Bücher mit dem Tag "heiliges römisches reich"
5 Bücher
- Holger Karsten Schmidt
Isenhart
(98)Aktuelle Rezension von: FelixLibrisIsenhart - Bastard mysteriösen Ursprungs entwickelt, protegiert von seinem Lehnsherren und dessen Freund, einen zu jener Zeit lebensgefährlichen wachen Geist. Das Buch ist, obwohl über lange Strecken sehr spannend, mehr Sittengemälde als Krimi. Holger Karsten Schmidt lässt ein lebhaftes Bild jener Zeit des Hochmittelalters zwischen Landleben und Kreuzzügen entstehen. Neben der Verfolgung eines Serienmörders wird die Geschichte des Erkenntnisgewinnes erzählt die 500 Jahre vor Beginn der Aufklärung im tödlichen Widerspruch zum herrschenden Kirchendogma steht.
Es gibt zum Ende hin Längen und immer wieder kleinere Ungereimtheiten. Darum ein Punkt Abzug.
- Andi Bottlinger
Das Geheimnis der Papiermacherin
(40)Aktuelle Rezension von: sabrinchenRelativ normales historisches Cover das ich gefühlt schon 1000mal gesehen habe.
Aber der verschnörkelte Titel ist ein Hingucker und der Klappentext und die Autorin haben mich nach dem Buch greifen lassen.
Das historische Nürnberg und die Umgebung waren spannend für mich da ich dort wohne.
Über die Orte, Gebäude und Strassen zu lesen und dort die Handlung zu erleben haben es sehr authentisch gemacht.
Es wurden historische Begebenheiten mit dazu passender Fiktion um Johann von Triest und Anna Precht verwoben, dabei eine interessante und teilweise dramatische Handlung erzählt.
Ich habe mit allen mitgefiebert.
Die Geschichte ist farbenfroh, dabei unterhaltsam und man lernt historische Arbeitsweisen und Lebensarten kennen.
Die Charaktere sind sympathisch, mit ihren Fehlern glaubhaft und passen sehr gut zum Plot.
Der Schreibstil ist gut verständlich und es ist spannend ohne Längen erzählt.
Bis zum Schluß bleibts interessant und das Ende konnte mich begeistern.
277 lange Ebookseiten die nicht langweilig wurden und die ich relativ schnell konsumiert habe.
Von mir eine Leseempfehlung für Liebhaber historischer Romane.
4 starke Sterne von mir - Joachim Fernau
Cäsar läßt grüßen
(23)Aktuelle Rezension von: epischelNachdem ich das Buch über die römische Armee gelesen hatte, hatte ich ein gewisses Interesse an römischer Geschichte entwickelt. Zufällig fiel mir Joachim Fernaus „Caesar lässt grüßen“ in die Hände.
Auf gut 380 Seiten erzählt Joachim Fernau die Geschichte des Römischen Reiches. Nicht trocken, ein Ereignis nach dem anderen, sondern kurzweilig, weil er die handelnden Personen und die Ereignisse einordnet und kommentiert. Er bezeichnet sich selbst als Konservativen und man merkt schnell, dass er die Plebs (dem Volk) misstrauisch gegenüber steht. Auch schießt er hier und da gegen die Bewertung in „heutigen Lehrbüchern“ und von „heutigen Professoren“. Aber als Leser muss man ja seine Einschätzungen und Kommentare nicht teilen. Das Buch ist übrigens von 1971, also zu Zeiten der 1968er geschrieben.
Beispiel A nach der Zerstörung Roms durch die Gallier um Fürst Brennus ca. 387 v. Chr.:Dass sie dies nicht taten, sondern Rom an der alten Stelle wieder aufbauten, war eine Sternstunde des Abendlandes. Wie alle Sternstunden war sie im Kalender nicht rot angestrichen. Die Römer fluchten lediglich und sahen sie nicht anders an als wir da Jahr 1945. (Sie besaßen einen Vorteil: sie hatten keine Befreier.) […]
Den Klammersatz hätte er sich sparen können. Aber er war ja auch Kriegsberichterstatter bei der SS gewesen und höchst umstritten (siehe Edit-War auf Wikipedia).
Beispiel B um den Konflikt zwischen Patriziern und Plebejern wenig später:
Also, wer waren sie? Unterdrückte, doch wohl?
Natürlich nicht. Auch die Weltbeglücker unter unseren Studenten-Randalierern sind nicht Unterdrückte, sie sind alle Söhne mit gesichertem freien Leben. Die „Unterdrückten“ sind nur ihr Sprungbrett. […] Und was sie fordern, ist nie etwas, womit die „Unterdrückten“ etwas anfangen können, sondern immer nur sie selbst. Wir kennen es alle: man fordert für die Arbeiter einen Vorstandssessel und setzt sich selbst drauf.So politisch kann Geschichte sein, zumindest bei Fernau. Ich runzle die Stirn und lese weiter. Dafür bezeichnet er sich im entsprechenden Kapitel als „Spartakist“, weil Spartakus Gleichheit für alle gewollt habe.
Die politischen/weltanschaulichen Spitzen kann man überlesen, das Ende des römischen Reiches kann man leider nicht lesen. Rom geht unter, weil die Gesellschaft dekadent wird:
Rom ging sang- und klanglos unter. Es wurde nicht wie Hellas besiegt , zerfetzt, verschlungen; es verunglückte nicht in der Kurve, es prallte mit niemand zusammen, es stürzte nicht ab und bekam keinen Herzschlag.
Es verfaulte.
Man hätte es retten können. Aber man gab ihm Opium, statt es zu schneiden.
Hören Sie, was die Ruinen, was die Säulenstümpfe auf dem Forum romanum rufen?
Schönen Gruß an die Enkel.
Ach so war das? Die Goten kamen und die Römer waren zu Hause, Orgien feiern, statt sich zu wehren? Ich habe den Eindruck, der Autor hat hier ein paar Fakten dem Schluss geopfert, der in sein konservativ-reaktionistisches Weltbild passte. Wirklich schade. Ein paar Worte zum Zusammenbruch des Reiches hätte ich gern gelesen, auch zur Erhebung des Christentums zur Staatsreligion sowie der Spaltung in West- und Oströmisches Reich.
Römisches Reich um 117 n. Chr. (Quelle: Wikimedia Commons)
Aber als kurzweilige Information über die Geschichte des römisches Reiches – und mit einer gehörigen Portion Skepsis – durchaus brauchbar. - Stefan Weinfurter
Das Reich im Mittelalter
(3)Aktuelle Rezension von: Viv29Dieses Buch von Stefan Weinfurter führt den Leser auf denkbar unterhaltsame Weise durch 1.000 Jahre deutscher Geschichte. Der Schreibstil ist ausgesprochen angenehm zu lesen, auch komplexe Sachverhalte werden verständlich und umfassend erklärt. Geschichte ist so spannend und vielfältig, und in diesem Buch merkt man das auf hervorragende Weise. So gut wie nie liest es sich trocken, an manchen Stellen habe ich gebannt wie bei einem spannenden Roman die Geschehnisse verfolgt. Zuerst war ich ein wenig überrascht, wie kurz das Buch ist - der reine Text nimmt nur etwas 240 Seiten in Anspruch. 1.000 Jahre auf 240 Seiten...wird das nicht arg oberflächlich sein? Nein, das ist es keineswegs. Die Erzählweise ist komprimiert, aber beinhaltet alles Relevante. Dem Autor gelingt es, den relevanten Ereignissen und Personen hinreichenden Raum zu geben und an keiner Stelle hatte ich das Gefühl, daß wichtige Informationen fehlten.
In fünf Kapiteln stellt Stefan Weinfurter die geschichtlichen Entwicklungen des Mittelalters dar, bringt uns die wichtigsten Personen durchaus auch persönlich nah, beschreibt Lebensumstände der Bevölkerung und die sich ändernden Ansichten und Gedankenströmungen. Beeindruckend ist es, wie er berühmte Gestalten der deutschen Geschichte zurück ins Leben holt. Karl der Große, Barbarossa, Friedrich II und andere sind hier nicht nur bekannte Namen, sondern werden hier auch Jahrhunderte - teils über ein Jahrtausend - nach ihrem Tod wieder zu Menschen, die man sich recht gut vorstellen kann. Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir die ausgezeichnete Darlegung von Zusammenhängen und Bedeutungen - wir können heute meist nicht mehr ermessen, welche symbolhafte Wirkung die Verwendung eines einzigen Wortes, einer kleinen Geste damals hatte. Stefan Weinfurter erklärt es uns. So werden viele Ereignisse und Entscheidungen verständlicher, erschließt sich uns ihre Relevanz ganz anders. Geschichte auf so knappen Raum so anschaulich und verständlich darzustellen, das ist sicher nicht leicht und ich war beim Lesen immer wieder beeindruckt, wie gut es gelungen ist.
Dem Text schließt sich ein Anhang mit diversen Karten und den Stammbäumen der wichtigsten Herrscherhäuser jener Zeit an, ebenso wie natürlich ein umfangreiches Literaturverzeichnis. So hat man hier wirklich alles, was man braucht und lernt auf angenehme Weise sehr viel. Das gebundene Buch selbst ist ansprechend gestaltet, weist einige Abbildungen auf und ist optisch erfreulich. So sollten alle Bücher über Geschichte sein! - Dirk Husemann
Die Bücherjäger
(54)Aktuelle Rezension von: ViragoladyDer Autor Dirk Husemann ist Wissenschaftsjournalist, studierte Ur- und Frühgeschichte, Archäologie und Ethnologie. Beim Lesen des Buches stellte ich fest, dass er sich gut in der Materie auskennt.Am Ende des Buches werden fremde Ausdrücke erklärt, sowie die Personen (historische und erfundene) näher erläutert. Eine, wie ich finde, tolle Idee.
Kurz zum Inhalt: Die Geschichte spielt zur Zeit des Konstanzer Konzils 1417. Die zentrale Gestalt ist Poggio Bracciolini. Er ist ein sogenannter Bücherjäger, ein Vertrauter und Freund von Baldassare Cossa, auch bekannt als Papst Johannes XXIII. Des Weiteren sind noch dabei Oswald von Wolkenstein - Gegenspieler von Poggio, Agnes von Mähren, die Frau von Jobst von Mähren, dem Verteiler der geheimen Bücher und ein paar Nebendarsteller die man während der Zeit mehr oder weniger kennen lernt.
Im Bergklosters Sankt Fluvius am Bodensee entdeckt Poggio ein Buch, das an eine Kette gelegt ist, doch kaum hat er sich damit genauer beschäftigen ist dieser Foliant verschwunden . Es folgt eine ereignisvolle Suche., und eine spannende, aufregende Zeit.Was genau passiert und was in den Schriftstücken steht werde ich hier nicht verraten, nur soviel, es gibt so manche Überraschungen.
Am Ende zeigt Poggio das ihm die Menschen doch wichtiger als Bücher sind, welches sich als eine sehr sympathische Charaktereigenschaft erweist.
Durch das Buch wurde ich dazu angeregt, mich selbst ein wenig über das Konstanzer Konzil und die handelnden Personen zu informieren Ich hatte hiervon bisher überhaupt keine Ahnung doch es ist ein sehr interessantes Thema.
„Die Bücherjäger“ ist für mich das erste Buch, das ich von Dirk Husemann lese – aber ganz sicher nicht das letzte!




