Bücher mit dem Tag "haruki murakami"

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27 Bücher

  1. Cover des Buches 1Q84 (Buch 1, 2) (ISBN: 9783442743629)
    Haruki Murakami

    1Q84 (Buch 1, 2)

    (769)
    Aktuelle Rezension von: Karandi

    Ich habe schon mehrere gute Bücher gelesen, aber es kommt selten vor, dass ich nach zehn Seiten eines Buches weiß: Das wird etwas Besonderes. Das wird ein Leseerlebnis, das du dein Leben lang nicht mehr vergessen wirst.


    Und ich muss sogar überlegen, ob ich die Liste meiner Lieblingsbücher nicht umstrukturieren sollte. Vielleicht sollte ich nicht einfach nur danach gehen, dass mich Bücher abgeholt haben und ich besonderen Spaß daran hatte, sie zu lesen, sondern danach, dass ich diese Bücher erlebt habe und sie immer wieder aufs Neue erleben will.


    Da fallen mir tatsächlich nur Die Brüder Karamasow und 1Q84 von Murakami ein. Obwohl ich den dritten Band der Trilogie noch nicht gelesen habe, habe ich keinen Zweifel daran, dass es mit das Beste sein wird, was ich je gelesen habe.


    Was erleben wir in 1Q84 — oder besser gesagt: Was erleben wir nicht? Kein Wort in diesem Roman ist überflüssig. Keine Seite ist zu viel. Jedes Kapitel, jeder Absatz, jede Zeile ist wichtig für das Gesamtbild der Geschichte, die Murakami erzählt.


    Zum einen erleben wir die Geschichte eines Mannes und einer Frau, die sich sehnsüchtig nacheinander durchs Leben bewegt haben, die sich zuletzt gesehen haben, als sie zehn Jahre alt waren, und die mit dreißig immer noch das Herz des anderen bewohnen. Doch dies einfach als Liebesgeschichte abzutun, würde dem Roman schlichtweg nicht gerecht werden.


    Wir erleben eine Parallelwelt. Wir erleben eine Sekte. Wir erleben Fabelwesen. Wir erleben eine Komplexität der Handlung, die ihresgleichen sucht. Das Schicksal der beiden Hauptfiguren ist auf eine so extravagante Art und Weise miteinander verbunden und verschmolzen, dass man diesem Werk mit bloßen Worten kaum gerecht werden kann. Denn nur Murakami selbst vermag es, diese Geschichte so zu erzählen, dass sie den Wert, den sie in sich trägt, vollkommen transportiert.


    Wir erleben Spannung. Wir erleben Dramatik. Wir erleben zwischenmenschliche Nähe, aber auch die Kälte der Menschheit. Wir erleben die gnadenlose, brutale menschliche Natur, wenn Menschen ihr Leben auf der dunklen Seite verbringen — und gleichzeitig die Zerrissenheit und die Narben eines Menschen, der von seinen Emotionen erschüttert wurde.


    Ich hoffe, diese Rezension gibt genug Anreiz für diejenigen, die das Buch noch nicht gelesen haben, es endlich zur Hand zu nehmen. Natürlich nimmt Murakami kein Blatt vor den Mund. Wir erleben auch explizite Szenen, die einem den Kloß im Hals spüren lassen. Unverblümt, direkt — und genau deshalb so unglaublich echt.


    Wenn man Begeisterung überhaupt in Worte fassen kann, dann würde ich mir wünschen, für dieses Buch die richtigen Worte gefunden zu haben. Eine ganz klare Empfehlung — nicht nur für Fans von Murakami, sondern für absolut jeden. Denn hier wird Literatur auf höchstem Niveau geboten.

  2. Cover des Buches Kafka am Strand (ISBN: 9783832185930)
    Haruki Murakami

    Kafka am Strand

    (1.119)
    Aktuelle Rezension von: entspanntesLesen

    Kafka Tamura verlässt Nakano und macht sich auf den Weg über die große Brücke. Er lässt zurück seinen Vater, mit Sack und Pack, hofft Abstand zu gewinnen und vielleicht seine Mutter und Schwester irgendwo da draußen zu finden. Währenddessen passieren in Nakano und rundherum surreale Dinge - mittendrin Nakata, ein Sechzigjähriger, der mit Katzen sprechen kann und anders denkt.

    Meine Meinung:

    Murakami erbaut Welten, die nebeneinander existieren. Ich kannte seinen Stil schon durch das zuletzt erschienene Buch "Die Stadt und ihre ungewisse Mauer".

    Das Buch arbeitet tief mit Symbolik, erklärt nicht und lässt Zugang über die Gefühle des Lesers selbst.

    Da Murakami zu fließend erzählt, entsteht dieser meditative Sog - ohne laut zu sein und Effekte zu provozieren.

    Die Kapitel wechseln ab, es gibt 2 Wege und verschiedene Konstellationen, welche sich zum Teil spiegeln. Zu einem ist da der 15 jährige Kafka, Oshima als Leitfigur und Saeki, die Bibliotheksleiterin. Zum anderen Nakata auf seinem Weg mit Hoshino, um etwas zu tun, wofür es keine Zeit und keinen konkreten Rahmen gibt.

    Der Roman war eine Wucht für mich und bewegte mich, weitere Murakami Romane auf meine Leseliste zu setzen.

    Es kann bewegen, spiegeln, zeigen oder einfach eine Geschichte sein, die magisch anhaftet.

  3. Cover des Buches Die Chroniken des Aufziehvogels (ISBN: 9783832181420)
    Haruki Murakami

    Die Chroniken des Aufziehvogels

    (611)
    Aktuelle Rezension von: Joxanna

    Buch: Mister Aufziehvogel

    Von Beginn an war dieses Buch für mich eine ständige Gratwanderung: Mehr als einmal stand ich kurz davor, das Buch abzubrechen, weil die Handlung so bizarr, langwierig und streckenweise schlicht unverständlich schien. Und doch entwickelte die Geschichte immer wieder einen ganz eigenen, unentrinnbaren Sog, der mich weitertreiben ließ.

    Ein meisterhafter Schreibstil und historische Gänsehaut

    Was das Buch von der ersten bis zur letzten Seite trägt, ist der herausragende Schreibstil von Haruki Murakami. Es war ungemein spannend, in eine in Japan angesiedelte Welt einzutauchen – auch wenn die japanischen Namen für mich sehr gewöhnungsbedürftig und schwer zu merken waren. Besonders im Gedächtnis bleiben die historischen Rückblenden in den Zweiten Weltkrieg und die Mandschurei. Die berüchtigte Szene rund um das Häuten hat mir echte Gänsehaut beschert und zeigt, wie eindringlich und schrecklich schön Murakami schreiben kann.

    Eine Welt voller Konstruktion und Metaphern

    Man muss sich darauf einlassen, dass die Handlung stark konstruiert wirkt und sich fast durchgehend wie eine einzige, große Metapher liest. Man tastet sich durch Traumwelten, Brunnen und merkwürdige Begegnungen. Besonders schräg – und auf eine seltsame Weise intim – war für mich persönlich, dass ich mich überraschend stark mit der Figur der Kumiko identifizieren konnte.

    Das Ende rettet die Sterne

    Bis etwa 60 Seiten vor Schluss schwankte meine Bewertung zwischen 1 und maximal 2 Sternen. Zu oft war ich kurz davor aufzugeben. Doch Murakami versteht es meisterhaft, ein Finale zu komponieren: Auf seine ganz eigene, mystische Art fügen sich am Ende die Fäden zusammen und lösen vieles auf.

    Fazit


    Der Aufziehvogel ist ein spektakulär zusammengesetztes, absolut außergewöhnliches Buch. Ob ich es weiterempfehlen würde? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht – wie könnte ich jemand anderem dieses langwierige, bizarren Leseabenteuer guten Gewissens zumuten? Und ob ich jemals wieder einen Murakami anrühre? Keine Ahnung. Aber eine gewisse, unbestreitbare Faszination bleibt zurück.

  4. Cover des Buches 1Q84 (Buch 3) (ISBN: 9783442743636)
    Haruki Murakami

    1Q84 (Buch 3)

    (461)
    Aktuelle Rezension von: Karandi


    Nachdem ich nun auch das letzte Buch der Trilogie gelesen habe, möchte ich 1Q84 als Ganzes bewerten, obwohl die einzelnen Bücher jeweils ihren eigenen Schwerpunkt haben.


    Im ersten Buch erleben wir den Eintritt in die Parallelwelt. Wir lesen zunächst von zwei scheinbar fremden Geschichten: von Aomame, der Auftragskillerin, und von Tengo, dem Ghostwriter, der ein Buch schreibt, dessen Idee nicht von ihm stammt. Die Geschichten der beiden wirken anfangs voneinander getrennt, und man erkennt den Zusammenhang noch nicht. Dennoch baut Murakami bereits in diesem ersten Teil eine solche Tiefe auf, dass die Komplexität der Beziehung zwischen den beiden Figuren am Ende des Buches und besonders im zweiten Teil voll zur Geltung kommt.


    Beide sind in die Parallelwelt hinübergegangen, und beide werden auf ihre eigene Art von unterschiedlichen Motiven angetrieben. Doch nun wird klar, dass ihre Schicksale miteinander verwoben sind, dass sie trotz der über zwanzig Jahre, in denen sie unterschiedliche Leben geführt haben, auf besondere Weise miteinander verbunden bleiben. Das Band zwischen ihnen ist so stark, dass sie füreinander die einzigen Menschen sind, nach denen sie Sehnsucht empfinden, obwohl die jeweils andere Person in ihrem bisherigen Leben keine reale Anwesenheit hatte. Sie haben im Leben des jeweils anderen eine Rolle eingenommen, die niemals von jemand anderem besetzt werden konnte.


    Im zweiten Teil lernen wir außerdem die Geschichte der Little People kennen. Wir erfahren von den erschütternden Machenschaften einer Sekte – sowohl auf sexueller als auch auf wirtschaftlicher Ebene – und von ihrem enormen Einfluss auf die Gesellschaft. Genau das macht diesen Roman so unglaublich stark. Es ist nicht einfach nur eine Liebesgeschichte. Es ist so viel mehr. Es ist Dramaturgie. Es ist ein Kriminalroman. Es trägt Züge eines Thrillers. Gleichzeitig erleben wir einen Gesellschaftsroman, der selbst in dieser fiktiven Welt Strukturen aufzeigt, die sich nur allzu gut auf unsere reale Welt übertragen lassen.


    Wir erleben, wie zerstörerisch Bewegungen und Machtstrukturen sein können. Aber wir erleben auch, wie stark Liebe sein kann. Wir erleben, wie stark das Band zwischen zwei Menschen werden kann und was Menschen bereit sind zu überstehen.


    Im dritten Buch beginnt schließlich das Katz-und-Maus-Spiel. Aomame wie auch Tengo werden beschattet. Die Schlinge um ihre Hälse scheint sich immer weiter zuzuziehen. Der dritte Teil ist geprägt von Spannung, aber auch von Sehnsucht und enormer Risikobereitschaft – nur, um das lange vermisste Gegenstück endlich zu finden.


    Ich möchte hier nicht das Ende spoilern. Ich möchte offenlassen, ob es ein Happy End oder ein tragisches Ende ist. Kenner von Murakami können sich das Ende vielleicht bereits selbst ausmalen, denn er hinterlässt uns auf seine typische Art ein Finale, das in uns die unterschiedlichsten Emotionen hervorruft: auf der einen Seite befriedigend, auf der anderen Seite voller Ungewissheit und mit viel Raum für eigene Interpretationen.


    Deshalb ist Murakami für mich ganz einfach einer der besten Autoren – nicht nur unserer Zeit, sondern überhaupt. Er schreibt auf eine Weise, die einen selbst dazu bringt, eine Welt in einer Welt aufzubauen, Dinge zu hinterfragen, Fragen zu stellen, die vorher nie gestellt wurden, sich Bilder auszumalen und diese Welt mit all ihren Höhen und Tiefen zu erkunden und zu erleben.


    Ich lese normalerweise zwischen 100 und 150 Seiten am Tag. Murakami hat es geschafft, dass ich 1500 Seiten in vier Tagen gelesen habe – und das ist für mein Lesetempo ausgesprochen viel und aussagekräftig genug.


    Ich kann dieses Buch und diesen Autor jedem nur empfehlen. Man muss die Scheu überwinden – vor seiner Direktheit, vor seinen detaillierten Beschreibungen und vor manchen Situationen. Man muss tief eintauchen, objektiv betrachten und das Juwel hinter Vorurteilen und falschen Vorstellungen entdecken. Dann wird man belohnt. Man wird süchtig nach seinen Geschichten werden und wertschätzen, diesen Autor kennengelernt zu haben.


    Für mich ist das wohl die ernst gemeinteste Empfehlung, die ich aussprechen kann.

  5. Cover des Buches Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (ISBN: 9783442715152)
    Haruki Murakami

    Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

    (655)
    Aktuelle Rezension von: Lia48

    (C. N.: u. a. Sui*idgedanken, Tod, Se*uelle Gewalt, evtl. Depression) 

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    💬 „Warum Bahnhöfe ihn in solche Begeisterung versetzten, konnte er niemandem erklären. Und selbst wenn, hätte man ihn ohnehin nur für ein sehr seltsames Kind gehalten. Mitunter fand Tsukuru ja sogar selbst, dass mit ihm einiges nicht stimmte.“

    💬 „Wie Wind wehte, wie Wasser rauschte, wie Licht durch die Wolken fiel, ja sogar die Farben der jahreszeitlichen Blumen - alles war anders als früher.“ 

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    📖 KLAPPENTEXT:
    „Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos, denn anders als seine Freunde hat er keine besonderen Eigenheiten oder Vorlieben, ausgenommen vielleicht ein vages Interesse für Bahnhöfe. Als er nach der Oberschule die gemeinsame Heimatstadt Nagoya verlässt, um in Tokio zu studieren, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Erfolglos versucht er wieder und wieder, sie zu erreichen, bis er schließlich einen Anruf erhält: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, lautet die Botschaft, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmo*ds verbringt.

    Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-jährige Tsukuru seiner neuen Freundin Sara, die nicht glauben kann, dass er nie versucht hat, der Geschichte auf den Grund zu gehen. Von ihr ermutigt, macht Tsukuru sich auf, um sich den Dämonen seiner Vergangenheit zu stellen.“ 


    💬 „Du kannst deine Geschichte weder auslöschen noch rückgängig machen. Denn damit würdest du zugleich dein inneres Wesen tö*en.“ 

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    📝 KURZMEINUNG: 
    Diese Geschichte besitzt eine schöne philosophische und leicht spirituelle Note. Sie spielt manchmal mit den Übergängen von Traum, Realität und anderen Bewusstseinsebenen und hat ein paar wenige skurrile Elemente.
    Nicht immer wusste ich alles einzuordnen, was jedoch absolut nicht auf die Spitze getrieben wurde und so tatsächlich seinen eigenen Reiz für mich hatte.
    In kürzester Zeit bin ich durch das Buch geflogen.
    Auch vom Schreibstil her mochte ich es wirklich gerne, zudem hat mir die Grundidee gefallen.
    Die Bettgeschichten und nächtlichen Träume des Protagonisten hätte ich in seinen Details nicht benötigt. Und dass er Letztere mit einer Vergewa*tigung vergleicht, fand ich moralisch etwas fragwürdig. 

    Nach meiner ersten Lektüre von Murakami kann ich nun erahnen, welche Anziehung sein Schreiben für viele Lesende ausstrahlt. Ob all seine Geschichten etwas für mich sind, kann ich noch nicht sagen. Aber zum überwiegenden Teil hat er mich hier erreicht, wenn auch nicht auf allen Ebenen. 

    Der farblose Schmetterling unter dem bunten Schutzumschlag bei meiner Hardcover-Ausgabe finde ich übrigens eine wirklich schöne Idee und passt gut zum Inhalt.

    Auf meinem SuB warten nun noch „Wenn der Wind singt / Pinball 1973“ und die beiden Bücher von „Die Ermordung des Commendatore“ von Murakami auf mich. Ich bin gespannt!

    Für die hiesige Lektüre gibt es von mir 3,5/5 Sterne!

  6. Cover des Buches Von Männern, die keine Frauen haben (ISBN: 9783442717064)
    Haruki Murakami

    Von Männern, die keine Frauen haben

    (176)
    Aktuelle Rezension von: Paperboat

    “Von Männern, die keine Frauen haben” ist eine Kurzgeschichtensammlung, deren Kern Männer stehen ohne Frauen stehen. Diese Männer werden innerhalb der Erzählung von unterschiedlichen Frauen ergänzt, entweder weil sie diese begehren oder generell einsam zu sein scheinen. Typisch Murakami sind von Melancholisch über Normal bis Skurril wieder diverse Facetten dabei.

    Tja, war ich die richtige Person für dieses Buch? Ich bin nicht der größte Fan von Kurzgeschichten, aber dieses Buch hat mich so gar nicht erreicht. An mir sind die einzelnen Geschichten vorbeigezogen wie eine flüchtige Begegnung mit einem Fremden auf der Straße; noch bevor ich einen Sinn in ihnen erkennen konnte, waren sie auch schon zu Ende. Entsprechend ungerührt haben mich die Geschichten zurückgelassen. Gerade, wenn es sich da um einen Murakami handelt, von dem ich normalerweise sehr angetan bin, ist das besonders enttäuschend. Meine Hoffnung: Mein nächstes Buch von ihm wird hoffentlich besser!

  7. Cover des Buches Wilde Schafsjagd (ISBN: B005QJS7C8)
    Haruki Murakami

    Wilde Schafsjagd

    (421)
    Aktuelle Rezension von: Karandi

    Meiner Meinung nach ist wilde Schafjagd, eins von Murakami schwierigeren Büchern in Bezug darauf zu verstehen, was man eigentlich liest. Es hat auch einen stark philosophischen Charakter. Ein namenloser Hauptakteur wird beauftragt ein ganz besonderes Schaf zu finden und dafür hat er nur ein Bild. Er muss anhand vom Hintergrund den Standort feststellen und auf dem Weg dieses Schaf zu finden gerät er in eine Konfrontation mit sich selbst und trifft auf eine Art Schafmann, halb Mensch halb Schaf, was einen äußerst symbolischen Charakter hat, den es im Buch zu entschlüsseln gilt. Murakami lässt hier außerordentlich viel offen und gibt dem Leser sehr viel Raum zu Eigener Interpretation, was die ganze Sache noch spannender macht. Wilde Schafsjagd ist auf jeden Fall kein Buch, was man einfach nur überlesen sollte, sondern eines, was man wirklich versuchen sollte, aufzunehmen.

  8. Cover des Buches Die Ermordung des Commendatore Band 2 (ISBN: 9783832198923)
    Haruki Murakami

    Die Ermordung des Commendatore Band 2

    (342)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Der zweigeteilte Roman "Die Ermordung des Commendatore" - ist ein typischer, klassischer Murakami. Die Geschichte um den Portraitmaler, der nach der plötzlichen Trennung von seiner Frau und einem Roadtrip im verlassen Haus eines früheren Malers einzieht und sich dort mystischen oder übernatürlichen Begegnungen stellen muss. Die Sprache Murakamis ist und bleibt wunderbar und eine wahre Lesefreude. Ich persönlich mag mehr die realistischen als die phantastischen Murakami -Romane, weshalb ich hier nicht volle Punktzahl geben kann. Außerdem fand ich die fixierung auf die Oberweite eines dreizehnjährigen Mädchens am Ende des Buches etwas befremdlich.

  9. Cover des Buches Südlich der Grenze, westlich der Sonne (ISBN: 9783442749447)
    Haruki Murakami

    Südlich der Grenze, westlich der Sonne

    (1.081)
    Aktuelle Rezension von: Karandi

    Das Buch zeigt sehr schön auf was passieren kann, wenn man nicht zufrieden ist mit dem, was man hat. Es zeigt, wie fatal es werden kann wenn Triebe und Begierden das Ruder über das rationale Denken übernehmen. Ob man Verständnis für die Hauptfigur hat hängt glaube ich von der eigenen Konstitution ab manche würden ihn sicherlich als sympathisch, aber verloren betrachten wieder andere einfach nur, als ich bezogen und nur auf sich selbst fixiert. Ich würde mich da eher zur zweiten Gruppe zählen und tatsächlich kann ich eine Brücke zu dem Roman no Longer human schlagen. Nur das Murakami dies meiner Meinung nach um Längen Besser  umgesetzt hat. Der Protagonist hat alles, beruflichen Erfolg eine gute Frau und Kinder und nur weil er die Gelegenheit hat mit einer Frau intim zu werden, die er mal begehrt hat Als er noch Kind war, aber nicht greifen konnte, holt er dies bei der Gelegenheit im Erwachsensein nach und verliert sich völlig und verletzt die, die ihn lieben. Es ist auf jeden Fall das Buch von Murakami, wo ich mit der Hauptfigur keine Sympathie empfinden kann dennoch aber für die Nebenfiguren im Form von seiner Frau, die am Ende mehr Größe zeigt wie der Hauptakteur im kompletten Roman

  10. Cover des Buches Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede (ISBN: B005IF8VE4)
    Haruki Murakami

    Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede

    (180)
    Aktuelle Rezension von: MelB2508

    Meine mittlere Tochter ist im September zum ersten Mal einen Marathon gelaufen und hat mir das Buch sehr ans Herz gelegt. Also bin ich eingetaucht in das Seelenleben eines Autoren, den ich sehr gerne lese. 

    Haruki Murakami hat mit dem Laufen begonnen, um der sitzenden Tätigkeit des Schriftstellers einen Ausgleich entgegen zu setzen und gesünder zu werden. Und dann hat es ihn gepackt und er läuft Marathon, Ultramarathon, sogar Triathlon. 

    Das Buch ist ein schmaler Band und schnell zu lesen. Sehr gut gefallen hat mir wie immer die klare unprätentiöse und wirklich sympathische Sprache (Stimme) des Autoren. Er verknüpft immer wieder das Laufen und seine Motivationen dafür mit seinem Beruf als Schriftsteller und oft auch damit, welchen Sinn er im Leben sieht.
    Ein Buch - nicht nur für Läufer oder Menschen, die sich dafür interessieren, warum in aller Welt jemand einen Marathon laufen möchte. 

    Vielen Dank für die Empfehlung an meine Tochter! ♥

  11. Cover des Buches Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah: Erzählungen (ISBN: B005IF8VWQ)
    Haruki Murakami

    Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah: Erzählungen

    (331)
    Aktuelle Rezension von: Madorin

    Die neun Kurzgeschichten, die dieses Buch enthält, umfassen Murakamis Magie in komprimierter Form.
    Sie sind alle sehr unterschiedlich und doch versprühen sie denselben Charme.
    Die Geschichte, die dem Buch den Namen gegeben hat, sticht tatsächlich ein bisschen hervor und hat mir auch wirklich gut gefallen. Doch auch die anderen Geschichten sind nicht zu verachten.
    Ich möchte eigentlich gar nicht näher darauf eingehen, denn jeder sollte die Erzählungen selber auf sich wirklich lassen.
    Für Murakami Fans ein sehr schönes Buch und für Murakami Neulinge ein vermutlich guter Einstieg.

  12. Cover des Buches Sputnik Sweetheart (ISBN: 9783832185947)
    Haruki Murakami

    Sputnik Sweetheart

    (409)
    Aktuelle Rezension von: Karandi

    In dem Buch treffen wir auf einen namenlosen Protagonisten der Liebe für eine ganz besondere Frau in seinem Leben empfindet die diese jedoch nicht erwidert. Sumire ist auch ein ganz spezieller Charakter. Von allen Charakteren, die ich bereits von Murakami gelesen habe, ist Sumire mir auch am stärksten im Gedächtnis geblieben. Sie ist ein chaotischer liebenswerter Charakter, die großen Fokus darauf legt, wo sie im Leben hin möchte, wie sie dorthin gelangt und  ob es der richtige Weg ist. Obwohl der Hauptprotagonist natürlich die Hauptrolle spielen soll, muss ich schon fast zugeben, dass mich Sumire in diesem Buch weitaus mehr interessiert hat. Und auch hier scheint es, als ob wir im Laufe der Geschichte wieder in eine Murakami Parallelwelt, abtauchen, was den ganzen noch den letzten Schliff gibt und am Ende dürfen wir selber entscheiden, ob wir ein happy end erleben dürfen oder einfach nur ein Wunschtraum.

  13. Cover des Buches Tanz mit dem Schafsmann (ISBN: B005QJS7QY)
    Haruki Murakami

    Tanz mit dem Schafsmann

    (294)
    Aktuelle Rezension von: Karandi


    Mir will einfach nicht in den Kopf, warum dieser Mann nicht endlich den Literaturnobelpreis bekommt. „Tanz mit dem Schafsmann“ ist der vierte Teil der Tetralogie rund um den Freund, der als Ratte bekannt ist, und meiner Meinung nach auch der krönende Abschluss der Geschichte eines Erzählers, den wir seit „Wenn der Wind singt“ begleiten dürfen.


    Ich habe bis jetzt 14 Bücher von Murakami gelesen, und ich weiß um seine Gabe, mit Worten zu sprechen und dem Leser sehr viel Raum für eigene Interpretationen zu geben. In „Tanz mit dem Schafsmann“ hat er das jedoch noch einmal auf eine ganz eigene und besondere Art geschafft. Dieses Buch ist voller Melancholie und Tragik, aber zugleich auch voller Hoffnung und Selbstfindung. Es besitzt einen starken psychologischen Ansatz und ist meiner Meinung nach – wenn ich an die Dialoge zwischen Yuki und dem Erzähler denke – sogar mit einem leichten, angenehmen Humor versehen.


    Das Leben des Erzählers ist ein sehr trauriges. Er wird immer wieder mit dem Tod konfrontiert, mit dem Tod von Menschen, die ihm etwas bedeuten, die er liebt. Es scheint, als sei jeder, der in sein Leben tritt, dazu bestimmt, es irgendwann wieder zu verlassen. Der Erzähler wird dadurch immer einsamer, und jedes Mal scheint auch ein Stück von ihm selbst zu sterben.


    Es ist notwendig, „Wilde Schafsjagd“ vorher gelesen zu haben, um den Schafsmann auch nur ansatzweise verstehen zu können und sich ein Bild davon zu machen, was er überhaupt darstellt. Ist der Schafsmann eine eigenständige Figur, die zwischen der Welt der Toten und der Welt der Lebenden existiert? Ist er ein Alter Ego des Erzählers selbst? Oder ist er vielleicht die Ratte, die versucht, ihren Freund noch ein letztes Mal zurück in die Welt der Lebenden zu geleiten? Denn der Erzähler verbringt gefühlt mehr Zeit mit den Toten als mit den Lebenden.


    Wir erleben eine metaphorische Begegnung mit Kiki, einer seiner Geliebten, deren Verlust er schmerzhaft hinnehmen muss. Sie führt ihn in einen Raum mit sechs Skeletten, von denen er fünf zuordnen kann. Nur das sechste nicht. Und man fragt sich unweigerlich: Ist er es vielleicht selbst, der dieses sechste Skelett darstellen soll? Ist er den Toten inzwischen näher als den Lebenden?


    Er trifft den Schafsmann, der ihm sagt, dass er den Verlust hinnehmen müsse und dass er noch weitere Verluste erleiden werde. Aber er solle weiter tanzen. Er solle tanzen und tanzen.


    Dabei steht das Tanzen natürlich nicht wortwörtlich für eine rhythmische Bewegung zur Musik. Es steht für Bewegung im Leben. Es hält ihn dazu an, neue Verbindungen zu schaffen und bestehende Verbindungen nicht aufzugeben. Und genau das tut er auch.


    Die ungewöhnliche Beziehung zwischen ihm und Yuki ist eine starke Aussage darüber, wie gleiches Leid zwei völlig unterschiedliche Menschen zusammenbringen kann.


    Ich habe fast das Gefühl, diesem Buch mit dieser Rezension gar nicht gerecht werden zu können. Es hat mich absolut mitgenommen, wie tiefgehend und vielfältig Murakami den Zustand eines Menschen beschreiben kann, der zwar Teil dieser Welt ist, aber im Geiste parallel zu ihr lebt. Und wir dürfen am Ende erleben, wie er sich dazu entscheidet, nicht mehr den Toten hinterherzurennen, sondern die Lebenden zu suchen.


    Genauer gesagt: die eine Lebende, deren Verlust er fürchtet, bei der jedoch der Wunsch, ihre Gegenwart zu bewahren, größer ist als die Angst, sie irgendwann verlieren zu können.


    Ein absolut starkes und geniales Buch.


    Ich würde immer empfehlen, die Tetralogie im Ganzen zu lesen, also „Wenn der Wind singt“, „Pinball 1973“, „Wilde Schafsjagd“ und schließlich „Tanz mit dem Schafsmann“. Man kann aber auch nur „Wilde Schafsjagd“ und „Tanz mit dem Schafsmann“ lesen, um dieses große Werk eines absoluten Meisters genießen zu können.


    Von mir gibt es fünf Sterne und die Hoffnung darauf, dass dieser Mann endlich den Preis bekommt, den er meiner Meinung nach verdient. Denn er ist einer der Größten seines Fachs, die die Bühne dieser Welt je betreten haben.

  14. Cover des Buches Der Elefant verschwindet (ISBN: 9783832186029)
    Haruki Murakami

    Der Elefant verschwindet

    (193)
    Aktuelle Rezension von: Karandi


    In dieser Sammlung von verschiedenen Erzählungen finden wir alles, was das Murakami Herz begehrt. Unter anderem auch Vorläufer von Romanen wie zum Beispiel Mister Aufziehvogel, anders aber als in erste Person Singular ist hier nichts autobiografisch, sondern reine, fiktive Erzählungen mit einem Mehrwert, den man sich sogar selbst bestimmen kann, da Murakami auch hier wieder sehr viel Raum für eigene Interpretationen lässt. 

    Es ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

  15. Cover des Buches Von Beruf Schriftsteller (ISBN: 9783442716975)
    Haruki Murakami

    Von Beruf Schriftsteller

    (61)
    Aktuelle Rezension von: patriciahorn

    Haruki Murakamis Werk hat mich sehr beeinflusst - das Abgleiten ins märchenhaft Surreale, der Trott des Alltags. Was mich "Von Beruf Schriftsteller" gelehrt hat, ist den Geschichten, die meinem Herzen entspringen, ungeachtet von Trends und Markt, zu vertrauen, denn wenn es mir nichts bedeutet, weil ich mich in ein Korsett zwänge, wie soll es dann andere berühren?

    Murakami entdeckte seinen Stil, indem er auf Englisch schrieb und den Text auf Japanisch zurückübersetzte. Eine ungewöhnliche Herangehensweise in der traditionsbewussten japanischen Buchwelt. Er schrieb nachts, nach getaner Arbeit müde geworden, am Küchentisch. „Wenn der Wind singt" gewann sogleich einen Preis. Dies zeigt, dass das Dasein eines Autors ein gewisses Selbstvertrauen bedarf, Beharrlichkeit und in seinem Fall den Mut, Neues zu wagen. 

    Das Buch ist keinesfalls eine Autobiografie. Der Leser bekommt Einblicke in seinen Schriftstelleralltag, ohne dass der zurückgezogene Autor belehrt, es ihm gleich zutun. Er erzählt von seiner Karriere, ohne Skandale und mit Bescheidenheit. Und ich gönne ihm die Privatsphäre. Murakami gibt uns mit seinen Geschichten, die mit viel Fleiß und Disziplin sowie einer gehörigen Portion Fantasie entstehen, genug. 

    Zum Ausgleich treibt Murakami eine Menge Sport und ernährt sich gesund. Nach dem Motto: ein fitter Körper ist das Gefäß eines fitten Geistes. Durchaus etwas, das man sich zum Vorbild nehmen kann. 

    Disziplin sei laut Murakami der Schlüssel zum Erfolg. Auf diese Weise könne jeder von Beruf Schriftsteller sein.




  16. Cover des Buches Afterdark (ISBN: B005IF8VHQ)
    Haruki Murakami

    Afterdark

    (354)
    Aktuelle Rezension von: Karandi

    Das, was mir an Murakamis Büchern gar nicht gefällt, ist, dass sie ein Ende haben. Denn jedes Mal, wenn ich eins zu Ende gelesen hab, bin ich traurig, dass es schon zu Ende ist. Er schafft es einfach jede Situation jeden Umstand jeden Blickwinkel, den man aufs Leben haben kann zu beschreiben und so zu präsentieren, dass man in eine Welt taucht aus der man immer nur schwer wieder zurück findet. In After Dark lädt er in die raue Nacht Tokios ein und selbst dort schafft man es sich wohl zu fühlen. Wer die traurige Realität mit ein Stück Magie und Hoffnung mag ist bei Murakami bestens aufgehoben.

  17. Cover des Buches Chaos (ISBN: 9783644043817)
    David Mitchell

    Chaos

    (62)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Okinawa:
    Er verübte im Auftrag Seiner Luzidität den Giftgasanschlag auf das U-Bahnnetz in Tokyo. Jetzt ist er auf der Flucht und macht den vereinbarten Anruf, der ihm Hilfe bringen soll...

    Tokyo:
    Er ist Verkäufer in einem Plattenladen, mag Jazz und ist in ein ihm unbekanntes Mädchen verliebt. Ein seltsamer Anruf verändert sein Leben...

    Hongkong:
    Er wäscht Geld für Drogenhändler. In einem Restaurant trifft er ein Liebespaar. Am nächsten Tag besteigt er den Heiligen Berg und stirbt...

    Mongolei, Petersburg, London und noch mehr Orte. Wir treffen sprechende Bäume, körperlose Seelenwanderer, skrupellose Kunstdiebe, Schlagzeug spielende Ghostwriter und viele, viele mehr.

    David Mitchell legt mit CHAOS einen Band mit 9 Geschichten vor - einen Roman in neun Teilen - wie der Umschlag uns verrät. Und tatsächlich kann jede Geschichte, jeder Teil für sich alleine stehen, doch trotzdem sind sie untrennbar miteinander verbunden.
    Es geht um das Schicksal, um Liebe, um Tod und die Suche nach den Anfängen, nach dem Ende, nach alten Legenden und einer
    besseren Welt; nach dem Großen Ganzen.

    CHAOS ist erfrischend anders, ist interessant und auf jeden Fall lesenswert. Alle neun Teile sind in der Ich-Form geschrieben, wobei Ich immer eine andere Person, ob Mann oder Frau oder auch Seelenwanderer ist. Man verschlingt Teil um Teil, Geschichte um Geschichte auf der Suche nach der Verbindung zu den anderen Teilen und bemerkt dabei überhaupt nicht, wie schnell man sich dem Ende nähert.

    Ich kann CHAOS jedem empfehlen der mal etwas Anderes lesen möchte

  18. Cover des Buches Wonderlands (ISBN: 9783806240726)
    Laura Miller

    Wonderlands

    (134)
    Aktuelle Rezension von: Shopaholicpony

    Vorweg: Man sollte im Hinterkopf behalten, dass es sich eher um ein Sachbuch handelt.

    Ich fand es dafür recht angenehm zu lesen, vor allem, weil stets passende Bilder zu den vorgestellten Welten dabei waren. Das lockert den ganzen Text ein wenig auf, der sonst recht viel Input gibt.

    Generell eignet sich das Buch sehr gut dazu, sich einen generellen Überblick über diverse Werke zu verschaffen, was deren Welt angeht.

    Es an einem Stück zu lesen wäre wohl recht anstrengend. Ich für meinen Teil habe es auch nichts der Reihe nach gelesen, sondern bin vor und zurück gesprungen, je nachdem, was mich gerade interessiert hat und habe so auch einige neue Werke, die ich noch nicht in meinem Regal habe, für mich entdeckt und sie auf meine Wunschliste gepackt.

    Die Qualität der Seiten und des Drucks sind super, war richtig hin und weg.

    Insgesamt habe ich nichts gefunden, das es würdig wäre, einen Stern abzuziehen

  19. Cover des Buches Untergrundkrieg (ISBN: 9783832186081)
    Haruki Murakami

    Untergrundkrieg

    (55)
    Aktuelle Rezension von: MEva

    Faszinierender und erschütternder Zeugenbericht. Viele direkte oder indirekte Opfer des Sarin-Anschlags wurden in die Tiefe interviewt und es bleibt Fassungslosigkeit, allerdings auch die Frage nach Schicksal und Glück zurück.

    Die Drahtzieher werden entmystifiziert und die Mitglieder der Aum-Sekte von ihrem teuflischen Stempel teilweise befreit. Für Murakami sind alle gleich - menschlich.

  20. Cover des Buches Erste Person Singular (ISBN: 9783832181574)
    Haruki Murakami

    Erste Person Singular

    (81)
    Aktuelle Rezension von: Karandi

    Erste Person Singular ist eine Zusammenfassung aus Erzählungen, die zum Teil autobiografisch sind, aber auch mit fiktiven Geschichten verknüpft wurden. Es sei denn, es gibt mittlerweile sprechende Affen, dann wäre fiktiv nicht der richtige Ausdruck. Wer Spannung erwartet, wird diese in den Geschichten allerdings nicht finden. Es geht mehr um Einblick in die Gedankenwelt eines Menschen und er lädt uns dazu ein, daran teil zu haben, ein bisschen in Murakamis Kopf rum zu wandeln. Alle Geschichten sind in der Ich Erzählung. Auch das ist ein Indiz dafür, dass Murakami hier sehr viel von seinen eigenen Erinnerungen, Eindrücken, Begegnungen im Leben zum Besten gibt und es ist ein kleines Buch. Man kann es eigentlich schön an einem Abend durchlesen, wenn man Möchte und frischt eine Murakamisammlung auf jeden Fall auf

  21. Cover des Buches Die unheimliche Bibliothek (ISBN: 9783832162931)
    Haruki Murakami

    Die unheimliche Bibliothek

    (194)
    Aktuelle Rezension von: paw_prints_on_books

    Ach, ich weiß nicht. Vielleicht bin ich einfach nicht intelligent genug für diese Art von Buch. Ja, man kann so vieles hier reininterpretieren. Deutsch Leistungskurs 11. Klasse lässt grüßen, aber so wirklich Lust darauf hatte ich nun nicht gerade. Was wollte der Autor uns damit sagen? Ich weiß nicht so genau und ich habe auch keine Lust, Interpretationen zu googeln. Ich glaube, Murakami ist einfach nichts für mich.

  22. Cover des Buches Wenn der Wind singt (ISBN: 9783899039399)
    Haruki Murakami

    Wenn der Wind singt

    (13)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Die Hörbuchfassung beginnt mit einem langen Vorwort, in dem der Autor ausführlich beschreibt, wie es zu seinem ersten (Kurz-)Roman gekommen ist, wer ihn beeinflusst hat (wie er dadurch zu seinem persönlichen Stil gefunden hat) und welche Auswirkungen er auf sein weiteres Schriftsteller-Dasein hatte.

    Die Geschichte an sich – wirkt aus heutiger Sicht – relativ belanglos, irgendwie nicht mehr so ganz zeitgemäß, die zum Teil übertrieben ordinäre Sprache, die Schilderung der ersten drei sexuellen Erfahrungen. Für Ende der 1970iger war das wahrscheinlich in Japan jedoch noch ziemlich revolutionär. Der namenlose Ich-Erzähler schildert knapp 3 Wochen seines Lebens, die er in den Semesterferien in seiner Heimatstadt verbringt. Dort lernt er in einer Kneipe seinen zeitweilig besten Kumpel, genannt „Ratte“ kennen. Es gibt im Verlauf durchaus interessante Elemente, wie die Episode mit dem Radiomoderator. Ständig wird auch das Lesen von Büchern betont und einige Werke auch namentlich benannt. Angesprungen bin ich auf die Geschichte mit den Brunnen auf dem Mars, die mich sofort faszinierte. Ein gewisser Derek Heartfield, sein großes Vorbild, der tragisch zu Tode kam, soll sie verfasst haben. Doch diesen Autor hat es nie gegen und Murakami die kleine Episode selber erfunden.

    Wieso musste man Jahrzehnte auf das Erscheinen dieses Romans warten? Vielleicht hat Murakami so lange keiner Übersetzung zugestimmt, da er selbst nicht so ganz von seiner Leistung überzeugt war? Ich habe bisher keine anderen Werke von Murakami gelesen, somit keine Vergleichsmöglichkeit. Immerhin erkenne auch ich interessante Komponenten, die aber insgesamt noch nicht ausgereift wirken.

    Es liest David Nathan, eine als Synchronsprecher recht bekannte Stimme. Auf der Hülle ist zu lesen „Fesselt den Hörer mit seiner herausragenden Erzählkunst“.... Ich muss sagen...eindeutig: Nein!!!!

    Seine Stimme klingt abgehackt, mitunter mechanisch und die Atemgeräusche empfand ich zudem störend.

    Es handelt sich um eine ungekürzte Lesung auf 3 CDs, insgesamt knapp 3 Stunden (ohne die lange Einführung ca. 20 Minuten wenig).

    Fazit: „Murakami kann süchtigmachend schreiben“ Claudia Voigt, DER SPIEGEL.... sicherlich nicht mit diesem Werk. Gebe für den Roman 3 Sterne, einen Abzug gibt es für die Umsetzung als Hörbuch.

  23. Cover des Buches Die Bäckereiüberfälle (ISBN: 9783832162764)
    Haruki Murakami

    Die Bäckereiüberfälle

    (87)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein bibliophiler Quickie von Haruki Murakami und Kat Menschik. Seit ich irgendwann einmal über Kafka am Strand gestolpert bin, bin ich absoluter Murakami Fan. Und da Murakami ein Vielschreiber ist, geht die fantastische Literatur auch nicht so schnell aus. Meine Murakami-Leseliste ist jedenfalls noch lang. Und da ich vor kurzem mal wieder etwas auf einen Zug warten musste, habe ich mich wider besser Vernunft in die Höhle des Löwen gewagt und bin in eine Buchhandlung gegangen. Nicht dass ich ein Buch gebraucht hätte, ich hatte zwei dabei, aber irgendwie musste ich ja die Zeit herumbekommen. Und nachdem ich mich durch die unzähligen „Kauf-mich-ich-bin-neu“-Angebote geschlagen hatte ohne eines nur eines ernsthaften Blickes zu würdigen – ich wollte ja standhaft bleiben und nur mal gucken – landete ich im Bereich der anspruchsvolleren Gegenwartsliteratur. Nur mal gucken. Ach sieh an, es gibt einen eigenen Haruki Murakami Bereich. Da ist ja interessant.

    Kafka am Strand? Hab ich. Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt? Hab ich. IQ84? Liegt auf dem SuB. Die Bäckerei-Überfälle? Ein kleines Büchlein, das sieht ja gut aus. Und schon hatte ich den Fehler begangen und die Gesänge der Sirenen mich in ihren Bann gezogen. DuMont hat aber auch ein wirklich sensationell bibliophiles Büchlein herausgegeben. Die beiden Kurzgeschichten über die Bäckereiüberfälle von Murakami sind von Kat Menschik illustriert worden. Und zwar dermaßen surreal-genial, dass bereits die Illustrationen den bibliophilen Kauf erzwungen haben. Es mag ja sein, dass es irgendwo da draußen Übermenschen gibt, die solch einer Versuchung widerstehen können, aber ich stehe dazu: mein Fleisch ist schwach, auch wenn der Geist zu Beginn willig war.

    Das Lesevergnügen ist zugegebenermaßen recht kurz. Die knapp 70 Seiten mit besonders großer Schrift sind lediglich eine kurze Bettlektüre. Aber mal ehrlich, wer kauft denn die Bäckereiüberfälle von Murakami um Lektüre für den Urlaub zu erwerben? Andererseits sind die Kombination der wieder einmal surreal anmutenden und absurden Geschichte in Verbindung mit den rot-gold farbenen Bildern tatsächlich ein Kurzurlaub. Eine Entführung in die Welten Murakamis und Menschiks – zuckerlose M&M. Und wer wollte nicht einmal lesen, wie jemand eine Bäckerei überfällt und daran glorreich scheitert?

    Um den Enttäuschungen dennoch vorzubeugen, man sollte Murakami schon lieben oder aber ein bibliophiler (wahlweise auch bibliomaner) Büchersammler sein, dann bekommt man allerdings ein wirklich außergewöhnliches Lesevergnügen. Wer nur die Geschichten lesen möchte, greift lieber zur Kurzgeschichtensammlung „Der Elefant verschwindet“, indem die beiden Kurzgeschichten ebenso enthalten sind.

  24. Cover des Buches Die Ermordung des Commendatore Band II (ISBN: 9783869092591)
    Haruki Murakami

    Die Ermordung des Commendatore Band II

    (14)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76
    Was im ersten Band von ‚Die Ermordung des Commendatore‘ geschah: Nach der Trennung von seiner Frau hat sich der Ich-Erzähler in ein einsames Haus in Odawara zurückgezogen, das dem Maler Tomohiko Amada, dem Vater seines Freundes Masahiko Amada, gehört. Hier geschehen bald sonderbare Dinge, nachdem der Ich-Erzähler auf dem Dachboden das Gemälde ‚Die Ermordung des Commendatore‘ findet, das ihn beeindruckt und fasziniert. So hört der Ich-Erzähler nachts das Gebimmel von Glöckchen, die aus einer Grube hinter einem Schrein zu kommen scheinen, er trifft den leibhaftigen Commendatore, und er malt ein Porträt des ebenso reichen wie geheimnisvollen Menschiki, der auf der anderen Seite des Tals wohnt und der ihn bald um ein weiteres Porträt bittet: das seiner mutmaßlichen Tochter Marie Akikawa.

    Die Handlung des zweiten Bandes knüpft direkt an die Geschehnisse des ersten Buches an: Shiko Akikawa und ihre 13-jährige Nichte Marie verbringen den Sonntagmorgen im Haus des Ich-Erzählers, der dort die ersten Skizzen des Porträts anfertigt. Dort trifft Menschiki zum ersten Mal auf das Mädchen, das jedoch wenig Interesse an dem fremden Mann zeigt. Umso interessierter ist Marie an dem Porträt, das der Ich-Erzähler von Menschiki gemalt hat, das sich aber bereits in Menschikis Besitz befindet. Kurzerhand lädt Menschiki Marie und ihre Tante in seine Villa ein, damit sie das Bild betrachten können.

    Am Abend des ersten Zusammentreffens von Marie und Menschiki steht Marie allein vor der Tür des Ich-Erzählers. Sie hat sich aus dem Haus geschlichen und ist über einen geheimen Pfad durch den Wald zum Haus des Ich-Erzählers gelaufen. Marie ist überzeugt, dass Menschiki etwas zu verbergen hat, und erzählt außerdem, dass sie auf dem Weg das Gebimmel von Glöckchen gehört hat. Daraufhin stellt der Ich-Erzähler fest, dass der Glockenstab, den er in der Grube gefunden hat, aus seinem Atelier verschwunden ist.

    Mit dem Verschwinden des Glockenstabes geschehen mehr und mehr unerklärliche Dinge im Leben des Ich-Erzählers, und die Grenze zwischen Realität und Fiktion verwischt immer weiter:

    ‚Ich nahm die Decke, legte mich auf das Sofa im Wohnzimmer und schlief ein. Dabei hatte ich einen kurzen, aber lebhaften und klaren Traum. Fast fühlte es sich an, als hätte sich ein Stück der Wirklichkeit in meinen Schlaf verirrt. Als ich aufwachte, verwandelte es sich in ein schnelles Fluchttier, um spurlos zu verschwinden.‘ (Seite 145)

    Nachdem ich bereits sehr begeistert vom ersten Band von ‚Die Ermordung des Commendatore‘ war, kann ich nach der Lektüre des zweiten Buches sagen, dass mir dieses noch besser gefallen hat und dass ich nach dem Zuschlagen sehr bedauert habe, dass die Geschichte nun schon beendet ist.

    Die gekonnt eingesetzten Cliffhanger im zweiten Band haben dafür gesorgt, dass ich die 500 Seiten geradezu rastlos gelesen habe und das Buch kaum zur Seite legen konnte. Auch die Sprache, die - wie von Haruki Murakami gewöhnt - zwar einfach, aber dennoch poetisch ist, die oft unheimliche Stimmung, die geschickte Verschmelzung von Realität und Fiktion sowie die vielen Bezüge zu historischen Begebenheiten (z.B. der Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich und die Eroberung von Nanjing), zu Malerei, Philosophie und Mythologie machen das Buch zu einem echten Leseerlebnis und Murakami meiner Meinung nach zu einem würdigen Literaturnobelpreiskandidaten.

    Im Verlauf des Romans wird die Geschichte, die so alltäglich begann, immer magischer und weist außerdem einen hohen Symbolcharakter auf. Murakami führt zudem alle Erzählfäden des ersten und zweiten Bandes zusammen, greift zuvor beschriebene Ereignisse, Objekte, Personen und Situationen auf und verwebt alles zu einer komplexen Geschichte, bei der nichts zufällig zu sein scheint und bei der alle Puzzleteilchen wohlüberlegt platziert wurden.

    Auch äußerlich ist das Buch ein absolutes Meisterwerk: Die erste Auflage erscheint mit farbigem Schnitt in Dunkelblau, einem gelben Lesebändchen, einem mehrfarbig gestalteten Einband und einem halbtransparenten Folienumschlag.

    Obwohl ich Murakamis Romane und Erzählungen schon vor vielen Jahren mit großer Begeisterung gelesen habe, hat mich erst mit ‚Der Ermordung des Commendatore‘ ein echtes Murakami-Fieber gepackt, so dass ich nun viele ältere Bücher des Autors erstmals bzw. erneut lesen werde.

    Ein paar Wochen nach dem Lesen des Buches habe ich - wie ich es auch schon beim ersten Band des Romans gemacht habe - zudem das ungekürzte Hörbuch gehört, das von David Nathan exzellent und überzeugend gelesen wird. Die Lesung durch ihn klingt so magisch, dass es meiner Meinung nach keinen besseren Sprecher für eine Murakami-Geschichte geben könnte. Er interpretiert Murakamis Roman überzeugend, und seine Stimme ist so angenehm, dass man stundenlang der Geschichte lauschen möchte. Er hat mir den Roman ein zweites Mal nahegebracht, mich erneut fasziniert und begeistert.

    Ich bin mir sicher, dass ich die beiden Teiles von ‚Die Ermordung des Commendatore‘ noch mehrmals lesen und hören werde, weil die Geschichte einfach unglaublich komplex ist und ebenso komplex gelesen wird.

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