Bücher mit dem Tag "hallig"
26 Bücher
- Klara Jahn
Die Farbe des Nordwinds
(69)Aktuelle Rezension von: UteChristineNeugierig geworden auf diesen Roman wollte ich unbedingt mehr über das Halligleben erfahren. Mir gefällt das Cover sehr gut und auch der Schreibstil gefällt mir.
Ellen lebt heute auf der Hallig und ich habe sie sehr gerne begleitet. Sie kehrt als Erwachsene zurück und hat es nicht leicht, war sie doch schon Mal als junges Mädchen dort.
Dieser Roman hat 2 Erzählstränge, der 2. spielt vor 200 Jahren und man erfährt in beiden näheres über das Leben auf einer Hallig, wie schwer es damals wie heute war und auch etwas über Traditionen.
- Birgit Rabisch
Wir kennen uns nicht
(25)Aktuelle Rezension von: SweetybeanieZum Inhalt: Lena Löper ist eine erfolgreiche Schriftstellerin gewesen. Und Feministin. Sie veränderte mit ihren Büchern die Welt der Frauen und das allgemeingültige Frauenbild. Zeigte, dass man nicht so sein muss, wie einen das Patriachat haben möchte. Sondern Erfolgreich. Unabhängig. Ihre Meinung und ihre Empfindungen verarbeitete sie in ihrem fiktiven Charakter Lara und wurde damit berühmt. Anderes blieb dabei auf der Strecke. Die Beziehung zu ihrer Tochter Ariane zum Beispiel. Doch nun ist sie alt und ihre Karriere ist längst vorbei. Einsam ist es in ihrem großen Haus geworden.
Verhaltensforscherin Ariane Löper fühlt sich unverstanden. Schon seit ihrer Kindheit hat sie das Gefühl für ihre Mutter, die erfolgreiche Schriftstellerin Lena Löper, niemals gut genug zu sein. Immer nur Klotz am Bein. Ungeliebt. Doch nun bekommt sie selbst ein Kind und immer wieder blitzt die Erinnerung an ihre Mutter auf…
Meine Meinung:
„Wir kennen uns nicht“ – der Titel passt definitiv zu dieser Erzählung. Ariane und Lena – zwei starke Frauen. Eigentlich untrennbar miteinander verbunden und doch durch so viel getrennt.
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: aus der Sicht Lenas, die von jeher das Gefühl hat, keinen Zugang zu ihrer Tochter zu bekommen. Und aus der Sicht Arianes, die als Kind um die Liebe ihrer Mutter kämpfte, bis sie irgendwann beschlossen hat, sich nicht mehr vergeblich abzumühen.
Das Buch hat mich sehr berührt. Jede der beiden Frauen ist so gefangen in ihrer Annahme, dass sie der anderen nichts bedeutet. Und beide interpretieren in jedwede Aussage (die eigentlich nur aus Eigenschutz so schroff und abweisend geäußert werden) sofort eine Ablehnung hinein. Dabei würde eigentlich jede der beiden Frauen sich über ein Zeichen der Zuneigung freuen. Doch keine der Beiden ist bereit, das Risiko einzugehen und mit einer möglichen Zurückweisung zu leben.
Das Buch zeigt deutlich, welche dramatischen Konsequenzen fehlende Kommunikation in Beziehungen haben kann. Und das sich daraus ein Teufelskreis entwickelt, aus dem man nur sehr schwer wieder herausfindet. Zu tief sitzen die Verletzungen und zu weit haben sich der Groll und die Wut entwickelt. Zu groß ist die Angst davor, zurückgewiesen zu werden.
Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, so ein Verhältnis zu einem meiner Kinder zu haben. Oder zu meiner Mutter. Das Buch ist mir nahegegangen, ich konnte es nach den ersten Seiten kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil ist offen, ehrlich und direkt. Die Autorin versteht es, die verschiedenen Orte und die Erinnerungen der Protagonisten auf eine anschauliche und lebendige Weise dem Leser nahezubringen.
Meine Rezension findet Ihr auch unter www.buchspinat.wordpress.com
- Greta Henning
Halligmord (Ein Minke-van-Hoorn-Krimi 1)
(164)Aktuelle Rezension von: JackolinoDas Cover zeigt ein reetgedecktes Haus an der Küste unter einem heranziehenden Sturm, also sehr passend zu unserem Fall.
Ein heranrückender Sturm fördert auf einer Hallig vor der friesischen Küste ein menschliches Skelett zutage, das Skelett eines Arztes, der vor mehr als 30 Jahren lt. Aussagen der Halligbewohner eigentlich auf seinem Boot zu Tode gekommen war. Es stellt sich heraus, dass der Arzt erschlagen worden war.
Mit der Aufklärung wird Minke van Hoorn beauftragt, ursprünglich Meeresbiologin, nach dem Tode ihres Vaters aber auf den Polizistenberuf umgeschwenkt. Es wird ihr erster Fall. Eigentlich hatte Minke geglaubt, alle Halligbewohner zu kennen und keinem hätte sie einen Mord zugetraut, aber dann passieren immer mehr seltsame Dinge und ihre Nachforschungen bringen so einiges zutage.
Der erste Hallig-Krimi liest sich sehr gut. Auch wenn man noch nie an der Nordsee war, so kann man sich den Wechsel der Gezeiten und auch das manchmal ganz schlechte und neblige Wetter, das einem jegliche Sicht nimmt, anhand der Schilderungen vorstellen. Für mich ergaben sich während der Ermittlungen auch keine allzu großen Längen, Erkenntnis fügte sich an Erkenntnis und passte sich irgendwann im letzten Drittel dann in ein großes Bild ein. Das Ende war schlüssig und natürlich erinnerte es auch ein wenig an ein großes literarisches Vorbild.
So ein Krimi lebt nicht nur vom Fall allein und den sich anschließenden Ermittlungen, er lebt auch immer von den Personen, die darin geschildert werden. Minke wird sympathisch aber als sehr direkt dargestellt, ihre Mutter vielleicht ein bisschen alternativ aber nett, Bo, der Bruder und Rechtsmediziner ist zwar ein Stadtmensch, muss aber trotzdem manchmal helfend einspringen, David könnte der zukünftige Lebenspartner von Minke werden, Klaus, der Kollege, welcher in Ruhestand geht, ist zwar eine faule Socke, aber wenigstens gutmütig. Alle anderen Protagonisten dürften von Fall zu Fall wechseln.
Insgesamt würde ich sagen, ein Krimi, der einen mitnimmt in die Welt der kleinen Inseln vor der Nordseeküste und der gut unterhält, ohne grausam und blutrünstig zu sein. - Katja Just
Barfuß auf dem Sommerdeich
(31)Aktuelle Rezension von: leniksDie Autorin erzählt hier von ihrer Entscheidung nach Hooge zu ziehen. Aks Kind war sie bereits in den Ferien mit ihren Eltern auf Hooge und dann steht Die Entscheidung vor der Tür soll sie den Schritt nach Hooge ziehen. Sie macht den großen Schritt und erzählt uns von Ihrem Glück auf Hooge, Probkemen und auch den vielen Menschen die auf die Insel kommen und denen die dort wohnen. Man fuhlt mit ihr mit. Aber sie bringt soviel Liebe mit für Hooge wenn sie in ihrem Buch darüber erzählt. Mir hat das Buch sehr gefallen. Das Buch umfasst 222 Seiten und bekommt von mir vier Sterne und eine Leseempfehlung.
- Nina Ohlandt
Sturmläuten
(51)Aktuelle Rezension von: ugadenneKurz vor Weihnachten wird eine verweste Leiche aufgefunden. Kommissar John Benthien und sein Team ermitteln, Pikanterweise liegt der Fundort auf dem Grundstück der Eltern seiner Ex-Lebensgefährtin Karin. Als Karin dann auch noch ermordet wird, gerät John Benthien unter Tatverdacht. Unter Hochdruck ermittelt sein Team, auch während der Feiertage, rund um die Uhr.
Ich konnte mich mit diesem Buch nicht besonders anfreunden. Die Autorin hat zu viele Ereignisse und Nebenschauplätze hineingepackt. Vor allem während der ersten Kapitel sind die vielen losen Fäden einfach zu verwirrend. Manchmal gelingt es der Autorin einen Spannungsbogen aufzubauen, den sie aber in der Regel schnell selbst wieder kippt. Sie versucht Fährten zu irgendwelchen Verdächtigen zu legen, die aber zu durchsichtig sind. Der Schluss ist allerdings überraschend.
Der Schreibstil ist auch nicht so ganz mein Fall, aber das ist natürlich Geschmacksache. Mir ist er jedenfalls zu wenig "Norddeutsch".
- Gabriella Engelmann
Strandfliederblüten
(78)Aktuelle Rezension von: Blackfairy71Juliane ist 39 Jahre alt, als sie Post vom Notar ihrer Großmutter Ada bekommt, mit der sie nie Kontakt hatte. Trotzdem vererbt diese ihr ihr Haus samt zugehörigem Leuchtturm auf der Hallig Fliederoog. Nach einer großen Enttäuschung in ihrer Beziehung und der Ungewissheit, wie lange sie ihren Job in Hamburg noch haben wird, sieht sie sich die Hallig an, um anschließend zu entscheiden, ob sie das Erbe antreten soll oder nicht. Im Gegensatz zu Julianes jüngerem Stiefbruder Felix, ist ihre Mutter Hanne wenig begeistert von Adas Testament. Sie hatte nie ein gutes Verhältnis zu ihrer Schwiegermutter und bis heute kennt Juliane den Grund dafür nicht. Ihr Vater ist gestorben, als sie noch ein Baby war und seitdem herrscht Funkstille zwischen Hanne und Ada. Sie hofft nun, in der Vergangenheit ihrer Großmutter endlich mehr zu erfahren. Angekommen auf Fliederoog, ist Juliane wie verzaubert von der unvergleichlichen Natur der Nordseeküste und von den Ausblicken und Einblicken, die man nur auf einem Leuchtturm erleben kann. Und im kleinen Haus ihrer Großmutter findet sie Nachrichten, Briefe und Hinweise, die vermuten lassen, dass Ada gehofft hat, ihre Enkelin würde den Weg auf die Hallig finden und sich dort, im Einklang mit der Natur, ebenso wohlfühlen wie sie. Ob Juliane auf Fliederoog wieder zu sich finden und bereit sein wird, ein völlig neues Leben zu beginnen?
"Es gibt nur eine wichtige Zeit, und die ist jetzt."
Ein Zitat des Zen-Buddhisten Thich Nhat Hanh. Das trifft sehr gut ein großes Thema dieses Romans. Es geht um Achtsamkeit, sich selbst gegenüber, aber auch im Umgang mit den Menschen in seinem Umfeld.
Sehr anschaulich erzählt die Autorin Julianes Geschichte. Von der gestressten, rund um die Uhr arbeitenden Redakteurin, die kurz vor einem Burn Out steht, zur Halligbewohnerin und Leuchtturmbesitzerin. In der Natur der Nordseeküste lernt sie, jede Minute ihres neuen Lebens zu schätzen und auszukosten, sich an Kleinigkeiten zu erfreuen, wie dem blühenden Strandflieder. Nicht ständig telefonisch erreichbar zu sein, einfach mal nur aufs Meer zu "starren".
Juliane war mir gleich sympathisch, obwohl ich sie in Bezug auf Oliver zu Anfang schon ein wenig naiv fand. Aber so ist das mit der Liebe ;-) Zum Glück hat sie ja die Kurve gekriegt. Und sie gibt nicht auf, krempelt ihr Leben um und scheut auch keine Konfrontationen.
Das Buch ist in der Ich-Form aus ihrer Perspektive geschrieben, so dass man immer nah am Geschehen ist. Die lebendigen und anschaulichen Beschreibungen der Hallig und auch der Umgebung haben mir sehr gut gefallen.
Ich sehe "Strandfliederblüten" gar nicht als naiv oder Eso-Märchen an, wie Gabriella Engelmann im Nachwort schreibt. Gerade in der heutigen Zeit, in denen sich das Leben vieler Menschen überwiegend in den sozialen Medien abspielt, ist die Geschichte leider sehr authentisch. Wenn ich alleine daran denke, wie viele Leute draußen unterwegs sind, die permanent auf ihr Smartphone starren... einfach gruselig. Sie bekommen nichts von ihrer Umwelt mit, haben kein Auge, kein Gefühl mehr für ihre Umgebung, für die Natur und können sich nicht über Kleinigkeiten freuen. Das ist doch einfach nur traurig. Ich bin froh, dass ich nicht so aufgewachsen bin und auch nicht so lebe.
Das Buch ist "Ein Gefühl wie Nach-Hause-Kommen" steht über dem Klappentext und das kann ich bestätigen. Eine perfekte Urlaubslektüre, aber natürlich auch für Zuhause.
- Leonie Haubrich
Dünenkind: Nordseethriller
(35)Aktuelle Rezension von: Lillith54wEin Buch, was sehr stark von den (gelungenen) Beschreibungen des Handlungsortes lebt.
Es spielt auf einer (fiktiven) Hallig.
Marissa kehrt dorthin nach 30 Jahren Abwesenheit zurück, als sie erfahren hat dass ihr Vater nicht mehr lange zu leben hat. Da sie die Insel seinerzeit in einer Art Nacht und Nebelaktion verlassen hatte ist man gar nicht so gut auf sie zu sprechen. Sie ist jetzt eine „von denen“, vom Festland, und gehört nicht mehr zur eingeschworenen Inselgemeinschaft.Der Grund ihrer „Flucht“ war u.a. ein ziemlich brutales und gefährliches Initiationsritual, was sie als Jugendliche über sich ergehen lassen musste, wenn sie „dazu“ gehören wollte.
Marissa, die überraschend erfährt, dass sie eine junge Halbschwester hat, der in wenigen Tagen der gleiche Ritus bevorsteht, will alles daran setzen, dies zu verhindern und gerät alsbald in große Gefahr...
Das Buch lässt sich flüssig und in einem Rutsch lesen. Es spielt in zwei Zeitebenen, in der Jetztzeit und in der Zeit vor 30 bzw. 29 Jahren.
Da der Clique von damals und dem Ritual – die betroffene Person muss eine Nacht allein bei Flut an eine Bake gebunden aushalten – sehr viel Raum gegeben wird, erinnerte mich das Buch eher an einen Roman für Jugendliche als an einen „Thriller“. Die Personen bleiben etwas konturlos und die Storyline ist nicht besonders anspruchsvoll.
Was der Autorin aber sehr gut gelingt ist die Beschreibung der Elemente, der Nordsee, das Gefühl, auf so einer winzigen Insel dem Meer ausgeliefert zu sein. Hier punktet das Buch und es kommt Spannung auf.
Da mich das Buch während des Lesens ganz gut unterhalten hat, gebe ich wohlwollende 3 *, jedoch eher keine Leseempfehlung.
- Thomas Springer
Onno & Ontje - Freunde sind das schönste Geschenk
(8)Aktuelle Rezension von: claude20Otter Ontje kann es kaum erwarten, so sehr freut er sich aufs Weihnachtsfest. Der alte Fischer Onno will den Weihnachtstrubel nicht. Bisher haben seine Frau Olga und er auch Weihnachten nicht mit Weihnachtsbaum gefeiert. Warum also jetzt mit allen Tieren unter dem Weihnachtsbaum sitzen? Aber Olga und Ontje wollen richtig feiern. Olga macht sich dür die Weihnachtsvorbereitungen auf den Weg, doch dann bleibt sie bei einem Schneesturm im Watt stecken. Onno und Ontje machen sich große Sorgen. Muss jetzt das Weihnachtsfest ausfallen?
Wir haben das Kinderbuch zusammen in der Familie gelesen. Die schöne Geschichte hat uns alle begeistert. Die liebevollen Zeichnungen von Alexandra Langenbeck unterstützen die stimmungsvoll geschriebene Geschichte. Bei der Betrachtung der Bilder konnten wir immer wieder kleine lustige Einzelheiten entdecken. Alleine diese Zeichnugen haben uns länger auf den Seiten verweilen lassen. Unserem Sohn haben die eingesetzten Glitzerelemente im Buch sehr gefallen.
Onno und Ontje sind uns sehr ans Herz gewachsen. Ihre Freundschaft, Liebe, aber auch ihr kreativer Umgang mit den Weihnachtsvorbereitungen haben uns ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Wir werden gerne weitere Geschichten der Freunde lesen und sind gespannt, was Thomas Springer in Zukunft für Onno und Ontje plant.
Für dieses Kinderbuch können wir eine Leseempfehlung und 10 Punkte vergeben.
© claude - Kari Köster-Lösche
Mit der Flut kommt der Tod
(40)Aktuelle Rezension von: AnjaLG87Die Sönke Hansen - Reihe von Kari Köster-Lösche gefällt mir total gut! Ich lese eigentlich eher selten Krimis, wenn überhaupt, am liebsten historische. Wenn diese dann auch noch, wie "Mit der Flut kommt der Tod", auf einer Insel oder einer Hallig spielen, schlägt mein Nordsee-verliebtes Herz höher! Die Charaktere sind wunderbar beschrieben, vom kauzigen alten "Seebären" über den fröhlichen Jugendlichen, der selbst einmal anheuern will, bis hin zur patenten Frau, die gelernt hat, das harte Hallig-Leben selbstständig zu bestreiten, ist alles dabei. Die Entscheidung, einen Krimi auf einer Hallig spielen zu lassen, war genau richtig, weil das diese Reihe so besonders macht!
- Monika Held
Sommerkind
(38)Aktuelle Rezension von: SvanvitheKolja ist fünfzehn, als seine sieben Jahre jüngere Schwester Malu unbedingt im Freibad und nicht im Meer schwimmen will. Während er auf einer Bank sitzt und ein Buch liest, fällt ihm nicht auf, dass sie nicht zurückkommt. Vielmehr ist es Ragna, ein Jahr älter als Kolja und in ihn verliebt, die das bemerkt, aufspringt, losläuft, Malu reglos im Schwimmbecken liegen sieht und das Mädchen aus dem Wasser rettet. Doch ein normales Leben wird es nicht mehr sein. Malus Gehirn ist bereits geschädigt, sie fällt ins Koma. Malu ist ein Sommerkind.
Es ist das Bild des kleinen Mädchens auf dem Grund des Beckens, das Ragna 25 Jahre mit Erinnerungen konfrontiert, die ihr nicht mehr gegenwärtig und lückenhaft sind. Im Rahmen eines Forschungsprojektes befasst sie sich mit der Frage, ob es einen erkennbaren Zusammenhang zwischen den Orten der Kindheit und dem Verlauf des Lebens gibt. Und ob der Mensch am Ende seines Lebens dorthin zurückkehrt.
Sie begibt sich auf die Suche nach ihren Erinnerungen, nach Kolja und danach, was damals wirklich geschehen ist. Dabei begegnen ihr Menschen, die Kolja auf seinem Weg begleitet haben. Ragna trifft seine Mutter, Malu und spricht mit der Ärztin, die mit mehr Fürsorge und Augenmerk auftritt, weil sie die Sensibilität erkennt und die Schuldgefühle, mit denen Kolja belastet ist. Denn vor allem Koljas Mutter vermittelt ihrem Sohn, verantwortlich für das Geschehen zu sein. Zur Strafe muss er seine Schwester im Krankenhaus besuchen, und es ist nur verständlich, dass er darauf mit Abwehr reagiert. Stattdessen widmet Kolja seine Zeit und seine Zuneigung einem kleinen Jungen, der vom Wickeltisch gefallen ist und den er "Kai in der Kiste" nennt.
"Der Satz, mit dem sie ihn fortschickte, verschmolz mit dem Geräusch der Tür, die sie leise hinter ihm ins Schloss drückte."
Sommerkind ist ein emotional intensives Erlebnis. Der Roman besticht durch seine stille, tiefgründige, gleichwohl poetische Sprachgewalt und das psychologisches Feingefühl, mit dem Monika Held ihre Figuren porträtiert. Es gelingt ihr nicht nur, die Fassungslosigkeit der Eltern ob dieses Unglücks zu verdeutlichen, sondern auch die Einsamkeit und den Schmerz darzustellen, denen Kolja ausgesetzt ist und unter denen er leidet.
Im hohen Maße schafft die Autorin eine glaubhafte Darstellung. Dabei erzählt sie zeitversetzt aus zwei Blickwinkeln. Ragna nimmt die Ich-Position ein, wodurch es stets möglich ist, an ihren Gedanken und Emotionen teilzuhaben. Hingegen wird Koljas Geschichte aus der Sicht von Dritten geschildert. Insgesamt beleuchtet die Autorin ein Geschehen, das unsagbar traurig und betroffen macht und doch nicht ohne Hoffnung und schöne Momente ist.
Vielleicht ist am Ende nicht alles gesagt, aber so viel, dass die Geschichte schließen kann. Und es ist auch nicht wichtig. Denn Ragna und Kolja werden sich treffen, wenngleich wir nicht mehr dabei sind... - Klara Jahn
Die Farbe des Nordwinds
(2)Aktuelle Rezension von: Henri3tt3Ich liebe die Nordsee in all ihren Erscheinungsformen, egal ob in den Niederlanden, Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Dänemark. (An der britischen, schwedischen oder norwegischen Nordseeküste war ich leider noch nicht.) Ich mag sie in allen Jahreszeiten, auf dem Festland, auf den Inseln oder auf den Halligen. Sie ist einfach mein Lieblingsmeer.
Mit "Die Farbe des Nordwinds" habe ich mich meinem Seelenmeer sehr nahe gefühlt. Ich bin abgetaucht in diese Geschichte von Wasser, Wind und Land, von Brüdern und Schwestern, Stürmen und Wattwanderungen, von Heimat in der Fremde und dem Fremdsein in der Heimat. Es gibt zwei Erzählebenen, die Gegenwart wird von Britta Steffenhagen gelesen, die Vergangenheit von Torben Kessler und beide machen das großartig!
- Irma Nelles
Die Gräfin
(92)Aktuelle Rezension von: Brigitte_Spalink
Auf der Hallig Südfall stürzt ein Flugzeug ab. Die schtzigjährige Gräfin der Hallig findet ihn und sorgt dafür, das er zu ihr nach Hause kommt. Zwischen den beiden ensteht ein zerbrechliches Band.
Es ist ein unterhaltsames Büchlein, das man gut lesen kann. Es passiert nicht wirklich viel, aber es ist sehr interessant. Man lernt das Leben auf der Hallig kennen und die Menschem, die dort leben.
Die Geschichte wird so erzählt, man denkt, das könnte so gewesen sein, nichts ist an den Haaren herbeigezogen. Und schön ist es, wie die plattdeutschen Sätzen von Maschmann einstreut in die Geschichte. Es ist eine unterhaltsame Geschichte für zwischendurch.
- Kari Köster-Lösche
Alfons, die Weihnachtsgans
(8)Aktuelle Rezension von: pardenWEIHNACHTEN AUF DER HALLIG...
Einen Tag vor Weihnachten kann kein Schiff die Nordseehallig Langeness ansteuern. Nur Torre und sein Großvater, der Postschiffer, wagen mit einer Lore die Fahrt über einen Damm. So kurz vor dem Fest haben sie auch einen Weihnachtsschmaus dabei - eine lebendige Weihnachtsgans. Als die Hallig schon am Horizont auftaucht, kommt es zur Katastrophe. Torre und sein Großvater stranden in eisiger Dunkelheit. Sie haben nichts bei sich, das sie retten könnte, kein Funkgerät, kein Handy, keine Leuchtpistole - nur eine aufgeregte Gans …
Ein Weihnachtsbuch bei 28° C im Schatten? Nicht ganz das passende Wetter, aber nett zu lesen war die Erzählung trotzdem. Ein wenig Spannung, raue aber herzliche Charaktere, das Leben auf einer Hallig bei Wind und Wetter, Natur, Meer und alte Bräuche zu Weihnachten - hier erwartet den Leser eine bunte, kurzweilige Mischung.
Der 12jährige Torre ist dabei der Hauptcharakter, kein Kind mehr aber auch kein Jugendlicher - und in jedem Fall jung genug, um den Puken, den wohlgesonnenen Hausgeistern, an Weihnachten ein Schälchen Brei in den Stall zu bringen. Dass Torre sich auf den Halligen und im Watt ausgkennt, kommt ihm, seinem Großvater und einem eher unfreundlichen Gast sehr entgegen, als die Lore, mit der sie zur Nordseehallig Langeness unterwegs sind, verunfallt.
Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass die Spannung hier einen größeren Raum einnehmen würde - das Potential dazu hatte die Geschichte jedenfalls. Doch war es Kari Köster-Lösche wohl wichtig, viele verschiedene Themen in das Buch zu packen, die für das Leben auf einer Hallig von Bedeutung sind, und so verwässerte die Spannung leider etwas. Einen guten Einblick in das Leben auf einer Hallig bietet die Erzählung jedenfalls, und ein wenig Weihnachtsstimmung darf natürlich auch nicht fehlen.
Alles in allem eine nette, unkomplizierte Unterhaltung, und mit seinen gerade einmal 126 Seiten ist das Buch auch schnell gelesen.
© Parden - Patricia Schröder
Schneegestöber - Oder: Der Tag, als Oma Grizabella verschwand
(29)Aktuelle Rezension von: Josi98Inhalt:
Es ist kurz vor Weihnachten als Leonie, sich mit ihrer Familie, auf den Weg nach Hilsum macht. Dort soll ein großes Familientreffen stattfinden, zudem auch ihre Oma Grizabella, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen anreisen werden. Leonie genießt die Zeit, mit ihrer Cousine Sünje, auf der kleinen Hallig. Alles könnte so schön sein. Doch als am Weihnachtsmorgen plötzlich Oma Grizabella verschwindet, spitzt sich die Aufregung zu und alle machen sich gemeinsam auf die Suche nach ihr. Wird am Ende alles gut ?
Cover:
Das Cover ist zauberhaft schön gestaltet und die Schneeflocken verleiten dazu, das man ständig mit der Hand über das Buch streichen möchte. Zudem versprüht das Cover eine heimelige und wohlige Winteratmosphäre.
Meine Meinung:
Patricia Schröder hat mit „Schneegestöber – Oder der Tag an dem Oma Grizabella verschwand“ eine vorweihnachtliche Geschichte geschrieben, die mit unerwarteten Wendungen, einer gewissen Portion Spannung und heimeligen Wohlfühlmomenten punkten kann.
Wir begleiten Leonie dabei, wie sie mit ihrer Familie ein paar Tage auf der Hallig verbringt. Leonie freut sich auf der Wiedersehen mit ihrer Cousine Sünje, auch wenn nicht immer alles reibungslos zwischen den Beiden läuft und einige Probleme gelöst werden müssen. Gemeinsam versuchen sie hinter das Geheimnis von Onkel Lothars Freundin Sandrine zu kommen. Leonie freundet sich mit Ludvig an, erlebt die Geburt eines Lämmchens und auch sonst wird es nie langweilig auf der Hallig.
Während der Zeit auf der Hallig entwickelt sich Leonie weiter. Sie traut sich mehr zu, sagt ihre Meinung und entdeckt ganz neue Seiten an sich.
Auch die Emotionen und Gefühle der anderen Charaktere werden sehr treffend beschrieben. Es gibt Unstimmigkeiten und Meinungsverschiedenheiten, die in jeder Familie mal vorkommen können und genau diese Dinge, dass nicht immer alles nach Plan läuft und auch mal etwas schief gehen kann, man die Charaktere so authentisch und sympathisch.
Patricia Schröder ist es wunderbar gelungen, eine Geschichte zu erzählen, die von Familie und Freunden, dem Zauber von Weihnachten, Familienkonflikten und Teenagerproblemen handelt , jedoch auch eine Prise Humor beinhaltet und bei der ein gutes Ende nicht fehlt.
Fazit:
Eine Wohlfühlgeschichte, mit magischen Momenten und einigen Überraschungen, die an einem traumhaftem Ort spielt und Winterfeeling vermittelt. Gerne mehr davon.
- Abigail Rook
Wintersonnenmädchen
(21)Aktuelle Rezension von: Uhtreds-GirlDie Geschichte war tatsächlich ganz anders, als ich es erwartet hatte. Der Schreibstil erinnert an Cornelia Funke und am Anfang scheint es auch eine Art Tintenherz-Geschichte zu sein. Doch sie wird düsterer und am Ende fällt das Fantasiegebilde in sich zusammen.
Ich war schockiert und gebe doch 5 Sterne, denn ich fand das Ende logisch und konsequent, auch wenn es sicher nicht jedem zusagt.
- Lena Mitternacht
Die Welt hinter dem Maisfeld
(8)Aktuelle Rezension von: Roswitha_BoehmDie Welt hinter dem Maisfeld hat mich überrascht – im besten Sinne. Ich habe eine klassische Liebesgeschichte erwartet, vielleicht mit ein bisschen Drama, ein bisschen Romantik. Bekommen habe ich stattdessen eine ruhige, gefühlvolle Erzählung über Verlust, Nähe, Verantwortung – und darüber, wie Liebe auch leise entstehen kann.
Die Geschichte spielt in den 1980er Jahren. Rupert verliert seine Frau – ein Schicksalsschlag, der nicht nur seine Welt ins Wanken bringt, sondern ihn auch vor eine riesige Herausforderung stellt: Er steht plötzlich allein mit seiner Tochter Alice da. Der Alltag wird zum Kraftakt. Seine Hilflosigkeit wird nicht beschönigt – und das macht ihn so menschlich. Er versucht, das Richtige zu tun, und erkennt, dass er Unterstützung braucht. Diese findet er in Sara, die selbst Erfahrungen mit Schmerz und Neuanfang gemacht hat.
Zwischen den beiden entwickelt sich eine Verbindung, die nicht auf Knall und Drama basiert, sondern auf Vertrauen, kleinen Gesten, gemeinsamen Momenten. Das hat mir sehr gut gefallen. Es ist eine Liebesgeschichte, die sich entwickelt wie ein zartes Pflänzchen – langsam, aber stetig. Und genau das macht sie so glaubwürdig.
Der Schreibstil ist angenehm ruhig, fast unaufgeregt – aber gerade dadurch entsteht eine besondere Atmosphäre. Die Autorin schafft es, die 80er Jahre lebendig wirken zu lassen, ohne sich in Nostalgie zu verlieren. Die Emotionen stehen im Mittelpunkt, aber ohne Kitsch oder künstliche Dramatik.
Fazit:
Wer eine Liebesgeschichte sucht, die nicht auf oberflächliche Romantik, sondern auf echte Nähe und emotionales Wachstum setzt, wird hier fündig. Die Welt hinter dem Maisfeld ist ein Buch zum Wegträumen, Mitfühlen und Hoffnung schöpfen. Für mich ein stilles Highlight – genau richtig für alle, die sich nach einer gefühlvollen, ehrlichen Geschichte sehnen. - Karen Elste
Die Halligprinzessin
(35)Aktuelle Rezension von: raschke64Ella lebt in Berlin und führt zusammen mit ihrer Freundin eine Apotheke. Ihr Freund arbeitet in einer Kanzlei in Frankfurt und sie sehen sich nur jedes zweite Wochenende. Als sie ein Schreiben erhält, dass sie auf einer Hallig ein Grundstück geerbt hat, und gleichzeitig das Tagebuch ihrer Urgroßmutter bekommt, fährt sie dorthin. Ihr Freund begleitet sie nicht und das führt zum Bruch der Beziehung. Sie verliebt sich buchstäblich in die Hallig und beschließt, vorerst dort zu leben. Denn da gibt es noch die weiteren Tagebücher ihrer Großmutter Charlotte und den attraktiven Ornithologen auf der Nachbarwarft
Das Buch wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Mich hat, wie meistens in solchen Büchern, die Geschichte in der Vergangenheit mehr beeindruckt. Charlotte hat schon ein besonderes Schicksal und die Beschreibung, wie das Leben in den 1930er/1940er Jahren auf so einer Warft war, hat mich schwer beeindruckt. In der Gegenwart dagegen haben mich manche Entscheidungen von Ella zum Teil überrascht, zum Teil fand ich sie aber zu extrem und nicht immer nachvollziehbar. Trotzdem war das alles sehr gut lesbar, auch unterhaltsam, aber vor allem sehr informativ und interessant. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.
- Gabriella Engelmann
Strandfliederblüten
(8)Aktuelle Rezension von: EvelineaUnd wie immer war auch diese Geschichte sehr angenehm zu lesen
Ich habe schon einige Geschichten von der Autorin gelesen, bzw. gehört und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Leichte Unterhaltung für zwischendurch, auch die Sprecherin fand ich sehr angenehm.
- Florian Knöppler
Südfall
(34)Aktuelle Rezension von: Mario_Peters1944, das Kriegsende klopft an die Türe doch Daves Bomber wird abgeschossen. Dave ist ein englischer Soldat, dessen Bomber abgestützt und nahe Halligen im Watt zu Boden ging. Dort befinden wir uns zu beginn der Geschichte, mit Dave im Watt liegend und obwohl Krieg herrscht beginnt der Roman auf eine solche ruhige Art und Weise, dass man diesen Fakt kurz vergisst. Gleichzeitig entsteht sofort eine gewisse Spannung. Denn Dave befindet sich auf Deutschen Boden, er muss so schnell wie möglich verschwinden.
Auf Daves Flucht begegnet er und auch wir verschiedene hilfsbereite Menschen. Das Buch steigt mit sehr kurzen Sätzen ein, was die Spannung, Angst und die vielen Gedanken von Dave wiederspiegelt. Im Laufe des Romans werden diese immer länger und auch die Szenerien werden immer Detailreicher, so erleben auch wir als Leser, wie die Gedanken immer klarer werden. Jedes Kapitel stellt eine neue Begegnung mit und von Dave dar. Was sehr gut gelungen ist, dass wir nicht Daves Sicht beschrieben bekommen, sondern das in jedem Kapitel die Figur, die Dave begegnet, als Protagonist beschrieben wird. So wechseln wir als Leser bei jedem Kapitel unsere Perspektive und bekommen keinen monotonen Einblick einer Flucht. Wir lernen viel über das Leben der Menschen in Deutschland, die sich nicht an der Front befinden und stellen fest, dass ein jeder Dave sofort helfen will, ohne dabei etwas zurückzubekommen. Gleichzeitig spiegelt diese Beschreibung der Flucht sehr gut Daves gang wieder, denn nach dem Kapitel tauchen die Figuren nicht wieder auf, denn Dave ist auf der Flucht. Er kann nirgendswo lange bleiben und ein Wiedersehen ist schlichtweg unmöglich für ihn.
Ob es Dave gelingt wieder zurück nach England zu seiner geliebten zu kommen? OB er vorher von den Deutschen geschnappt und als Kriegsgefangener endet? All das gilt es herauszufinden. Das Ende ist so oder so emotional und läd zum lächeln ein. Der Schreibstil gefiel mir sehr. ein toller Roman! Ich muss zugeben, zu beginn habe ich gedacht, "das kann ja was werden", aufgrund der kurzen Sätze war ich zunächst etwas abgeschreckt, aber es wurde immer besser (und sie waren aufgrund der Spannung nötig). Ich hätte mir vielleicht dann und wann einmal eine knappe oder spannende Szene mehr gewünscht, aber dadurch, dass man in jedem Kapitel einen neuen Menschen kennenlernt und in dessen Leben eintaucht und Dave quasi nur einen kleinen Gastauftritt hat, fehlte es dann auch wieder nicht. kurz um: Eine klare Buchempfehlung. - Thomas Springer
Der größte Freund auf der Welt (Onno und Ontje 3)
(3)Aktuelle Rezension von: KinderbuchkisteBand 3 der wunderbaren Geschichten um Onno und Ontje
Thema Freundschaft und Eifersucht
Unsere Lesekinder und auch wir Erwachsene sind grooooße Onno & Ontje Fans. Um so erfreuter waren wir, dass das Jahr 2018 gleich mit einer neuen Geschichte eingeläutet wird. Besser kann das Jahr eigentlich kaum beginnen.
Auch dieses Mal erzählt Thomas Springer wieder eine anrührende sehr besondere Freundschaftsgeschichte in der auch immer wieder Sachinformationen zum Lebensraum Watt und Hallig eingebunden werden.
Gleich zu Beginn lernen wir wieder jede Menge Meeresbewohner kennen.
Skizzen von Steinbutt, Heringshai, Seenadel oder auch Scholle und Taschenpicker lassen uns stauen. Es gibt schon merkwürdige Gesellen unter Wasser.
Für alle die Onno und Ontje noch nicht kennen ( immerhin ist dieses schon Band 3)
Onno ist ein "alter" Fischer, der mit seiner Frau Olga auf einer Hallig lebt. Seit Onno eines seekrank wurde und nicht mehr aufs Meer zum fischen raus fahren kann nimmt Olga diesen Part ein und Onno versorgt Haus und Hof. Er liebt das einsame Leben ohne Störungen und Aufregungen doch dann steht plötzlich Ontje, ein kleiner gestrandeter Otter, vor ihm. Es war ein langer Weg der Annäherung, denn so schnell schließt der alte Seebär mit niemandem Freundschaft, erst recht nicht wenn dieser jemand ihn in seiner Ruhe stört. Die beiden erleben viel mit einander und sind wirklich dicke Freunde geworden, ihr Leben ist perfekt bis
und nun beginnt unsere Geschichte:
"Der größte Freund auf der Welt"
Nachdem die beiden Olga verabschiedet hatten, die wieder mit dem Boot zum Fischen heraus führ schauen sie ihr noch eine Weile aus ihrem gemütlichen Strandkorb nach.
Es ist Abend und Onno möchte nur noch ins Bett. Ontje hin gegen steht der Sinn mehr nach "Blödsinn machen".
Wenigstens ein klein wenig.
Während Onno es sich schon einmal im Bett gemütlich macht putzt der kleine Otter ausgiebig seine Zähne und hat dabei sichtlich viel Spaß. Ein klein wenig Blödsinn machen muss einfach sein.
Am nächsten Morgen werden die beiden von der aufgeregten Zieglinde aus dem Bett geholt. Während Onno sich noch aus dem Bett müht ist Onno schon an der Tür um nach zu schauen was Zieglinde so in Aufruhe versetzt hat.
Draußen ist so richtiges Schietwetter, es weht ein heftiger Wind und es regnet. An so einem trüben Tag bleibt man besser im Bett doch was Ontje draußen entdeckt ist dann doch einen Blick wert.
Sie haben Besuch. Unfreiwilligen, großen, sehr großen Besuch. Ein Wal ist gestrandet und nun ist Ebbe und er kann nicht zurück ins Wasser. Gut nur das es regnet den Wale brauchen stets feuchte Haut.
Mittlerweile hat auch Onno den Weg zum Wal gefunden. Ontje freut sich sehr über den Gast und versucht auch gleich mit ihm in Kontakt zu kommen. Sogar Heringssalat bringt er ihm. Nur leider mögen Wale keinen Heringssalat. Es ist wirklich rührend wie sich der kleine Otter um den riesen Koloss kümmert und auch Onno tat alles damit es dem Gestrandeten gut ging. Nach einigen Stunden wurde das Ontje jedoch etwas zu viel kümmern und Interesse zeigen von Onnos Seite und er wünschte sich, das der Besuch doch nun endlich wieder verschwinden könnte. Leider war die nächste Flut nicht so hoch als das es gereicht hätte den Wal wieder hinaus aufs Meer zu tragen und so musste er wohl oder übel weiter am Strand ausharren in der Hoffnung, dass die nächste Flut mehr Wasser mit sich brachte und der Wasserpegel höher.
Nur zu dumm, das nun ausgerechnet der Regen aufhörte und die Sonne heiß auf den Planeten prallte.
Onno tat alles um den Wal feucht zu halten. Das bedeutete aber auch er kümmerte sich noch mehr um den Gast, was wiederum Ontjes Eifersucht schürte.
Wenn sich keiner um ihn kümmert musste er eben wieder etwas alleine machen. Und was machen kleine Otter am liebsten?
Richtig! Blödsinn.
Was Ontje anstellt verrate ich hier noch nicht, nur so viel sein verraten, es ist recht gefährlicher Blödsinn. Gott sei Dank rettet Onno den kleinen Otter noch rechtzeitig, echte Freunde sind eben immer zur rechten Zeit am richtigen Ort.
Während Ontje so in Onnos Armen liegt , sicher und geborgen erzählt der Kleine traurig von seinen Gefühlen. Doch Onno wäre nicht Onno wenn er seinem Freund nicht verstehen würde. Einfühlsam geht er auf ihn ein schließlich sind sie allerbeste Freunde.
Aber der Wal braucht ihre Hilfe soviel ist klar.
Ob es den beiden Freunden gelingen wird ihren Besuch wieder ins offene Meer zu bringen?
Ihr werdet es erst erfahren wenn ihr selbst zum Buch greift.
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Eine tolle, sehr einfühlsame Geschichte, die uns aber auch ganz nebenbei einmal mehr einige Sachinformationen zum Thema Meer ( Ebbe und Flut) und den Walen vermittelt.
Witzig sind die kleinen Geschichten, die die Illustrationen am Rande erzählen. Sei es die im Sturm wehende Baumkrone, die aussieht wie ein Fisch ( gab es auch schon in Band 1) oder Ontjes Zähneputzaktion. Die kleinen Tiere wie Krebse Schnecken & Co oder der Vogel mit langem Schnabel der es sich in Onnos Strumpf auf der Leine gemütlich gemacht hat. Lauter kleine Details die das Buch noch lebendiger machen.
In jedem Bild ist viel zu entdecken.
Ein wenig erstaunt waren unsere Lesekinder über das Coverbild. Während auf dem ersten und zweiten Buch Onno und Ontje im Fokus standen nimmt der Wal dieses Mal viel Raum ein. Das ist wohl dem Thema geschuldet doch irgendwie vermissten die Kinder das große Bild des bärtigen Onno.
Ich weiß nicht wie man es hätte anders lösen sollen aber ich muss zugeben mich hat es auch etwas befremdet.
Irgendwie anders als bei Band 1 und 2 halt.Die Geschichte ist wieder toll und die Illustrationen eigentlich auch aber irgendwie sind sie leider in ihrer Farbigkeit dieses Mal etwas anders. Sie strahlen nicht so sehr wie in den ersten beiden Büchern. Des Rätsels Lösung für unsere Irritation:Der Illustrator ist ein anderer!
Fazit:Es ist ein tolles Buch, dessen Geschichte von Eifersucht und Freundschaft einfühlsam und witzig transportiert wird. Die Kinder und wir Erwachsenen lieben den bärtigen eigenwilligen Onno und den kleinen munteren, gern Blödsinn machenden Ontje und hoffen es wird noch viele weitere Geschichten geben.
Wenn wir uns etwas wünschen dürften würden wir gerne wieder die Bilder von Matthias Derenbach sehen.
- Thomas Springer
Onno & Ontje - Ein Freund hilft dem anderen. Immer!
(8)Aktuelle Rezension von: Claudias-BuecherregalEigentlich wollten Onno und Ontje die Draisine reparieren, doch dann wird Ontje krank. Mit schlimmer Erkältung muss er das Bett hüren und Onno, der sich dann eigentlich alleine um die Reparatur kümmern wollte, muss ständig nach Ontje sehen und sich um ihn kümmern, was er aber auch gerne macht. Am nächsten Tag wird es jedoch auch nichts mit der Reparatur, denn Onno hat sich angesteckt. Also wird er von Ontje gepflegt, dem es mittlerweile wieder gut geht – denn Freunde helfen einander, auch in Krankheit.Dieses Kleinkinderbuch ist Teil einer Serie um den Fischer Onno und seinen Otter Ontje. Anbei eine Übersicht der Bände:
Band 1 - Plötzlich allerdickste Freunde
Band 2 - Ein Freund hilft dem anderen. Immer!
Band 3 - Der größte Freund auf der Welt
Band 4 - Freunde sind das schönste Geschenk (erscheint Sept 2019)Die beiden leben zusammen mit Onnos Frau Olga auf einer kleinen Hallig in der Nordsee und sind oft tagelang alleine, da Olga zum Fischen rausfährt – schließlich leidet der Fischer unter einer schlimmen Seekrankheit und kann selbst nicht mehr aufs Meer hinaus. Das Meer spielt dieses Mal gar keine übergeordnete Rolle, trotzdem ist das Setting in der Nordsee für mich als Schleswig-Holsteinerin immer wieder schön.
Illustriert wurden die ersten beiden Bände von Matthias Derenbach, danach von Alexandra Langenbeck. Derenbachs Stil würde ich eher als etwas weicher beschreiben, bei Langenbeck sind die Zeichnungen eher gestochen scharf und dadurch etwas detailliert, was mir persönlich etwas besser gefällt. Trotzdem sagen mir auch diese Zeichnungen sehr zu. Die Tiere werden mit humorvollen Details gezeichnet, so haben diese zum Beispiel ein Fieberthermometer im Maul oder stricken einen Schal, etc.
Das Buch hat eine Größe von ca. 26 x 30 cm, ist durchgängig farbig illustriert und hat eine Vorleseempfehlung für drei- bis sechs-jährige Kinder. Es besitzt relativ viel Text, wodurch das Buch eben schon eine komplexere Handlung beschreiben kann. Gerade in diesem Band ist mir der Humor positiv aufgefallen, der besonders durch den Wechsel (zunächst ist Ontje krank, dann Onno) und dem Umgang mit dieser Krankheitssituation in Erscheinung tritt.
Fazit: Band zwei kann genauso überzeugen. Eine innige Freundschaft verbindet die beiden Protagonisten und so sind sie natürlich auch während kranker Zeiten für einander da. Der Humor kommt in diesem Teil nicht zu kurz und die Illustrationen bietet erneut viel zum Entdecken.
- Thomas Springer
Onno & Ontje - Plötzlich allerdickste Freunde
(21)Aktuelle Rezension von: Claudias-BuecherregalOnno liebt seine Ruhe. Daher lebt er zurückgezogen als Fischer mit seiner Frau Olga auf einer Hallig mitten im Wattenmeer. Eines Tages wird er jedoch seekrank, daher muss seine Frau aufs Meer hinausfahren. Er bleibt zurück und genießt die Stille, bis eine Sturmflut ihm einen Besucher beschert – einen kleinen Otter. Nachdem dieser Onno nicht mehr von der Seite weicht und Onno feststellt, dass seine Anwesenheit ihn erstaunlicherweise gar nicht stört, tauft er ihn auf den Namen Ontje und es ist der Beginn einer Freundschaft.Als Schleswig-Holsteinerin liebe ich Geschichten, die an der Küste spielen. Onno ist ein typischer norddeutscher Einsiedler, der gerne seine Ruhe hat und nicht viel redet. Trotzdem ist er sympathisch und taut während der Handlung langsam auf. Mittlerweile ist bekannt, dass es sich bei dem Buch tatsächlich um einen Auftakt einer Reihe handelt, dass also die beiden Freunde geworden sind und kleine Abenteuer zusammen überstehen werden. Anbei eine Übersicht über die Bände:
Band 1 - Plötzlich allerdickste Freunde
Band 2 - Ein Freund hilft dem anderen. Immer!
Band 3 - Der größte Freund auf der Welt
Band 4 - Freunde sind das schönste Geschenk (erscheint Sept 2019)Illustriert wurden die ersten beiden Bände von Matthias Derenbach, danach von Alexandra Langenbeck. Derenbachs Stil würde ich eher als etwas weicher beschreiben, bei Langenbeck sind die Zeichnungen eher gestochen scharf und dadurch etwas detailliert, was mir persönlich etwas besser gefällt. Trotzdem sagen mir auch diese Zeichnungen sehr zu. Interessant ist es, dass es auf jeder Seite neben der eigentlichen Handlung noch reichlich Meeresbewohner zu entdecken gibt, die nicht unbedingt realistisch dargestellt werden. So spielen Krebse Karten oder Pirat auf einem Papierboot – aber es macht Spaß diese humorvollen Details zu entdecken.
Das Buch hat eine Größe von ca. 26 x 30 cm, ist durchgängig farbig illustriert und hat eine Vorleseempfehlung für drei- bis sechs-jährige Kinder. Es besitzt relativ viel Text, wodurch das Buch eben schon eine komplexere Handlung beschreiben kann.
Fazit: Ein toller Auftakt für eine Nordseegeschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft, die absolut kindgerecht ist und viel zu entdecken bietet.
- Lena Johannson
Sommerglück auf der Hallig
(16)Aktuelle Rezension von: hapedahInselärztin Wiebke und Schwimmeister Tamme ziehen mit Wiebkes Tochter Maxi in ein gemeinsames Haus auf der Nordseeinsel Pellworm, in wenigen Monaten wollen sie heiraten. Zum Glück hat Wiebke gute Freundinnen auf der Insel gefunden, die sie bei der Planung unterstützen, denn neben Brautkleid, Hochzeitstorte und Feier muss auch die Unterbringung von Tammes griechischer Verwandtschaft geregelt werden. Ausgerechnet jetzt taucht auch noch Maxis Erzeuger Nick auf Pellworm auf und möchte seine Tochter kennen lernen......
"Sommerglück auf der Hallig" von Lena Johannson ist eine locker-leichte Sommerlektüre, die mich beim Lesen schnell an die Nordsee entführt hat. Erst nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, habe ich erfahren, dass es bereits zwei Vorgängerbände um die sympathischen Protagonisten Wiebke und Tamme gibt, nämlich "Die Halligärztin" und "Die Liebe der Halligärztin". Doch auch ohne Vorkenntnis diese Bände konnte ich die Geschichte gut lesen, die Figuren und ihr Umfeld sind anschaulich beschrieben und auch die Vorgeschichte des Liebespaares ist ausreichend dargestellt.
Obwohl ich die Personen im Buch gemocht habe und besonders durch das Auftauchen der griechischen Sippe einige lustige Situationen entstanden sind, bin ich nicht wirklich tief in die Handlung hinein gekommen, für mich blieb alles nahe an der Oberfläche. Zusammenfassend ist dieser Roman für mich eine nette Geschichte für zwischendurch, auch gut als Strandlektüre geeignet, die dem Leser keine großartige Konzentration abfordert. Einen tieferen Eindruck hat sie bei mir aber nicht hinterlassen.
Fazit: Sommer, Nordsee, ein nicht mehr ganz junges Liebespaar und die Tücken der Verwandtschaft sind hier zu einem netten Roman verflochten worden, der sich leicht lesen lässt, dabei aber oberflächlich bleibt.
- Kari Köster-Lösche
Der Austernmörder
(27)Aktuelle Rezension von: AnjaLG87Ich mag die Sönke Hansen-Reihe von Kari Köster-Lösche wirklich sehr gern. Historische Krimis finde ich ohnehin toll, und dass diese hier in Norddeutschland und auf den Halligen spielen, gefällt mir als Nordsee-Liebhaberin besonders gut. Die Atmosphäre, die die Autorin dabei kreiert, ist einzigartig, so wie es ja auch die Halligen und die Ereignisse auf diesen kleinen und von der restlichen Welt abgeschotteten Fleckchen sind. Dies ist nun der zweite Band der Reihe rund um skrupellose Austerngeschäfte und rätselhafte Morde in diesem Wirtschaftszweig. Dass dieses Thema als Grundlage für die Geschichte gewählt wurde, finde ich mutig, weil sich vermutlich nur ein kleinerer Leserkreis dafür interessiert, aber ich finde es auch genauso gut und interessant zu lesen. Es ist eben einfach mal etwas ganz Anderes. Die Autorin schafft es auch wieder sehr gut, einen spannenden Kriminalfall darzustellen, dies allerdings meiner Meinung nach etwas schwächer als im - sehr starken - ersten Band.























