Bücher mit dem Tag "hautfarbe"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "hautfarbe" gekennzeichnet haben.

48 Bücher

  1. Cover des Buches The Hate U Give (ISBN: 9783570312988)
    Angie Thomas

    The Hate U Give

     (639)
    Aktuelle Rezension von: Moinseetretboot

    In The Hate U Give geht es um die 16-jährige Starr, deren Wohnviertel ein Hotspot für Bandenkriminalität ist. Nachdem ein Polizist vor ihren Augen ihren besten Freund Khalil erschießt, spitzt sich die Lage zu und Starr muss entscheiden, ob sie ihre Stimme erhebt oder nicht...


    Obwohl Starr schon einige Probleme überstehen musste, ist das Buch alles andere als düster. Die liebenswerten Charaktere und der lockere Schreibstil der Autorin –unterbrochen von einigen Textnachrichten – führten dazu, dass ich das Buch geradezu verschlungen habe. 


    Am meisten geschätzt an dem Buch habe ich die unterschiedlichen Charaktere, wie sehr man mit Starr mitgefiebert hat und wie viel man über die Situation in den USA (Rassismus, die Black Community, Bandenkriminalität, Problemviertel etc.) erfährt.

    Man hat wirklich gemerkt, dass die Autorin auch von ihren eigenen Erlebnissen berichtet hat, was die Geschichte sehr mitreißend und vor allem authentisch gemacht hat. 


    Als ich das Buch 2017 zum ersten Mal gelesen habe, hat mich der Umgang mit POC in den USA ziemlich geschockt und hielt ein paar Situationen für weit hergeholt. Die Ereignisse der letzten Monate haben aber gezeigt, dass die Thematik keinesfalls inaktuell ist.

    The Hate U Give ist ein wirklich tolles Buch, das nicht an Aktualiät verliert. Es glänzt mit Facettenreichtum, Eindringlichkeit, Emotionalität, Ehrlichkeit und einer starken Message. Klare Leseempfehlung!

  2. Cover des Buches Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019 (ISBN: 9783608504842)
    Bernardine Evaristo

    Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019

     (104)
    Aktuelle Rezension von: lillywunder

    Okay, stellt euch vor, dieses Buch wäre eine Einladung zu einem gemeinsamen Abend. Mit Bernadine Evaristo als Gastgeberin und zwölf Frauen, die eingeladen sind, um ihre Geschichte zu erzählen. Geschichten schwarzer Frauen aus Großbritannien über Herkunft und Identität. Was ich von diesem Buch erwartete war im Bilde gesprochen ein ruhiger Abend in einem gemütlichen Wohnzimmer mit einem Glas Wein in der Hand und persönlichen Lebensgeschichten, die mich beeindrucken, berühren, erschüttern, zum Nachdenken bringen. Was ich dann allerdings bekam war ein erleuchteter Vorlesungssaal, ein buntes Stimmengewirr, kritische Zwischenrufe und Nachfragen, eine lebendige Debatte.


    Seht es mir nach, dass ich mich nach den ersten Kapiteln erschlagen gefühlt habe. Es fiel mir schwer, die erzählenden Personen im Fokus zu behalten und in ihre Lebenswirklichkeit einzutauchen. Im Vordergrund standen für mich Argumente, Sichtweisen, ein Sich-Verhalten zu aktuellen Diskursen rund um intersektionalen Feminismus und Antirassismus. Eine spannende Auseinandersetzung, keine Frage! Doch während es vor politischen Statements nur so wimmelte, sind mir die Personen gefühlsmäßig oft nicht sehr nahe gekommen, sodass die Auseinandersetzung bei mir eine vorwiegend intellektuelle war und weniger eine empathische Annäherung an die vielfältigen Lebenshintergründe. Vielleicht hat dazu auch der sehr experimentelle Schreibstil beigetragen, denn ohne Punkte am Satzende, mit kleingeschriebenen Satzanfängen und Zeilenumbrüchen mitten im Satz bin ich begleitet von diesem rhythmischen Sound nur so durch die Seiten geflogen.


    Was mir definitiv gefallen hat war der locker-humorvolle Stil von Evaristo, die einzelne Argumente klug aus den Angeln hebt, herumwirbelt, selbstironisch aufhebt und durch die verschiedenen, ineinandergreifenden Sichtweisen stets auch andere Perspektiven zulässt. Stark fand ich die feine Darstellung von Konflikten zwischen den Generationen - wie sich über die Jahre hinweg ändert, was radikal ist und was Establishment, wer sozialen Aufstieg definiert, wer anderen neue Wege aufzeigt und dann von seinen super woken Kindern überholt wird. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass Raum dafür gelassen wird, dass verschiedene Personen sich unterschiedlich tief mit den Themen auseinandergesetzt haben und dass im Zentrum nicht ein kategorisches Richtig und Falsch, sondern die Menschlichkeit steht. Mit ein wenig mehr Tiefe statt Breite hätte mich das Buch definitiv mehr überzeugen können, aber auch so mag ich es in meinem Bücherregal nicht mehr missen.

  3. Cover des Buches We Will Fall (ISBN: 9783737356015)
    Shannon Dunlap

    We Will Fall

     (101)
    Aktuelle Rezension von: bellxkpx

    Inhalt:

    Tristan und Izzy - Liebe auf den ersten Blick. 

    Als Izzy von der Lower East Side, in das für sie noch fremde Brooklyn zieht, hat sie wenig Erwartungen. Sie kennt hier niemanden. Wie soll sie an ihrer neuen Schule Freunde finden?

    Eines Abends begegnet sie zufällig dem schüchternen, aber intelligenten Tristan. Die Funken sprühen. Beide wissen sofort, dass es Liebe auf den ersten Blick ist. 

    Doch diese Liebe wird viele Probleme mit sich bringen. Tristans Cousin Marcus, der Boss im Viertel, hat es ausgerechnet auf Izzy abgesehen. Marcus weiß nichts von Tristan und Izzys Beziehung. So kommt es, dass beide sich nur heimlich treffen können. Doch jedes Geheimnis wird irgendwann ans Licht kommen und so nimmt das Schicksal seinen Lauf...


    Meine Meinung:

    Bei der Bewertung habe ich sehr lange Zeit mit mir gerungen. Ich vergebe trotzdem fünf von fünf Sternen, dennoch mit einem kleinen Abzug. Die Geschichte hat mich schon auf der ersten Seite mitgerissen und gleichzeitig fasziniert. Ich dachte, besser geht es  nicht! Doch dann kam plötzlich das Ende. Aber dazu später mehr.

    Fangen wir zuerst bei den Protagonisten an. Das Buch wird aus drei Sichtweisen erzählt. Tristan und Izzy waren mir vom ersten Moment total sympathisch. Zwei einzigartige Charaktere. Ich fand es sehr spannend, dass beide eher  naturwissenschaftlich veranlagt sind, denn in letzter Zeit habe ich viele Bücher über lyrisch und poetisch veranlagte Charaktere gelesen, die sich ja nun doch ganz anders verhalten. :D Am interessantesten fand ich jedoch das außergewöhnliche Schachtalent von Tristan. Schach ist ein sehr spezielles, aber gleichzeitig spannendes Thema. Brianna, also die dritte Erzählerin, war auch, wie ich fand, eine sehr sympathische Figur mit ihrer Vorliebe für Tarot-Karten und das Wahrsagen.

    Nun aber zurück zu Izzy und Tristan. Beide haben mich begeistert. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Wohl auch aufgrund des angenehmen Schreibstils der Autorin. Ihre Beziehung war intensiv, manchmal haben mir aber doch noch ein paar mehr tiefgründige Gespräche gefehlt. 

    Jetzt möchte ich noch ein paar Worte zum Ende loswerden. Ich muss einfach sagen, dass ich es sehr schade fand. Beim Lesen war ich zuerst irgendwie wütend, aber auch gleichzeitig traurig.
    Man hätte es einfach anders konstruieren können, glaube ich. Tristans Tod wirkte für mich sehr aus dem Kontext gerissen. Ich wäre sogar besser damit klargekommen, wenn er in Beziehung zu Marcus gestanden hätte, muss ich zugeben. Aber durch die Vorrausblenden an machen Stellen, wusste man eben schon genau, dass alles tragisch ausgehen wird. 

    Trotzdem ist dieses Buch sehr gelungen. Ich habe es in einem Zug durchgelesen und das ist auf jeden Fall etwas positives! Ich fand es auch schön, dass es Parallen gab zur Liebesgeschichte von Tristan und Isolde (einige Beispiele: der Liebestrank oder die "zweite" Isolde). 

    Über dieses Buch werde ich mit Sicherheit noch länger nachdenken! :D


    Fazit: Letztendlich fünf von fünf Sterne von mir!

  4. Cover des Buches Americanah (ISBN: 9783596521067)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Americanah

     (175)
    Aktuelle Rezension von: Eva-H

    Erweitert den Horizont. Wie engstirnig man als Weiße doch sein kann. Die Sicht ändert sich. Sehr "amüsant"  aber auch der Vergleich des Lebens in Amerika und dann zuhause in Nigeria. Dort gibt es auch eine falsche Sicht auf das jeweils andere Land. Die Menschen haben genauso Vorurteile oder falsche Vorstellungen. Kann ich nur empfehlen.

  5. Cover des Buches Gute Geister (ISBN: 9783442714506)
    Kathryn Stockett

    Gute Geister

     (678)
    Aktuelle Rezension von: dominona

    Bücher begeistern mich immer dann, wenn ich die Figuren in meinem Kopf sprechen hören kann und das Bedürfnis habe, mit ihnen in Kontakt zu treten und meine Güte, was hat mich dieses Buch mitgenommen. 

    Es geht um Geschichten, die erzählt werden müssen, um Kommunikation zwischen Lebenswelten, die teils weit voneinander entfernt sind, aber eben oft auch nicht und um Grenzen im Kopf, die keine sein müssen. 

    Uneingeschränkte Leseempfehlung! 

  6. Cover des Buches Mercy Seat (ISBN: 9783406719042)
    Elizabeth H. Winthrop

    Mercy Seat

     (53)
    Aktuelle Rezension von: Woerterkatze

    Als “Mercy Seat” wird der transportierbare elektrische Stuhl bezeichnet, der von Ort zu Ort zur Vollstreckung des Todesurteils am jeweiligen Tatort des Verbrechens gebracht wird, damit die Ortsansässigen der Hinrichtung beiwohnen können.

    Der Titel passt eindeutig zur Handlung des Werkes. Winthrop erzählt in vier Teilen den Tag der Vollstreckung des skandalösen Urteils an dem jungen Schwarzen Will. Jedes einzelne Kapitel wird aus der Sicht eines Charakters erzählt, damit man nicht durcheinander kommt,  wird der Name in der Kapitelüberschrift erwähnt. So erlebt man den ganzen Tag mit, sei es durch Wills Vater und Polly, dem Staatsanwalt, die direkt mit der Situation von Will zu tun haben, aber auch durch eigentlich unbeteiligte Personen, wie Lane oder Ora. Gerade bei diesen Charakteren fragt man sich, was sie mit Will zu tun haben und im Laufe der Handlung fügen sich diese losen Fäden, die nebenbei laufen, zusammen.

    “Mercy Seat” hat mich von der ersten Seite gefesselt und auch wenn die Handlung im Jahr 1943 in Louisiana spielt, ist sie mit ihren Grundthemen Rassismus, Trauer, Verlust, Todesstrafe so aktuell wie nie.  Denn Rassismus existiert auch heute noch nicht nur in den Südstaaten, mit seinem Ku-Klux-Clan, sondern auch in den anderen Bundesstaaten und in der restlichen Welt. Rassismus ist allgegenwärtig und gipfelt heute in der Black Lives Matter Bewegung und der Polizeigewalt gegen Schwarze.

    “Mercy Seat” ist heftig und mir liefen immer wieder die Tränen übers Gesicht. Es gab Szenen da musste ich innehalten und das Buch zur Seite legen. Es ist erschreckend, nicht nur die Szene mit “Mercy Seat”, sondern auch die Rahmenhandlung drum herum. Die Einschüchterung, die Verzweiflung über den Verlust eines Sohnes, die unausgesprochenen Worte zwischen den Menschen und das Gefühl eines jeden, dass es falsch ist.

    Meine Stimmung während des Lesens schwang immer wieder zwischen unheimlicher Wut, wer das Buch gelesen hat, kann sich die betreffenden Szenen denken, und zwischen tiefer Traurigkeit.

    Winthrop gelingt es mit ihren Worten ein Bild einer gespaltenen Gesellschaft zu zeigen, die auf der einen Seite Gerechtigkeit will, aber auf der anderen Seite in ihren Strukturen und Dogmen so gefangen ist, dass sie diese nicht überwinden können.

    “Mercy Seat” zeigt immer wieder die Atmosphäre in den Südstaaten auf, das Zusammenleben zwischen Schwarzen und Weißen, den endlosen Baumwollfeldern, den Alligatoren und das Misstrauen untereinander. Man hat immer noch das Gefühl, dass die Zeit stillsteht und sich nichts in den Jahrzehnten danach verändert hat, wenn man heute die Nachrichten aus den Vereinigten Staaten hört.

    Die meisten Charaktere sind mir während des Lesens ans Herz gewachsen und man merkte oft, dass sie mit ihrer Entscheidung nicht einverstanden sind, aber es Situationen gab, in denen sie nicht anders entscheiden konnten. Sehr oft habe ich mich gefragt, wie ich mich entschieden hätte, in dieser Situation, in dieser Zeit, mit diesem Hintergrund und ich bin auch jetzt eine Woche noch zwiegespalten. Ich wünschte, dass ich heute sagen könnte, so ein wahrer Fall würde heute nicht mehr so passieren, aber das Leben lehrte mich schon anderes.

    Denn der Rassismus, Ressentiments und Hass sind immer noch nicht überwunden und auch nicht die Fehlurteile durch Jurys. In einer Welt, in der immer noch Unterschiede nach der Hautfarbe gemacht werden, kann es keine absolute Gerechtigkeit geben.

    Fazit

    “Mercy Seat” ist ein packender Roman, der auf dem Fall Willie Francis, von 1946, aufbaut.  Ein Buch gegen Rassismus, gegen die Todesstrafe mit einer ungeheuren Sprachgewalt, dass einen emotional abholt und noch sehr sehr lange nachklingt.

  7. Cover des Buches Eine Farbe zwischen Liebe und Hass (ISBN: 9783518469965)
    Alexi Zentner

    Eine Farbe zwischen Liebe und Hass

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Luthien_Tinuviel
    Es ist nur, nun, das macht es schwer. Du hast keine Wahl, weißt du? Du wirst geboren,wenn du geboren wirst, deine Eltern sind deine Eltern, und die Dinge geschehen, wie sie gescchehen. EIniges davon ist gut, einiges nicht. Ich kann dir mein ganzes Leben erzählen, aber wenn du nicht dabei warst, wenn du nicht wie ich großgezogen wurdest, ergibt es keinen Sinn für dich. S.137


    Eine Farbe zwischen Liebe und Hass ist vor allem aufgrund seiner Perspektive ein besonderes Werk. Aus der Sicht eines weißen Teenagers, dessen Familie einer radikal- nationalistischen-rassistischen Kirche, der Kirche des Weißen Amerikas angehört, beschäftigt sich das Werk mit Problemen der amerikanischen Gesellschaft und den Schwierigkeiten eines Jungen, der versucht, aus dieser Gemeinschaft des Hasses auszubrechen und dabei doch immer wieder in Zwiespalt gerät.

    Meine Meinung:

    Das Werk von Alexi Zentner ist sehr eindrücklich geschrieben. Der Autor versucht darin nach eigenen Angaben, sich in die Rolle des Jungen auf der anderen Seite hineinzuversetzen, da er selbst ein Attentat von Neonazis auf das Haus seiner Eltern, engagierter Bürgerrechtler, erlebt hat- und dies gelingt im meisterhaft.

    Jessups Geschichte mag fiktiv sein, aber sie regt einen beim Lesen dennoch zum nachdenken an. Und gerade dieses Nachdenken, dieser geradezu bestehende Zwang, mit Jessup, der aufgrund seiner Herkunft und trotz all seiner Ziele, sich von seinem Hintergrund zu distanzieren, offen angefeindet wird, regt doch zum Nachdenken. Die Erzählung ist in einem sehr ernsten, aber aufgrund der Thematik auch angemessenen Ton gehalten und gerade aufgrund der enthaltenen Kontroversen teilweise emotional schwer zu lesen.

    Die Charaktere und Szenen sind realistisch gezeichnet, die Kürze der einzelnen Abschnitte verstärkt noch den Eindruck, den Jessups Perspektive der Geschichte verleiht. 

    Mir war die Handlung zwar auf einen zu kurzen Zeitraum fokussiert, aber die Aussage der Geschichte und deren Effekt ist doch rübergekommen.

    Fazit: Ein ernstes Buch mit zwar bekannter, ernster Thematik, das doch zum Nachdenken anstößt und gerade aufgrund seiner Perspektive besonders und wichtig ist.

  8. Cover des Buches Kleine große Schritte (ISBN: 9783328102601)
    Jodi Picoult

    Kleine große Schritte

     (234)
    Aktuelle Rezension von: Runenmädchen

    In diesem Roman geht es um eine Hebamme, die sich aufgrund eines verstorbenen Neugeborenen vor einem Strafgericht verantworten muss. 

    Erzählt wird die Geschichte aus drei Perspektiven. Aus der von Ruth, der sympathischen und sturen Hebamme, aus der von Kennedy, der talentierten und durchsetzungsstarken Pflichtverteidigerin und aus der von Turk, dem hasserfüllten und rechtsradikalen Vater des verstorbenen Säuglings. Meiner Meinung nach sind diese drei Perspektiven perfekt gewählt, sie bieten brisanten Zündstoff und die nötige Vielfalt, um verschiedenen Blickwinkeln facettenreich gerecht werden zu können. 

    Die Autorin Jodi Picoult hat es mit diesem Roman geschafft, ein tragisches Ereignis mit vielen wichtigen und großen Themen wie Diskriminierung am Arbeitsplatz, Moral, Recht und Gerechtigkeit, Rassismus und umgekehrten Rassismus zu vereinen. Sie hat nebst Emotionen und authentischer Empathie auch Sachlichkeit gegenüber dem Rechtssystem walten lassen. 

    Negative Kritik bringe ich in der Form an, als dass mir die Kapiteleinteilung nicht gefiel (zu lang, zu unübersichtlich, wenig strukturiert) und dass es diverse Längen im letzten Drittel gab (Wiederholungen und langatmige Passagen).

  9. Cover des Buches Der Koch (ISBN: 9783257239997)
    Martin Suter

    Der Koch

     (469)
    Aktuelle Rezension von: Madl10

    "Der Koch" war mein erstes Buch von Martin Suter und hat mich sehr begeistert.

    Maravan ist ein absolut liebenswerter Charakter, durch den ich viele interessante Einblick in seine Heimat und seine Kultur bekommen habe. Aber auch Themen wie Einwanderung, Krieg, die Wirtschaftskrise, Waffenschieberei, Moral und natürlich die Liebe spielen große Rollen.

    Martin Suter schafft es gekonnt die unterschiedlichsten Themen, Charaktere und deren Leben miteinander zu verweben. Und das auf eine sehr tiefgründig, aber auch humorvolle Art.

    Aber das Hauptthema ist und bleibt in diesem Roman das Essen. Der Autor beschreibt mit einer wahnsinnigen Leidenschaft sehr ausführlich die Zubereitung der Speisen. Und das so detailliert, dass ich öfters hungrig an den Seiten hing. Am Ende des Buches findet man auch noch die Rezepte zum Nachkochen. Nur leider hatte ich keinen Spitzenkoch an meiner Seite, der mir diese Gerichte genauso verführerisch zubereitet wie Maravan. 

    "Der Koch" ist eine Geschichte, die mich durch seine außergewöhnliche, vielfältige und mitreißende Art auf ganzer Linie überzeugen und unterhalten konnte.

    Daher gebe ich sehr gerne eine Leseempfehlung.

  10. Cover des Buches Mehr als nur ein Traum (ISBN: 9783957344601)
    Elisabeth Büchle

    Mehr als nur ein Traum

     (56)
    Aktuelle Rezension von: BettinaLausen

    Felicitas hat mit jüdischen Wurzeln Nazideutschland überlebt. Ein unerwartetes Erbe führt sie in den 1960er Jahren nach Mississippi. Trotz aller Warnungen freundet sie sich mit ihren schwarzen Nachbarn an. In der Stadt findet sie schnell Freunde, obwohl sie auch als die „Fremde“ beäugt wird. Sie gerät mitten in die brodelnden Rassenunruhen der Zeit. Und dann ist dort dieser Deputy Landon - von dem sie nicht weiß, ob er Freund oder Feind ist.


    Meine Meinung: Ich habe etwas gebraucht, um mit der tollpatschigen und naiven Hauptfigur anzufreunden. Aber bald hatte sie mein Herz erobert. Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, was die Spannung hochhält. Alle aus dem Dorf scheinen Geheimnisse zu haben. Irgendwann bringt der Roman eine Wendung mit einem Thema auf den Plan, mit dem ich nicht gerechnet habe. Zudem gibt es einen fulminanten Shwodown mit einem schönen Schluss. Eine absolute Leseempfehlung. 

  11. Cover des Buches Von dieser Welt (ISBN: 9783423281539)
    James Baldwin

    Von dieser Welt

     (62)
    Aktuelle Rezension von: People-abroad

     Man spürt, wie sie kämpfen und versuchen sich zu ducken gegen den Rassismus und gegen die Demütigungen und Aussichtslosigkeit. Ein fesselndes Buch.

  12. Cover des Buches The Cuckoo's Calling (ISBN: 9781408703991)
    Robert Galbraith

    The Cuckoo's Calling

     (92)
    Aktuelle Rezension von: Caro_Lesemaus
    When a troubled model falls to her death from a snow-covered Mayfair balcony, it is assumed that she has committed suicide. However, her brother has his doubts, and calls in private investigator Cormoran Strike to look into the case. A war veteran, wounded both physically and psychologically, Strike's life is in disarray. The case gives him a financial lifeline, but it comes at a personal cost: the more he delves into the young model's complex world, the darker things get - and the closer he gets to terrible danger ...A gripping, elegant mystery steeped in the atmosphere of London - from the hushed streets of Mayfair, to the backstreet pubs of the East End, to the bustle of Soho.

    Ich kann jedem nur empfehlen, J. K. Rowling im Original zu lesen. Sie hat einfach eine Art zu schreiben, die auch außerhalb der Harry Potter-Romane gelingt und ein wahrer Lesegenuss ist (wie auch bei "A Casual Vacancy", was ich ebenfalls sehr empfehlen kann!).
    Mit "The Cuckoo's Calling" hat sie unter einem Pseudonym, was relativ schnell nach Erscheinen des Romans aufgelöst wurde, ihren ersten Kriminalroman geschrieben. Cormoran Strike ist ein Protagonist, mit dem man erstmal warm werden muss. Er ist kein schöner, sympathischer Mann, in den man sich quasi verliebt. Er ist ein Veteran, lebt nach der (erneuten) Beendigung einer sehr ungesunden Beziehung in seinem Büro, wo er sich nur am Waschbecken waschen kann und geht regelmäßig in den Pub um die Ecke (was allerdings sehr viele Engländer nach Feierabend tun). Die neue, von der Zeitarbeitsfirma geschickte Sekretärin Robin Ellacott ist dagegen jung, hübsch, hat einen erfolgreichen Freund und wollte mit diesem Job nun endlich mal etwas wagen. Stattdessen trifft sie auf den mürrischen Strike, der sich ihren Einsatz finanziell eigentlich gar nicht mehr leisten kann. Die anfängliche Zusammenarbeit der beiden ist also geprägt von Missverständnissen und Enttäuschungen und das Duo muss im Laufe des Romans erstmal zueinander finden. Diese Konstellation und dass es nicht gleich von Anfang an um ein bereits bestehendes Ermittlerpaar geht, fand ich interessant und gut gelungen. 
    Der Fall selbst ist ebenfalls sehr gut konstruiert und entführt in die Welt der Reichen und Schönen, wo nicht alles Gold ist, was glänzt. Mühsam muss Cormoran Strike sich über unzählige Gespräche die kleinen Puzzleteile zur Auflösung des Falles zusammensuchen. Das ist interessant und bestimmt auch authentisch, führt aber in diesem Fall leider zu Längen im Mittelteil. Die Handlung kommt nur sehr langsam voran. Das macht Rowling allerdings mit einem dafür umso rasanterem und dramatischen Ende wett, das für mich völlig unerwartet kam. Die glaubwürdige Konstruktion solcher Wendungen hat sie bereits in den Harry Potter-Romanen praktiziert und auch hier im Rahmen eines Kriminalfalles gelingt es ihr erneut. 
    Die Charaktere werden vor allem durch die Dialoge und ihre dazu beschriebenen körperlichen Regungen bzw. Strikes Kompetenz, diese zu analysieren, sehr plastisch. Die Figuren und Schauplätze kann man sich durch die detailreichen Beschreibungen sehr gut vorstellen, ich hatte sofort Bilder im Kopf.

    Fazit:
    Ein ruhiger Kriminalroman mit dafür rasantem Ende und einem Ermittlerpaar, dass sich gegenseitig erstmal sympathisch werden muss - ebenso wie dem Leser. Einen Stern Abzug gibt es leider für die Längen im Mittelteil, auch wenn die Szenen an sich trotzdem interessant ausgearbeitet waren. Ein großes Plus ist der Schreibstil. Ich liebe es einfach, wie J. K. Rowling Worte zu Papier bringt.
  13. Cover des Buches Zu zweit tut das Herz nur halb so weh (ISBN: 9783492302388)
    Julie Kibler

    Zu zweit tut das Herz nur halb so weh

     (144)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Der Roman gefiel mir recht gut und konnte mich gleich in seinen Bann ziehen. Jedoch waren mir die Schicksalsschläge etwas zu viel. Daher gebe ich 4 Sterne. Hier wäre weniger mehr gewesen. 

  14. Cover des Buches Alles, was passiert ist (ISBN: 9783351050672)
    Yrsa Daley-Ward

    Alles, was passiert ist

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Hortensia13

    Yrsa wächst mit ihrem kleinen Bruder Roo im Nordwesten Englands auf. Ihre Mutter versinkt in ihrer Arbeit als Nachtschwester und scheint unbeteiligt am Leben ihrer Kinder. Yrsa versucht bei den Grosseltern in ihr Leben reinzuwachsen und wird mit schrecklichen Dingen konfrontiert. Gibt es eine Hoffnung, wenn überall der Schmerz herrscht?

    Die Autorin Yrsa Daley-Ward verpackte ihre Kindheit und Jugend in ein poetischen Werk. Mir gefiel es sehr, wie mit Schrift und Wort gespielt wurde. Dabei hat sie einen kristallklaren, pointierten Schreibstil, mit dem sie mit wenigen Worten viel auszusprechen vermag. Ich hätte mir am Ende etwas mehr Positivität gewünscht, obwohl ich mir bewusst bin, dass im wahren Leben natürlich nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Aber ein paar mehr Sonnenstrahlen hätten aber nach der Düsternis ihres Lebens gut getan, denn schlussendlich wäre es schön zu wissen, wie ihr Leben nun aussieht. Das kam in meinen Augen etwas zu kurz.

    Mein Fazit: Eine poetische Biografie über eine Kindheit, die schon unter schlechten Sternen begonnen hatte. 4 Sterne.

  15. Cover des Buches Abschied von Sidonie (ISBN: 9783257224283)
    Erich Hackl

    Abschied von Sidonie

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Forti
    Das dünne Büchlein "Sidonie" ist ein frühes Werk von Erich Hackl, das ganz zufällig seinen Weg zu mir fand.

    Es ist eine Geschichte, die nahe geht. Eine Anklage und Mahnung. Sehr empfehlenswert!

    Der Stil ist vor allem anfangs sehr dokumentarisch, aber der Autor bleibt nicht neutral, sondern schreibt auch emotional und wertend – insgesamt ergibt das eine runde, angemessene Erzählung. Es handelt sich bei "Sidonie" nämlich um eine wahre Geschichte, die der Autor so authentisch wie möglich und dennoch auch mit den Mitteln eines Literaten aufschreibt.

  16. Cover des Buches Himmel und Hölle (ISBN: 9783596809875)
    Malorie Blackman

    Himmel und Hölle

     (137)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Hier geht's zur vollständigen Rezension auf meinem Blog.


    Rezension

    Dieses Buch hat sehr viele mühsam verdrängte Erinnerung wachgerufen an "Numbers 1: Den Tod im Blick" von Rachel Ward, meinem Jahresflop von 2016. Die Bücher sind sich nicht nur von den behandelten Themen und dem Handlungsverlauf sehr ähnlich, sondern für mich auch beide, anders kann ich es leider nicht sagen, am Rand des Erträglichen. Anmerkung an dieser Stelle: "Himmel und Hölle" ist acht Jahre vor "Numbers" erschienen. Mit den Ähnlichkeiten meine ich nicht, dass Rachel Ward kopiert hat, sondern schlicht, dass ich die Art des Buches sofort wiedererkannt habe und leider schon nach 50 Seiten geahnt habe, worauf ich mich da, schon wieder, einlasse. Dementsprechend wird dies eine lange Rezension werden, denn ich habe viel zu sagen.


    Das Positive zuerst: Erstens, durch die unfassbare Anzahl von 117 Kapiteln und unzählige Zwischenüberschriften ist bestimmt ein Drittel der Seiten kaum bis gar nicht bedruckt, sodass sich das Buch schneller lesen ließ als bei 501 Seiten erwartbar war. Zweitens, obwohl es sich für mich eindeutig wie eine Schullektüre liest, hat die Autorin darauf verzichtet, die Charaktere mit vulgären Ausdrücken und vermeintlicher Jugendsprache um sich werfen zu lassen. Drittens, die grundlegende Idee, die amerikanische Rassenproblematik umzukehren und aus der schwarzen Bevölkerung die dominierende Gruppe zu machen, die die Weißen unterdrückt, ist mit Sicherheit ein sehr wichtiges Thema. Mehr positive Aspekte konnte ich dem Buch leider nicht abgewinnen.


    Zunächst noch einmal zur Schullektüre: Es gibt für mich zwei Aspekte, die das Gefühl hervorgerufen haben, dass dieses Buch als Schullektüre geschrieben wurde. Zum einen ist es die Aneinanderreihung unzähliger schwieriger und sensibler Themen in diesem Buch. Erste Liebe, erster Kuss, erster Sex, Teenieschwangerschaft, Abtreibung. Alkoholismus, Depression, Suizid. Mobbing, Rassismus, Gewalt, Terrorismus, Mord, Tod. And the list goes on and on and on and on. Leider meine ich das genau so, wie ich es formuliert habe. Diese Themen werden willkürlich, ohne Verknüpfung und oftmals auch ohne Verarbeitung aneinander gereiht. Wenn ein Thema, über das mit Jugendlichen gesprochen werden sollte, abgehakt ist, springt die Geschichte Wochen oder Monate weiter, um sich dem nächsten Punkt zu widmen. Das hat mir gar nicht gefallen. Wäre dieses Übermaß an angesprochenen Themen logisch schlüssig in die Handlung integriert gewesen, hätte es mich nicht gestört. Bei mir entstand aber der Eindruck, dass die Autorin einfach alle Themen, die ihrer Meinung nach in Schullektüren mit Unterrichtsmodellen bearbeitet werden sollten, nacheinander abgearbeitet hat. Dadurch kam die Geschichte nie in den Fluss und war zudem extrem vorhersehbar, weil ich genau wusste, welche Themen mich noch erwarten werden.

    Zum anderen ist das Buch gerade am Anfang eine richtige Moralkeule. Da die ganzen Themen nicht in die Handlung integriert sind, steht hier auch nicht die Geschichte im Vordergrund, sondern die Botschaft des Buches. Noch etwas, das ich gar nicht mag. Ich nehme gerne subtile Gesellschaftskritik auf, wenn eine Geschichte diese bietet. Aber wenn ein Buch ständig mit erhobenem Zeigefinger dasteht und mir "Die Moral von der Geschicht'" so fest ins Gesicht klatscht, dass darüber die Handlung völlig verloren geht, wird es eine anstrengende, langweilige Lektüre. Wenn ich ein Buch lese, möchte ich unterhalten werden, keine Moralpredigt hören.


    Auch sonst konnte ich dem Buch leider gar nichts abgewinnen. Beispielsweise gibt es keinerlei Worldbuilding. Ich weiß, dass die amerikanische Rassenproblematik umgekehrt ist, sprich dass die Schwarzen die dominanten Herrscher sind, während die Weißen unterdrückt und ausgebeutet werden, worüber sie natürlich nicht begeistert sind. Das war's. Es hätte sehr viel Potenzial gegeben, die Hintergründe zu erläutern und beide Seiten zu beleuchten, denn der Vater von der schwarzen Protagonistin Sephy ist Politiker, während die Familie des weißen Protagonisten Callum Verbindungen zu einer Rebellengruppe hat. Die Autorin nutzt nichts von diesem Potenzial. Außer dass Schwarze und Weiße Menschen der jeweils anderen Hautfarbe hassen, gibt es keinerlei weitere Informationen. Das war wirklich sehr dürftig. Deshalb fehlt der Welt jegliche Tiefe.


    Wie sehr mir die Tiefe in der Welt und der Geschichte fehlen, habe ich gemerkt, als meine Fantasie angefangen hat, sich selbstständig zu machen. Ich habe so verzweifelt gehofft, dass irgendetwas hinter bestimmten Ereignissen steckt, dass ich angefangen habe, mir selbst Hintergründe auszudenken. Ich habe so unfassbar viele Ideen, wie dieses Buch tiefer, spannender, überraschender hätte gestaltet werden können mit subtilen Entwicklungen und informativen Erklärungen. Mein Verstand lechzte nach irgendeiner Art von Hintergrundinformation, aber dieses Buch bietet einfach gar nichts, nicht mal Andeutungen, auf denen ich hätte aufbauen können. Es ist so platt, dass ich es niemals bis zur letzten Seite geschafft hätte, wenn ich die Geschichte nicht mit meiner eigenen Fantasie angereichert hätte.

    Dann sind da noch die Charaktere, die mir im besten Fall gleichgültig waren, im schlimmsten Fall extrem auf die Nerven gingen. Haupt- und Nebencharaktere fand ich einfach unfassbar unsympathisch. Deshalb hat es mich völlig kalt gelassen, dass einige von ihnen sterben. Teilweise war ich sogar froh, dass sie dadurch nicht länger meine Nerven strapazieren konnten, obwohl ich glaube, dass sie eigentlich als Sympathieträger konzipiert wurden. Viele Handlungen der Figuren konnte ich auch überhaupt nicht nachvollziehen. Nicht nur persönlich, sondern auch inhaltlich im Kontext der Geschichte nicht. Die Liebesgeschichte las sich für mich völlig emotionslos und teilweise sogar befremdlich. Denn ich fand insbesondere Sephy so anstrengend, dass ich immer wieder vergessen habe, dass sie eine Jugendliche und kein kleines Kind mehr ist. Außerdem hat sich die Autorin jegliche Charakterentwicklung gespart, indem sie nach jedem einschneidenden Ereignis einfach mehrere Monate überspringt. Die Figur ist dann plötzlich völlig verändert, aber diese Veränderung hat sich in den nicht geschilderten Monaten vollzogen. In Summe vergehen so im Laufe des Buches fünf bis sechs Jahre. Das hat kein bisschen dabei geholfen, den Charakteren in irgendeiner Weise näher zu kommen. Sie sind von Anfang bis Ende distanziert geblieben.


    Des Weiteren werden die vielen Themen, die dieses Buch anspricht, leider nicht nur unverknüpft abgearbeitet, sondern es wird auch jeder einzelne Aspekt lieblos behandelt. Es gibt keinerlei Hinleitungen und keinerlei Verarbeitung von irgendetwas. Alles passiert einfach und fertig. Die Radikalisierung von Familienmitgliedern beispielsweise, wonach sie sich einer Terroristenvereinigung anschließen, geschieht "mir nichts, dir nichts" (S. 359). Kein Witz, das steht wortwörtlich in genau diesem Zusammenhang im Text. An einer anderen Stelle lehnt Sephys Mutter den Internatsbesuch ihrer Tochter strikt ab, nur um ein paar Seiten später plötzlich und ohne Begründung ihre Meinung komplett zu ändern. An einer Stelle, an der durch diese Meinungsänderung jede Menge künstliches Drama entsteht. Einen anderen Grund als dass diese Änderung der Meinung ein Plotdevice ist, konnte ich dem Buch nicht entnehmen. Es war einfach unfassbar praktisch, dass die Mutter es sich in diesem Moment anders überlegt hat. Und das sind nur zwei Beispiele von vielen. Es geschieht immer etwas, das für die Geschichte gerade praktisch ist. Dadurch ist die Erzählung extrem sprunghaft und teilweise zusammenhanglos. Stimmung, Emotionen, Meinungen, Einstellungen - alles ändert sich von Sekunde zu Sekunde. Das war so erschöpfend, dass ich mir gar keine Mühe mehr gegeben habe, dem irgendwie zu folgen.


    In Summe konnte ich mit diesem Buch einfach nichts anfangen. Mehr noch, es hat meine Frustrationstoleranz auf eine harte Probe gestellt. Die Fortsetzungen werde ich definitiv nicht lesen. Stattdessen werde ich versuchen, die Erinnerungen an dieses Buch zusammen mit denen an "Numbers" möglichst schnell zu vergessen.  


    Fazit

    Ich verstehe, welche Idee die Autorin damit verfolgt hat, die amerikanische Rassenproblematik umzukehren. Leider passte an diesem Buch aber einfach nichts. Es gibt keinerlei Worldbuilding und keinerlei Hintergrundinformation oder tiefere Erklärungen. Stattdessen werden unzählige wichtige Themen, die mit erhobenem Zeigefinger vorgetragen werden, teils völlig zusammenhanglos nacheinander abgearbeitet. Es geschieht immer, was gerade praktisch ist und die Handlung am Laufen hält. Zeitsprünge entbinden die Autorin von Verarbeitung der Ereignisse und von Charakterentwicklung. Die Charaktere fand ich allesamt so unsympathisch, dass sie meine Nerven arg strapaziert haben. An „Himmel und Hölle“, das wahrscheinlich mein Jahresflop sein wird, kann ich beim besten Willen nicht mehr als eine Schreibfeder vergeben.

  17. Cover des Buches Die weiße Löwin (ISBN: 9783423212144)
    Henning Mankell

    Die weiße Löwin

     (568)
    Aktuelle Rezension von: BuchAlex

    Die weiße Löwin ist bisher mein liebstes Buch der Wallander Reihe. Extrem vielschichtig geschrieben, spannend bis zur allerletzten Seite und mit fundierten Hintergründen, was will das Herz des Krimi Fans mehr?

  18. Cover des Buches Die Geächteten (ISBN: 9783404168941)
    Hillary Jordan

    Die Geächteten

     (44)
    Aktuelle Rezension von: kleine_welle

    In Hannahs Welt werden Verbrecher durch eine Injektion eingefärbt. Je nachdem was sie verbrochen haben. Sie ist eine Rote, denn sie hat einen Mord begangen. Doch das schlimmste ist noch nicht mal das sie verchromt wurde, denn nachdem sie die Tage im Gefängnis beendet hat, muss sie sich in der Welt draußen zurecht finden und dort gilt sie als vogelfrei. 

     

    Das Cover mag ich total gerne, denn nicht nur das rot ist sehr cool, auch dieses intensive blau der Augen ist echt gelungen. :)

    Der Schreibstil konnte mich direkt einnehmen und sehr schnell habe ich gemerkt, dass es in Hillary Jordans Buch nicht nur einfach darum geht, wie diese zukünftige Welt ist, sondern es geht um so viel mehr. 

    Hannah wird rot verchromt, weil sie eine Abtreibung vorgenommen hat und das ist in dieser strenggläubigen Welt in der sie lebt eine Straftat. Ich möchte jetzt keine Grundsatzdiskussion darüber führen, wie ich das finde, aber ich möchte so viel sagen, ich kann Hannahs Beweggründe nachvollziehen. Hannah sieht einfach keinen anderen Ausweg und im Laufe des Buches erfährt man auch immer mehr Details dazu. Auf jeden Fall wird sie geschnappt und verchromt. Nun ist sie eine Rote und sie muss feststellen, dass sie von ihren Eltern extrem von allem abgeschottet wurde. Viele Dinge waren ihr nicht klar, auch wenn sie jemand ist, die viel hinterfragt hat. Und nun hat sie die Möglichkeit auch Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. 

    Man erlebt mit, wie Hannah immer mehr selbstbewusst sein entwickelt und endlich ihren eigenen Weg gehen möchte. Das ist eine wirklich schöne Entwicklung. 

    Aber genau wegen dieser konventionellen Einstellung ihrer Eltern und Freundinnen, kann sie sich niemandem anvertrauen und muss lernen, dass sie nur auf sich selber bauen kann. Doch in ihrer Zeit als Rote lernt sie neue Menschen kennen, die ihr zeigen, dass es okay ist Dinge zu hinterfragen oder nicht so leben zu wollen, wie man es von einem erwartet. 

    Doch zunächst lernt sie auch die Schattenseiten kennen, denn als Verchromte ist sie eine Geächtete und jeder kann es sehen. 

    Und auch wie Hannah selber erkennen muss, weiß man ja nicht genau was der Gegenüber getan hat, denn es gibt keine weiteren Abstufungen. Rot ist Rot und steht für Mord, alle sind in dieser Farbe gleich. Dasselbe gilt für andere Farben, einzig Blau ist nochmal eine Stufe schlimmer, denn das sind die Pädophilen. 

    Ich war ziemlich wütend manchmal beim Lesen, denn diese ganze Welt ist so heuchlerisch. Man versucht gut zu sein und anderen zu helfen, aber nur auf Abstand und bloß nicht den Verchromten, egal was sie getan haben. Denn diese leben in Ghettos und dort sollen sie auch bleiben. Dazu kommt, man kann alle Verchromten ganz leicht über das Internet aufspüren und verfolgen. 

    Gut kann man dieses Buch auf jede Zeit in unserer Welt einsetzen, denn was ist es anders wenn im Dritten Reich, Juden in Ghettos leben und mit Sterne markiert werden oder man PoC heutzutage auf der Straße zu Tode prügelt? Die Menschen schauen weg, weil sie nicht in ihrer heilen Welt beeinträchtigt werden wollen. Ein zeitloser Roman, der ein wichtiges Thema behandelt. 

    Aber es gibt nicht nur negative Seiten, denn im Buch tauchen sehr viele starke Frauen auf, die Hannah helfen und auch Hannah selber lernt, auf eigenen Beinen zu stehen. Man muss nur über seinen eigenen Tellerrand schauen.

     

    Mein Fazit: Ein wie oben schon gesagter zeitloser Roman, der eine dystopische Welt beschreibt, die aber genauso gut unsere eigene Welt sein könnte. Ich finde es wichtig, was hier beschrieben wird und auch toll finde ich, dass in Hillary Jordans Buch so viele starke Frauen auftauchen, die Hannah unterstützen und ihr zeigen, wie falsch alles doch ist in ihrer Welt. 

    Hannah macht eine tolle Entwicklung durch und das Ende ist echt gut gelungen. Ich mochte das Buch sehr gerne lesen und empfehle es einfach allen weiter! :)

  19. Cover des Buches Sehr blaue Augen (ISBN: 9783644004726)
    Toni Morrison

    Sehr blaue Augen

     (57)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Der Titel ist grauenhaft gewählt. Als ich es sah, habe ich den Kopf geschüttelt und mir eingeredet, dass das Buch nur schlecht sein kann. Wer glaubt, kann mit so einem Titel schon punkten? Eindeutig Toni Morrison!

    Ziemlich lange dachte ich, die Geschichte würde sich um die Ich-Erzählerin drehen, aber erst später konzentriert sich das Buch auf Pecola, die jeden Handlungsstrang für sich beanspruchte. Schlussendlich beginnt ja das Buch mit einem sehr starken Satz: «Wenn auch niemand darüber spricht: es gab im Herbst 1941 keine Ringelblumen. Wir glaubten damals, die Ringelblumen gingen nicht auf, weil Pecola von ihrem Vater ein Baby bekam» Erst später hat mich der Satz tief getroffen und ihre Bedeutung entfaltet sich in den letzten Sätzen. Das war echt gut. Wirklich gut.

    Was mich aber wirklich gestört hat, waren die vielen Figuren, über deren Vorgeschichte die Autorin so viel erzählt hat, dass man sie deutlich vor sich sah, aber deren Rolle kurz und bündig blieb. Vor allem über die Prostituierten erfährt man viel, um anschließend gänzlich von der Bildfläche zu verschwinden. Auch über den Pastor wird so viel erzählt und dann ist auch er weg.

    Das fand ich nicht gut, weil sich das anfühlte, als würde die Autorin das Buch in die Länge ziehen. Manchmal kam mir das echt sinnlos vor.

    Dennoch ist die Sprache der Autorin stark, die Figuren bekommen alle ein Gesicht und eine Vorgeschichte und das Ende überwältigt einen. Nur muss man echt aufmerksam lesen, jedes Detail merken, sich wirklich auf alles konzentrieren und die Flut an Informationen irgendwie ordnen, was dem Buch doch etwas geschadet hat. Aber ansonsten war es ein Genuss und ich freue mich, auf das nächste Buch der Autorin.

  20. Cover des Buches Erdsee (ISBN: 9783522718608)
    Ursula K. Le Guin

    Erdsee

     (208)
    Aktuelle Rezension von: AutorinLauraJane

    Die Saga „Erdsee“ von Ursula K. Le Guin gehört wohl zu den Klassikern, die jeder eimal gelesen haben sollte. Insgesamt umfasst die Reihe sechs Geschichten, wobei die ersten vier inzwischen meist nur noch in einem Sammelband zu bekommen sind.

    Diesen Sammelband habe ich nun auch gelesen.

    Da es sich um vier einzelne Geschichten handelt, werde ich die Inhaltsangabe auch in vier Teile aufteilen.


    1. „Der Magier der Erdsee“: Die erste Geschichte dreht sich um den Jungen Ged, auch Sperber genannt.Ein Ziegenhirte von einer der kleineren Inseln der Erdsee. Bei einem Überfall von Piraten stellt sich heraus, dass er in der Lage ist, Magie zu wirken. Damit beginnt seine Reise und er gelangt auf die Insel der Magier, wo er unterrichtet wird. Er ist ein gelehriger und wissbegieriger Junge, doch auch sehr stolz und ehrgeizig. In einem Streit mit einem älteren Jungen wendet er eine verbotene Formel an und befreit etwas schreckliches, dass ihn fast umbringt, bevor es floh. Er macht sich auf den Weg das Übel, dass er selbst in die Welt gesetzt hat, zu zerstören.
    2. „Die Gräber von Atuan“: Diese Geschichte dreht sich um ein junges Mädchen, Tenar, auf einer fernen Insel. Sie ist die wiedergeborene Priesterin der Gräber und ihr Leben gehört der Macht, die dort wohnt. Viele Schätze liegen im Labyrinth unter den Gräbern und eines Tages findet sie dort unten einen Fremden. Ged der Magier ist dort und soll einen bestimmten Schatz bergen. Die Beiden freunden sich an und Ged überzeugt sie schließlich mit ihm von der Insel zu fliehen, doch das ist nicht so leicht, wie gedacht, denn die finstere Macht lässt nichts unversucht um sie gefangen zu halten.
    3. „Das ferne Ufer“ Ged ist inzwischen zum obersten Magier aufgestiegen und schlimme Nachrichten gehen um. Die Magie soll aus der Welt verschwinden. Der junge Prinz Arren ist einer der Überbringer dieser Nachrichten und bittet um Hilfe. Mit ihm zusammen macht Ged sich auf den Weg um den Ursprung der Dunkelheit zu finden. Um die Magie selbst zu retten. Eine Reise bis ans Ende der Welt beginnt, doch bald finden sie heraus, dass es nicht die Lebenden sind, wegen denen das alles passiert.
    4. „Tehanu“: Diese Geschichte schließt nahtlos an die vorherige Geschichte an und handelt wieder von Tenar, die inzwischen älter ist und sich ein neues Leben, fernab der Insel der Gräber aufgebaut hat. Sie hat ein kleines Mädchen aufgenommen, von Brandnarben entstellt. Doch wer ist dieses Mädchen wirklich? Und welches Geheimnis hütet sie?


    Ursula K. Le Guin erschafft eine Welt vom Rang des „Herr der Ringe“. Fantastisch und gewaltig und alles andere als friedlich. Mit jeder Geschichte erfährt man mehr über die Geschichte von Erdsee, die verschiedenen Inseln und alte Sagen. Beim lesen sollte man auf alles achten, denn in der nächsten Geschichte kommt vielleicht genau das vor, was vorher als Hintergrundinformation gestreut wurde.

    Auch vom Schreibstil her erinnert es mich an „Herr der Ringe“. An manchen Stellen ist es etwas langatmig, aber man wird mit wunderschönen und tiefgründigen Gesprächen belohnt, die gar nicht so fern von der Realität liegen. Allerdings zieht sich die Handlung ein wenig dahin. Die Anfänge der Geschichten sind immer sehr ruhig, alltäglich. In der Mitte wird die Gefahr bewusst, oder etwas unvorhergesehenes geschieht. Erst am Ende der jeweiligen Geschichten gipfelt das Finale in meist nur wenigen Seiten.

    Anfangs wirkte die Geschichte noch typisch. Magier und die Rettung der Welt. Doch die Autorin beschäftigt sich in ihren Geschichten auch mit Themen wie (z.B. in der 3. Geschichte) die Angst vor dem Tod und der Frage, was danach kommt.

    Allerdings zieht sich die Handlung ein wenig dahin. Die Anfänge der Geschichten sind immer sehr ruhig, alltäglich. In der Mitte wird die Gefahr bewusst, oder etwas unvorhergesehenes geschieht. Erst am Ende der jeweiligen Geschichten gipfelt das Finale in meist nur wenigen Seiten. Diese Reihe kann ich jedoch nicht uneingeschränkt empfehlen. Kinder sollten die Finger davon lassen, da doch teilweise sehr ernste Themen angeschnitten werden (Tod/Verstümmelung). Ich würde ab zwölf empfehlen, je nach Kind natürlich.

    Ansonsten: Lest diese Reihe!

  21. Cover des Buches Swing Time (ISBN: 9783462052831)
    Zadie Smith

    Swing Time

     (111)
    Aktuelle Rezension von: AutorinMonaFrick

    Tolles Buch, spannende Geschichte, rund um zwei heranwachsende junge Mädchen, deren Lebensweg völlig auseinandergeht ...

    Interessantes Setting, lebendiger Schreibstil. Ich empfehle es auf jeden Fall.

  22. Cover des Buches Mädchen, Frau etc. (ISBN: 9783742418630)
    Bernardine Evaristo

    Mädchen, Frau etc.

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar

    Zwölf britische Frauen verschiedener Generationen stehen im Mittelpunkt dieses Romans. Die meisten sind schwarz, einige lieben Frauen; sie sind in England geboren oder kamen als Einwanderinnen. Zwölf Frauenschicksale zu einer großen Geschichte verwoben, ohne dass dies als Aneinanderreihung erscheint – das ist großes Kino. Schwarze Perspektive, Erlebtes erzählen, verweben; in fünf Kapiteln stellt die Autorinnen ganz verschiedene Lebensgeschichten vor, die auf die ein oder andere Weise miteinander verbunden sind: Jugendliche, Freundinnen, Mütter, Töchter; soziale Unterschiede, Benachteiligungen, Schicksale, Aufstiege.


    «Nach nur zwei Generationen zu verschwinden, ist es das, wofür wir nach England gekommen sind?»


    Carole hat sich durchgeboxt, sie ist eine erfolgreiche Investmentbankerin, die einen Weißen geheiratet hat, ein Privilegierter aus der Oberschicht, der sich nicht nach beruflichem Aufstieg sehnt. Carols Weg nach oben war hart und steinig. Als 13-jährige wird sie auf einem Schulfest alkoholisiert von weißen Jungen vergewaltigt. Dieser sexuelle Missbrauch zeigt ihr die harte Realität, gibt ihr ein Ziel für ihr Berufsleben. Caroles Mutter Bummi ist in Nigeria in armen Verhältnissen aufgewachsen, hat so einiges mitgemacht. Sie und ihr Mann haben einen ausgezeichneten Hochschulabschluss vorzuweisen, glauben, damit in Großbritannien gutes Geld verdienen zu können. Aber als schwarze Einwanderer erhalten sie nur Jobs als Taxifahrer und Reinigungskraft. Ihre Tochter nennen sie Carole – ihr Name soll nicht auf die Herkunft schließen lassen, auf sie setzen die Eltern die Zukunft. Aber eins ist klar: Carole wird später einmal als Jungfrau in die Ehe gehen und einen Nigerianer heiraten ... Als Bummis Mann an einem Herzinfarkt verstirbt, entschließt sie sich, eine Reinigungsfirma zu gründen. Wenn es schon Putzen sein muss, dann als Chef – sie hat schließlich Mathematik studiert, die wirtschaftlichen Berechnungen sind für sie doch lässig zu schaffen. 


    «Feminismus ist doch voll die Herdennummer, ganz ehrlich, heute ist es sogar schon durch, noch eine Frau zu sein, ich denke, in Zukunft sind wir irgendwann alle nicht-binär, weder männlich noch weiblich, was ja alles sowieso nur Genderperformance ist, und das heißt dann auch, Mumsy, dass deine Frauenpolitik überflüssig wird.»


    Amma ist eine gewagte Theatermacherin, lesbisch, freizügig, ihr derzeitiges Stück heißt «Die letzte Amazone von Dahomey». Sie muss sich von ihrer Tochter Yazz vorhalten lassen, mit ihrem Feminismus im Gestern zu leben. –  Nicht alle Frauen sind gut, denn Frauen sind facettenreiche Menschen. Da ist die radikalfeministische, Lesbe Nzinga, die ihre Partnerin überredet, mit ihr in eine feministische Enklave zu ziehen, bloß fort von unterdrückenden, gewalttätigen Männern. Nzinga arbeite auf dem Bau der Siedlung, ihre Partnerin muss zu Hause zu bleiben, und sie rasiert ihr ganz feministisch den Kopf kahl. Stück für Stück entmündigt sie sie, schreibt ihr vor, welche Bücher sie zu lesen hat, sperrt sie zu Hause ein, schlägt sie, isoliert sie von den anderen Frauen in der Gemeinde. 


    Unterhaltsam, mit tiefem Humor, erzählt Bernardine Evaristo verschiedene Lebensgeschichten. Frauen, die ihren Platz auf der Welt suchen, jeder auf seine Art und Weise. Komplex verweben sich die Geschichten mit einer Scharfsinnigkeit, die man erst Stück für Stück begreift; Rassismus, patriarchale Unterdrückung, Migration, Feminismus, sexuelle Orientierung und Identität, Generationskonflikte sind die Themen, ohne das sie zum Thema gemacht werden. Bernardine Evaristo hält der Gesellschaft einen Spiegel vor, ohne mit dem Zeigefinger zu wackeln. Süffig geschrieben, ein Buch, das einen Sog entwickelt – und leider ein Ende hat. Ich habe den Roman als Hörbuch gehört und bin völlig begeistert. Anzumerken sei, Bernardine Evaristo benutzt in ihrem Roman ein ungewöhnliches Stilmittel: Sie verzichtet fast vollkommen auf Interpunktion und arbeitet mit Zeilenumbrüchen. Etwas, dass im Hörbuch natürlich nicht spürbar ist. Ein Buch, das ich sicher noch einmal in Papierform genießen werde. Absolute Empfehlung!


    Bernardine Evaristo wurde 1959 als viertes von acht Kindern in London geboren. Sie ist Professorin für Kreatives Schreiben an der Brunel University. Bernadine Evaristo gewann mit ihrem Roman «Mädchen, Frau etc.» 2019 als erste schwarze Autorin den Booker Prize. 

    https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/madchen-frau-etc-von-bernardine.html

  23. Cover des Buches Der Klang der Zeit (ISBN: 9783104031675)
    Richard Powers

    Der Klang der Zeit

     (196)
    Aktuelle Rezension von: lenchen0712

    Der Klang der Zeit von Richard Powers war eine wirklich schöne Geschichte, welche die Gegenwärtigen und die ehemaligen dinge verbindet. Der Schreibstil war wirklich anspruchsvoll, aber dies hat die Geschichte nur großartiger gemacht, da man in die passende Stimmung kam, welche etwas melancholisches hatte.

  24. Cover des Buches Die verschwindende Hälfte (ISBN: 9783499002571)
    Brit Bennett

    Die verschwindende Hälfte

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Kleine8310

    Lesegrund:

    Auf dieses Buch bin ich schon einige Monate vor dem Erscheinen aufmerksam geworden, weil ich den Klappentext so interessant fand. Daher habe ich mich sehr auf das lesen gefreut. 

    Handlung: 

    In dieser Geschichte geht es um die Protagonistinnen Stella und Desiree. Die beiden Zwillingsschwestern werden in den 1950er Jahren geboren und sehen in Mallard, ihrem kleinen Heimatort im ländlichen Louisianna keine Zukunft für sich. Die beiden Schwestern sind sehr verschieden und in New Orleans, wo sie zunächst hinziehen, trennen sich ihre Wege. Stella tritt unbemerkt durch eine, den weißen Amerikanern vorbehaltene Tür, und schlägt sie hinter sich zu. Desiree hingegen heiratet den dunkelhäutigsten Mann, den sie finden kann und es werden Jahrzehnte bis zu einem unwahrscheinlichen Wiedersehen der Schwestern vergehen …

    Schreibstil: 

    Der Schreibstil von Brit Bennett ist flüssig und angenehm zu lesen. Manchmal war mir die Geschichte allerdings etwas zu langatmig erzählt. 

    Charaktere: 

    Die Charaktere hat Frau Bennett gut ausgearbeitet. Ich mochte es sehr, dass sie alle Tiefgang und auch Ecken und Kanten zu bieten hatten. Dies war sowohl bei den Haupt- als auch bei den Nebencharakteren gelungen. 

    Spannung: 

    Den Spannungsbogen hat die Autorin gut angesetzt und auf einem etwa mittleren Niveau, die ganze Geschichte hindurch gehalten. Lediglich in ein paar langatmigeren Passagen war mir die Spannung etwas zu gering. 

    Emotionen: 

    Die Geschichte bietet viel Potenzial für Emotionen. Die Themen Rassismus, Lebenswege, Familie, Wünsche und verschiedene Arten von alltäglichen Problemen regen zum Nachdenken an und brachten mich oft dazu mit den Charakteren mitzufühlen. 

    “Die verschwindende Hälfte” ist ein bewegendes Buch, welches wichtige Inhalte bietet und mich dank der vielen positiven Aspekte über die eine oder andere Länge hinwegsehen lassen konnte!

    Meine Bewertung: 4 von 5

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