Bücher mit dem Tag "heimatland"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "heimatland" gekennzeichnet haben.

18 Bücher

  1. Cover des Buches Drachenläufer (ISBN: 9783833308116)
    Khaled Hosseini

    Drachenläufer

     (1.925)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Dies ist die Geschichte von Amir und Hassan, zwei afghanischen Jungs. Sie sind befreundet, obwohl der Vater von Amir geschätzt und wohlhabend ist und Hassan „nur“ sein Diener. Während Amir zur Schule geht, bügelt ihm Hassan die Hemden. Als Hazara gehört er einer Ethnie an, die von den meisten Afghanen verachtet wird. Doch Hassan ist treu, lässt nichts auf Amir kommen. Das Aufwachsen ohne Mutter, nur mit dem Vater, verbindet sie. Allerdings lebt Hassan bei seinem Vater Ali in einer armseligen Hütte und Amir in einem palastähnlichen Haus.

    Schon im ersten Kapitel erfahren wir vom Ich-Erzähler Amir, dass er mit zwölf Jahren, im Winter 1975, große Schuld auf sich geladen hat. Dann berichtet er – fast übergangslos - von der gemeinsamen Kindheit in Kabul vor der sowjetischen Invasion. Da wird eine Stadt lebendig, die es so schon lange nicht mehr gibt.


    Khaled Hosseini ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Er wurde am 4. März 1965 als ältestes von fünf Kindern in Kabul geboren. Sein Vater stand im Dienst des afghanischen Außenministeriums, seine Mutter unterrichtete Persisch und Geschichte an einer Mädchen-High-School. Nach Aufenthalten in Teheran und Paris erhielt die Familie 1980 Asyl in den USA, wo Khaled 1993 zum Doktor der Medizin promovierte. „Drachenläufer“ erschien 2003 und war der erste Roman des verheirateten, zweifachen Vaters.


    Als Leserin bin ich in dem Roman versunken und habe alles um mich herum vergessen. Ganz nebenbei erfuhr ich so einiges aus der Geschichte Afghanistans seit 1975: Von den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, vom anfangs noch unbeschwerten Leben und dem Übergang zur Talibanherrschaft, die Amirs Vater veranlasste, mit seinem Sohn nach Amerika auszuwandern. Nun weiß ich, dass Afghanen auch im Exil ihre Bräuche in Ehren halten.
     Der Autor weiß seine Leser zu fesseln, literarisch und emotional. Manchmal kann man auflachen, auf anderen Seiten die Tränen nicht zurückhalten. Dieses Buch hat mich aufgewühlt und von jeglicher Lethargie befreit, weshalb ich es in meine persönliche literarische Apotheke aufnehme.

  2. Cover des Buches Neva (ISBN: 9783426283486)
    Sara Grant

    Neva

     (612)
    Aktuelle Rezension von: Nora4

    Auch wenn es ein Einzelband ist und ich gewöhnlich nichts gegen Einzelbände habe: Dieses Buch hätte wohl doch besser mehrere Teile gebraucht, denn das Ende ist so offen, weil auch gar nichts grosses gestartet wurde und für mich so nicht wirklich befriedigend.


    Das Buch ist aber zum Glück nicht ganz so typisch, wie man es von einigen klassischen Dystopien kennt: Es gibt nämlich keine Rebellion und keinen Sieg der Guten, stattdessen flieht Neva einfach aus der Kuppel, nachdem sie einen Brief ihrer totgeglaubten Grossmutter bekam. Innen drin bleibt alles gleich, was eigentlich auch heisst, dass keines der anfänglichen Probleme gelöst wurde, weshalb man sich fragt, wohin das Ganze denn nun überhaupt führen sollte.


    Die Geschichte selbst ist eigentlich ganz okay. Nichts zu Tiefgründiges, aber sicher nicht schlecht. Es hat einige spannende Stellen, aber so etwas wie ein grosser Aufstand à la „Tribute von Panem“ sollte man deshalb nicht erwarten.


    Gewissermassen wird es dadurch aber auch etwas realistisch. Sie sind nichts weiter als eine Gruppe Jugendlicher, die nicht einmal durchgehend mit vollen Herzen dabei sind (echt, ihre beste Freundin Sanna ging mir damit so auf die Nerven, dabei war sie diejenige, die rebellieren wollte und danach dieses schlappmachen, was für mich nicht zusammenpasst). Wenn man ehrlich ist, kann eine kleine Gruppe nicht einfach so mal eine Regierung stürzen, vorallem wenn nicht mal das Volk hinter der Idee steht. Dennoch hätte ich eben mehr erwartet, den eine Dystopie darf in dieser Hinsicht ja auch gerne einmal mit etwas unrealistischeren Szenarien spielen.


    Meine Erwartungen waren wohl einfach zu hoch. Auch wenn es ein Einzelband war, hatte ich grössere Rebellionen oder zumindest einen besseren Abschluss, der vielleicht auf einen Kompromiss hinausläuft, erwartet. Hätte ich es vorher gewusst, dass das Buch in eine ganz andere Richtung geht, wäre es wohl besser gewesen. Die Idee selbst ist jedoch gut und auch diese neue Welt ist sehr interessant aufgebaut und ich denke es könnte sicher auch so dem ein oder anderen gefallen. Ich gebe dem Buch jedenfalls drei von fünf Sternen.


    (Die Rezension ist schon um einiges älter (2018), wurde nun aber von meinem Amino Leserunde für diese Seite noch übernommen (und dafür noch leicht angepasst), damit ich sie mit mehr Leuten teilen kann. Weitere ältere Rezensionen werde ich ebenfalls noch teilen). :)


  3. Cover des Buches Sengende Nähe (ISBN: 9783802582738)
    Nalini Singh

    Sengende Nähe

     (385)
    Aktuelle Rezension von: Chrissy87

    Mercy und Riley sind wie Katz und Maus oder eher Leopardin und Wolf. Obwohl sie sich ständig streiten ist da auch eine gewisse Anziehung zwischen ihnen und nach und nach kommen sie sich näher.

    Der sechste Teil der Gestaltwandler Reihe hat mir auch wieder sehr gut gefallen. Anfangs war ich nicht so überzeugt, da ich mit Riley und Mercy nicht so viel anfangen konnte, aber kaum hatte ich die Geschichte angefangen, hatte ich die beiden ins Herz geschlossen.

    Bisher unterhält mich die Reihe bestens und die Hintergrundgeschichte wird von Band zu Band immer spannender.

  4. Cover des Buches Tausend strahlende Sonnen (ISBN: 9783596030934)
    Khaled Hosseini

    Tausend strahlende Sonnen

     (1.174)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Da ich vom "Drachenläufer" so sehr begeistert war musste ich auch unbedingt dieses Buch lesen. 

    Die Handlung wurde hier bereits ausführlich beschrieben. Daher beschränke ich mich auf meine Meinung. 

    Dieser Roman konnte mich gleich fesseln und sehr berühren. Jedoch brauchte ich immer mal Pausen, da der Roman wirklich keine leichte Kost ist. Schrecklich was beide Frauen mit Raschid erlebt haben und in ihrer Vergangenheit. Man erhält einen guten Einblick in das Leben von Afghanistan. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. 

    Ich empfehle diesen Roman sehr gerne weiter und gebe 4 Sterne. Dieses Buch fand ich etwas schwächer als den "Drachenläufer". Es gab für mich ein paar Längen. Daher ein Punkt Abzug. 


  5. Cover des Buches Die Akte Vaterland (ISBN: 9783462046465)
    Volker Kutscher

    Die Akte Vaterland

     (127)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Dies ist der vierte Band um Kutschers Ermittler Gereon Rath. Er spielt im Sommer 1932 in Berlin und Ostpreußen. Sieht man von Prolog und Epilog ab, beschränkt sich die Handlung auf einen Zeitraum von einem Monat. Erstmals ermittelt Gereon Rath in diesem Band außerhalb Berlins, nämlich in Ostpreußen in und um Treuburg bzw. Marggrabowa, dem heutigen Olecko in Masuren.

    Wie immer versteht es Kutscher ausgezeichnet fiktive Ereignisse in echte historische Ereignisse einzubetten. Da wirkt nichts bemüht oder gekünstelt, das fügt sich harmonisch zusammen. Die damalige Zeit wird in den Geschichten sehr lebendig vor den Augen des Lesers. Besonders toll finde ich auch die Webseite https://www.nianli.de/ mit historischen Karten und Schauplätzen der Krimireihe, wo man auch Infos über die entsprechenden Gebäude und nicht selten eine Verlinkung zur Wikipedia findet. Ich weiß nicht, ob das die private Seite eines großen Fans ist oder etwas Offizielles, aber es lohnt sich, die Ereignisse dort mit zu verfolgen. Allerdings besteht Spoilergefahr, wenn man noch nicht weit im Buch ist.

    Die Handlung an sich fand ich in diesem Band weniger komplex, als in den vorangegangenen Bänden, was aber der Spannung keinen Abbruch tut, zumal der Autor auch falsche Fährten legt. Schön finde ich auch, dass es sich um eine echte Reihe handelt, also nicht um eine reine Serie. Die Protagonisten und ihre Beziehungen untereinander entwickeln sich stetig weiter und immer mal wieder  wird auch Bezug auf vergangene Bände genommen. Es ist zwar grundsätzlich möglich, die Bände unabhängig voneinander zu lesen, aber man beraubt sich selbst eines Teils des Lesevergnügens sofern man so verfährt.

    In manchen Momenten erinnert mich das Duo Rath/Marlow an Ian Rankins Rebus/Cafferty. Jedenfalls ist sind beide Verbrecher so gezeichnet, dass der Leser immer mal wieder auch Sympathie für sie empfinden kann.

    Die Romane der Reihe haben bisher eine gleichbleibende Qualität, was auch nicht jeder Autor schafft. Den Showdown am Ende finde ich übertrieben und unwahrscheinlich, aber dieses Manko haben viele Krimis. Dennoch reicht es deshalb nicht für fünf Sterne. 

  6. Cover des Buches Perfect Touch - Vereinigt (ISBN: 9783404176175)
    Jessica Clare

    Perfect Touch - Vereinigt

     (31)
    Aktuelle Rezension von: MalliMou1706
    Inhalt:

    Leo ist ein adliger junger Mann, der als fünfter in der Thronreihenfolge gut und gerne auf den Posten verzichten kann. Er um keinen Preis Nachfolger werden. Da die Bürger ab er in seiner Heimat ihn gerne hätten, der Thron aber eigentlich für seine Cousine vorgesehen ist, muss er mal eben das Land verlassen, damit wieder Ruhe einkehrt. Man legt ihm nahe nach Amerika zu gehen bis Gras über die Sache gewachsen ist. Gesagt getan!

    In Amerika langweilt er sich jedoch schnell und trifft auf seine von Gretchen ausgesuchte "Stadtführerin" Taylor. Schon beim ersten Kennenlernen wird Leo Zeuge wie tollpatschig Taylor ist. Was jedoch nicht verhindert, dass Leo in Taylor eine Art anziehende Kuriosität sieht.

    Beide verstehen sich sehr gut und gehen auch sofort (getarnt als One-Night-Stand) miteinander ins Bett.

    Jedoch gibt es immer noch Unruhen in Leo's Heimat und um nicht doch auf den Thron zu müssen kommt er auf die Idee Taylor um den Finger zu wickeln und zu ehelichen, da niemand in seiner Heimat AmerikanerInnen mag.

    Geschichte:

    In der Geschichte dreht sich es sich unter anderem auch um eine gewisse Art von Spielsucht. Taylor ist It-Expertin und spielt schon fast im Wahn Onlinespiele. Dadurch gerät sie aber an einen Stalker, der sie emotional komplett unter Druck setzt und mit Suizid droht, wenn sie mal nicht online ist. Die Kehrtwende am Ende finde ich sehr interessant.

    Charaktere:

    Ich mochte Taylor von Anfang an. So liebreizend, wie sie sich immer wieder selbst in Gefahr bringt, hat schon wirklich was Niedliches an sich. Ich mag auch sehr gern ihre Offenheit und naive Frechheit. Taylor hat wirklich ein großes Herz, da sie ihm ja doch relativ schnell verziehen hat.

    Leo kam mir am Anfang wie ein Schnösel vor. Eben typisch Aristokrat. Aber er hat nun doch durch Taylor gemerkt, dass es auch ein selbständiges Leben außerhalb der goldenen Mauern gibt. 

    Fazit:
    Ich will mehr von diesen Geschichten, denn auch die erotisch beschriebenen Szenen sind immer wieder ein Bonus in diesen Geschichten. 
  7. Cover des Buches Ein fesches Dirndl (ISBN: 9783839223635)
    Zdenka Becker

    Ein fesches Dirndl

     (22)
    Aktuelle Rezension von: awogfli
    Dieses Werk ist ein Zeitgeistroman über Integration. Jetzt habe ich so überhaupt keine Probleme mit Zeitgeist, wenn sich dahinter viel Tiefe verbirgt, wenn aber nur ein bisschen auf modern und moderat an der Oberfläche gekratzt wird, langweile ich mich sehr schnell.

    Wie die Autorin selbst in vielen Interviews anführt, hat die Geschichte autobiografische Züge.

    Die Protagonistin Bea verliebt sich Hals über Kopf noch zu kommunistischen Zeiten in einen Österreicher, heiratet ziemlich schnell und zieht von Bratislava nach Wien. Die Anfangszeit ist hart, denn Zdenka Becker kommt schnell auf den Knackpunkt jeder Integrationsgeschichte: die Sprache. Bea hat einige Schwierigkeiten in der neuen Umgebung, aber sie will sich unbedingt integrieren. Wie eine Verrückte paukt sie manisch diese Sprache, die ihr anfangs so fremd ist. Gleichzeitig hat sie riesengroßes Heimweh, kein Heimweh nach Bratislava, sondern danach, ihre Muttersprache zu sprechen. Der böhmische Markt in Wien ist dabei eine kleine Hilfe, aber Tschechisch ist eben auch nicht ihre Muttersprache und Heimat, es wirkt nur wie ein Placebo.

    Nach Hause kann Bea nicht so einfach. Erstens, weil der eiserne Vorhang diese sehr kurze, nicht mal einstündige Reise (80 Kilometer) von Bratislava nach Wien schwierig macht und weil sich ihre Familie zweitens extrem schäbig verhält. Alle fordern gierig Geschenke, die sich Bea einfach nicht leisten kann, da ihr Mann noch studiert und das Paar mittellos ist. Sogar ihre Eltern und die Schwester wollen nicht verstehen, dass Bea die Konsumgüter, die sie fordern, selbst nicht besitzt und sie ihnen nicht aus Geiz vorenthält. In dieser Situation verliert die Protagonistin ein zweites Mal ihre Heimat.

    Witzig ist auch das Bonmot, dass bei der Einbürgerung in Österreich früher alle Tschechoslowaken zuallererst amtlich von allen Hatscheks im Namen befreit wurden. Wahrscheinlich deshalb, weil es diese einfach nicht auf der österreichischen Schreibmaschinentastatur gab.

    Nach und nach überwindet Bea alle Probleme und lebt sich in Wien ein. Bis zu diesem Zeitpunkt hat mir die Story sehr gut gefallen, gibt aber vom fehlenden Dramafaktor durch die relativ friktionsfreie Eingliederung in die Gesellschaft, nur genug Stoff für eine Kurzgeschichte her.

    Dann vollzieht die Handlung eine totale Vollbremsung und beginnt in einer Schleife von vorne, da Bea nach Niederösterreich aufs Land zieht und keinen Dialekt spricht. Hier wird erneut der Faktor Sprache bemüht und ich muss leider anmerken, dass hier etwas zu stark klischeehaft konstruiert wird, wie Leuten, die nur Hochdeutsch sprechen, in der Provinz begegnet wird. Abgesehen davon ist die redundante Handlung, auch wenn sie realiter genau so passiert ist, einfach nur langweilig.

    Da das beschauliche Landleben und dessen Dramafaktor für eine weitere Romanhandlung nur bedingt tauglich ist, wird ein neues Element eingeführt. Durch Beas Unterrichtstätigkeit – sie lehrt Deutsch als Fremdsprache – werden der eigenen Integrationsbiografie nun weitere nicht so gelungene fremde Lebensläufe gegenübergestellt. An sich erachte ich das als eine gute Idee, wenn die Ausführung nicht so an der Oberfläche schwimmen würde. Bea konstatiert, beschreibt und beurteilt aus der Ferne die Symptome eines Flüchtlingstraumas, fragt aber auch nie genau nach, was tatsächlich passiert ist. Flucht ist eben nicht Auswanderung, dieser riesengroße Unterschied wird durch den Plot nie herausgearbeitet, sondern beide einfach nur nebeneinandergestellt. Diese mangelnde Tiefe in der Integrationssicht hat mich am meisten geärgert.

    Symptomatisch dafür ist die Geschichte der Tschetschenin Maka, die in ihrer Heimat kein Kopftuch tragen musste, jetzt in Österreich aber schon. Man fragt sich als Leserin sofort: Warum? und natürlich wenn man sich mehr mit der Materie beschäftigt hat auch: Welches Kopftuch? Denn Kopftuch ist nicht Kopftuch. War es das politische, genannt Hijab oder nur eine Schaila? Oder sogar eine Al-Amira …? Tja, Bea fragt nie nach dem Warum, und deshalb bleibt uns auch der Roman all diese Antworten schuldig. Sehr undifferenziert, sehr oberflächlich, sehr ärgerlich.

    Fazit: Schade! Das Setting hatte viel Potenzial zu einem grandiosen Roman, scheitert aber an flacher Mittelmäßigkeit, Undifferenziertheit und Stereotypen. Nicht schlecht, aber auch nicht gut, diese Geschichte. In Niederösterreich würde man sagen: „Ned Fisch, ned Fleisch.“

  8. Cover des Buches Totentanz am Col di Lana (ISBN: 9788868392680)
    Erik Durschmied

    Totentanz am Col di Lana

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Vampir989
    Klapptext:


    Ein schroffer Felsen steht im Sturm, ein Gipfel von atemberaubender Schönheit. Seine Geschichte im Ersten Weltkrieg ist in Blut geschrieben. Die Angreifer verfluchen ihn als »Berg des Blutes Col di Sangue« und die Verteidiger als »Berg des Eisens«.
    Tirol, Mai 1915. Die Sturmglocken läuten. Das Land ist in Gefahr: »Der Welsche kimmt!« Wie bereits anno 1809 ist Tirol wieder auf sich selbst angewiesen. Ein »letztes Aufgebot« der Tiroler Standschützen soll das Unheil verhindern. Fünfzehnjährige stehen mit ihren Großvätern Gipfelwacht. Sie machen sich keine Illusion die Übermacht des anmarschierenden Feindes ist zu gewaltig.
    Ein Berg in den Dolomiten wird zum Symbol. Der Tanz auf dem Vulkan beginnt ...



    Erik Durchschmied ist hier ein wahnsinnig packender und aufregender Roman gelungen.Wir begeben uns auf den Col di Lana im 1.Weltkrieg.Dort erleben wir die brutalen und schrecklichen Kämpfe der Tiroler und italienischen Truppen mit.Ein sinnloser Kampf um einen Berg der viele Menschenleben gekostet hat.
    Mitreisend und packend erzählt uns der Autor von den Ereignissen dort.Die Gefühle,Gedanken und Ängste der Menschen konnte ich richtig spüren und ich hatte das Gefühl alles selbst mit zu erleben.Durch die atemberaubende und faszinierende Erzählweise des Autors wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen.Das hat mir sehr gut gefallen.Beeindruckt hat mich zu lesen wie die Tiroler gegen Hunger,Kälte und Unterlegenkeit gekämpft haben.Für Treue und Ehre ihrers Vaterlandes haben sie alles geopfert.
    Durch die guten Recherchen des Autors erfahren wir sehr viel Informatives über die Kämpfe am Col di Lana.Erik Durchschmied der selbst Kriegsreporter ist gelingt es auch durch seine guten beruflichen Erfahrungen uns dies sehr authentisch nahe zu bringen .Viele Schauplätze werden sehr bildhaft und ansprechend beschrieben.Ich habe mit den Menschen mit gelitten,mit gefühlt,mit gekämpft und mit gebangt.Es hat mit tief bewegt und berührt.Dieses Buch hat mich zum Nachdenken angeregt.Es zeigt das Kriege sinnlos sind und nur Leid,Elend und Tot bringen.
    Mir hat diese Lektüre sehr gut gefallen.Für Leseliebhaber die sich für Geschichte interessieren ist das Buch sehr empfehlenswert.

  9. Cover des Buches Rot wie Schnee (ISBN: 9783423211802)
    Kjell Eriksson

    Rot wie Schnee

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Dolly
    Ann Lindell ermittelt in einem Mordfall. Wie sich herausstellt ist der Ermordete bester Freund und Helfer des Restaurantbesitzers Slobodan Andersson. Nebenbei wird die Geschichte der drei mexikanischen Brüder erzählt die in den Mordfall und in die Drogengeschäfte des Restauranbesitzers verwickelt sind. Einige Charaktere werden auch noch kurz vorgestellt die in der Handlung wichtig sind. Ich fand das Buch recht unterhaltsam. Da die ersten 100 Seiten eher etwas langatmig sind bekommt das Buch von mir nur 3 Sterne. Die Charaktere sind gut dargestellt und auch die Nebenhandlungen waren okay. Aber es ist kein Krimi den man unbedingt lesen muss.
  10. Cover des Buches Apostoloff (ISBN: 9783518461808)
    Sibylle Lewitscharoff

    Apostoloff

     (51)
    Aktuelle Rezension von: The iron butterfly

    Einst brachen 20 Bulgaren auf, um in Deutschland ihr Glück zu machen. Gute Arbeit für gutes Geld und die Aussicht auf ein sicheres Fundament für Zukunft, Familie und Zusammenhalt. Nach vielen Jahren und etlichen Schicksalen, Ehen, Kindern, Trennungen, Scheidungen…bleibt noch ein Bulgare übrig, der in seiner Verbundenheit zur alten Heimat mit viel Aufwand die Leichen der Freunde exhumieren lässt, um sie in einem Luxuskonvoi zur ewigen Ruhe in heimatliche Erde zu betten.

    Mit im Tross, zwei Schwestern, die ihren Vater zur finalen Ruhestätte begleiten wollen. Eine einmalige Chance, um dem Alltagstrott zu entkommen und einen Blick in dieses unbekannte Land Bulgarien zu werfen. Ein Fahrer steht ihnen bei und nimmt die Fremdenführerrolle mehr oder weniger ein. Die eine Schwester, mehr als raubkatzig, die andere aufgeschlossen und dankbar um der Abwechselung. So ziehen sie durch ein anfänglich mehr als trist und absurd erscheinendes Bulgarien, das sich zunehmend, wie viele andere Landstriche auch mit Kleinodien zu schmücken weiß. Stück für Stück rückt die kleine Truppe zusammen, Fronten enthärten sich, Gefühle, Erinnerungen werden aufgewärmt und getauscht, Blicke gewechselt. Irgendwann steht die Beerdigung der Herren-Clique ins Haus, aber bis dahin darf noch wild gelästert werden.

    Einen Tick zu garstig, zu übermütig für mich, erzählt Sibylle Lewitscharoff Apostoloff. OK, nicht mehr, nicht weniger.

  11. Cover des Buches Ohrfeige (ISBN: 9783957130426)
    Abbas Khider

    Ohrfeige

     (5)
    Aktuelle Rezension von: vanessabln
    Ich kenne das Buch nicht und habe nur das Hörbuch gehört, das man wohl Hörspiel nennen muss. Hier wurde nicht einfach ein Text gelesen, sondern das Ganze akustisch wunderbar umgesetzt - mit Musik, Hintergrundgeräuschen, arabischer Sprache usw. Man befindet sich sofort in der Welt des irakischen Asylbewerbers Karim Mensy, der aus Versehen in Deutschland statt in Frankreich gestrandet ist und sich nun mit vielen Absurditäten herumschlägt. Der Autor weiß, wovon er spricht, und die Thematik wurde (was das Hörbuch angeht, wo anscheinend gekürzt wurde) äußerst lebhaft, witzig und vor allem realistisch dargestellt. So macht "Ohrfeige" nicht nur Spaß zu lesen, sondern ist auch ein interessanter Beitrag (aus dem wahren Leben, obwohl natürlich alle Personen und Ereignisse frei erfunden sind) zu aktuellen Themen.
  12. Cover des Buches Mond über den Reisfeldern (ISBN: 9783442151714)
    Andrew X. Pham

    Mond über den Reisfeldern

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Arnold Schwarzenegger - (ISBN: 9783421044051)
    Marc Hujer

    Arnold Schwarzenegger -

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Arnies Lebensgeschichte, vom kleinen Dorfbub im Thal der Nachkriegsjahre bis zu einem mächtigsten Männer der Welt. Nach Beendigung des Buches 2009 ist ja auch einiges passiert (Ehebruch, Scheidung usw.), eine Neuauflage ist als dringend nötig, Herr Hujer! Die Abschnitte über seine harte Kindheit mit dem sehr strengen Vater und der Aufstieg zum Bodybuilderkönig sind natürlich am interessantesten, da ich im Moment auch ein bißchen zu den Hanteln greife, hätte ich über Trainingsmethoden oder Ernährungspläne auch sehr gern gelesen. Und im neuen Jahrtausend ein ganz neues Leben in den Höhen und vielen Tiefen der Politik, wo ihn manche mit "Gulliver" vergleichen. Ein echter Tausendsassa, der ein Leben für zehn normale andere lebt, in seinem Tatendrang und seinem Fleiß ein echtes Vorbild.
  14. Cover des Buches Dhampir: Schattenherz (ISBN: B005IXQK6W)
    Barb Hendee

    Dhampir: Schattenherz

     (20)
    Aktuelle Rezension von: annlu

    *Ein Mensch, eine Dhampir und ein Halbblut, dachte Chap. Er hatte sie an einen Ort gebracht, wo das Wort „unwillkommen“ eine höfliche Umschreibung für das war, was sie erwartete.*


    Dhampir 5


    Verbissener denn je will Leesil einen Weg für sich und seine Gefährten ins Land der Elfen finden um dort seine Mutter aus ihrer Gefangenschaft zu befreien. Doch der Weg dorthin ist nicht gefahrlos und auch im Elfenwald sind sie nicht willkommen. Nicht nur wartet dort eine rachsüchtige Elfin auf sie, sondern auch mehrere Parteien, die im Machtspiel der Welt ihre Fähigkeiten für sich beanspruchen wollen.



    Dieser Band führt zu den Elfen, die hier recht klassisch dargestellt werden. Sie lehnen alle anderen Völker ab, bleiben unter sich und beanspruchen für sich die Wahrheit über den einzig möglichen richtigen Weg im Angesicht der Gefahr eines neuen Krieges zu kennen. Dabei sind sie sich auch nicht zu schade, die ein oder anderen Völker zu opfern – besonders wenn es sich dabei um Menschen handelt, die keinen Wert bei ihnen besitzen.


    Entgegen meinen Erwartungen war es in diesem Band nicht Leesil, der in den Vordergrund rückte. Nachdem er aber seine düstere Stimmung schon im letzten Band verbreitet hat, war ich nicht unglücklich darüber. Und schließlich ist er nicht der einzige der Gefährten, der aus dem Elfenreich stammt. So war es Chap, der hier eine Hauptrolle einnahm. Mit ihm machte auch Wynn eine Veränderung durch, die mich vermuten ließ, dass sie in Zukunft doch eine größere Rolle spielen wird, als nur die Gelehrte an der Seite von Leesil und Magiere.


    Überrascht wurde ich auch dadurch, dass die beiden Vampire Welstil und Chane – zwar nur kurz, aber doch – zu Wort kamen. Schließlich ist es ihnen versagt, das Elfenreich zu betreten und ich hatte eigentlich gedacht, dass sie in diesem Band gar nicht mehr erwähnt werden. Mit ihrem Auftritt zeigte sich aber auch wieder die schwarze Herrin (von der nicht klar ist, ob sie nun männlich oder weiblich ist), die im Hintergrund auf ihre Chance lauert und das ultimative Böse verkörpert, dem sich Magiere und Leesil schlussendlich wohl noch stellen müssen.


    Der Ausflug ins Elfenreich war nicht immer ereignisreich. Teils zeigte der Band den beschwerlichen Weg, den die Gefährten außerhalb und im Elfenwald auf sich nehmen mussten. Da dabei aber auch so manche Enthüllungen preisgegeben wurden, war ich nicht enttäuscht darüber, dass dieser Band etwas langsamer daherkam.


    Fazit: Dieser Band bringt Chap an seine Grenzen und zeigt wieder einmal, dass viel zu viele Parteien über Magieres und Leesils Schicksal bestimmen wollen. Interessant.

  15. Cover des Buches BadFellas: Eine Mafia-Komödie (ISBN: B0723DF7HW)
    Tonino Benacquista

    BadFellas: Eine Mafia-Komödie

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Ich hatte das Buch gerade exakt bis zur 32. Seite gelesen, und dann spoilte RTL2 mir die Handlung, indem am vergangenen Sonntag die Verfilmung ausgestrahlt wurde. Keine schlechte Mafiakomödie, aber unendlich viel flacher als die Buchvorlage: Giovanni Manzoni mußte, nachdem er bei einem Mafiaprozeß seine Mitmafiosi belastet hat, mit dem Zeugenschutzprogramm des FBI abtauchen, zum wiederholten Mal mußte man in Frankreich umziehen. Aus dem culture clash, wenn italienisch-amerikanische Neubürger mit teilweise antiamerikanischen Altbürgern zusammentreffen, wird schon mal viel Komik gesaugt. Die Darstellung des ehemaligen Mafiabosses als in Wirklichkeit armes Würstchen und die Sorgen und Nöte der Teenagerkinder werden hier viel tiefschürfender behandelt, die Mafiakiller auf der Kirmes in Cholong (aka So long) sind wortwörtlich zum Schießen. Sehr gelungen, eindeutig besser als der Film!
  16. Cover des Buches Das Kartell (ISBN: 9783426308547)
    Don Winslow

    Das Kartell

     (136)
    Aktuelle Rezension von: Igno

    Nachdem er Adán Barrera, den mächtigsten Kartellboss Mexikos, in einem US-amerikanischen Hochsicherheitsgefängnis untergebracht hat, zieht sich Art Keller aus dem Drogenkrieg zurück. Sein Exil hat er in einem Kloster gefunden, in dem er Bienen züchtet. Doch der Drogenkrieg geht weiter. Adáns Einfluss reicht so weit, dass er einen Deal für sich abschließen kann, der ihn von den USA in mexikanische »Haft« bringt. Wenig später gelingt ihm die »Flucht« und Arts Ruhestand endet abrupt, als sein alter Chef Tim Taylor ihn um Hilfe bittet. Sein Wissen über die Kartelle und die Barreras speziell ist zu unentbehrlich, um in der Bienenzucht zu vergehen.

    Don Winslows zweiter Teil der Trilogie um den Drogenkrieg um die und jenseits der Südgrenze der USA erschien 2015 bei Droemer. Das Kartell umfasst 832 Seiten und schließt chronologisch an Tage der Toten an.

    Das Buch dreht sich um den US-amerikanischen Drogenkrieg, hauptsächlich in Mexiko. Es gibt Exkurse nach Guatemala und zur ‘Ngrangheta in Europa, außerdem zu den Verwicklungen zum islamistischen Terrorismus. Der weitaus größte Teil der Geschichte spielt aber in Mexiko. Das Buch ist, wie schon Tage der Toten, intensiv recherchiert und orientiert sich im Rahmen an der historischen Realität, die Geschichte selbst allerdings ist Fiktion. Behandelt wird der Zeitraum der Nullerjahre und ein Stück darüber hinaus.

    Wieder zurück im Geschehen muss Art Keller feststellen, dass sich die Kartelle in Mexiko zunehmend brutalisieren. Waren zivile Opfer früher eher die notwendige Ausnahme, nutzt eine zunehmende Zahl von Kartellen sie mehr und mehr als normale Strategie im Krieg. Mexiko wird zum Schlachtfeld – Betonung auf der ersten Silbe -, Städte werden entvölkert, die Kartelle bauen sich paramilitärische Armeen auf und die staatlichen Behörden sind entweder Nutznießer der Kartelle, sehr schnell ausgelöscht oder stehen den Kartellen in Brutalität und Willkür in nichts nach. Im wahrsten Sinne des Wortes zerrieben wird dazwischen die Bevölkerung.

    Auch das Geschäftsfeld der Kartelle beginnt einen Wandel. Ging es früher noch hauptsächlich um Drogenproduktion und -transport, sowie Geldwäsche, etwas Schutzgelderpressung und Straßenkriminalität im Allgemeinen, so wandelt sich dies hin zu den großen internationalen Feldern. Öl wird interessant, ebenso globaler Waffenhandel. Die Kartelle haben astronomische Vermögen aus ihrem Kerngeschäft gezogen, dieses Geld muss irgendwo arbeiten. Gerade das Öl verschärft die Kämpfe um ölreiche Regionen in Mexiko. Winslow nimmt, um die Folgen des Drogenkrieges für die Bevölkerung schonungslos zu verdeutlichen, Ciudad Juárez zu einem seiner zentralen Handlungsorte. Die Stadt litt tatsächlich schwer unter dem Krieg zwischen Kartellen und Behörden und die Handlung ist in all ihrer Brutalität stark an die historischen Ereignisse angelehnt.

    Auch in Das Kartell schwebt zwischen den Zeilen immer Winslows Kritik an der kriminalisierenden Drogenpolitik. Und wie schon im ersten Band zeigt er wieder schonungslos auf, wie alle Kriegsparteien letztendlich von dieser Politik profitieren – auf Kosten der Bevölkerung. Gegen Ende spricht er seine Kritik auch nochmal explizit aus. Eine hervorgehobene Rolle bekommen Journalisten, die nun gezielt Opfer werden, und die Frauenmorde von Ciudad Juárez.

    Anknüpfend an den ersten Teil ist auch Das Kartell zwar ein sehr dickes Buch, wird aber nicht langweilig. Winslow schreibt flüssig, erinnert stilistisch wieder ein wenig an Sin City. Seine Figuren stellt er ausführlich dar, so werden auch die Beweggründe der größten Unsympathen zwar nicht akzeptabel, aber verständlich. Auch die Zivilbevölkerung bekommt durch eigene Figuren und Handlungsstränge viel Raum, um ihr Leid zu vermitteln. Gerade das Dilemma der Journalisten, die ab einem gewissen Punkt entweder gar nicht mehr oder mit der Stimme der jeweiligen Besatzer berichten können, nimmt eine zentrale Rolle ein. Winslow zeigt, wie sich in den Nullerjahren daraus das Aufkommen der Bloggerszene als Parallelfeld des klassischen Journalismus’ entwickelt.

    Das Kartell ist epochal, wie sein Vorgänger Tage der Toten. Der behandelte Zeitraum ist zwar deutlich kürzer, die Handlung dadurch aber nicht weniger mächtig. Das Buch ist lang, erschlägt die Lesenden aber nicht. Und es gibt tiefe Einblicke in ein Stück Geschichte der amerikanischen Kontinente, die wir hier nur am Rande erlebt haben. Absolut lesenswert.

  17. Cover des Buches Duft nach Weiß (ISBN: 9783865326171)
    Stefanie Gregg

    Duft nach Weiß

     (46)
    Aktuelle Rezension von: FreydisNeheleniaRainersdottir

    Ich bin noch ein DDR-Kind, 1988 geboren, jedoch habe ich von der DDR überhaupt nichts mehr mitbekommen. Ich kenne sie nur aus Erzählungen und weiß, dass ich im Kinderwagen bei der Wende-Demos in Plauen dabei war und ich weiß, dass es im Intershop immer gut gerochen hat (meine Oma kennt den Geruch allerdings nur, weil sie am Laden vorbeiging, drin war sie nie). Mein Opa durfte damals nur zur Transportpolizei gehen, wenn er in die Partei SED eintrat, mit ungeahnten Folgen für meine arme Mutter: Meine Urgroßeltern hatten Westverwandtschaft und durften diese besuchen. Einmal brachten sie meiner Mutter, die schon von klein auf ein großer Tierfreund war, Tierzeitschriften mit. Daran hatte sie nicht lange Freunde, denn diese wurden von meinem Opa sofort weggeworfen. Hätte ja was antisozialistisches drinstehen können und die Stasi lauerte überall. Nicht auszudenken, wenn beim Kommisar der Tramsportpolizei Westzeitschriften gefunden werden. Das nimmt ihn meine Mutter heute noch übel.


    Ja, die DDR war nicht das sozialistische Bauern- und Arbeiterparadies, als welches sie dargestellt wurde. Es gab die Stasi, es wurden jungen Mütterndie Kinder weggenommen, wenn sie als nicht systemtreu galten und diese dann in Heime gesteckt, Jugendliche, die nicht spurten kamen in die Jugendwerkhöfe, Systemgegner gar ins Gefängnis und man wusste nie, ob man einen Stasispitzel im Freundeskreis, manches Mal gar in der Familie hatte. Zudem wurde am "antifaschistischen Schutzwall" (an der Mauer) und an den innerdeutschen Grenzen scharf geschossen und etliche "Republikflüchtlinge" mussten dort ihr leben lassen. Zudem stelle ich mir die DDR immer grau und trist und farblos vor, als hätte jemand, so wie der Michael in Nina Hagens Lied, den Farbfilm vergessen.


    Dass der Sozialismus anderswo aber noch schlimmer gewütet hat, wo es in der DDR wahrscheinlich vergleichsweise noch "human" zuging, erzählt uns Stefanie Gregg in "Duft nach Weiß". Wie schon bei Sandra Brökels Bücher über Pavel Vodák und den Prager Frühling und wie auch bei Nino Haratischwilis Jahrhundertgeschichte über Georgien wurde mir auch in dieser Geschichte wieder ein guter Einblick in den Sozialismus des Ostblocks gegeben, der wesentlich rapiater mit seinen Dissidenten und Linienabweichlern vorging, als es sich die Leute in der DDR hätten ausmalen können. Das wird uns in diesem Buch eindrücklich mit der Geschichte des Autoren Georgi Markow erzählt, dem der bulgarische Sozialismus und der Präsident Todor Schiwkow die Luft zum Schreiben und Atmen nehmen, der daraufhin nach England flüchtet und fortan auf Radio Free Europe und der BBC Schiwkow und seinen Sozialismus durch den Kakao zieht, bis man ihn schließlich zum "Schweigen bringt".

    Man sieht es aber auch schön an der Geschichte von Anelija die aus dem kleinen Dörfchen Radilovo kommt und sich mit viel Ergeiz, Fleiß und Wissensdurst den Weg aufs Gymnasium ebnet, nur um dann gesagt zu bekommen, dass sie nicht das studieren darf, was sie will. Auch sie flüchtet aus Bulgarien und kommt dabei fast um, für den Traum, in Deutschland studieren zu dürfen, was sie will.


    Wir, die wir in der BRD aufwachsen konnten, können uns heute nicht mehr vorstellen, wie es ist, in einem sozialistischen Regime zu leben. Die Erzählungen meiner Verwandtschaft zeigen mir vor allem eins: Ich könnte in einer Diktatur nicht überleben, auch ich müsste wie Anelija und Georgi Markow flüchten und mir anderswo ein anderes Leben aufbauen. Und ich wohne jetzt schon nur 2 Stunden von meiner Heimat entfernt und hab garstiges Heimweh, jetzt stelle man sich mal vor, wie es wäre, in ein anderes Land zu gehen. 

  18. Cover des Buches Des Teufels Alternative (ISBN: 9783492302159)
    Frederick Forsyth

    Des Teufels Alternative

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Mal wieder allergehobenste Thrillerkunst vom Altmeister: Die ganze Welt schliddert in einen Riesenschlamassel hinein, wobei alles damit beginnt, daß 1982 die Saat auf den sowjetischen Getreidefeldern verdorrt und dem Millionenreich eine Hungersnot so schlimm wie unter Stalin droht. Die Falken im Kreml sehen ihr Heil nur im Krieg gegen den Westen, um den Marxismus-Leninismus nicht zu gefährden und sich im Westen zu holen, was man braucht. Währenddessen tötet ein ukrainisches Killerkommando den (vermutlich schwulen) KGB-Chef, und diese Information darf niemals in den Westen gelangen, um nicht zu zeigen, auf welch tönernen Beinen die UdSSR steht. Alles wie immer top recherchiert, man meint den Kreml und das Weiße Haus von ihrem Aufbau her direkt vor sich zu sehen, und spannend ist es bis zur letzte Seite mit der Auflösung in einem Knall.. Die schier endlose Geiselnahme scheint sich so elend lange hinzuziehen, als sei man als Leser quasi live dabei.

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