Bücher mit dem Tag "haft"
47 Bücher
- Colleen Hoover
Reminders of Him – Für immer ein Teil von dir
(688)Aktuelle Rezension von: Bookworm_99Kenna versucht nach einem tragischen Fehler ihr Leben wieder aufzubauen, dabei will sie vor allem eines: ihre Tochter kennenlernen. Doch die Menschen aus ihrer Vergangenheit machen es ihr nicht einfach, allen voran Ledger, der zwischen Loyalität und seinen Gefühlen hin und hergerissen ist. Zwischen Schuld, Vergebung und Hoffnung auf einen Neuanfang stellt sich die Frage, ob Kenna je einen Platz im Leben ihrer Tochter bekommen kann.
Ich muss ehrlicherweise sagen das Buch hat mich irgendwie gepackt, auch wenn es kein Highlight war.
Kenna war mir grundsätzlich sympathisch, auch wenn ich ihre Entscheidungen nicht immer ganz nachvollziehen konnte, vor allem in Bezug auf ihre Vergangenheit. Die ganze Geschichte rund um den Unfall und die Zeit danach hätte meiner Meinung nach noch etwas besser ausgearbeitet werden können.
Ledger hingegen mochte ich gerne. Er ist ein herzensguter, loyaler Mensch mit starkem Beschützerinstinkt. Sein innerer Konflikt zwischen Loyalität und seinen Gefühlen war greifbar und hat der Geschichte viel gegeben.
Dann ist da noch Diem, sie ist einfach zuckersüss und ein kleiner Lichtblick in der ganzen Story.
Insgesamt hat mich die Geschichte gut unterhalten und sogar stellenweise zu Tränen gerührt, auch wenn sie mich nicht komplett überzeugen konnte.
- Stefan Zweig
Schachnovelle
(1.514)Aktuelle Rezension von: AirdemDie „Schachnovelle“ ist ein Werk, an das man aufgrund seines Rufes mit einer enormen Erwartungshaltung herangeht. Stefan Zweig schreibt handwerklich natürlich auf einem extrem hohen Niveau; die Sprache ist präzise, elegant und schafft es, die beklemmende Atmosphäre der Isolation und den darauffolgenden geistigen Verfall greifbar zu machen.
Dennoch muss ich sagen: Das Buch war für mich eher „nett“ als ein absolutes Highlight. Die psychologische Tiefe des Protagonisten und sein Kampf gegen die „Schachvergiftung“ sind zwar faszinierend, aber die Geschichte blieb für mich hinter den hohen Erwartungen zurück. Es fehlte mir der letzte Funke, der die Erzählung von einer soliden Novelle zu einem packenden Erlebnis gemacht hätte. Vielleicht liegt es an der Kürze des Textes, dass manche Entwicklungen für mich zu schnell abgehandelt wirkten.
Insgesamt ein lesenswerter Klassiker, der handwerklich überzeugt, mich emotional aber nicht so tief greifen konnte, wie ich es erhofft hatte.
- Ferdinand von Schirach
Kaffee und Zigaretten
(185)Aktuelle Rezension von: my_waterdropWieder schön in die kleinen Welten des Alltags einzutauchen und dank Ferdinand von Schirach bleibt das Alltäglich an uns haften und begleitet uns, so dass wir noch eine ganze Weile länger über die Begebenheiten nachdenken.
Es ist ein kurzes Buch, das sich auch gut unterwegs lesen lässt. Doch es ist zu empfehlen sich bewusst auf die etwas düstere und deprimierende Stimmung einzulassen. Eine Lektüre für deren Konsum der Leser bewusst einen Zeitpunkt wählen muss. - Ethan Cross
Ich bin der Zorn
(362)Aktuelle Rezension von: belli4charlotteIch habe den vierten Shepherd‑Band mit einer Mischung aus Vorfreude und Skepsis begonnen – und leider hat sich Letzteres am Ende stärker bestätigt. Der Einstieg funktioniert noch gut: Tempo, Brutalität, dieses typische Cross‑Gefühl von „Okay, das wird heftig“. Aber je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher bricht sie unter ihrem eigenen Anspruch zusammen.
Was mich am meisten frustriert hat, ist die Unausgewogenheit. Der Plot wirkt von Anfang an etwas konstruiert, aber bis zur Hälfte kann man das noch mit dem hohen Unterhaltungswert ausgleichen. Danach driftet alles in eine Richtung ab, die für mich weder spannend noch glaubwürdig war. Die Wendungen sind vorhersehbar und gleichzeitig so überzogen, dass sie eher Kopfschütteln als Nervenkitzel auslösen. Ich hatte mehrfach das Gefühl, Cross wolle um jeden Preis schockieren – und genau dadurch verliert die Geschichte an Wirkung.
Auch die Figuren, die ich in den ersten Teilen wirklich gern begleitet habe, bleiben hier erstaunlich blass. Marcus und Maggie treten auf der Stelle, Andrew ist kaum mehr als Staffage, und selbst Ackerman Jr., der sonst das Highlight der Reihe ist, bekommt zu wenig Raum, um sein Potenzial auszuspielen. Es ist schade, wenn die interessantesten Charaktere nur noch als Stichwortgeber dienen.
Was das Tempo angeht, ist der Roman ebenfalls unausgewogen: lange Passagen, in denen wenig passiert, gefolgt von einem Finale, das plötzlich alles auf einmal abfeuert. Für mich fühlt sich das eher nach verschenkter Spannung an als nach bewusstem Aufbau.
Unterm Strich bleibt ein Buch, das zwar noch einzelne starke Momente hat, aber insgesamt deutlich hinter den Vorgängern zurückbleibt. Ich war weder völlig gelangweilt noch wirklich begeistert – eher enttäuscht, weil ich weiß, dass Cross es besser kann. Deshalb landet dieser Band für mich bei 2,5 von 5 Sternen.
- Winter Renshaw
Rixton Falls - Secrets
(123)Aktuelle Rezension von: booklover2712"Das Leben mag nicht immer ein Märchen sein, aber das heißt nicht, dass wir nicht unser eigenes glücklich bis als Lebensende schaffen können."
Inhalt:
Sie hat einen Prinzen verdient. Doch Royal Lockhart ist alles, nur kein Prinz
Sieben Jahre ist es her, dass Royal ohne ein Wort des Abschieds verschwand und Demis Herz in tausend Scherben zerbrach. Er war ihr erster Kuss, ihre erste Ahnung von der Liebe, alles, was sie jemals wollte. Dabei wussten sie von Anfang an, dass sie nicht zusammen sein können. Denn als Tochter der angesehensten Familie von Rixton Falls hatte Demi einen Prinzen verdient und keinen Jungen aus einfachen Verhältnissen. Seit Royals plötzlichem Verschwinden versucht sie daher ihre erste große Liebe zu vergessen. Doch gerade als sie glaubt, endgültig über ihn hinweg zu sein, ist Royal zurück in Rixton Falls!
Meine Meinung:
Das Cover konnte mich ehrlich gesagt auf den ersten Blick direkt begeistern. Ich liebe einfach den hellen Hintergrund und die kleinen Details am Buch, wie die Schrift und die goldenen Akzente. Irgendwie macht es den Roman so noch einmal ganz besonders.
Nachdem ich den Prolog nur so verschlungen habe, musste ich einfach wissen, wie die Geschichte von Royal und Demi ausgeht und verstehen, wieso er verschwunden ist.
Der Schreibstil der Autorin war locker, leicht und ich fand wirklich sehr schnell in die Handlung und damit der Geschichte.
In meinen Augen schreibt Winter Renshaw locker leicht und schafft es doch, mich als Leser gespannt darauf zu machen, was mit den Charakteren passieren wird. Ich fand es wirklich gut, dass ich nicht von Anfang an über die Handlung bescheid wusste und dadurch irgendwie die Spannung gehalten wurde.
Bezogen auf die Handlung kann ich sagen, dass ich immer wieder aufs Neue überrascht wurde. Augenscheinlich war Demi mit einem Mann zusammen, den sie nicht wirklich liebt. Ihn loszulassen fällt ihr anfänglich schwer, doch als dann Royal erneut in ihr Leben tritt, scheint es, als könnte dieser all ihre Ängste überwinden. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass sich die beiden schon so unfassbar lange kennen und dadurch die Chemie einfach schon immer zwischen ihnen gestimmt hat. Und das war für mich als Leser ehrlich gesagt auch greifbar.
Trotz der vielen Überraschungen, mit denen ich ehrlicherweise gar nicht so gerechnet hatte, hatte ich zwischenzeitlich das Gefühl, dass die Spannung gefehlt hat. Das hatte eher weniger mit den Charakteren zu tun, die sich immer weiter angenähert haben, sondern viel mehr mit der Handlung in der ich nicht vorangekommen bin. Wie bereits erwähnt, wurde ich jedoch auch immer wieder auf's Neue überrascht, was der Autorin gut gelungen ist.
Der Grund für Royals Verschwinden war für mich hart und ich konnte ihn so gut nachvollziehen. Ich mochte Royal in diesem Moment irgendwie noch mehr, auch wenn er mir über die Seiten total ans Herz gewachsen ist, da er ein sehr loyaler und authentischer Charakter war, der immer einen Spruch auf den Lippen hatte.
Demi hingegen möchte anfänglich einfach ausbrechen und wird durch sich selbst jedoch auch ein wenig zurückgehalten. Schließlich möchte sie niemanden enttäuschen, was ich an ihrer Stelle anfänglich nachvollziehen, dann jedoch eher weniger verstehen konnte.
Trotzdem mochte ich ihr unkomplizierte Art ganz gerne und die Tatsache, dass sie schlussendlich doch für sich selbst einsteht.
Ich muss sagen, dass mir die Geschichte im Gesamten recht gut gefallen hat. Der Schreibstil war flüssig, die Handlung gut erzählt und auch die Charaktere waren wirklich sehr eigensinnig und besonders.
Schon jetzt freue ich mich sehr auf die anderen beiden Bücher, die noch erscheinen. - Rebekka Frank
Stromlinien
(215)Aktuelle Rezension von: DankeAnke⭐⭐⭐⭐☆ 4 von 5 Sternen
Stromlinien war für mich so ein Buch, das mich erst ein kleines bisschen herausgefordert hat – und dann komplett in seinen Bann gezogen hat.
Am Anfang dachte ich ehrlich: „Puh… so viele Charaktere! Bekomme ich die alle auseinandergehalten?“ Tatsächlich habe ich sogar meine BookTok-Bubble gefragt, ob das mit der Zeit übersichtlicher wird, weil mir die Geschichte eigentlich richtig gut gefiel und ich unbedingt weiterlesen wollte. Die Antworten waren fast einstimmig: „Bleib dran – es lohnt sich!“
Und sie hatten absolut recht.
Im Mittelpunkt stehen die Zwillinge Jale und Enna, die bei ihrer ruhigen und eher stillen Oma Ehmi aufwachsen, weil ihre Mutter Alea im Gefängnis sitzt. Gemeinsam zählen sie die Tage, Stunden und Minuten bis zu ihrer Entlassung und freuen sich auf den Moment, an dem sie endlich wieder zusammen sein können.
Doch als dieser lang ersehnte Tag endlich da ist, passiert etwas völlig Unerwartetes: Jale ist plötzlich verschwunden – und auch Alea kommt nicht aus dem Gefängnis. Enna wartet vergeblich vor dem Gefängnistor, während weder sie noch Ehmi wissen, was mit den beiden geschehen ist.
Genau dort beginnt eine Geschichte, die einen immer tiefer in ihren Sog zieht.
Besonders gefallen hat mir der Schreibstil von Rebekka Frank. Er ist atmosphärisch, flüssig und schafft es, die vielen Handlungsstränge nach und nach miteinander zu verweben. Für meinen Geschmack waren die Kapitel manchmal etwas länger, als ich es normalerweise mag, aber das hat mich überhaupt nicht aus der Geschichte gerissen.
Die Handlung entwickelt sich stetig weiter, überrascht immer wieder mit neuen Wendungen und wird dabei zu keinem Zeitpunkt langatmig oder langweilig.
Und wenn ihr am Anfang – genau wie ich – denkt: „Das sind aber viele Figuren…“, dann lasst euch davon bitte nicht verunsichern. Nach und nach fügt sich alles zusammen und genau das macht den Reiz dieses Romans aus. Es lohnt sich wirklich, dranzubleiben.
Das Nachwort möchte ich auch noch kurz erwähnen. Obwohl es recht lang war, habe ich es tatsächlich komplett gelesen und nicht – wie sonst oft – nur überflogen. Es hat einfach wunderbar zu diesem Buch gepasst und den Abschluss für mich noch einmal rund gemacht.
Für mich sind das 4 von 5 Sternen und eine ganz klare Leseempfehlung. 💙📚
- Malin Persson Giolito
Quicksand: Im Traum kannst du nicht lügen
(96)Aktuelle Rezension von: Nika488Packend, erschütternd und absolut fesselnd!
„Quicksand: Im Traum kannst du nicht lügen“ ist ein intensiver, tiefgründiger und psychologisch raffinierter Roman , der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zieht.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Maja , der vermeintlichen Täterin, erzählt. Durch Rückblenden und tiefgehende Einblicke in ihre Gedankenwelt enthüllt sich nach und nach die Wahrheit hinter der Tragödie. Die Autorin schafft es meisterhaft, die Leser zwischen Mitgefühl und Zweifel schwanken zu lassen – ist Maja eine eiskalte Mörderin oder ein Opfer der Gelegenheit?
Besonders beeindruckend ist die feinfühlige Charakterzeichnung . Maja ist vielschichtig, intelligent und doch gebrochen , was sie unglaublich realistisch macht. Die Spannung entsteht nicht nur durch den Gerichtsprozess, sondern auch durch die sozialkritischen Themen , die das Buch aufgreift – Druck, Privilegien, toxische Beziehungen und gesellschaftliche Erwartungen .
Fazit: Ein erschütternder und brillanter Roman , der sich nicht nur wie ein Thriller liest, sondern auch zum Nachdenken anregt . Psychologisch tiefgehend, emotional intensiv und mit einer unvergesslichen Protagonistin – absolut empfehlenswert!
- Sarina Bowen
True North - Schon immer nur wir
(262)Aktuelle Rezension von: Kitty_CatinaAm Anfang hatte ich echt ein paar Probleme mit der Geschichte, weil sie doch recht langsam gestartet ist. Man lernt Jude besser kennen und erfährt, wie er sich wieder in seiner alten Heimat einlebt. Außerdem lernt man Sophie kennen, Judes Ex-Freundin und die Schwester des Mannes, dessen Tod er zu verantworten hat. Dabei erfährt man viel über den Alltag der beiden, getrennt aber auch zusammen und es gibt nach einer Weile auch schon ziemlich viel Sex.
Ab der Mitte ungefähr wurde die Geschichte aber immer spannender, denn Sophie deckt Dinge auf, die nicht so richtig stimmen können und begibt sich damit immer mehr in Gefahr. Ebenfalls wird Jude bedroht und böse mitgespielt. Während Sophie sich ihrem brutalen Vater stellen muss, kämpft Jude mit seiner Sucht und darum, seinen Platz im normalen Leben zu finden, für einen vorbestraften Drogenabhängigen gar nicht so leicht ist. Schön fand ich dabei, dass man auch die Shipleys wieder trifft, die mit ihrer herzlichen Art einfach nur toll ist. Sie helfen Jude immer wieder und behandeln ihn wie ein Familienmitglied. Auch die Liebesgeschichte zwischen Sophie und Jude fand ich wirklich süß und teilweise wirklich prickelnd.
Ebenfalls fand ich die beiden Protagonisten in diesem Band wieder großartig. Sophie wirkt vielleicht nach außen hin wie die brave Tochter des Polizeichefs, lässt sich aber dennoch nicht die Butter vom Brot nehmen. Sie ist wahnsinnig mutig und geht ihren Weg. Jude ist ebenfalls super sympathisch. Er ist kein Held und obwohl man ihn aufgrund seiner Vergangenheit dafür halten könnte, ist er absolut kein Badboy, sondern ein richtig liebenswerter Kerl, mit dem es das Leben leider nicht so gut gemeint hat, der aber kämpft.
Alles in allem fand ich dieses Buch nach dem relativ ruhigen und langsamen Anfang dann doch richtig toll und sogar spannend. Die Geschichte ließ sich auch richtig gut lesen und hat mich super unterhalten. Jetzt freue ich mich schon auf ein Wiedersehen mit den Leuten rund um Colebury, Vermont.
- Karine Tuil
Die Gierigen
(69)Aktuelle Rezension von: RichardZietzWeil die Buchbranche griffige Formeln liebt, hat sie die Art, wie Karine Tuil und einige andere französische Autor(inn)en ihre Stoffe angehen, gleich zu einer literarischen Richtung geadelt. Die nennt sich Exofiktionalismus und zeichnet sich dadurch aus, dass sie in dramaturgischer Form gesellschaftliche Entwicklungen verdichtet – MeToo beispielsweise wie in Tuils letztem Roman, oder aber das widerspruchsvolle Zusammenleben von arabisch- und jüdischstämmigen Menschen in Frankreich.
»Die Gierigen«, erschienen bereits 2014, folgt dem bewährten Konzept einer Dreierbeziehung. Da eine Frau, hier zwei Männer, der eine ein Aufsteiger mit arabischem Hintergrund, der andere mit jüdischem Background und auf der Aufstiegsleiter an irgendeinem Punkt hängengeblieben. Was woanders eine Konstellation wäre für einen Roman über eine amour fou, gerät bei Karine Tuil zu einer Studie über einen Clash mit gesellschaftlichem Background.
Die Art und Weise, wie Tuil diese Carambolage-Geschichte in Szene setzt, könnte man als formal klassisch bezeichnen. Die Geschichte wird so erzählt, sie die Geschichte es eben erfordert – nicht zu lang und auch nicht zu kurz. Leserinnen und Leser, die eine Antenne haben für gesellschaftliche Ambiguitäten, werden allerdings in einen Sog hineingezogen, der dem Sog, in dem sich die Beteiligten in dieser Geschichte befinden, durchaus ähnelt.
Fazit so: ein Gesellschaftsroman, der als Pageturner daherkommt. Oder, es heißt ja auch »Exofiktionalismus«: vielleicht auch umgekehrt. - Ray van Black
Teach me hunger, Mr. King: Gay Romance
(54)Aktuelle Rezension von: Bookie_lover5986Dark Romance? Dachte ich nach meinem ersten Versuch mit „Beautiful Ruin“ , wäre absolut nichts für mich.
Aber die Geschichte von Logan und Kyle hat mich komplett eines Besseren belehrt.
Worum es geht:
Mr. King ist der neue Lehrer am privaten Internat der Jacksonville Academy – groß, maskulin, einschüchternd und definitiv nicht der Typ, der sich etwas gefallen lässt.
Kyle Jackson hingegen ist der Sohn des Internatsbesitzers. Reich, arrogant und gewohnt, dass die Welt sich nach ihm richtet. Jeder tanzt nach seiner Pfeife – bis Mr. King auftaucht.
Denn Logan lässt sich von Kyle nicht in die Ecke drängen. Ganz im Gegenteil: Plötzlich steht Kyle nicht mehr im Mittelpunkt, vor allem nicht mehr bei den Mädchen. Der neue, attraktive Lehrer zieht die Aufmerksamkeit auf sich – und Kyle kann das überhaupt nicht akzeptieren.
Also beschließt er, Mr. King loszuwerden.
Doch dann entdeckt Kyle ein Geheimnis: Logan ist schwul.
Was als Spiel beginnt, um ihn aus der Schule zu treiben, wird schnell gefährlich – und überraschend intensiv. Denn obwohl Logan sich zunächst dagegen wehrt, entsteht zwischen den beiden eine heiße, verbotene Affäre.
Aber bleibt es wirklich nur ein Spiel?
Warum kann Kyle plötzlich die Mädchen ignorieren und muss ständig an Logan denken?
Und wie lange kann Logan das durchziehen, ohne alles zu verlieren – seinen Ruf, seine Karriere, sein Leben?
Spicy, aufregend und absolut fesselnd – und die Leserstimmen haben absolut überzeugt
- $ick
Shore, Stein, Papier
(46)Aktuelle Rezension von: HoldenSicks Lebensgeschichte, Grimme-Online-Award-gekrönt die Youtube-Ausgabe, angefangen mit dem Gefühl des Unerwünschtseins und von Anfang an widerspenstig gegen jede Autorität. Daß er seinen Drogenlebenswandel allein damit begründet, nicht gewollt zu sein und dieses Gefühl betäuben zu müssen, greift meiner Meinung nach ein bißchen kurz, auch andere Kinder bzw Jugendliche mit diesem Gefühl werden nicht zum drogenverschlingenden Dauerkriminellen. Interessant, wie Sick die Symptome beschreibt, die man beim "affig-"sein spürt, wenn der Körper auf Drogenentzug reagiert, wie dauernd laufende Nase oder Augentränen, hab ich so noch nirgends anders gelesen. Man kann ihm natürlich nur die Daumen drücken, daß Sick das Cleansein durchhält (man wundert sich, daß der Körper so einen Drogenmarathon überhaupt so lange mitmacht). Und sonst: Dümmster Junkie ever, "wie Shore ist Heroin?"
- Maryam Heidari Ahwazi
Im Schatten des Schleiers
(17)Aktuelle Rezension von: DremCatcherIm Schatten des Schleiers
Erzählt von: Maryam Heidari Ahwazi
Erschienen am: 31.001.2019 als eBook
Verlag: BasteiLübbel
Der Start war schwierig. Ich ärgerte mich, die Probe Kapitel nicht zu Ende gelesen zu haben, da ich zwischendurch das Gefühl hatte, das Buch abbrechen zu müssen. Der Schreibstil gefiel mir am Anfang überhaupt nicht und fühlte sich komplett falsch an! Leider ließ ich mich auch durch den Titel tauschen. So dachte ich, dass es viel mehr in die Unterdrückung der Frauen geht. Letztendlich handelte das Buch um eine Frau, die ihren Glauben nicht mehr im Islam sah, sondern im Christentum. In diesem Buch begleiten wir die Autorin, wie sie den Weg von einer Muslima zum Christentum geht, ohne christlich zu sein. Wie ein Nachname dazu führen kann, von der Polizei unter Generalverdacht zu stehen, und am Ende stellen wir uns die Frage, was damit ein Schönheits salon zu tun hat, denn damit beginnt die Geschichte.Leider nur 3 Sterne von 5. Da weder der Schreibstil noch die Geschichte mich sonderlich gereizt haben.
- Stephen King
Sleeping Beauties
(35)Aktuelle Rezension von: wanderer-of-wordsDas positive vorneweg: David Nathan macht wie immer einen hervorragenden Job.
Das Buch selbst konnte mich nicht begeistern. Eine langsam vor sich hinplätschernde Geschichte, austauschbare Charaktere, wenig Spannung. Zu viele Nebensächlichkeiten werden viel zu umfangreich beschrieben.
Fazit:
Ich werde künftig zu seinen älteren Werken greifen, mit den neueren werde ich einfach nicht warm. - Joaquìn Mbomìo Bacheng
Ein guter Fang: Die Geschichte des Padre Gabriel aus Niefang
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Wolfgang Wirth
…und ich will nicht gnädig sein!
(9)Aktuelle Rezension von: buecher_liebe21Ich muss zugeben, dass mich das Buchcover überhaupt nicht anspricht und mich, wenn ich es in der Buchhandlung sehen würde, eher abschrecken würde. Aber davon darf man sich nicht verleiten lassen.
Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, in welcher eine dramatische Situation erzählt wird, welche für die Geschichte wichtig ist, da auf diese Situation aufgebaut wird.
Die Geschichte ist interessant und es ist auch einiges an Spannung enthalten, wodurch man immer weiter lesen möchte. Im ersten Drittel des Buches ist es etwas ruhiger, da die Gegebenheiten von Nick aufgezeigt werden und die Geschichte nur langsam ihren Lauf nimmt. Danach wird die Geschichte richtig spannend, dies hält auch relativ lange an.
Es ist wirklich erschreckend, wie Menschen sich verändern können und sogenannte Freunde einen im Stich lassen können. Ebenso erschreckend, wie viele scheinbar anständige Menschen ihre kleinen Geheimnisse haben, die nicht ganz legal oder sozial in Ordnung sind. Das zeigt dieses Buch auf und erinnert daran, dass man sich vielleicht öfters mal fragen sollte, wer ein wahrer Freund ist und wer die Wahrheit sagt.
Der Schreibstil des Autors ist eigentlich sehr angenehm zu lesen, wären da nicht die vielen Rechtschreibfehler und falsche Wörter. Beispielsweise steht "ich" im Text, obwohl "ihn" gemeint ist. Diese Holperstellen haben das Lesen erschwert, jedoch lässt sich die Geschichte im großen und ganzen trotzdem schnell lesen.
Der Hauptprotagonist Nick - Dominik Becker - ist mir sympathisch, trotz seiner Anklage ein Mord begangen zu haben. Er wurde gut ausgearbeitet, sodass es mir so vorkam, als wäre er ein realer Kumpel von mir gewesen. Auch die andere Protagonisten wurden gut ausgearbeitet und hatten alle eine eigene Persönlichkeit. - Chelsea Manning
README.txt: A Memoir
(2)Aktuelle Rezension von: a_different_look_at_the_bookIch interessiere mich nicht besonders für Politik. Und schon gar nicht verstehe ich, warum es immer noch Kriege auf der Welt gibt. Es existieren bestimmt genug Wege, ein politisches Ziel ohne Blutvergießen zu erreichen. Niemals werde ich begreifen, wie man noch normal leben kann, wenn man (unschuldige) Menschenleben mutwillig ausgelöscht hat ...
Vor diesem Buch hatte ich noch nie etwas von Chelsea Manning gehört. Ich wusste nicht, was sie getan hat. Ich wusste nicht, wer sie ist. Ich wusste nicht, wofür sie steht.
Nun bewundere ich diese Frau für ihren Mut.Sie erzählt in ihrer Autobiografie von ihrer Kindheit, ihrer Jugend und ihrer Motivation, dem Militär beizutreten. Ferner erfahren wir den Grund, warum sie die Dokumente auf WikiLeaks hochlud und welche Folgen das für sie hatte.
Ihr Schilderungen über ihre Haft sind grausam. Was diese Frau alles erdulden und erleiden musste, kann man gar nicht wiedergeben. Die psychischen Auswirkungen sind enorm.
Ich kann mir kein Urteil über ihre Tat erlauben - dafür bin ich nicht genug drin im Thema. Doch was sie auf sich genommen hat, um mehr Transparenz zu schaffen, dafür gehört sie anerkannt und nicht gerichtet.
Dass sie im Kampf um ihr Leben - im Gefängnis - auch noch um das Recht kämpfen musste, als Frau anerkannt zu werden, ist bewundernswert. Die LGBTQIAP+ Szene ist draußen schon kein Zuckerschlecken. Aber das sie zwei Kämpfe gleichzeitig ausgefochten hat, dafür zolle ich ihr noch mehr Respekt.
Sie hat Idealismus bewiesen, Mut und sie hat aufgezeigt, wie man die Welt vielleicht ein My (µ) besser machen kann ...
©2023 a_different_look_at_the_book
- Rafael Haslauer
23312
(11)Aktuelle Rezension von: noitaDieses Buch hat mir gut gefallen. Es liest sich angenehm und schnell weg. Keine unnötigen Längen, eher manchmal ein bisl zu wenig Info um ein Thema. Eigentlich hatte ich eine ganz andere Vorstellung von der Geschichte nach dem Klappentext. Schwere Jungs, Machtkämpfe usw... !!! Zwischenmenschlich lief hier alles sehr harmonisch. Für mich schien es doch eher um die Wandlung in dieser Zeit zu gehen. Ein Häftling, der die Zeit nutzt sich Gedanken um sich zu machen und sich zu verändern. Hat mir gefallen !!! - Anja Reich
Der Fall Scholl: Das tödliche Ende einer Ehe. Eine True-Crime-Story
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Nicole Weis
Elbe 511
(3)Aktuelle Rezension von: Lia48„Wenn Heimat ein Gefühl ist, dann wohnt sie in unseren Herzen. Wenn Heimat ein Ort ist, dann ist es der, den unser Herz uns zeigt.“
INHALT:
Die Autorin schreibt von ihrem Vater Wolfgang, der zu Beginn des 2. Weltkriegs in Schlesien geboren und in der DDR aufgewachsen ist.
Im Mittelpunkt der Erzählung stehen die Jahre 1959 bis 1964:Aus reiner Abenteuerlust und dem Wunsch nach Freiheit und einem besseren Leben geht Wolfgang noch vor dem Mauerbau in den Westen.
Seine Heimat jedoch, das muss er zugeben, befindet sich trotz der ärmlichen Verhältnisse, im Osten bei der Mutter und seinen Geschwistern. So kehrt er als einer der wenigen 1960 wieder in die DDR zurück.
Doch er wird von einem Freund denunziert – die Stasi hat es auf ihn abgesehen. In der Untersuchungshaft erfährt er körperliche Misshandlungen. Schlafverbot, ununterbrochen brennendes Licht, kaum zu essen sowie soziale Isolation, geben ihm den Rest. Ab sofort ist er nicht mehr Wolfgang, sondern nur noch eine Nummer.
Er wird wegen angeblicher Spionage, zu vier Jahren Haft verurteilt.
Fast vier Jahre blickt er nur noch auf Mauern, sehnt sich nach der Mutter und möchte endlich wieder den freien Himmel sehen, den Wind spüren und auch den Regen auf der Haut.Nach seiner Entlassung muss er bald feststellen, dass er in der DDR auch weiterhin kein freier Mann sein kann. Dass er das Leben im Gefängnis nicht einfach abstreifen kann. Er benötigt für alles eine Erlaubnis, muss sich regelmäßig bei der Polizei melden und darf auch seine Mutter nicht einfach so besuchen.
„Es blieb an ihm haften, und die Vorurteile begleiteten ihn wie eine unsichtbare Fußfessel, die ihn am Leben hinderte.“
Für Wolfgang steht fest, dass er erneut fliehen muss. Diesmal schwimmend über die Elbe. Ob ihm das gelingen kann?
„Bereits das Rufen über die Elbe konnte als Verbrechen ausgelegt werden.“
MEINUNG:
Ich tu mich schwer darin, persönliche Geschichten zu bewerten. Diese ist zwar als Roman deklariert, da ein paar wenige Dinge dazu erfunden wurden, wie im Nachwort erklärt wird. Trotzdem war es für mich eher ein Erfahrungsbericht – aber ein interessanter.Das lag zu einem an den vielen Orts- und Zeitangaben, die es mir auf den ersten Seiten auch etwas schwer gemacht haben, hineinzufinden.
Vor allem wirkten die Erzählungen über Wolfgang jedoch ausgesprochen kühl und distanziert.
Sicherlich passt dies auch dazu, wie abgestumpft man in Gefangenschaft usw. werden kann. „Wolfgangs Herz lag in einem Gefrierschrank, zusammen mit denen der anderen Häftlinge.“
Und trotzdem blieb mir seine Figur zu fern. Ich hätte mir wahrscheinlich seine Erlebnisse aus der Ich-Perspektive betrachtet gewünscht. Das hätte etwas mehr Mitgefühl auslösen und die Distanz verringern können.
Auf der anderen Seite wirkten seine detailreichen Beobachtungen (z. B. die Gefängnismauern) manchmal sehr authentisch. Davon hätte ich gerne noch viel mehr gehabt.
Vor allem gegen Ende gab es auch ein paar Kapitel über die Autorin selbst. Diese fand ich richtig klasse, ihre Gefühle und Gedanken kamen bei mir an. Vor allem kurz vor dem Schluss wurde es hier richtig emotional.
Das hätte ich mir auch bei den Kapiteln über den Vater sehr gewünscht.Außerdem hätte mir eine durchgehend chronologische Reihenfolge wohl etwas besser gefallen. Aber da sind die Vorlieben unterschiedlich.
Super, dass es vorne eine kurze Chronologie vom Leben des Vaters gibt, die fand ich immer wieder hilfreich!FAZIT: Wer einen Roman sucht, der könnte bei dem Buch etwas enttäuscht werden. Dafür empfand ich die Erzählweise überwiegend zu sachlich und zu distanziert. Deshalb wurden meine Erwartungen hier etwas enttäuscht.
Wer aber einen Einblick in ein interessantes Stück Zeitgeschichte mit einem persönlichen Schicksal erhalten möchte, dem kann ich das Buch ans Herz legen!(TW: Sterben/ Tod; körperliche & psychische Misshandlungen)
- Rainer Güllich
Vergeltung (Kurzgeschichte, Krimi) (Die booksnacks Kurzgeschichten-Reihe)
(18)Aktuelle Rezension von: pardenENDLICH FREI?
Jahrelang von einem Mann ausgenutzt und verhöhnt, fasst eine Frau einen alles verändernden Plan: Niemals wieder will sie sich demütigen und auf ihre Gutmütigkeit oder ihr Geld reduzieren lassen. Es gibt nur einen Weg in die Freiheit: Vergeltung!
Marianne betreibt seit einigen Jahren einen kleinen Kiosk und scheut andere Menschen eher. Dennoch hat sie sich auf eine Beziehung mit einem deutlich jüngeren Mann eingelassen, dem sie offenbar hörig ist. Anders ist es jedenfalls wohl kaum zu erklären, dass er sie derart herablassend behandeln und finanziell ausnutzen kann.
Doch auch für Marianne kommt der Zeitpunkt, da ihr alles zu viel wird. Weil sie sich nicht zutraut, sich auf übliche Weise von ihrem Liebhaber zu trennen, plant sie schließlich den perfekten Mord. Glaubt sie...
Die erste Hälfte des Booksnacks - eine Kurzgeschichte mit nur wenigen Seiten - hat mir gut gefallen. Dort wird durchaus Spannung aufgebaut, und ganz nebenbei erfährt man so einiges aus Mariannes Leben. Doch nach dem Mord gibt es plötzlich einen Perspektivwechsel hin zu den ermittelnden Polizeibeamten, was für mich ein deutlicher und letztlich auch unkittbarer Bruch war.
Ab da geriet die Erzählung nämlich eher langatmig denn spannend, und auch das Ende konnte mich weder überraschen noch überzeugen. Für mich wurde das Potenzial der Geschichte, das sich bis zur Mitte hin andeutete, bei weitem nicht ausgeschöpft.
Alles in allem überwiegt bei mir daher leider die Enttäsuchung, was ich sehr bedauerlich finde...
© Parden
- Christoph Poschenrieder
Ein Leben lang
(32)Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann„Was ist Freundschaft, was hält sie aus?“ Eine Frage, die man gedankenlos mit „Alles“ beantworten könnte, denn dazu sind Freunde ja da. Wenn nicht auf sie, auf wen sollte ich mich sonst verlassen können? Doch was ist, wenn ein Freund unter Mordanklage gestellt wird? Was passiert mit dem Angeklagten, was mit seinen Freunden im Verlauf der Ermittlungen, der Verhandlungen, des Urteils?
Dieses Spannungsfeld von „das kann doch gar nicht sein“ bis hin zu „was wäre, wenn doch?“ zeichnet der Autor analog einem tatsächlichen Fall („Parkhausmord“ in München) in aufwühlenden Weise nach. Dies geschieht im Rückblick in Interviewform; einem gewöhnungsbedürftigen aber diesem Ringen tatsächlich angemessenen Stil. Zumal eine solche Frage nie allgemeingültig zu beantworten ist, denn auch Freundschaften sind so individuell wie die Menschen.
Das wird besonders dann deutlich, wenn die Freundschaften, wie hier, auf eine unendlich lange Probe gestellt werden. Dann wird selbst eine „Clique“ von verschworenen Jugendlichen im Laufe der Zeit porös, es zeigen sich Risse, Unterschiede, die irgendwann auch dem gemeinsamen Ziel (Freiheit für den Freund) die notwendige Luft nehmen.
Die entstehenden Parallelwelten kapseln sich ab, die Individuen werden wieder zu Einzelkämpfern, auch wenn die Gemeinsamkeiten immer wieder durch Reden beschworen werden. Das betrifft sowohl die fünf Freunde in Freiheit, aber erst recht denjenigen, der hier nur als „er“ oder „unser Freund“ bezeichnet wird (und damit eigentlich der Individualität beraubt), der gezwungen ist, in der Haft eine Sonderleben zu entwickeln: „Der Mensch, der ins Gefängnis geht, ist wie Dorian Gray [„Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde“]. Für die draußen verändert er sich nicht, sie kennen ihn als den, den sie bis zu diesem Zeitpunkt kannten und für immer so erinnern wollen.“
Es sind die feinen Töne, die dieses Buch bestimmen, die nachdenklich machen und schließlich in der Ausgangsfrage münden: Wie würdest du dich in einem solchen Fall verhalten?
(31.3.2022)
- Dan Gordon
Murder in the First
(2)Aktuelle Rezension von: HoldenEine wahre Begebenheit, die traurige Geschichte von William Moore, einen Kleinkriminellen, der aufgrund eines Fluchtversuchs von der Gefängnisinsel Alcatraz ins pechschwarze "Loch" gesteckt wird, drei Jahre in völliger Dunkelheit gehalten wird, und als er aus der Isolationsfolterhaft entlassen wird, den vermeintlichen Verräter Avery Clark brutal vor aller Augen tötet. Sein Verteidiger Henry "Hank" Davidson schreibt Rechtsgeschichte, indem er das menschenunwürdige System Alcatraz anprangert, das Moores psychisches Leiden verursacht hat. Davidson gibt nicht auf, obwohl ihm beruflich und privat alle möglichen Steine in den Weg gelegt werden. Unglaublich, daß es laut Anhang bis 1963 gedauert hat (ca. 20 Jahre nach dem aufsehenerregenden Mordprozeß gegen Moore), bis man das Foltergefängnis endlich geschlossen hat. Direktoren und Wärter hat man wahrscheinlich nicht zur Rechenschaft gezogen, so ist das ja häufig.. "In the first" entspricht vielleicht dem Dolus directus 1. Grades, den man als Strafrechtsstudent kennengelernt hat. Erinnert an "Papillon" und "Die Verurteilten".
- Karsten Schäfer
Die Spürhasen-Bande - Folge 3: In den Fängen der gemeinen Tierdiebe
(3)Aktuelle Rezension von: merle88Inhalt:
Die vermisste Gwendolin ist in Hamburg, soviel steht fest. Aber das Bartholomäus ohne Polly, Kiki und Finn weitersuchen will, das finden die drei von der Spürhasen-Bande echt fies!
Logisch, dass sie sich das nicht gefallen lassen und sich ebenfalls auf den Weg in die Hansestadt machen. Dort wird es aber schnell ganz schön gefährlich für die drei, denn gemeine Ganoven treiben hier ihr Unwesen. Und plötzlich sind Polly und Finn in den Fängen der gemeinen Tierdiebe…
Meinung:
Bartholomäus macht sich auf den Weg nach Hamburg, um die dort vermisste Gwendolin zu finden. Jedoch tritt er diese Reise ohne Finn, Polly und Kiki an, die das gar nicht gut finden und sich daher selbstständig auf den Weg nach Hamburg machen.
Doch dort geraten sie an eine Gruppe Tierfänger, die böses im Schilde führen und auch Polly und Finn einfangen.
Nachdem ich so begeistert von den ersten zwei Teilen der Spürhasen Bande war, musste ich natürlich unbedingt wissen, wie die Reihe enden würde.
Gleich zu Beginn wartet wieder das fröhliche Anfangslied auf einen. Selbst mein Sohn (3,5 Jahre alt) ist schon so angefixt von dem Lied, dass wir dieses erst ein paar Mal hören mussten, ehe ich mit der eigentlichen Geschichte starten konnte.
Dieses Mal geht die Reise von Finn, Polly und Kiki nach Hamburg. Neben dem Michel rückt vor allen Dingen auch der Hamburger Hafen in den Vordergrund. Autor Karsten Schäfer verpackt auch in dieser Geschichte wieder einiges Wissenswertes in das Abenteuer der drei Freunde. Vor allen Dingen über den Piraten Klaus Störtebeker erfahren die Kinder ein paar interessante Dinge.
Die Spannung ist in dieser Geschichte recht hoch. Denn durch die Tierdiebe und die Gefangennahme von Finn und Polly kommt es zu ein paar sehr spannenden Momenten. Doch Kiki wäre nicht Kiki, wenn sie mit ihren Kampfmethoden ihren Freunden nicht beistehen könnte.
Absolut begeistert bin ich mal wieder von den vielen tollen Sprechern, die in dieser Geschichte zu Wort kommen. Hier wurde wirklich viel Liebe in die Synchronisation hineingesteckt. In diesem Finale gab es zudem richtig viele Tiere und Menschen. Sodass eine bunte Mischung an verschiedensten Stimmen in das Hörspiel eingeflossen ist.
Die Geschichte endet in sich abgeschlossen. Lässt jedoch auch Spielraum für eine mögliche Fortsetzung. Über die ich mich tierisch freuen würde. Ich finde, die Geschichte hat genug Potenzial, um weitere Städte oder Gegenden Deutschlands zu entdecken.
Fazit:
Das Finale der Spürhasen Bande bietet alles was das Herz begehrt. Eine unterhaltsame und vor allen Dingen spannende Geschichte. Ein bisschen geschichtliches Wissen um sich weiterzubilden und tolle Sprecher die das Hörspiel zu einem absoluten Genuss gemacht haben.
Finn, Polly und Kiki bekommen von mir 5 von 5 Hörnchen. - Abbas Khider
Palast der Miserablen
(57)Aktuelle Rezension von: gst„Wie das Land funktionierte, in dem ich lebte, wurde mir erst durch die Treffen im Palast der Miserablen wirklich bewusst. Der Irak war überhaupt kein normales Land, sondern nur ein Flickenteppich von Problemen.“ (Seite 198)
Shams, in der „Herzlichen Hölle“ im Süden des Irak geboren, zieht als kleiner Junge mit den Eltern und seiner heißgeliebten Schwester nach Bagdad. Dort finden sie keine Wohnung, weshalb sie sich im „Blechviertel“ ein Zuhause schaffen. Als Jugendlicher entdeckt er Bücher und wird ein regelmäßiger Besucher des Bücherbasars.
Im neunten Kapitel erklärt sich der Titel des Buches: „Das also waren wir, acht Literaturbegeisterte in der Wohnung eines Blinden. Der Palast der Miserablen“. Dass ihm die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe eines Tages große Probleme bereiten wird, zeigt sich schon zu Beginn: Denn da berichtet der Ich-Erzähler von seiner Gefangenschaft und wiederholt seine diesbezüglichen Erfahrungen am Ende von jedem der sechzehn Kapitel.
Abbas Khider, 1973 in Bagdad geboren, wurde mit 19 Jahren wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich als „illegaler Flüchtling“ in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland und studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. „Seine Werke seien Literatur, mit der er die Stimmung seiner Zeit, seiner Generation wiederzugeben versuche, und nicht Autobiografie, stellte Khider 2013 in einem Interview klar und ergänzte lachend, alles darin sei autobiografisch, sogar das Erfundene. Durch die gewisse Distanz der deutschen Sprache als neuer Heimat gelinge es ihm, Betroffenheitsliteratur zu vermeiden und das Grauen in Heiterkeit umzudichten.“ (Wikipedia)
Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat mich das Buch beeindruckt. Ich habe viel über das Leben im Irak und das Leben im Armenviertel erfahren. Je weiter ich in der Lektüre fortgeschritten bin, desto schwerer fiel es mir, das Buch aus der Hand zu legen. Genau dieser distanzierte Stil, der so manch anderen Leser abgestoßen hat, machte es mir möglich, das Grauen bis zum Schluss auszuhalten. Wie schon so oft fand ich es auch diesmal erbaulich mich mit anderen Lebensgewohnheiten und -möglichkeiten auseinander zu setzen. Diesen Schriftsteller werde ich mir weiterhin merken.























