Bücher mit dem Tag "heidelberg"
66 Bücher
- Susanne Abel
Stay away from Gretchen
(610)Aktuelle Rezension von: ManonaTom, ein arroganter Fernsehmoderator, wird aus seiner perfekt inszenierten Welt gerissen, als seine Mutter an Demenz erkrankt. Ihre zunehmenden Ausfälle zwingen ihn, sich erstmals ernsthaft mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Dabei entfaltet sich eine bewegende Familiengeschichte, die bis in die Nachkriegszeit der 1950er-Jahre zurückreicht und ihn schließlich in die USA führt. Der Roman überzeugt durch den Kontrast zwischen Toms oberflächlichem Leben und der Tiefe der historischen Erzählung. Das Ende wirkt mir jedoch etwas zu überladen und fast kitschig. Insgesamt aber eine lesenswerte, emotionale Geschichte über Herkunft, Erinnerung und persönliche Veränderung.
- Saša Stanišić
HERKUNFT
(293)Aktuelle Rezension von: Trishen77Saša Stanišić ist ein Autor, der sich, ähnlich wie bspw. Kazuo Ishiguro, viel Zeit für seine Romane lässt. Zwischen dem ersten Roman „Wie der Soldat das Grammofon repariert“, der ihn zu einem Shootingstar der deutschen Literaturszene machte, und dem zweiten Roman „Vor dem Fest“ lagen acht Jahre, zwischen dem zweiten und dem dritten Roman „Herkunft“ dann immerhin auch noch fünf (wobei hier in der Zwischenzeit auch ein schmaler Band mit Erzählungen erschien).
Diese Langsamkeit hat etwas Sympathisches und lässt die Romane schon vor der Lektüre wie etwas Kostbares (und auch wie etwas sehr Gewissenhaftes) erscheinen. Möglicherweise ist es diesen Erwartungen und dem Sympathievorschuss geschuldet, dass ich mich mit „Herkunft“ ein bisschen schwergetan habe. Aber vielleicht zunächst zum Inhalt, auch wenn er wohl bereits jeder/m an dem Buch Interessierten durch Klappentext und andere Besprechungen bereits bekannt sein dürfte:
Der Roman liest sich wie eine fiktionalisierte und mit Ausschmückungen versehene Biographie des Autors, mit speziellem Fokus auf die Beziehung zu seiner Großmutter und den Jahren nach der Flucht aus dem ehem. Jugoslawien in der neuen „Heimat“ Deutschland. Die einzelnen Kapitel sind kurz und Stanišić bedient sich immer wieder unverhofft schöner Sprachkapriolen, statt einfach nur einen gelungenen Stil zu pflegen und springt viel in der Zeit hin und her, was manchmal einen etwas übereifrigen Eindruck macht.
So entsteht aus der Schilderung eines Lebens ein Gestrüpp/Geflecht von sich überlagernden Empfindungswelten, das zwar immer wieder beeindruckende Muster hervorbringt, aber auch genauso oft zu leichten Verhedderungen in der Wahrnehmung führt, zumindest bei mir war es so. Stanišić greift auf viele Register und Stilmittel zurück, sein Roman ist ein sehr agiles Konstrukt, aber manchmal wirkt es dabei nicht nur bravourös, sondern wie auf allzu flüchtigen Ideen erbaut.
Was dabei vor allem verloren geht, ist die Anschaulichkeit. In vielen Momenten hatte ich das Gefühl, das Stanišić einem wichtigen Detail viel Mühe angedeihen lässt, dabei aber über das Ziel hinausschießt, weil das Anschauliche eben eine Frage der Balance und nicht der Kompensation ist. Es mag vermessen wirken, dass ich über einen hochverdienten Autor solch eine Kritik verhänge, aber auch wenn ich viele meiner Eindrücke relativieren kann, dieser Eindruck bleibt doch bestehen.
Dabei ist Stanišićs Sprache keineswegs ohne Prägnanz. Vielmehr hat sie alles: Witz, Prägnanz, Ruhe, Dynamik, nur eben manchmal in für mich unpassenden Verhältnissen/Ausprägungen. So schwingt viel mit, aber wenig verdichtet sich zu einem Begriff, einem Verstehen, in das man sich begeben kann. Vielleicht ist die Erwartung, die aus dieser meiner Auseinandersetzung hervorscheint, auch einfach fehl am Platze. Vielleicht haben diese meine Erwartungen etwas mit der oben bereits genannten Aura der Sorgfalt zu tun, die (für mich) Stanišićs Romane umgibt. In jedem Fall ist „Herkunft“ ein wichtiges Buch, das mitunter auch blendend unterhält, aber auch einige Längen hat. - Silke Ziegler
Die Frauen von der Purpurküste – Isabelles Geheimnis (Die Purpurküsten-Reihe 1)
(129)Aktuelle Rezension von: Maren_BuckIch hatte mir von diesem Buch nicht viel erwartet und bin wirklich überrascht worden. Es ist eines meiner besten Bücher der letzten Zeit.
Amélie findet auch nach Jahren nicht über einen sehr schweren Schicksalsschlag ins Leben zurück. Daher entscheidet sie sich nach Collioure zu reisen, der Heimat ihres Vaters und der damit das Zuhause der väterlichen Familie.
Als Kind hat sie bereits oft die Ferien dort verbracht und es hat ihr dort immer sehr gefallen.
Als sie dort eintrifft und in das Haus der Großmutter ziehen möchte, stellt sie fest, dass dieses an den Journalisten Benjamin vermietet ist. Dieser stimmt freundlicherweise zu, dass Amélie die untere Etage beziehen darf. Die beiden kommen zu Beginn überhaupt nicht klar.
Das Einzige was Amélie möchte, ist Ruhe und dabei stört sie ihr Mitbewohner.Um sich zu beschäftigen bringt sie die alte Baguetterie im Erdgeschoss wieder auf Vordermann und beginnt selbst dort zu backen, wie sie es in Kindheitstagen geliebt hatte.
Als sie ihre Großmutter im Pflegeheim besucht, vertraut diese ihr ihr Tagebuch an, welches ein Geheimnis enthalten soll, dass niemand bisher weiß. Nach und nach liest Amélie das Tagebuch und arbeitet am Ende sogar mit Benjamin daran, den letzten Wunsch ihrer Oma zu erfüllen.
Dabei merkt sie, dass Benjamin doch kein so ein schlechter Mensch ist und findet ihn besser, als sie sich eingestehen will...
Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Die Geschichte ist sehr tiefgründig und regt zum Nachdenken an.
Es ist eines meiner Lieblingsbücher von diesem Jahr.
- Ellin Carsta
Die heimliche Heilerin
(93)Aktuelle Rezension von: buchfeemelanieGenre: Historischer Roman
Erwartung: Spannung und die vergangene Atmosphäre erleben.
Meinung:
Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. Das Buch ist spannend und abwechslungsreich geschrieben.
Madlen war als Charakter gut gelungen. Ich mag ihren Mut und ihre Hilfsbereitschaft. Sie hatte es nicht leicht und hat ihr Glück verdient.
Die Atmosphäre war ganz gut gelungen. Was mir hier wieder besonders aufgefallen ist - und was zu dieser Zeit ja auch oft war -ist der Zustand, dass sich die Meinung der Menschen sehr schnell ändern kann. Auch das Frauen nicht so viel Wert sind wie Männern wurde hier wieder deutlich
Fazit: 4 Sterne von mir gibt es für das Buch.
- Kerstin Pflieger
Der Krähenturm
(50)Aktuelle Rezension von: KayvanTeeKarlsruhe 1771, der junge Gelehrte Icherios Ceihn nimmt einen neuen Auftrag des Ordens der Rosenkreuzer an. Freyberg der Leiter dieses Ordens, schickt Icherio nach Heidelberg. Neben des Studiums der Medizin, das ihm dort zur Verfügung steht, soll er das dort ansässige Magistratum und dessen Oberhaupt im Auge behalten, in dem er auch kurzerhand einquartiert wird. Denn Freyberg vermutet dass dort nicht alles so normal verläuft. Als in Heidelberg Morde geschehen und Icherio das Tagebuch seines ermordeten Freundes Vallentin in die Hände fällt, ahnt er noch nicht dass er einer Verschwörung auf der Spur ist und Vallentin´s Mörder.
Ein wirklich toller zweiter Band dieser Reihe. Wieder derselbe tolle, lebhafte und bildliche Schreibstil, wie auch schon im ersten Band. Auch die Cover Gestaltung mit dem Scherenschnitt ist wieder sehr schön. Was mir auch sehr gut gefallen hat ist das wir auf alte Bekannte aus dem ersten Teil treffen. Es kommen auch tolle neue Charaktere und Wesen vor, die durch ihre eigene Art zur Geschichte beitragen. Leider hat mir zum Schluss hin eine Scene nicht so gefallen und ich war darüber echt wütend. Auch hat der zweite Band nicht an den ersten, im Allgemeinen betrachtet, ran gereicht. Und deswegen nur 4 von 5 Sternen bekommen. Trotzdem mag ich die Geschichte rund um Icherio Ceihn und seiner Ratte Maleficium, die natürlich auch in diesem Teil nicht fehlte, sehr gerne und hoffe sehr das ein dritter Band erscheint. Denn es sind noch sehr viele Fragen und Probleme offen.
Fazit:
Eine tolle Geschichte um Mörder zu finden einer Verschwörung auf der Spur sein, einer Hexenjagd zu folgen und mit tollen Charakteren neue Gefahren zu bestehen. - Wolfgang Burger
Die linke Hand des Bösen
(21)Aktuelle Rezension von: julestodoEin überaus korrekter Kollege erscheint nicht zur Arbeit, geht nicht ans Telefon.... obwohl kaum jemand, um nicht zu sagen keiner, hat privaten Kontakt zu ihm. Als man schließlich nachsieht, findet man diesen Kollegen übelst und brutal zu Tode gequält in seiner Wohnung.
Viele Möglichkeiten einer Lösung wereden abgeklopft und schließlich erhärtet sich eine Spur als erfolgversprechend.
Ein sehr spannender Krimi um die Heidelberger Mordkommission, spannend von der ersten bis zur letzten Seite.
Auch das persönliche Umfeld von Alexander Gerlach wird weiter beschrieben.
Der flüssige Schreibstil und die bekannten Personen machen das Buch sehr lesenswert!
Absolute Leseempfehlung für alle, die einen guten Regionalkrimi zu schätzen wissen!
- Wolfgang Burger
Die falsche Frau
(50)Aktuelle Rezension von: julestodoWieder ein Buch, das ich kaum aus der Hand legen mochte!
Ein riesengroßer Aufwand wird betrieben, um den amerikanischen Staatsgast sicher durch Heidelberg zu geleiten. Das ist nicht einfach, mehrere Demonstrationen, die nicht immer gewaltfrei abgehen, gibt e aus diesem Grunde!
Auch Gerlachs Töchter fangen an mit ihrem Vater zu diskutieren, wie dieser Staatsgast einzuschätzen sei!
Mehr möchte ich nicht schreiben, denn ich möchte keinem die Spannung verderben!
Viel Spaß beim Lesen!
- Kilian Eisfeld
Wahnspiel
(58)Aktuelle Rezension von: derMichiKrimi geht immer, das Genre verkauft sich stabil, wenn man es handwerklich einigermaßen beherrscht. Bei der Figurenkonstellation greift Eisfeld auf das klassische Gegensatzpaar zurück, auch wenn "die Kaltfront" Marković und der "Nerd" Alex insgesamt nur wenig direkt miteinander interagieren. Sie ist halt die Chefin und er ein kleines Licht, das längst nicht so dicht am Fall dran ist wie die Kommissarin, gemeinsame Ermittlungen am Tatort oder Verfolgungsjagden bestreitet das Duo selten.
Immerhin dient Alex als Sympathieträger mit Katze, einschlägigen Videospielen und Game of Thrones-Fandom, also werden Freunde der Popkultur schonmal abgeholt. Was das Motiv des Verbrechens angeht legt der Autor eine ausführliche falsche Fährte, die aber schon nach einer Weile ziemlich offensichtlich wird. Man wünscht es sich als einigermaßen liberaler Leser, dass die zunächst verdächtigten Gestalten auch wirklich an allem Schuld sind, doch in die Falle läuft der Autor nicht.
Die tatsächlichen Hintergründe der Tat schlagen dann wieder einen nicht uninteressanten Bogen zurück zur Geschichte der Stadt Heidelberg, wo alte Rituale neu interpretiert werden. Natürlich spielt das Umfeld der berühmten Universität auch eine Rolle, doch Eisfeld belässt es nicht bei einem literarischen Stadtrundgang. Wenn die Ermittler nicht gerade mal wieder in einer endlosen Besprechung festhängen, dann geht es mit der Handlung ordentlich voran und die Geschehnisse erfahren auch mal eine recht drastische Beschreibung. Jeder Zeuge wirft zudem noch mehr neue Fragen auf, als er beantwortet.
Einzig von den beiden Hauptfiguren hätte man gern noch etwas mehr mitbekommen als der grob skizzierte Hintergrund. Gerade Kommissarin Marković hätte noch mehr Potenzial als der Roman ihr zugesteht und das unpassende Bild im Minirock in der vorderen Klappe abbildet. Alex ist größtenteils aus Klischees zusammengestückelt, damit die herrische Chefin einen softeren Gegenpart hat, aber irgendwie hat man das alles schon besser gelesen. - Wolfgang Burger
Schwarzes Fieber
(35)Aktuelle Rezension von: julestodoEine Frau, die knapp einen Mordanschlag überlebt, aber nicht sprechen kann oder will, das ist der Anfang dieses Buches. Später gibt es dann Verwicklungen, deren Spuren nach Angola führen und aufzeigen, wie mit Menschen umgegangen wird, wenn der Profit im Vordergrund steht.
Auf privater Ebene hat Gerlach mit seinen Töchtern und ihrer neu entdeckten Liebe zu Pferden zu tun. Auch hier gibt es wieder einiges zu regeln!
Diese Reihe macht süchtig, ich habe selten eine Reihe so in einem Rutsch durchgelesen wie diese, Ich bin froh, dass noch einige Bücher vor mir liegen! ;)
- Wolfgang Burger
Der fünfte Mörder
(28)Aktuelle Rezension von: julestodoEin explodierendes Auto, direkt neben Alexander Gerlach.... die Ermittlungen nehmen ihren Lauf und fördern ungeahnte Dinge an die Oberfläche.
Wieder ein spannender Kriminalroman von Wolfgang Burger, den ich gerne gelesen habe. Der flüssige Schreibstil und die detailiert beschriebenen Personen haben es mir angetan. ich weiß jetzt schon: die Reihe werde ich ganz zu Ende lesen!
- Henri Faber
Locked in
(92)Aktuelle Rezension von: SchlafmurmelDas war mein zweites Buch von Henri Faber. Ich hatte ganz vergessen, dass man in seinen Geschichten immer wieder zwischen verschiedenen Perspektiven und Ereignissen hin und her geworfen wird. Das macht die Geschichte auf jeden Fall sehr spannend, war für mich aber stellenweise auch etwas verwirrend.
Kommissar Mertens ermittelt in mehreren Vermisstenfällen. Als er endlich eine vielversprechende Spur verfolgt, gerät die Situation außer Kontrolle: In einer Notlage muss er schießen und trifft den vermeintlichen Täter. Dieser fällt jedoch ins Wachkoma und kann somit nicht mehr verraten, wo sich die vermisste Person befindet.
Aus Verzweiflung wendet sich Mertens an einen Neurologen, der eine spezielle Methode entwickelt hat – allerdings ist diese weder zugelassen noch wissenschaftlich unumstritten. Doch Mertens versucht alles, um den Fall noch zu lösen.
Trotz kleiner Schwierigkeiten mit den Figuren fand ich die Geschichte sehr spannend und die Idee dahinter wirklich interessant.
das war auch eins der Bücher vom Bücherpaket, die Reihen lichten sich
- Wolfgang Burger
Heidelberger Wut
(41)Aktuelle Rezension von: julestodoAlexander Gerlach wird informiert, dass eine Frau ihren Nachbarn vermisst meldet. Erst als sie ihm erzählt, sie habe Blut in der Wohnung gefunden, wird sie ernst genommen und Gerlach ermittelt in einem weiteren spannenden Fall.
Dieser steht den Vorgängern in nichts nach und liest sich flüssig, am Ende konnte ich das Buch gar nicht aus der Hand legen.
Die Geschicht um das Privatleben von Gerlach habe ich richtig lieb ewonnen, die pubertierenden Zwillinge, die er nach dem Tod seiner Frau alleine großziehen muss, seine Geliebte, die auch noch die Ehefrau seines Chefs ist... sehr menschlich !
- Rafael Eigner
Herzstillstand
(13)Aktuelle Rezension von: Mica_FoxNach so einem schweren Schicksalsschlag erfordert es viel Mut, neu anzugreifen. Trotzdem versucht Steffen nach einem schweren Unfall sein Leben in den Griff zu bekommen. Als er in eine Wohngemeinschaft der etwas verrückten Art einzieht, geht das Schicksal seinen Weg...
Dies war mein erstes Buch von Rafael Eigner und es hat gehalten, was der Klappentext versprochen hat. Zwei Protagonisten, die beide mit ihrem Leben kämpfen, jeder auf seine eigene Art, bezaubern den Leser und lassen ihn mitleiden und -hoffen.
Trotz teilweiser sehr trauriger Handlungsstränge hat es der Autor geschafft, dank seinem humorvollen Stil, das Ruder immer rechtzeitig herum zu reißen, so dass man recht schnell auch wieder den Hoffnungsschimmer am Horizont erkennt.
- Janette John
Per Deadline Mord
(16)Aktuelle Rezension von: TrikerinCover:Das passt zum Buchtitel.Die Spritze im Vordergrund sagt schon aus,dass es etwas mit Medizin zu tun hat
Zum Inhalt:Heidelberg:2001 stirbt eine junge Mutter weil sie kein Spenderherz bekommen konnte. Sie hinterläßt einen Ehemann und 2 kleine Kinder.Konstanz 14 Jahre später:Eine junge bildschöne Frau stürzt vom Münster.War es Selbstmord? Oder würde sie gestossen?Die Polizistin Nadine Andres und ihre Kollegen ermitteln in dem Fall.2 ähnlich gelagerte Fälle kommen zutage.Die Frauen sind bildschön und rothaarig.Die Fälle sehen zwar unterschiedlich aus aber die Ermittler suchen Verbindungen.Bei den Recherchen stoßen sie auf die Firma ELA Transplant.Diese hat sich das Ziel gesetzt ,Menschen die auf ein Spenderorgan angewiesen sind schneller zu versorgen.Daraufhin wird Nadine Andres verfolgt und überfallen.Der Täter droht ihr.Sie soll mit den Ermittlungen aufhören.Dem Team wird schnell klar,dass sie in ein Wespennest gestochen haben.Sie sind Organhandel auf der Spur.Organisiertes Verbrechen im großen Stil.Das Team ackert sich durch ein Labyrint aus Lügen und Betrug.Sie kommen in sehr gefährliche Situationen.
Mein Eindruck:
Ein aufwühlendes Buch.Man wird nachdenklich.Hoffen wir daß solch eine kriminelle Energie keine Chance hat.Es ist flüssig und gut geschrieben.Sehr gut recherchiert.Aber für einen Thriller hätte ich mir mehr Spannung gewünscht.Für mich war es ein sehr guter Krimi.Langeweile kommt nicht auf.Mir hat es aber sehr gut gefallen.Es ist lesenswert.Dafür 4 Sterne
- Ella Wünsche
Café Sehnsucht: Lenis Geheimnis
(17)Aktuelle Rezension von: Jayjay94Ein wirklich schönes Cover. Aber eine alte Nähmaschine hätte noch besser dazu gepasst.
In dem ersten Buch der Reihe geht es um Hannah, die in einem Café in der Second-Hand-Ecje, eine alte Nähmaschine findet. Diese führt sie auf eine Reise in die Vergangenheit und zu der jungen Leni. Was ist damals passiert?
Paul, der ihr die Maschine verkaufen möchte, hilft ihr dabei das Geheimnis zu lüften...
Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil. Mir gefällt er wirklich sehr gut. Das Buch lässt sich leicht lesen und mir ist auch der Einstieg ohne Probleme gelungen.
Hannah ist eine interessante und authentische Person. Auch Leni hat wirklich ein gutes Herz.
Josef war mir dagegen manchmal zu naiv.
Die Geschichte ist auch interessant geschrieben. Sie ist romantisch und ein wenig dramatisch und spannend. Die perfekte Mischung.
Was mir noch aufgefallen ist, Hannahs Mutter ist ja manisch-depressiv. Ich kann verstehen, dass Hannah dadurch von ihrer Mutter vernachlässigt wurde und schnell selbstständig sein musste. Ich kann auch ihre Wut verstehen. Aber manisch-depressive Menschen sind krank und können vieles nicht ändern. Das ist mir noch aufgefallen.
Eine leichte Lektüre zum entspannen und genießen.
Ich bin schon gespannt auf Band 2.
Von mir bekommt das Buch 4,5 Sterne und damit auch eine Leseempfehlung!
- Julia Corbin
Die Bestimmung des Bösen
(144)Aktuelle Rezension von: kleine_leseeckeInhalt:
Die junge Mannheimer Kriminalhauptkommissarin Alexis Hall und ihr Kollege Oliver Zagorny bekommen es mit einem äußerst grausamen Doppelmord an zwei Frauen zu tun. Pervers zugerichtet und in Szene gesetzt, werden die Leichen aufgefunden. Gemeinsam mit der Kriminalbiologin Karen Hellstern begibt sich das Trio auf eine Jagd, wie sie härter nicht sein könnte. Vor allem, als Alexis merkt, dass es sehr persönlich wird. Ihre Vergangenheit sollte unbedingt geheim bleiben.
Mein Eindruck:
Gleich zu Beginn werden wir in die Geschichte geschmissen. Langes Vorgeplänkel gibt es nicht und die ersten kriminalbiologischen und rechtsmedizinischen Fakten kommen unumwunden und äußerst ausführlich auf den Tisch. Gerade bei Letzterem ist mir immer wichtig, dass es faktisch korrekt dargestellt wird. Das hat die Autorin mit Bravour gemeistert. Trotzdem hätten die Passagen ruhig etwas kürzer gehalten werden können. Für weniger Interessierte dieser Thematik könnte das hier sonst schnell langatmig werden.
Im weiteren Verlauf versucht uns die Autorin über zahlreiche Protagonisten sowie Zeitsprünge in die Irre zu führen. Besonders die Hauptrolle der Kommissarin Alexis Hall war mir extrem unsympathisch in ihrer Art. Von Selbstbewusstsein keine Spur und ständig wird auf deren Vergangenheit herumgeritten, wie schlimm es doch wäre, wenn diese ans Licht käme. Über den gesamten Mittelteil rückt der Fall leider viel zu sehr in den Hintergrund. Erst gut 60 Seiten vor Schluss nimmt der Plot so richtig an Fahrt auf. Auf einmal: Spannung pur. Es gab sogar eine kleine Wendung, die mich überraschen konnte. Warum nicht gleich so?
Insgesamt gebe ich gute 3 🌟 um der Geschichte Raum zur Entwicklung zu geben. Schließlich erwarten mich noch 2 Bände, in die ich große Hoffnung lege.
- Cornelia Lohs
Lost & Dark Places Odenwald
(8)Aktuelle Rezension von: ErikHuyoffVor kurzem habe ich auch "Lost & Dark Places Odenwald" von Cornelia Lohs gelesen. Das Buch ist 2023 in der Bruckmann Verlag GmbH erschienen und als Reiseführer einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Verlassene Gebäude und Industrieruinen findet man im ländlich geprägten Odenwald nicht viele. An Orten mit düsterer Vergangenheit, geschichtsträchtigen Höhlen, Burgen, Klosterruinen und verschwundenen Dörfern mangelt es jedoch nicht. So lag einst bei Mülben auf der Winterhauch-Hochfläche der Ort Ferdinandsdorf, von dem heute nur noch ein paar wenige Mauerreste übrig sind. Für schaurige Gefühle sorgen der Beerfelder Galgen, die Mordsteine bei Heidelberg und der Pranger in Hammelbach. Wer sich auf die Spuren eines Geisterheeres machen möchte, wandert zur Burg Rodenstein in Fränkisch-Crumbach. Und an einer Quelle in Grasellenbach soll sich das dramatische Ende des Nibelungen-Helden Siegfried zugetragen haben.
"Lost & Dark Places Odenwald" ist ein Band der Reihe "Bruckmann Dark Tourism Guide" und entführt den Leser an - so der Untertitel des Buches - "33 vergessene, verlassene und unheimliche Orte" im Odenwald. Dabei habe ich das Buch als Reiseführer eingeordnet, man könnte das Buch aber sicher auch als Tourismusführer (wie der Reihentitel), sogar als Wanderführer, teils auch als Sachbuch kategorisieren (auch wenn für letzteres wohl eine Quellensammlung fehlt). So oder so macht man mit der Eingruppierung als "Reiseführer" jedenfalls nichts falsch, sodass ich mich letztendlich hier für den sicheren Weg entschieden habe.
Das toll bebilderte Buch (die Fotos sind das wahre Highlight), führt den Leser einmal quer durch den Odenwald von Heidelberg bis nach Bürgstadt. Dabei decken die 33 Lost Places (einige sind allerdings nicht so ganz "lost") ein breites Themenspektrum von Burg- und Klosterruinen bis hin zu Hinrichtungsstätten und Leichenfundorten ab - eine Skisprungschanze ist auch dabei. Damit ist gewährleistet, dass der geneigte Leser - selbst der Ortskundige - sicher auf den ein oder anderen, für sich neuen Ort stößt. So waren mir als Heidelberger natürlich zum Beispiel die Thingstätte, das Stephanskloster, die Schauenburg und die Strahlenburg in unmittelbarer Umgebung bekannt, von den ebenfalls in der Nähe befindlichen Mordsteinen hatte ich allerdings noch nie gehört.
Dabei werden die einzelnen Dark & Lost Places jeweils mit Koordinaten und Anfahrtsmöglichkeiten, mit Fotos, historischen Hintergründen und der aktuellen Situation vorgestellt - und teils mit Ausflugstipps in der Nähe verknüpft. So kompakt die Darstellung ist, hätte ich dennoch teils einige weitere, aktuelle Informationen erwartet - insbesondere zum Zugang, was nur teilweise eingeflochten worden ist. Auch hätte ich mir eine stärkere innere Logik in der Reihenfolge gewünscht - zumindest hat sich mir keine erschlossen, ist die Anordnung doch weder geografisch noch historisch geordnet. Zu loben ist allerdings der Einstieg mit einem generellen Überblick über Verhaltensregeln an Lost Places.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind durchaus einige Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss allerdings nicht allzu stark schmälern, der Buchsatz hingegen ist gelungen. Der Buchumschlag ist auf Cover und Buchrücken leicht geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Titelbild ist toll anzusehen und ein wahrer Eyecatcher, zeigt es doch eines der spannendsten Motive. Auch auf der Coverrückseite ist ein Lost Place abgebildet, insgesamt hätte man jedoch die Aufschriften besser integrieren und nicht mit schwarzen Textblöcken absetzen können.
Mein Fazit? "Lost & Dark Places Odenwald" ist ein interessanter Reiseführer, der vor allem mit seiner Vielfalt und tollen Fotos punktet und nur kleinere Schwächen aufweist. Für Liebhaber von Lost Places oder der Region bedenkenlos zu empfehlen.
- Frederike Labahn
Lametta, Lichter, Leichenschmaus
(13)Aktuelle Rezension von: buecher_t1naDieses Buch mit 24 weihnachtlichen Krimis hatte ich schon in 2022 angefangen, kam aber dann nicht mehr dazu, es weiter zu lesen. 2023 habe ich dort weitergemacht, wo ich aufgehört hatte.
24 weihnachtliche Kurzgeschichten von verschiedenen Autoren klingt erstmal gut. Die ersten paar Geschichten fand ich auch auf ihre morbide Art lustig, aber entweder ich hatte an die ersten Geschichten eine falsche Erinnerung oder mein Geschmack hat sich geändert…
Je mehr es auf den 24.ten ging, desto merkwürdiger fand ich die Geschichten. Teilweise saß ich da und war mir gar nicht sicher, ob ich verstanden habe, was ich gelesen hatte…
Fazit ist, ich hatte schon mal Kurzgeschichten gelesen, diese waren aber von derselben Autorin. Schon da meinte ich, dass Kurzgeschichten vielleicht nichts für mich sind. Und nun waren es auch noch in einem Buch unterschiedliche Autoren. Somit war meiner Meinung nach auch der Schreibstil/Erzählstil nach jedem Kapitel eben anders. Was natürlich ist, da 24 Autoren - aber ich konnte mich nicht daran gewöhnen.An sich mag ich Krimis, ich denke aber ich bleibe pro Buch bei einem Autor :D
- Emma Wagner
Eine Schildkröte macht noch keine Liebe
(98)Aktuelle Rezension von: n_readsLeider hat mich die Story nicht so gepackt, wie die anderen Romane von Emma Wagner. Zum einem wusste ich lange nicht, um was es überhaupt geht. Somit ist es mir schwer gefallen in die Geschichte einzutauchen. Und zum anderen wurde ich einfach mit der Protagonistin Lilly nicht warm. Dafür hat Vince mich mit seiner Art, Charakter und Charme getroffen. An manchen Stellen musste ich über die Situation schmunzeln. Und das er auch nicht auf den Mund gefallen ist. Der Schreibstil von Emma Wagner ist humorvoll, leicht und verständlich. Daran lag es nicht. Die Geschichte konnte mich einfach nicht sooo überzeugen. 🤷♀️🙈 Aber trotzdem hat das Buch viele begeisternde Leser schon gefunden und wird auch noch weitere finden. 😊
- Zsuzsa Bánk
Die hellen Tage
(23)Aktuelle Rezension von: LuliletteDieses Buch nimmt einen mit in eine Welt die so fern von der ist in der wir jetzt leben.
Liebe und Elend, die nachdenklich stimmen.
Eine wundervoll elendige Geschichte so erzählt dass die Bilder sofort aufsteigen.
Habe es in einem Zug durchehört.
- Hannah Hope
Ein ganzes Jahr Sommer
(15)Aktuelle Rezension von: fay_phoenixTrauer und Glück liegen manchmal nah beieinander
Zum Inhalt:
Während ihres Studiums in Heidelberg, sucht Marie dringend einen Nebenjob um sich ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können. In einer kleinen Vinothek wird sie fündig und lernt bereits zu Anfang Mr. Anderson kennen. Dieser ist schon ein paar Tage älter und bringt ihr viel Wissen über gute Weine und deren Anbau bei. Sie arbeitet am allerliebsten, wenn er als Gast an seinem Stammplatz sitzt und wieder eine seiner Geschichten erzählt oder sein Wissen mit ihr teilt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft. Umso geschockter reagiert Marie, als sie vom plötzlichen Tod ihres Freundes erfährt.
Als Nachlass erhält Marie eine sehr wertvolle Flasche Wein in einer alten Holzkiste und den Wunsch, sich um die Vergangenheit und um Gerechtigkeit zu kümmern. Anfangs kann Marie damit nichts anfangen, doch sie nimmt seinen letzten Wunsch an und macht sich auf den Weg in Mr. Andersons Vergangenheit. Zuerst führt sie die Reise in das atemberaubende Weinanbaugebiet Napa Valley in Kalifornien. Mit immer größerem Interesse stellt sie fest, dass ihr lieber Mr. Anderson, den sie so sehr geschätzt hat, auch ganz andere Seiten an sich hatte. Sein Leben und sein Hab und Gut faszinieren sie, machen sie aber dennoch traurig.
Auf der Suche nach Gerechtigkeit und Wahrheit, stolpert sie über tragische Familiengeschichten und der ersten wirklich großen Liebe.
Mein Fazit:
Eine wunderschöne und bewegende Geschichte, die unter die Haut geht und süchtig macht. Der Schreibstil ist so bildlich, dass man die wunderbar beschriebenen Landschaften direkt vor Augen hat. So hat man das Gefühl, mittendrin zu stehen, in dieser atemberaubenden Umgebung. Die Story hat mich berührt und gefesselt. Sie ist nicht nur unglaublich spannend, liebevoll und traurig, sondern auch mit Humor ausgestattet. Für mich ein absolut empfehlenswertes Buch!
- Martin Scharff
Einfach Spitze
(1)Aktuelle Rezension von: MissStrawberryEin königliches Gemüse, so nennt man den Spargel. Da passt es hervorragend, dass der Chef der Heidelberger Schloss Gastronomie Martin Scharff ein Buch dazu zusammengestellt hat.
Die Rezepte sind oft sehr extravagant und ausgefallen, aber dennoch sehr interessant und reizvoll. Gerade wenn man einmal etwas ganz besonderes kochen möchte, findet man hier die passenden Rezepte dazu. Und das in den Kategorien Vorspeise, Suppe, Zwischengericht, Hauptgericht und sogar Dessert! So vielfältig ist dieses leckere Stangengemüse. Und mal ehrlich – die schlichten Rezepte kennen wir doch schon, die muss man nicht in einem Spargel-Kochbuch festhalten.
Die Rezepte sind sehr gut erklärt. Es gibt eine Auflistung der Zutaten und daneben die genaue Anleitung der Zubereitung. Viele der Rezepte erfordern besondere oder ausgefallene Zutaten. Man muss also vorplanen, wenn man eins dieser leckeren Gerichte nachkochen möchte. Dazu gibt es jeweils ein ganzseitiges Foto, wie das Gericht dann beim Chefkoch aussieht. Klar, das schafft man vielleicht nicht immer genauso schön, aber ich liebe es, wenn ich weiß, wohin der Weg denn führen soll.
Zwischen den einzelnen Rezeptkapiteln finden sich immer wieder interessante Informationen rund um den Spargel. Ob Anbau oder Verwendung, Tricks und Tipps, Gar-Arten oder sonstige Fragen – hier gibt es Antworten auf alles, was mit dem Spargel zusammenhängt. Sehr informativ finde ich besonders das Kapitel von Natalie Lumpp, die Weintipps zum Spargel liefert.
Wir hatten viele Jahre sogar Spargel (fünf Reihen nur, das war genug für unsere Familie) im Garten. Das war eine tolle Erfahrung und noch immer esse ich den Spargel jedes Jahr wieder gern. Und ich greife auch gerne zu tiefgekühltem Spargel zurück, wenn die Saison vorbei ist. Nur Spargel aus dem Glas ist für mich tabu. Wie Scharff bin ich der Meinung: so riesig sind die Unterschiede beim Spargel nicht wirklich, als dass man das Anbaugebiet herausschmecken könnte. Deutscher Spargel ist immer lecker, ganz gleich, aus welcher Region.
In meiner Kochbuchsammlung hat „Einfach Spitze!“ einen festen Platz und ich freue mich auf die nächste Spargelsaison mit dem nächsten besonderen Rezept aus diesem Buch. Macht für mich: fünf Sterne für den Sternekoch! - Claudia Schmid
Schachmatt für den Entenkönig (Badebuch)
(17)Aktuelle Rezension von: AlmeriWieder einmal habe ich ein kriminalistisches Wannenbuch mit in ein Wohlfühlbad genommen. Diesmal konnte ich hinter die Heidelbergerische Kulisse zweier Kontrahenten, die sich ein skrupelloses Duell – mit mörderischem Ausgang lieferten, hineinschauen. Denn die Nerven lagen blank beim Badeenten-Rennen. Wer gewinnen wollte, musste kämpfen. Und da war jedes Mittel recht … Claudia Schmid hat hier für 15min Badezeit einen kleinen Kurzkrimi auf die Bühne gezaubert. Ich liebe die Badewannenbücher schon überalles.
- Claudia Schmid
Die Feuerschreiber
(16)Aktuelle Rezension von: LEXI„Wer hätte wohl gedacht, dass hinter feuchten Klostermauern so ein Geist heranwächst. Und er hat großen Mut, der fürchtet sich nicht vor den Mächtigen!“
Die Begegnung des Philipp Melanchthon, seines Zeichens Magister, Professor, Sprachgelehrter, und großer Geist in kleinem, unscheinbarem Körper, mit dem Mönch aus Wittenberg hatte bedeutende Folgen für die Kirche. Die beiden Männer waren zwar in mancherlei Hinsicht unterschiedlich, hatten jedoch ein gemeinsames Ziel vor Augen. Ihrer beider Bestreben war es, das Evangelium Gottes durch genaues Studium zu erkunden und die Kirche und das Universitätsstudium zu erneuern. Sowohl Luther als auch Melanchthon waren dazu berufen, zu Reformatoren zu werden, sie gingen ihren Weg mit unerschütterlicher Überzeugung. Melanchthon bildete mit seiner ruhigen, besonnenen Art einen Gegenpol zum aufbrausenden, glühenden Geist Luthers mit seinem messerscharfen Verstand, seiner Fähigkeit zum Ordnen von Gedanken und seiner bemerkenswerten Redlichkeit im Ringen um Wahrhaftigkeit. Ihre Gottesfurcht, ihr tiefer Glaube und das Wissen um die Dringlichkeit der Erneuerung der Kirche einte sie ebenso wie der Drang, den Menschen Bildung und Wissen zu vermitteln und ihnen zu dienen.
Durch ihre gründlichen Recherchen gestattet die Autorin im vorliegenden Buch tiefe Einblicke in die Zeit der Reformationsbewegung und den Ursprung der Erneuerung der Kirche. Claudia Schmid begeisterte mich mit einer prallen Fülle von historisch relevanten Fakten und ließ mich in Form von Dialogen zwischen den Protagonisten an deren Ansichten, Anliegen und Lehren teilhaftig werden. Zwar ist – und bleibt – das Kernthema dieses Buches die Reformation mit all ihren Hintergründen und Auswirkungen, die bittere Armut und das unermessliche Leid des einfachen Volkes und die Errungenschaften dieser Zeit werden jedoch ebenfalls beleuchtet.
Der schöne, gewählte Sprachstil hat viel dazu beigetragen, das Lesen zu einem Vergnügen zu machen. Die Kombination von fundierten Informationen und der Erzählung in Form eines Romans fand ich ausgezeichnet umgesetzt. Historische Ereignisse wurden auf sehr lebendige, interessante, oft sogar fesselnde Weise vermittelt und ich hatte an vielen Passagen das Gefühl, tief ins Geschehen einzutauchen.
Die Autorin konzentriert sich im vorliegenden Buch nicht allein auf ihre beiden Protagonisten Melanchthon und Luther. Sie gibt auch weiteren bekannten Figuren wie beispielsweise dem Ablassprediger Johannes Tetzel, dem Erzbischof Albrecht von Mainz, dem Hofmaler Lucas Cranach sowie dessen Freund Albrecht Dürer, Luthers Kontrahenten Johannes Eck, und vor allen Dingen den Ehefrauen der beiden Reformatoren ein Gesicht. Ich konnte mir die ruhige, gütige und mitfühlende Katharina Krapp mit ihrer zarten Statur ebenso bildhaft vorstellen wie die ehemalige Nonne Katharina von Bora, die dem Haushalt Luthers vorstand und ihren Mann in jeder Hinsicht eine großartige Unterstützung war. Dieses Buch weckte in mir das Verlangen, mich intensiver mit der Lebensgeschichte Luthers und seiner Beziehung zu Katharina von Bora zu beschäftigen. Die Person des Jörg Unbereit als Wegbegleiter Philipp Melanchthons empfand ich als sehr gutes Stilmittel, um dem Leser das Leben des Bauernstandes und die Entstehung der Wiedertäufer-Bewegung nahezubringen. Der geschickte, kräftige Hüne aus dem Odenwald begleitet Melanchthon nach Wittenberg, ihre Lebenswege kreuzen sich danach immer wieder.
Nicht nur inhaltlich, sondern auch hinsichtlich der optischen Aufmachung empfand ich dieses Buch als wirklich gelungen. Der Titel „Feuerschreiber“ könnte eindrucksvoller nicht dargestellt sein wie auf dem Cover dieses historischen Romans: ein Tintenfass mit Feder und den in kalligraphischen Schriftzügen angeführten Namen der beiden Reformatoren befindet sich in der oberen Hälfte des Buches, während die untere Hälfte von einem roten, lodernden Feuer dominiert wird und Bewegung und Gefahr versinnbildlicht. Der in großen weißen Lettern angeführte Buchtitel in der Mitte wurde mit tiefroter Farbe hinterlegt – eine wahrlich anziehende, aussagekräftige und gelungene Gestaltung!
FAZIT: Ich empfand die Lektüre dieses historischen Romans aus der Feder von Claudia Schmid als höchst informatives, interessantes und an manchen Stellen sogar fesselndes Lese-Abenteuer, das mir auf den Spuren der beiden großen Reformatoren ein tiefes Eintauchen in die Geschichte erlaubte. „Die Feuerschreiber“ war eine Lektüre, die ich uneingeschränkt weiter empfehle!























