen eines Rachegedankens seine Existenz, Familie und Arbeit aufs Spiel setzen?“

    Jetzt mal Butter bei die Fische, Frau Grimkowski! Wo haben Sie Ihren Job als Redakteurin gelernt? Bei einer Schülerzeitung? Noch nie von dem Ehrenmord an Hatun Aynur Sürücü gehört?! Die in Deutschland geborene 23 Jahre alte Frau wurde im Februar 2005 in Berlin von ihren Brüdern auf offener Straße gemeuchelt, weil sie nach westlicher Art lebte und dadurch die Familienehre besudelte. Tut mir leid, aber diese Familie setzte all das, was sie in der Bundesrepublik erworben hatte, wegen der vermeintlich geschändeten Familienehre aufs Spiel und entfachte eine bundesweite Diskussion, in die sich auch der damalige Bundespräsident Horst Köhler einmischte: „Ein falsches Verständnis von Toleranz, Harmoniestreben oder mangelnde Courage dürfen nicht dazu führen, dass grundlegende Regeln des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft außer Kraft gesetzt werden“. (https://de.wikipedia.org/wiki/Hatun_Sürücü). Nur zur Quellenlage: Als Polizeireporter in Berlin recherchierte ich seinerzeit selbst intensiv im Sumpf der Ehrenmorde unserer kurdischen Mitbewohner.

    Dass Autorin Catherine Simon, das Pseudonym für Sabine Grimkowski, laut Vita auf dem hinteren Klappentext als Redakteurin für den Südwestrundfunk arbeitete, macht eigentlich alles viel schlimmer. Denn sie hat es nicht für nötig befunden, das ihr zur Verfügung stehende journalistische Handwerkszeug ihrer Profession einzusetzen. Daneben hapert es an den Kleinigkeiten in ihrer Handlung: Wenn Polizeitaucher mit Sauerstoffflaschen tauchen, dreht sich jedem Sporttaucher das Mundstück um. Die Atemflaschen enthalten komprimierte, also zusammengepresste, Luft, weshalb die Tanks auch als Pressluftflaschen bezeichnet werden. Keinem Taucher, auch keinem Berufstaucher der Polizei, fiele es ein, mit Sauerstoff zu tauchen. Schließlich ist er ja nicht lebensmüde.

    Dazu kommen massive sprachliche Mängel. Als Redakteur mit 40 Jahren Berufserfahrung weiß ich inzwischen, dass ein deutscher Satz aus Subjekt, Prädikat, Objekt besteht. Und zwar genau in dieser Reihenfolge. Bis zum Südwestfunk scheint sich das nicht herumgesprochen zu haben. Wie sonst käme ein Satz wie „Ein labbriges Sandwich mit wässrigem Schinken aus der Polizeikantine in Le Havre hatte Leblanc zu sich genommen“ ins 15. Kapitel?

    Eigentlich müsste das Sandwich wegen Gefräßigkeit und versuchten Polizistenmords verurteilt und Autorin samt Korrektor zu Nachhilfe im deutschen Satzbau auf Lebenszeit verurteilt werden. Dies ist nicht die einzige Stelle im Buch, aber mit Sicherheit eine der skurrilsten.

    Schon der dritte Satz im Buch ließ mich aufmerken: „Wie ein ständig sich abspulender Film tauchte eine Szene in Endlosschleife in seinem Kopf auf.“ Von da an las ich zunehmend kritischer, unwillig auch nur Kleinigkeiten unberücksichtigt zu lassen. Wem’s nicht auffallen sollte – der Satz ist ein weißer Schimmel. Ein sich „ständig abspulender Film“ ist eine „Endlosschleife“; so wie ein Schimmel gemeinhin mit der Farbe weiß assoziiert wird. Die Zeitenfolge der deutschen Sprache scheint für Frau Grimkowski ebenfalls ein ungelöstes Rätsel zu sein. Zwei Mal Plusquamperfekt in einem Satz ist genau einmal zuviel. Ebenso wie der Preis. Mit zehn Euro ist diese Lektüre deutlich überteuert.

    Wer nun meint, ich kaprizierte mich auf unwichtige Kleinigkeiten, der mag das meinen. Für den ist dieses Buch sicherlich nette Sommerunterhaltung. Allerdings bedeutet es für den Kritiker auch, nach dem zu schauen, was ein Buch dem Leser vermittelt. Und in diesem speziellen Fall lehrt es mal wieder, dass die deutsche Sprache nach Belieben verhunzt werden darf. Mit dem Ergebnis, dass sich viele wundern, wenn immer weniger Menschen korrekt schreiben können. Bei solchen Vorbildern eigentlich kein Wunder.

    Der triviale Plot ist in drei Sätzen erzählt, und mehr hätte es für dieses Buch auch nicht gebraucht. Der Direktor eines Museums in Honfleur bei Deauville in der Normandie wird eines Sonntags hinterrücks erschossen. Bei seinen Ermittlungen stößt Kommissar Leblanc nicht nur auf einen Bilderdiebstahl, sondern seine Assistentin Nadine hintergeht ihn auch wegen eines Kollegen aus Le Havre, mit dem Leblanc auf Anweisung seiner vorgesetzten Dienststelle kooperieren muss.

    Ein Museumswärter gesteht Diebstahl und Mord, aber Leblanc ist zumindest von dem Mordgeständnis nicht überzeugt und ermittelt auf eigene Faust und gegen die dienstliche Anweisung seines Vorgesetzten weiter, wobei er sich nicht zu schade ist, auch seinen erst 13 Jahre alten Stiefbruder undercover an die Front zu schicken.

  9. Cover des Buches Die Eifelhexe (ISBN: 9783740802714)
    Katja Kleiber

    Die Eifelhexe

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Bibbey
    INHALT
    Ella Dorn findet in der Eifel ihren ganz persönlichen Ruhepol. Nach der Diagnose Burn-Out zieht sie sich zurück, stellt ihre eigenen Seifen her und lebt zurückgezogen. Es scheint ihr gerade besser zu gehen, da klopft die Polizei an ihrer Tür. Ein Politiker aus Adenau wurde vergiftet, und die letzte, die den Mann besucht hat, war Ella. Sie schweigt über das, was sie dort getan hat, denn es würde ihr zweifelsohne den Ruf einer Hexe einbringen. Und Gerede ist das Letzte, was Ella gebrauchen kann.


    MEINUNG
    Einen Krimi aus der Eifel hatte ich noch nie – umso gespannter war ich auf das, was mich erwartet. Ich liebe dieser Art von Krimi sehr, denn das Gemütliche und Regionale kann mich immer wieder verzaubern. So war es auch hier.

    Wir haben keine große Polizeieinheit, vielmehr haben wir zwei Ermittler, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die zudem ungewollt für reichlich Spannung untereinander sorgen. Der Krimi ist nicht blutig, vielmehr bekommen wir die reine Ermittlungsarbeit und dadurch viele verschiedene Charaktere mit, was mir sehr gut gefallen hat.

    Bei einigen Charakteren hätte ich mir ein wenig mehr Tiefe gewünscht, beispielsweise bei der Ermittlerin Tanja Marx, die per se eine sehr interessante Figur ist, die mir aber nicht nah genug kam. Die etwas dünnhäutige, fast nervös wirkende Ella mutiert hingegen schnell zu einer der Figuren, die die Strippen in der Hand hält. Erst ist sie Befragte, später Verdächtige, und schließlich ermittelt sie selbst im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

    Der spannende, sehr lesenswerte Schreibstil und die kurzen Kapitel haben mich das Buch nur sehr selten überhaupt aus der Hand legen lassen. Besonders schön fand ich, dass viele Einzelheiten beschrieben wurden, gerade aus Ellas Sicht.

    Das Ende habe ich – obwohl ich fleißig mit ermittelt habe – nicht so kommen sehen. Am Ende der kurzweiligen Krimis stand also eine kleine Überraschung. Die Autorin konnte mich überzeugen! Und ich bin gespannt, ob es vielleicht weitere Eifel-Krimis aus ihrer Feder geben wird!

    FAZIT
    Spannender, regionaler Krimi in einem interessanten Umfeld und mit reichlich Potenzial zum “Selbst-Grübeln”!

    4 VON 5 BUCHHERZEN ♥♥♥♥
  10. Cover des Buches Die Richterin und die Tote vom Pont du Gard (ISBN: 9783492501781)
    Liliane Fontaine

    Die Richterin und die Tote vom Pont du Gard

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Krautgaernter

    Anfangs fand ich es etwas verwirrend, dass die Autorin sehr viel von der Umgebung und den lokalen Gepflogenheiten schreibt. Bis zu einem gewissen Grad ist es typisch für diese Art von Krimis, dass neben dem Kriminalfall auch die Personen und die Gegend im Mittelpunkt stehen, aber so extrem war anfangs doch schwierig.

    Fast wäre es bei einem Buch der Reihe geblieben, aber am Ende des Buches habe ich festgestellt, dass mir diese Art sehr gut gefallen hat. Es hat mir echt Geschmack auf einen Frankreichurlaub gemacht, wegen der kulturellen Möglichkeiten.

    Das Buch führt den Leser in die Welt der Richterin ein und liefert einen spannenden Krimi bis zur letzten Seite. Es liest sich anfangs etwas holprig, man kommt jedoch schnell in die Erzählweise hinein.

  11. Cover des Buches Versuchung à la Provence (ISBN: 9783740805142)
    Andreas Heineke

    Versuchung à la Provence

     (18)
    Aktuelle Rezension von: ckfree
    Das Cover weist einen Kriminalroman aus, während auf der Rückseite von einer Komödie, Liebesgeschichte und kulinarischem Reiseführer die Rede ist.
    Vielleicht ist genau diese Mischung das Problem, weshalb ich nicht wirklich an die Geschichte und die Charaktere heran kam.

    Dabei kann der Autor gut formulieren. Auch sonst ist der Schreibstil detailreich, ruhig und unaufgeregt, sodass man entspannt mit durch die Provence streifen kann ist.
    Leider nimmt daneben die Darstellung der Bruderschaft, ihrer Historie und kulinarischen Ergüsse insbesondere im Mittelteil ebenfalls sehr viel Raum ein, wodurch der eigentliche Kriminalfall für mich in den Hintergrund gerät und zum Ende hin überhastet wieder aufgegriffen wird.
    Dadurch kam für mich keine Spannung auf, und ich konnte das Buch auch gut mal beiseite legen.

    Die aufgeworfene Ethik-Diskussion in Sachen Tierschutz und Gesellschaftskritik regt zwar zum Nachdenken an, aber schießt vielleicht in ihrer Ausführlichkeit in diesem Rahmen übers Ziel hinaus.

    PS: Für zartbesaitete Gemüter oder Tierschützer ist dieses Buch sicher nicht das Richtige.
  12. Cover des Buches Provenzalische Schuld (ISBN: 9783956393433)
    Sophie Bonnet

    Provenzalische Schuld

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Pierre Durand freut sich auf eine Urlaubswoche mit seiner Freundin Charlotte. Leider sind beide dienstlich so eingespannt das sie kaum Zeit für einander haben.
    Sollte man an solch einer Beziehung festhalten?
    Zwei Morde und die verschwundene Frau seines Chefs beschäftigen Pierre so, dass er auch über seine Beziehung intensiver nachzudenken beginnt.

    Nanette, die Frau des Bürgermeisters Arnaud ist verschwunden. Erst nach Wochen meldet sein Chef den Verlust und setzt Pierre auf deren Fährte. Er hat damit kein leichtes Spiel, denn eigentlich weiß kaum jemand über das Ziel der Frau Bescheid. Mühsam kämpft sich Pierre durch die wenigen Hinweise die nur tröpfelnd eintreffen.
    Der Roman zog sich für mich gewaltig in die Länge, was der Spannung für mich sehr viel Energie nahm.

    Die Autorin ergießt sich sehr ausführlich in Landschaftsbeschreibungen, kulinarische Details oder einfach Ideen die ihr zur Provence wichtig erschienen.
    Ich kenne die Provence nicht und konnte mich auch nicht so recht hinein versetzen, so dass mich diese "Abschweifungen" eher vom Fall abdriften ließen als mich zu unterhalten. Das mögen andere sicher anders sehen. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

    Der Sprecher des Hörbuches hat es mir ebenso schwer gemacht am Geschehen zu bleiben, da ich aufgrund der Klangfarben der einzelnen Charaktere leider nicht so gut unterscheiden konnte wer nun gerade sprach.

    Ich fand die Grundidee des Krimis sehr gut und auch wichtig, das man die Probleme der Menschen in den kleinen Dörfern der Provence aufzeigte, die mitunter für den Fall ja schon wichtig waren. Besonders die der Bauern mit den Wölfen fand ich sehr krass.

    Was eine Menschenpsyche sich so alles erdenken kann um sich an anderen zu rächen ist schon sehr abartig.

    Auf jeden Fall hat das Buch am Ende nochmal an Fahrt aufgenommen und es wurde nochmal richtig spannend.
    Auch fand ich das Ende ganz anders vor als erwartet, was mich bei einem Krimi immer erfreut, denn ich will keine klar vorhersehbaren Enden.

    Wer also gerne mit den Ausschweifungen über Landschaft, Kulinarik und Hintergrundwissen über die Bewohner mit unterhalten werden möchte sollte sich diesen Roman auf jeden Fall auf die Wunschliste setzen.

  13. Cover des Buches Pannfisch für den Paten. Ein Küstenkrimi (ISBN: 9783742404145)
    Krischan Koch

    Pannfisch für den Paten. Ein Küstenkrimi

     (12)
    Aktuelle Rezension von: -BuchLiebe-

    Ich habe das Hörbuch gehört.

     

    Es ist ein unterhaltsamer Häkelrkimi und so bekommt man, was man erwartet. Für mich war dies der erste Teil aus dieser Reihe. Vielleicht hatte ich deshalb zu Anfang etwas Probleme mit den ganzen vielen Protagonisten und Namen. Wo ich schon generell sowieso schlecht mit Namen bin. Daher musste ich mich am Anfang anstrengen um mitzukommen und zu wissen wer wer ist und um wen es jetzt gerade eigentlich geht. Aber nach einer Eingewöhnungsphase hat das dann gut geklappt. Auch wenn ich die Figuren bisher nicht kannte wurde mir deutlich was so die jeweiligen Eigenheiten sind. Die Figuren sind schön herausgearbeitet mit den ganz eigenen Charakteren und Ecken und Kanten.

     

    Was den Kriminalfall angeht passiert so einiges. Leichen tauchen auf wo man sie nicht erwartet. Die Ermittlungen führen in verschiedene Richtungen und man überlegt selbst wer denn der Täter gewesen sein könnte. Es gibt viele Verwicklungen und irgendwie steckt jeder mit drin. Somit ist auch der Kriminalfall selbst durchaus spannend und kommt ohne Längen und Langeweile aus.

     

    Auch die schönen und lustigen Anekdoten abseits des Kriminalfalls haben mir gefallen. Das bringt den Hörer näher an das Fredenbüller Volk.

     

    Auch wenn es vom Autor selbst gelesen ist, hat er mir als Sprecher gut gefallen. Das Hörbuch ist toll gelesen.

     

    Fazit: Eine gelungene Mischung zwischen Kriminalfall, Lokalkolorit und Humor.

  14. Cover des Buches Markttreiben (ISBN: 9783956390807)
    Nicola Förg

    Markttreiben

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Wedma

    Markttreiben von Nicola Förg habe ich gern gehört. Zum Nebenbei, beim heimischen Werkeln eignet sich dieser gemütliche Regio-Krimi ganz gut.


    Klappentext beschreibt den Anfang recht gut: „Schöner sterben im Voralpenland.

    In Peiting ist Hollywood ausgebrochen, und die Marktgemeinde ist gespalten: Die einen sehen sich schon als neue Stars, die anderen wettern gegen dumme Bayernklischees. Als Leo Lang, glühender Verehrer des Films, erwürgt aufgefunden wird und teures Equipment verschwunden ist, beginnt Kommissar Gerhard Weinzirl zu ermitteln. War es wirklich ein Raubmord? Was er entdeckt, erschüttert die sonst so liebliche Bayernidylle...“

     

    Erst wird man ordentlich, zusammen mit Weinzirl, auf die falsche Fährte geschickt. Hier gibt es eine Figur, die sich kritisch über die Massenmedien äußert und gegen die Volksverdummung mittels Fernsehen wettert. Schon nicht übel.

    Im Mittelteil ist Weizirl schwer verliebt, das bringt ihm aber kein Glück, eher ein gutes Motiv, der Sache auf den Grund zu gehen.

    Zum Schluss fliegt er nach Südafrika, um dort, auf einer Farm, die auf Tourismus spezialisiert ist, weiter zu ermitteln. Hierfür nimmt er seine langjährige Freundin Joe mit. Eine schöne Ferien-Villa haben sie dort. Hier ist man in der südafrikanischen Natur unterwegs, begegnet den Gnues und Giraffen, macht mit bei dem lokalen Wirt, der die Tiere pflegt usw.

    So eine ziemlich ungewöhnliche Wendung für einen Oberbayern-Krimi, fand ich aber, dass dies für eine nette Abwechslung sorgte. Der Schluss erschien mir etwas an den Haaren vorbei. Auch wenn alles bis ins Kleinste erklärt wurde.

    Fazit: Eine nette Folge mit Weinzirl und Joe. Höre gerne weitere Krimis aus der Feder von Nicola Förg.

  15. Cover des Buches Nun ruhet sanft (ISBN: 9783548062174)
    Inge Löhnig

    Nun ruhet sanft

     (123)
    Aktuelle Rezension von: Ute_Bollig

    Im siebten Tein der Reihe um Kommissar Dühnfort geht es um den Mord an einer Mutter und ihren beiden Kindern. Dühnfort hat schnell den Täter für sich identifiziert und schießt sich völlig auf diesen ein. Bis er bemerkt, dass er eventuell einen Fehler damit begangen hat, ist es fast zu spät.

    Auch dieser Band um Kommissar Dühnfort hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann gezogen und mich begeistert.

  16. Cover des Buches Tee? Kaffee? Mord! - Zum Ersten, zum Zweiten ... und tot (ISBN: 9783785782767)
    Ellen Barksdale

    Tee? Kaffee? Mord! - Zum Ersten, zum Zweiten ... und tot

     (11)
    Aktuelle Rezension von: parden
    WAS IST LOS IM COTTAGE?

    Was geht im Haus des alten Mr Stevenson vor sich? Nach dessen Tod wurde das abgelegene Cottage von dem Bolivianer Carlos Ramon Alvarez für einen Fantasiepreis ersteigert. Und seitdem geschehen dort merkwürdige Dinge. Nathalies und Louises Spürsinn ist geweckt. Sie stellen Nachforschungen an und finden Erstaunliches heraus: Alvarez und der alte Mr Stevenson kannten sich! Und Stevenson verfügte über mehr Geld, als er eigentlich hätte haben dürfen. In einer waghalsigen Aktion verschaffen sich Nathalie und Louise Zutritt zum Cottage. Doch was sie hinter der Fassade des malerischen Landhauses entdecken, sind Verbrechen, von denen Geldwäsche und Waffenschmuggel noch die harmlosesten sind...

    Dies ist bereits der achte Band der bisher 8bändigen Reihe englischer Kurzkrimis, bei Audible als ungekürzte Hörbuchfassung (5 Stunden und 3 Minuten) erhältlich. Gelesen wird das Buch von Vera Teltz, die den Vortrag erneut ruhig und unaufgeregt gestaltet, dabei aber durchaus zu fesseln weiß.

    Die Arbeiten an Nathalies geplantem Landmarkt gehen voran, auch wenn sie von einem mysteriösen Anwalt immer wieder Angebote erhält, ihr den Markt sowie das dazugehörige Grundstück zu einem Mehrfachen dessen abzukaufen, was sie selbst dafür bezahlt hat. Der ominöse Auftraggeber dieser Angebote bleibt im Hintergrund, doch wird rasch deutlich, dass er auch vor härteren Maßnahmen nicht zurückschreckt... Doch Nathalie ahnt, weshalb dieser geheimnisvolle Bieter scharf ist auf das Grundstück - und bleibt hart.

    Die Ereignisse um den Landmarkt stellen jedoch nur den Nebenschauplatz dar. Im Fokus steht diesmal ein altes Cottage, das bei einer Auktion in buchstäblich letzter Sekunde von einem Bolivianer ersteigert wurde, der als Begründung eine sentimentale Geschichte rund um Kindheitserinnerungen auftischte. Nathalie und ihre Köchin Louise finden jedoch rasch heraus, dass diese Geschichte allenfalls dem Reich der Märchen zuzuordnen sind - und wittern ein Geheimnis. Diesmal geraten sie in Ermittlungen, die für sie womöglich eine Nummer zu groß sind...

    In dieser Folge gewinnt der Fall, der seit einigen Bänden immer wieder eine Rolle spielt, deutlich an Brisanz und Präsenz. Nathalie werden nicht nur lästige finanzielle Angebote gemacht, sondern sie sieht sich auch Einschüchterungsmaßnahmen und Bedrohungen gegenüber, die deutlich machen, dass es sich hier - wie vermutet - um etwas Großes handelt. Dass dieser Fall nun gleichwertig zu den eigentlichen Ermittlungen in diesem Band steht, hat mich etwas gestört, da die Vorgänge im Cottage dadurch eher 'nebenher' abgehandelt wurden.

    Insgesamt bot Ellen Barksdale einmal mehr einen dörflichen Krimi mit Wohlfühlcharakter, nicht reißerisch spannend, aber doch so, dass ich diese Folge der Cosy Crime Reihe am liebsten in einem Rutsch gehört hätte... Ich freue mich jedenfalls auf weitere Bände, die hoffentlich bald erscheinen.

  17. Cover des Buches Tödliches Sushi (ISBN: 9783839223475)
    Christof A. Niedermeier

    Tödliches Sushi

     (18)
    Aktuelle Rezension von: buecherwurm1310

    Kurz nachdem der japanische Geschäftsmann Hayato Watanabe auf der Loreley noch das „Rheinisches Sushi“ genossen hat, wird er in der Nähe des Restaurants tot aufgefunden. Er wurde brutal ermordet und sein Kopf als Trophäe mitgenommen. Jo Weidinger ist nicht nur Restaurantbesitzer, er ermittelt auch für sein Leben gerne. Als er erfährt, dass es seinen Gast getroffen hat, muss er einfach herausfinden, was geschehen ist. Doch schon bald gibt es einen weiteren toten Japaner.

    Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. Sowohl die Örtlichkeiten, als auch die Charaktere sind gut dargestellt. Jo Weidinger ist ein sympathischer Typ, der das Ermitteln einfach nicht lassen kann. Auch wenn die Polizei das gar nicht gerne sieht, kann er gar nicht anders, er muss ermitteln. Dabei entdeckt er schon bald erste Spuren, die allerdings nach Tokio führen. Da dort ein Bekannter von ihm lebt und die Betriebsferien vor der Tür stehen, unternimmt er kurzerhand einen Freundschaftsbesuch in Japan. So lässt sich das eine mit dem anderen verbinden. Japan hat es ihm schnell angetan, woran eine attraktive Frau auch nicht ganz unschuldig ist. Die japanische Professorin für Geschichte ist auch bei den Ermittlungen eine große Hilfe. Er entdeckt ein altes Geheimnis und begibt sich in große Gefahr.

    Durch Kiki bekommt man einen guten Überblick über japanische Traditionen und heutige Lebensweisen.

    Zwischenzeitlich konnte man auch schon mal die kranken Gedankengänge des Täters kennenlernen.

    Am Ende des Buches gibt es einige Rezepte.

    Dieser spannende Krimi hat mich gut unterhalten.

  18. Cover des Buches Der Totenversteher (ISBN: 9783898095501)
    Sue Schwerin von Krosigk

    Der Totenversteher

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomarie

    Hartung Siegward Graf von Quermaten zu Oytinghausen, kurz nur Hasi genannt, ist von liebenswerter Naivität. Leider gehört er zum armen Teil der adligen Verwandtschaft, aber er wird reihum gern zu Gast aufgenommen und genauso gern wieder weitergereicht. Doch dann hat er im Souterrain des Hauses der Tante eine Wohnung gefunden und nicht nur das, nach ihrem Ableben ist er ihr Erbe. Plötzlich reich! Das veranlasst seinen Cousin das Vermögen für Hasi anzulegen, aber leider bei einem Betrüger und Hasi steht mal wieder ohne einen Pfennig Geld da. Außerdem ist er noch ins Fadenkreuz eines Killers geraten. Gut das Tante Pudel ihm auch aus dem Jenseits mit Ratschlägen zur Seite steht.


    Das ist ein humorvoller Krimi, der mir rundum Spaß gemacht hat. Der Spleen der adligen Quermatens, alle mit kuriosen Spitznamen zu bedenken, ist witzig. Tante Pudel, Cousin Brezel und Hasi tragen ihre Namen mit Stolz. Sie halten auch zusammen, denn die Familie geht über alles, was dann auch schon mal zu kuriosen Begebenheiten führt.


    Hasi ist durch und durch liebenswert, naiv und höflich, er ist hilfsbereit und gäbe ohne Bedenken auch sein letztes Hemd. Aber gerade durch seine Naivität meistert er jede Situation, wenn er die Kunst des Small Talks bis zur Vollendung zelebriert, bleibt kein Auge trocken.


    Ein kleiner Krimi, aber große Unterhaltung mit viel Situationskomik und Tempo.

  19. Cover des Buches Wölfe an der Côte d'Azur (Kommissar Duval 5) (ISBN: B07B3Y615Q)
    Christine Cazon

    Wölfe an der Côte d'Azur (Kommissar Duval 5)

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Wedma

    Klappentext beschreibt den Inhalt sehr gut: „Streit zwischen Tierschützern und Schäfern: Léon Duval ermittelt in den Bergen.
    Der 5. Fall der beliebten Frankreich-Krimis von Christine Cazon führt Léon Duval, Kommissar aus dem südfranzösischen Cannes, in die raue Welt der französischen Seealpen im Hinterland der Côte d’Azur. Eigentlich wollte er dort mit seinen Kindern und der Freundin Annie nur ein paar Tage Ski-Urlaub machen. Doch dann erhält Annie eine Nachricht und ein verstörendes Foto zugeschickt. Die Überreste eines vermisst gemeldeten Mannes wurden in der Nähe von Duvals Urlaubsort gefunden. War es Mord oder wurde er, wie gemunkelt wird, Opfer eines Wolfsangriffs?
    Das würde den Wolfsgegnern, den Schäfern in den Bergen und den meisten Dorfbewohnern ins Konzept passen, nicht aber den Naturschützern, den Tourismus-Managern und den Rangern, die den Wolf im Nationalpark Mercantour schützen. Schnell merkt Duval, dass das Thema Wolf einiges an Konfliktpotenzial birgt. Die Gendarmerie, die vor Ort ermittelt, bleibt stumm. Annie und Duval beginnen, auf eigene Faust zu recherchieren. Findet sich ein Teil der Wahrheit im frühlingshaften Cannes?“


    Eigentlich hat dieser Roman alles für einen gelungenen Cosy-Krimi: Einen Toten oben in den Bergen, die Ermittlungen, die Leon Duval inoffiziell führt, da er da oben nicht zuständig ist, seine Partnerin Annie, die ihm hilft und mit ihm zusammen zum Tatort geht, ihn den Einheimischen vorstellt und ihn manchmal mit Informationen versorgt. Zudem gibt es regionales Essen samt Wein, schöne Naturbeschreibungen des Frühlings und des Winters in den Bergen. Da kann schon Urlaubsfeeling aufkommen, man taucht in diese faszinierende Welt eint. Und von Wölfen, den Meinungen Pro& Contra Wölfe an der  Côte d’Azur, sehr detailliert ausgearbeitet, und Schafen, samt der Geburt der Lämmer und ihrer Rettung, gibt es in Hülle und Fülle. Dennoch kann ich hier nicht mehr als drei Sterne vergeben. Warum?


    Der Roman ist mir zu sehr nach Schema F.  Zudem ist er wie für Minderbemittelte geschrieben worden: Zu viele Erklärungen und Stoffwiederholungen, zum Schluss die gesamte Story im schnellen Durchlauf nochmals, „weil es so schön ist“. Der Mörder taucht irgendwann aus dem Nichts auf, und es wird relativ schnell klar, dass er das auch ist. Mich langweilt so etwas ungemein. Keine intellektuelle Herausforderung. Dafür aber jede Menge Fertigbrei, den man nur zu schlucken braucht, der wird einem schon in mundgerechte Stücke serviert. Einschläfernd. Zu dem ging es nicht so sehr um den Fall an sich, sondern da stand die eher ungelenk vermittelte Infoversorgung der Leser im Vordergrund, i.e. Familienleben, regionaltypisches Essen/Trinken und Pro& Contra Wölfe waren die Prioritäten hier. Eine Art Mix aus einer seichten Vorabendserie und Doku über Wölfe. Der Mord erschien vor diesem Hintergrund eher als eine Alibiveranstaltung.


    Gelesen wurde es von Hans Jürgen Stockerl. Gekonnt und ganz nett: Alle Figuren sind ihm sehr gut gelungen, alle Stimmen und Stimmungen wie Frauenweinen, Kindergespräch, usw. gleich wiedererkennbar.


    Hörbuch, Spieldauer 9 Stunden 52 Minuten, ungekürzte Ausgabe.


    Fazit: Alle Zutaten für einen guten Krimi sind da, sie werden leider nicht wirklich zu einem spannenden Fall. Nebenbei, beim heimischen Werkeln kann man den Krimi gut hören, sonst ist die Gefahr einzuschlafen ziemlich hoch :-)

  20. Cover des Buches Das letzte Achtel (ISBN: 9783740805340)
    Günther Pfeifer

    Das letzte Achtel

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Langeweile
    Inhalt übernommen:

    Rohrweihen sind Greifvögel und eher unauffällig. Aber wenn siebenunddreißig Stück tot im Kreis liegen, kann das schon ein bisschen auffallen.
    Und wenn in der Mitte des Kreises ein Toter liegt, fällt das auf jeden Fall auf.
    Dabei ist Retz eigentlich ein reizender Ort: eine Windmühle, ein Kellerlabyrinth unter dem historischen Hauptplatz - und natürlich das Weinlesefest.
    Aber das kann auch verdammt tödlich enden.
    Zum Glück bringen Hawelka und Schierhuber Licht ins mörderische Dunkel.

    Meine Meinung:

    Die beiden außergewöhnlichen Ermittler nähern sich ihrem Auftrag auf eine sehr gemächliche Weise. Oft sind Ihre Gedanken dabei mehr im privaten Bereich, wo es einige Missverständnisse gibt, angesiedelt.
    Obwohl mir der einfließende Humor und die vielen speziellen Begriffe, welche in Fußnoten erklärt wurden, gut gefiel, war mir die eigentliche Krimihandlung etwas zu wenig.
    Aufgrund der liebenswerten Protagonisten, die sehr detailliert geschildert waren, gab es zwar viel zu lachen,aber wenig Spannung.

    Fazit:

    Sympathische Protagonisten, viel Humor, wenig Krimi.
  21. Cover des Buches Madame le Commissaire und die tote Nonne (Isabelle Bonnet 5) (ISBN: B07BHJ81VM)
    Pierre Martin

    Madame le Commissaire und die tote Nonne (Isabelle Bonnet 5)

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar
    Der Anfang: »Es hörte sich einfach an und war doch so schwer: Vivre le moment présent! Nicht an die Vergangenheit denken, auch nicht an die Zukunft, sich vielmehr ganz auf den Augenblick Besinnen. Isabelle, die mit geschlossenen Augen im Schatten einer Pinie saß, lächelte leise vor sich hin.«

    Vivre le moment présent

    Ich dachte, für den Sommer probierst du einen Provence-Krimi von Spiegel-Bestsellerautor Pierre Martin. Es ist der fünfte Teil, doch man kann sofort einsteigen, ohne die anderen Bände zu kennen. Madame le Commissaire sitzt mit ihrer Freundin in den Gärten von Fragolin in der Provence. Es ist der Geburtsort der Kommissarin, in dem sie derzeit auch arbeitet. Von einer steil abfallenden Klippe der Gärten ist eine Nonne herabgestürzt, vermutlich beim Kräutersammeln. Oder wollte sie Selbstmord begehen? Für die örtliche Polizei ist der Fall klar: ein Unfall oder Suizid. Akte geschlossen, lediglich die Identität der Frau ist noch zu klären. Doch wer ist diese Nonne, welchem Orden gehört sie an, aus welchem Kloster kam sie angereist? Isabelle Bonnet ist nicht überzeugt, dass Fremdverschulden auszuschließen ist.

    Der Anfang gefiel mir, aber je länger dieses Buch fortschritt, um so weniger konnt ich mich mit dem Krimi anfreunden. Madame le Commissaire, Isabelle Bonnet ist eine »Madame Bond«. Super ausgebildet, kann sie und weiß sie immer mehr als alle anderen, ist allen Menschen hochüberlegen, behandelt ihren Assistenten wie einen netten Trottel. Sie selbst ist von sich mehr als überzeugt, und sie ist obendrein schön, alle Männer liegen ihr zu Füßen. Ihr Chef in Paris ist ein kranker Trottel, ihre beste Freundin ist auch nicht besonders schlau, ein Schmetterling, der von Mann zu Mann flattert. Madame selbst hat ungezwungen zwei Liebhaber.

    »Na, wie kommt er damit klar?«, fragte ihre Freundin. Sie wusste genau, worauf Jacqueline anspielte, stellte sich aber ahnungslos. »Womit?«
    »Mit eurem Arrangement. Schließlich warst du noch vor zwei Wochen mit Rouven in der Karibik auf Saint-Barthélemy. Weiß Thierry davon?«
    »Natürlich, aber wir reden nicht darüber. Jetzt bin ich ja wieder hier.«
    Jacqueline lachte. »Du bist schon eine coole Socke. Hast zwei Männer gleichzeitig.«

    Der eine ist Thierry, der Bürgermeister von Fragolin, der andere, Rouven, ein schwerreicher Adliger und supernetter Kunsthändler, der sogar Fahrrad fährt. Im nächsten Augenblick holt er Madame durch den Chauffeur mit dem Bentley ab und es geht mit der Jacht oder dem Flugzeug zu einer Veranstaltung. Als Isabel aber einen der Männer dabei erwischt (sie lässt polizeiintern nachforschen) einen anderen Hasen im Bett zu haben, wird sie stinksauer. Sie leitet eine Einheit, bestehend aus ihr und ihrem Assistent, werden aus Paris geleitet, für was auch immer, anscheinend gibt es nicht ernsthaft etwas zu tun, man lungert rum. Deswegen hat man Zeit für die Nonne. Ich liebe starke Frauenfiguren, aber die hier ist mir zu narzisstisch, und noch schlimmer: Sie ist Fantasy. Das ist Geschmacksache. Aber ich empfinde solche Romanfiguren schwach, unglaubwürdig, männlich wie weiblich. Nervig ist die Figur Apollinaire, der Assistent von Madame, der ergeben, gebetsmühlenartig seine Chefin lobpreist.

    Zur Story: Nachdem Madame auf eigene Faust im Fall der Nonne ermittelt, eine Spur verfolgt, bekommt sie den Fall übertragen, findet heraus, aus welchem Kloster sie stammt. Es gibt zwei weitere tote Nonnen. Madame macht, was sie will, scheinbar hat sie sonst keine Aufgaben, schönes Polizeileben, kommt und geht, wann sie will. Apollinair ist immer im Büro, ackert akribisch, während Madame sich ins Restaurant verflüchtigt. Sie ermittelt verdeckt im Kloster als Nonne, gibt sich ständig bei Zeugenbefragungen als jemand anderes aus (Schwester der Toten, Beauftragte des Klosters usw.), oder sie spielt die verführerische Femme fatale. Ab der Mitte sollte dem Leser klar sein, wer der Mörder der Nonnen ist. Das Buch wäre zu kurz, drum brauchen Madame le Commissaire und Apollinaire etwas länger, tapsen in die falsche Richtung, was jedoch nicht zu ihrer angeblichen Genialität passt.

    »Zu deiner Entscheidung, Paris adieu zu sagen, um fortan im Süden zu leben. Ich verstehe ich dich mit jeder Minute besser.«
    Isabelle schmunzelte. »Oui, c’est pas mal. Man kann sich daran gewöhnen.«
    »Du hast es verdient, nach allem, was geschehen ist.«
    »Wenn du meinst. Santé!«

    Die Provence wird nett beschrieben, macht Lust auf Urlaub, die Landschaft hat der Autor anschaulich dargestellt. Es sind einfache Worte, Sätze, die man versteht (Ich beherrsche kein Französisch!), die sich aus dem Kontext ergeben. Eigentlich finde ich das sehr sympathisch. Leider wird es überzogen und so ziemlich jede einzelne Vokabel im nächsten Satz auf Deutsch erklärt, indem man im Nachsatz das Ganze wiederholt. Das nervt. Braucht der Krimi so viel Französisch? Eigentlich nicht, aber auf keinen Fall die Nachsatzübersetzungen. Es klingt, als wollte jemand mit dem Hammer französisches Flair reinknallen. Sprache jedoch macht nicht den Flair einer Region aus. Was eigentlich ganz nett anfing, hat mich am Ende nur noch genervt: Die Figuren, der Plot an sich, das Französisch und die Stimme der Sprecherin.

    Was Hörbücher betrifft, bin ich ein sehr verträglicher Hörer. Ganz, ganz selten gefällt mir der/ die Sprecher*in nicht. Gabriele Blum hat mein Gehirn allerdings gereizt. Geschmacksache. Viele Passagen liest sie in einem Affentempo, gehetzt, als wäre der Teufel hinter ihr her (am Ende dann dieses tiefe Einatmen). Andere Stellen klingen gelangweilt. Und wenn sie die Stimme verstellt, klingt das Ganze nur noch schrecklich. Dem armen Apollinaire unterstreicht sie stimmlich seine Unterwürfigkeit und Dümmlichkeit (dumm ist er ja gar nicht, sogar ziemlich gebildet), was ihn noch nerviger macht. Dümmlich, weil er bunte Socken mit Muster trägt und überhaupt – er mag bunte Kleidung. Auch so eine komische Sache, dem Leser weismachen zu wollen, bunt beim Mann sei etwas, was lächerlich wirkt.

    Ein Hörbuch, bei dem ich entspannen wollte, das klappte anfänglich, eine Geschichte, die mich jedoch zum Ende hin reizte. Alles Geschmack. Am Ende fand ich alles von A-Z unglaubwürdig, leider. Und ich fragte mich, was hier das Thema war? Wo ist die Message an den Leser? Beides nicht vorhanden. Mord – Ermittlung – Täter gefunden. Das reicht bei mir nicht. Madame le Commissaire, Isabelle Bonnet, ich habe kein weiteres Bedürfnis mehr von ihr zu erfahren. Vielen Lesern gefällt die Madame, soll jeder selbst entscheiden, über Kunst, Musik und Literatur streiten wir nicht. 
  22. Cover des Buches Tod eines Weinbauern (ISBN: 9783954751730)
    Evelyne Weissenbach

    Tod eines Weinbauern

     (14)
    Aktuelle Rezension von: peedee

    Luise Pimpernell, Band 2: Oberst Luise Pimpernell erhält die Meldung über einen Toten im Weinberg in Schilfern. Ein Toter in ihrem Geburts- und Wohnort? Grosse Bestürzung, als sie den Toten erkennt: der alte Emser! Häufig hat sie mit ihm zusammen in seinem Weinkeller gesessen und sich einen guten Tropfen kredenzen lassen. Sie verspricht ihm, seinen Mörder zu finden, denn dass es Mord war, ist gewiss. Die ersten Ermittlungen in der Familie gestalten sich schwierig, denn da liegt einiges im Argen. Das Interesse am Weinberg ist gross…

    Erster Eindruck: Auf dem Cover ein paar einzelne Trauben an einem Weinstock – passt sehr gut zum Titel.

    Dies ist Band 2 einer Reihe, kann aber unabhängig vom Vorgängerband gelesen werden. Für mich ist es nun die zweite Begegnung mit der doch etwas skurrilen Luise Pimpernell. Sie hat einen mehr als eigenwilligen Kleidungsstil und ihr Auftritt bleibt den Menschen jeweils im Gedächtnis. Das hat doch auch was, oder? Zudem hat sie einen Hang zum morbiden Humor. Sie arbeitet auch in diesem für sie sehr persönlichen Fall wieder mit Roman Grümpl zusammen – der versteht sie wenigstens.

    Als „die Pimpernell“ bei der Familie für ihre Ermittlungen erscheint und mitteilt, dass der Verstorbene in der Pathologie sei und die Freigabe für die Beerdigung noch einige Tage dauern würde, hat mir die Antwort der Tochter schier die Sprache verschlagen: „Das ist gut. So knapp vor Weihnachten hat eh keiner von uns für irgendetwas Zeit.“ Wie so häufig ist auch in der Familie Emser nicht alles Friede, Freude, Sonnenschein. Es scheint, als hätte die Pimpernell in ein Wespennest gestochen. Gibt es ein Testament? Um welche Erbmasse geht es überhaupt? Erstaunlicherweise befindet sich im offen zugänglichen Tresor im Büro des alten Emsers sehr viel Geld – wieso lagerte er solche Mengen zu Hause? Selbstverständlich sind die Familienangehörigen nicht die einzigen Verdächtigen…

    Erbrecht, Familie, Spielsucht, Verträge – dies sind nur einige der behandelten Stichworte. Der Krimi hat sich flüssig lesen lassen. Für mich hätte es mehr Spannung haben dürfen. Ich vergebe für den Neusiedlersee-Krimi gerne 4 Sterne.

  23. Cover des Buches Brennende Cevennen (ISBN: 9783462050752)
    Anne Chaplet

    Brennende Cevennen

     (30)
    Aktuelle Rezension von: WinfriedStanzick


     

    Anne Chaplet hat eine neue Krimireihe gestartet, die sie in der wilden Landschaft des Vivarais am Fuße der Cevennen spielen lässt, wo sie selbst seit vielen Jahrzehnten einen Teil ihres Lebens verbringt. Man spürt ihren Beschreibungen von Natur und Menschen ab, wie sehr sie dieses Land liebt und wie sie sich immer wieder mit ihm und seinen Bewohnern auseinandersetzt. Die sind nämlich in einer langen auf die Hugenotten zurückgehenden Tradition in ihrer Mehrheit rebellisch. Viele Aussteiger und Propheten leben dort und halten die alten Traditionen hoch. Nicht immer gleich verständlich und nachvollziehbar für Fremde, die sich dort niedergelassen haben. So wie die 42 – jährige, frisch verwitwete Tori Gordon, eine ehemalige Anwältin aus Deutschland, die sich dort niedergelassen hat und nach einer neuen Lebensaufgabe sucht.

     

    Tori Gordon hat den Tod ihres Mannes Carl, der von Hugenotten abstammte und in dieser Gegend aufwuchs, noch immer nicht ganz überwunden und auch die Ereignisse, die im ersten Band der Reihe beschrieben wurden und die sie selbst in Lebensgefahr brachten, sind ihr noch gut in Erinnerung. Ihr neuer Freund, zu dem sich eine zarte Liebe entwickelt hat, ist selten bei ihr, weil er bei seinen Restaurationsarbeiten in weit entfernten Regionen Frankreichs anwesend sein muss.

     

    Nun ist es Sommer. Es hat wochenlang keinen Tropfen geregnet, der Boden und die Felder sind ausgetrocknet. In solchen Zeiten war es schon immer normal, dass es in den Cevennen brennt, auch wenn es nicht wie vor langer Zeit unter dem Schlachtruf „die Cevennen müssen brennen“ gegen die widerspenstigen und andersgläubigen Hugenotten ging, sondern entweder durch Selbstentzündung Flächen brannten, oder durch Brandstiftung bestimmte Geschäfte befördert werden sollten.

     

    Das Buch beginnt, als Tori Gordon und ihr Hund July, den sie im letzten Band aufgenommen und lieb gewonnen hatte, durch einen Feueralarm aus dem Schlaf gerissen werden. Wie gesagt, seit Jahrhunderten prägt das Feuer die wilde Landschaft und die Menschen des Vivarais. Dort, wo einst zur goldenen Zeit der Seidenraupenzucht unzählige Maulbeerbäume standen, jagt der Wind die Flammen über Berge und Ebenen. Tori macht sich sofort auf die Suche und findet auf einer Hochebene neben den verkohlten Überresten eines Wohnwagens die Leiche eines Hundes. Franco Jeger, ein Schweizer Bürger, Bewohner des Wohnwagens und Besitzer des toten Hundes, ist spurlos verschwunden.

     

    Und wieder macht sich Tori auf die Suche, denn dass Jeger seinen eigenen Hund umgebracht haben sollte, kann sie sich nicht vorstellen. Wieder wird sie unterstützt von Nico, dem ehemaligen Drogenfahnder aus Deutschland, der wie so viele andere Auswanderer Belleville zu seiner neuen Heimat erkoren hat, und dieses Mal von ihrem treuen Pitbull July.

     

    Doch es bleibt nicht bei diesem einen Brand. Bald bricht ein zweiter aus, der Prototyp eines Hauses einer geplanten und umstrittenen Feriensiedlung brennt aus. Der grausige Fund in dem Haus, schlägt sogar dem erfahrenen Polizeikommissar auf den Magen. Bald wird klar: beide Feuer wurden absichtlich gelegt. Aber warum? Wer hat welche Interessen?

     

    Tori ermittelt wieder auf eigene Faust, stößt wie schon beim ersten Mal im Dorf auf eine Mauer des Schweigens, denn bei aller Wahrheitsliebe: die Dorfgemeinschaft darf keinen Schaden nehmen. So war das schon immer und so wird es bleiben. Da ändert auch ein Drohbrief nichts, den Tori erhält und dessen Herkunft bis zum Ende unaufgeklärt bleibt. Es scheint so zu sein, dass manche, die im Dunkel bleiben wollen, Tori nicht länger im Dorf dulden wollen.

     

    Der Fall wird gelöst, eine Strafe erhält wie schon im ersten Band keiner, der Dorffrieden ist wieder hergestellt, aber nicht nur der anonyme Brief dieselt in Tori weiter. Man darf auf den dritten Band gespannt sein und wie dort die Frage beantwortet wird, wie und ob sich Tori in Belleville weiter halten kann. Und wie ihre Beziehung zu dem jungen Restaurator weiter geht.

     

    Wieder bezaubern wundervollen Landschaftsbeschreibungen, noch mehr neue Personen aus dem Dorf, viele historisch interessante Verweise und eine spannende Handlung den Leser.

     

     

     

     

     

  24. Cover des Buches Herrentag: Anwalt Fickels erster Fall (Anwalt Fickel 1) (ISBN: B078GS6WGG)
    Hans-Henner Hess

    Herrentag: Anwalt Fickels erster Fall (Anwalt Fickel 1)

     (2)
    Aktuelle Rezension von: wampy
    Buchmeinung zu Hans-Henner Hess – Herrentag

    „Herrentag“ ist ein Kriminalroman von Hans-Henner Hess, der 2013 im DuMont Buchverlag erschienen ist. Die ungekürzte Lesung durch Martin Baltscheit ist 2018 bei Audible Studios erschienen.

    Zum Autor:
    Hess verbrachte seine Jugend im Schatten der Berliner Mauer mit Tagträumen, Nachtwandeln und dem Züchten von winterharten Zierkakteen. Einer verlorenen Wette wegen wurde er Jurist. Seine Erfahrungen im Justizalltag verarbeitet er nun in flotten Krimis um den Meininger Anwalt Fickel und dessen alles überragende Exfrau, die Oberstaatsanwältin Gundelwein.

    Klappentext:
    Der Fickel steht als Rechtsanwalt am Meininger Gericht auf der Karriereleiter ganz unten. Er ist Terminvertreter (im Fachjargon »Terminhure«) und springt in Verhandlungen ein, wenn der ›richtige‹ Anwalt verhindert ist. Dass so einer Verteidiger in einem Mordverfahren wird, kann nur in einem Nest wie Meiningen passieren: Sylvia Kminikowski, designierte Amtsgerichtsdirektorin, wird ermordet im Englischen Garten aufgefunden. DNA-Spuren führen zu René Schmidtkonz, dem Enkel von Fickels Vermieterin. Also gibt der Fickel sich einen Ruck und vergräbt sich in den Fall. Obwohl er sich im Strafrecht nicht besonders gut auskennt, stößt er schon bald auf Ungereimtheiten, die seinen Mandanten entlasten könnten. Ein massives Problem jedoch bleibt: die Oberstaatsanwältin Gundelwein, die im Allgemeinen auf Männer nicht gut zu sprechen ist und im Besonderen auf den Fickel. Sie ist Fickels Exfrau und sähe nichts in der Welt lieber, als dass er sich in seinem ersten großen Fall bis auf die Knochen blamiert …

    Meine Meinung:
    Es hat ein wenig gedauert bis ich in die Geschichte gefunden habe. Der Humor ist ein bisschen eigen zwischen Anwaltsumfeld und Altherrenwitzen. Aber dies bessert sich im Laufe der Geschichte deutlich. Die Geschichte aus der thüringischen Provinz macht mehr her, als der erste Eindruck vermittelt. Der Autor zeichnet die Figuren liebevoll und mit einem guten Blick für Details. Manche Punkte wirken ein wenig klischeehaft und der Fickel braucht seine Zeit, bis er sich in den Fall gebissen hat. Er wirkt recht chaotisch, aber auch als Underdog sympathisch. Es gab einige Überraschungen und eine überzeugende Auflösung, die den lahmen Beginn nahezu aufwiegen.

    Sprecher:
    Martin Baltscheit macht einen soliden Job und empfiehlt sich für weitere Aufgaben.

    Fazit:
    Nach schwachem Start wird es ein interessanter und unterhaltsamer Regionalkrimi, der vor allem mit seiner Hauptfigur punkten kann. So reicht es am Ende für drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten). Ich werde dem Folgeband eine Chance geben.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks