Bücher mit dem Tag "hap collins"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "hap collins" gekennzeichnet haben.

5 Bücher

  1. Cover des Buches Wilder Winter (ISBN: 9783965090002)
    Joe R. Lansdale

    Wilder Winter

     (74)
    Aktuelle Rezension von: lisolino

    Ich finde das Coverbild sehr gelungen. Es spiegelt zwei Dinge wieder, die in dem Buch immer wieder Thema sind: die klirrende Kälte des Winter und die Hitze von Leidenschaft und Blut.

    Als Haps Exfrau Trudy auftaucht und Hap einen lukrativen Job anbieten besteht er darauf, dass Leonard ebenfalls dabei ist. Das ist kein reiner Freundschaftsdienst für den ebenso geldarmen Freund, vielmehr hat Hap das Gefühl ohne ihn nicht klarzukommen.
    Im Laufe der Geschichte triff man auf jede Menge zerbrochener Typen, die alle ihr eigenes Kreuz tragen und versuchen aus ihrem Leben etwas zu machen. Allerdings mit sehr seltsamen Ansichten.
    Es dauert etwas bis die Handlung in Gang kommt. Gut die Hälfte des Buches widmet sich den Personen und der Lust an schnellen, harten Dialogen. Im Verlauf des Buches entwickelt sich die Geschichte mit zunehmender Härte.

    Ich denke das Buch ist nicht für jeden etwas. Wer aber Spaß an harten Typen, schrägen Figuren und einem nervenaufreibendem Show Down hat sollte es lesen.

  2. Cover des Buches Rumble Tumble (ISBN: 9783926126689)
    Joe R. Lansdale

    Rumble Tumble

     (6)
    Aktuelle Rezension von: chuma

    Mittlerweile bin ich bei Band 5 der kultigen Hap & Leonard-Reihe angekommen und dieser Teil unterscheidet sich doch ein wenig von den bisherigen. Es dürfte sich allerdings für die deutsche Leserschaft überaus schwierig gestalten, überhaupt noch an dieses Buch heranzukommen. Ich hatte Glück und konnte auf dem Gebrauchtmarkt noch ein Exemplar ergattern. Optisch jetzt nicht so der Hingucker (dieses Cover!) und doch bin ich froh, auch diesen Band im Regal zu haben.

    Eine Badewanne dient wohl kaum als Obdach, aber nichts anderes ist Hap geblieben und so kommt er bei seinem Kumpel Leonard unter. Dem stinkt das Zusammenleben, das die ein oder andere Unterhose mit Bremsstreifen sowie permanent nackige Klopapierhülsen mit sich bringt, aber schon bald gewaltig. Er hofft darauf, dass Hap endlich zu seiner Freundin Brett zieht, doch die hat gerade andere Sorgen. Ihre Tochter Tillie ist schon lange auf die schiefe Bahn geraten, will jetzt aber aus der Prostitution aussteigen, was ihrem Zuhälter natürlich so gar nicht gefällt. Und so starten unsere beiden schrägen Protagonisten gemeinsam mit Brett eine Rettungsmission, die trotz der vielen Waffen im Kofferraum von vornherein keine besonders guten Erfolgsaussichten bietet.

    »Es ist eine Sache, dem Teufel aus der Ferne zuzuwinken, aber eine ganz andere, ihm die Hand zu schütteln.«

    Schräg und Lansdale passen gut zusammen. Humor und derber Wortwitz ebenso. Auch hier gilt wieder: Zartbesaitete Schöngeister werden wohl kaum Gefallen an dieser Story finden. Es rappelt ordentlich in der Kiste und Lansdale lässt dieses Mal seinen fein, nuancierten Humor ein wenig vermissen. Auch der Tiefgang blitzt nur ab und zu mal durch. »Rumble Tumble« ist ein trashiger Actionkrimi mit viel Ramba Zamba, Blut und auch einigen Klischees. Warum ich dennoch meinen Spaß hatte? Ganz einfach, weil es kein anderer so gut versteht, aus solch schnöden Zutaten ein irgenwie leicht bekömmliches Essen zu kreieren. Definitiv Fast Food aber eines, das schmeckt und nicht schwer im Magen liegt. Und sind wir doch mal ehrlich, ab und zu braucht es das einfach mal.

    Lansdales Figuren sind derart bizarr und unterhaltsam, dass man nicht anders kann, als sie zu feiern. Ein kurzer Teaser dazu gefällig, mit wem ihr hier rechnen könnt?

    »Mann, wir waren vielleicht ein Team. Ein Rausschmeißer aus Osttexas, eine schwarze Schwuchtel, eine ehemalige Süßkartoffelkönigin, ein fast zwei Meter großer Profikiller im Ruhestand und Ex-Pfarrer mit Übergewicht und ein rothaariger Giftzwerg. Das einzige, was uns jetzt noch abging, waren ein paar Gebrauchtwagenhändler, ein Affe und ein Leierkastenmann.«

    Statt Gebrauchtwagenhändler gab's Biker, statt einem Affen ein verstörtes Gürteltier sowie Präriehunde und der Leierkastenmann … tja lest einfach selbst.

    Auf nach Hootie Hoot!

    P.S. Und für ein paar rührende Momente und etwas Liebe in Form einer zart erblühenden Vater-Sohn-Beziehung ist auch gesorgt. Versprochen.

    3.5 / 5⭐︎

  3. Cover des Buches Mucho Mojo (ISBN: 9783965090019)
    Joe R. Lansdale

    Mucho Mojo

     (14)
    Aktuelle Rezension von: chuma

    LaBorde, Texas: Es ist Sommer und es ist heiß und während Hap mal wieder als Saisonarbeiter auf den Feldern schuftet, kuriert Leonard seine Beinverletzung aus. Dann erhält dieser allerdings die Nachricht vom Tod seines Onkels Chester, was ihn zum Erben des Hauses macht. Dort angekommen stellt sich das großzügige Vermächtnis allerdings schnell als zugemüllte, stinkende Bruchbude heraus, die sich lediglich mit reizenden, drogendealenden Nachbarn schmücken kann. Neben einem Umschlag mit größtenteils wertlosen Rabattmarken, etwas Geld und einem Schlüssel ist es die Trauer, die Leonard bleibt und so beschließt er vorerst, mit Hap gemeinsam die Hütte auf Vordermann zu bringen. Doch so wie es aussieht hat Onkel Chester im wahrsten Sinn des Wortes eine Leiche im Keller und zwar ein hübsch in Pornohefte verpacktes Kinderskelett. Klarer Fall für die Polizei, doch trotz des Zerwürfnisses zwischen Leonard und seinem Onkel nach dessen Outing, weiß Leonard eines mit Sicherheit: Nie im Leben ist sein Onkel ein Kinderschänder oder -mörder gewesen. Und so begibt sich unser ungleiches Duo auf Spurensuche.

    Leseeindruck

    Wie gewohnt fackelt Lansdale auch beim zweiten Hap & Leonard-Abenteuer nicht lange und steigt direkt rasant ins Geschehen ein. Unsere Protagonisten glänzen einmal mehr mit ihrem unverkennbaren Charme, losem Mundwerk und ihrem beispiellosen Gerechtigkeitssinn – liebenswert wie eh und je. Die Dialoge der beiden sind tödlich witzig bis zum Umfallen aber dennoch nicht flach … zumindest nicht immer. Und das ist sie – Lansdales unbestreitbare Stärke: Er verpackt Gesellschaftskritik, behördliche Missstände und ernste Themen, wie Vorurteile, Rassendiskriminierung und religiösen Fanatismus auf so gekonnte Art und Weise, dass es dennoch verdammt gut unterhält. Moral ohne fiese Keule. Das bleibt hängen! Gegensätze, die sich anziehen – genau wie unsere beiden ungleichen Hauptfiguren eben.

    Apropos, die Figurenzeichnung ist einmal mehr sehr gelungen. In »Mucho Mojo« blicken wir in Leonards Vergangenheit, sehen das Kind, das eine enge Bindung zu seinem Onkel hatte und erleben einen verletzlichen jungen Mann, mit dem gebrochen wurde, weil er ist wie er ist. Das hat ihn tief geprägt und so ist die Suche nach der Wahrheit, die Schuldfreisprechung des Onkels wohl auch ein wenig der Wunsch nach Aussöhnung. Aber auch Hap erleben wir von einer sehr verletzlichen Seite. Er ist ein großer Junge, der sich nach echter Liebe und Familie sehnt – kein schlechter Fang für eine Frau, wenn sie doch nur die Richtige wäre. Weder Trudy (»Wilder Winter«), noch die dunkle Schönheit Florida, die noch dazu ehrgeizig und clever ist, scheinen allerdings diese Bedingung zu erfüllen. Letztere hat trotz vorhandener Intelligenz leider ausgerechnet damit ein Problem, eine dauerhafte Beziehung zu einem Weißen einzugehen. Pech für unserem großherzigen Hap, der wieder nur nach den Sternen greifen kann.

    Die Krimikomponente liest sich spannend, auch wenn sie bekennende Leser des Genres im Sinne der Täterbestimmung wohl nicht vom Hocker reißt. In meinen Augen liegt darauf aber auch nicht der Schwerpunkt. Es ist Beiwerk, Füllmaterial, das dem großartigen Rest genug Raum zur Entfaltung gibt.

    Fazit

    Definitiv legt Lansdale im Vergleich zum Vorgänger hier noch eine Schippe drauf, punktet in Sachen Dialoge, Figurenzeichnung, Dynamik und Gesamtkomposition. »Mucho Mojo« ist eine rasante Story mit Tiefgang und traurig-schönen nachdenklichen Momenten – eine gelungene Mischung, die bestens unterhält und unbedingt Lust auf die weiteren Bände macht.

  4. Cover des Buches Schlechtes Chili (ISBN: 9783832161835)
    Joe R. Lansdale

    Schlechtes Chili

     (24)
    Aktuelle Rezension von: chuma

    »Das Leben ist wie ein Teller Chili in einem unbekannten Café. Manchmal ist es lecker und scharf. Ab und zu schmeckt es wie Scheiße.«

    Kaum ist Hap wieder von seinem Job auf einer Bohrinsel zurück, schon tischt ihm das Leben einen ebensolchen Teller schlechtes Chili auf. Nach einer ziemlich derben Auseinandersetzung mit einem tollwütigen Eichhörnchen muss er also das Krankenhausbett hüten als sein bester Freund Leonard plötzlich spurlos verschwindet und dann auch noch unter Mordverdacht gerät. Vorbei ist es mit den guten Absichten, ein anständiges und geregeltes Leben zu führen, denn nun gilt es natürlich seinem Kumpel aus der Misere zu helfen. Doch dieser Weg ist steinig und gepflastert mit toten Bikern, Fettdieben, einem ehemaligen Profiwrestler und ganz üblen Sadisten, die es auf Homosexuelle abgesehen haben. Nur einen Lichtblick gibt es in diesem ganzen Chaos und das ist die taffe Krankenschwester Brett, die ganz offenbar ein Auge auf Hap geworfen hat.

    Klingt abgefahren und ist es natürlich auch, schließlich sprechen wir hier über Joe R. Lansdale und seine beiden Hobby-Detektive Hap & Leonard. Band 4 der Reihe steht den Vorgängern in Nichts nach, außer dass es noch derber zugeht – inhaltlich wie sprachlich. Wer damit nicht klarkommt, für den ist diese Story (und wohl auch die Reihe) definitiv nichts. Zartbesaitete und Schöngeister dürften hier arge Probleme haben. Alle die, die mit pechschwarzem Humor, derbem Wortwitz und Sprachstil sowie brutalen und manchmal auch ekligen Szenen umgehen können, werden insgesamt wieder einmal hervorragend in typischer Lansdale-Manier unterhalten werden.

    Lansdale liefert aber nicht nur eine abgedrehte Story, die sich bestens auf der Leinwand machen würde (am besten von Tarantino verfilmt), er schlägt auch wieder gewohnt ernste Töne an, übt zwischen den Zeilen Kritik am System, Intoleranz und hebt einmal mehr die Freundschaft und den Zusammenhalt aufs Podest. Und auch der Liebe lässt er Raum – ein wenig und ganz unaufdringlich (Hap versau es nicht!). Ach ja und da ist auch noch etwas: Humor. Ganz besonders der Sinn für Situationskomik und teuflisch gute Dialoge macht »Schlechtes Chili« so überaus bekömmlich. 

    Wir lesen uns schon bald wieder und ich freu mich drauf!

  5. Cover des Buches Bärenblues (ISBN: 9783965090026)
    Joe R. Lansdale

    Bärenblues

     (11)
    Aktuelle Rezension von: chuma

    Was Leonard unter besinnlicher Weihnachtsstimmung versteht, erfahren wir direkt zu Beginn des dritten Teils der kultigen Hap & Leonard-Reihe. Richtig – er sorgt für angemessene, stimmungsvolle Beleuchtung und setzt einmal mehr das Crackhaus nebenan in Brand. Die örtliche Polizeibehörde hat so ihre liebe Mühe, die Beiden immer wieder aufs Neue rauszuhauen und so schlägt Lieutenant Hanson ihnen einen Deal vor: Seine Freundin und Haps frühere Flamme Florida ist im Provinzkaff Grovetown verschwunden und die beiden Jungs sollen sie aufspüren. Doch die Sache hat mehr als nur einen Haken, an dem besonders Farbige leicht hängenbleiben könnten. In Grovetown ticken die Uhren nämlich anders und der Rassismus hat dort noch immer Hochkonjunktur. Ein gefährliches Pflaster für Leonard und eben auch für die vermisste Florida, die einem vermeintlichen Lynchmord auf der Spur war.

    Also einmal kräftig in die Hände gespuckt und los geht´s für unsere beiden Hobbydetektive. Doch in dem Kaff werden sie gleich ordentlich in die Mangel genommen und stoßen schmerzhaft an ihre Grenzen, denn gegen eine solche rassistische Übermacht helfen alle coolen Sprüche und Selbstverteidigungskniffe nichts. Doch Aufgeben war noch nie eine Option für die beiden Freunde und so lecken sie zwar ihre Wunden, stehen aber allsbald wieder auf und setzen ihre gefährliche und immer auswegloser anmutende Suche nach Florida fort.

    In »Mambo mit zwei Bären« (OT: The Two-Bear Mambo) schockt Lansdale seine Leser, indem er unsere beiden sprücheklopfenden Freunde von ihrem Superhelden-Sockel stösst und sie derb an ihre Grenzen führt. So derb, dass man richtig Angst bekommt. Und so kommt es auch, dass man sich nach einem gewohnt fluffigen Einstieg plötzlich in einem düsteren Setting wiederfindet mit einer überaus finsteren und unheilverkündenden Aussicht.

    »Hier waren die Bäume mächtig und schwarz und gespenstisch. Tiefhängende Regenwolken waren aufgezogen und hüllten den kalten Sonnentag in traurig-graue Witwenschleier. Die pechschwarzen Wolken klebten über dem Wald beiderseits des schmalen, rissigen Highways, als wären sie flauschige Baumwollhüte, die nur von ein paar Sonnenstrahlen wie von polierten Hutnadeln durchbohrt wurden.«

    Die Töne werden rauer und das ernste Hintergrundthema (Rassismus) wird vom Autor durch die Ausweglosigkeit der Lage, in der sich unsere Protagonisten befinden, grandios unterstrichen. Es ist wie eine Welle, die einen fortspült, wenn man sie nicht reiten kann. Ein Bild, das passender nicht sein kann, wenn man das Buch erst gelesen hat.

    »Bärenblues« (Golkonda Verlag) ist die Neuauflage dieses Romans und beide Titel passen hervorragend, denn der Bezug findet sich in der Story mehrfach wieder. Hap & Leonard tanzen den Blues, ob sie es letztlich gut machen, muss jeder selbst lesen aber dieser dritte Teil der Reihe zeigt unsere beiden Protagonisten von einer sehr verletzlichen Seite, unterstreicht ihre innige Freundschaft und offenbart so einen tiefen Blick auf das Seelenleben beider Männer. Es sind wichtige Werte, die Lansdale neben all dem Sarkasmus hervorhebt: Treue sich selbst und seinen Freunden gegenüber; das Einstehen für die eigenen Überzeugungen und füreinander; der Kampf gegen Vorurteile und Intoleranz. Und so ist dieser Krimi trotz des gewohnt derben Humors und der Brutalität auch ein Apell an die Menschlichkeit. Unterhaltsam und spannend aber bei Weitem nicht seicht, klingt »Mambo mit zwei Bären / Bärenblues« noch lange nach.

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