Bücher mit dem Tag "hart"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "hart" gekennzeichnet haben.

34 Bücher

  1. Cover des Buches Skulduggery Pleasant (Band 1) - Der Gentleman mit der Feuerhand (ISBN: 9783785577868)
    Derek Landy

    Skulduggery Pleasant (Band 1) - Der Gentleman mit der Feuerhand

    (1.138)
    Aktuelle Rezension von: Fynn_Augustus

    Dieses Buch habe ich gehört. Es ist originell, es kommen sowohl typische "Jugendprobleme" als auch Magie vor. Mir hat es sehr gut gefallen und denke, dass wenn ich es früher gelesen hätte, es sogar 5/5 Sternen bekommen hätte. Es kommt nicht an Harry Potter heran, aber welcher Autor schafft das schon! Mir gefiel es wirklich gut und ich habe es innerhalb kurzer Zeit durchgehört.

  2. Cover des Buches Die Erbin (ISBN: 9783736308091)
    Simona Ahrnstedt

    Die Erbin

    (437)
    Aktuelle Rezension von: Featherstone

    Inhalt:

    Als sich Natalia de la Grip in David Hammar verliebt ahnt sie nicht, dass er ihr etwas Entscheidendes verheimlicht: Viele Jahre zuvor hat Natalias Familie Davids Leben zerstört und er setzt daher alles daran die Familie de la Grip zu ruinieren und sich für das erlittene Unrecht zu rächen. Um dies zu erreichen plant David einen der größten Coups, die die schwedische Finanzwelt bislang gesehen hat. Mit einem hat David jedoch nicht gerechnet: Er muss sich eingestehen, dass er Natalia liebt und seine Rachepläne stehen einer gemeinsamen Zukunft mit ihr entgegen…

    Dieser Coup wäre ein Meilenstein, der die Geschichte der schwedischen Wirtschaft für alle Zeit in ein Davor und ein Danach teilen würde. Aus diesem Grund musste er einen kühlen Kopf bewahren. […] Und deswegen durfte ihm nicht andauernd Natalia im Kopf herumschwirren. (S. 235)

    Meine Meinung:

    Das erste was ich diesem Buch zugutehalten muss ist, dass ich ihm die rund 600 Seiten kaum angemerkt habe und stattdessen den Eindruck hatte ein deutlich kürzeres Buch zu lesen. Das liegt daran, dass eine richtig mitreißende Geschichte erzählt wird, die einem relativ schnell in ihren Bann zieht und einem durch die Seiten fliegen lässt. Es werden große Gefühle und eine Menge Drama und Herzschmerz geboten. Außerdem werden Intrigen gesponnen und es kommen einige Geheimnisse ans Licht. Man fragt sich was David in seiner Vergangenheit widerfahren ist und in ihm den Wunsch nach Rache geweckt hat. Außerdem ist man gespannt wie genau der von ihm geplante unternehmerische Coup aussehen wird mit dem er die Familie de la Grip ruinieren will. Darüber hinaus wird eine wirklich schöne und rührende Liebesgeschichte erzählt, die einem mitfiebern lässt.

    Natalia und David schließt man schnell ins Herz und es wird richtig schön beschrieben wie sich die beiden näherkommen und feststellen, dass sie mehr Gemeinsamkeiten haben als es zunächst den Anschein hat. Man bekommt sowohl Einblicke in Natalias als auch in Davids Gefühls- und Gedankenwelt, weshalb man sich in beide sehr gut hineinversetzen kann. Einerseits bangt man mit Natalia, weil sie ihr Herz an David verliert ohne zu ahnen, dass er ihr mit seinem Geheimnis schon bald das Herz brechen könnte. Andererseits geht einem aber auch Davids Schicksal nahe und man kann verstehen, dass er Rachepläne hegt. 

    Die Liebesgeschichte zwischen Natalia und David wird sehr berührend beschrieben und geht zu Herzen. Zwar verheimlicht David ihr seine Pläne bzgl. der Unternehmensübernahme mit der er ihrer Familie schaden will, aber er nutzt Natalia nicht aus um durch sie an Insiderinformationen zu gelangen. Davids Liebe für Natalia ist aufrichtig und es ist klar, dass sie ihm wirklich etwas bedeutet. Allein deshalb trifft er sich weiterhin mit ihr. Umso herzzerreißender ist es, dass einem trotz der gegenseitigen Zuneigung der beiden klar ist, dass alles unweigerlich auf ein großes Drama hinausläuft, denn sobald David seine Pläne in die Tat umgesetzt haben wird wird Natalia erfahren, dass er ihr Vertrauen missbraucht hat und sie wird seine Gefühle ihr gegenüber in Frage stellen. Diese Situation stützt auch David zunehmend in einen Gewissenskonflikt, denn er will zwar seine Rachepläne um jeden Preis in die Tat umsetzen, aber er beginnt zugleich auch von einer gemeinsamen Zukunft mit Natalia zu träumen, die dadurch bedroht ist. 

    In einem Nebenhandlungsstrang wird noch eine weitere Liebesgeschichte erzählt, die ebenfalls richtig schön und vor allem auch ziemlich amüsant ist: Die Liebe zwischen Natalias bester Freundin Asa und Davids Geschäftspartner Michel. Diese beiden haben eine etwas komplizierte gemeinsame Vergangenheit. Seit Jahren haben sie Gefühle füreinander, aber Michel und vor allem Asa haben Probleme damit zu diesen Gefühlen zu stehen. Aus Angst verletzt zu werden erscheint es beiden zunächst undenkbar dem jeweils anderen die eigenen Gefühle zu offenbaren. Dementsprechend kracht es mehrmals als die beiden Sturköpfe aufeinandertreffen, aber es fliegen auch die Funken. Vor allem Asa treibt Michel mit ihrer arroganten, provozierenden und aufbrausenden Art in den Wahnsinn. Michel lässt sich davon aber nicht abschrecken und kämpft um sie, denn sie ist für ihn auch nach all den Jahren noch immer seine große Liebe. Er setzt alles daran ihre abweisende und harte Schale zu durchdringen um ein Teil ihres Lebens zu werden.

    Es gibt eine Reihe sehr bewegender Momente. So ist es richtig traurig und herzzerreißend wie sehr sich Natalia hintergangen und gedemütigt fühlt als sie hinter Davids Geheimnis kommt. Sie muss befürchten, dass er ihr auch seine Gefühle nur vorgespielt hat und das stürzt sie in tiefste Verzweiflung. Umso schöner und emotionaler ist es dann zu verfolgen wie David später alles gibt um sie von der Aufrichtigkeit seiner Gefühle zu überzeugen und ihr Vertrauen zurückzugewinnen. Natalia macht es ihrem David verständlicherweise nicht ganz leicht als er voll Reue zurückkehrt. Ein weiterer richtig bewegender Moment ist die Enthüllung dessen was David in seiner Vergangenheit zugestoßen ist. Er vertraut Natalia schließlich an welchen Schikanen, Demütigungen, und körperlichen Angriffen er während seiner Internatszeit hilflos ausgeliert war und wie schließlich auch noch seine Schwester ein Opfer seiner grausamen Mitschüler wurde. Das ist umso erschütternder wenn man bedenkt, dass 2013 tatsächlich ein schwedisches Eliteinternat in die Schlagzeilen geraten ist, weil Schüler dort misshandelt wurden (wenn man die Schlagwort „Eliteinternat“, „Bügeleisen“, „Schweden“ und „Anklage“ im Internet eingibt findet man die entsprechenden Zeitungsartikel).

    Positiv möchte ich auch noch hervorheben, dass dieses Buch (anders als die vielen anderen dieses Genres) zur Abwechslung mal in Schweden spielt. Neben den Städtenamen fällt einem das dadurch auf, dass sich die Charaktere zuweilen mit „hej“ begrüßen bzw. sich mit „hejdå“ verabschieden. Darüber hinaus bekommt man einen interessanten Einblick in die schwedische Finanzwelt, der sehr gut in die Handlung eingewoben wird, einem zu keinem Zeitpunkt langweilt und auch nicht zu ausführlich geraten ist. Die Pläne rund um die Unternehmensübernahme werden auf für Laien leicht verständlich erklärt. Auch die Einblicke in das Leben der schwedischen High Society haben die Geschichte bereichert.

    Die Geschichte hat ein emotionales, versöhnliches und hoffnungsvolles Ende mit einem perfekten Happy End für die Protagonisten. Vielleicht hätte der Drama- und Unterhaltungsfaktor an der einen oder anderen Stelle ein kleines bisschen heruntergefahren werden können. Außerdem ist das Happy End schon fast zu perfekt. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, weil einem das Buch richtig schöne Lesestunden schenkt und man manchmal eben einfach eine unterhaltsame Geschichte fürs Herz braucht.

    Fazit:

    Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieses Buch derart gut unterhält. Wer auf der Suche nach einer spannenden und dramatischen Liebesgeschichte mit viel Gefühl, Herzschmerz und Drama ist wird dieses Buch sehr gerne mögen. Man schließt die Protagonisten schnell ins Herz und ihre Liebesgeschichte lässt einem sehr mitfiebern. Außerdem bereichern auch die Nebenfiguren die Geschichte sehr.

    Ich werde dem zweiten Band auf jeden Fall auch noch eine Chance geben!

    Zum Schluss noch zwei der schönsten Zitate aus dem Buch:

    „Du kennst den Spruch, dass es besser ist, geliebt und verloren zu haben, als nie geliebt zu haben? […] Das ist Blödsinn. Nichts ist schlimmer, als diejenigen zu verlieren, die man liebt.“ (S. 471)
    „Aber zwischen uns kann doch nie etwas werden“, sagte sie und hörte, dass ihre Stimme nicht recht trug. […] „Nur weil es keine Zukunft für uns gibt, bedeutet es nicht, dass es im Hier und Jetzt nicht gut sein kann“, murmelte er. (S. 421/422)
  3. Cover des Buches Draussen (ISBN: 9783548063492)
    Volker Klüpfel

    Draussen

    (277)
    Aktuelle Rezension von: Wirkommu

    Eine sehr traurige, tragische Geschichte, der es allerdings stellenweise an Glaubwürdigkeit mangelt. Denn man fragt sich stets: Warum? Wieso sollte diese oder jene Person genau das tun, was sie in dem Moment tut? Und warum in dem Moment? Und ist es glaubwürdig, dass die Personen, jeweils das können, was sie können? Und sind hier nicht einige Typen – insbesondere die Hauptprotagonisten -  nicht womöglich einer gehörigen Gehirnwäsche unterzogen worden? Man kann hier nicht genauer werden, weil man dann spoilern würde. Aber insgesamt bleibt so Einiges fragwürdig. Die Geschichte ist  vollgepropft mit allen möglichen Zutaten: fragwürdigen und unethischen Legionären, äußerst fragwürdigen, korrupten Lobbyisten und Politikern, Preppern und Verschwörungstheoretikern, einem Endzeitszenario, einer tragischen Familiengeschichte, rachsüchtigen Personen und Gewalttätern, sehr gewalttätigen und traumatischen Szenen.  In Retrospektiven in Form des Tagebuchs eines der Protagonisten wird der Hintergrund für die aktuellen Ereignisse aufgerollt. Das Warum der siebzehnjährigen Cayenne ist allgegenwärtig.  Der Sprach- und Erzählstil ist sehr gelungen und hält die Spannung hoch.  Letztlich ist aber alles ein bisschen zuviel von allem.

     

  4. Cover des Buches King - Er wird dich besitzen (ISBN: 9783736308930)
    T. M. Frazier

    King - Er wird dich besitzen

    (194)
    Aktuelle Rezension von: isis_bookshelf

    Ich bin gerade durch mit dem Buch und muss erstmal versuchen meine Gedanken zu sortieren. Ich war während des Lesens immer wieder hin und her gerissen zwischen "mag ich es oder mag ich es nicht", aber schneller als ich gucken konnte hing in an den Seiten und das Ende hat mich extrem überrascht.

    Schreibstil:
    Vorweg: Die Story wird sehr ungemütlich und der Schreibstil ist auch eher derb, abschätzig etc. Ich liebe Dark Romance Romane, daher habe ich damit eigentlich kein Problem, aber anfangs wusste ich nicht so richtig, was ich davon halten sollte. Es kam zu Beginn zu aufgesetzt rüber, aber irgendwann habe ich darüber garnicht mehr nachgedacht. Desto näher man King und sein Umfeld kennenlernt desto besser passt es. Erzählt wird die Story aus der Sicht von King und Doe.

    Das Setting, die Welt, die Vergangenheiten und die grundsätzliche Stimmung im Buch sind düster, hart und erbarmungslos. Und doch hat der/die Autor*in es geschafft, dass ich dort bleiben wollte. Durch Preppy (Kings Kumpel) hat die Story auch echt eine gute Prise Humor, die alles nochmal aufpeppt.

    Zum Inhalt
    Durch den Klappentext habe ich mich ein bisschen in die Irre leiten lassen, da ich dachte, dass es viel um den MC gehen wird bzw. King ein Teil davon ist, ist er nicht kann ich an dieser Stelle sagen. Ein MC spielt eher eine untergeordnete Rolle und es ist auch kein Club der symphatischen Art (soweit ein MC das sein kann).

    Das Buch hat mich zwischendurch echt in meiner Meinung schwanken lassen, aber irgendwie konnten Doe, King und Preppy mich von sich überzeugen. Auch, wenn ich alle drei an verschiedenen Stellen immer mal fragen wollte, was mit ihnen eigentlich nicht stimmt :D

    Zurückblickend passiert so viel innerhalb der Handlung, dass es mir gerade echt schwer fällt alles gut, präzise und ohne Spoiler zusammenzufassen. Es ist irgendwie eine Mischung aus allem: heiß, spannend, faszinierend, verwirrend, zum verzweifeln, überraschend.

    Zu den Protas
    Zu allen Charakteren kriegen wir Hintergrundstory, zu Does natürlich am wenigsten, da ihre Herkunft bis kurz vor Ende unbekannt bleibt.

    King: ...ist gefährlich, heiß, verschlossen, beschützerisch, skrupellos, missverstanden, dominant, fürsorglich und ehrgeizig. Er ist ein Bad Boy durch und durch, was nicht heißt. dass er nicht fähig ist zu lieben. Denn es gibt zwei Menschen, die ihm besonders wichtig sind in seinem Leben und für die er alles tun würde. Doch irgendwann muss er sich zwischen einen von ihnen entscheiden ;)
    Wie viele männliche DR Prota, hat auch King eine beschissene Kindheit. Doch eins wusste er schon immer, er wollte immer sein eigener Boss & als er Preppy trifft hat er den perfekten Partner gefunden. 

    Doe: ...ist geheimnisvoll, redet ohne nachzudenken, ist temperamentvoll, verzweifelt, verwirrt und ohne King verloren. Sie ist die Frau ohne Gedächtnis. Durch ihren Gedächtnisverlust lebt sie auf der Straße und hat es nicht leicht. Was ihr häufig zum Verhängnis wird ist vorallem ihr Vorlauter Mund. Sie wurde mir von Kapitel zu Kapitel immer symphatischer, auch wenn ich am Anfang nicht so sicher war, ob ich mit ihr warm werden würde. Und, wenn sie sich von ihrer selbstbewussten Art zeigt, mag ich sie echt am liebsten.

    Preppy: ...ist für mich der heimliche Star der Geschichte und ich liebe diesen verrückten Kerl, auch wenn er an einigen Stellen sehr drüber sein kann :D Auch, wenn er echt besseres in der Storyline verdient hätte. Über diesen einen gewissen Punkt bin ich immer noch sauer und schmolle (manche werden es verstehen).

    Entwicklung der Beziehung
    Besonders zum Anfang war ich sehr überrascht über ein, zwei Wendungen zwischen den beiden. Danach wachsen die beiden mit Höhen und Tiefen nach und nach zusammen. Also nach sehr unangenehmen Höhe und tiefen, es ist nicht so rosa rot, wie es sich anhört :D Und das Ende hat mich dann nochmal aus der Bahn geworfen. Ich hasse King immer noch dafür.

    Fazit:
    Das Buch konnte mich doch besser packen als ich erwartet hatte. Das Ende hat mich tatsächlich sehr überrascht. Der Schreibstil war nicht schlecht, aber ich glaube ich habe mich eher daran gewöhnt :D ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken soll.

  5. Cover des Buches Glückskinder (ISBN: 9783453424067)
    Teresa Simon

    Glückskinder

    (145)
    Aktuelle Rezension von: Renate1964

    Teresa Simon lässt hier München von 1945 bis 1948 lebendig werden. Auch nach der Befreiung herrscht bittere Not. Schuttberge, Wohnungsmangel, überhaupt fehlt Lebensnotwendiges. Dazu kommt der kalte Winter.  Der Schwarzhandel blüht. Toni, eine echte Münchner und ihre Familie müssen die vom KK befreite Griet aufnehmen 

    Ich mag die Autorin sehr und auch dieses Buch war sehr gut recherchiert und die Hauptfiguren sympathisch. Ein bisschen zu viel Liebe,  darum nur 4 1/2 Sterne 

  6. Cover des Buches Der Knochensammler - Die Ernte (ISBN: 9783596036035)
    Fiona Cummins

    Der Knochensammler - Die Ernte

    (82)
    Aktuelle Rezension von: Reading_Love

    Er sammelt aus Leidenschaft.
    Knochen. Menschliche Knochen.
    Doch das Herzstück fehlt ihm noch in seiner Sammlung...

    In London macht der Knochensammler Jagd auf den kleinen Jakey, der am Münchmeyer-Syndrom leidet, einer Krankheit, die seinen Körper langsam verknöchern lässt. Und ihn einschließt in ein Knochen-Gefängnis. Der Knochensammler ist gut vorbereitet. Er hat bereits ein Kind entführt. Er kommt Jakey jeden Tag ein Stückchen näher, unbemerkt, unerkannt. Und dann schlägt er zu. Jakey ist verschwunden, und der Wettlauf um sein Leben beginnt ...


    Eine im Grunde grausame Story. Wir erfahren in dem Buch viel über das Münchmeyer-Syndrom, einer Knochenkrankheit, die einfach sehr unschön ist. Um den Wettlauf gegen die Zeit besser zum Vorschein zu bringen ist das Buch in die Wochentage unterteilt und innerhalb der Tage noch in einige Zeitabschnitte der Charaktere, was die Leseabschnitte allgemein relativ kurz hält.

    Meiner Meinung nach hat das Buch dennoch zu viel Raum für Passagen übrig, die eigentlich unrelevant für den Verlauf der Geschichte sind und mir persönlich auch die Spannung geraubt haben.

    Das Motiv des Serienmörders ist mal etwas anderes, als ich bisher gelesen habe. Ich fand es schon wirklich creepy. Und ich denke das ist schlussendlich der ausschlaggebende Punkt gewesen, weswegen ich das Buch auch tatsächlich noch beendet habe.

    Aber auch muss ich erwähnen, dass das Buch ziemlich weit zum Schluss eine positive Message erhält, die den Blick aufs Leben noch mal aus einem anderen Augenwinkel zeigt. Meist denken wir bei den kleinsten Dingen einfach so schnell schlecht, obwohl es schlimmer gehen könnte.


    Das Buch bekommt von mir 3 von 5 Sternen.

  7. Cover des Buches And I Darken (ISBN: 9780552573740)
    Kiersten White

    And I Darken

    (30)
    Aktuelle Rezension von: bstbsalat

    Ich hatte anfangs Schwierigkeiten, in das Buch zu finden (was bestimmt auch damit zusammenhing, dass ich mit englischen Büchern nicht so viel Übung habe), sodass ich erst nach etwa 13 Kapiteln so richtig gefesselt war. Das Lesen fiel mir zunehmend leichter: entweder ist der Einstieg also unnötig kompliziert geschrieben oder, und das wird vermutlich zutreffender sein, ich habe mich einfach daran gewöhnt. 

    Lada, die Hauptfigur, ging mit ziemlich auf den Keks, aber ich mag, dass sie nicht wunderschön beschrieben wird wie sonst die meisten Heldinnen. Mit der Zeit wird sie als Figur und damit ihre Beweggründe auch greifbarer. Es hat mir gut gefallen, eine extrem starke Frau als Hauptfigur zu haben, aber ich finde es schade, dass sie wirklich alle Aspekte des Frauseins ablehnt. Das impliziert, dass „feminine“ Frauen nicht dasselbe erreichen und so stark sein können wie Lada.

    Im Klappentext wird die Beziehung von Lada, Radu und Mehmed als toxisch bezeichnet – treffender könnte man es nicht ausdrücken. Trotzdem habe ich das bleibende Gefühl, dass Klappentext und auch das Cover (ich habe die Ausgabe mit lila Blüten gelesen) irgendwie irreführend sind. Das zweite Cover (Gesicht mit Bemalung) finde ich sehr viel treffender; ich habe die Ausgabe mit den lila Blumen gelesen.

  8. Cover des Buches Dark Wonderland - Herzkönig (ISBN: 9783570164334)
    A. G. Howard

    Dark Wonderland - Herzkönig

    (101)
    Aktuelle Rezension von: subwaytosindy

    Das Buch bildet einen wunderbaren Abschluss und bleibt bis zum Ende spannend. Die Wendungen sind immer wieder fantasievoll und unerwartet.

    Ich kann nur empfehlen diese Geschichten selbst zu lesen, auch wenn man im ersten Teil einen Moment braucht, um in den Bann gezogen zu werden.

  9. Cover des Buches Die Überfahrt (ISBN: 9783596712892)
    Mats Strandberg

    Die Überfahrt

    (120)
    Aktuelle Rezension von: lucatrkis

    In „Die Überfahrt“ trat eine Unzahl von Charakteren auf, doch da der Autor sich Zeit nahm, diese nacheinander einzuführen, fiel es mir nicht schwer, den Überblick zu behalten. Meine Favoriten waren die Jugendlichen Albin und Lo sowie das Paar Calle und Vincent.

    Das Setting der Baltic Charisma erinnerte eher an ein großes Kreuzfahrtschiff denn eine Fähre und war unglaublich atmosphärisch. Nett fand ich, dass es in der vorderen Umschlagklappe des Buchs einen (wenn auch recht dürftigen) Plan des Schiffs gab.

    Die Kapitel trugen mit ihrer Kürze zum Spannungsaufbau bei, mitunter störte mich der Perspektivwechsel jedoch auch und ich wäre lieber bei einem Charakter verweilt, anstatt zum nächsten zu springen. Zwischendurch streute der Autor immer wieder mit dem Schiffsnamen überschriebene Kapitel ein, welche auktorial (quasi aus Sicht der Baltic Charisma) von den Handlungen verschiedenster Personen an Bord berichteten, was eine gute Übersicht über die Vorgänge verschaffte.

    (SPOILER) Der erste Vampirbiss war eindrücklich geschildert; mir fiel vor allem auf, wie sich der als schwedischer Stephen King betitelte Autor dabei einiger Stilmittel besagten literarischen Vorbilds bediente. Anschließend verwandelte sich Tomas, der Gebissene, selbst in einen Vampir und verspürte wiederum den Drang, neue Beute zu suchen, wodurch die Geschichte sukzessive zu einer Art Endzeitroman mutierte, nur dass man statt Zombies eben andere untote Gestalten hatte. Dementsprechend viel Gemetzel gab es, vor allem im letzten Drittel, welches mir wohl am wenigsten zusagte.

    Bereits nach der Hälfte begann sich die Geschichte ein wenig zu ziehen: Als Leser steckte man in einem anhaltenden Zustand austarierter Gewalten – weder den Protagonisten noch den Vampiren gelang ein entscheidender Schlag gegen die jeweils andere Front. Was mir dafür gefiel, war, wenn unterschiedliche Charaktere Grüppchen bildeten, zum Beispiel Marianne mit Vincent, zu denen später noch Madde dazustieß.

    Zum Schluss gab es eine Art Epilog, in dem berichtet wurde, was mit den Figuren nach Sinken des Schiffs passierte, obgleich dies nicht über Unterkommen in einer Rettungsinsel beziehungsweise Ertrinken hinausging.  Ob die Geflüchteten es tatsächlich an Land schafften, blieb unerwähnt. Genauso ließ der Autor bewusst vage, inwieweit der Horror überstanden war, indem er andeutete, wie die Vampire auf dem Meeresboden in Richtung Festland robbten. Dies ist typisch für das Genre, doch gierte ich dennoch sogleich nach Fortsetzung. Die meisten der Protagonisten wurden zumindest vorerst verschont, was mir zusagte, anderen hingegen zu langweilig sein mag. (SPOILER ENDE)

    Fazit: „Die Überfahrt“ war vor allem im ersten Drittel ein äußerst starker Horrorroman mit fantastischem Setting sowie einer Vielzahl ausgereifter Charaktere. Später driftete mir die Geschichte zu sehr ins Blutvergießen ab, doch bleibt Mats Strandberg auf jeden Fall auf meinem Radar!

     


  10. Cover des Buches King - Er wird dich lieben (ISBN: 9783736304062)
    T. M. Frazier

    King - Er wird dich lieben

    (98)
    Aktuelle Rezension von: isis_bookshelf

    Wow, also Band 2 war für mich insgesamt einfach perfekt und ich war sehr überrascht wie emotional es wurde. 

    Die Handlung schließt perfekt an das Ende der ersten Teils an und man ist direkt wieder im Geschehen. Ich weiß nicht warum, aber dieses mal fand ich auch den Schreibstil noch ein bisschen besser.

    Achtung eventuell ein winziger Spoiler in diesem Abschnitt!!
    In diesem Teil wird Doe mit ihrem alten Leben konfrontiert und was sie alles erfährt muss sie erstmal verarbeiten. Vorallem, dass Kind sie von sich gestoßen hat, obwohl sie gerade dachte, dass sie in King alles gefunden hat, was sie braucht.
    Bis jetzt hat sie noch keine Erinnerungen zurück, doch irgendwann folgt das nach und nach. Manchmal weiß ich Körper noch instinktiv, wie manche Abläufe sind. Ihr Mann versucht ihr dabei zu helfen sich an alles zu erinnern, doch manche Erinnerungen wären am besten verborgen geblieben.

    Es war sehr spannend mitzuerleben, wie Doe auf die Vergangenheit trifft und versucht Licht ins Dunkle zu bringen. Und das war eine absolute Achterbahn der Gefühle, wirklich. Es gibt so viele überraschend emotionale Momente. Egal ob positiv oder negativ. Ich konnte garnicht mehr aufhören zu lesen. Zu sehr hat mich alles gepackt.

    Was ich auch richtig toll fand, war zu beobachten, wie Doe sich bei King verändert hat und das merkt man in ihrem Auftreten. Klar ist sie durch die ganzen "neuen"/alten Eindrücke auch mal überwältigt oder verwirrt, aber King hat sie definitiv stark gemacht. Sie hat zu ihrem wahren Ich gefunden. Und sie war mir in diesem Teil noch wesentlich sympathischer als im ersten.

    Ach ich fands einfach toll.
    Die ganzen Wendungen, die Entdeckungen der Erinnerungen, die verdammt guten DR Elemente - die mein DR Herz haben aufgehen lassen -, das Ende. Für mich war es einfach sehr stimmig und durchgehend spannend. Mitfiebern pur.

    Für mich eine absolute Empfehlung!!!

  11. Cover des Buches The Magician King (ISBN: 9780099553465)
    Lev Grossman

    The Magician King

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Imagine_daydreaming

    Meine Meinung:

    Die Serie ist besser! Ja ihr habt richtig gelesen, ich habe auch bei Band zwei meine Meinung nicht geändert. Verglichen mit Band eins muss ich sagen hat mir die Fortsetzung besser gefallen und das aus verschiedenen Gründen.

    1. Die Charaktere haben mich dieses Mal nicht so genervt wie in Band eins. Zwar ist Quentin immer noch nicht mein Lieblingscharakter, jedoch ist er nun erträglicher. Ich bin dieses Mal sehr froh, dass wir Julia näher kennenlernen können. Ich kannte zwar aus der Serie ihre Hintergrundgeschichte, diese aber zu lesen hatte es schon in sich.
    2. Wir sind mehr in Fillory unterwegs. Das war eine Sache welche ich in Band eins bemängelt habe da ich diese magische Umgebung doch sehr mag. Ich muss jedoch auch hier sagen, das Fillory in der Serie und das Geschehen mag ich dort lieber.
    3. Die Geschichte an sich hat mich mehr gezogen. Es gab verschiedene Handlungsstränge und aus dem Grund gab es immer wieder etwas neues zu erleben. Ich bin zwar ab uns zu durcheinander gekommen da diese nicht Chronologisch ablaufen und es immer wieder gewechselt wird, was gerade erzählt wird.

    Abschließende Meinung:

    Ich bleibe auch bei Band zwei der Meinung: Die Serie ist besser! Ich werde Band drei lesen um das ganze Abzuschließen, kann aber im Moment jedem eher die Serie ans Herz legen.

  12. Cover des Buches Knock-out in New York (ISBN: 9783453439856)
    Rob Hart

    Knock-out in New York

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Roswitha_Boehm

    Ashley wacht eines Abends in seinem Apartment auf. An sich erst einmal nichts ungewöhnliches, bis auf die Tatsache das er sich auf dem Boden wieder findet und eine ominöse Nachricht auf dem Arm hat: „Du hast es verochen!“ Der Privatdetektiv kann sich absolut nicht erinnern, was er wem versprochen haben soll. Und dann ist da noch eine weitere Nachricht, auf seiner Mailbox: Eine Freundin bittet ihn sie abzuholen, da sie das Gefühl hat verfolgt zu werden. Doch als Ash die Nachricht hört, ist es bereits zu spät: Chell ist tot!
    Für den Privatdetektiv beginnt nun eine brisante Suche nach dem Mörder – für den die Polizei ihn hält…

    Um an Informationen zu kommen, schlägt sich Ash durch. – Und das hier tatsächlich wörtlich gemeint! – Der Protagonist scheint kein Fan der großen Worte zu sein und ist, neben dem (harten) Alkohol, offenbar der Gewalt sehr zugetan. Von sozialen Kontakten und Menschen generell hält er nicht viel. Da ist es nicht verwunderlich, als seine Schwester, die in der Nähe studieren will, ihn aus dem Konzept bringt, als sie mit ihren Koffern vor seiner Tür steht. Wird das bei der Suche nach Chells Mörder eher hilfreich oder hinterlich sein – oder vielleicht sogar ganz neue Herausforderungen mit sich bringen?

    Mich hat die story allein schon deswegen gereizt, weil es immer toll ist, genau so wenig zu wissen, wie eben der Protagonist. In diesem Punkt hat mich das Buch schon mal überzeugt, denn ich musste wahrlich zusammen mit Ash alles zusammen puzzeln. – Und war teilweise genau verwirrt wie er! – Was mir allerdings so gar nicht gefallen hat, ist die Herangehensweise, denn der Privatdetektiv spricht lieber mit den Fäusten. Und genau das zieht sich durch den ganzen Roman… Mit einem Krimi hat das daher leider nicht mehr viel zu tun. Hier werden Informationen durch Gewalt erhalten und wirklichen Sinn ergibt das Vorgehen oft auch nicht. Ich hätte mir hier mehr Taktik und Strategie gewünscht – besonders da der Protagonist ja Privatdetektiv ist. (Ich würde ihn in jedem Fall nicht buchen!)

    Leider eine sehr große Enttäuschung…

  13. Cover des Buches Schmerzmacher (ISBN: 9783426521120)
    Veit Etzold

    Schmerzmacher

    (65)
    Aktuelle Rezension von: Shady

    Die Thriller rund um Veit Etzold und die Ermittlerin Clara Vidalis gehören für mich klar in die Kategorie „nichts für schwache Nerven, aber genau deshalb so gut“. Die Geschichten sind düster, direkt und oft sehr schonungslos erzählt – genau diese Konsequenz macht aber auch den Reiz der Reihe aus.

    Was mir besonders gefällt, ist das hohe Tempo. Kurze Kapitel, schnelle Szenenwechsel und immer wieder Cliffhanger sorgen dafür, dass man kaum aus dem Lesen rauskommt. Man denkt oft „nur noch ein Kapitel“ – und ist plötzlich mitten in der nächsten Eskalation.

    Clara Vidalis selbst ist eine starke, glaubwürdige Figur, die sich durch die Fälle kämpft, ohne dabei überzeichnet zu wirken. Auch das Ermittlerteam und die kriminalistischen Hintergründe sind gut eingebunden und wirken solide recherchiert, ohne dass es trocken wird.

    Inhaltlich bewegt sich die Reihe häufig im extremen Bereich: Gewalt, psychologische Abgründe und sehr harte Fälle stehen im Mittelpunkt. Genau das macht die Bücher so intensiv – gleichzeitig sollte man wissen, worauf man sich einlässt, wenn man zu dieser Reihe greift.

    Insgesamt ist die Clara-Vidalis-Reihe für mich eine klare Empfehlung für alle, die kompromisslose, düstere und temporeiche Thriller mögen, die einen auch mal an die Grenzen des Erträglichen bringen.

  14. Cover des Buches Stiller Tod (ISBN: 9783453676558)
    Roger Smith

    Stiller Tod

    (21)
    Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseite
    Die vierjährige Sunny ertrinkt während ihrer Geburtstagsfeier im südafrikanischen Pazifik. Ihr Vater ist bekifft, ihre Mutter hat gerade heimlich Sex in der Küche mit ihrem Liebhaber. Lediglich der ehemalige Polizist Vernon Saul hätte ihr helfen können, fasst aber gleich einen Plan, wie er die Situation für sich ausnutzen kann. Und so schleicht er sich langsam in das Leben von Sunnys Vater Nick ein und übernimmt immer mehr die Kontrolle über sein Leben...
     
    Das Genre des Thrillers wird immer heftiger, viele Autoren nutzen detaillierte und brutale Gewaltdarstellungen, um die Aufmerksamkeit des nach immer mehr lechzenden Publikums auf sich zu ziehen. Genau dieser Spirale entzieht sich der südafrikanische Autor Roger Smith, hat aber mit „Stiller Tod“ einen nicht minder Aufsehen erregenden Thriller verfasst, der jedoch auf psychischer Ebene spielt.
     
    Im Mittelpunkt steht dabei Vernon Saul, früher Polizist, jetzt Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, ein sehr schockierender Charakter. Er ist hochgefährlich und machtbessesen, will die Kontrolle über seine Mitmenschen haben. Was er bei der alleinerziehenden Prostituierten Dawn und seiner eigenen Mutter schon geschafft hat, will er nun bei Nick erreichen, der zwar erfolgreich und gut betucht ist, dessen Ehe aber völlig hinüber ist. Und so schleicht er sich langsam in sein Leben ein und gibt nicht nach, bis er Nick völlig besitzt, nach seinem Gutdünken steuern und manipulieren kann. Und das ist wesentlich krasser und heftiger zu lesen als so mancher Gewaltexzess – eben, weil es deutlich realistischer ist. Denn auch der Leser muss sich in Vernon hineinversetzen, seinen Weg verstehen, seine Hintergründe begreifen. Es sind nicht nur die Auswirkungen, sondern auch seine verkorkste Kindheit selbst zu sehen. Keine reine Zeichnung in Schwarz und Weiß, dennoch entschuldigt der Autor an keiner Stelle sein skrupelloses und widerwärtiges Verhalten. Man wird immer tiefer mit in diese Spirale aus Macht und Gewalt hineingezogen, sodass die Beklemmung schon fast körperlich zu spüren ist. Der Autor geht hier immer neue Wege und kann überraschen, sodass auch das Ende nicht vorhersehbar war.
     
    „Stiller Tod“ ist ein sehr heftiger Thriller, der mich völlig mitreißen konnte. Hier geht es nicht um körperliche, sondern um psychische Gewalt, um verdrehte Charaktere. Der Blick in deren Vergangenheit zeichnet ein vollständiges Bild der Rollen. Der Spannungsbogen greift von der ersten bis zur letzten Seite, sodass der Leser immer tiefer in die Handlung hineingezogen wird. Sehr empfehlenswert – aber nichts für schwache Nerven.
  15. Cover des Buches The City of Mirrors (English Edition) (ISBN: 9781101965832)
    Justin Cronin

    The City of Mirrors (English Edition)

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Das Finale der „The Passage“-Trilogie, „The City of Mirrors”, erschien im März 2016, sechs Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Bandes „The Passage“ – deutlich später als geplant. Diese Verzögerung hatte einen spezifischen Grund. 2012 wurde beim Autor Justin Cronin Prostatakrebs diagnostiziert. Er musste sich einer schweren, mehrstündigen Operation unterziehen. Soweit ich weiß, geht es ihm heute gut, aber natürlich veränderte diese Erfahrung seinen Blick auf das Leben und die Geschichte, die er erzählen wollte. Es kostete ihn Zeit, herauszufinden, wie er seine neue Wahrnehmung, die sich unter anderem in gesteigerter Religiosität äußert, in „The City of Mirrors“ einfließen lassen wollte, obwohl das Ende der Trilogie von Anfang an feststand. Geschichten sind letztendlich eben immer auch Spiegelbilder ihrer Schöpfer_innen.

    Die Virals sind verschwunden. Seit 20 Jahren wurden keine Infizierten gesichtet. Langsam beginnen die Menschen, der Sicherheit zu trauen. Sogar Peter, obwohl er sich noch immer fragt, was nach ihrem verheerenden Kampf gegen die Zwölf mit Amy geschah und ihn seltsame Träume quälen. Tagsüber ist er ein verantwortungsbewusster Vater, doch nachts entschwindet er in eine betörende Fantasiewelt. Der optimistische Ausbau der Städte lenkt ihn nur bedingt von seinem grotesken Doppelleben ab. Sein alter Freund Michael Fisher hingegen beteiligt sich nicht am Wiederaufbau der Zivilisation. Er widmet seine ganze Energie einem verrückten Plan, um die Menschheit zu retten, weil er nicht daran glaubt, dass die Virals wirklich ausgelöscht sind. Er hat Recht. Einer ist noch übrig. Der Eine, klüger, gerissener und boshafter als alle anderen. Der Erste, der je infiziert wurde: Zero…

    Ich verstehe voll und ganz, dass Justin Cronin die transformative Wirkung seiner Krebserkrankung in „The City of Mirrors“ zu verarbeiten versuchte. Leider ändert mein Verständnis für den Autor nichts daran, dass ich das Finale der hochgelobten „The Passage“-Trilogie etwas enttäuschend fand. Ich möchte nicht streng oder missgünstig wirken, doch die Schwierigkeiten, die ich bereits mit „The Twelve“ hatte, setzten sich fort und verstärkten sich sogar. „The City of Mirrors“ kreist um Zero, der einst Tim Fanning hieß und das Virus als Patient Null in die USA brachte. Sein Schicksal bestimmt den Inhalt des Trilogieabschlusses, da er der letzte noch lebende Meister-Viral ist. Dennoch ist er anders als die Zwölf, was seine Vorgeschichte, die Cronin als spannende Binnenerzählung intensiv und ausführlich vorstellt, unmissverständlich illustriert. Fanning war ein kluger, gebildeter, kultivierter Wissenschaftler, kein Verbrecher, der in der Todeszelle auf seine Hinrichtung wartete. Er beteiligte sich an der Expedition in den bolivianischen Dschungel, um einem schmerzhaften Verlust zu entkommen. Diese düsteren Emotionen färbten seine Mutation, weshalb er meiner Ansicht nach der gefährlichste aller Virals ist. Zero ist ein manipulativer Verführer, der die Welt in seinem Schmerz ertränken will. Ich erfuhr, dass vieles, was bisher geschah, ihm anzurechnen ist. Obwohl ich seine einfühlsame Charakterisierung glaubwürdig fand, arbeitete Justin Cronin Zero meiner Meinung nach jedoch zu spät in die Handlung ein. Mir fehlte in den Vorgängerbänden seine Handschrift, das Gespür für seine subtilen Manipulationen und die Relevanz seiner Rolle. Hätte Cronin eher begonnen, diese zu etablieren, wären die extremen Zeitsprünge, die er in „The City of Mirrors“ vornimmt und die mir erhebliche Probleme bereiteten, weil ich die Figuren mental nicht angemessen altern lassen konnte, vielleicht unnötig gewesen. So musste er die Menschheit über einen Zeitraum von 20 Jahren erst davon überzeugen, dass die Virals Vergangenheit sind, um die finale Konfrontation mit Zero vorzubereiten. Diese findet in New York statt und involviert neben Zero vier Hauptfiguren, die Cronin meinem Empfinden nach sehr ungerecht und hart behandelt. Niemand erhält das Happy End, das ich ihnen gewünscht hätte. Paradoxerweise fand ich den Abschluss der Trilogie selbst, die ihr Ende in einem äußerst langgezogenen Epilog 1000 Jahre später findet, hingegen zu optimistisch. Ich denke, Cronin tat sich keinen Gefallen damit, dass er sich auf diesen Verlauf bereits im ersten Band festlegte. Zwar erkenne ich an, dass es grundsätzlich schwierig ist, ein Epos dieser Dimension befriedigend abzuschließen, aber das Szenario, das er vorschlägt, war mir zu kuschlig-friedlich und kulminiert aufdringlich die religiös-spirituellen Motive, die in „The City of Mirrors“ ohnehin prominenter sind als in den Vorgängern. Das Buch stützt sich stark auf absurde, praktische Zufälle, die Cronin indirekt mit göttlichem Eingreifen erklärt, was die plausible wissenschaftliche Ebene untergräbt. Für mich hat in diesem Finale einfach alles nur halb gestimmt.

    Direkt nach der Lektüre war ich sehr versucht, „The City of Mirrors“ lediglich mit zwei Sternen zu prämieren. Ich war enttäuscht und unzufrieden und hatte das Gefühl, ich müsste dieser Negativität unbedingt Luft machen, weil ich so viel Zeit mit der „The Passage“-Trilogie verbracht hatte. Diese Bewertung wäre Justin Cronin jedoch nicht gerecht geworden. Er mag nicht das Ende geschrieben haben, das ich mir gewünscht habe, aber ich kann und möchte nicht außer Acht lassen, wie viel Aufwand er in sein detailliert ausschattiertes Universum und die komplexe Geschichte seiner Trilogie investierte. Ich werde ihn nicht dafür abstrafen, dass er inhaltliche Entscheidungen traf, die nicht meinem Geschmack entsprechen, weil „The City of Mirrors“ dennoch ein gutes Buch ist, ebenso wie es sich bei „The Passage“ insgesamt um einen imposanten Dreiteiler handelt. Meine objektive und subjektive Wahrnehmung sind sich nicht einig, weil ich offenbar eine ziemlich genaue Vorstellung davon hatte, wie die Geschichte zu enden hat. Mr. Cronin, es liegt nicht an ihnen – es liegt an mir.

  16. Cover des Buches Sie werden dich finden (ISBN: 9783608503784)
    James Rayburn

    Sie werden dich finden

    (74)
    Aktuelle Rezension von: Nadl17835

    Kate Swift, eine Whistleblowerin und vermutlich die meist gesuchte Person Amerikas, hält sich seit Jahren mit ihrer Tochter versteckt und versucht das Leben ihrer Tochter so normal wie möglich zu gestalten. Doch es kommt anders, als ihre Deckung durch einen unglücklichen Zwischenfall auffliegt und sie überstürzt abreisen muss. Auf ihrer Reise trifft sie auf viele Personen der Vergangenheit. Doch nur eine interessiert sie besonders. Kann seine waghalsige Idee sie und ihre Tochter ein für alle mal retten?

    Fast jede Person in dieser Geschichte hat zwei Gesichter. Die eine freundlich und charmant und die andere bereit mit keinem Wimpernzucken skrupellos zu töten. Die Kontakte zwischen den Mächtigen und einst mächtig Gewesenen bringt durchaus Spannung und entführt in eine Welt ohne moralische und gesetzliche Regeln, die verdeckt unter dem Schein der rechtsmäßigen Demokratie liegt und für die meisten Augen unsichtbar erscheint. Doch gerade dort spinnen sich die größten und schlimmsten Intrigen und Bösartigkeiten zusammen, die genauso unsichtbar sind, dass sie keinem Außenstehenden auffallen.

    Ich hatte mir etwas mehr erhofft. Mehr Tiefgang der Figuren, die für mich leider nur oberflächlich beschrieben waren und bei den meisten, wie auch bei Kate, zweifelte ich an ihrer Wahrhaftigkeit und an der Fähigkeit soziale Bindungen eingehen zu können. Die meisten sind total verkorkst und wirken fast transparent mit wenig Präsenz in der Geschichte. Als wären sie nur noch treibende Geister der glanzvollen Vergangenheit. Emotionale Gefühle waren hier größtenteils auch Fehlanzeige. Sie wirkten wie ein Abklatsch ihrer früheren Geheimdiensttätigkeit, als sie noch (richtige) Agenten waren, nur dass die abgebrühte und teils kaltherzige Art erhalten geblieben ist. Ich räume ein, dass das zu so einem Job dazugehört, aber authentisch wurde es leider für mich dadurch nicht.

  17. Cover des Buches Von Dir Umworben (Tropische Hitze 1) (ISBN: 9780990969891)
    Sophia Knightly

    Von Dir Umworben (Tropische Hitze 1)

    (1)
    Aktuelle Rezension von: dorothea84

    Isabel Garcia hat sich gerade von dem Schock des Todes ihres Ex-Mannes und seine Machenschaften erholt. Als sie in ihrem Garten etwas findet und sie ruft Drogenfahnder Linc Heller an. Zwischen ihnen knistert es, doch will sie sich selbst und ihre Tochter schützen.

    Eine heiße Liebesgeschichte in der Sonne von Miami. Man wird sozusagen mitten die Geschichte geschickt und man bekommt nur einen kleinen Vorgeschmack auf die Vergangenheit bzw. die Begegnung der Vergangenheit der beiden. Doch die Spannung entsteht eher mit den Ängsten von Isabel und ihren Beschützerinstinkt für ihre Tochter. Natürlich kommt durch die Aktentaschen auch ein kleiner Krimineller Teil ins Rollen. Doch eher ist die Anziehungskraft der beiden, die wirkliche Story. Die total süße, heiß und leidenschaftlich ist und Linc gibt nicht so schnell auf. Obwohl es ihm Isabel nicht gerade einfach macht. Ich mag die Geschichte und passt im Moment perfekt. Man kann die Hitze aus Miami auf der Haut spüren, den bei uns ist es auch nicht gerade kalt gewesen.

  18. Cover des Buches Hot and Dirty (ISBN: 9783961112722)
    Margaux Navara

    Hot and Dirty

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Kati-Books

    Wenn die Werkstatt eine neue Bedeutung bekommt.

    Darko Josevic, dominant, 31 Jahre und muskulös. Aber kommen die Muskeln wirklich von der Arbeit als Mechaniker?

    Was hat es mit dem unkonventionellen Angebot an Christine auf sich?

    Christine Jäger, 23 Jahre und Studentin der Psychologie, doch sie erzählt allen lieber das sie kellnert.

    Als Ihr Auto in Rente geschickt werden muss, führt ihr Weg sie zum Autohaus Josevic. Dort entdeckt sie nicht nur ihr Traumauto, sondern auch die Erfüllung ihrer verboten heißen und dunklen Fantasien.

    Ein Deal, der von Zweien geschlossen wird, die Zwei andere sind, als sie auf den ersten Blick scheinen.


    Kann man auf einen Buchprotagonisten eifersüchtig werden? Oh ja, ich bin es bei Navara‘s Buch, denn sehr oft will ich mit Christine tauschen und an ihrer statt, in Darkos fähigen Händen, und an und um andere Körperteile, sein. So manches mal kommt mir die Befürchtung einen See um mich produziert haben.

    Ich denke, dies ist ein positives Zeichen und Siegel für einen exquisites und betörenden BDSM-Roman.

    Dunkel, explosiv, spannend und mit einer riesen Portion Lust. 

    Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft, spritzig und packend. Geschrieben in der Erzählform.

    Nein, es hat nichts Blümchen-Haftes an sich. 

  19. Cover des Buches Run Baby Run (ISBN: 9783757977061)
    Don Both

    Run Baby Run

    (54)
    Aktuelle Rezension von: Melina_Kurowski

    Eine intensive Dark Romance voller Spannung, Emotionen und düsterer Geheimnisse. Die Chemie zwischen den Protagonisten ist spürbar und die Geschichte hält einige unerwartete Wendungen bereit. 🖤🔥

    Besonders überzeugend sind die vielschichtigen Charaktere. Die Protagonistin entwickelt sich im Verlauf der Handlung stetig weiter, während der männliche Hauptcharakter die typischen Merkmale eines Dark-Romance-Helden verkörpert: dominant, geheimnisvoll und moralisch ambivalent. Die Beziehung der beiden ist geprägt von intensiven Emotionen, Anziehung, Konflikten und einer ständigen Spannung zwischen Nähe und Gefahr.

  20. Cover des Buches fuck (ISBN: 9783384172433)

    fuck

    (2)
    Aktuelle Rezension von: CleoBe

    Jeder Kampf in deinem Leben hat dich zu der Person geformt, die du heute bist. Sei dankbar für die harten Zeiten. Sie können dich nur stärker machen.

    ©️Keanu Reeves

    Hier habe ich einen Roman, der auf wahren Ereignissen beruht, eine Geschichte über Liebe, Freundschaft und Verrat. Geschrieben wurde dieser Roman von Ben Kohler und hat den Titel: „FUCK“. Das Buch ist ein schonungsloses, ehrliches Werk, das jeden in die Tiefen eines Lebens voller Exzesse und Abgründe führt. Ben Kohler nimmt uns in seinem fesselnden Buch „Fuck“ mit auf eine intensive und ungeschönte Reise durch das turbulente Leben eines jungen Nachtclubbesitzers. Bereits der Klappentext verspricht eine Achterbahnfahrt voller Höhen und Tiefen, und dieses Versprechen hält das Buch bis zur letzten Seite. Hast Du jetzt Bock mit mir auf diese Lesereise zu gehen, dann setz dich am Besten hin, denn diese Geschichte ist ehrlich, hart und ungeschminkt. Aber sollte auf jeden Fall gelesen werden, denn mich hat sie sehr beeindruckt. 

    Mit gerade einmal 21 Jahren besitzt Ben einen Nachtclub in einer kleinen Stadt. Was zunächst nach einem aufregenden Abenteuer klingt, entpuppt sich schnell als ein Jahr voller intensiver Emotionen und gefährlicher Exzesse. Die Zeilen des Autors sind wie wummernde Beats, die uns mitreißen und in die Welt von Ben eintauchen lassen. Man spürt förmlich die ekstatischen Abenteuer, den Alkohol und die Drogen, die das Leben des Protagonisten bestimmen.

    Doch dieses Jahr ist nicht nur von wilden Partys und Rauschzuständen geprägt. Es ist eine Zeit, die Ben an seine Grenzen bringt und ihn mit den dunkelsten Seiten des Lebens konfrontiert. Durch die Augen des Autors erleben wir den Verrat von Menschen, die er für seine Freunde hielt, und die schmerzhafte Erkenntnis, dass die Liebe nicht immer von Dauer ist. Die emotionalen Achterbahnfahrten, die Ben Kohler beschreibt, sind so authentisch und intensiv, dass man als Leser regelrecht mitfühlt und mitzittert.

    Ben Kohlers Talent liegt darin, die Gratwanderung zwischen Selbstzerstörung und der verzweifelten Suche nach Liebe und Freundschaft eindrucksvoll darzustellen. Er lässt einen spüren, wie die vermeintlichen Freunde und die verlockende Welt des Nachtlebens ihn immer tiefer in einen Strudel aus Misstrauen und Enttäuschungen ziehen. Besonders berührend sind die Passagen, in denen Ben realisiert, wie sehr er seine Familie vernachlässigt hat. Diese Einsichten und die darauf folgenden Versuche, sein Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken, sind bewegend und inspirierend.

    „Fuck“ ist jedoch nicht nur eine Geschichte über die Abgründe des Lebens, sondern auch über den Kampf ums Überleben. Es ist eine Geschichte über die Stärke des Menschen, der trotz aller Widrigkeiten und Rückschläge niemals aufgibt. Der Protagonist beweist uns, dass man selbst in den dunkelsten Momenten des Lebens das Licht am Ende des Tunnels sehen kann. Ben Kohlers Schreibstil ist packend und authentisch. Er schafft es, jeden mitten ins Geschehen zu ziehen, sodass man die dröhnenden Bässe, den Rausch und die Ekstase förmlich spüren kann. Seine Schilderungen sind so lebendig und detailliert, dass man das Gefühl hat, selbst Teil dieser wilden Reise zu sein. Gleichzeitig lässt der Autor auch Raum für tiefere Reflexionen und zeigt die Schattenseiten dieses Lebensstils auf – die Momente der Einsamkeit, des Zweifels und der Angst.

    Besonders beeindruckend ist, wie Ben Kohler die Themen Liebe, Freundschaft und Verrat miteinander verwebt. Die Beziehungen, die er in dieser Zeit aufbaut und verliert, sind ebenso zentral wie die nächtlichen Eskapaden. Er beschreibt die Höhen und Tiefen der Freundschaften mit einer Ehrlichkeit, die berührt und nachdenklich stimmt. Auch die Liebesgeschichte, die sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht, ist von intensiver Emotionalität geprägt. Sie zeigt, wie Liebe in den turbulentesten Zeiten Halt geben kann, aber auch wie verletzlich sie ist.

    FAZIT: Das Fazit von „Fuck“ ist sowohl herzzerreißend als auch hoffnungsvoll. Es zeigt uns, dass das Leben nicht immer fair ist, dass es uns manchmal bis an unsere Grenzen treibt, aber dass wir dennoch die Wahl haben, unsere eigene Geschichte zu schreiben. „Fuck“ ist eine inspirierende Erinnerung daran, dass wir niemals aufgeben dürfen und dass es immer Hoffnung gibt, egal wie düster die Zeiten auch sein mögen. Ben Kohler hat mit „Fuck“ ein Buch geschaffen, das den Leser tief berührt und nachdenklich zurücklässt. Seine ehrlichen und schonungslosen Worte treffen mitten ins Herz und lassen uns die Höhen und Tiefen des Lebens hautnah spüren. Dieses Buch ist ein absolutes Must-read für jeden, der sich auf eine emotionale Achterbahnfahrt einlassen möchte und bereit ist, seine eigene Sichtweise auf das Leben zu hinterfragen. „Fuck“ ist ein Buch, das man nicht so schnell vergisst. Jetzt bleibt mir nur noch dir selbst eine tolle Lesereise zu wünschen. 

  21. Cover des Buches Fuck. (ISBN: 9783752984415)
    F. E. Møle

    Fuck.

    (56)
    Aktuelle Rezension von: Thrillbilly

    Leider hat dieses Buch meinen Geschmack nicht so getroffen. Die Handlung war zwar ganz interessant, dennoch konnte mich die Geschichte nicht packen. Der Schreibstil ist auf seine Weise sicherlich gut und flüssig, aber die extrem kurzen Kapitel und ebenso ultrakurzen Sätze hatten für mein Empfinden kaum Tiefe, alles wurde sehr schnell und zackig erzählt. Deswegen fiel es mir schwer, wirklich etwas beim Lesen zu fühlen. Zu Protagonistin Yessica konnte ich leider auch keinerlei Beziehung aufbauen. Von einigen Rezensenten wird sie als naiv und gutgläubig beschrieben, für mein Empfinden war sie einfach nur strohdumm und unsympathisch. Ich wurde zu keiner Zeit mit ihr warm.

    Ein Psychothriller ist es in meinen Augen auch nicht, sondern die ziemlich nüchterne Erzählung einer jungen Frau, die für ihren vermeintlichen Freund (in Wahrheit Zuhälter) anschafft. Ein paar Thrillerelemente kommen zwar gegen Schluss vor und man erhält einige Antworten, weshalb Yessica so ist, wie sie ist, dennoch war mir das zu wenig um gefesselt zu sein.

    Ich denke, dieses Buch mag man, oder eben nicht. Es ist sehr eigen und deshalb soll sich jeder ein eigenes Bild machen. Für Leser, die einen absolut schnörkellosen Erzählstil und sehr kurze Kapitel mögen, ist es bestimmt eine interessante und unterhaltsame Geschichte.

     

     

  22. Cover des Buches Mine (ISBN: 9783862774043)
    Myriam Brixton

    Mine

    (58)
    Aktuelle Rezension von: ckfree

    Wohl dem, der dieses Buch nicht zu Ende lesen muss(te). Ich habe es als Rezensionsexemplar bekommen und mich regelrecht durchgequält...

    Zunächst finde ich das Cover altbacken und weder der Story noch den Protagonisten entsprechend.

    Er: ist ein überheblicher, unmoralischer Psychopath, der andere Menschen insbesondere Frauen, wie Objekte behandelt, um es milde auszudrücken, damit sie seinen Zwecken dienen. Die Entdeckung seines Gewissens und der angestrebte Wandel zum Gutmenschen sind unglaubwürdig.
    Sie: ist ein naives Dummchen, das meint, sich für eine bessere Zukunft an ihn verkaufen zu müssen. Ihr Hintergrund ist dabei äußerst abstrus.

    Wer dieses Buch als erotischen SM-Roman klassifiziert hat, sollte sich nach einem anderen Job umsehen.
    Erotik gibt es hierin keine, denn zwischen den beiden knistert nichts und auch sonst ist das Buch nicht an- oder erregend.
    Und statt SM geht es hier um Prostitution und Vergewaltigungen, denn nicht alle Sexhandlungen finden im Einvernehmen statt bzw. übersteigen die für BDSM übliche Härte.

    Der Schreibstil ist dabei auch ziemlich platt und niveaulos. Da sich die Sichtweisen der Protagonisten in den Kapiteln abwechseln, was nur durch Kursivsetzung der Schriftart deutlich wird, ist es zudem anstrengend zu lesen. Da einige Szenen dann noch aus beider Sicht geschildert werden, ist es doppelt mühsam.

    Unlogisch finde ich auch, dass die Handlung offenbar nicht in deutschen Landen spielt (es gibt Dollar), aber gleichzeitig von Gymnasium, Abitur oder auch Goethes Faust gesprochen wird...
    Vermutlich weiß nur die Autrorin, was sie sich dabei gedacht hat, eine Mischung aus "50 Shades", "Pretty Woman" und philosophischen Ergüssen zu fabrizieren.

    Sollte die Autorin solche oder ähnliche Dinge erlebt haben, wie es der Umschlagstext vermuten lässt, hätte sie besser eine Therapie besucht und die Justiz eingeschaltet als dieses Werk auf die Menschheit loszulassen.

  23. Cover des Buches Cruelty (ISBN: 9783839815465)
    Scott Bergstrom

    Cruelty

    (9)
    Aktuelle Rezension von: 93Janina

    Ich konnte dieses Buch kaum aus der Hand legen!

    Gwendolyn Bloom ist eine 17-jährige Einzelgängerin. Ist als Diplomatentochter viel gereist und konnte nie so richtig Anschluss finden. Als ihr Vater dann entführt wird und sie erfährt, dass er ein Spion sei, zerbricht für sie eine Welt. Gwen muss schnell erwachsen werden und lernen, dass es in dieser Welt grausame Dinge gibt, die viel größer sind als gedacht. Menschenhandel, Waffenschmuggel, Drogendealer - sie bekommt es mit den kriminellsten Menschen zu tun und verfolgt einen Plan von New York, über Paris, Berlin und Prag.

    Mir persönlich gefällt die Ich-Perspektive, in der geschrieben wird, sehr gut. Auch der allgemeine Schreibstil des Autors hat genau meinen Geschmack getroffen. Ich fand es wirklich leicht und flüssig zu lesen.

    Für mich ein klares Highlight!

  24. Cover des Buches The Reapers are the Angels (ISBN: 9780330518963)
    Alden Bell

    The Reapers are the Angels

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Werden Autor_innen postapokalyptischer Literatur nach dem Reiz des Genres gefragt, geben sie oft unspezifische Antworten, die sich auf die Faszination der Angst und der Abgründe des menschlichen Wesens beziehen. Deshalb war ich positiv überrascht, als ich Alden Bells Antwort auf diese Frage in einem Interview las. Er glaubt, dass hinter der Leidenschaft für düstere Zukunftsvisionen eine konkrete Freiheitssehnsucht steckt. Seiner Meinung nach werden moderne Menschen im Alltag von so vielen Zwängen beherrscht, dass ihnen die Idee einer zerstörten Welt, in der keine Regeln mehr existieren und in der sie zu den wenigen Überlebenden zählen, die Hoffnung vermittelt, sich selbst neuerfinden zu können. Ich finde, das ist ein interessanter Ansatz, der viel Wahrheit enthält. Auch ich frage mich während der Lektüre von Postapokalypsen häufig, wie ich mich verhalten würde. Ob ich wohl ebenso mutig wäre wie Temple, die Protagonistin in Bells Roman „The Reapers are the Angels“?

    Temple wurde in eine Welt geboren, die dem Untergang geweiht ist. Sie weiß nichts von der Zivilisation, wie sie einst war. Sie kann weder lesen noch schreiben. Aber sie versteht sich darauf, zu überleben. Allein streift sie durch das Land, ohne Herkunft und ohne Ziel. Die Untoten schrecken sie nicht. Vielmehr muss sie sich vor den Menschen in Acht nehmen. Ein Killer ist ihr auf den Fersen, weil Temple ihm etwas nahm, das ihm viel bedeutete. Sie muss fliehen, doch auf ihrer Flucht begegnet ihr der schutzlose Maury. Ihm zu helfen könnte Temples Weg zur Erlösung sein, um all das Schlechte wiedergutzumachen, das sie getan hat. Denn eines ist gewiss: in dieser neuen Welt sind nicht die Untoten die Monster.

    „The Reapers are the Angels“ gefiel mir viel besser, als ich erwartet hatte. Ich habe das Buch 2016 gekauft, als ich Dystopien und Postapokalypsen in rauen Massen verschlang. Drei Jahre später hat sich mein Geschmack verfeinert, sodass mich längst nicht mehr jede zombiebevölkerte Zukunftsvision in Begeisterungsstürme versetzt. Ich erkannte, dass dieses Genre, wie jedes andere auch, permanent von Durchschnittlichkeit bedroht ist. „The Reapers are the Angels“ ist keinesfalls durchschnittlich und das liegt meiner Meinung nach maßgeblich an der Protagonistin Temple, deren Perspektive zu den spannendsten zählt, die ich je in der postapokalyptischen Literatur einnehmen durfte. Ich habe bisher wenige Hauptfiguren getroffen, die so sehr im Hier und Jetzt ihrer Gegenwart leben wie Temple. Anfangs erschien sie mir sehr jung, unschuldig und naiv, denn das Buch beginnt auf einer kleinen Insel, auf der Temple sich in einem alten Leuchtturm ein Heim einrichtete. Leider kann sie dort nicht bleiben. Sobald sie gezwungen ist, mit ihrer postapokalyptischen Umwelt zu interagieren, offenbarte sich ihr harter Charakter. Ich möchte betonen, dass ich „hart“ völlig wertungsfrei verwende. Temple muss hart sein. Sie ist brutal unabhängig, beinahe schmerzhaft selbstständig und das alles im zarten Alter von etwa 15 Jahren. Sie nimmt die verwüstete Welt, wie sie ist, erkennt ihre Schönheit, vermisst oder betrauert nichts und reagiert pragmatisch auf jede Herausforderung, die ihr begegnet. Schlagartig wirkte sie deutlich älter, taff und abgebrüht. Nachträglich glaube ich, dass diese Diskrepanz darauf zurückzuführen ist, dass Temple im Schutz der Isolation ihrer Insel den Luxus genoss, nicht erwachsen sein zu müssen und sich deshalb einer Kindheit annäherte, die sie eigentlich nie hatte. Zurück in den Überresten der Zivilisation verkörpert sie eine neue Generation – Menschen, geformt von der Zombie-Apokalypse, die alles tun würden, um zu überleben und sich dessen nicht schämen, weil sie nichts anderes kennen. Bell konfrontiert seine Protagonistin immer wieder mit den Grenzen des Akzeptablen und erforscht, wie weit sie zu gehen bereit ist. Folglich ist die Handlung von „The Reapers are the Angels“ zwar sehr blutig und gewaltgeprägt, vermittelt aber trotzdem eine tiefsinnige, feinfühlige und fast sanfte Ausstrahlung, fern von reißerischer Hysterie. Leise, reflektierte Momente wiegen schwerer als wilde Action und selbst die Zombies spielen nur eine untergeordnete Rolle. In Temples Wahrnehmung sind Zombies gefährliche Tiere, denen sie wann immer möglich einfach aus dem Weg geht. Sie verteidigt sich ausschließlich, wenn ihr keine andere Wahl bleibt und empfindet keine Freude daran, Zombies zu töten. Mich überraschte es dementsprechend nicht, dass Ursache und Auslöser der Zombieplage nie geklärt werden. Bell erläutert nur, was für Temple von Bedeutung ist und das ist tatsächlich nicht viel: das Verhalten der Zombies, ihre Fähigkeiten und wie die Infektion übertragen wird. Alles andere kümmert sie nicht. Braucht es auch nicht, denn schließlich sind die Zombies nicht diejenigen, die sie fürchten muss.

    Mit „The Reapers are the Angels” verfolgte Alden Bell meiner Ansicht nach das Ziel, das Potential der Zerstörung zu untersuchen. Er konzipierte einen Neuanfang für die Welt und erkundete, welches Leben aus der Asche einer glorreichen Vergangenheit hervorgehen könnte. Dazu bediente er sich einer Protagonistin, die in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich ist und sich hervorragend dazu eignet, die Erwartungshaltung seiner Leser_innen durcheinanderzuwirbeln. Temple ist keine stereotype Heldin, sondern ein echtes Unikat. Ich bin ein riesiger Fan von ihr, weil sie zahlreiche paradoxe Eigenschaften vereint und dennoch glaubwürdig erscheint. Ihre Geschichte berührte und begeisterte mich, denn für mich personifiziert sie die Anmut von Anpassungsfähigkeit. Temple ist, wer sie ist – ein Kind der Postapokalypse, die Zukunft der Menschheit. Ihre bloße Existenz stellt ein literarisches Ausrufezeichen dar. Die lose Fortsetzung „Exit Kingdom“ ist meinem Empfinden nach daher überflüssig. Ich glaube nicht, dass ich sie lesen werde. Manche Geschichten sollten einfach so stehen bleiben, wie sie sind.

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