Bücher mit dem Tag "hardboiled"

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36 Bücher

  1. Cover des Buches Der nasse Fisch (Sonderausgabe Ein Buch für die Stadt Köln 2023) (ISBN: 9783492320399)
    Volker Kutscher

    Der nasse Fisch (Sonderausgabe Ein Buch für die Stadt Köln 2023)

    (458)
    Aktuelle Rezension von: Japanophilie

    „Der nasse Fisch“ spielt im Berlin des Jahres 1929 – einer Stadt zwischen Vergnügungskultur, politischer Instabilität und wachsender Kriminalität. Der junge Kommissar Gereon Rath wird aus Köln nach Berlin versetzt und arbeitet zunächst beim Sittendezernat. Während die Hauptstadt von Nachtleben, Straßenschlachten und gesellschaftlichen Spannungen geprägt ist, stößt Rath auf einen mysteriösen Fall, der weit über seine eigentlichen Zuständigkeiten hinausgeht.

    Als eine rätselhafte Leiche gefunden wird und die Ermittlungen ins Stocken geraten, beginnt Gereon auf eigene Faust nach Zusammenhängen zu suchen. Seine Nachforschungen führen ihn in ein gefährliches Geflecht aus Unterwelt, politischen Interessen und verborgenen Machtkämpfen. Gleichzeitig muss er sich in der fremden Großstadt behaupten und mit Schatten seiner Vergangenheit umgehen.

    Ich lese gerne unterschiedliche Genres, doch Krimis gehören eher nicht zu meinen bevorzugten Büchern. Von der TV-Serie „Babylon Berlin“ hatte ich zwar bereits gehört, gesehen habe ich sie bisher allerdings noch nicht. Was mich jedoch reizte, war der historische Flair Deutschlands zwischen den 1920er- und frühen 1930er-Jahren. Da es sich um eine größere Buchreihe handelt, wollte ich zunächst mit dem ersten Band beginnen – und war am Ende schlichtweg begeistert.

    Die Hauptfigur Gereon Rath wirkte auf mich zunächst sehr sympathisch: charmant im Umgang mit Frauen, intelligent bei seinen Ermittlungen und freundlich gegenüber seinen neuen Kollegen. Im Verlauf der Handlung begann meine Sympathie jedoch zu schwanken, da Gereon zunehmend den Einzelkämpfer gibt und durch manche Entscheidungen andere Menschen in Schwierigkeiten bringt. Gegen Ende konnte er mich durch einen cleveren Schachzug und versöhnliches Verhalten jedoch wieder für sich gewinnen.

    Volker Kutscher führt in diesem Auftakt eine große Anzahl an Figuren ein, wodurch man zeitweise kurz den Überblick verlieren kann. Gleichzeitig hat mir gerade diese Vielschichtigkeit gefallen. Besonders gelungen fand ich, dass einige Figuren mit der typischen „Berliner Schnauze“ sprechen, wodurch die Atmosphäre zusätzlich an Authentizität gewinnt. Auch die Beschreibungen der Umgebung und Schauplätze vermitteln den Flair des Berlins von 1929 sehr überzeugend. Der historische Hintergrund wirkt dabei so selbstverständlich eingebunden, dass ich stellenweise beinahe vergaß, einen historischen Roman zu lesen.

    In diesem Krimi geschehen mehrere Morde, Vertuschungen und moralisch fragwürdige Machenschaften, während zugleich das Berliner Nachtleben anschaulich geschildert wird. Wer empfindlich auf explizitere Darstellungen reagiert, sollte wissen, dass Sexualität im Roman offen thematisiert wird. Für mich wirkten diese Szenen jedoch weder übertrieben noch aufgesetzt oder „spicy“, sondern natürlich in den Alltag der Figuren eingebunden.

    „Der nasse Fisch“ hat bei mir vor allem durch sein atmosphärisches Setting, die spannende Handlung und die Raffinesse der Geschichte große Lust auf die weiteren Bände der Reihe geweckt, die ich in naher Zukunft unbedingt weiterlesen möchte. Für mich sind das 4 von 5 Sternen.

  2. Cover des Buches Neonregen (ISBN: 9783865325556)
    James Lee Burke

    Neonregen

    (35)
    Aktuelle Rezension von: Anita_Schoenbohm

    Was der Autor wirklich gut kann: einen mit Tempo im Buch halten. Das klappt richtig gut, das Buch ist auf den ersten 100 Seiten ein packender Pageturner, der Protagonist ist lebendig. Lebendig ist auch New Orleans, das dampft und dünstet Geschichte aus, gut so!

    Auch, dass mit Annie eine starke weibliche Nebenfigur eingeführt wird, die weit mehr ist als ein Love Interest, darf man dem Autor für seine Zeit richtig hoch anrechen. Annie hat Kanten, Stärken und ist ein echter Charakter, die Frau lebt auch außerhalb von der Wahrnehmung des Protagonisten, sie ist eigenständig, hat eine klare Motivation und erweitert das Spektrum der Story ungemein.


    Leider...nimmt die Spannung ab der Hälfte des Buches rapide ab, da sich die Story in politisch übergeordneten Metaplots verheddert. Und diese werden ebenso selbstverständlich wie alle anderen Plotentwicklungen als Monologe dem Leser präsentiert, die Figuren erzählen wie es ist/sein wird/muss anstatt das wir erleben, wie sie es rausfinden. Das ist enorm platt und anstrengend, diese Monologe laufen über ganze Seiten!

    Darüber hinaus mag die Sprache zur Zeit der Entstehung "normal" gewesen sein, ich aber möchte kein Buch lesen, in dem diskriminierende Schimpfwörter für ethnische Gruppen unreflektiert benutzt werden. Auch nicht von einem hardboiled Krimi.

    Für mich war die Lektüre wertvoll, empfehlen kann ich sie nur für Leser mit dickem Fell und Durchhaltevermögen, die gerne in die dampfige Stimmung von New Orleans einsteigen möchten.

  3. Cover des Buches Happy birthday, Türke! (ISBN: 9783257215441)
    Jakob Arjouni

    Happy birthday, Türke!

    (115)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Kemal Kayankaya ist Privatdetektiv in hessischen Frankfurt und natürlich mit sämtlichen Klischees behaftet, die es so gibt.

     

    Sein neuer Fall kommt ihm gerade etwas unpassend. Seit geraumer Zeit nervt ihn eine Wespe in seinem Büro und als er dieses fiese Ding endlich zu fassen bekommt, klingelt es an der Tür.

     

    Die Auftraggeberin befindet sich in tiefer Trauer. Die junge kleine Türkin erzählt Kayankaya vom Tod ihres innig geliebten Mannes. Nicht freiwillig aus dem Leben geschieden ermittelt die Polizei nur schleppend. Das es sich bei dem Fundort der Leiche um ein Bordell handelt, scheint die junge Witwe nicht wirklich zu beschäftigen und Kayankaya braucht dringend ein wenig Geld.

     

    Ein kleines Problem verheimlicht er allerdings seiner Auftraggeberin, die natürlich selbstverständlich davon ausgeht, dass er fließend türkisch spricht. Doch der Tausend-Mark-Schein ist einfach zu verlockend.

     

    Die Ermittlungen führen ins Drogenmillieu. Mit der Holzhammermethode macht er sich bei der örtlichen Polizei natürlich nicht gerade Freunde, aber beim Pensionär Löff stößt er auf offene Ohren, bis der erste Drohbrief reinflattert.

     

    Mit viel hessischem Charme schafft es Kayankaya schnell, sich Durchblick im Frankfurter Bahnhofsviertel zu verschaffen.

     

     

     

    Jakob Arjouni macht es einem sehr leicht, Kayankaya zu mögen. Der frischgebackene Privatdetektiv nimmt kein Blatt vor den Mund und lässt den Leser schnell mal laut auflachen. Feiner Humor und gut gezeichnete Charaktere machen diesen Roman/Krimi, wenn auch nur 170 Seiten lang zu einem abendfüllenden Programm.

     

    Das der Krimi im Jahr 1983 spielt und im klassischen Chandler/Marlow-Stil geschrieben ist, macht schon nach den ersten paar Seiten Lust auf mehr. Doch leider ist Jakob Arjouni bereits an einem Krebsleiden früh verstorben.

  4. Cover des Buches Ein Mann, ein Mord (ISBN: 9783257225631)
    Jakob Arjouni

    Ein Mann, ein Mord

    (37)
    Aktuelle Rezension von: Gulan

    Das Eros-Center Elbestrasse hatte vier Stockwerke mit jeweils zwanzig bis fünfundzwanzig Zimmern, einer Dusche und einer Toilette. Erdgeschoß und erster Stock wurden jeden Tag gefegt, waren am unsatzstärksten und fest in deutscher Hand. Nach oben hin wurden die Flure dunkler, die Frauen billiger und farbiger. Im dritten Stock Asiatinnen, im vierten Afrikanerinnen; die Putzfrau kam einmal die Woche. (Auszug Seite 24)

    Ein etwas schrulliger Künstler und Autor namens Weidenbusch engagiert Kemal Kayankaya, um seine Freundin Sri Dao zu finden. Diese ist Thailänderin und arbeitete als Prostituierte in einem Club der lokalen Größe Charly Köberle. Weidenbusch bezahlte 5.000 Mark, um Sri Dao freizukaufen. Bei einem Treffen mit einem Kontakt, um falsche Papiere zur Verhinderung von Sri Daos Abschiebung bekommen, wurde Sri Dao in ein Auto gezerrt und Weidenbusch mit einer Waffe bedroht. Seitdem ist die Frau verschwunden.

    Kayankaya begibt sich direkt ins Frankfurter Milieu ins Eroscenter des Charly Köberle. Dort trifft er überraschend auf seinen Kumpel Slibulsky, der offenbar jetzt Handlangerdienste für Köberle erledigt. Doch Kayankaya erreichts zunächst nichts. Auch ein Besuch beim Ausländeramt und der Ausländerpolizei gerät zum Desaster, da Kayankaya dort nicht gerade mit offenen Armen empfangen wird. Doch dann erhält er unerwartet von einem Polizisten doch noch einen Tipp: In einer Villa in Gellersheim sollen in letzter Zeit häufiger Gruppen von Ausländern einquartiert worden sein.

    Ein Mann, ein Mord ist der dritte Roman um den inzwischen legendären Frankfurter Privatdetektiv Kemal Kayankaya. 1985 tauchte Kayankaya mit Happy Birthday, Türke! das erste Mal auf der Bildfläche auf. Verkatert und abgeranzt löste er seinen ersten Fall im Rotlichtmilieu der Mainmetropole. Dieser Privatdetektiv steht ganz in der Tradition amerikanischer Hardboiled-Krimis, mehr als einmal wurden von verschiedener Seite Parallelen zu Raymond Chandlers Marlowe gezogen. Jedenfalls waren sowohl Leser als auch Kritiker von dieser Figur begeistert. Maxim Biller schrieb damals im Magazin „Tempo“ euphorisch: „Eine literarische Figur […], die man nie mehr vergißt. Eine Gestalt, die es, jawohl, in der deutschen Literatur seit Oskar Matzerath nicht mehr gab.“ Insgesamt fünf Krimis mit Kayankaya schrieb Autor Jakob Arjouni, der 2013 schon mit 48 Jahren an einem Krebsleiden verstarb.

    Arjouni hat diese Figur Kayankaya aber auch äußerst trickreich angelegt. Als Kind türkischer Eltern wurde er als Kleinkind von einem deutschen Ehepaar adoptiert, nachdem die Eltern tödlich verunglückt waren. Nun hat Kayankaya unzweifelhaft einen türkischen Namen und einen türkischen Teint, ist ansonsten aber ein waschechter Hesse, beherrscht nicht einmal die türkische Sprache. Das macht ihn zur Zielscheibe des alltäglichen Rassismus, bei den Vermietern, bei der Polizei, bei den Passanten auf der Straße. Doch Kayankaya hat eigentlich immer eine ironisch-schlagfertige Replik parat. Das macht auch den Charme dieses Privatdetektivs aus: Immer etwas heruntergekommen, immer klamm, immer ein schneller Spruch, er geht keiner Konfrontation aus dem Weg, überquert die Grenzen der Legalität, aber Kayankaya ist im Inneren ein Typ mit viel Herz, Sensibilität und Empathie.

    Die Kayankaya-Krimis und seine Hauptfigur nutzt Jakob Arjouni, um neben dem hartgesottenen Krimiplot auch gesellschaftspolitische Statements unterzubringen. Hier in diesem Plot um Menschenhandel und korrupte Behörden, zeigt der Autor klar den gesellschaftlichen und auch behördlichen Rassismus auf. Die Ausländer und Asylsuchenden werden in dieser Geschichte nur ausgenutzt und ausgebeutet, ansonsten sind sie nicht weiter willkommen. Arjouni lässt Kayankaya gegen Ende ein wütendes und resigniertes Selbstgespräch führen, in dem er sich beklagt, wie mit diesen Menschen umgegangen wird und diese als „Schmarotzer“ abgestempelt werden, die auf unsere Kosten leben,

    „obwohl diese Kosten seit Jahrhunderten er getragen hat, und der heute nur dahin geht, wo mit dem Reichtum seines Landes unsere Fußgängerzonen, unsere Fliegerstaffeln und unsere Opernhäuser aufgebaut wurden“. (Seite 116)

    „Und auch wenn es manchmal so aussieht, als wäre die freie Meinungsäußerung ausschließlich für Republikaner und Leute, die keine Meinung haben, erfunden, sie gilt auch noch für andere.“ (Seite 67)

    Kemal Kayankaya ist einfach ein Typ, den man gern haben muss. Ein Ritter der Gerechtigkeit, der durchs Frankfurter Rotlichtviertel und bundesdeutschen Mief und Scheinheiligkeit stampft. Hinzu kommt der lässige Schreibstil von Arjouni mit großartigen Dialogen und viel Sinn fürs Detail, etwa wie Kayankaya und sein Kumpel Slibulsky ein Tennismatch im Fernsehen anschauen. Insgesamt ist Ein Mann, ein Mord ein großartiger Hardboiled-Großstadt-Krimi, der zudem nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Wer diesen Kemal Kayankaya noch nicht kennt, hat definitiv etwas verpasst!

  5. Cover des Buches In der Nacht (ISBN: 9783257243154)
    Dennis Lehane

    In der Nacht

    (100)
    Aktuelle Rezension von: wanderer-of-words

    Bisher habe ich die etwas kürzeren Romane von Dennis Lehane gelesen und komme mit seinem knapperen Erzählstil etwas besser zurecht. Hier, wo er seine Geschichte auf fast 600 Seiten erzählt, gab es für mich doch ein paar Durchhänger in der Story. 

    Das Setting ist perfekt erschaffen: die schwüle Floridas, die Sümpfe, das Nachtleben in den Clubs, die Kleidung der 1920er Jahre - alles erschafft er so bildlich, dass man es klar vor Augen hat. 

    Fazit:
    Lehane macht mit seinem Buch vieles richtig, mich konnte er trotzdem nicht durchgängig an die Story fesseln.

  6. Cover des Buches Die Bäume (ISBN: 9783446276253)
    Percival Everett

    Die Bäume

    (55)
    Aktuelle Rezension von: Elina_moro

    Zuerst beginnt der Roman ganz normal, er kommt wie ein Krimi vor. Allmählich treffen hier verschiedene Genres aufeinander. Ich war nicht vorbereitet, in welchem Ausmaß die Story dargestellt wird. Und bis zuletzt konnte ich nicht nachvollziehen, dass es  hier auch um dystopische Elemente ging. Das Buch hat mich komplett überrascht und fasziniert. Alles wirkt authentisch.

    Dem Autor hat gelungen, aus einem Roman eine Satire zu machen, die wiederum über wichtige sowie tiefgründige Themen verfügt. 

    Erzählt aus mehreren Perspektiven in kurzen Kapiteln, kann das Buch sehr schnell ausgelesen werden. Man braucht zwar ein wenig, in die Geschichte einzutauchen, weil es viele Charaktere gibt. Mir hat die Lektüre viel Spaß beim Lesen bereitet. Ich kann es jederzeit weiterempfehlen.

  7. Cover des Buches Black Box (ISBN: 9783426514481)
    Michael Connelly

    Black Box

    (16)
    Aktuelle Rezension von: cat

    Harry Bosch 18. Fall, war das Erste Buch das ich von Michael Connelly gelesen habe.


    Es geht um einen "Cold Cast", der 20 Jahre zurück liegt, den der Ermittler selber aufgenommen (aber nicht bearbeitet) hat und in dem es kaum Spuren gibt. Nun will er den Fall endlich lösen und bringt damit seinen Vorgesetzten gegen sich auf. Doch das hindert ihn nicht im geringsten, im Gegenteil er macht unbeirrt weiter und findet Puzzelteil für Puzzelteil.


    Die Story an sich ist gut geschrieben und logisch aufgebaut. Auch wenn man die vorhergehenden Bücher nicht gelesen hat, bekommt man einen guten Eindruck von Harry Bosch und seinem Charakter.

    Das liegt zum einen an der sehr detailreichen Erzählung des Autors aber auch daran das man zwischenzeitlich einen Einblick in Boschs Privatleben erhält, was Ihn authentisch und menschlicher werden lässt.


    Der Fall ist ebenfalls sehr detailreich erzählt, so das man Boschs Arbeit gut nachvollziehen kann und einen guten Einblick in die Arbeit eines Ermittlers bekommt, die wahrscheinlich ziemlich nahe an der Wirklichkeit ist und der auch aufzeigt, das es manchmal wirklich langwierig und schwierig ist Fälle aufzuklären.

    Durch diese vielen Details zieht sich das Buch aber auch ein bisschen in die Länge.


    Trotzdem ein Buch was ich jeden Krimi- Liebhaber und jeden der sich für die (detaillierte) Arbeit einer Ermittlers interessiert, weiterempfehlen würde.

  8. Cover des Buches Mein Name ist Nick Granit (Kriminal Journal Hardboiled, Band 1) (ISBN: 9798618024860)
    Nick Granit

    Mein Name ist Nick Granit (Kriminal Journal Hardboiled, Band 1)

    (1)
    Aktuelle Rezension von: WalterF

    Mein Name ist Nick Granit von Nick Granit (wohl ein Pseudonym?), erschienen bei Kriminal Journal.

    Meine Frau und ich hätten beinahe ein wenig gestritten, weil wir derart unterschiedlicher Meinung zu diesem Krimi sind. Ich fand ihn äußerst kurzweilig, witzig und auch spannend. Die Hauptfigur, ein trockener Alkoholiker in Wien, tappt unbeholfen durch seine Fälle und entgeht trotz seiner Ungeschicktheit mehrmals dem Tod. Seine Befindlichkeit und Weltanschauung steht eindeutig im Vordergrund. Die Aufklärung der Fälle, sowie seine Zusammenstöße mit der Wiener Unterwelt und dem Russischen Geheimdienst, wirken eher amüsant als bedrohlich.

    Meiner Frau waren teilweise die Sexszenen zu derb und die Charaktere zu absurd.

    Angeblich ist der Autor tatsächlich Detektiv. Was ich allerdings zu bezweifeln wage.

    Zum Inhalt:

    Nick Granits Name sorgt für eine gute Platzierung, wenn Leute aus der Baubranche nach einem Detektiven suchen. Der unverschämt reiche, alte Baumeister ahnt die Untreue seiner 50 Jahre jüngeren Frau und beauftragt Nick, Beweise für ihr lasterhaftes Treiben zu liefern. Die tatsächlich untreue Frau des Baumeisters beauftragt ebenfalls Nick, um zu verhindern, dass ihrem Gatten Beweise für ihre Swingerclub-Besuche in die Hände fallen. Natürlich wissen die beiden nicht, dass sie den gleichen Detektiven beauftragt haben. 

    Dann wird der zunehmend verwirrte und von seinen Swingerclub-Besuchen erschöpfte Detektiv von einem weiteren Baumeister engagiert. Für diesen soll er den Geschäftspartner observieren, der dann kurzerhand verstirbt. Todesursache: mehrere Messerstiche. 

    Die rumänische Haushälterin des Verstorbenen erweist sich als schlagkräftige Verbündete in die sich Nick kurzerhand verliebt, obwohl ihm klar ist, dass sie ihr eigenes Süppchen kocht und ihr nicht zu trauen ist. Aber ihm ist auch bewusst, dass er, was Frauen anbelangt, schon immer ein Idiot war und er nun zu alt ist, um das zu ändern (sic). 

    Langsam wird klar, dass der russische Geheimdienst seine Finger im Spiel hat. 

    Wie bei fast allem, was vom kleinen Label Kriminal Journal kommt, spielt auch der mysteriöse Maskenmann eine Rolle und eine weitere Kämpferin für Recht und Ordnung in engem Latex mischt die Wiener Unterwelt, die sich gerade auf einen Bandenkrieg vorbereitet, ordentlich auf. 

    Ich fand das Buch unterhaltsam, flott geschrieben und teilweise auch spannend. Der Fall ist gut durchdacht, auch wenn es lange Zeit eher nicht so aussieht. Die Sexszenen sind ebenfalls amüsant. Man kann auch nicht sagen, dass das Buch frauenfeindlich wäre, weil die Männer mindestens ebenso schlecht weg kommen und meist noch ärger lächerlich gemacht werden. Aber nicht boshaft, sondern - wie ich finde - humorvoll. Es ist definitiv keine Lektüre für Jugendliche und Romantiker. 

    Die knapp 200 Seiten hab ich an einem Quarantäne-Nachmittag gelesen. Ich muss sagen, mir hat das Buch unheimlich Spaß gemacht. So einen Krimi hab ich noch nie gelesen, aber ich war begeistert. Ich glaub nicht, dass es etwas vergleichbares gibt. Am ehesten vielleicht Pulp von Bukowski.

    Das Kriminal Journal ist bekannt für seine Underground-Comix. Nun versucht es, mit Krimis das Sortiment auszubauen. Die Nähe zum Comic merkt man sehr, was kein Schaden ist. Ganz im Gegenteil. Ich freue mich darüber und wünsche viel Erfolg.


  9. Cover des Buches Der Kelch der Wiederkehr (ISBN: 9783961361151)
    Matthias Bieling

    Der Kelch der Wiederkehr

    (15)
    Aktuelle Rezension von: LuiseLotte

    Wäre mir Matthias Bielings Roman „Der Kelch der Wiederkehr“ nicht im Rahmen einer Leserunde begegnet, hätte er mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nie den Weg zu mir gefunden, die ich mich zugegebenermaßen bei der Auswahl meiner Lektüre oft genug auch durch das Cover inspirieren lasse. Die für den komplex-kompliziert-verwundenen Roman, den ich auch nach beendeter, streckenweise recht mühevoller Lektüre weder dem Genre Krimi noch Thriller eindeutig zuordnen konnte, gewählte Umschlagsgestaltung empfinde ich als verunglückt und was immer darauf zu erkennen sein soll stellte, und stellt mich nach wie vor, vor ein Rätsel, lässt mich jedoch darüber nachsinnen, wie viele wirklich gute Bücher ungelesen bleiben, weil sie in einem so wenig ansprechenden Kleid daherkommen.

    Nun, man sollte besser also auch den unansehnlichen Büchern einen zweiten Blick widmen, sie womöglich gerade dann zur Hand nehmen, den Covertext sorgfältig lesen, der im Übrigen den Ausschlag gab, dass ich mich näher mit Matthias Bielings Erstling beschäftigt habe, denn er ist so vollgepackt, dass ich ihn zweimal lesen musste, um eine Ahnung zu bekommen, was da auf mich als Leserin warten würde. Und genau das weckte natürlich meine Neugierde, denn der schwachen und oft irreführenden Covertexte gibt es genug!

    Eine intelligente, aber nicht einfach zu lesende Geschichte, wie ich alsbald feststellte, die von mannigfachen Personen, seien es Handlungsträger oder bloße Nebenfiguren, bevölkert wird, die man erst einmal sortieren musste, um sie schließlich, nach und nach freilich, manche davon erst am Ende des Buches, einordnen zu können. Das gilt übrigens auch für die Handlung selbst! Da so viele Schauplätze aufgemacht wurden, war über weite Strecken so klar nicht, worum es eigentlich geht in dem 'Fall' – der ebenso wenig klar umrissen ist -, in den sich der Dortmunder Privatdetektiv Jupp Koslowski verbeißt, der zufällig des Weges kommt, als die Polizei einen, wie bald klar wird, ermordeten Krankenwagenfahrer auffindet, was allerdings nur der Beginn einer ungeheuerlichen Geschichte sein sollte, bei der nicht nur Jupp die Haare zu Berge stehen würden. Aus irgendeinem Grunde, vielleicht aus echtem Interesse, vielleicht wegen der schönen Augen der Witwe des Opfers, vielleicht auch nur deswegen, weil gerade Flaute herrscht in seiner Detektei, verfolgt er Spuren, die so vage sind, dass er sich eher blind vorantastet als ziel- und planvoll zu Werke zu gehen.

    Ziel- und Planlosigkeit scheinen dem Detektiv, aus dessen Blickwinkel die gesamte Geschichte erzählt wird, eigen zu sein. Doch kann man dies nur mutmaßen, denn Jupp hält zwar unendlich viele und lange innere Monologe, mit denen er die Leser an seinen vielfältigen Beobachtungen teilhaben lässt, die sich zu großen Teilen auf die Physiognomie derjenigen beschränken, die ihm während seiner eher intuitiven als zielgerichteten und von handfesten Verdachtsmomenten untermauerten Ermittlungen über den Weg laufen und die vollkommen subjektiv sind, aber er selbst, seine Person und Persönlichkeit bleiben im Dunkeln. Nur scheinbar freilich, denn bei genauem Lesen – und ohne dieses würde man sich hoffnungslos verirren in dem vielschichtigen Plot mit hohem Informationswert zu den unterschiedlichsten Themen – kann man sich aus den vielen, nicht auf den ersten Blick ersichtlichen, über die Handlung verstreuten Versatzstücken ein recht schlüssiges Bild des Privatdetektivs machen, das dann aber, wie Jupps eigene Beobachtungen, natürlich subjektiv bleibt. Halten wir ihm also der Einfachheit halber zugute, dass er geschult oder sehr talentiert ist in der spontanen Einschätzung seines Gegenübers, zumal er am Ende des Romans, an dem er endlich einmal Klartext redet und sämtliche Handlungsstränge logisch zusammenführt, tatsächlich in Vielem rechtbehalten soll.

    Da jede Rezension die Meinung des Rezensierenden widerspiegelt und nicht darin bestehen sollte, das zu besprechende Werk nachzuerzählen, verweise ich an dieser Stelle auf die so aussagekräftige wie aber auch verwirrende Inhaltsbeschreibung auf dem Cover, die ich wiederum als sehr geglückt betrachte, gaukelt sie dem potentiellen Leser doch, wie – und hier wiederhole ich mich – das leider nur allzu oft zu erleben ist, nichts vor, was er in dem Roman dann vergeblich sucht! Hoffnungen, die sie erweckt, werden erfüllt, freilich auf lange undurchsichtigen und labyrinthartigen Pfaden, was zum einen der Komplexität der Handlung geschuldet ist, aber zum anderen der Art und Weise, auf der der Autor seine Geschichte erzählt und die sich durchaus abhebt von der üblichen Roman- oder Krimi- oder Thrillerkost - und die ich als gewöhnungsbedürftig bezeichnen möchte. Im positiven Sinne, denn der Autor traut seinem Leser etwas zu, fordert ihn zum Mit- und Andersdenken auf, setzt seine Spannungselemente auf seine Art, ist auch, wie man in den äußerst befriedigenden Schlusssequenzen erfahren kann, immer fair dem Leser gegenüber. Keine Blindfährten und - außer Jupps langatmigen Beobachtungs- und Bewertungsmonologen – kein Wort zu viel, was bedeutet, dass auch die beim ersten Lesen unwichtig und zu vernachlässigen erscheinenden Kleinigkeiten am Rande und fast beiläufig gegebene Informationen von Bedeutung sind und sich während des Fortgangs des Geschehens nahtlos einfügen, gar wie zufällig auf den ihnen gebührenden Platz in dem großen Mosaik fallen, das der Autor durchaus genial entworfen hat, und das zu enträtseln ich zunehmend als spannende und anspruchsvolle Herausforderung betrachtet habe. Bleiben wir also neugierig auf Jupp Koslowskis nächsten Einsatz!

  10. Cover des Buches Dann sei wenigstens vorsichtig (ISBN: 9783895814761)
    Ross Thomas

    Dann sei wenigstens vorsichtig

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Schurkenblog
    Ross Thomas ist einer der richtig großen Hardboiled-Klassiker-Autoren. Mit seiner McCorkle & Padillo - Reihe und Wu & Durant -Reihe konnte er schon einige Leser, auch mich, sehr überzeugen.

    In "Dann sei wenigstens vorsichtig" geht es weniger politisch zu als anfangs vermutet, denn hier wird im Umfeld eines Politikers schmutzige, familiäre Wäsche gewaschen.

    Der Ich-Erzähler Decatur "Deke" Lucas ist ein typischer Hardboiled-Antiheld. Eigentlich ist er Historiker, doch hauptsächlich - zumindest zwischendurch - als Bundesschnüffler unterwegs. Einen Schnüffeljob bekommt er nun auch von dem meistgefürchtesten Mann Washingtons: dem Kolumnisten Frank Size. Der hat über den Senator Robert Ames geschrieben, in dem er ihn der Bestechung bezichtigt. Auch wenn es ihm normalerweise ziemlich egal ist, ob seine Kolumnen der Wahrheit entsprechen oder nicht, dieser Fall hier macht ihn neugierig. Denn der Senator hätte das Geld keinesfalls nötig. Also soll Deke herausfinden, was dahinter steckt.

    Hardboiled macht sich nun Deke daran, herauszufinden, was dahinter steckt. Blöd nur, dass seine Zeugen in Rauch aufgehen oder durchlöchert auf dem Asphalt liegen. Deke, der bei diesen Morden selbst Zeuge ist, nimmt das ziemlich gelassen hin. Total ausgekochter Typ, dieser Deke, der natürlich viel trinkt und eine seltsame Nicht-Beziehung führt!

    Doch Ross Thomas wäscht hier nicht politisch schmutzige Wäsche, vielleicht nur etwas am Rande, sondern fasst eher familiäre alte Unterwäsche an. Und die haben ziemlich viele Fäden, die erst gegen Ende aufgelöst werden und teilweise ziemlich viel Dreck mit sich ziehen. All das erzählt er in Hardboiled-Manier und würzt mit trockenem Humor die Handlung. Das liest sich gut, wenn auch nicht ganz so gut wie die oben erwähnten Reihen, aber Krimi-Insider werden diesen Hardboiled-Polit-Presse-Krimi mit Genuss lesen.

    Ross Thomas ist eine Größe für sich. Und diese Größe darf in keinem Krimi-Liebhaber-Regal fehlen. Ein Krimitipp für Krimi-Insider!

  11. Cover des Buches Das dunkle Herz der Stadt (ISBN: 9783869139173)
    George Pelecanos

    Das dunkle Herz der Stadt

    (15)
    Aktuelle Rezension von: SalanderLisbeth
    Wie der meiste Ärger in meinem Leben, der mir widerfahren ist oder den ich mir eingebrockt habe, fing auch der in jener Nacht mit einem Drink an. Auszug Seite 7

    Nick Stefanos war früher Cop und auch Privatdetektiv. Jetzt steht er mehrmals die Woche im Spot, einer Bar in Washington D.C. hinter der Theke und ist hier oft sein bester Kunde. Nicht ideal für den Alkoholiker, der immer nur so lange funktioniert, bis ein weiterer Alkoholexzess ihn wieder aus der Bahn wirft. So beginnt auch diese Geschichte. Nach einer durchzechten Nacht mit einigen Blackouts wacht Nick desorientiert  im Hafengebiet des Anacostia River auf. Dunkel erinnert er sich, den gedämpften Knall eines Schalldämpfers gehört zu haben. Und tatsächlich liegt die Leiche eines schwarzen Jugendlichen erschossen am Flussufer. Anonym verständigt er die Polizei und verschwindet.

    Der tote Junge lässt Stefanos jedoch keine Ruhe, und da die Polizei den Mordfall schnell unter Bandenkriminalität zu den Akten legt, macht er sich selbst auf die Suche nach den Mördern von Calvin Jeter. Das Spot ist auch die Stammkneipe vieler Detectives der Metropolitan Police und so erfährt Nick einige Einzelheiten zu dem Fall, zum Beispiel dass Calvins bester Freund Roland Lewis seit einiger Zeit verschwunden ist. Bei seinen Ermittlungen trifft er auf den Privatdetektiv Jack LaDuke, der von Rolands Mutter beauftragt wurde, den vermissten Teenager zu finden. Der schlaksige, jungenhafte LaDuke wirkt wie der nette Junge von nebenan, verbirgt aber eine äußerst dunkle Seite. Er ist neu in der Stadt und mit dem Auftrag, den verschwundenen Freund des Mordopfers ausfindig zu machen, ziemlich überfordert. Gemeinsam stößt das ungleiche Duo auf einen Sumpf aus Drogen, Prostitution und Pornografie und begeben sich in große Gefahr. Als eine Spur ins Pornomilieu führt, verdichtet sich der Verdacht, dass sich die beiden Jungen leichtsinnig auf ein gefährliches Spiel eingelassen haben. 

    Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive ganz in der Tradition des Hardboiled-Krimis erzählt und wir begleiten den Gelegenheitsdetektiv bei seinen Recherchen durch die Kneipen, Bars und dunklen Winkeln diese Stadt. Der musikverrückte, griechisch-stämmige Nick Stefanos ist der typische Antiheld, der sein Leben nicht wirklich im Griff hat und von einem Alkoholexzess zum nächsten schlingert. Trotzdem verfügt er über ein gutes Gespür sowie Menschenkenntnis und es gelingt ihm den Fall bei halbwegs klarem Verstand voranzutreiben. Er ist vielleicht desillusioniert, aber gar nicht so abgebrüht und zynisch. Halt findet er in der leidenschaftlichen Beziehung zu seiner Freundin Lyla, bis er begreift, dass er die Journalistin aufgrund ihres Lebenswandels unweigerlich mit ins Elend treiben wird. 

    Ich hätte Boyle noch mal anrufen und alles abblasen können. Dann wäre es vielleicht zwischen Lyla und mir nicht so gekommen, wie es kam, und ich wäre nie Jack LaDuke begegnet. Aber Neugier ist wie ein knackiger Arsch, von dem man besser die Finger lassen sollte. Am Ende packt man doch zu. Auszug Seite 27

    Die detaillierten Einblicke in Nicks unbeständiges Privatleben und seine persönlichen Probleme nehmen einen großen Raum in der Geschichte ein, vermitteln aber auch zugleich ein authentisches Bild des Milieus. Während die Ermittlungen zum Mordfall anfangs nur zäh voranschreiten, nimmt der Krimiplot ab der zweiten Hälfte an Fahrt auf. Nach einigen unvorhersehbaren Wendungen gipfelt der Krimi in einem packenden, actiongeladenen Finale und konfrontiert uns zudem mit moralisch recht bedenklichen Entscheidungen.

    George Pelecanos portraitiert in seinem Roman die wahren Verlierer der Stadt. Er erzählt von den einfachen Menschen, die sich unter schwierigsten Bedingungen, wie die soziale Schieflage, den alltäglichen Rassismus und Homophobie durchs Leben kämpfen. Es ist ein Leben am Rande der Gesellschaft voller Gewalt, Drogen und Hoffnungslosigkeit. Präzise beobachtet wartet er mit fein ausgearbeiteten Charakteren auf, einschließlich  vieler suspekter Figuren, die vom Elend der anderen profitieren und vor nichts zurückschrecken. Der amerikanische Autor mit griechischen Wurzeln ist in Washington D.C. aufgewachsen. Die milieugetreuen Beschreibungen der Schauplätze stehen im Vordergrund und erzeugen ein stimmiges Sittenbild der Metropole  Anfang der 90er Jahre und machen sie fast körperlich greifbar. Die Sprache ist prägnant und trockener Humor blitzt immer wieder in den Dialogen durch.

    Als ich beim Stöbern auf den Roman stieß, war mir nicht klar, dass es sich um den dritten Teil der Nick-Stefanos-Trilogie handelt. Der im Original bereits 1995 erschienene Roman ist bisher der einzige ins Deutsche übersetzte und kann für sich alleine gelesen werden.

  12. Cover des Buches Leichenberg: Seltene Erden, Tödliche Alpen (Ein Pete O'Brannon Mystery Thriller 2) (ISBN: B09R6H88T2)
    Ivan Ertlov

    Leichenberg: Seltene Erden, Tödliche Alpen (Ein Pete O'Brannon Mystery Thriller 2)

    (2)
    Aktuelle Rezension von: ViktoriaScarlett

    Erneut ist es Ivan Ertlov gelungen mich mit dem schwarzen Humor, Paranormalem und einem guten Storyverlauf zu begeistern. Wie gut ich das Buch fand erzähle ich dir im Text. 

    Meine Meinung zum Cover:
    Ivan Ertlov hat ein Händchen für coole Cover. Die Atmosphäre im Bild ist mystisch, fast hatte ich den Eindruck das Paranormale des Untersberges zu sehen. Die Wirkung des Totenkopfs im oberen Bildbereich und der Motive sind herausstechend. Alle Elemente harmonieren miteinander, weshalb es mich vermutlich so begeistert. Zu sehen ist außerdem Pete O’Brannon auf dem Weg zum Berg.

    Meine Meinung zum Inhalt:
    Pete O’Brannon ist zurück! Was habe ich mich gefreut, als ich von diesem Buch erfuhr. Zugegeben – der Anfang des Buches hat mich leicht irritiert, doch mit einem ganz kurzen Orientieren war ich zurück in seiner Welt. Bald schon kam es zu jenem Moment, der Pete dazu brachte von den USA nach Österreich zu fliegen. Konnte das wahr sein? Ich war mir nicht sicher. Natürlich musste Pete noch ein paar Info vor Ort einholen. Schließlich müssen alle Spuren verfolgt werden. 

    Schwarzer Humor ist in jedem Kapitel bzw. Abschnitt vorhanden. Manchmal habe ich mich gefragt, wie Ivan Ertlov so gekonnt dermaßen viel durch den Kakao ziehen konnte. Zwischendurch schaffte ich es nicht mir immer wieder ein leises Auflachen, Grinsen oder ein Schmunzeln zu verkneifen. Ich habe mich wahrlich gut amüsiert und bei mancher Formulierung den Kopf geschüttelt. Wie kommt man da nur drauf? Trotz dem vielen Humor wurde die eigentliche Handlung nicht außer Acht gelassen. Die familiäre Bindung war überraschend. Motivation war sie für Pete genug. Seine Gedanken fuhren deshalb öfter Karussell. Zusätzlich war es seltsam für ihn, wieder in seiner alten Heimat zu sein. Erinnerungen wurden durch die Familienangelegenheit wieder präsent.

    Sein Vorgehen fand ich trotz seiner Erfahrung nicht gerade subtil. Unser Privatermittler ging gerne direkt vor und landete dabei einige Male in einem Schlamassel, wobei davon einiges auch unverschuldet von ihm geschah ;) . Gespannt verfolgte ich die Ereignisse und die Spannung wuchs. Mehrere Parteien schienen sich in das Geschehen einzumischen. Irgendwie schien jemand falsche Fährten zu legen – zumindest versuchte man das. Ein Auftraggeber griff zu drastischen Mitteln. Pete musste körperlich und geistig zeigen, was er konnte. Eins ums andere Mal war ich vollkommen gebannt. Eine Szene in einer kleinen Höhle war derart intensiv, dass ich nichts mehr um mich herum wahrnahm. In dem Moment hätte man mich anschreien können, ich hätte es nicht gehört.

    Das Buch ließ sich sehr flott lesen, wie es immer bei diesem Autor ist. Die zweite Hälfte des Buches habe ich weggesuchtet, denn anders kann man mein Schnelles lesen nicht nennen. Ich war begeistert von jeglichem Geschehen. Einige Momente waren ganz schön aufreibend. Ein Steinkreis sorgte für Gänsehaut, ebenso was Pete alles an Paranormales entdeckte. Seine Selbstheilungskräfte waren bewundernswert. Eine Begegnung fand ich ziemlich cool, wobei ich den Eindruck hatte, dass Grenzen verschwimmen. Bald darauf kam es zu einer Wendung, die ich nicht begreifen wollte. Es passte verdammt gut ins Bild und war schlüssig mit der Geschichte verwoben. Die Szene sorgte für nervenaufreibende Taten und brachte kurz darauf weitere Wahrheiten ans Licht. Dabei wird klar: Traue niemandem! Oder doch?

    Zu guter Letzt endete das Buch mit einer Erklärung für Pete. Gut oder schlecht? Finde es selbst heraus. Das Ende ist solide abgeschlossen und brachte Erfolg mit sich, wenngleich er anders aussah, als sich einige wohl gedacht hatten. Ich hoffe mit Pete noch auf einige weitere Abenteuer gehen zu können.

    Mein Fazit:
    Die zweite Geschichte mit Pete O’Brannon ist in sich abgeschlossen und schickte uns nach Österreich, in seine alte Heimat. Dort trafen wir auf einen Berg und auf einen Vermisstenfall, beides schien alles andere als normal. Schnell erfuhr ich durch Pete, was es mit dem Berg auf sich hatte. Doch Geheimnisse blieben – unter anderem: Wohin war der junge Mann verschwunden? Es machte mir großen Spaß die Wahrheit herauszufinden. Für Lachen, Grinsen und Schmunzeln sorgte der schwarze Humor der mit großem Einsatz stets Teil des Geschehens war. Pete verfolgte mit aller Macht jede noch so kleine Spur. Die Familienangelegenheit beinflusste seine Gedanken und seine Handlungen. So manch Paranormales fesselte meine Aufmerksamkeit komplett. Die zweite Hälfte des Buches las ich rasend schnell und konnte nicht genug davon bekommen. Mehrere Wendungen überraschten mich immens. Besonders das Ende hatte es in sich, da ich niemals mit dem gerechnet hatte, auch wenn es schlüssig ist. Abgeschlossen wurde das Buch bis auf einen einzigen kleinen Punkt stimmig.

    Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen!

    Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

  13. Cover des Buches Rote Ernte (ISBN: 9783257240733)
    Dashiell Hammett

    Rote Ernte

    (26)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

    Man könnte es kurz und knapp sagen: Dieser Roman ist kein Roman und auch kein wirklicher Krimi (aber voller bestechender Wendungen). Es ist eine schnoddrig-blutige Ein-Mann-Show, ein Actionfilm als Buch, in dem jeder Spruch sitzt, ein Haufen Klischees geschrammt und mit Vollgas abgehängt werden, Moral und Ambivalenz Luxusfragen sind und das Verlangen nach Tiefgang eine dumme Antwort auf beide, die am Ziel vorbeigeht. Soweit die Kurzfassung, nach der jeder Leser wahrscheinlich schon entscheiden kann, ob er es mit dem Buch probieren will oder nicht.

    Dashiell Hammetts Roman hatte einige populäre Verehrer: André Gide (Tagebuch: "mit an Bewunderung grenzender Verblüffung Rote Ernte gelesen" und an anderer Stelle: "seine Dialoge könnten Hemingway als Vorbild dienen"), Somerset Maugham (der in Hammett einen großen Vertreter eines bodenlosen, aber spektakulären, unterhaltsamen Zynismus sah) und William Faulkner, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

    Sicher: Hammetts rasant-verwegene Inszenierung würde weder heute noch in Zukunft je einen Preis für irgendeine Form von ästhetischer Größe gewinnen. Doch sollte ihr im Gegenzug auch nicht zu schnell Belanglosigkeit vorgeworfen werden oder auch nur Lust an der Brutalität. Es liegt eine ganz spezielle Raffinesse und auch Stilsicherheit in diesem Buch; beides zusammen generiert so viel Tempo und Spannung, dass ein Spin, ein Drive entsteht, der der Leser in dieselbe Unsicherheit wirft, die auch alle Vorkommnisse der Handlung umgibt - man weiß verdammt noch mal nicht, was als nächstes passieren wird und trotzdem kommt es frontal auf einen zu.

    Diese potenzierte Spannung wird noch verschärft durch die wirklich hervorragenden Wendungen, die Hammett dem Buch verpasst. Ein ums andere Mal werden wir hinters Licht geführt und schwanken auf der ohnehin undurchsichtigen Bühne der Handlungen im Glauben an dies oder jenes hin und her, bis uns Hammett die logische Wahrheit vor den Latz knallt. Der Knall geht fast sofort wieder unter in der nächsten plötzlichen Entwicklung.

    Ich halte auch diese Art der Erzählkunst, die ich in rote Ernte hautnah erleben durfte, für eine gelungene Form literarische Ausdrucks, literarischer Unterhaltung, literarischer Wirkung. Sie ist nicht hochgeistig, dafür aber in vollen Zügen als Fiktion zu genießen, zumindest wenn man nichts gegen Schießeisen, Gangster, Film Noir Stil, hollywoodgegerbte Klischees und jede Menge Zynismus hat.

  14. Cover des Buches Die schwarze Rose (ISBN: 9783442459599)
    Martin Cruz Smith

    Die schwarze Rose

    (15)
    Aktuelle Rezension von: pumuckel73
    Dieses Buch ist für mich ganz speziell, ich hatte es mehrere Male über Jahre hinweg immer wieder angefangen zu lesen und bin erst etwa beim dritten Anlauf hängen geblieben, konnte danach das Buch aber kaum mehr weglegen. Manchmal muss eben der richtig Zeitpunkt für das passende Buch sein. Trotzdem unbedingt lesenswert, würde ich jederzeit weiter empfehlen.
  15. Cover des Buches Der Untergrundmann (ISBN: 9783257246162)
    Ross Macdonald

    Der Untergrundmann

    (13)
    Aktuelle Rezension von: admit

    Das Buch entwickelt einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. In einer Sprache, die an Raymond Chandler erinnert, beschreibt der Autor eine Familientragödie, deren Auswirkungen generationsübergreifend ist. Anfangs lernt der Detektiv Archer einen kleinen Jungen namens Ronny kennen, der von seinem Vater abgeholt wird. Wie sich bald herausstellt, kommt der Vater nie bei seiner Mutter an und Archer erhält von der zurück gebliebenen Gattin den Auftrag, ihren Sohn Ronny zu suchen. Er fährt in ein Gebiet, das vor kurzem in Brand gesteckt wurde. Vor dem Hintergrund lodernder Flammen erfährt er einiges über Ronnys Vater, der von seinem Erzeuger damals verlassen worden ist und diesen finden will. Dabei soll ihm ein blondes Mädchen helfen, welches etwas durchgeknallt ist. Archer findet die Leiche von Ronnys Vater und brennt vor Sorge um den kleinen Jungen. Die Informationen, die er zusammenträgt, werden immer beängstigender. Toller Plot, super umgesetzt, kurzum ein einziges Leseabenteuer!

  16. Cover des Buches Die kleine Schwester (ISBN: 9783257246308)
    Raymond Chandler

    Die kleine Schwester

    (66)
    Aktuelle Rezension von: S_Malt

    Der fünfte Roman mit Philip Marlowe von Raymond Chandler.

    Erschienen erstmals 1949 - hier in der grandiosen Übersetzung von Robin Detje.


    Marlowe erhält den Auftrag, den vermissten Bruder von Orfamay Quest zu finden, einer unscheinbaren Sprechstundenhilfe aus Manhattan in Kansas (nicht in New York). Doch steckt mehr dahinter, als nur ein vermisster Junge vom Lande - das muss Marlowe schnell schmerzlich erfahren. Den plötzlich sieht er sich verstrickt in mindestens drei Mordfälle und in den Intrigen Hollywoods. Um seine Klientin zu schützen, lässt er Beweismittel unter den Tisch fallen und gerät nun ins Visier der Polizei von Los Angeles, und die geht nicht gerade zimperlich um, mit Privatschnüfflern, die sie auf dem Kieker haben.

    Dann ist da noch die sextolle Dolores, die ein Auge auf Marlowe geworfen hat sowie ein Gangster, der vielleicht nicht der ist, der er zu sein vorgibt - und nicht zu vergessen, die Halbschwester von Orfamay, eine Schauspielerin, auf dem Weg zum Weltruhm.


    Wie in allen Marlowe-Romanen verkörpert der Detektiv die Rolle des klassischen Hardboiled-Helden. Rauhe Schale aber das Herz am rechten Fleck und immer mit Blick auf die Gerechtigkeit. Seinen Klienten gegenüber höchst loyal, sofern diese sich keines Verbrechens schuldig gemacht haben. Auch dem Staatsanwalt gegenüber zeigt er Gesetzestreue - wohingegen die Cops es nicht immer allzu genau damit nehmen. 


    Eine weitere großartige Geschichte um den einsamen Privatdetektiv, vielleicht sogar die bislang beste. Und - wie immer - lebt die Geschichte nicht nur von den Figuren, sondern weist einen spannenden Plot auf, der den Leser lange in Atem hält; und am Ende führt Marlowe alle Fäden zusammen und man erlebt eine Überraschung nach der nächsten, bis der Fall endlich gelöst ist.


    Von mir ganz dicke 5 von 5.

    Und eine ganz klare Empfehlung für alle Freunde des guten alten Krimi-Noir. 

  17. Cover des Buches Old Gold (An Eoin Miller Mystery) by Jay Stringer (2012-07-24) (ISBN: B01FIWNC0O)
    Jay Stringer

    Old Gold (An Eoin Miller Mystery) by Jay Stringer (2012-07-24)

    (1)
    Aktuelle Rezension von: JuniperGreen
    Jay Stringer doesn't re-invent the hardboiled detective genre here, but he offers an engrossing story and an impressive debut.
    Stringer himself calls his stories 'social pulp'. I like that and I think it fits.

    Eoin Miller, half Roma, ex-cop, works as PI in the Midlands - which is an euphemism for being an errand boy for the Mann brothers, one of the two rivaling crime syndicates in Wolverhampton. One morning, Eoin wakes up to find his almost-one night stand dead in his bed, strangled with his tie. After fighting his first impulse to run, Eion sets out to investigate - and soon finds himself deeply involved in the world of drug dealing, while the bodies keep piling up. To top it all off, he also agrees to find a missing student.

    Stringer drops enough hints to make the missing person case kind of obvious. Seriously, that was rather lame. But that's really my only complaint here. Stringers' prose flows easily, he has a knack for dialogue and pacing, and there's just the right amount of grim humour. Eoin's not very hardboiled (and has a terrible taste in music, 'depressing male bollocks' indeed), but I found this quite refreshing. His Romani heritage doesn't play a big part in this story, but it's there enough to give him a believable background. Also very much there is the Black Country, the former industrial region wasting away, with corruption flowering in every corner. 

    A promising start to the trilogy. On to the next.
  18. Cover des Buches Tod im Februar (ISBN: 9783453271982)
    Alan Parks

    Tod im Februar

    (19)
    Aktuelle Rezension von: mapefue

    Nach »Blutiger Januar« ist »Tod im Februar« Alan Parks zweiter Roman um den jungen Detective Harry McCoy.

    10 Tage im Februar 1973 in Glasgow, eine Orgie aus Blut und Gewalt, aber nicht nur.

    Bereits nach zwei Seiten wird klar, warum »Tod im Februar« bei HEYNE HARDCORE erschienen ist – HARDCORE KRIMINALROMAN.

    Der junge 22jährige Charlie Jackson, Linksfuß bei Celtic Glasgow wird getötet und in seine Brust wird „BYE BYE“ geritzt, dass das Blut in hohem Bogen in die Pfütze klatscht; und als das noch nicht genug wäre, hat ihm der Täter sein bestes Stück abgeschnitten und in den Mund gesteckt, abgesehen vom Schuss ins Auge, der den Hinterteil seines Schädels wegsprengte. Prost und Mahlzeit. McCoy übergibt sich, hat gerade zwei Dosen Pale Ale intus und einen halben Joint. Der Umgangston zwischen den Polizisten untereinander und ihren Klienten ist obszön und vulgär, zwischen Anwalt und seinen Klienten um es vornehm auszudrücken „ungesittet“. Hardboiled Roman. Kalt und nass im winterlichen Glasow, pervers die Akteure, schroff die Dialoge und ungeschönt die Realität.

    Murray, McCoy und Wattie auf der einen Seite, die Unterwelt von Glasgow auf der anderen mit Hauptdarsteller Stevie Cooper. Bei McCoy weiß man das nicht so genau.

    Wer die Morde begangen hat steht fest, nur finden muss ihn die Polizei. Dabei werden Stevie und Harry von ihrer Vergangenheit im Kinderheim gejagt. Zu guter Letzt dreht sich der Plot in eine unerwartete Richtung. Nicht unbedingt befriedigend, aber das ist ein Wesensmerkmal von HARDCORE KRIMINALROMANen.

    Grenzen von Gut und Böse verschwimmen, geradlinig und spannend erzählt, mit einem Schuss Noir, das dem Leser die Überlegung abringt, ob das wirklich das Genre ist, das er bevorzugen soll oder will.

  19. Cover des Buches Zum Greifen nah (ISBN: 9783865326744)
    Wallace Stroby

    Zum Greifen nah

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar

    Der Anfang: «Sara bremste und lenkte ihren Wagen an die Böschung. Was sie sah, schlug ihr gleich auf den Mage. Sieht gar nicht gut aus, dachte sie.»


    Deputy Sara Cross wohnt in der Kleinstadt Hopedale in Florida, beginnt ihre erste Nachtschicht seit neun Monaten. Dann bekommt sie die Funkansage: Cop hat in Notwehr einen Mann erschossen, auf dem einsamen Highway, auf dem sie unterwegs ist. Sie ist zuerst am Tatort. Der Polizist, der den farbigen 22-jährigen Derek Willis erschossen hat, ist ihr Exfreund. Im Kofferraum des Wagens vom Opfer findet sich eine ansehnliche Waffensammlung. Durch die Verkehrskontrolle geriet er scheinbar in Panik, stieg aus, zog seine Waffe – doch der Polizist Billy Flynn kam ihm zuvor. Kann so gewesen sein, denkt sich Sara. Aber andererseits drückt sie das Gefühl im Bauch, hier sei einiges faul. Dem Sheriff geht es nicht besser. Doch wenige Tage später wird der Fall seitens der ermittelnden Behörde zu den Akten gelegt: «Unvermeidliche Schüsse in Notwehr» Und weil die Frau des Opfers Sara ins Gewissen redet, stellt sie eigenständig Nachforschungen an.


    «Sind Sie versichert?›

    ‹Nein.›

    ‹Medicaid›

    ‹Nein›

    ‹Das ist natürlich ein Problem. Wenn wir erst einmal eine schlüssige Diagnose haben, gibt es eine ganze Palette von Behandlungsmethoden, die in Frage kämen.»

    Im Parallelstrang erfährt der Leser, dass Willis einer Gruppe haitianischer Drogendealer einen Batzen Geld nach Florida bringen sollte. Sein Chef, Mickey, im Norden der USA, sitzt bereits auf heißen Kohlen, er braucht Nachschub für die Kunden. Ohne Bezahlung keine Drogen! Er schäumt, will sein Geld zurückbekommen und sendet den Berufskiller Morgan nach Hopedale, ihm seine 350 Riesen zurückzubringen und die Mörder von Willis zu bestrafen. Mickey geht davon aus, dass die beiden Cops am Tatort zusammengearbeitet haben, doch ohne Tippgeber konnten sie das Versteck im Wagen nicht gefunden haben. Auch denen soll der Kopf weggeblasen werden. So ist auch Sara in Gefahr. Morgan ist ein Profi. Und er ist krebskrank. Hat er das gleiche im Sinn wie Mickey?

    Ich bin großer Fan der Crissa-Stone-Reihe von Wallace Stroby. Und wer Crissa liebt, wird auch diesen Hardboiled mögen. Klasse Charaktere, starke Frauen, so wie wir Wallace Stroby kennen. Action, ein intelligenter Plot, Spannung pur. Zeit nehmen – den Krimi legt man nicht aus der Hand! Man liebt die Protagonisten, ob gut oder böse – Wallace Stroby macht sie zu Menschen, gibt ihnen eine Identität, schafft eine emotionale Bindung zwischen Leser und Figur. 

    Wallace Stroby wurde 1960 geboren und wuchs südlich von New York in Ocean Grove auf. Er studierte Journalismus und Medienwissenschaften. Bei einer Zeitung arbeitet er als Polizeireporter. Stroby wurde mehrfach für seine Buch- und Filmkritiken ausgezeichnet. Seit 2003 veröffentlichte Stroby zahlreiche Romane, darunter 4 Crissa-Stone-Krimis, die auf Deutsch bei Pendragon erschienen sind.

    https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/zum-greifen-nah-von-wallace-stroby.html



  20. Cover des Buches TO DIE FOR - GNADENLOSE JAGD (ISBN: 9783958352445)
    Phillip Hunter

    TO DIE FOR - GNADENLOSE JAGD

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Bluesky_13

    MEINE MEINUNG

    Joe war vor sehr langer Zeit Soldat und danach war er Boxer. Doch dann traf er auf einen Mann, Kendall, der ihn immer wieder mit kleinen Jobs versorgte. Schutzgeld eintreiben, mal ein kleiner Raub und dann war plötzlich alles anders.

    Der letzte Job schien einfach, zu einfach und dann wurde er gejagt. Sein Leben geriet völlig aus dem Ruder.


    Diese Geschichte ist spannend von Anfang bis zum Schluss. Man ist hier so gefangen, denn die Rückblicke, die wir hier immer mitbekommen, bringen uns Joe etwas näher und wir lernen ihn etwas besser kennen.


    Es wird spannend, als das Mädchen hier in Erscheinung tritt. Es gibt hier so viele Menschen, die nach dem Leben von Joe trachten und irgendwie entwischt er immer wieder.


    Man muss hier beim lesen schon etwas aufpassen, denn sonst kommt man hier schnell aus dem Geschehen.

    Ich fand das Buch sehr spannend und somit ging das lesen auch schnell.

    Deshalb vergebe ich hier gerne die vollen 5 Sterne und auch eine Leseempfehlung für alle, die gerne etwas anspruchsvolles lesen wollen.


  21. Cover des Buches Die Schuld der Väter (ISBN: 9783865326768)
    James Lee Burke

    Die Schuld der Väter

    (9)
    Aktuelle Rezension von: aus-erlesen

    Erst die Mutter, jetzt der Vater. Na, so einfach ist es nun doch nicht! Nach „Straße in Nichts“, in dem Dave Robicheaux das Verschwinden seiner Mutter vor mehr als drei Jahrzehnten wieder in ihm hochkocht, ist – dem Titel nach – wohl nun der Vater dran.

    Manchmal ist es besser, wenn der Mantel des Schweigens über eine Sache gelegt wird. Das ist einfacher als sich der Sache zu stellen. Perfide nennt man das. Es ist widerlich und ungerecht. Ungerecht – da gibt es doch jemanden, der das Wort für den Tod nicht ausstehen kann: Dave Robicheaux. Doch zunächst gilt es den nicht minder schrecklichen Mord an Linda Zeroski aufzuklären. Mit einer Schrotflinte hat man ihr das junge Lebenslicht ausgeblasen. Wer war’s? Das wird Dave Robicheaux … wird er es herausfinden? Bis zum Schluss des Buches wird man es nicht wissen.

    Selbst Dave und Clete, die sich die Seele aus dem Leib ermitteln, können sich nicht sicher sein. So wie in dem gesamten Fall. Denn wieder einmal ist Robicheaux im Visier eines Clans. Wie schon so oft. Und wie schon so oft, lässt er sich davon nur bedingt beeindrucken. Sie schicken ihre(n) Killer los, Dave macht sie dingfest. Doch die Nachweisarbeit stockt – wie immer.

    Und so sitzen er und Clete einmal mehr zusammen, sie klagen nicht. Sie wissen, dass sie weiter dem Clan, den Kriminellen, den Handlagern, den Korrupten auf den Fersen sein werden. Sie lassen die Opfer und die Verdächtigen an sich vorüberziehen. Und davon gibt es eine Menge! Für Erheiterung sorgen nur die Taten des Osterhasen. Der ist das wahrhaft reine Gewissen mit krimineller Natur, das sofort handelt und kurzzeitige Erfolge vermelden kann. Klingt komisch!? „Die Schuld der Väter“ besticht dieses Mal auch mit komischen Elementen.

    Der raue Süden mit all seinen Verstrickungen, aber auch der Lebensfreude und dem Lebenswitz der Bewohner bildet die Grundlage für diesen doch düsteren Titel. Das Dutzend ist voll, könnte man gefühlsbefreit meinen. Denn die Krimireihe um Dave Robicheaux hat den zwölften Fall geschafft. Hier ein Mord, da ein Mord – und keiner war’s. Dave Robicheaux musste wahrscheinlich mehr Ganoven und Mörder laufen lassen als so manch anderer Ermittler in der amerikanischen Kriminalliteratur. Doch er weiß, geduld zahlt sich aus. Wenn nicht in Fall Acht, dann wird der Mörder eben in Fall Dreizehn erwischt. Oder jemand anderes erwischt ihn. Dann geht aber die Suche nach dem neuen Killer los. Ein Teufelskreis. Doch so ist das Leben. Besonders, wenn man Dave Robicheaux heißt. Doch dazu viel später viel, viel mehr.

  22. Cover des Buches Playback (ISBN: 9783257072471)
    Raymond Chandler

    Playback

    (38)
    Aktuelle Rezension von: S_Malt

    Vielen Dank an Diogenes für das Rezensionsexemplar

    Neuübersetzung durch Ulrich Blumenbach


    Philip Marlowe soll eigentlich nur eine Frau beschatten. Ein scheinbar einfacher Auftrag, der ihn schon bald in ein Netz aus Lügen, Erpressung und Mord hineinzieht. Je tiefer Marlowe gräbt, desto deutlicher wird, dass wieder einmal niemand sauber ist - und dass er selbst der Einzige zu sein scheint, der noch irgendeiner Form von Moral folgt. Zwischen heruntergekommenen Hotels, reichen Auftraggebern und gescheiterten Existenzen kämpft er sich durch einen Fall, der weniger von spektakulären Wendungen lebt als von Atmosphäre, Dialogen und den Menschen, denen er begegnet.


    Und genau darin liegt für mich auch die große Stärke des Romans. Playback fühlt sich durchgehend an wie ein Abschied von Marlowe - und irgendwie auch von Chandler selbst. Der Ton ist ruhiger, melancholischer und deutlich müder als in den früheren Romanen. Marlowe wirkt abgeklärter, fast einsam, und oft schwingt zwischen den Zeilen eine gewisse Erschöpfung mit. Gerade deshalb hat mich das Buch aber so gepackt.


    Dass dies Chandlers letzter vollendeter Marlowe-Roman war und nur kurz vor seinem Tod erschien, merkt man dem Roman meiner Meinung nach in jeder Zeile an.   Einerseits wirkt alles reduzierter und weniger verspielt als etwa in Der lange Abschied oder Tote schlafen fest, andererseits steckt gerade darin eine besondere Stimmung, die mich komplett abgeholt hat. Kein großes Finale, kein übertriebener Knall - eher ein leiser, melancholischer Abschied von einer Figur, die das Hardboiled-Genre geprägt hat wie kaum eine andere.


    Und trotzdem ist Chandler natürlich immer noch Chandler. Die Dialoge sitzen, Marlowe hat diesen trockenen Humor, und selbst kleine Szenen entfalten sofort eine unglaubliche Atmosphäre. Genau das ist es, was Chandler für mich bis heute von vielen anderen Krimiautoren abhebt: Es geht nie nur um den Fall, sondern immer auch um die Menschen, die Stimmung und die Sprache.


    Vielleicht nicht der komplexeste Marlowe-Fall - aber definitiv einer der emotionalsten. Gerade weil man spürt, dass hier etwas zu Ende geht.


    Von mir 5/5 und eine klare Empfehlung an alle Fans klassischer Noir- und Hardboiled-Krimis.

  23. Cover des Buches The Hunter (ISBN: 9783423217378)
    Richard Stark

    The Hunter

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Gulan

    Er wollte nicht, dass Mal wusste, dass er am Leben war. Er wollte nicht, dass Mal Schiss kriegte und abhaute. Er wollte ihn entspannt und zufrieden, wie einen fetten Kater. Er wollte, dass er einfach nur dasaß, grinste und auf Parkers Hände wartete. (Auszug Seite 56)

    Parker ist ein Spezialist für Brüche und Raubüberfälle, ein absoluter Profi, der mit wechselnden Partnern zusammenarbeitet. Bei seinem letzten Coup wurde er allerdings von seiner Frau Lynn und seinem Partner Mal Resnick getäuscht. Parker wird niedergeschossen und zurückgelassen in der Annahme, er sei tot. Doch er überlebt, bricht aus dem Gefängnis aus und schlägt sich bis nach New York durch – die Zeit der Abrechnung ist gekommen.

    1962 erschien The Hunter und Autor Donald E. Westlake (unter dem Pseudonym Richard Stark) kreierte damit eine der bemerkenswertesten Gangsterfiguren. Parker ist kein smarter Räuber oder ein sonstiger Gangster, mit dem man sympathisieren kann. Im Gegenteil: Parker ist ein knallharter Schuft, ein Profiverbrecher, der auch vor Mord nicht zurückschreckt (dies in der Regel aber vermeidet). Parker ist ein Einzelgänger, der eiskalt seine Pläne durchzieht, ohne Kompromisse und ohne Gewissensbisse. Er ist wortkarg, sucht keinen Anschluss, arbeitet nur bei irgendwelchen Coups mit anderen zusammen. In der Zusammenarbeit verhält er sich dann loyal, wird er allerdings hintergangen (was häufig vorkommt), wird er unbarmherzig.

    Das interessante an der Figur Parker ist aber, dass der Autor ihn nicht als Psychopathen beschreibt, sondern Parkers Empathie- und Gnadenlosigkeit irgendwie konsequent in der ihn umgebenden Welt wirkt. Parkers Vorname wird übrigens in der ganzen Serie nie erwähnt, Westlake selbst wird zitiert: „I don’t know what the hell it would be, maybe Frank.“

    Anders als in weiteren Romanen beginnt der erste Auftritt von Parker nicht mit einem Coup. Der raffinierte Überfall ist schon erledigt, doch endet für Parker anders als geplant. Der Leser erfährt in Rückblenden von den Einzelheiten. Der Verrat nagt an Parker, er bricht sogar aus der kurzen Haft (wegen Landstreicherei) aus und tötet dabei einen Wärter, um sich auf den Weg machen zu können. Er trifft zunächst auf Lynn, seine Frau, die sich aus Angst und Resignation mit Schlaftabletten umbringt. Dann ist Mal Resnick sein nächstes Ziel, von ihm will er sich nicht nur seinen Anteil holen, diesen Mann will er töten. Doch Resnick gehört zum Syndikat, der mafiösen Verbrecherorganisation. Ein Angriff auf ihn fordert gleichzeitig das Syndikat heraus. Doch Parker ist zu allem entschlossen.

    The Hunter ist ein hartgesottener Gangsterroman, der einen radikalen Rachefeldzug beschreibt. Der Plot ist also nicht allzu komplex und die Figuren bleiben zugegeben eher etwas oberflächlich, selbst Parker gibt nicht viel von sich preis. Doch dieser Roman hat einen Sound, dem man sich auch heute noch kaum entziehen kann. Eine stetige, knisternde Spannung liegt in der Luft, der Stil ist knapp und lakonisch, die Dialoge aufs Nötigste beschränkt. Einfach wie aus einem Guss geschrieben, ein wahrlich zeitloser Klassiker.

    Richard Stark alias Donald E. Westlake war ein richtiger Vielschreiber, auch unter verschiedenen Pseudonymen. Sehr bekannt sind sicherlich auch seine Romane mit dem Meisterdieb John Archibald Dortmunder. Westlake schrieb insgesamt 24 Parker-Romane. Zunächst 16 zwischen 1962 und 1974. Mehr als zwanzig Jahre später meldete sich Parker 1997 passenderweise mit dem Titel „Comeback“ zurück, weitere sieben Romane folgten bis zum Tod Westlakes 2009. Während die Romane der letzten Phase noch verfügbar sind, sind die anderen Romane schon lange vergriffen. Sie erschienen Ende der 1960er und in den 1970ern überwiegend im Ullstein Verlag in teilweise gekürzter oder veränderter Übersetzung. 2015 erschien dann dieser erste Roman in neuer vollständiger Übersetzung von Nikolaus Stingl im Zsolnay Verlag. Leider war dies nicht der Auftakt zu einer vollständigen Wiederveröffentlichung der Reihe. Aber die Hoffnung bleibt, dass sich vielleicht nochmal einer den älteren Bände annimmt.

  24. Cover des Buches Schmierige Geschäfte (ISBN: 9783865327413)
    James Lee Burke

    Schmierige Geschäfte

    (14)
    Aktuelle Rezension von: aus-erlesen

    Die Erinnerungen nagen immer noch an Dave Robicheaux. Sie lassen ihn nicht schlafen. Es treibt ihn hinaus. Und hinein in die einzige Spelunke, die um diese unchristliche Zeit vor dem Sonnenaufgang noch ihre quietschenden Pforten geöffnet hat. Der Tag wird schon noch kommen. So wie er es immer tut. Dem Tag ist es egal, ob Dave Robicheaux trauert oder mit Alifair eine neue Aufgabe gefunden hat. Er war ihre Rettung im wahrsten Sinne des Wortes – jetzt lebt sie bei ihm. Er wird ihr ein guter Ratgeber sein können.

    Ein raues „Hey“ reißt Dave aus dem morgendlichen Träumen. Dixie Lee Pugh – ein Name wie Donnerhall – rotzt es dem verdutzten Bootsverleiher und Fischköderhändler entgegen. Auf dem College waren sie kurz mal Zimmerkollegen. Dann stieg Dixies Stern am Rock’n Roll – Himmel auf, um alsbald wieder zu verglühen. Die Begrüßung ist herzlich, rau, vertraut. Ein Sorry hier, ein Bedauern da. Man hat voneinander gehört. Doch Dixie drückt ein Stein im Schuh. Und Dave Robicheaux ist wohl der Einzige, der ihm diesen entfernen kann.

    Mittlerweile ist aus dem Rumtreiber mit Gitarre Dixie Lee Pugh der Rumtreiber Dixie geworden, der für eine Ölfirma aus Montana Land erwirbt. Lukrativ für seine Auftraggeber, Rettungsanker für ihn selbst. Bei einer seiner Touren durchs und übers Land hat Dixie so manches aufgeschnappt. Auch – und dabei ist er sich nicht so richtig sicher – so manches Sauerei. Einen Mord? Vielleicht! Dave und Dixie – das Doppel-D, das sich in den Schlamassel wirft wie ein junger Welpe in Pfützen, steht schon bald wie ein Paar begossene Pudel da. Hier stinkt’s, wieder einmal. Und wieder einmal muss Dave Abschied nehmen. Von einem Freund. Von Dixie. Um ihm die letzte Ehre zu erweisen, seinen Mord aufzuklären, muss er den drückend heißen Süden mit dem bitterkalten Norden tauschen. Und schon steckt er dick eingepackt im nächsten Schlamassel. Es gibt einfach zu viele Idioten, die ihm seine Geschichte nicht glauben. Und noch viele mehr, die ihm nach dem Leben trachten. Was macht ein angeschossenes Tier? Es kämpft wie ein Berserker gegen das Unvermeidbare! Doch Dave Robicheaux ist kein Tier. Er ist von Natur aus ein Kämpfer, der die ihm zur Last gelegten Taten widerlegen muss, will er überleben. Schon um sein neues Leben in den Bayous nicht zu gefährden. Ein Roadtrip in den Norden wird zur Pilgerfahrt für Gerechtigkeit.

    James Lee Burkes Robicheaux verlässt das vertraute Terrain, um einem alten Freund zu helfen und um entfesselter Gier die Grenzen aufzuweisen. Grundrechte, die immer wieder mit Füßen unter die Erde getreten werden und fiese Gesellen, die ihrem Herren blind folgen, sind das Fundament, auf dem „Schmierige Geschäfte“ fußt. Schmutzige Gedanken haben hier Hochkonjunktur. „Black Cherry Blues“ heißt das Buch im Original – klingt nach trinkseligem Blues auf dem Grund des Glases, das vor einem steht. Doch hier klebt das Blut von vielen an den Händen von Wenigen. Und Dave Robicheaux ist Kernseife und Wurzelbürste in Einem.

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