Bücher mit dem Tag "haruki murakami"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "haruki murakami" gekennzeichnet haben.

41 Bücher

  1. Cover des Buches 1Q84 (Buch 1, 2) (ISBN: 9783442743629)
    Haruki Murakami

    1Q84 (Buch 1, 2)

     (711)
    Aktuelle Rezension von: Gwennilein

    In gewohnter Haruki Murakami-Manier wird sicher wieder sehr viel Zeit für die einzelnen Charaktere und deren Geschichten genommen. Wer gerne liest und sich von dicken Büchern nicht abschrecken lässt, kommt hier wieder voll auf seine Kosten. Es macht einfach einen Unterscheid, wenn man sich Zeit lässt für die Details und völlig unaufgeregt durchs Buch wandert. Auch wenn die Thematik einer Fiktion und unrealistischen Geschichte normalerweise nicht meinem Geschmack entspricht, feiere ich dieses Buch wieder hart! Wie Haruki Murakami den Leser in Geschichten zieht, ist einmalig. Da wurde ich auch hier wieder nicht enttäuscht, sodass ich im Anschluss direkt in die Fortsetzung gestartet bin.

  2. Cover des Buches Die Ermordung des Commendatore Band 2 (ISBN: 9783832198923)
    Haruki Murakami

    Die Ermordung des Commendatore Band 2

     (309)
    Aktuelle Rezension von: KiraNear

    Titel: Die Ermordung des Commendatore II - Eine Metapher wandelt sich

    Autor: Haruki Murakami

    Erschienen in Deutschland: 2018

    Originaltitel: Kishidanchō goroshi. Killing Commendatore

    Erschienen in Japan: 2017 

    Weitere Informationen:

    Genre: Slice-of-Life, Übernatürliches

    Preis: € 26,00

    Seiten: 489

    Sprache: Deutsch

    ISBN: 978-3-8321-9892-3

    Verlag: DuMont Buchverlag 

     

    Klappentext:

    Mit dem Porträt der 13-jährigen Marie wächst allmählich das Selbstvertrauen des jungen Malers in seinen eigenen Stil. Die wiedergewonnene Sicherheit hilft ihm, das Ende seiner Ehe zu verarbeiten. Während der Sitzungen freunden sich das Mädchen und der Maler an. Er ist beeindruckt und erschrocken zugleich von Maries Klugheit und Scharfsinn. Mit ihr kehrt die Erinnerung an seine kleine Schwester zurück, deren Tod er nie überwunden und nach der er in jeder Frau gesucht hat. Auch in seiner eigenen, die, wie er erfährt, schwanger ist. Als Marie verschwindet, ist er fest davon überzeugt, dass dies im Zusammenhang mit dem Gemälde "Die Ermordung des Commendatore" steht und dass nur das Gemälde und sein Maler ihm den Weg weisen können, um Marie zu finden. Ein Weg, der durch eine Luke in eine andere Welt führt. 

     

    Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

    Den Vorgängerband habe ich schon vor mehreren Jahren gelesen und fand es ziemlich enttäuschend, dass die erste Szene, der Prolog, absolut nichts mehr mit dem Rest des Bandes zu tun hatte, vor allem, da das der Text auf dem Rücken des Buches war. Mittlerweile weiß ich, dass das ein Fehler des Verlags war und nehme es dem Buch nicht mehr übel. Allerdings wird erst in diesem Band erklärt, was es mit diesem Prolog aus Band 1 auf sich hat und das finde ich schade. Es gibt bestimmt noch mehr Menschen, die davon enttäuscht waren, aber Band 2 nie gelesen haben.  

    Wie Band 1 ist Band 2 nicht sonderlich aufregend, selbst die spannenden Szenen haben eine ruhige Atmosphäre an sich und sind so ruhig eine Stunde Yoga oder eine Teezeremonie. Zwar muss es in einem Buch nicht immer spannend und aufregend sein, aber so im Gesamten war das Buch dann doch ein wenig zu ruhig für meinen Geschmack. Auch habe ich nicht ganz den Zusammenhang verstanden, den der Maler zwischen Maries Verschwinden und dem Bild gesehen hat. Überhaupt war die ganze Reise, die er darauf hin unternommen hat, hat nicht wirklich Sinn gemacht. Hinterher wird durch Marie erklärt, wie und warum sie für mehrere Tage verschwunden ist; aber den Zusammenhang habe ich auch da nicht gesehen. Das fand ich dann doch etwas merkwürdig. 

    Das Lesen an sich hat schon Spaß gemacht, aber ich bin mir sicher, dass die beiden Bände zu der Sorte Buch gehören, die ich einmal lese und dann reicht es mir für den Rest des Lebens. Dass ich nicht das Bedürfnis habe, sie irgendwann wieder zu lesen. Wie auch schon beim Vorgängerband gefällt mir das bunte Cover, da das Buch jedoch nicht mir gehört und der Umschlag teilweise auf das Buch geklebt wurde, liegt an der Bibliothek, von der ich mir das Buch ausgeliehen habe. Zumindest bin ich mir jetzt sicher, dass ich den ersten Band nicht behalten werde. Das habe ich davon abhängig gemacht, ob mir der zweite Band gefällt oder nicht; oder wie sehr. Das hier sind die einzigen zwei Bücher, die ich von dem Autoren gelesen habe, ich weiß nicht, ob ich noch einem anderen Buch von ihm eine Chance geben werde, aber wenn, dann nicht so schnell.  

    Wie auch im Vorgänger wurde ich mit den Charakteren nicht warm, da es immer eine gewisse Distanz gab, sie waren mir nicht so vertraut oder nahe, wie ich es sonst von Bücher-Charakteren kenne. Zwar hat mir Marie am besten gefallen, aber auch sie war so weit weg beim Lesen. Das Ende hat mich ein wenig überrascht, aber doch erfreut. 

     

    Fazit:

    Wenn man mal Abstand vom Alltag braucht und einfach etwas komplett ruhiges lesen möchte, dass den Ruhepuls nicht beeinflusst; oder wenn man einfach mal ein Buch braucht für den Balkon/Strand, dann ist das hier wohl das richtige, wobei ich erstmal mit dem ersten Band anfangen würde. Ansonsten sollte man vom dem Buch eher Abstand nehmen. Wie auch schon beim Vorgänger fällt es mir schwer, eine Bewertung zu finden. Aber ich bin dann nach vielen Stunden an Überlegen schließlich doch noch auf einen Nenner gekommen und gebe dem Buch insgesamt 4 Sterne. Nochmal lesen werde ich allerdings wie gesagt nicht.

  3. Cover des Buches Kafka am Strand (ISBN: 9783442740437)
    Haruki Murakami

    Kafka am Strand

     (1.060)
    Aktuelle Rezension von: Countofcount

    Für mich ist „Kafka am Strand“ sicherlich eines DER Bücher.

    Murakami breitet seine surreale und kafkaeske Welt so dicht und verwoben aus wie das allenfalls noch in „Die Aufziehvogel-Chroniken“ und „1Q84“ geschieht. 

    Mehrere Handlungsstänge, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben (und jeweils für sich schon „verrückt“ genug sind), werden kunstvoll verwoben.

    Wie immer bei Murakami kann man das Ganze entnervt nach wenigen Seiten (oder einigen Kapiteln) in die Ecke pfeffern, oder aber man lässt sich drauf ein und erlebt ein (wie ich finde) sehr sensibel gezeichnetes Werk. Natürlich sind sprechende Katzen (oder gar Kühlschränke mit Katzenköpfen), regnende Meeresbewohner oder UFO-ähnliche Geschehnisse nicht jedermanns Sache, ist aber letztlich auch egal, weil Murakami das in der Summe total kunstvoll kombiniert und atmosphärisch verwebt. 

    Und so ist -wie eigentlich so oft bei Murakami- das Thema „Einsamkeit“ / „Suche“ / „Sehnsucht nach Ankommen“ vorherrschend. 

    Für mich persönlich -wie gesagt- eines DER Bücher. Möglicherweise sogar DAS Buch.

  4. Cover des Buches Naokos Lächeln (ISBN: 9783442744947)
    Haruki Murakami

    Naokos Lächeln

     (922)
    Aktuelle Rezension von: BrittaRoeder

    Unschlüssig pendelt der junge Ich-Erzähler Toru Watanabe durchs Leben. Nachdem Selbstmord seines besten Freundes Kizuki fällt es ihm schwer ein klares Ziel zu fassen. Alles was er tut, unternimmt er ohne besonderen Ehrgeiz, ohne besondere Leidenschaft: sein Studium, seine Bekanntschaften, kleine Affären. Er beginnt eine Beziehung mit der introvertierten Naoko, die Kazikus Freundin war und ebenfalls unter dem Verlust leidet. Er fühlt sich ihr gegenüber verantwortlich, weiß jedoch selbst nicht, was er für sie empfindet. Als Naoko wegen ihrer Depressionen in eine Klinik geht, lernt er die lebhafte Midori kennen …  auch für diese Frau entwickelt er Zuneigung …

    Völlig anders als bei den meisten seiner Werke (z.B. 1Q84, Tanz mit dem Schafmann, Kafka am Strand), verzichtet Murakami völlig auf surreale-phantastische Elemente. Die Story wird ausschließlich getragen von ihren Protagonisten und den vielen ausgiebigen Gesprächen, die diese miteinander teilen. Watanabe steht dabei im Mittelpunkt. Er ist ein Protagonist, der sich selbst im Weg steht und darum auf der Stelle tritt. Als ein Mann ohne ausgeprägte Eigenschaften ist er jedoch mit viel Empathie ausgestattet. So  wird er zum Auffangbecken verschiedener Biografien und sehr intimer Geheimnisse. Murakami lässt seinem Protagonisten viel Raum, um herauszufinden, was er im Leben will.

    Wie es in Murakami-Romanen üblich ist, spielt auch in diesem Musik eine wichtige Rolle. Bei „Naokos Lächeln“ ist es der Beatles-Song „Norwegian Wood“, der den melancholischen Grundton der gesamten Story prägt und die Unschlüssigkeit seines Romanhelden transportiert.

    Ich tat mich teilweise ein wenig schwer mit diesem für mich so anderen Murakami, bei dem sich nicht die vertraute Sog-Wirkung einstellen wollte. Die Unentschlossenheit des Protagonisten tat ihr übriges. Die zahlreichen Dialoge und die lebendigen sehr originellen Charaktere haben mich jedoch immer wieder versöhnt.

    „Naokos Lächeln“ ist für mich das traurigste unter den Murakami-Büchern. Aber es steckt auch sehr viel Zärtlichkeit und Aufrichtigkeit in ihm. Das macht die Lektüre zu einem Erlebnis mit langem Nachhall.

  5. Cover des Buches Sputnik Sweetheart (ISBN: 9783832161002)
    Haruki Murakami

    Sputnik Sweetheart

     (384)
    Aktuelle Rezension von: Nette

    Ohne große Erwartungen bin ich mit dem Buch gestartet.  Mit den ersten Seiten hatte ich Schwierigkeiten. Für mich war nicht klar, aus welcher Sicht das Buch erzählt wird. Glücklicherweise hat sich dies im Laufe des Buches gelegt. Als Leser begleiten wir Sumire auf dem Weg zur Selbstfindung zwischen dem Wunsch den eigenen Traum zu verfolgen und der Veränderung, die die Begegnung mit Miu auslöst. DEM Sputnik, der in die Umlaufbahn von Sumire gerät und die Perspektiven verändert. Die Erzählung hat mir richtig und gefallen und dann kam irgendwie der Wendepunkt im Buch, an dem ich den Faden verloren habe. Ich wusste nicht wirklich, in welcher Gegenwart ich mich als Leserin befinde, was mir die Erzählungen zu sagen haben. Ich würde daher sagen, dass das Buch viel Platz für Spekulationen und Interpretationen lässt. Mich konnte der Autor mit dem Ende nicht abholen und ich bleibe mit vielen Fragen zurück.

  6. Cover des Buches Wonderlands (ISBN: 9783806240726)
    Laura Miller

    Wonderlands

     (127)
    Aktuelle Rezension von: Belladonna

    Meine Meinung

    Herausgeberin Laura Miller hat in ihrer Enzyklopädie »Wonderlands« über einhundert Essays von rund 40 Autor*innen zusammengetragen und lässt mit dieser Sammlung ihre Leser*innen in faszinierende Literaturwelten aus über 3.000 Jahre Literaturgeschichte mit dem Schwerpunkt Fantasy und Science-Fiction eintauchen.

    Die Aufmachung dieser ansehnlichen Hardcoverausgaube aus dem wbg Theiss Verlag hatte sofort meine Aufmerksamkeit, erinnerte es mich doch sogleich an die brillante Veröffentlichung »Verrückt nach Karten« von Huw Lewis-Jones.

    Auf einem Zeitstrahl, welcher in fünf Abschnitte aufgeteilt ist, widmen sich die Autor*innen von »Alte Mythen und Legenden« (bis 1700) über »Wissenschaft und Romantik« (1701-1900) und »Das goldene Zeitalter der Fantasy« (1901-1945), »Neue Weltordnung« (1946-1980) bis hin zu »Das Computerzeitalter« (1981-heute) auf zwei bis fünf Seiten den berühmten Welten aus Fantasy und Science-Fiction. Natürlich lassen sich darunter auch einige nicht so bekannte Juwelen finden, also ACHTUNG die Wunschliste könnte in die Höhe schnellen!

    »Wonderlands« lässt sich am Stück genießen und die Magie unterschiedlichster fantastischer Werke im Wandel der Zeit vom Gilgamesch-Epos und »Beowulf« über Tolkiens »Der Herr der Ringe«, Barries »Peter Pan« bis hin zu Orwells »1984« und Rowlings »Harry Potter« sowie Collins »Die Tribute von Panem« erkunden, oder auch einfach als Nachschlagewerk über das Verzeichnis am Ende nutzen. Aufgrund der hochwertigen Aufmachung und der gelungenen Bebilderung (mit Autorenfotos, Buchcovern, Kartenausschnitten, etc.) ist das Buch sicherlich auch eine prima Geschenk für jeden Lesebegeisterten.

    Die Autor*innen umreißen in ihren Essays nur kurz die jeweilige Geschichte, gehen auf die Bedeutung dieser ein und man erfährt teilweise interessante Details zu den Schriftstellern. Kurzum diese knackige Art und Weise kann schnell die Lust wecken, auch in diese Wunderländer eintauchen zu wollen, ohne dass diese dabei zu viel zu verraten.

    Fazit

    Für Fantasy- und Science-Fiction-Fans eine wahre Fundgrube, die sich mit den schönsten Geschichten von Mythen über Abenteuerromane, Dystopien und Sci-Fi befasst und meinen Wunschzettel um einige »Wunderwelten« bereichert hat.

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    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 07.03.2021

  7. Cover des Buches 1Q84 (Buch 3) (ISBN: 9783442743636)
    Haruki Murakami

    1Q84 (Buch 3)

     (419)
    Aktuelle Rezension von: Gwennilein

    In gewohnter Haruki Murakami-Manier wird sicher wieder sehr viel Zeit für die einzelnen Charaktere und deren Geschichten genommen. Wer gerne liest und sich von dicken Büchern nicht abschrecken lässt, kommt hier wieder voll auf seine Kosten. Es macht einfach einen Unterscheid, wenn man sich Zeit lässt für die Details und völlig unaufgeregt durchs Buch wandert. Auch wenn die Thematik einer Fiktion und unrealistischen Geschichte normalerweise nicht meinem Geschmack entspricht, feiere ich dieses Buch wieder hart! Wie Haruki Murakami den Leser in Geschichten zieht, ist einmalig. Da wurde ich auch hier wieder nicht enttäuscht, das Buch knüpft nahtlos an die ersten beiden Bücher an. Das Ende ist für meinen Geschmack ein wenig sehr offen, doch bei den Büchern geht es um die Geschichte an sich, den Weg und nicht das Ende, das Ziel.

  8. Cover des Buches Die unheimliche Bibliothek (ISBN: 9783832162931)
    Haruki Murakami

    Die unheimliche Bibliothek

     (176)
    Aktuelle Rezension von: Ava_lon

    Inhalt

    Eigentlich will der Junge nur zwei Bücher zurückgeben und noch ein wenig stöbern. Aber statt in den Lesesaal führt ihn der merkwürdig cholerische alte Bibliothekar in ein Labyrinth unter der Bücherei, wo er ihn einkerkert. Statt Wasser und Brot gibt es in diesem Verlies Tee und köstliche Donuts, serviert von einem mysteriösen Schafsmann und einem stummen Mädchen, das sprechen kann und wunderschön ist. Doch das ändert nichts daran, dass der Junge als Gefangener der Bibliothek um sein Leben fürchten muss, während die Grenzen zwischen Dingen, Menschen und Orten immer weiter verschwimmen.
     ›Die unheimliche Bibliothek‹ ist ein kafkaesker Alptraum und zugleich eine einfühlsame Geschichte von Verlust und Einsamkeit. Murakami schachtelt die Ebenen dieser kunstvollen Erzählung ineinander wie die Welten, die sich in der Bibliothek zu berühren scheinen, und Kat Menschiks schwindelerregend schöne Illustrationen ergänzen sie um weitere Abgründe. Ein Juwel.

    Cover

    Ich liebe dunkle ausdrucksstarke Cover. Hier wirkt der Einband schon ein wenig gruselig, welches durch den Titel verstärkt wird.

    Mein Eindruck

    Ich mag die Geschichten von Haruki Murakami und war auf diesen Alptraum gespannt. In der Vergangenheit habe ich auch vieles von Kafka gelesen, deswegen war auf den  kafkaesker Alptraum gespannt. Und auch hier geht es um etwas Absurdes und zugleich Unheimliches. Ist die Situation, die so beiläufig anfängt real oder doch ein Traum. Es wird zunehmend gruseliger und doch auch subtil faszinierend. Der Schafsmann und das schöne stumme Mädchen sind Zeugen in dieser willkürlichen Welt. Wunderbare Figuren, die den Charakter des Jungen spiegeln.

    Im Zentrum der Macht der Alte, der Bibliothekar und das Dunkle im Abgrund.

    Eine gute Beschreibung eines Alptraums, der mit jeder Interpretation zeitgleich neue Fragen aufwirft und sich wie eine Spirale weiterentwickelt.

    Der Star ist nicht nur ein Vogel, sondern auch ein Symbol der inneren Befreiung - er plustert sich regelrecht auf.

    Besonders die Illustrationen haben mir gefallen, da sie die Erzählung untermauern, den Worten noch etwas Gruseligeres einflüstern.

    Das Ende fand ich sehr schön. Die Schuhe zurücklassen und einen neuen Weg beschreiten, wer möchte es nicht?.

    Fazit

    Sehr schönes kleines Buch mit tollen Illustrationen.

  9. Cover des Buches Wilde Schafsjagd (ISBN: 9783832178994)
    Haruki Murakami

    Wilde Schafsjagd

     (403)
    Aktuelle Rezension von: Syakka

    Die Geschichte liest sich locker weg. 

    Mir ist aber nicht klar, was mir der Künstler nun sagen wollte. Gefallen hat mir das Atmosphärische, man bekommt einen gewissen Eindruck vom alltäglichen Japan (der 70er). Aber die Schafsjagd war nicht wild, eher lahm, zu viele „Zufälle“, die die Suche weiterbringen, das Ende auch irgendwie dämlich...

    Also nein.... 

  10. Cover des Buches Erste Person Singular (ISBN: 9783832181574)
    Haruki Murakami

    Erste Person Singular

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Julia_Hana7

    Japan, Musik, Schallplatten, Baseball und Bars.

    Ein typischer Murakami wie wir ihn lieben und schätzen.

    Mit kleinen Begebenheiten, welche an Größe und Bedeutung erlangen sowie Weisheiten für das weitere Leben bieten.

    Mit viel Weitsicht, Melancholie und Ruhe.

    Perfekt für diese Zeit!!!

  11. Cover des Buches Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (ISBN: 9783442715152)
    Haruki Murakami

    Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

     (606)
    Aktuelle Rezension von: full-bookshelves

    Meinung: Als ich Kafka am Strand gelesen habe, bin ich sehr begeistert von dem Autor gewesen. Darum wollte ich mehr von ihm lesen! Mein zweites Buch wurde also das hier.

    Der Schreibstil war genauso packend wie gewohnt. Leicht und flüssig zu lesen, ohne langatmige Stellen.

    Die Spannung baut sich langsam auf und bleibt dann eigentlich auf einem Punkt. Gegen Ende wird es nochmal kurz spannender und dann hätte ich mir noch ein bisschen mehr Geschichte gewünscht.

    Das Ende kam mir einfach zu plötzlich und mit zu wenig Auflösungen. Andererseits hat man dadurch natürlich die Freiheit, selber viel darüber nachzudenken.

    Fazit: Ein schönes Buch über das Bewältigen eines Traumas, Freundschaft, Trauer und die Liebe. Murakami schreibt leicht und doch tiefgründig. Ich kann die Geschichte auf jeden Fall empfehlen!

  12. Cover des Buches Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt (ISBN: 9783442713974)
    Haruki Murakami

    Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt

     (525)
    Aktuelle Rezension von: Aischa

    Nachdem mir "Kafka am Strand" gut gefallen hatte, wollte ich mich nun eigentlich an "1Q84" wagen, aber ein Freund empfahl mir, zuvor unbedingt "Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt" zu lesen, es sei quasi ein Schlüsselroman Murakamis, mit dem sich folgende Werke viel besser verstehen lassen würden.

    Anfangs konnte mich das Buch auch durchaus begeistern. Die Geschichte spielt in zwei Ebenen, gleichzeitig, aber räumlich getrennt. Der Plot ist hochkomplex und fordert die ganze Aufmerksamkeit des Lesers, vor allem, wenn es um die geschilderten Hirnmanipulationen und Datenverschlüsselungen geht. Aber Murakami schreibt unterhaltsam und durchaus witzig. Leider geht im weiteren Verlauf die Spannung verloren, die Schilderung der unterirdischen Flucht des Protagonisten dehnt sich über mehrere Kapitel, ohne dass es die Geschichte wirklich voran bringt. Schade auch, dass kaum zu merken ist, dass Murakami ein japanischer Autor ist. Außer dass "Hard-boiled Wonderland" im futuristischen Tokio spielt, sind kaum japanische Anklänge im Roman zu finden, dafür mehr als genug Zitate der europäischen und amerikanischen Kultur, von Bachs Brandenburger Konzerten über die Popgruppe Duran Duran bis zu Hollywoodfilmen. Desweiteren sind zahlreiche sexuelle Abenteuer des Protagonisten eingestreut. Nichts gegen (guten) Sex, aber was es in diesem Plot damit auf sich hat, erschließt sich mir leider nicht. 

    Murakami hat sich große Themen vorgeknöpft: Wie manipulierbar sind wir, was macht unsere Seele aus, wie wertvoll sind unsere Erinnerungen, welchen Preis sind wir bereit, für die Unsterblichkeit zu zahlen? Aber der Roman schafft es nicht, mich wirklich zu fesseln, im Gegenteil, zum Schluss kam ich mir vor wie in einer Mischung aus drögem Märchen für Erwachsene und der Beschreibung eines online-Fantasy-Spiels. Überladen mit Symbolik, seltsam distanzierte Dialoge, einfach nicht mein Ding.

  13. Cover des Buches Wenn der Wind singt / Pinball 1973 (ISBN: 9783442715930)
    Haruki Murakami

    Wenn der Wind singt / Pinball 1973

     (97)
    Aktuelle Rezension von: oliver

    Zwei super Kurzgeschichten und einen süchtig machenden Schreibstiel. Freue mich auf weitere Bücher von  Haruki 

  14. Cover des Buches Südlich der Grenze, westlich der Sonne (ISBN: 9783832197070)
    Haruki Murakami

    Südlich der Grenze, westlich der Sonne

     (1.051)
    Aktuelle Rezension von: Milaliebt

    Haruki Murakamis Durchbruchsroman, „Gefährliche Geliebte“ ist im Jahr 2002 erschienen. Die Erstübersetzung aus dem Englischen sorgte für reichlich Furore. Die saloppe Sprache, verdeutlicht etwa durch die explizite Darstellung der Sexualität, führte zum Meinungsstreit und anschließenden Auflösung des literarischen Quartetts. Sigrid Löffler bezeichnete dort den Roman wortwörtlich als literarisches Fast Food – eine Art primitives Druckerzeugnis zum Mitnehmen. Für Marcel Reich-Ranicki sei das Buch hingegen ein Meisterwerk erotischer Erzählkunst.

    Die Zweitübersetzung des Werkes ist unter dem Titel „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ im Jahr 2013 herausgekommen. Dieses Mal hat Ursula Gräfe die tragische Liebesgeschickte direkt aus dem Japanischen ins Deutsche übersetzt.

    In dem Roman geht es um Hajime, welcher als Einzelkind inmitten von Familien mit mehreren Kindern in einem japanischen Vorort aufwächst. In seiner Kindheit freundet er sich mit Shimamoto an – genauso ein Einzelkind und zudem noch gehbeeinträchtigt. Beide fühlen sich als Außenseiter in ihrer Gesellschaft. Mit ihr hört er Schallplatten, hält Händchen und philosophiert über die Zukunft. Sie scheint sein Ausweg aus der Einsamkeit zu sein. Nachdem Hajime im Alter von zwölf Jahren umzieht, verlieren sich beide allmählich aus den Augen. Es folgen eine Vielzahl von Beziehungen. Mal sind die Beziehungen schüchtern-platonisch, ein anderes Mal exzessiv-sexuell. Immerzu denkt Hajime an Shimamoto. Mit Ende dreißig ist er beinahe glücklich verheiratet, hat zwei gutlaufende Jazz-Bars in Tokio und zwei kleine Töchter. Als seine Kindheitsgeliebte nach Jahrzehnten in seiner Jazz-Bar auftaucht, steht sein Leben Kopf. Seither erscheint sie immer wieder an regnerischen Abenden, woraufhin sie im nächsten Moment wieder geheimnisvoll und ungreifbar verschwindet. Für Shimamoto ist Hajime bereit sein bisheriges Leben aufzugeben und komplett neu anzufangen, doch gelingt es ihm?

    Der neue Titel „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ ist ebenfalls direkt aus dem japanischen Original  übersetzt und erscheint passender als der Titel „Gefährliche Geliebte“ aus der Erstübersetzung. Ein Teil des Romantitels bezieht sich auf Nat King Cole´s Jazz-Lied „South of the Bourder“, wobei unklar ist, ob Nate King Cole dieses Lied je wirklich aufgenommen hat. 

    Der Schreibstil von Haruki Murakami ist schlicht und nüchtern gehalten. Im Gegensatz zur Erstübersetzung ist „Südlich der Grenze, westliche der Sonne“ sprachlich und stilistisch viel sorgfältiger, feinfühliger und zurückhaltender ausgearbeitet. Die Höflichkeitsrede „Shimamoto-san“ wird bei der Neuübersetzung komplett weggelassen, sodass das Verhältnis zwischen Hajime und Shimamoto weniger distanziert wirkt. Die vom literarischen Quartett kritisierte Darstellung der Sexualität an folgender Stelle: „Ich wollte sie bis zur Hirnerweichung vögeln“ wird mit „[Wir] hatten so wilden Sex, dass uns das Hirn schmolz“ abgemildert. 

    [Die folgenden Absätze enthalten Spoiler!]

    Durch die Ich-Perspektive entsteht ein detailliertes Bild von Hajime und seinem Werdegang Diese Erzählart lässt Hajime aber nicht als sympathischen Charakter auftreten. Das muss er aber auch nicht sein. In seinen dreißiger Jahren verkörpert er einen archetypischen Großstädter, der mithilfe seines Schwiegervaters, einem reichen Bauunternehmer, zwei Jazz-Clubs eröffnet. Auf Drängen investiert er seine Einnahmen in die Börse und in Immobilien, wodurch er schnell an Geld kommt. Hajime passt sich immer mehr der Gesellschaft und dem dazugehörigen Nachkriegskapitalismus an, obwohl er eigentlich aus ihr herausbrechen möchte. Trotz Familiengründung und gewonnenem Reichtum bleibt Hajime unerfüllt. Er hat das Gefühl, dass ihm etwas fehlt und er keinen Sinn mehr in seinem Leben sieht. Motive der Melancholie, Einsamkeit und Sehnsucht ziehen sich durch das gesamtes Werk. 

    Bis auf seine Kindheitsgeliebte bekommen Frauen aus seinem Leben wenig Raum eingeräumt. Sie scheinen wortwörtlich als Lückenfüller zu fungieren. Shimamoto wird dagegen von Hajime seit seinen Kindheitstagen idealisiert. Sie scheint für ihn der einzige Weg aus seiner Einsamkeit zu sein. Shimamoto wird zur autonomen Herrscherin über Hajimes Gefühle. Dabei weiß dieser nichts über die Hintergründe ihres späteren Lebens. Stattdessen hält er an den Erinnerungen seiner Kindheit fest. Ob das Auftauchen von Shimamoto der Wirklichkeit entspricht oder eine Illusion von Hajime verbleibt, wird bis zum Schluss nicht aufgelöst. Hierbei kommt Murakamis Hang zum Fantastischen durch. Genauso führen viele Nebenhandlungen ins Leere, was manchen wohl unbefriedigt zurücklässt. 

    Letztlich ist Murakamis Werk „Südlich der Grenze, westliche der Sonne“ eine tragische japanische Liebesgeschichte, die auf einer leisen und verträumten Art und Weise erzählt wird. Wer kein Problem damit hat, dass die Erzählung viel Interpretationsraum lässt, sollte unbedingt einen Blick ins Buch werfen.

  15. Cover des Buches Tanz mit dem Schafsmann (ISBN: 9783832155339)
    Haruki Murakami

    Tanz mit dem Schafsmann

     (284)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania
    Im zweiten Teil des Schafsmann-Reihe findet sich der Ich-Erzähler zu Hause wieder, hat sich aber verloren.
    Er träumt von Kiki. Sie ruft ihn und jemand weint um ihn. Nachdem Kiki spurlos verschwunden ist, macht sich
    der Erzähler nun doch auf den Weg sie zu suchen. Er fährt wieder in das Hotel Delfin, denn da begann auch damals
    alles. Nun freundet er sich mit einer Rezeptionistin an und erneuert den Kontakt zu einem alten Schulkameraden.
    Als er sich auch noch um ein 13-jähriges Mädchen kümmern soll, gerät alles aus den Fugen.
    Der erste Teil hat mir ein bisschen besser gefallen, da der surrealistische Anteil höher war, was ich besonders
    mag an Murakami. Dennoch wieder eine tolle Geschichte, die mich in Murakamis Welt geführt hat. Toll ausgearbeitete
    Figuren, ein Ich-Erzähler, der ganz typisch für Murakami mit dessen Vorlieben daherkommt. Ein sympathischer
    Charakter, mit dem man am liebsten selbst befreundet sein möchte.
    Besonders gut hat mir der Charakter von Yuki gefallen. Ein mysteriöses Mädchen, das der Geschichte einen
    zusätzlichen Glanz verliehen hat.
    Gott sei Dank habe ich noch ein paar Murakamis offen, ich liebe diesen Schriftsteller einfach!
  16. Cover des Buches Der Elefant verschwindet (ISBN: 9783442739295)
    Haruki Murakami

    Der Elefant verschwindet

     (183)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly
    Achtmal Murakami im sehr essentiellen Kurzgeschichten-Format; Stories, die man, wie z.B. „Der Aufziehvogel“  oder „Die Bäckereiüberfälle“  auch im Langformat genießen kann. Unter dem Titel einer dieser Stories „Der Elefant verschwindet“ wurden die Appetithäppchen gebunden und stehen zum freigeistigen Konsum zur Verfügung. Wobei dies in Murakamis Fall dringlich mit Entschleunigung und Achtsamkeit in Verbindung gebracht werden soll. Unzweifelhaft kann festgestellt werden, dass bei Herrn Murakami der Gehalt in jeder Szene, in jedem Satz zu finden ist und sich nicht in einem Hoch irgendeines Stimmungsbogens konzentriert. Seine elegante Denkweise umschmeichelt dich und zieht dich mit ihrer atemberaubenden Bescheidenheit in einen Bann, der dich auf eine gefährliche Ebene transportiert. Entsetzlich von dort zu sehen, wie wir uns von den bunten Scheinwelten konsumieren lassen…go for bling-bling and connectivity. Bereise Murakamis Zwischenwelten und fühl dich frei dein Bewusstsein zu benützen.
  17. Cover des Buches Schlaf (ISBN: 9783832161361)
    Haruki Murakami

    Schlaf

     (204)
    Aktuelle Rezension von: Cadness

    Mit 'Schlaf' hat es Haruki Murakami erneut geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Was würde ich machen, wenn ich plötzlich nicht mehr schlafen könnte? 

    Die Handlung bleibt durchweg interessant und punktet mit einem Ende, mit dem ich nicht unbedingt gerechnet hätte. Hinzu kommen die wirklich toll gestalteten Illustrationen. Ich bin begeistert und freue mich auf das nächste Werk des Autors!

  18. Cover des Buches Die Bäckereiüberfälle (ISBN: 9783832162764)
    Haruki Murakami

    Die Bäckereiüberfälle

     (81)
    Aktuelle Rezension von: IrinaAnna0909

    Zwei Gauner (insofern man sie als solche bezeichnen kann) überfallen eine Bäckerei, da sie ein unersättlicher Hunger plagt. Als sie Brot stehlen wollen, bekommen sie vom Bäckermeister einen Vorschlag unterbreitet:

    Wagners "Tristan und Isolde" gegen so viel Brot wie sie tragen können.

    Die zwei Gauner lassen sich auf den Deal ein, der Hunger ist gestillt, das Leben geht weiter. Einer der beiden (um ihn geht es im restlichen Buch) wird Anwalt, heiratet, führt ein ehrwürdiges Leben, bis er und seine Frau eines Nachts aufwachen und denselben Hunger verspüren, wie der ehemalige Gauner damals in seiner Jugendzeit. Daraufhin erzählt er ihr von seinem Überfall - die einzige Erklärung ihrerseits - ein Fluch, welcher gebrochen werden muss.


    Zusammen machen sie sich auf die Suche nach einer Bäckerei, die sie überfallen können - früh morgens hat jedoch keine offen. Kurz darauf beschließt die Ehefrau, dass ein McDonalds auch reichen würde und zusammen ergaunern sie dort ihre Beute, welche sie dann gierig verschlingen und den Hunger damit besiegen können.


    Auch wenn sich das Buch flüssig und an einem Tag lesen hat lassen, die Illustrationen wie immer traumhaft schön waren, konnte ich mit diesem Murakami am wenigsten anfangen :( 


    Anstatt schockiert über die Tatsache zu sein, dass ihr Ehemann ein ehemaliger Gauner war, stellt sich heraus, dass die Frau eine fast noch bessere Ganovin ist - immerhin hat sie jedes Detail perfekt geplant und diesmal kam es zu einem richtigen Überfall und nicht gegen ein Tauschgeschäft Wagner für Brot.


    Da ich die Geschichte, im Vergleich zu den anderen Werken Murakamis, die ich schon gelesen habe, nicht wirklich verstehen kann bzw. die Message dahinter mir verschleiert bleibt - gebe ich dem Buch solide 3 Sterne. 

  19. Cover des Buches Von Beruf Schriftsteller (ISBN: 9783442716975)
    Haruki Murakami

    Von Beruf Schriftsteller

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Buchbinder

    Offen und ehrlich geschrieben zeigt Murakami warum er zu den Besten seiner Zunft gehört.

    Mich persönlich hat es Motiviert auch mit dem Schreiben zu beginnen. Die Sprache und das Verständnis auf den Leser einzugehen sind hier von dringlicher Intension. Ein großartiges Werk.

  20. Cover des Buches Die Chroniken des Aufziehvogels (ISBN: 9783832181420)
    Haruki Murakami

    Die Chroniken des Aufziehvogels

     (584)
    Aktuelle Rezension von: HansDurrer

    Diese Neuübersetzung aus dem Japanischen von Ursula Gräfe ist um 300 Seiten länger als die alte Übersetzung aus dem Englischen, lässt der Verlag wissen.

    Murakamis Schreiben hat etwas Leichtes und macht mich oft lachen. „Während ich den Garten betrachtete, blieb die Taube auf der Antenne sitzen und gurrte mit einer Zuverlässigkeit und Regelmässigkeit, die einem Finanzbeamten alle Ehre gemacht hätte.“

    Der Protagonist Toru Okada, ist 30 Jahre alt, hat Jura studiert, als Botenjunge in einer Anwaltskanzlei gearbeitet und dann seinen Job aufgegeben – eine Existenz als Anwalt konnte er sich nicht vorstellen. Sein Leben stagniert. Seine Frau Kumiko ist Redakteurin bei einer Zeitschrift für Natur- und Gesundheitskost. Der Kater der beiden ist davongelaufen. Malta Kano („Frau Kano war sehr schön. Zumindest sehr viel hübscher, als ich sie mir beim Klang ihrer Stimme am Telefon vorgestellt hatte.“), die über hellseherische Fähigkeiten verfügt, soll helfen, ihn wiederzufinden.

    Frau Kano hat eine jüngere Schwester, Kreta Kano, die von Kumikos Bruder Noboru Wataya, einem seelenlosen Typen par excellence, vergewaltigt wurde. Bei Toru Okadas Beschreibung seines Schwagers, fühlte ich mich an Donald Trump erinnert. „Er war ein zutiefst gemeiner Mensch und ein hohler Egoist. Aber ganz eindeutig tüchtiger als ich.“

    Bei der Suche nach dem Kater stösst Herr Aufziehvogel, wie Toru Okada genannt wird, auch auf die 16jährige, sehr gewitzte May Kasahara, die bei einem Perückenhersteller arbeitet. „In der Firma, in der ich arbeite, darf man niemals das Wort ‚Glatze‘ verwenden. Wir müssen immer von ‚Herren mit zurückweichendem Haaransatz‘ sprechen. ‚Glatze‘ ist nämlich diskriminierend. Einmal habe ich zum Spass ‚Menschen mit Haupthaarbehinderung‘ gesagt. Da ist der Chef sofort ausgerastet. Das sei überhaupt nicht witzig und völlig unpassend. Die nehmen ihren Beruf alle total ernst. Kennen Sie das? Die meisten Leute auf dieser Welt nehmen alles total ernst.“

    Halte ich mich in einer mir unbekannten Gegend auf, finde ich so recht eigentlich alles interessant und speziell das Alltägliche. Murakami beschreibt viel Alltägliches, wodurch dieses gleichzeitig spannend und seltsam wirkt. „Kaum tut man einen Schritt aus dem Haus, hören sich alle Telefone gleich an.“

    Von Herrn Honda, einem Mann mit übersinnlichen Kräften, lese ich. „Wie Herr Honda damals sagte, ist das Schicksal etwas, worauf man im Nachhinein zurückblickt, und nichts, das man im Voraus kennen sollte.“ Und von grausamen Mongolen und pflichtgetreuen Japanern erfahre ich.

    Eines Nachts dann kommt Kumiko nicht nach Hause, bleibt auch am andern Morgen verschwunden. Nach und nach stellt sich heraus, dass es da einen anderen Mann gibt und sie sich scheiden lassen will.

    Die Chroniken des Aufziehvogels zeichnet sich durch wunderbare, oft sehr witzige Dialoge aus, dann aber auch immer wieder durch Sätze, die mich nicht nur schmunzeln machen („Ich seufzte. Nicht dass Seufzen geholfen hätte, aber ich konnte nicht anders.“), sondern die ich auch wunderbar anregend finde. „Ich dachte kurz an irgendetwas und entliess es ins Leere.“ Murakami zu lesen, bedeutet immer auch, seine Aufmerksamkeit zu schulen. „Sagen wir mal, die Menschen würden ewig leben, nie älter werden und die ganze Zeit gesund bleiben. Meinen Sie, die würden überhaupt noch nachdenken, so wie wir? Wir machen uns doch Gedanken über mehr oder weniger alles. Philosophie, Psychologie, Logik, Religion, Literatur und so. Aber ohne den Tod käme doch kein Mensch auf so komplizierte Ideen.“

    Mit den Schwestern Kano und der jungen May Kasahara ist Herr Aufziehvogel auf eine sehr spezielle Art verbunden; alle drei scheinen an ihm Seiten wahrzunehmen, die ihm selber gar nicht bewusst sind, ihn jedoch wesentlich ausmachen.

    Eines Tages bemerkt er in seinem Gesicht ein Mal, hält sich drei Tage zum Nachdenken am Grund eines Brunnens auf, wo er von Kreta Kano besucht wird. Er macht sich kundig über die japanische Besetzung der Mandschurei. Und eines Nachts liegt plötzlich die nackte Kreta Karo neben ihm im Bett. Sehr unterschiedliche und teilweise höchst unwahrscheinliche Geschichten gehen nahtlos und ganz unaufgeregt ineinander über, ganz so als ob das Leben ein Traum und eigenartig unwirklich wäre – was es ja auch ist.

    Die Chroniken des Aufziehvogels ist ein sehr philosophisches Werk, mit dem Akzent auf Spüren („Daraufhin nahm sie meine Hand und legte sie auf die Narbe an ihrem Auge. Als ich über May Kasaharas Narbe strich, übertrugen sich die Wellen ihres Bewusstseins auf meine Fingerspitze. Es war ein leichtes, wie suchendes Zittern.“) und Wahrnehmen („Hingucken kann doch eigentlich jeder.“). Gleichzeitig ist es ein surreales Werk von einer wunderbaren Leichtigkeit, reich an subtilem Witz. Sie habe keine Ahnung wie sie aus dem Brunnen raus und zu ihm ins Bett gekommen sei, sagt Kreta Kano. „’Meine Erinnerung reisst mittendrin ab. Der Riss ist so breit.‘ Kreta Kano hob beide Zeigefinger und zeigte mir einen Abstand von etwa zwanzig Zentimetern. Mir war unklar, wie viel Zeit das bedeuten sollte.“

    Dann will sie mit ihm nach Kreta reisen, um ihn, wie sie ihm mitteilt, vor etwas sehr Schlimmem zu bewahren. Doch zuvor will sie ihren Namen ablegen und nicht mehr als Medium im Einsatz stehen. Sie fliegt hin, er bleibt zurück. Was dann geschieht, soll hier nicht verraten werden … Nur soviel: Toru Okada möchte das Nachbargrundstück erwerben, auf dem ein Fluch liegt …

  21. Cover des Buches Von Männern, die keine Frauen haben (ISBN: 9783442717064)
    Haruki Murakami

    Von Männern, die keine Frauen haben

     (158)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    “Von Männern, die keine Frauen haben” ist eine Kurzgeschichtensammlung, deren Kern Männer stehen ohne Frauen stehen. Diese Männer werden innerhalb der Erzählung von unterschiedlichen Frauen ergänzt, entweder weil sie diese begehren oder generell einsam zu sein scheinen. Typisch Murakami sind von Melancholisch über Normal bis Skurril wieder diverse Facetten dabei.

    Tja, war ich die richtige Person für dieses Buch? Ich bin nicht der größte Fan von Kurzgeschichten, aber dieses Buch hat mich so gar nicht erreicht. An mir sind die einzelnen Geschichten vorbeigezogen wie eine flüchtige Begegnung mit einem Fremden auf der Straße; noch bevor ich einen Sinn in ihnen erkennen konnte, waren sie auch schon zu Ende. Entsprechend ungerührt haben mich die Geschichten zurückgelassen. Gerade, wenn es sich da um einen Murakami handelt, von dem ich normalerweise sehr angetan bin, ist das besonders enttäuschend. Meine Hoffnung: Mein nächstes Buch von ihm wird hoffentlich besser!

  22. Cover des Buches Blinde Weide, schlafende Frau (ISBN: 9783442736881)
    Haruki Murakami

    Blinde Weide, schlafende Frau

     (118)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly

    In "Blinde Weide, schlafende Frau" wurden 24 Kurzgeschichten aus verschiedenen Murakami-Epochen zusammengefasst. Die 24 Kurzgeschichten ähneln den 24 Stunden eines Tagesverlaufs mit unterschiedlichstem Lichteinfall und stimmungsschwankender Ausprägung, mal ruhig und melancholisch, dann wieder beunruhigend, alptraumartig. Aus manchen, wie z.B. Glühwürmchen wurden Romane, in diesem Fall "Naokos Lächeln".
    Für mich zeigt Murakami auch mit seinen Kurzgeschichten, wie gekonnt er unsere Abgründe zu beleuchten vermag. Wie ein Herrscher über Unterbewusstsein und Vorstellungskraft erzählt er surreale Traumbilder ohne seine Protagonisten zu entblößen. Verletzlichkeit ist bei ihm nie Schwäche, Einsamkeit nie anstössig. Ich mag sein Begehren, seine Sehnsüchte, die Tiefe der Gefühle, Gefühle, die verweilen ohne sich rechtfertigen zu wollen.

  23. Cover des Buches Untergrundkrieg (ISBN: 9783442730759)
    Haruki Murakami

    Untergrundkrieg

     (50)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76
    Inhalt:
    Am 20.3.1995 verübten Anhänger der Aum-Sekte einen Giftgasanschlag auf die U-Bahn in Tokyo, bei dem 12 Menschen starben und Tausende verletzt wurden.

    Ein Jahr später hat Haruki Murakami Opfer des Sarin-Anschlags interviewt, und schließlich hat er auch Mitglieder von Aum zum Anschlag und zu ihrem Leben mit und in der Sekte befragt.

    Mein Eindruck:
    Ich habe schon viele Romane von Haruki Murakami gelesen und bin nun auch sehr begeistert von seiner Reportage über den Sarin-Anschlag.

    'Untergrundkrieg' liest sich durchgehend unglaublich spannend und ist sehr bewegend, aber auch sehr lehrreich. Hier kann man nicht nur Details zum Anschlag nachlesen, sondern bekommt auch viele Einblicke in medizinische Aspekte (Auswirkungen von Sarin auf den Körper, Gegenmaßnahmen), lernt die Mentalität der Japaner besser kennen und verstehen, erhält Infos zu Aum und zum Führer Asahara.

    Im Anhang befindet sich übrigens eine Karte vom U-Bahn-Netz in Tokyo, die ich viel zu spät entdeckt habe, die aber sehr hilfreich ist, wenn man genau wissen will, wo sich was abgespielt hat.

    Mein Eindruck:
    Ein bewegendes, erschütterndes, lehrreiches und wichtiges Buch. Sehr empfehlenswert!
  24. Cover des Buches Wenn der Wind singt (ISBN: 9783844912258)
    Haruki Murakami

    Wenn der Wind singt

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Mrs_Nanny_Ogg

    Dies ist mein erstes Buch von Haruki Murakami gewesen, ich habe gelesen, dass es vielleicht kein guter Einstieg in sein Werk ist, aber insgesamt fand ich sein erst kürzlich veröffentlichtes Erstlingswerk nicht schlecht. Es blieb nach dem Hören ein etwas flaues Gefühl im Bauch. Die Erzählung eines jungen Mannes, ein Biologiestudent, der den Sommer daheim verbringt, und rückblickend darüber berichtet, bleiben seltsam fragmenthaft und erst im Nachhinein fügen sie sich doch irgendwie zusammen. Es sind Erzählungen über verflossene Liebschaften, über die verbrachte Zeit mit seinem besten Freund Ratte und über eine seltsame Beziehung zu dem Mädchen aus dem Plattenladen mit den vier Fingern. Dazu kommen Dialoge aus einer Radiosendung. Sein Ich-Erzähler sagt einmal, er hätte sich angewöhnt nur noch die Hälfte von dem, was er denkt, zu sagen. Stellenweise hat mich diese Wortkargheit in den Dialogen verstört.
    Mir hat der Prolog gefallen, in dem Murakami erzählt, wie er zum Schreiben gekommen sei, ebenso der Epilog.
    Murakami hat mich auf jedenfall neugierig gemacht und ich bin gespannt, wie er sich entwickelt hat.

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