Bücher mit dem Tag "hausfrau"
50 Bücher
- Nele Jacobsen
Ein Sommer im Rosenhaus
(66)Aktuelle Rezension von: rose7474Der Roman hat mir mittelmässig gefallen. Die Protagonisten blieben für mich blass und die Handlung war vorhersehbar. Ganz nett für zwischendurch aber nichts was sich von der Masse abhebt und mir lange in Erinnerung bleiben wird. Da habe ich schon bessere Wohlfühlromane gelesen.
- Julianna Grohe
Räuberherz
(278)Aktuelle Rezension von: bibliophilaraAnfang des Jahres habe ich mit „Mondprinzessin“ von Ava Reed meinen ersten Roman aus dem Drachenmond Verlag gelesen. Mit „Räuberherz“ von Julianna Grohe ist es dieses Jahr schon das dritte Werk aus dem Kleinverlag. Inzwischen ist der Hype zwar ein wenig abgeklungen, so steht in meiner Stammbuchhandlung nur noch ein Roman des Verlags regulär aus. Als die Verkaufszahlen 2018 ihren bisherigen Höhenpunkt erreicht hatten und der Drachenmond Verlag einen Umsatz von knapp 1 Millionen Euro erzielte, habe ich mich damals für zwei Bücher entschieden, die beide ein absoluter Coverkauf waren. Eines davon war „Räuberherz“. Es erschien 2017 und ist der Romantasy zuzuordnen.
Die 16-jährige Ella Bowen lebt alleine in einem verlassenen Haus in Brookville im US-Bundesstaat Pennsylvania. Vor ihrem spielsüchtigen und aggressiven Vater ist sie geflohen, zur Schule geht sie aber weiterhin. Dort versucht sie verzweifelt sich nichts anmerken zu lassen. In der Nacht von Halloween bricht plötzlich ein hünenhafter Mann in das verlassene Haus ein und entführt Ella. Als sie aufwacht, findet sie sich in einer alten umzäunten Villa wieder, aus der es keinen Ausweg gibt. Der Hausherr Crys verlangt von ihr in Zukunft seine Haushälterin zu sein, und das bedeutet: putzen, kochen, waschen. Sollte Ella sich fügen, erwartet sie ein Leben in Sicherheit. Sollte sie sich weigern, erwartet sie der Tod.
„Das Mädchen, das er ausgewählt hatte, stapfte in der Dämmerung mit gesenktem Kopf die Straße entlang, die Kapuze der schwarzen Jacke tief ins Gesicht gezogen.“, ist der erste Satz des Prologs, welcher aus der personalen Erzählperspektive im Präteritum vom männlichen Protagonisten Crys geschildert wird. Erst ab dem ersten Kapitel „Gothic Girl“ wechselt die Erzählperspektive zu Ella, die man aus der Ich-Perspektive verfolgt. Das Romantasy-Buch besteht aus annähernd 400 Seiten, einem Prolog, 29 Kapiteln und einem Epilog. Dass das Werk aus 29 Kapiteln besteht, ist auf den ersten Blick leider nicht leicht zu erkennen, da die Kapitel zwar Titel, aber keine Nummerierung haben. Kein Problem, dann schaut man halt einfach ins Inhaltsverzeichnis und zählt die Kapitel ab. Jedoch sucht man auch ein Inhaltsverzeichnis hier völlig vergebens, weshalb ich das Buch durchblättern musste, um die Kapitel durchzuzählen. So umständlich war es selten, die Anzahl der Kapitel herauszufinden. Doch das war nur das erste verwirrte Kopfschütteln einer langen Periode.
Kommen wir aber zuerst einmal zur Protagonistin Ella Bowen. Zu Beginn der Geschichte ist sie ein 16-jähriges Mädchen, das sich selbst als eher pummelig bezeichnet. Sie hat kastanienbraune Haare, die sie aber bevorzugt schwarz tönt. An ihrem Gesicht sollen vor allem ihre kleine Nase, Sommersprossen und zu ihrem Leidwesen Pickel besonders auffällig sein. Wie der Name des ersten Kapitels „Gothic Girl“ schon andeutet, hat Ella einen sehr klaren Kleidungsstil mit einer dominierenden Farbe: schwarz. Schwarze Haare, schwarze Pullover mit Emo-Sprüchen wie „Darkness is my illumination“, zu Deutsch „Dunkelheit ist meine Erleuchtung“ und obendrein schwarzer Lippenstift. Nur das Gesicht schminkt sie sich ungesund weiß. Wenig überraschend, dass sie damit das Mobbingopfer ihrer Klasse ist, was durch die mangelnde Körperhygiene, da im maroden Haus keine Möglichkeit zum Duschen besteht, noch verstärkt wird. Auch wenn Ella dies verletzt und sie am liebsten in Ruhe gelassen wird, reagiert sie auf Anfeindungen doch erstaunlich bissig, was aber nicht unverständlich ist. Sie wirkt stets wie ein in die Ecke gedrängter Hund, der aus Notwehr zuschnappt. Trotz ihres sozial schwierigen Umfelds liegt ihr ein guter Schulabschluss sehr am Herzen. Sie ist fleißig und träumt von einem Stipendium, um Medizin studieren zu können, was zu ihrer sonst so misanthropischen und einzelgängerischen Haltung augenscheinlich nicht passen will. Außerdem liest sie leidenschaftlich gerne. Insgesamt ist Ella, bis auf ihre passiv aggressive Art, die sich aber mit der Zeit auswächst, ein angenehmer Charakter mit ausreichend Tiefgang. Das war also nicht das Problem, das ich mit diesem Buch hatte.
Womit ich vielmehr ein Problem hatte, war der männliche Protagonist Crys und Ellas Verhältnis zu ihm. In einem Romantasy-Roman nehme ich wohl nicht zu viel vorweg, wenn ich sage, dass sich zwischen den beiden Hauptfiguren eine Liebesgeschichte entwickelt. Crys entführt Ella, um sie als Haussklavin zu halten. Dabei wird sie verhältnismäßig gut behandelt. Sie hat ein eigenes Zimmer mit Bad, genügend Freizeit, darf sich fast auf dem gesamten Gelände aufhalten und hat Zugang zur Bibliothek, was ihr besonders zusagt, übrigens eine weitere Parallele zu „Die Schöne und das Biest“. Genauso wie Crys‘ Spitzname für Ella, der Bella lautet, wie eine Mischung aus Belle und Cinderella. Dass sich ein Mädchen in ihren Entführer verliebt, klingt schon unangenehm nach Stockholm-Syndrom. Verschlimmert wird dies aber, wenn man sich genau anschaut, warum sich Ella in Crys verliebt. Dafür gibt es nämlich nur einen Grund: er ist verdammt sexy und reich. An dieser Stellen werfe ich mal meine ‚Lieblingsphrasen‘ ein: „Automatisch fiel mein Blick auf seine muskulösen Arme und die breiten Brustpartien“ oder auf sein „anbetungswürdiges Sixpack“. Sie fragt sich Dinge wie „Wie kann jemand so abgrundtief Schlechtes so perfekt aussehen?“ oder „Wie es wohl war, von ihm geküsst zu werden?“. „Reich und schön. […] Einmal mehr erlag ich seiner unwiderstehlichen Anziehungskraft.“ Beim Anblick seiner Freunde denkt sie: „Das waren nicht nur irgendwelche Männer. Das waren Prachtstücke!“ Damit bekommt Ella den nun von mir eingeführten Titel „Miss feuchtes Höschen 2021“ verliehen. Ihre Begegnungen mit Crys bestehen immer nur aus Anschmachten und Geiern. Viel mehr hat Crys auch nicht zu bieten, denn er behandelt Ella anfangs wie Dreck. Er beleidigt oder bedroht sie mit Sätzen wie „,Schwing dein fettes Hinterteil endlich hierher‘“, „,Wenn auch nur ein winzig kleines bisschen Hoffnung bestände, dass du mal dein Hirn einsetzt, würde ich dich windelweich prügeln.‘“, oder „,Vielleicht werde ich dich einmal ficken.‘“ Zu allem Überfluss ist er ihr gegenüber wiederholt gewalttätig: „Keinen Wimpernschlag später hatte er meine Kehle gepackt und drückte mich gegen die Wand“, oder „Er schüttelte mich, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen“, oder auch „Mit einer Hand packte er die Haare in meinem Nacken und riss sie nach hinten, sodass mein Schädel schmerzhaft gegen die Wand stieß“. Das ist aber nicht weiter schlimm, schließlich zirkuliert das Blut bei Ella vorwiegend zwischen den Beinen, sodass sie die Vorfälle wohl wieder gekonnt vergisst: „doch er hatte mir nie wehgetan!“ Bei so viel Blödsinn fehlen mir jetzt die Worte.
Um das Ganze kurz auf den Punkt zu bringen: Crys ist ein unausstehliches Ekelpaket, häusliche Gewalt wird nahezu verherrlicht und die Beziehung der beiden beginnt unfassbar toxisch, auch wenn dies im Verlauf abflacht. Mit gesundem Menschenverstand hätte sich keine Frau der Welt in ihn verliebt, ganz unabhängig davon, was für ein heißer Kerl er ist. Ella und Crys haben überhaupt keine Chemie, die über die stumpfe Erotik hinausgeht. Wer also nach einer tiefgreifenden Romanze sucht, sucht hier vergebens. Dies ist auch eines der Hauptprobleme an „Räuberherz“: Es wird als Märchenadaption von „Die Schöne und das Biest“ verkauft, entpuppt sich dann jedoch als ,Das sabbernde Mauerblümchen und der sexy Bad Guy‘. Die Moral aus dem ursprünglichen Märchen geht dabei verloren, nämlich dass man wahre Schönheit im Inneren eines Menschen findet, und sich nicht von der Optik täuschen lassen sollte.
Leider war es das noch nicht mit Problemen, die das Buch zu bieten hat. Es gibt auch noch ein paar inhaltliche Fehler, die erneut für verwirrtes Kopfschütteln gesorgt haben. Da wäre beispielsweise das Kapitel „Das Geheimnis der Tiere“, in dem Ella feststellt: „Morgen musste der erste Advent sein. Advent.“ Ja. Advent, Advent, die Autorin pennt, spielt das Buch doch irgendwo in den USA, wo Ella auch aufgewachsen ist. Natürlich gibt es in den USA auch die Vorweihnachtszeit, in der Plätzchen gebacken und das Haus geschmückt werden. Das Konzept des Advents mit den vier Sonntagen und Kerzenkranz gibt es dort jedoch nicht. Nur Familien mit deutschen Wurzeln, die Traditionen bewusst weiterleben, feiern den Advent, wie wir ihn verstehen. Hinweise auf deutsche Wurzeln bietet der Nachname Bowen jedoch eher nicht. Solche Fehler resultieren daraus, dass man als deutsche Autorin den Handlungsort in die USA verlegt, um einen möglichst schicken internationalen Flair zu generieren, um dann gedankenverloren deutsche Konventionen und Gepflogenheiten mit einzubinden. Aber auch der Satz „Diese leuchtenden eisblauen Pupillen waren wirklich faszinierend.“, hat mich ordentlich zum Lachen gebracht. Das geiernde Anschmachten um Crys und seine blauen Augen, die mehrfach Erwähnung finden, ist insofern witzig, dass auch jeder Arzt blaue Pupillen äußerst faszinierend fände, weil sie nämlich kein Mensch der Welt besitzt. Was eigentlich gemeint ist, ist die Iris, die bei jedem Menschen eine individuelle Farbe hat. Die Pupille dagegen ist das Loch, durch das das Licht auf die Netzhaut fällt, und die ist bei jedem schwarz, oder bei Blitzlichtfotos rot. Die Verwechslung zwischen Iris und Pupille ist übrigens ein Fehler, den ich auch schon bei „Clockwork Prince“ von Cassandra Clare entdeckt habe.
Nachdem ich mir vor lauter Kopfschütteln schon fast den Hals gebrochen habe, möchte ich aber noch einmal kurz betonen, was mir an „Räuberherz“ gefallen hat. Einerseits wären da Arthur und James, die Haustiere, die man gewissermaßen als Sidekicks bezeichnen kann. Andererseits mochte ich den Schreibstil, der locker und flüssig war, zumindest abseits von den uninspiriert kitschigen Schwärmereien. Gepaart mit dem gut gewählten Tempo und den düsteren Geheimnissen der Villa sorgte er für einen Spannungsbogen, durch den ich das Buch, trotz Schwächen, recht zügig beendet habe. Die Sprache dagegen war manchmal derb, plump und vulgär, weshalb diese weniger punkten konnte.
Das Ende hat „Räuberherz“ dann sozusagen den Todesstoß versetzt. Es ist zwar durchaus spannend. Nicht alle Figuren überleben das brutale und actionreiche Finale. Jedoch entbehrt die Art und Weise, wie Konflikte gelöst werden jeder Logik. Um nicht zu spoilern, bleibe ich gezielt vage, aber die Argumente für spezielle Ausnahmefälle sind mehr als löchrig, und werfen Zweifelsfälle und neue Gegenfragen auf, auf die im Epilog maximal noch rosa Zuckerguss gegeben wird.
Wenn einem eine Märchenadaption versprochen wird, welcher die absolute Quintessenz fehlt, wird man wohl grundsätzlich eher enttäuscht sein. Ohnehin verspricht der Klappentext der Leserschaft eine ganz andere Geschichte, als sich letztendlich herausCRYStallisiert. Sorry, der musste sein! „Räuberherz“ von Julianna Grohe konnte in den meisten Punkten leider nicht überzeugen. Vor allem der Romantisierung einer toxischen und gewalttätigen Beziehung, die nur auf oberflächlichen Schwärmereien mit Einbezug von Sabber basiert, mangelt es völlig an Charme. Aber auch die inhaltlichen Fehler und das schlecht zusammengezimmerte Ende tragen ordentlich zu einer ernüchternden Wertung bei. Hinzu kommen, zugegebenermaßen, ein paar Kleinigkeiten wie die plumpen Schimpfworte. Da können der solide Spannungsbogen, eine meist angenehme Protagonistin und die Sidekicks nur noch Schadensbegrenzung leisten. Deswegen kann ich dem Romantasy-Werk aus dem Jahr 2017 nur zwei von fünf Federn geben. Man sollte ein Buch nicht nach seinem Umschlag beurteilen. Das gilt, wie hier erkennbar, in beide Richtungen. Vorerst werde ich wohl keine Bücher von Grohe mehr lesen.
- Manuela Inusa
Orangenträume
(99)Aktuelle Rezension von: emkadivaDas Cover und der Klappentext wirken ziemlich unscheinbar und wecken keine großen Erwartungen, umso überraschter war ich dann letztendlich vom Inhalt.
Zunächst wirkt es wie ein Roman, den man schon hunderte Male in ähnlicher Ausführung gelesen hat, was nichts Schlechtes bedeuten muss.
Vier Kindheitsfreundinnen treffen sich als jährliche Tradition auf einer Orangenfarm. Man erwartet Mädelsabende und Tratsch, also leichte Leseunterhaltung und das bekommt man auch. Was man aber auch bekommt, sind ernste Momente, familiäre als auch berufliche Probleme, gesundheitliche Sorgen, Traumata aus der Kindheit, die man nie aufarbeiten konnte und noch mehr. Alle vier Protagonistinnen bringen dabei ihre ganz eigene Geschichte mit und könnten vom Wesen unterschiedlicher nicht sein, trotzdem schließt man jede von ihnen ins Herz, fühlt und fiebert mit ihnen mit. Ich hätte nicht erwartet, dass das Buch so viele Wendungen nehmen wird, dass es so tiefgründig und emotional wird. In diesem Buch steht vor allem eins im Vordergrund: die Freundschaft und Frauen-Power. Zusammenhalt und eine Verbindung, die seit der Kindheit besteht. Füreinander da zu sein, auch wenn gerade mal nicht alles rosig ist. Diese gegenseitige Unterstützung hat dem Buch auch in den dunkelsten Momenten einen Hoffnungsschimmer verpasst.
Als kleine Nebengeschichte enthält das Buch auch einen Vorfall aus der Jugend der Protagonistinnen, dem ab und zu eigene Kapitel gewidmet werden und der nach und nach aufgeklärt wird. Das hätte es für meinen Geschmack nicht unbedingt gebraucht, die Hauptgeschichte war auch so spannend genug.
- Mareike Krügel
Sieh mich an
(128)Aktuelle Rezension von: Maiken_BratheDieser Roman hat es geschafft, dass meine Leselust nach Jahren wieder angeknipst wurde. Niemals hätte ich geglaubt, dass dies ausgerechnet durch ein Buch mit Thema "Krebsangst" wäre. Ein Tastfund in der Brust, ein anstrengendes Kind, ein Nachbar mit abgetrennten Daumen... Es klingt nach Chaos, fast schon Slapstick, aber erzählt wird ein Spotlight im Leben von Katharina, die im ganz normalen Leben, mitunter Familienwahnsinn gefangen ist und sich durch die Sorge vor Krebs fragen muss, was bleibt, wenn ich nicht mehr bin.
Mareike Krügel hat einen wunderbaren Sprachstil und sensiblen Humor, der feinsinnig mit einem Thema umgeht, das schwer lasten kann. Mein zweitliebstes Buch von Mareike Krügel.
Meine absolute Empfehlung und ich empfehle noch mehr: Mareike Krügel ist live großartig. Nehmt die Chance war, sie auf Lesungen zu erleben!
- Cecilia Lyra
Schwestern für einen Sommer
(91)Aktuelle Rezension von: nojulesIn dem Buch „Schwestern für einen Sommer“ von Cecilia Lyra geht es um Cassie und Julie, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Nach einer Tragödie haben sie 14 Jahre nicht mehr miteinander gesprochen. Doch als dann ihre Großmutter gestorben ist, müssen sie aufgrund ihres letzten Willens, zusammen einen ganzen Sommer verbringen.
„Schwestern für einen Sommer“ ist eine leichte Sommerlektüre, die zum träumen einlädt. Cassie und Julie sind zwei sehr tolle Charaktere, die sich dem Leben und der Liebe stellen. Cassie ist die sachliche und stärkere von beiden. Julie ist sehr verträumt, romantisch und wird immer als die Hübsche bezeichnet. Ich persönlich mochte beide Schwestern sehr, doch Julie war heimlicher Liebling :)Das Buch ist einfach zu lesen und unkompliziert. Es hat keine überraschenden Wendungen und lässt sich somit super schön am Strand bzw. im Urlaub lesen.
- Mina Teichert
Mieze undercover
(57)Aktuelle Rezension von: StupsMieze Moll, ihres Zeichens Hausfrau und Mutter, will wieder arbeiten. Nicht weil sie muss, sondern weil sie die Themen Haushalt, Kindererziehung, Impfungen, Küche, Kindergarten… nicht mehr als alleinige Aufgaben möchte. Sie will zurück in ihren Beruf und gefordert werden. Die Jobsuche gestaltet sich nicht als so einfach wie gedacht, aber dann landet sie als Schreibkraft bei der Polizei. Durch ihr direkt, aber sehr liebenswerte, leider auch manchmal tollpatschige Art bleibt sie aber nicht lange am Schreibtisch.
Ich mochte Mieze von Anfang an sehr gerne, auch ihre Tochter Lou brachte mich häufiger zum Lachen. Sie stolperte von einen „Unglück“ ins nächste, aber mit ihrer Art kann ihr niemand lange böse sein. Da sie aber eine ausgeprägte Beobachtungs- und Kombinationsgabe besitzt kann sie den Ermittlungen durchaus behilflich sein, bringt sich aber auch mal selbst in Gefahr.
Der Vergleich mit Daniela Katzenberger wird ihr schon gerecht. Sie schafft den Spagat prima (im wahrsten Sinne des Wortes :-) )zwischen Haushalt, Kind und Job. Eine tolle, lockere, leichte, lustige, charmante Lektüre für zwischendurch.
Fazit: Hoffentlich folgen noch viele weitere, witzige und spannende Fälle mit Mieze Moll!
- Antonia Michaelis
Die Allee der verbotenen Fragen
(38)Aktuelle Rezension von: FineAndersAkelei entdeckt eines Tages im Spiegelbild eines Schaufensters, dass sie alt geworden ist und gleichzeitig sieht sie ihre Jugendliebe, wundersamerweise noch jung. Sie folgt ihm durch ganz Deutschland und gleichzeitig kehren Stück für Stück ihre Erinnerungen an ihre Kindheit zurück. Sie kommt Finn immer näher bis sie ihn zum Schluss findet, aber nicht so wie erwartet. Begleitet wird sie von einem Huuhn, dass eigentlich als Sonntagsbraten für ihren Mann enden sollte.
Ich liebe diese Geschichte sehr. Der Anfang ist ein klein wenig zäh, man weiß nicht so richtig wo es hingehen soll und was Traum und Wirklichkeit ist. Dieses immer wieder Verwischen von Traum, Wirklichkeit und Erinnerungen zieht sich durch das ganze Buch und macht so dann auch die eigentliche Spannung aus. Akelei und Finn sind sehr liebenswerte Charaktere, aber am meisten mochte ich das Huhn. Meiner Meinung nach gibt das Huhn dieser Story erst den letzten Schliff, und es bringt ja auch am Schluss die entscheidende Wendung.
Antonia Michaelis Schreibstil liest sich wunderschön. Es ist wie eine eigene Welt, man will gar nicht mehr aufhören mit lesen, und als das Buch zu Ende war, war ich richtig überrascht, dass es nicht einfach weiter geht und vielleicht noch eine und noch eine unerwartete Wendung um die Ecke kommt.
- Ellen Berg
Gib's mir, Schatz!
(100)Aktuelle Rezension von: Mo_Na2Nach sechs Jahren Ehe und eine fünfjährigen Sohn ist das Liebesleben zwischen Anne und Joachim eingeschlafen. Völlig charmant sagt ihr Ehemann "Timing und Styling" fehlen. Anne beratschlagt sich mit der besten Freundin, der es scheinbar ähnlich geht. Die Frauen beschließen dem ganzen mehr Pep zu geben und gehen in einem Erotikladen shoppen. .. Nebenbei gibt es noch weitere Schauplätze: die äußerst attraktive Kollegin ihres Ehemanns, der als Rechtsanwalt tätig ist, die Schwiegermutter, die sich in alles einmischt, die "Spielzeuge", die plötzlich im Kindergarten auftauchen, die Hippie- Mutter, ein neuer Verehrer, die Idee ihrer Freundin Tess, in eine Etablissement Anschauungsmaterial zu sammeln und nicht zuletzt ihr Job, in einer Praxis, wo der Arzt sich auf Erektionsstörungen spezialisiert hat und sie dort zufällig alte Bekannte trifft,.... Die Geschichte ist locker leicht geschrieben, ich habe herzhaft gelacht und das Buch in zwei Tagen verschlungen. Der Schreibstil gefiel mir außerordentlich gut....
Fazit: Rund, unterhaltsam, spannend..... was will man mehr? - Claudia Piñeiro
Ganz die Deine
(28)Aktuelle Rezension von: Eternal-HopeEin so witziges und unterhaltsames Buch wie dieses habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
Inés lebt gemeinsam mit ihrem Mann Ernesto und der gemeinsamen, jugendlichen Tochter Laura, genannt "Lali", in einem Haus in Buenos Aires. Die Ehe ist mit den Jahren leidenschaftslos geworden, Sex gibt es nur noch selten, doch damit hat sich Inés im Großen und Ganzen arrangiert. Sowieso hat sie einen eher zynischen Blick auf das Leben und Beziehungen und geht davon aus, dass jede Frau früher oder später betrogen wird, was für sich betrachtet auch gar nicht so schlimm sei.
So verliert sie auch nicht die Nerven, als sie bei ihrem Mann Zettel findet, die mit "Ganz die Deine" unterschrieben sind, und als sie ihrem Mann des Nachts nachfährt und beobachtet, wie bei einem heftigen Streit mit seiner Geliebten diese durch einen starken Stoß versehentlich zu Tode kommt, ist sie sogar erst einmal bereit, gemeinsam mit ihrem Mann den Tod zu vertuschen und ihm ein Alibi zu liefern, denn, typisch Inés' pragmatische Einstellung zum Leben: "Was Ernesto und mich anging: Unsere Pflicht war es, die Sache so schnell wie möglich zu vergessen und nach vorne zu blicken. Das würde ich zu ihm sagen, sobald er mir alles gestanden hätte."
Inés ist also bereit, an ihrem bisherigen doch recht komfortablen Leben und dem damit verbundenen Familienkonstrukt festzuhalten, auch wenn Ernesto sie betrogen hat. Aber alles hat Grenzen... und so wird es irgendwann möglicherweise eine weitere Leiche geben.
Das Buch ist in kurzen Kapiteln geschrieben. Abwechselnd erzählt Inés aus der Ich-Perspektive, manchmal lesen wir in der dritten Person von ihr, dazwischen sind Dialoge zwischen der jugendlichen Tochter Lali, die mit ihren ganz eigenen Problemen kämpft (wovon die Mutter nichts ahnt und auch nichts sehen will, denn die beiden haben sich stark voneinander entfremdet) und verschiedenen Personen in deren Leben, und auch Ernesto kommt zwischendurch mal aus seiner Perspektive zu Wort, wodurch sich auch wieder Neues und Überraschendes zeigt. Dazwischen gibt es Einschübe aus verschiedenen Büchern zu den unterschiedlichen Todesarten und wie man die damit verbundenen Spuren verwischt.
Das Buch kann man an einem Abend entspannt weglesen und wird dabei bestens unterhalten - witzige Unterhaltungsliteratur vom Feinsten - Leseempfehlung!
- Jutta Mehler
Milchbart
(8)Aktuelle Rezension von: LesezeichenfeeFee erzählt vom Inhalt:
Fanni Rot ist nach diesem missglückten Mordanschlag total durcheinander, weil sie ihr Gedächtnis verloren hat. Sie weiß nicht, dass sie mit Sprudel zusammen ist und ihr Mann Hans versucht sie zurückzugewinnen. Da sie so durcheinander ist, begibt sie sich in psychologische Behandlung. Natürlich stolpert sie in der Klinik über ihre Therapeutin die umgebracht wird und sofort werden sie und der Patient der vor ihr da war verdächtigt. Sie benötigt nun Sprudels Hilfe.
Fees Meinung samt ein wenig Inhalt:
Klar, Fanni stolpert natürlich mal wieder über eine Leiche und Sprudel hilft ihr zu ermitteln. Zeitweise auch der Patient, der vor ihr bei der Therapeutin war, bevor sie ihn verdächtigt. (dazu sag ich nix weiter, ich will dem Ende nicht vorgreifen ;-)) Fanni ist zunächst sehr reserviert zu Sprudel, merkt aber schnell, dass ihr Mann Hans sie nervt. Vor allem, weil ihre Nachbarinnen kommen, die sie zuvor nicht leiden konnten und die nun versuchen, dass sie zurückkommt, weil ihr Mann ihnen auf die Nerven geht.
Als Leser leidet man mit Fanni und Sprudel mit. Diese Ungewissheit ist wirklich fies und tut weh, vor allem, da man Fanni liebgewonnen hat. Irgendwie liest man in diesem Buch fast nichts oder gar nichts über ihre Freundin Olga, ihren Sohn und den Bauern und auch ihre Tochter und deren Freund/Mann hört man fast gar nichts. So ist das ganze irgendwie doof. Denn man hat mehr mit neuen Leuten zu tun und mehr mit Menschen, die man vorher auch nicht recht mochte. Dieser Band ist – meiner Meinung nach – alles andere als humorvoll. Er macht recht nachdenklich und traurig. Und man vermisst die anderen Personen, die sonst doch recht zahlreich und häufig mit in der Geschichte erschienen sind.
Klar es ist spannend. Aber der rechte Biss fehlt einfach und dadurch, dass wirklich nichts, aber auch gar nichts aufgeklärt wird, vom vorigen Band, steht man als Leser total ratlos da. Man bekommt eigentlich bloß mit, dass Fanni und Sprudel den Mordanschlag überlebt haben. Toll. Wer sie gefunden hat und so bleibt im Dunkeln.
Dem Buch fehlt der Charme der vorvorigen Bücher und irgendwie hab ich den Eindruck, dass der Leser (zumindest ich) schon bald damit abgeschlossen hat, bevor Jutta Mehler die Serie beendet. Denn sie ist nur noch ein Trauerspiel.
Fees Fazit
Und wie soll ich die Geschichte bewerten? Der Roman ist nicht schlecht, aber er ist nicht lustig, sondern traurig und dem Leser wird weiterhin das Ende des Romans Eselsmilch vorenthalten. Vor allem die Charaktere, die die ersten Bände ausgemacht haben, fehlen irgendwie. Man vermisst sie wie alte Freunde. Ich stehe jetzt noch ratloser da und kann auch dieses Buch nicht empfehlen und vergebe 2 Sterne.
PS: Ich habe nie geglaubt, dass Fanni selbst die Mörderin der Therapeutin ist. Fanni tut so was (hoffentlich) nicht. Bei der Autorin Jutta Mehler bin ich mir nicht sicher. Vielleicht bringt Fanni im letzten Band ihren Mann Hans um und kommt dann ins Gefängnis und Sprudel stirbt vor Traurigkeit oder so? Gruselige Vorstellung, aber eine Chance bekommt sie noch. Wolfsmilch ist ja auch noch da und da hoffe ich drauf. - Jutta Mehler
Saure Milch
(24)Aktuelle Rezension von: peedeeFanni Rot, Band 1: Fannis Alltag besteht seit dreissig Jahren aus Kochen, Putzen, Einkaufen – das muss reichen. Doch dann findet sie in ihrem Garten eine Leiche und nichts ist mehr wie vorher. Da die Polizei auch schon einen Verdächtigen hat, scheint der Fall beinahe gelöst. Aber Fanni denkt, dass es jemand anders gewesen sein muss und beginnt zu ermitteln. In Erlenweiler herrscht Aufruhr…
Erster Eindruck: Das Cover mit dem Haus erinnert mich an ländliche Idylle, es sieht wie ein Bauernhaus auf der Alm aus und passt gut zum Regionalkrimi.
Tja, die Fanni… Was soll ich zu ihr sagen? Ich habe mich lange etwas schwer mit ihr getan, denn ich habe nicht verstanden, wieso sie in dieser Ehe lebt, in der offenbar weder sie noch ihr Mann Hans glücklich sind. Beinahe stereotypische Routine beherrscht ihren Alltag. Ich habe mich gefragt, was denn wohl vor dreissig Jahren passiert ist, als Fanni entschied, dass es in ihrem Leben nicht mehr geben soll als Kochen, Putzen, Einkaufen (die Auflösung folgt andeutungsweise sehr spät im Buch). Der Sohn Leo kommt nur in Erzählungen vor; Tochter Leni kommt in dieser Geschichte am meisten vor (und wirkte auf mich sehr sympathisch) und die jüngste Tochter, Vera, ist sehr verwöhnt – immer, wenn sie schreit, müssen die Eltern und am besten auch noch die Schwester antraben und ihr mit Haus und Kindern helfen.
Johann Sprudel ist Hauptkommissar und hat den Fall übernommen. Es werden für ihn wohl die letzten Ermittlungen vor seiner Pensionierung. Er merkt schnell, dass Fanni sehr gute Ansätze in puncto Täterschaft hat. Sie treffen sich sodann häufiger. Sprudel, wie Fanni ihn nennt, ist ihr mehr als sympathisch… Die Täterschaft muss sich in unmittelbarer Nähe, das heisst in ihrer Nachbarschaft, befinden – die verstorbene Mirza war die Bäuerin vom Nachbarhof. Schnell wird deren Schwiegervater verdächtigt, da er immer wieder gegen Mirza und ihren aufreizenden Stil wetterte.
Dies war mein zweites Buch der Autorin (nach „Mord und Mandelbaiser“). Es hat sich wohl flüssig lesen lassen, aber mir waren Spannung und/oder Humor zu wenig ausgeprägt. Zudem fand ich es unrealistisch, dass der Hauptkommissar mal eben mit einer Hausfrau – Sprudel nennt sie Miss Marple – zusammen ermittelt. Die Auflösung des Falls war mir zu unspektakulär, aber die Hinweise betreffend Band 2 haben mir gefallen. - Ira Levin
Die Frauen von Stepford
(30)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderJoanna hat es hart getroffen und um wieder auf die Beine zu kommen, zieht die Familie nach Stepford. Wunderschöne Damen, makellos und ihren Ehemännern immer zu Diensten. Kann das alles echt sein? Joanna wird misstrauisch und forscht nach und kommt etwas ungeheurem auf die Spur. Ich liebe die Verfilmungen und wollte das Buch haben und es ist genauso schwarz und voller bitterem Humor. Echter Tipp!
- Rebecca Russ
Die erste Frau
(56)Aktuelle Rezension von: krimi_wahnsinnInhalt:
In einem Münchener Atelier lernt die junge Hannah, den gut betuchten Thomas kennen. Nach nur 2 Monaten zieht das Paar in sein Haus am Bodensee. Hier wartet aber auch Thomas‘ Sohn seiner ersten Frau Katharina auf sie. Ben spricht nach Katharinas mysteriösem verschwinden nicht mehr. Hannah gibt sich aber große Mühe, dem Jungen eine gute Ersatzmutter zu sein. Da Thomas oft geschäftlich unterwegs ist, muss Hannah oft alleine in dem großen Haus in der noch fremden Umgebung blieben. Schon bald beschleicht sie das Gefühl, dass Thomas ihr nicht ganz die Wahrheit über Katharinas Verschwinden gesagt hat. Zu vieles lässt Hannah aufhorchen und so stellt sie Nachforschungen her Katharina und ihr Leben mit Thomas an. Hannah beschleicht aber zeitgleich ein immer stärkeres Gefühl, im Haus beobachtet zu werden. Als sie eines Tages einen rätselhaften Brief bekommt, ist sie sich sicher, dass dieser von Katharina stammt.
Meinung:
Das Cover finde ich für das Genre entsprechend gut gestaltet, allerdings sehr ich es nicht wirklich als Blickfänger. In das Buch bin ich recht gut gestartet, allerdings erschien mir Hannah als sehr naive Person, was sich im Laufe der Geschichte auch immer wieder bestätigt hat. Sie macht teilweise Dinge, die für mich nicht ganz nachvollziehbar sind. Thomas ist der typische reiche Geschäftsmann, der immer unterwegs ist. Der Schreibstil der Autorin war recht angenehm zu lesen, jedoch haben mich die ständigen Wortwiederholungen irgendwann aus dem Takt gebracht. In dem Buch kam bei mir leider kaum Spannung auf und das Ende wirkte auf mich sehr inszeniert. Schade, aber ich habe von dem Buch definitiv mehr erwartet. - Jutta Mehler
Magermilch
(15)Aktuelle Rezension von: MAZERAKFanny Rot ist Hausfrau und Oma, und hat sich ihr Leben gemütlich eingerichtet. Doch als sie am Fuße des Klettergartens einen abgestürzten Toten findet, steht ihr Leben Kopf. Denn sie kannte den Verunglückten und glaubt nicht an ein zufälliges Versagen des gewissenhaften und geübten Bergsteigers.
Das liebenswerte ländliche Cover zeigt ein bisschen heile Welt, die es für Fanny Rot erst einmal nicht mehr gibt. Denn sie kann nicht an ein Unglück glauben und beginnt, Fragen zu stellen. Sehr gezielt setzt sie mit ihren Ermittlungen an und trägt Stück für Stück die Puzzleteilchen zusammen.
Für mich ist es das erste Buch von Jutta Mehler und ich habe mich sofort darin wohl gefühlt. Die Autorin schreibt sehr lebendig, detailreich und unterhaltsam, ihre Protagonistin ist liebenswert, ein bisserl eigenwillig und manchmal sehr direkt. Und sie versteht es, Bekanntschaften zu nutzen, die Menschen einzuwickeln, auszufragen und sehr klug die Zusammenhänge zu erkennen. Das sie diese vielleicht etwas zu lange für sich behält, wird ihr und ihrem treuen Freund beinahe zum Verhängnis und sorgt für einen atemberaubenden Showdown, der zusätzlich letzte Zweifel ausräumt. Ein spannender, humorvoller und abwechslungsreicher Krimi, der beste Unterhaltung bietet!
- Ariana Harwicz
Stirb doch, Liebling
(4)Aktuelle Rezension von: reneeEin Büchlein. Von der Seitenzahl vielleicht, denn es sind nur 126 Seiten. Vom Thema her ist es aber überhaupt kein Büchlein. Schon der Titel klingt recht scharf gewürzt, ist irgendwie eine Ansage, eine Ansage, die innehalten lässt. Eine Ansage, die neugierig macht.
Für mich war dieses Buch ein intensiver, düsterer und nachhallender Blick auf die Rolle der Frau, ich bin tief beeindruckt über den Mut der Autorin so etwas zu schreiben in unserer Männerwelt, in unserer Männerwelt, die uns Frauen zu dominieren weiß. Auch dieses Buch zu verlegen finde ich wunderbar vom C. H. Beck Verlag. Ein durchhallender und langanhaltender Applaus ertönt von meiner Seite deswegen an die Autorin Ariana Harwicz und auch an den C. H. Beck Verlag, wie auch an die großartige Übersetzerin Dagmar Ploetz!
"Stirb doch, Liebling" ist ein Buch, welches polarisiert, welches zu Diskussionen anregt, welches die geneigte Leserschaft nachdenken lässt. Und "Stirb doch, Liebling" ist ein Buch, welches einer größeren Lesergruppe bekannt sein sollte. Man sieht es recht wenig auf den bekannten Seiten, in den Communitys. Das ist etwas, was sich ändern sollte. Denn dieses Buch besticht, schockiert nicht nur thematisch. Es ist auch sprachlich ein Genuss. Natürlich wird dieses Buch nicht Jedem gefallen. Man sollte schon einen etwas weiter gefächerten Geschmack besitzen, nicht so eingeengt im Denken sein, über den Tellerrand schauen können.
In dem Buch spricht eine Frau, eine Mutter über destruktive, zerstörerische Gedanken, über ihre Unzufriedenheit in ihrer Rolle, in ihrer ihr zugedachten Rolle. Diese Gedanken klingen bedrohlich, schockieren. Aber sie regen auch zum Nachdenken an. Geht wirklich jede Frau in ihrer Mutterrolle auf? Oder ist diese Zeit für manche Frauen nicht auch mit unschönen Attributen verknüpft. Man könnte dieses Empfinden der Hauptperson ins Kranke abschieben, abdriften lassen. Aber macht man es sich damit nicht etwas zu einfach? So dass alles wieder in unsere ach so hochgelobte Rollenverteilung passt. Denn gibt es nicht manchmal diese Gedanken in uns diesem manchmal drögen Trott entfliehen zu wollen? Eine andere Welt zu haben. Frei zu sein.
Ein nachhallendes und nachdenklich machendes Buch, welches sprachlich begeistert, welches durch zugespitzte Gedanken schockiert, schockieren soll. Ein interessantes Buch! - Jutta Mehler
Wolfsmilch
(8)Aktuelle Rezension von: LesezeichenfeeFee erzählt vom Inhalt:
Fanni ist immer noch durcheinander und weiß immer noch nicht was in den letzten Jahren geschah. Sie zieht sich in Sprudels ehemaliges Haus in Birkweiler zurück, das er ihrer Tochter überschrieben hat. Sie braucht Ruhe um nachzudenken. Dabei freundet sie sich mit den Nachbarn an. Er ist Tierschützer und sie liebt Joga. Ole Jesper und Istari sind Menschen, die Fanni mag und mit denen sie gut klarkommt und die sie immer wieder besucht auf ihren langen Spaziergängen. Da findet Fanni Ole tot vor und Istari ist auch etwas seltsam. Natürlich ermittelt sie und irgendwie ist sie froh, dass Sprudel dann irgendwann kommt. Das ganze wird nicht erleichtert, indem sie beide fast umgebracht werden.
Fees Meinung und noch mehr vom Inhalt:
Also eins kann Jutta Mehler, die Hoffnungslosigkeit von Fanni auf den Leser übertragen. Das Buch war sehr, sehr traurig, denn Istari und Ole, die beide umgebracht werden, hätte man sicher auch mögen können, doch (glücklicherweise) durften wir sie nicht näher kennen lernen.
(PS: Vielleicht endet das letzte Buch auch so, dass Fanni und Sprudel umgebracht werden??!!)
Irgendwie ist ihre Tochter samt Anhang und Olga, der Bauer und ihr Sohn nicht vorhanden bzw. nur ganz wenig. Das finde ich extrem schade und das fehlt und das nimmt dem Buch irgendwie alles weg. Eine fremde Familie die man nicht mag und nicht ins Herz schließt ist dafür da und wird beschrieben. Hans Rot frisst (!) sich bei ihnen durch und gibt Fanni nicht auf. Da er aber seinen Charakter und Umgangsformen nicht verändern kann oder will, hat er keine weitere Chance bei Fanni. Fanni kommt wieder mehr mit Sprudel zusammen.
Irgendwie hat das Buch bzw. die Serie alles verloren, was es sonst an humorvollem Charme hat. Jutta Mehler macht es MIR als Leserin einfach, dass ich Abschied nehmen kann von der „Milchserie“. Ich habe keine Lust mir noch ein oder mehrere weitere Bücher anzutun. Ich werde mir auf jeden Fall keine ertauschen oder kaufen, weil ich den Einsatz dafür das nicht wert finde. Die Bücher waren sonst immer von Charme und Witz durchdrungen. Man vergaß dass es ein Krimi war und dass Leute umkamen. Irgendwie gibt’s auch immer weniger sympathischen Lokalkolorit (wobei es ok ist, wenn Fanni in Marokko Urlaub macht, aber seit da gings stetig bergab).
Ich habe den Eindruck, Jutta Mehler ist „gedanklich“ und mit dem „Herzen“ bei ihren anderen Projekten und schreibt die Bücher nur, weil sie einen Vertrag mit Emons oder welchem Buchverlag auch immer hat.
Das Buch war spannend und wieder habe ich mitgelitten, als Fanni und Sprudel fast umgebracht wurden. Die Aufklärung dazu fand ich jetzt absolut nicht lustig, man wurde irregeführt und es gefiel mir nicht.
Das Problem, man findet zwar in die Geschichte rein, aber man ist nicht mehr mit dem Herzen dabei. Früher liebte ich die Serie und nun hasse ich es sogar, dass ich eine bzw. VIER Rezensionen schreiben muss. Aber ich finde erst einen Abschluss, wenn ich meine Gedanken niedergeschrieben habe. Also muss ich schreiben, dass ich meine ehemalige Lieblingsserie nicht mehr empfehle. So was mache ich nicht gerne.
Fees Fazit:
Ich möchte Jutta Mehler und ihren Verlag (ihre Verlage) nicht ärgern, aber ich bin echt total enttäuscht und werde diese Autorin wohl meiden und auch weitere Milchbücher. Es tut mir leid, dass ich schon wieder 2 Sterne und keine Leseempfehlung geben kann. Bis zum Schluss hatte ich gehofft, dass es besser wird, aber leider wurde es das nicht.
PS: Ob ich über die anderen Milchbücher schreiben werde, weiß ich noch nicht. Ich verspüre eher weniger Lust dazu. - Cathy Kelly
Wie angelt man sich einen Iren?: Roman | Feelgood auf Irisch – zwei Freundinnen und das Abenteuer Liebe
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Olivier Adam
Nichts was uns schützt
(10)Aktuelle Rezension von: CosmoKramerEine Mutter, welche ihren Job als Kassirerin in einem Supermarkt verloren hat, findet sich perspektivlos als Hausfrau wieder. Solange bis sie in der Flüchtlingshilfe Fuß fast und mithift. Ihr Engagement für Flüchtlinge bringt Eheprobleme mit sich. Nicht nur mit ihrem Mann nein auch mit ihren Kindern bekommt sie Stress und droht diese zu verlieren. Und trotzdem steigert sie sich mehr und mehr in ihre soziale Hilfsbereitschaft hinein bis es schlieslich eskaliert.
Durch zufall bin ich in der Bücherei auf dieses Werk aufmerksam geworden. Da ich nicht wusste was ich ausleihen sollte, griff ich einfach blind ins Regal und zwang mich das Buch das ich rauszog mitzunehmen. Also dieses. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Dieses Werk behandelt ein wichtiges Thema. Es ist aktuell und wird es wohl auch für eine sehr lange Zeit bleiben.
Durch seine Kürze von nur etwas mehr als 200 Seiten ist es sehr intensiv.
Die Handlung ist sehr dicht und zeigt keine unnötigen längen. Sprachlich ist es gut zu lesen, da es eine spannende Story erzählt, welche mitreist und fesselt.
Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und sind auch sehr tief beschrieben. Alle Hauptpersonen zeigen ein sehr intensives Gefühlsleben geprägt durch ihre Handlungsweisen. Gerade dies ist ein echtes Plus dieses kleinen Romans.
Die Handlungsweisen sind Nachvollziehbahr und fühlen sich echt an. Genauso könnte es sich tatsächlich in der grossen weiten Welt irgendwo abspielen.
Das Buch regt zum Nachdenken an und beschäftigt auch nach beendigung noch eine Zeitlang. Aktuelle Medienberichte in Ferneshen oder Zeitungen, zu diesem Thema, rütteln Erinerrungen an dieses Buch wach.
Ich kann, nein muss, dieses Buch empfehlen, da es ein wichtiges Thema behandelt, welches ja auch unseren diesjährigen Wahlkampf bestimmt. Einwanderung und Flüchtlingspolitik beschäftigt unser Land gerade wie noch nie zuvor und ein jeder von uns hat dazu eine Meinung, da ein jeder von uns beruflich oder privat oder beides, damit konfrontiert wird.
Dieses Buch lädt wunderbar zum diskutieren ein.
Es ist grosse Kunst im kleinen! - Karma Brown
Todsichere Rezepte für die moderne Hausfrau
(46)Aktuelle Rezension von: Linker_MopsEine Ehe zu führen ist nicht immer leicht, weder in den 1950ern noch in der heutigen Zeit. Das zeigt eindrucksvoll dieses Buch anhand der beiden Protagonistinnen Alice und Nellie. In wechselnden Kapiteln wird über ihr Leben berichtet, ihre Probleme in der Ehe und welche (tödlichen) Auswege sie suchen.
Mir hat das Buch echt gut gefallen. Die historischen Einsichten, die echt authentisch waren. Die Aufbereitung der Konflikte. Die Rezepte, die Lust darauf gemacht haben, dass nachzukochen. Und die Story war wirklich extrem spannend. Hinzu kam der fesselnde Schreibstil.
Ich muss aber zwei Sachen betonen. Zum einen wird Buch auf manchen Seiten als Krimi deklariert. Das ist es definitiv nicht. Ich würde es eher als Drama einsortieren. Zum anderen hatte ich so meine Probleme mit der Protagonistin Alice aus der Jetzt-Zeit. Ihre ständigen Lügen, ihr Prokastrinieren, ihr kindisch-stures Verhalten - das hat sie mir echt immer unsymphatischer gemacht. Ja, ihr Mann Nate hat zum Schluß auch Fehler gemacht, aber sie hat aus meiner Sicht von Beginn an falsch gehandelt. Da war mir Nellie näher.
Die Auszüge aus alten Benimm-Büchern für Frauen vor vielen Kapiteln sind aber mit Vorsicht zu genießen. Wer eine feministische Sichtweise hat, der bekommt man diesen "Tipps" unweigerlich Bluthochdruck. Ein Glück wir sind dieser Zeit entwachsen.
Mein Fazit: Ein echt lesenswertes Buch , dass ich weiterempfehlen kann.
- Evke Rulffes
Die Erfindung der Hausfrau. Geschichte einer Entwertung – AKTUALISIERTE TASCHENBUCHAUSGABE
(14)Aktuelle Rezension von: Elenchen_h"Die Unsichtbarkeit der Arbeit trägt in der Folge zu ihrer Entwertung bei: Hausarbeit wird nicht mehr als echte Arbeit angesehen, da sie nicht mehr bezahlt wird, sodass die drei K von "Kuhstall, Küche, Keller" im 18. Jahrhundert über "Kinder, Küche, Kirche" im 19. Jahrhundert schließlich zu "Kinder, Küche, Konsum" im 20. Jahrhundert werden." - Evke Rulffes, "Die Erfindung der Hausfrau - Geschichte einer Entwertung"
Die Kulturwissenschaftlerin Evke Rulffes betrachtet in ihrem Sachbuch "Die Erfindung der Hausfrau - Geschichte einer Entwertung" die historischen Hintergründe von Haus- und Care-Arbeit und zeichnet so Schritt für Schritt nach, wie die Wertschätzung für die Hausfrau über die Jahrhunderte immer weiter abnahm und sich der Spruch "Das bisschen Haushalt macht sich von allein" in unseren Köpfen immer mehr durchsetzen konnte. Besonderen Fokus legt sie dabei auf alte Haushaltsratgeber der Spätaufklärung und hier vor allem auf Christian Friedrich Germershausens "Hausmutter", was wohl auch daran liegt, dass sie 2018 an der Humboldt-Universität Berlin mit einer Arbeit zu ebendiesem Thema promovierte. Obwohl man dem Buch den wissenschaftlichen Charakter anmerkt, ist es zugänglich geschrieben und durchaus spannend. Ich habe mich manchmal beim Lesen gefragt, ob die so detaillierte Nacherzählung der "Hausmutter" von Germershausen zum Verständnis der Geschichte der Hausfrau wirklich notwendig ist, hier hat mir häufig eine Verknüpfung zur Gegenwart gefehlt. Auch erschien mir die Struktur des Buchs an vielen Stellen nicht wirklich logisch. Trotzdem hat es sich für mich gelohnt, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, um zu verstehen, wie heutige Rollenmodelle und Abhängigkeiten entstehen konnten. Interessant fand ich insbesondere den Gedanken, dass die Hausfrau im 20. Jahrhundert nach und nach die Dienerschaft ersetzte und was zuvor an Arbeit auf vielen Schultern verteilt wurde, plötzlich nur noch auf einer Person lastete, nämlich der Frau. Wer einen Ausflug in die Vergangenheit wagen und tief in die Geschichte der Hausfrau eintauchen möchte, sollte dieses Sachbuch lesen!
- Felicitas Fuchs
Minna. Kopf hoch, Schultern zurück
(74)Aktuelle Rezension von: Freedom4meMan hätte es sich ja ausrechnen können bei einem Buch, das 1924 beginnt, aber irgendwie habe ich so weit nicht gedacht...
Besonders im ersten Drittel habe ich das Buch geliebt. Es geht um die junge Minna, die in den Golden Twentys in Düsseldorf lebt. Es war wirklich interessant in die Gesellschaft und das Leben von damals einzutauchen und die Stimmung hat mir sehr gefallen. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung geht nämlich auch das Leben von Minna bergauf.
Leider bleibt es nicht so und die zweite Hälfte des Buches spielt dann in Zeiten des Nationalsozialismus. Entsprechend ist auch die Stimmung eine ganz andere. Ich habe die Figuren natürlich trotzdem gerne begleitet und es blieb eine gelungene Schilderung der Zeit, war aber eben für 300 Seiten wirklich düster.
Was mir besonders gefallen hat, ist, dass die Figuren und deren Geschichte so aus dem Leben gegriffen ist. Das Buch hat keinen klassischen Romanaufbau mit Spannungsbogen, Höhepunkt und Happy End, sondern ist vielmehr eine realistische Lebensgeschichte mit abwechselnden Ups und Downs oder auch mal gleich bleibenden Phasen. Auch Minna erschien mir als Charakter realistisch. So interessiert sie sich als Näherin der Zeit beispielsweise vor allem für Mode, will von Politik aber nichts wissen, da dies ihr kleines Leben ohnehin nicht beeinflusst, so denkt sie. Damit ist sie keine revolutionäre Heldin oder so etwas, sondern einfach eine Frau der Zeit - auch wenn sie in anderer Hinsicht gelegentlich zur Heldin wird - aber dann eben auch wieder zur Mitläuferin.
Auch die Orte haben mir gut gefallen, es spielt erst in Düsseldorf und dann in Minden, beides Städte, in denen ich schon öfters war, was das beim Lesen auch schön war.
Fazit: Ein realistischer historischer Roman, der einen in andere Zeiten abtauchen lässt. Während die erste Hälfte größtenteils locker, leicht ist, spielen dann 300 Seiten im NS und die Stimmung ist entsprechend wenig gut.
Minna bekommt von mir 5 / 5 Sterne.
- Ira Levin
The Stepford Wives
(11)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderJoanna Eberhart zieht mit ihrem Mann und den zwei gemeinsamen Kindern nach Stepford in Connecticut. Der Empfang ist herzlich und die Straßen sauber, die Gärten gepflegt und die Häuser wie aus dem Katalog. Der Supermarkt wirkt künstlich und steril und die Frauen sind immer hübsch, gestylt und am lächeln. Sie backen und kochen und sorgen für das zu Hause und die Männer sind erfolgreich in ihren Jobs und treffen sich in ihem Männer Club. Alles ist perfekt, scheint perfekt und doch stört sich Joanna Eberhart an der glatten Oberfläche und dem makellosen Leben. Ist das alles echt? Ist das alles wahr? Sie versucht es zu hinterfragen und will hinter die Kulissen schauen und ist doch selbst schon mitten drin, ist es bereits zu spät für die Eberharts? Das Buch von Ira Levin ist perfekt böse und mit viel schwarzem Humor und ganz tollen und auch kuriosen Einfällen. Es gibt zwei erfolgreiche Verfilmungen des Romans und jede steht für sich und ist auf die Zeit angepasst. Aber der Böse Grundton vom Roman, den hat jeder Film übernommen und das perfekt.























