Bücher mit dem Tag "hard sf"
9 Bücher
- Phillip P. Peterson
Nano
(42)Aktuelle Rezension von: PJPrinceEin spannendes und erschreckendes Thema, dass sehr gut los ging, mich zum Ende hin aber etwas verloren hatte. An irgendeinem Punkt fühlte sich die Hauptstory etwas zu groß an, um sie dann wieder so einfach einzufangen und ich hatte das Buch mit einem nicht ganz zufriedenem Gefühl beendet. Nur 3 Sterne hat es dann aber doch nicht verdient, dafür habe ich es zu sehr verschlungen.
- Brandon Q. Morris
Enceladus
(21)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerWas wäre, wenn man auf dem Saturnmond Enceladus Spuren biologischer Aktivität findet? Und wie könnte man sich die bemannte Mission vorstellen, die nach Beweisen außerirdischen Lebens sucht? Was wäre, wenn die Mission durch eine Katastrophe womöglich zum Scheitern verurteilt wäre? Um diese Fragen geht es in dem Roman „Enceladus“ von Brandon Q Morris, der in Wirklichkeit Matthias Matting heißt. Und es ist der erste Science-Fiction-Roman aus der Feder des Autors, also sein Debut. Und das Werk hat mir richtig gut gefallen, hier beweist Morris sein Potential als Hard-Science-Fiction-Autor. Dies möchte ich auch unbedingt an dieser Stelle erwähnen, weil mir der Einstieg in die Bücher von Morris schwer gefallen ist. Sowohl „The Hole“ als auch „Mars Nation. Teil 1“ konnten mich nicht restlos überzeugen, obwohl deutlich wurde, dass Morris ein ungeheures Talent hat, realistische und detailgetreue Near Future Science-Fiction zu schreiben.
„Enceladus“ hat mich begeistert, weil das Spannungslevel hoch ist, die Crew ausreichend tiefgründig gestaltet wurde und die technischen Abläufe und Details realistisch und anschaulich daherkommen. Was ich lesenswert fand, war ebenfalls der Umstand, dass in Rückblicken über die Vorbereitungen auf die Mission erzählt wird. So muss die Mannschaft einige Herausforderungen bewältigen: Der kilometerdicke Eispanzer des Mondes muss mit einem Bohrer durchstoßen werden und die 6-köpfige Crew muss ganze 27 Monate miteinander auskommen, was eine enorme psychologische Belastung darstellt. Hinzu kommt ein forderndes Astronautentraining inklusive Schleudersitz-, Unterwasser-, Druckkammer- und Schwerelosigkeitstraining. Das alles wird äußerst kenntnisreich und differenziert dargestellt. Dafür ein großes Lob an den Autor!
Und auch im Weltraum ist die Mannschaft ständig mit neuen Herausforderungen konfrontiert: Nicht nur Pflanzen müssen trotz fehlender Gravitation mit Nährstoffen und Wasser versorgt werden, sondern die Astronauten müssen sich auch körperlich fit halten, um dem Abbau der Knochendichte entgegenzuwirken. Hinzu kommen spannend geschilderte Außenbordeinsätze und Probleme mit der Navigation beim Landeanflug auf den Saturnmond. Auch hier zeigt sich, dass der Autor diese Inhalte sehr kompetent und anschaulich vermitteln kann. Auch das Ende hat mich überzeugt. Die Darstellung des fremdartigen Lebens ist dezent und in meinen Augen gerade deswegen gelungen.
Noch ein Satz zur Figurenzeichnung, die ich in „The Hole“ und „Mars Nation. Teil 1“ teils bemängelt habe. In „Enceladus“ finde ich die Crew für einen Hard-Science-Fiction-Roman tiefgründig genug gestaltet. Man merkt zwar, dass sich die meisten Gespräche vor allem auf Sachebene bewegen und professionelle Missions-Themen betreffen, aber das hat mich nicht sonderlich gestört. Denn die Sogwirkung erzeugt das Buch durch die bereits genannten Aspekte. Und mit Martin entwirft der Autor auch eine Figur, die interessant ausgestaltet ist. Er wirkt wie ein Nerd, der Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Umgang hat. Er wirkt einerseits unbeholfen, wächst dann aber auch bei den Außenbordeinsätzen über sich hinaus. Und durch eine Liebesgeschichte zwischen Amy und Hayato wird auch noch etwas Abwechslung erzeugt.
Nicht zuletzt punktet der Roman auch wieder mit einem umfangreichen Nachwort. Darin zu finden ist ein ausführlicher Sachtext mit Hintergrundwissen zum Saturnmond Enceladus. Als Nachbereitung zum Gelesenen unbedingt zu empfehlen.
Fazit: Dieses Debut von Brandon Q Morris hat mich absolut überzeugt. Hier zeigt der Autor, was er drauf hat: Er entwirft ein spannendes, realistisches und detailliertes Near-Future-Science-Fiction-Szenario. Unbedingt als Einstieg in das Gesamtwerk des Autors zu empfehlen!
- Larry Niven
Der Ringwelt-Zyklus / Ringwelt
(52)Aktuelle Rezension von: Karina213Ringwelt von Larry Niven gilt als einer der bekanntesten Klassiker der Science Fiction und wird meist der Hard Science Fiction zugeordnet. Im Mittelpunkt dieses Sub-Genres stehen wissenschaftliche Konzepte, technische Plausibilität und große spekulative Ideen. Genau dafür ist der Roman berühmt geworden: weniger wegen seiner Figuren oder emotionalen Tiefe, sondern wegen seiner visionären Vorstellungskraft. Die gigantische Ringwelt selbst – eine künstliche Konstruktion mit dem Durchmesser einer Planetenumlaufbahn – gehört bis heute zu den ikonischsten Ideen der Science Fiction und hat zahlreiche spätere Werke beeinflusst.
Die große Stärke des Romans liegt eindeutig im Worldbuilding und im enormen Sense of Wonder. Die Ringwelt wirkt wie ein riesiges archäologisches Rätsel: verfallene Technologien, unbekannte Kulturen und die Frage, wer überhaupt fähig gewesen sein könnte, eine solche Megastruktur zu erschaffen. Dieses permanente Gefühl von Mysterium und Entdeckung trägt den gesamten Roman und macht ihn auch heute noch faszinierend.
Besonders interessant fand ich die Darstellung der Puppenspieler. Anfangs erscheinen sie ängstlich und beinahe lächerlich, doch nach und nach wird deutlich, wie weit sie den anderen Spezies geistig und strategisch überlegen sind. Gerade das Konzept der gezielten Zucht macht den Roman psychologisch spannend. Menschen werden über Generationen hinweg auf „Glück“ selektiert, während die Kzinti systematisch gezähmt werden. Dahinter steckt eine verstörende Idee: Eigenschaften wie Aggression, Mut oder Eigenständigkeit werden nicht mehr als natürliche Teile eines Individuums verstanden, sondern als steuerbare Variablen einer Gesellschaft.
Aus psychologischer Perspektive ist das besonders interessant, weil der Roman damit indirekt die Frage nach freiem Willen stellt. Wenn Teelas außergewöhnliches Glück tatsächlich ihr gesamtes Leben bestimmt und selbst Zufälle beeinflusst, verlieren Entscheidungen plötzlich an Bedeutung. Viele Ereignisse erscheinen rückblickend weniger wie echte Handlungen der Figuren, sondern eher wie Ergebnisse eines programmierten Systems. Genau das macht die Auflösung gleichzeitig faszinierend und frustrierend: Der Roman deutet an, dass selbst Heldentaten oder Katastrophen letztlich nur Nebenprodukte statistischer Wahrscheinlichkeit sein könnten.
Gleichzeitig zeigt Ringwelt aber auch deutliche Schwächen, vor allem aus heutiger Sicht. Die Figuren bleiben insgesamt eher funktional und dienen oft hauptsächlich dazu, bestimmte Ideen oder Konflikte zu verkörpern. Emotional bleiben sie erstaunlich flach. Besonders auffällig ist das nach dem Tod von Thela, über den die Gruppe vergleichsweise schnell hinweggeht. Dadurch fehlt vielen Szenen echtes emotionales Gewicht.
Das offene Ende rund um den Puppenspieler passt dagegen wiederum gut zur Atmosphäre des Romans. Ob er tatsächlich überlebt hat oder nicht, bleibt bewusst unklar. Diese Unsicherheit verstärkt noch einmal seine Rolle als manipulative und letztlich ungreifbare Figur.
Aus feministischer Perspektive ist der Roman außerdem problematisch gealtert. Teela Brown ist nahezu die einzige zentrale weibliche Figur und wird häufig nicht als eigenständige Persönlichkeit behandelt, sondern eher als Projektionsfläche für die männlichen Figuren. Louis Wus Verhalten ihr gegenüber wirkt aus heutiger Sicht oft übergriffig, dazu kommen sexistische Bemerkungen und traditionelle Rollenbilder, die kaum hinterfragt werden. Interessant ist dabei allerdings, dass der Roman unfreiwillig eine weitere Ebene eröffnet: Gerade weil Teela hauptsächlich über ihr „Glück“ definiert wird, wirkt sie stellenweise weniger wie ein Mensch mit eigener Handlungsmacht als vielmehr wie ein erzählerisches Werkzeug. Dadurch entsteht fast unbeabsichtigt eine Kritik daran, wie weibliche Figuren in älterer Science Fiction oft geschrieben wurden.
Etwas störend fand ich zudem die deutsche Ausgabe, die einige Rechtschreib- und Übersetzungsfehler enthält und dadurch stellenweise den Lesefluss beeinträchtigt.
Fazit: Insgesamt verstehe ich sehr gut, warum Ringwelt bis heute als Meilenstein der Science Fiction gilt. Der Roman beeindruckt durch seine enormen Ideen, seine wissenschaftlich geprägte Welt und sein Gefühl kosmischer Größe. Gleichzeitig merkt man ihm sein Alter deutlich an – insbesondere bei der Figurenzeichnung und den Geschlechterrollen. Gerade diese Mischung aus visionärer Kreativität und problematischen Aspekten macht das Buch aber bis heute diskussionswürdig.
- Phillip P. Peterson
Universum
(51)Aktuelle Rezension von: blackburniousUniversum ist ein unterhaltsamer, wissenschaftlich geprägter Science-Fiction-Roman, der den Leser mit einer groß angelegten Katastrophe konfrontiert – ganz so, wie es der Autor selbst ankündigt. Peterson schickt die Crew der Challenger in einen fatalen Überlichtfehler, der das Schiff wochenlang im Hyperraum festhält und schließlich in ein Universum entlässt, in dem bereits die Sterne verloschen sind. Diese Ausgangslage bietet reichlich Raum für kosmologische Ideen: Wurmlöcher, Zeitdilatation, Paralleluniversen – alles wird anschaulich und logisch konsistent eingebunden.Während die wissenschaftlichen Konzepte faszinieren, wirkt das Ambiente der Raumschiffe dagegen fast nostalgisch und erinnert eher an klassische Serien als an das 22. Jahrhundert. Auch die Figuren bleiben teilweise blass, und einige erzählerische Fäden verlaufen im Sande, was besonders im ersten und zweiten Abschnitt auffällt. Das Finale, so brillant die Grundidee auch ist, leidet etwas unter einem Hauch von deus ex machina. Trotz dieser Schwächen gelingt es Peterson, Spannung aufzubauen und den Leser einem Ende entgegenfiebern zu lassen. Universum ist ein kluges, unterhaltsames Sci-Fi-Abenteuer – nicht perfekt, aber definitiv lesenswert für Fans wissenschaftsnaher Visionen.
- Brandon Q. Morris
Proxima Rising
(23)Aktuelle Rezension von: Julia_Kathrin_MatosEnde 2016 habe ich dank Thariot meine Liebe zur Sci-Fi-Literatur entdeckt. Dies ist mein erstes Buch von Brandon Q. Morris. Die Grundidee, angefangen mit einem mikroskopisch kleinen Raumschiff, finde ich sehr reizvoll. Technisches und Naturwissenschaftliches, insbesondere zu Astronomie und zu physikalischen Phänomenen in der Raumfahrt, wird hier nachvollziehbar und interessant vermittelt. Es ist absolut spürbar, dass der Autor etwas von dieser Materie versteht und sie gut in spannende Geschichten einbetten kann.
Es hätte ein grandioses Werk werden können, welches Brücken schlägt von der Science-Fiction zu anderen Genres, mit etwas mehr Liebe in banalen Details sowie einer größeren Fokussierung auf Sozialwissenschaften.
Eine im Präsens wiedergegebene Geschichte empfinde ich meistens als gewöhnungsbedürftig, hier hat es für meinen Geschmack gut gepasst. Auch wenn ich sonst Stilelemente wie z. B. Rückblenden mag, bin ich froh, dass hier chronologisch berichtet wird, denn der Inhalt ist anspruchsvoll genug. Sinnvollerweise behält man immer den Überblick über Zeiträume für bestimmte Maßnahmen.
Fast die ganze Geschichte wird aus der Perspektive des digitalen Bewusstseins des Physikers Marchenko geschildert, also keiner klassischen KI, da er die Erfahrungen und das Gefühlsmuster der realen Person in sich trägt. Es werden kurze Bezüge zu dessen Erlebnissen in der Eismond-Reihe, die ich auch schon länger auf meinem Wunschzettel habe, hergestellt. Ein bisschen wird man gespoilert, aber das meiste habe ich bewusst verdrängt, sodass ich annehme, dass einem späteren ungetrübten Lesevergnügen an der Eismond-Reihe nichts entgegensteht. Andersherum habe ich keine Verständnisprobleme dadurch wahrgenommen, die Eismond-Reihe noch nicht gelesen zu haben.
Marchenko empfinde ich als einen vergleichsweise emotional kühlen Charakter. Rückschläge und Erfolgserlebnisse in der Forschung scheinen ihn eher zu Gefühlsausbrüchen verleiten zu können als soziale Kontakte. Das Klischee des Physikers sozusagen. Man kann es aber auch dem KI-Status zurechnen: Weinen, Toben usw. geht eben schlecht.
Schade, dass die Perspektivwechsel auf Adam und Eva sehr spät kommen und insgesamt Seltenheitswert haben, dann auch vorrangig das derzeitige Handeln beleuchten und weniger die Psyche. Denn aus dem Ansatz, nur mit einem einzigen weiteren Menschen und einer KI sowie dem Schiffscomputer kommunizieren zu können, ohne allzu viel Aussicht auf Besserung, könnte man sicher viel mehr machen. Marchenko lässt sich auch nur zu Kurzeinschätzungen verleiten: Adam oft bockig, Eva strebsamer, keine wirkliche Planung und Konsequenz in Sachen Erziehung. Da tiefergehende Gefühlseinblicke ausbleiben, sind sie dann auch reine Romanfiguren geblieben. Ich konnte mich nicht so richtig hineinversetzen und mitfühlen; doch Interesse ist allemal vorhanden. Aber okay, es ist ja auch als Sci-Fi angekündigt. Apropos: Dass z. B. Papier gedruckt und mit sich herumgeschleppt wird und körperliche Strapazen auf sich genommen werden, obwohl unbegrenzte Energieressourcen zur Verfügung stehen, um jede x-beliebige Hilfestellung zu genererieren, stört ein bisschen das ansonsten sehr anspruchsvoll gestaltete Hard-Sci-Fi-Gesamtbild.
Die Handlung ist gespickt mit interessanten Ideen und spannenden Entwicklungen, die mich in der Umsetzung nicht immer, aber doch meistens überzeugt haben.
Vom Erscheinungsbild des zu erkundenden Planeten konnte ich mir ein gutes Bild machen. Ich bin neugierig auf weiterführende Erklärungen.
Zunächst zwischen drei und vier Sternen schwankend, wird es letztendlich eine positive Rezension, weil mir auch der Anhang zur Biografie der Exoplaneten – unter Bezugnahme auf Hard-Sci-Fi in Proxima Rising - sehr gefallen hat. Ohne nennenswerte Vorkenntnisse zu haben, wurde mir hier alles so erklärt, dass mit einmaligem Lesen sehr viel bei mir hängengeblieben ist. Ein erweiterter Wissensschatz, ganz ohne einen Fachroman aufgeschlagen zu haben – schön, danke dafür.
Der eigentliche Roman geht übrigens nur bis 83 %, der Anhang bis 90 %, der Rest ist Leseprobe zur Fortsetzung. Eine solche Leseprobe finde ich persönlich überflüssig. Bläht auf, dabei spricht doch der Roman für sich selbst; anhand dessen entscheide ich, ob ich die Reihe und den Autor weiterverfolgen möchte. Ich werde voraussichtlich innerhalb der nächsten Monate Proxima Dying und Enceladus lesen. - Ivan Ertlov
Allianz: Kampf um die Konklave (Onur-Zyklus 3)
(2)Aktuelle Rezension von: ArmingerMit "Allianz" schließt Ivan Ertlov den Onur Zyklus gekonnt ab - und bietet als Nebenhandlung zu den epischen Raumschlachten Lichtjahre von der Erde entfernt einen waschechten, vollwertigen Politkrimi, der in den Voralpen und in der Wachau spielt.
Was sich wie ein geisteskrankes Cross-Over anhört, macht letzten Endes nicht nur Sinn, sondern vor allem viel Spaß. Wieder mixt der Autor knallharte, spannende Military Science Fiction mit hintergründigen Dialogen, interessanten Betrachtungen und vor allem einem genialen Humor.
Sprachlich und stilistisch ohnehin über jeden Zweifel erhaben, ist es vor allem die epische Raumschlacht im Finale des Finales, die neue Maßstäbe setzt - nicht nur in der deutschsprachigen SF, sondern im Genre insgesamt. Und trotz aller Dramatik und dem zahlreichen Sterben (Plot Armor gibt es kaum noch) hat mir das Buch auch wieder zahlreiche herzhafte Lacher abgerungen.
Fazit:
Auch wenn "Allianz" psychologisch mit dem meisterhaften Vorgänger nicht ganz mithalten kann, macht das Buch dieses Manko in anderen Bereichen wieder wett. Insgesamt ist der Onur Zyklus eine Pflichtlektüre für jeden, der sich auch nur ansatzweise für SF interessiert und hat es redlich verdient, irgendwann einmal als Klassiker deutschsprachiger Unterhaltungsliteratur gehandelt zu werden. - Stephen Baxter
Ring
(2)Aktuelle Rezension von: paulsbooksStephen Baxter ist ja für seinen Hard-SF-Stil (Verknüpfung von Fiktion mit komplexen physikalischen Konzepten und Phänomenen) bekannt. Dies bedeutet, seine Bücher sind nicht für jedermann etwas. Auch gibt es Leute, die der Meinung sind, seine Charaktere seien schwach gezeichnet und dienen nur als "Transportmittel" für Baxters Überzeugungen.
Dies kann ich nicht bestätigen.
Die wirklich ungewöhnlichen Vorgänge in dieser Dystopie (man begreift erst spät, dass es eine ist) haben nicht zuletzt zusammen mit einer meiner Ansicht nach besonders guten Idee dafür gesorgt, dass ich mir das Buch als etwas Besonderes gemerkt habe. Eine KI namens Lieserl, die die Vorgänge in unserer Sonne für eine endlos lange Zeit beobachten soll, die übermächtige Rasse der Xeelee sowie die mysteriösen "Photino-Vögel" sind nichts, wasn man anderswo nicht auch finden würde. Aber dass man als Leser mitten in einen Handlungsstrang nach dem anderen geworfen wird und in die Perspektiven menschlicher (und nicht mehr ganz menschlicher) Wesen eintauchen darf, die Überraschung von Seilspinnerin (im Original "Spinner-of-Rope"), einer sogenannten "Primitiven" auf einem Generationenschiff, miterleben darf, als ihr Weltbild komplett zusammenbricht und zum Schluss einen Hauch der Verzweiflung spüren darf, die selbst die Xeelee erfasst, das habe ich so noch nirgendwo anders gelesen.
Ich gebe deshalb nur vier Sterne, weil der Roman äußerst lang ist und man manchmal trotz aller Spannung etwas gutmütig sein muss, um beim Lesen durchzuhalten. Auch erfordert es Kraft, dem physikalischen Hintergrund zu folgen (dies ist allerdings genau etwas für mich, dessen Steckenpferd auch Astrophysik ist). Jeder, der offen für ungewöhnliche, teilweise sogar spirituell-philosophische, SF ist, möge bei diesem - mittlerweile - Klassiker zuschlagen. - Brandon Q. Morris
Enceladus - Die Rückkehr
(14)Aktuelle Rezension von: SchnurbuschEin sehr spannender Hard-SF-Roman mit authentisch agierenden Figuren. Der Schreibstil von Brandon Q. Morris ist flüssig und gut zu lesen. Die Detailgenauigkeit aus den wissenschaftlichen Bereichen ist sehr informativ, wodurch Realität und Fiction oft verwischt, was mir überaus gut gefallen hat. Toll auch der Anhang am Ende mit allen wichtigen Erklärungen. Freue mich schon jetzt auf den zweiten Teil. Das einzige, was mich an diesem Buch stört, sind die zahlreichen Rechtschreibefehler. Hier hat der Lektor geschlampt. Ich ziehe trotzdem keinen Stern ab, weil der Autor daran wohl keine Schuld trägt. - 8
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